Bericht der Geschäftsführung
Das Jahr 1940, das so reich an militärischen und politischen Ereignissen war, fand die Gesellschaft in einer
regen und zunehmenden Bautätigkeit, eine Erscheinung, die auch mit ein Zeugnis von der ungeheuren
Stärke und Friedensliebe des Großzdeutschen Reiches ablegen dürfte. Stärhe des Reiches, weil es
sich bei aller Konzentration auf Kriegsführung und baldige siegreiche Beendigung des Krieges mit dem
Wohnungsbau beschäftigte. Friedensliebe des Reice s, weil es noch während des Krieges durch
den Wohnungsbau einen Teil der sozialen Erneuerung in der Ostmark erfüllte, und damit der Volksgemein-
schaft kulturelle, dem Frieden dienende Werte schaffte. Die Betriebsgemeinschaft der Gesellschaft ist stolz
darauf, daß fie unter der starken Hand des Gauleiters an diesem Werk für Führer und Volk mitarbeiten
konnte und an dem Ziel, jedem schaffenden Deutschen ein anständiges Heim zu geben, auch weiterhin mit-
helfen kann.
Die Gesellschaft
Durch Erlaß des Wohn und Siedlungsamtes im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in Wien vom
22. Mai 1939 Nr. 562 855/39 war die Gesellschaft als gemeinnütziges Wohnungsunternehmen anerkannt.
Am 20. November 1940 ift diese Anerkennung auch vom Herrn Reichsstatthalter auf Grund des Gemeinnützig
keitsgesetzes vom 29. Februar 1940, und zwar mit Wirkung vom 26. Januar 1939, ausgesprochen morden.
Im Zuge der Umsiedlungsmasznahme für Güdtiroler ift der Gesellschaft eine im Gau Tirol Vorarlberg maß»
gebliche Aufgabe übertragen morden. Das Gesellschaftskapital von RY 500.000 erroies sich hierfür als
nicht ausreichend und wurde daher auf RY 6,000.000.— erhöht. Dieses Kapital wurde oon den nachstehenden
Gesellschaftern aufgebracht und in voller Höhe eingezahlt:
1. Treuhandgesellschaft für die wirtschaftlichen Unternehmungen der Daz., Berlin RY 5,900.000.-
2. Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeitsfront S. m. b. H., Berlin ..........RY 100.000.—
6,000.000.-
Das Gesellschaftskapital ift im April 1941 auf RY 9,000.000.— erhöht morden, um der Gesellschaft die
Möglichkeit zu geben, als Hauptgesellschafter in die Borarlberger gemeinnützige Wohnungsbau- und
Siedlungsgesellschaft m. b. H. in Dornbirn mit einem Anteil oon etwa RY 3,000.000.— einzutreten. Diese
Masznahme erroies sich als erforderlich, um
1. der Borarlberger Gesellschaft eine Eigenkapitalbasis zu geben, die der ihr ebenfalls übertragenen Auf-
gäbe im Rahmen der Umsiedlungsmasznahme gerecht roird, und
2. dem Wunsche des Sauleiters zu entsprechen, ihm im Sau ein hapitalmäszig gebundenes Instrument zur
Durchführung der so dringenden Wohnbauten zur Verfügung zu stellen.
Planung und Neubau der Wohnungen
Die Standorte der Neubauten werden vom Beauftragten des Sauleiters für das Wohn- und Siedlungs-
wesen beftimmt und von diesem den Trägergesellschaften des Saues je nach der günstigsten Einsatzmöglich
heit übertragen. So hat sich für die Gesellschaft ganz zwangsläufig ein Arbeitsgebiet herausgebildet, das mit
Ausnahme der Baustellen in St. Johann, Kitzbühel und Jochberg ausschlieszlich im Inntal liegt.
Bei der Durchführung von Planung und Entwurf ift zwischen den Verhältnissen der Stadt Innsbruck und
dem Sand Tirol zu unterscheiden: In der Stadt Innsbruck obliegt die künstlerische Begutachtung der
Entwürfe dem mit der Fertigung des Bebauungsplanes der Gauhauptstadt Innsbruck beauftragten
Architekten Koller aus Fallersleben, während die gleiche Tätigkeit für das Sand Dirol vom Gausiedlungs- 3