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Full text: Vorum 1997 - 2015 (1997 - 2015)

Die Gemeinden Gaschurn und St. Gallenkirch 
kooperieren schon seit langem in unterschied- 
lichen Bereichen, so lag es nahe, auch das 
Altstoffsammelzentrum im Hochmontafon 
gemeinsam umzusetzen. Um eine entspre- 
chende Qualität sicherzustellen, wurde ein 
Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Mitiska 
Wäger Architekten überzeugten mit ihrem 
Projekt, das in gekonnter Linienführung die 
gesamte Anlage behutsam ins Gelände einfügt. 
Sämtliche Funktionen werden zeitgemäß 
und kundenorientiert vereint. Das Bauhofteam 
ist mit Werkstätten, Maschinen, Fahrzeugen 
und dem Loipengerät im hinteren Bereich 
untergebracht und im Eingangsbereich das 
Altstoffsammelzentrum mit Brückenwaage und 
Problemstoffsammlung. 
Die kommunale Infrastruktur wird 
dadurch mit einem zeitgemäßen Angebot für 
Umweltschutz ergänzt. Der Neubau bezieht 
sich auf das umliegende bewegte Gelände, die 
Uferschutzzone der Ill, einen Hochspannungs- 
masten und auf die angrenzende Siedlungs- 
Fotonachweis Titel: Ägypten, Hans Steiner / S 02: Land Vorarlberg, Walser; „Aufräumen“ Martina Pfeifer Steiner / S 03 Zeichnung „Ordo, Chao, Coach“ Andrea Maria Dusl / S 05: Lukas Hämmerle / S 07: Hans Steiner / S 08: Martina Pfeifer Steiner / 
S 09: Hans Steiner / S 10: L‘architecte revue archive, Pol Abraham / S 11: Martina Pfeifer Steiner, Susanne Stacher / S 12 ASZ Feldkirch Marc Lins; ASZ Hochmontafon Bgm. Martin Netzer MSc   Medieninhaber und Herausgeber Amt der Vorarlberger 
Landesregierung, Abt. Raumplanung und Baurecht, 6900 Bregenz, www.vorarlberg.at/gemeindeentwicklung   Erscheinungsweise viermal jährlich   Auflage 7.100 Stück   Für den Inhalt verantwortlich Dr. Wilfried Bertsch   Projektleitung Heiko Moosbrugger; 
heiko.moosbrugger@vorarlberg.at   Redaktionsleitung Mag. Martina Pfeifer Steiner; martina.pfeifer@aon.at; www.pfeifersteiner.com / sofern nicht anders angegeben, wurden alle Texte von Martina Pfeifer Steiner verfasst   Redaktionsteam Dr. Wilfried 
Bertsch, Dr. Sabine Miessgang, Mag. Stefan Obkircher   Gestaltung Richard Steiner, Gerhard Wolf, Hard   Lektorat Mag. Ulrike Delclos Kneissl   Druck Thurnher, Rankweil. Offenlegung gemäß § 52 Mediengesetz ist auf www.vorarlberg.at/gemeindeentwicklung 
veröffentlicht. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder, die sich nicht mit der des Herausgebers oder der Redaktion decken muss. Zugunsten der Lesbarkeit wird, wenn von den Autorinnen und Autoren nicht 
anders vorgesehen, von geschlechtsspezifischen Endungen abgesehen.   Ein kostenloses Abonnement der Zeitschrift vorum kann angefordert werden bei: E-Mail: raumplanung@vorarlberg.at; T +43 (0) 5574/511-27105 
Bauherrschaft: Gemeinde Gaschurn 
Immobilien Verwaltungs GmbH 
Architektur: mitiska.wäger architekten ZT 
Wettbewerb: 2011 
Bauzeit: 2012-2013 
Grundstück: 8.408 m² 
Bebaute Fläche: 1.790 m² 
Umbauter Raum: 5.335 m³ 
Konstruktion: Stahlbetonmassivbauweise 
Bauherrschaft: Stadt Feldkirch 
Architektur: Marte.Marte Architekten ZT GmbH 
Bauzeit: 2013-2014 
Bebaute Fläche: 2.360 m² 
Umbauter Raum: 20.532 m³ 
Konstruktion: Holzbau 
Das Konzept der Marte Marte Architekten für 
das Altstoffzentrum der Region Vorderland-Feld- 
kirch schafft eine großzügige Lösung. Es sollten 
keine verhüttelten Konglomerate von Gebäuden, 
Sammelplätzen und Verwaltung werden. Man 
legt es rigoros an und überdacht das gesamte 
Grundstück, seiner Form folgend: Eine große 
Halle, die alle Funktionen einhaust, eine 
Wenn schon, dann ordentlich 
Altstoffsammelzentren sind Schlüsselstellen. Ernst 
gemeint haben es aktuell zwei Kommunen mit ihren 
Neubauten, die qualitätvoll, dauerhaft, sinnvoll und 
nachhaltig sind. 
Alles unter einem Dach 
Auch in einem Altstoffsammelzentrum darf man sich wohl fühlen. In Feldkirch bietet die 
lichtdurchflutete Halle in Holzkonstruktion Aufenthaltsqualität und Raumerlebnis. 
Landschaftsarchitektur 
In einer Tourismusgemeinde wie Gaschurn kommen nicht viele Plätze in Frage, um Abfall zu 
trennen und entsorgen. Also lässt man die gesamte Anlage in der Hügellandschaft verschwinden. 
Kubatur, die jetzt und in Zukunft die 
Nutzung flexibel sein lässt. Ganz selbst- 
verständlich landet man an der richtigen 
Stelle. Wenn das Tor des Altstoffsammel- 
zentrums offen ist, wird dies niemand 
übersehen, die Wegführung ist klar. In 
den appetitlichen, hellen Nischen findet 
jeder die richtigen Container, diese sind 
von oben her zu füllen. Rund um das 
Gebäude, etwas abgesenkt, ist genau eine 
Fahrspur breit Platz, um die Großcontai- 
ner abzutransportieren. Das bedeutet, 
dass die PKWs der Nutzer den großen 
LKWs nicht begegnen können. Diese der 
Grundstücksgrenze folgende Transport- 
schneise integriert sich wieder sehr 
selbstverständlich zwischen Halle und dem 
massiven, bestehenden Erdwall zum Ardetzen- 
berg, der schon früher zum Schutz gegen 
Steinschlag errichtet wurde. 
Man war sich einig, dass es ein Holzbau 
sein sollte. Im Sinne von Umweltbewusstsein 
und Nachhaltigkeit wollte die Stadt Feldkirch 
den nachwachsenden Rohstoff Holz verwenden 
struktur. Die Anlage belegt daher lediglich 
den südseitigen Bereich des Grundstücks und 
nützt die Hügellandschaft. Im Südosten wird 
die sichelförmig anlaufende Böschungskante 
aufgenommen und an der äußeren Gebäude- 
flucht, Richtung Fluss weitergeführt. Somit 
sieht man im Wesentlichen nur die Vordach- 
und darüber hinaus die Lärchen (für die gesamte 
Fassade) aus dem eigenen Stadtforst des Samina- 
tals. Einverstanden war die Bauherrschaft auch 
mit der hochwertigen und anspruchsvollen Holz- 
konstruktion. Die großen Spannweiten werden 
mit kreuzförmigen Gabelstützen, verleimt und in 
Stahlfüße eingespannt, gelöst. Das Dach ist exten- 
siv begrünt. Die großen runden Lichtpunkte der 
Decke lassen die Halle freundlich-hell erschei- 
nen. Zwei Schiebetore und die Büros des Verwal- 
tungstraktes im Erdgeschoß sind kommunikativ 
nach außen zur Kapfstraße gerichtet. Über dem 
Verwaltungstrakt gibt es noch Dispositionsfläche, 
die zurzeit für Spezialsammelplätze auf einer 
offenen Galerie genutzt wird. 
zunge als bauliche Erscheinung über dem 
Geländehorizont. Lager, Werkstätten und 
Garagen werden als Quader platziert und mit 
dem U-förmigen Rangierhof sowie dem Flug- 
dach zusammengehalten. In direkter Verlänge- 
rung der Zufahrtsachse befindet sich das höher 
liegende Büro mit adäquatem Überblick. Im 
Juryprotokoll wird festgestellt: „Alles in 
allem ein rundum überzeugender ganz- 
heitlicher Ansatz im Sinne von Natur- 
raum, NutzerInnen und Baukultur.“
	        
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