wurden die von mir verfaßten Aufsätze
belobt. Es waren das meistens Briefe
sehr trockenen Inhalts, bei denen ich
nur hergebrachte Formen und Sätze brau-
chen konte, aber mitunter kam doch
auch etwas fürs Gemüth und solche Briefe
zu schreiben war mir bald ein wahres
Vergnügen. Der verständige Lehrer lobte
besonders, daß ich schreibe wie man spreche
und mich ganz in die gegebene Lage denke
während von anderen bloß auswendig ge-
lerntes zusamengesudelt wurde. Das
Auswendiglernen schien mir überhaupt
Schwer und wegen dem Katechismus
hab ich vom Lehrer, der mich da für nach-
lässig hielt die meisten Schulstrafen be-
komen, während der Pfarrer zufrieden
war und mich lobte, wen ich die an mich
gestellten Fragen mit meinen eigenen
Worten, in meiner Weise zu beantworten
wußte.
Pfarrer Stockmaja, ein geborener
Tiroler und bei uns allgemein geachtet
und geliebt, der gesuchte Vertraute fast
aller Familien, nahm sich meiner über-
haupt in wärmster, liebevollster Weise
an, Als er hörte wie ich daheim Altäre
baue und täglich Messe lese, schenkte
er mir ein Ministranten Büchlein und
machte mich überglücklich mit dem Antrag
ihm in der wirk Kirche – in unserer
wirklichen rechten Kirche – bei der
Messe zu dienen, Nun schien sich fast
zu bestätigen, was der Lehrer von
mir gesagt und geklagt hatte, nämlich,
daß es mir zum Auswendiglernen weit
weniger an Talent als an Fleiß und gutem
Willen fehle, In wenigen Tagen hatte