Das, und nur das, nicht etwa besonders fromer
Sinn, wie die gute Mutter meinte war es, was
mich täglich an das großmächtige Buch fesselte
während meine Altersgenossen Schulgefährten
mit ihren kleinen Reitschlitten, den sogenanten
Brittlern jauchzend, singend und lärmend
über schneebedeckte Halden fuhren. Der Vater,
eher das Richtige ahnend, pflegte in diesem
Stücke leidenschaftslos zwar, aber entschieden
zu widersprechen. Er war bemüht mich auf
irgend andere Weise zu beschäftigen, sogar
gegen den Willen des Gottle, welchem doch
mein Lesen jetzt, wo es nur selten noch bei
der Stickerei saß gar manchen Zeitvertreib
gewährte.
Das blieb so bis man im April, so um
den Schluß der Schule herum plötzlich all-
überall davon redete: Es wäre ein großer
Krieg ausgebrochen der eigentlich nicht
einmal ein rechter kräftiger Krieg sei wo
man gleich herzhaft Partei nehmen köne
sondern ein gesetzloses Metzeln und Mor-
den, Sengen und Brenen bloß aus Ver-
bitterung Neid und Haß. Schaudernd hörte
man von bettelnden Handwerksburschen
und anderen Hausierern täglich neue Gräu-
eltaten, aber rechte Bedeutung bekam
die Sache erst, als der Pfarrer in der
Kirche einen bischöflichen Hirtenbrief
vor Weinen gar nicht fertig lesen konte.
Was war den geschehen? Jederman fragte
so und mir kam auf einmal die Welt ganz
unheimlich vor. Alles schien mir verrückt
geworden seit sogar bei uns die Bauern
stritten, obs nicht gut wäre, wen man
einmal mit den Herren aufräumen thät.
Jeden Posttag, das heißt jeden Sonabend
schlich ich mit dem Peterle zum Altvor
steher, wo ich dan die vom Bothen gebrachten