„Nationalliga Krimi" in 4 Akten
53:18
SWI
41 — Simmering (H) — VtiEST (A) — Sportklub (H) — Sturm (A)
VIJEST 43:26 40 — Austria/W. (A) — SWI (H) — Eisenstadt (A) — Vienna (H)
Rapid 65:30 39 — Admira/W. (A) — LASK (H) — Salzburg (A) — GAK (H)
In die Freude und den Stolz, den Lazio-Präsident Urtiberto Lenzini (rechts) über den
Gewinn der Meisterschaft hat, mischt. sich Skepsis, denn die Römer sind bekanntlich
für zwei Jahre für Europacupbewerbe gesperrt, und ein „Gnadengesuch" müßte die
UEFA erst billigen. Anhänger von Lazio sorgten in ihrem Freudentaumel am Sonn-
tag dafür, daß der Verkehr in der Innenstadt Roms zusammenbrach.
Nie wieder
so ein
3:2 wie im
Wembley!
Weichen für die'Ski Saison 974/75 sind gestellt:
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und endet am 24.1\ilärz•,1975 in Italien.
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SchrunsiTschagguns werd en im korn-,
Für Netzer dürf te WM Zug
jetzt „abgefahren" sein
stn-mcken
Während DFB-Trainer Helmut Schön jn seinem.
Jfaus,in,
-'sieh
liVieSbederi
`Gedanken''idarüber macht, ob er. Günter Netzer in das
22er-Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft berufen wird, tingelt der,
Realstar vom Dienstag bis zum 28. Mai durch die deutschenl,ande, um
für ein fürstliches Honorar Autogramme zu geben.
„Mit Netzer muß ein Wunde r geschehen, wenn er seinen starken kon-
ditionellen
-
Rückstand aufholen will. Ich sehe da 'schwärz", ließ Helmut
Schön wissen, der über Netzers „weltmeisterliche Vorbereitung" alles an-
dere als erbaut ist.
Vieles spricht dafür, daß für Netzer, den man vor gut zwei Jahren
nach dem 3:1 in der Europa-Meisterschaft im Londoner Wembley-Stadion
als den „Held von Wembley" feierte, der Weltmeisterschaftszug zum drit-
tenmal abgefahren ist. 1966 und 1970 warfen ihn Verletzungen zurück,
und diesmal bringen ihn möglicherweise seine Geschäfte aus dem Aufge-
bot. „Jeder weiß, was Netzer in. Top-Form für uns" wert ist, doch nur in
Top-Form, die er im Augenblick nicht hat", ist dazu der Kommentar von
Schön.
„Wir müssen Günter helfen", hatte Paul- Breitner noch nach dem
Schweden-Spiel in Hamburg gesagt. Doch als bekannt wurde, daß Netz er
als Vorbereitung auf die WM zu einer Autogrammtournee startet, gab es
auch bei den Nationalspielern nur Kopfschütteln. mann mit Hilfe der Technik
Netzer weiß, daß diese Kritik berechtigt ist, um drohendes Unheil ab-
zuwenden, sucht er nach einem Ausweg. „Ich versuche seit längerer Zeit,
von den Verträgen loszukommen", erklärte Netzer der dpa in einem Ge-
spräch, bevor er am Montag nach Deutschland.flog. „Doch ich fürchte die
Schadenersatzforderungen der Firmen, unter deren Vertrag ich stehe."
Seine Bemühungen, seine Tournee auf die Zeit nach der Weltmeisterschaft
Dienstag, 14. Mai 1974
zu verschieben, schlugen fehl.
So sind die Ausgangspositionen der drei
Titelanwärter vier Ru nden vor Schluß der
le tzten Nationalliga-Meisterschaft. Titelvertei-
diger SW Innsbruck und der in den letzten
Spielen groß auftrumpfende Außenseiter Ra-
pid hoffen heute auf die Wiener Austria, die
im Heimspiel gegen VOEST. wertvolle Schüt-
zenhilfe leisten könnte. Für die Linzer steht
sehr viel auf dem Spiel, gilt es doch, neben
den nüchternen zwei Punkten auch den psy-
chologischen Rückhalt für das Spiel gegen SW
Innsbruck am Wochenende zu erobern. Die
große Chance für die Linzer ist die Tatsache,
daß sich die aus dem Titelkampf ausgeschie-
denen Wiener-ganz auf den Cup konzentrieren
und desh alb vielleicht diese Be gegnung nicht
mehr so ernst nehmen.
Spitzenreiter Innsbruck greift erst morgen
mit dem Heimspiel 'g egen Simmering in das
Geschehen ein, Rapid tritt gar erst am • Don-
nerstag in der Südstadt gegen
«
Admira/
Wacker an. Nach dem 1:0 in Villach sehen sich
die Tiroler wieder auf der „Siegerstraße", und
kein
die Simmeringer sollten auf eigener Anlage
Stolperstein werden, zumal es für die
Gäste ja um nichts mehr geht.
Admira hat ebenfalls bereits „ausgesorgt",
ein Umstand, den die Hütteldorfer am Don-
nerstag sicherlich in ihre Überlegungen mit-
einbeziehen können. Rapid scheint von allen
drei Titelanwärtern das „leichteste" Programm
vor sich zu hab en, gro ßes Plus der Hütteldor-
fer ist die Tatsache, daß SWI und VOEST
noch gegeneinander spielen müssen. Austria/
WAC. schlägt VOES T, VOEST schlägt SWI
und Rapid wird Meister — so die „Wunsch-
vorstellung" der Hütteldorfer.
Neben Austria/WAC — VOEST (17 Uhr)
steht heute auch noch die Partie LASK —
GAK (19.30 Uhr) auf dem Programm. Morgen
spielen SWI — Simmering (18.30 Uhr), Austria
Klagenfurt — DSV Alpine (17 Uhr) und am
Donnerstag Vienna — Vorwerk Vorarlberg
( 18.45 Uhr), Eisenstadt — WSG/VSV ( 19.30
Uhr), Admira — Rapid (19 Uhr) sowie Sturm
— Wiener Sportklub (18.15 Uhr). Austria Salz-
burg ist spielfrei.
Viermal waren die Finalisten, die
Siegprämien von rund 225.000 Schil-
ling (Bayern) und etwa 165.000 Schil-
ling (Atletico) ausgesetzt haben, nach
dem Krieg Meister. ihres Landes ge-
Worden.,Beide holten den Europacup
der Pokalsieger und beide stehen
erstmals im Meister-Endspiel. Atle-
tico Madrid, lange Zeit im Schatten
des „königlichen Real", hat den in
der WM-Qualifikation gescheiterten
spanischen Fußball wied er einmal
ins internationale Rampenlicht ge-
Entsprechend ist die Begeisterung
unter den Ahhängern des 65.000 Mit-
glieder zählenden Vereins,
-
der allein
200 Fanklubs besitzt. 50 Charterflug-
FS 1 überträgt morgen ab
19.55 Uhr direkt aus Brüssel!
zeuge, 100 Autobusse und zwei Son-
derzüge bringen rund 16.000 „Los
Madrilenos" in die belgische Haupt-
stadt, weitere 10.000 Senores werden
aus Belgien, Holland und Deutsch-.
land erwartet. 50.000 Papierfähnchen
Chile ,— Irland 1:2
Chil es Fußballauswahl, am 14.
Juni in Berlin WM-Gegner der BRD,
unterlag am Sonntag vor 45.000 Zu-
schauern in Santiago de Chile der
Auswahl Irlands nach hartem, teil-
weise unfair geführtem Spiel 1:2
(0:1).
In der 58. Minute wu rden Givens
(Irland) und Reynoso (Chile) aus-
geschlossen. Reynoso hatte den
Iren schwer gefoult, Givens hatte
sich postwendend revanchiert.
Brasilien 2:0 siegreich
Im
letzten WM-Vorbereitungsspiel
vor eige nem Publikum blieb Fuß-
ballweltmeister Brasilien am Sonn-
tag In Rio de Janeiro vor 95.000
Zuschauern gegen Paraguay mit 2:0
(2:0) erfolgreich. Torschützen: Ma-
rinho (7., Elfer), Rivelino (18.).
Uruguays Nationalelf
im Endspurt für die WM
Roberto Porta, Uruguays Fuß-
ballnationaltrainer, beko mmt seine
Schäfchen allmählich zusammen:
Aus Brasilien kamen Torwart La-
dis lao Mazurkiewicz, der Stürmer
Virgilio Rocha sowie der Verteidiger
Pablo Forlan, aus Argentinien die
Pavoni und
Verteidiger ebio
Bau- miteinb.ezogen
dilio Jauregui und aus Spanien wer-
den in diesen Tagen die Mittelfeld-
spieler Victor Esparrago' und julio
Montero .Castillo erwartet.
Auch der: umstrittene Veteran und
Linksaußen Luis Albe rto Cubilla, den
Porta wegen Disziplinlosigkeit' vor
einigen Wochen von der Liste der
Nationalmannschaft gestrichen hatte,
wird nun voraussichtlich doch mit
in'
von der Part ie sein.
die spa-
den Nationalfarben wird
nische Botschaft in Brüssel an ihre
Landsleute verteilen.
Auch die Bayern dürfen dabei auf
lautstarke Unterstützung von den
Räng en zählen, denn über 15.000
Münchner Schlachtenbummler wer-
den nach Brüssel kommen.
Nach der Geisterkulisse beim Rot-
t erdamer EC-Finale zwischen Mag-
deburg und Mailand vor einer Wo-
che wird das Heysel-Stadion bis auf
den 'letzten der 58.000 Plätze gef üllt
Dort wo er mit der deutschen Na-
tionalelf
: am 18.. Juni 1972 beim 3:0
gegen die UdSSR Europameister ge-
worden war, 'möchte Kapitän Franz
Beckenbauer morgen mit dem FC
Bayern München den größten Tri-
umph einer deutschen Fußball-Klub-
mannschaft feiern. „Ich hoffe, daß
das Brüsseler Heysel-Stadion ein
gutes Omen für uns ist", sagte Bek-
kenbauer drei Tage vor der „bedeu-
tendsten Stunde unserer 74jährigen
Vereinsgeschichte", dem Europapo-
kalfinale der Landesmeister gegen
Atletico Madrid.
Noch vor der. Semifinalauslosung
hatte sich der deutsche Meister die
im V orjahr von Max Me rkel zum
Erfolg geführten Spanier zum Geg-
ner gewünscht. Jetzt hört man ganz
andere Töne. „Ich könnte mir eigent-
lich keinen unangenehmeren Gegner
vorstellen", meinte Beckenbauer.
„Wenn ich daran denke, mit welcher
Souveränität Atletico auch schwie-
rige Gegner bezwungen hat, dann
muß man vor dieser Mannschaft
höchste Achtung hab en, und in Brüs-
sel wird es sehr, sehr schwer für
Die Spie ler von Bayern
uns."
gefährlich.
München leben
„Bomben-Stimmung" herrschte
am Montag nachmittag auf dem
Münchner Flughafen Riem beim ge-
planten Abflug des FC Bayern zum
Endspiel um den Europapokal nach
Brüssel.
Das gesamte Gepäck der Mann-
schaft, das bereits in eine Charter-
der aus dem Flugzeug geholt und
maschine verladen war, wurde wie-
erneut „durchleuchtet". Der 'Grund:
Ein Hinweis aus Italien
'an den ört-
lichen Sicherheitsdienst beinhaltete,
daß Irgend etwas Gefährliches in der
Maschine sein könnte. Ein Bomben-
anschlag wurde daher nicht ausg e-
schlossen. ,Das Flugzeug, das um 16
Uhr abheb en sollte, wurde von der
Polizei durchsucht, ohne daß etwas
Außergewöhnliches entdeckt werd en
konnte. Der Start verzögerte sich um
eineinhalb Stunden.
In einem Monat ist bereits das
Spiel der Fußball-WM 1974
erste
gespielt, denn am 13. Juni tritt
Weltmeister
Brasilien gegen Jugo-
slawien an. Die BRD als Veran-
stalter des X. Championats hat
sich alle Mühe gegeben, mit Mil-
lionenaufwand neue Stadien zu
erstellen
'oder''bestehende 'Anl a-
gen auszubauen-und zirmöcferni.:
sieren. Die Vorbereitungen sind
abgeschlossen, und so bleibt bis
.
zum ersten Ankick _noch genü-
gend Zeit,,
sich über Feinheiten
den Kopfau zerbrechen.
Zwei aktuelle Ereignisse, kon-
kret zwei Elfmeter-Entscheidun-
- gen, die im DFB-Pokal die Semi-
finalspiele entschieden, haben die
Perfektionisten w ieder auf den
Plan gerufen, haben Schiedsrich-
ter, Spieler, Funktionäre und auch
die breite Sportöffentlichkeit die
Diskussion über Schiedsrichter-
entscheidungen wieder mit großer
Vehemenz aufnehmen lassen.
Im Düsseldorfer Stadion wurde
sogar schon ein praktischer Ver-
such unternommen, dem Pfeifen-
"un-
ter.
die Arme zu greifen". Vier
Kameras filmten, ein „technischer
Schiedsrichter" saß vor vier Mo-
nitoren und hatte die Möglich-
keit, jede kritische Situation in
Sekundenschnelle per Superzeit-
lupe noch einmal zu s ehen. Diese
Probe war eine Spielerei, mehr
nicht. Der Schiedsrichter der Par-
tie kümmerte sich nicht um die-
sen technischen Gag, über den
man aber durchaus ernsthaft dis-
kutieren kann.
Schiedsrichter wehren sich da-
gegen — verständlich, denn so
würden sie teilweise nur mehr
zu einem Vollzugsorgan. Spieler
und Funktionäre wol len schon
'" eher zustimmen — verständlich,
denn im Profifußball geht es um
eine Menge Geld, dessen Gewinn
nicht von eventuellen Fehlleistun-
gen der Schiedsrichter abhängig
•
sein soll.
Da werden in der BRD Tore
konstruiert, bei denen in den
Kreuzecken Kameras eingebaut
sind, damit es nie wieder ein
„3,2 von ,Wembley" gibt. Bei
allem Verständnis für Nostalgie
wie lange soll denn noch über
dieses. Tor._ oder Nicht-Tor di sku-
tiert' werden? Die internationalen
Verbände stehen Vorschlägen
durchaus' positiv gegenüber, viel-
leicht stehen grundlegende Regel-
änderungen in 'einigen Jahren
oder Jahrzehnten ins Haus. Bis
dahin bleibt nur zu hoffen, daß
wir von
Toren wie das
3:2 von
25.000 Spanier und 15.000 Bayern erwartet
Wembley verschont bleiben.
Br üsseler EC-En dsp iel löst
eine „Völkerwanderung" aus aus