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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

„Nationalliga Krimi" in 4 Akten 
	53:18 
SWI 
41 — Simmering (H) — VtiEST (A) — Sportklub (H) — Sturm (A) 
VIJEST 43:26 40 — Austria/W. (A) — SWI (H) — Eisenstadt (A) — Vienna (H) 
Rapid 65:30 39 — Admira/W. (A) — LASK (H) — Salzburg (A) — GAK (H) 
In die Freude und den Stolz, den Lazio-Präsident Urtiberto Lenzini (rechts) über den 
Gewinn der Meisterschaft hat, mischt. sich Skepsis, denn die Römer sind bekanntlich 
für zwei Jahre für Europacupbewerbe gesperrt, und ein „Gnadengesuch" müßte die 
UEFA erst billigen. Anhänger von Lazio sorgten in ihrem Freudentaumel am Sonn- 
tag dafür, daß der Verkehr in der Innenstadt Roms zusammenbrach. 
Nie wieder 
so ein 
3:2 wie im 
Wembley! 
Weichen für die'Ski Saison 974/75 sind gestellt: 
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Zweier 
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Des',. Experiment der Punkteverdoppelung bei, der; 
:;.Weltcuprennen ist geScheitert! Das Weltcup-Komitee hat"' 
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insgesamt 53 (i) Wertungen vorgesehen gind; 
	Herren 
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24 Rennen (9 Abfahrten 8:Slaloms; 7: Riesen: 
in tOrläufe);: die DaMertih:23 'Rennen-e; 	Punkte 
Sein 
jeweils, 
meln. 
drei Kombinationswertun 
genj ;Die Saison: beginnti:ani:Dezeinber in Val d'ieere: 
  
und endet am 24.1\ilärz•,1975 in Italien. 
Weltcupaaison: 
Die 
ist: in zwei; Phasen' 
unterteilt: ein-' 
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gebaut ::sind die:. nicht :zum 	zählenden 
World-j 
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...•••Je h'drel• Series In den Diesmal werden auch Wieder:Fennen" 
Damen'Würden in Obersee (Nordererika und Japan) gefahren.>: 
Bewerbairn ontafon gelten als klassische Rennen 
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Zu den sechs, Konkürrenien (je drei für Damen'und Herren-Bewerben 
in Wengen . und Kiizbühet ;auf :eine, 
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Herren), bei denen 
	Stufe 
Punkte' in der Kombination gibt, 
gestellt wurden. 
Goldschlüsseirennen-lin 
zählen auch die 
Monteton die' 
	'„,klassische! 
somit R   
Konkurrenzen mit dem, Arlberg- 
 Die 
Kändahar, . den , Dämen-Rennen in :i. Grindelwald 
'den' menden Jahr bere its am:15116. Jän ner in Szene gehen. 
 in 
: ennen. 
SchrunsiTschagguns werd en im korn-, 
Für Netzer dürf te WM Zug 
jetzt „abgefahren" sein 
stn-mcken 
Während DFB-Trainer Helmut Schön jn seinem. 
Jfaus,in, 
-'sieh 
liVieSbederi 
`Gedanken''idarüber macht, ob er. Günter Netzer in das 
22er-Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft berufen wird, tingelt der, 
Realstar vom Dienstag bis zum 28. Mai durch die deutschenl,ande, um 
für ein fürstliches Honorar Autogramme zu geben. 
„Mit Netzer muß ein Wunde r geschehen, wenn er seinen starken kon- 
ditionellen 
- 
Rückstand aufholen will. Ich sehe da 'schwärz", ließ Helmut 
Schön wissen, der über Netzers „weltmeisterliche Vorbereitung" alles an- 
dere als erbaut ist. 
Vieles spricht dafür, daß für Netzer, den man vor gut zwei Jahren 
nach dem 3:1 in der Europa-Meisterschaft im Londoner Wembley-Stadion 
als den „Held von Wembley" feierte, der Weltmeisterschaftszug zum drit- 
tenmal abgefahren ist. 1966 und 1970 warfen ihn Verletzungen zurück, 
und diesmal bringen ihn möglicherweise seine Geschäfte aus dem Aufge- 
bot. „Jeder weiß, was Netzer in. Top-Form für uns" wert ist, doch nur in 
Top-Form, die er im Augenblick nicht hat", ist dazu der Kommentar von 
Schön. 
„Wir müssen Günter helfen", hatte Paul- Breitner noch nach dem 
Schweden-Spiel in Hamburg gesagt. Doch als bekannt wurde, daß Netz er 
als Vorbereitung auf die WM zu einer Autogrammtournee startet, gab es 
auch bei den Nationalspielern nur Kopfschütteln. mann mit Hilfe der Technik 
Netzer weiß, daß diese Kritik berechtigt ist, um drohendes Unheil ab- 
zuwenden, sucht er nach einem Ausweg. „Ich versuche seit längerer Zeit, 
von den Verträgen loszukommen", erklärte Netzer der dpa in einem Ge- 
spräch, bevor er am Montag nach Deutschland.flog. „Doch ich fürchte die 
Schadenersatzforderungen der Firmen, unter deren Vertrag ich stehe." 
Seine Bemühungen, seine Tournee auf die Zeit nach der Weltmeisterschaft 
Dienstag, 14. Mai 1974 
zu verschieben, schlugen fehl. 
So sind die Ausgangspositionen der drei 
Titelanwärter vier Ru nden vor Schluß der 
le tzten Nationalliga-Meisterschaft. Titelvertei- 
diger SW Innsbruck und der in den letzten 
Spielen groß auftrumpfende Außenseiter Ra- 
pid hoffen heute auf die Wiener Austria, die 
im Heimspiel gegen VOEST. wertvolle Schüt- 
zenhilfe leisten könnte. Für die Linzer steht 
sehr viel auf dem Spiel, gilt es doch, neben 
den nüchternen zwei Punkten auch den psy- 
chologischen Rückhalt für das Spiel gegen SW 
Innsbruck am Wochenende zu erobern. Die 
große Chance für die Linzer ist die Tatsache, 
daß sich die aus dem Titelkampf ausgeschie- 
denen Wiener-ganz auf den Cup konzentrieren 
und desh alb vielleicht diese Be gegnung nicht 
mehr so ernst nehmen. 
Spitzenreiter Innsbruck greift erst morgen 
mit dem Heimspiel 'g egen Simmering in das 
Geschehen ein, Rapid tritt gar erst am • Don- 
nerstag in der Südstadt gegen 
« 
Admira/ 
Wacker an. Nach dem 1:0 in Villach sehen sich 
die Tiroler wieder auf der „Siegerstraße", und 
 kein 
die Simmeringer sollten auf eigener Anlage 
Stolperstein werden, zumal es für die 
Gäste ja um nichts mehr geht. 
Admira hat ebenfalls bereits „ausgesorgt", 
ein Umstand, den die Hütteldorfer am Don- 
nerstag sicherlich in ihre Überlegungen mit- 
einbeziehen können. Rapid scheint von allen 
drei Titelanwärtern das „leichteste" Programm 
vor sich zu hab en, gro ßes Plus der Hütteldor- 
fer ist die Tatsache, daß SWI und VOEST 
noch gegeneinander spielen müssen. Austria/ 
WAC. schlägt VOES T, VOEST schlägt SWI 
und Rapid wird Meister — so die „Wunsch- 
vorstellung" der Hütteldorfer. 
Neben Austria/WAC — VOEST (17 Uhr) 
steht heute auch noch die Partie LASK — 
GAK (19.30 Uhr) auf dem Programm. Morgen 
spielen SWI — Simmering (18.30 Uhr), Austria 
Klagenfurt — DSV Alpine (17 Uhr) und am 
Donnerstag Vienna — Vorwerk Vorarlberg 
( 18.45 Uhr), Eisenstadt — WSG/VSV ( 19.30 
Uhr), Admira — Rapid (19 Uhr) sowie Sturm 
— Wiener Sportklub (18.15 Uhr). Austria Salz- 
burg ist spielfrei. 
Viermal waren die Finalisten, die 
Siegprämien von rund 225.000 Schil- 
ling (Bayern) und etwa 165.000 Schil- 
ling (Atletico) ausgesetzt haben, nach 
dem Krieg Meister. ihres Landes ge- 
Worden.,Beide holten den Europacup 
der Pokalsieger und beide stehen 
erstmals im Meister-Endspiel. Atle- 
tico Madrid, lange Zeit im Schatten 
des „königlichen Real", hat den in 
der WM-Qualifikation gescheiterten 
spanischen Fußball wied er einmal 
ins internationale Rampenlicht ge- 
Entsprechend ist die Begeisterung 
unter den Ahhängern des 65.000 Mit- 
glieder zählenden Vereins, 
- 
der allein 
200 Fanklubs besitzt. 50 Charterflug- 
FS 1 überträgt morgen ab 
19.55 Uhr direkt aus Brüssel! 
zeuge, 100 Autobusse und zwei Son- 
derzüge bringen rund 16.000 „Los 
Madrilenos" in die belgische Haupt- 
stadt, weitere 10.000 Senores werden 
aus Belgien, Holland und Deutsch-. 
land erwartet. 50.000 Papierfähnchen 
Chile ,— Irland 1:2 
Chil es Fußballauswahl, am 14. 
Juni in Berlin WM-Gegner der BRD, 
unterlag am Sonntag vor 45.000 Zu- 
schauern in Santiago de Chile der 
Auswahl Irlands nach hartem, teil- 
weise unfair geführtem Spiel 1:2 
(0:1). 
In der 58. Minute wu rden Givens 
(Irland) und Reynoso (Chile) aus- 
geschlossen. Reynoso hatte den 
Iren schwer gefoult, Givens hatte 
sich postwendend revanchiert. 
Brasilien 2:0 siegreich 
Im 
letzten WM-Vorbereitungsspiel 
vor eige nem Publikum blieb Fuß- 
ballweltmeister Brasilien am Sonn- 
tag In Rio de Janeiro vor 95.000 
Zuschauern gegen Paraguay mit 2:0 
(2:0) erfolgreich. Torschützen: Ma- 
rinho (7., Elfer), Rivelino (18.). 
Uruguays Nationalelf 
im Endspurt für die WM 
Roberto Porta, Uruguays Fuß- 
ballnationaltrainer, beko mmt seine 
Schäfchen allmählich zusammen: 
Aus Brasilien kamen Torwart La- 
dis lao Mazurkiewicz, der Stürmer 
Virgilio Rocha sowie der Verteidiger 
Pablo Forlan, aus Argentinien die 
Pavoni und 
Verteidiger ebio 
Bau- miteinb.ezogen 
dilio Jauregui und aus Spanien wer- 
den in diesen Tagen die Mittelfeld- 
spieler Victor Esparrago' und julio 
Montero .Castillo erwartet. 
Auch der: umstrittene Veteran und 
Linksaußen Luis Albe rto Cubilla, den 
Porta wegen Disziplinlosigkeit' vor 
einigen Wochen von der Liste der 
Nationalmannschaft gestrichen hatte, 
wird nun voraussichtlich doch mit 
 in' 
von der Part ie sein. 
die spa- 
den Nationalfarben wird 
nische Botschaft in Brüssel an ihre 
Landsleute verteilen. 
Auch die Bayern dürfen dabei auf 
lautstarke Unterstützung von den 
Räng en zählen, denn über 15.000 
Münchner Schlachtenbummler wer- 
den nach Brüssel kommen. 
Nach der Geisterkulisse beim Rot- 
t erdamer EC-Finale zwischen Mag- 
deburg und Mailand vor einer Wo- 
che wird das Heysel-Stadion bis auf 
den 'letzten der 58.000 Plätze gef üllt 
Dort wo er mit der deutschen Na- 
tionalelf 
:  am 18.. Juni 1972 beim 3:0 
gegen die UdSSR Europameister ge- 
worden war, 'möchte Kapitän Franz 
Beckenbauer morgen mit dem FC 
Bayern München den größten Tri- 
umph einer deutschen Fußball-Klub- 
mannschaft feiern. „Ich hoffe, daß 
das Brüsseler Heysel-Stadion ein 
gutes Omen für uns ist", sagte Bek- 
kenbauer drei Tage vor der „bedeu- 
tendsten Stunde unserer 74jährigen 
Vereinsgeschichte", dem Europapo- 
kalfinale der Landesmeister gegen 
Atletico Madrid. 
Noch vor der. Semifinalauslosung 
hatte sich der deutsche Meister die 
im V orjahr von Max Me rkel zum 
Erfolg geführten Spanier zum Geg- 
ner gewünscht. Jetzt hört man ganz 
andere Töne. „Ich könnte mir eigent- 
lich keinen unangenehmeren Gegner 
vorstellen", meinte Beckenbauer. 
„Wenn ich daran denke, mit welcher 
Souveränität Atletico auch schwie- 
rige Gegner bezwungen hat, dann 
muß man vor dieser Mannschaft 
höchste Achtung hab en, und in Brüs- 
sel wird es sehr, sehr schwer für 
Die Spie ler von Bayern 
uns." 
gefährlich. 
München leben 
  
„Bomben-Stimmung" herrschte 
am Montag nachmittag auf dem 
Münchner Flughafen Riem beim ge- 
planten Abflug des FC Bayern zum 
Endspiel um den Europapokal nach 
Brüssel. 
Das gesamte Gepäck der Mann- 
schaft, das bereits in eine Charter- 
der aus dem Flugzeug geholt und 
maschine verladen war, wurde wie- 
erneut „durchleuchtet". Der 'Grund: 
Ein Hinweis aus Italien 
'an den ört- 
lichen Sicherheitsdienst beinhaltete, 
daß Irgend etwas Gefährliches in der 
Maschine sein könnte. Ein Bomben- 
anschlag wurde daher nicht ausg e- 
schlossen. ,Das Flugzeug, das um 16 
Uhr abheb en sollte, wurde von der 
Polizei durchsucht, ohne daß etwas 
Außergewöhnliches entdeckt werd en 
konnte. Der Start verzögerte sich um 
eineinhalb Stunden. 
In einem Monat ist bereits das 
Spiel der Fußball-WM 1974 
erste 
gespielt, denn am 13. Juni tritt 
Weltmeister 
Brasilien gegen Jugo- 
slawien an. Die BRD als Veran- 
stalter des X. Championats hat 
sich alle Mühe gegeben, mit Mil- 
lionenaufwand neue Stadien zu 
erstellen 
'oder''bestehende 'Anl a- 
gen auszubauen-und zirmöcferni.: 
sieren. Die Vorbereitungen sind 
abgeschlossen, und so bleibt bis 
. 
zum ersten Ankick _noch genü- 
gend Zeit,, 
sich über Feinheiten 
den Kopfau zerbrechen. 
Zwei aktuelle Ereignisse, kon- 
kret zwei Elfmeter-Entscheidun- 
- gen, die im DFB-Pokal die Semi- 
finalspiele entschieden, haben die 
Perfektionisten w ieder auf den 
Plan gerufen, haben Schiedsrich- 
ter, Spieler, Funktionäre und auch 
die breite Sportöffentlichkeit die 
Diskussion über Schiedsrichter- 
entscheidungen wieder mit großer 
Vehemenz aufnehmen lassen. 
Im Düsseldorfer Stadion wurde 
sogar schon ein praktischer Ver- 
such unternommen, dem Pfeifen- 
"un- 
ter. 
die Arme zu greifen". Vier 
Kameras filmten, ein „technischer 
Schiedsrichter" saß vor vier Mo- 
nitoren und hatte die Möglich- 
keit, jede kritische Situation in 
Sekundenschnelle per Superzeit- 
lupe noch einmal zu s ehen. Diese 
Probe war eine Spielerei, mehr 
nicht. Der Schiedsrichter der Par- 
tie kümmerte sich nicht um die- 
sen technischen Gag, über den 
man aber durchaus ernsthaft dis- 
kutieren kann. 
Schiedsrichter wehren sich da- 
gegen — verständlich, denn so 
würden sie teilweise nur mehr 
zu einem Vollzugsorgan. Spieler 
und Funktionäre wol len schon 
'" eher zustimmen — verständlich, 
denn im Profifußball geht es um 
eine Menge Geld, dessen Gewinn 
nicht von eventuellen Fehlleistun- 
gen der Schiedsrichter abhängig 
	• 
sein soll. 
Da werden in der BRD Tore 
konstruiert, bei denen in den 
Kreuzecken Kameras eingebaut 
sind, damit es nie wieder ein 
„3,2 von ,Wembley" gibt. Bei 
allem Verständnis für Nostalgie 
wie lange soll denn noch über 
dieses. Tor._ oder Nicht-Tor di sku- 
tiert' werden? Die internationalen 
Verbände stehen Vorschlägen 
durchaus' positiv gegenüber, viel- 
leicht stehen grundlegende Regel- 
änderungen in 'einigen Jahren 
oder Jahrzehnten ins Haus. Bis 
dahin bleibt nur zu hoffen, daß 
wir von 
Toren wie das 
3:2 von 
25.000 Spanier und 15.000 Bayern erwartet 
Wembley verschont bleiben. 
Br üsseler EC-En dsp iel löst 
eine „Völkerwanderung" aus aus
	        
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