Von außen immer noch wohlgefällig, innen aber eine Bauruine. Das Hotel
„Weißes Kreuz" in Dornbirn läßt sich nach Fachaussagen für einen Aus-
bau nicht mehr verw enden. An seiner Stelle wird aller Voraussicht ein
Restaurant (ohne Hotelbetrieb) entstehen.
cepyttzhe
Rex-Vetin,
Manchen, vertreten durch!
Seite 8
Herz oeVe rta. T übingen
Samstag, 18. Mai 1974
Das Stadtzentrum Dornbirns hat
um den Marktplatz in den letzten
Jahren mit dem Abbruch alter und
dem Bau neuer Hä user einen Wan-
del erf ahren, der im Sinne der Er-
haltung eines möglichst ungestörten
Stadtbildes als gelungen bezeichnet
werden darf, wie das Beispiel
„Scharfes Eck" beweist. Neben der
Renovierung der Stadtpfarrkirche
St. Martin wird sich das Marktplatz-
Gelände bald abermals verändern.
Dornbirns Stadtrat erteilte die Ab-
bruchgenehmigung für das Hotel
„Weißes Kreuz", das sich im derzei-
tigen Bauzustand nicht mehr für
eine Weiterverwendung eignet.
Die ursprünglichen Pläne sahen
eine Sanierung des Hotels mit den
jetzt noch bestehenden Baulinien
vor. Es wäre möglich gewesen, die
Fremdenzimmer beizubehalten, wä-
re die zuer st bestandene Bauabsicht
durchzuführen gewesen. Die Hoff-
nungen, das 1450 erbaute Gebäude,
das das älteste Dornbirner Gasthaus
sein dürfte, zu erhalten, haben sich
leider als zu optimistisch herausge-
stell t. Bei eingehenden Untersuchun-
gen über den Bauzustand machten
Baufachleute leider die Feststellung,
daß Decken und Wände bei einer Sa-
nierung für eine Weiterverwendung
nicht mehr in Frage kämen , weil sie
den statischen Anforderungen nicht
mehr entsprechen.
„Geburtenbeihilfe eine
Zuckeriverteilung"
Zu der An kündigung von Bun-
deskanzler Kreisky einer Vervier-
fachung der Geburtenbeihilfe, sehe
ich mich gezwungen, gegen die ver-
schwenderische Vergeudung von Mit-
teln aus dem Familienbeihilfefonds
zu Lasten „aller Familien" Stellung
zu nehmen.
Eine der besonderen Schwach-
st ellen sozialistischer Regierungs-
arbeit, die Familienpolitik, erweist
sich leider als besonders kritikwür-
dig. Die grö ßte Verblüffung löste
wohl die Ankündigung, die Gebur-
tenhilfe auf 16. 000 Schilling zu er-
höhen, aus. Dies mag im ersten Mo-
ment als großzügige Tat des Finanz-
ministers wirken, in Wirklichkeit ist
es ein Wahlzuckerl statt Steuer-
gerechtigkeit. Abgesehen davon, daß
diese Verteilung von unrechtmäßig
vorenthaltenem Geld aus dem Fa-
milienlastenausgleichsfonds fami-
lienfeindlich wirkt. Auf eine aus-
reichende Begründung der Anhe-
bung auf 16.000 Schilling warten wir
leider bisher vergebens. Steuer-
absetzbeträge und Beihilfen sollen
eine Abdeckung entstehender Un-
kosten darstellen. Die Kosten einer
Geburt stehen aber nicht in einem
Verhältnis zur erwähnten Beihilfe.
Es besteht die Gefahr, daß das Geld
Seitens der Eigentümerschaft
zweckentfremdend verwendet wird
mußte man sich daher entschließen,
die Erhaltung des Gebäudes aufzu-
geben und die Sanierungs- in Neu-
bauabsichten umzuwandeln. Anstelle
des Altbaus soll nun ein Neubau ent-
stehen, der in der Bauhöhe identisch
mit dem Altbau ist und sich somit
harmonisch in das Stadtbild einfü-
gen könnte. Allerdings wird die Bau-
fläche aufgrund der gesetzlichen
Abstände zu Nachbargrundstücken
und Straßen beträchtlich kleiner.
Nach den Baulinien, die für den
Neubau festgesetzt wurden, wird der
gesetzliche Abstand zum Wohnungs-
eigentum Eisengasse (Sporthaus Sa-
xenhammer) eingehalten. Zur Eisen-
gasse hin weicht der Neubau gegen-
über dem Altbau gleich um sechs
Meter zurück, und auch zur Berg-
mannstraße hin erfolgt eine Zurück-
versetzung der Gebäudefront.
Die Pläne sehen Geschäftsflächen
im Erdgeschoß, ein Restaurant mit
Cafe für 140 Personen im 1. Stock,
Personalwohnungen im 2. Stock und
eine Wohnung im Dachgeschoß vor.
Der 1890 errichtete Verbindungstrakt
zwischen Hotel und Metzgerei wird
ausgebaut (im 1. Stock soll die Kü-
che entstehen). Der 1850 erbaute
Trakt mit der Metzgerei wird be-
stehen bleiben. Die Bergmannstraße
wird zur Fußgängerzone erklärt (Un-
terführung zum Großparkplatz unter
die geplante neue Ortsdurchfahrt).
und nicht den Kindern zugu te
kommt. Nicht zu verstehen ist, daß
die Geburtenbeihilfe bar ausgezahlt
werden kann, für den Ankauf von
Schulbüchern aber keine finanzielle
Unterstützung der El tern erfolge n
darf, weil diese Gelder angeblich
nicht widmungsgemäß verwendet
würden.
Die Überschüsse aus dem Fami-
lienlastenausgleich sollten zu einer
sofortigen und beträchtlichen Erhö-
hung der Familienbeihilfen verwen-
det werden, denn was ist schon eine
Erhöhung von 50 Schilling pro Mo-
nat, wenn man weiß, daß die Re ser-
ven des Familienlastenausgleichs-
f onds zur Deckung von monatlichen
Familienbeihilfen in der Höhe von
rund 700 Schilling pro Kind ausrei-
chen würden. Ab dem 1. Jänner 1975
werden aber für das erste Kind nur
340 Schilling ausgezahlt werden.
Bei dieser Steuerreform besteht
die Gefahr, daß die Eltern heran-
wachsender Kinder benachteiligt
Kinderkosten, verbunden mit lau-
werden, obwohl gerade diese die
fenden Teuerungen, am stärksten zu
spüren bekommen. Allen Müttern,
die Kinder unter drei Jahren zu er-
ziehen haben, sollte ein Erziehungs-
geld gewährt werden, wenn sie auf
eine Erwerbstätigkeit in dieser Zeit
verzichten. Es wäre auch zu verant-
worten, wenn von diesem Über-
schuß Familien, die ein behindertes
Kind haben, besser unterstützt wür-
den.
Die sozialistischen Frauenrecht-
lerinnen haben in der Debatte um
die Fristenlösung immer argumen-
tiert: Jedes Elternpaar so llte nur
Wunschkinder bekommen, denen es
auch dann die notwendige Förde-
rung angedeihen lassen kann. Diese
erhöhte Geburtenbeihilfe kann aber
gerade in sozial und finanziell
schwachen Familien einen Beweg-
grund für ein weiteres Kind dar-
stellen, dessen Zukunf t aber nicht
im notwendigen Ausmaß gesichert
ist. Leider wurde von den ' SPÖ-
Frauen diesbezüglich nichts vernom-
men. Zuerst würde die Geburten-
beihilfe kassiert und später müssen
Heime und Fürsorge in Anspruch ge-
nommen werden. In die ser familien-
politischen Maßnahme eine Entla-
stungsoffensive der Regierung ge-
genüber den Vorwürfen zur Fristen-
lösung zu sehen, ist naheliegend.
Im letzten Vorarlberger Kirchen-
blatt vom 12. Mai war zu lesen, daß
der Katholische Familienverband
Österreich den Regierungspolitikern
zu Leibe rückt und wegen Zweck-
entfremdung von Lastenausgleichs-
geht.
geldern zum Verfassungsgerichtshof
Mich wunderte schon länger,
daß die zahlreichen familienfeind-
lichen Maßnahmen der derzeitigen
Regierung so einfach über die Bühne
gehen. Es ist gut, wenn diesbezüg-
lich etwas unternommen wird, denn
was den Familienlastenausgleich be-
trifft, ist vieles schleierhaft.
Edith Nußbaumer
Langenegg 70
ÖVP-Vertreterin
Peinlich wah rheitswidrig
Die Ablehnung der beabsichtig-
ten Anzeigenfolge des „Verbandes
der Elektrizitätswerke Österreichs"
über Atomenergie durch die „Vor-
arlberger Nachrichten" verdient als
Beispiel verantwortungsbewußten,
vorbildlichen Journalismus bei je-
der Gelegenheit erwähnt zu werden.
Die „Vorarlberger Nachrichten" be-
weisen eindrucksvoll, daß es in un-
serer Zeit weitgehend manipulierter
öffentlicher Meinungen und käuf-
licher Skribenten noch Publikations-
or gane gibt, die von ihrer hohen
Verantwortung gegenüber dem Ge-
meinwohl nicht nur reden, sondern
unter Verpflichtung auf die Wahr-
heit auch entsprechend handeln.
Darin liegt der einzige Weg, der uns
und unseren Kindern noch eine
Chance eröffnet, dem Verhängnis
der fortschreitenden radioaktiven
Verseuchung von Mensch und Um-
welt zu begegnen. Die Propaganda-
thesen des „Verbandes der Elektri-
zitätswerke Österreichs" sind in der
Tat so jämmerlich, weil peinlich
wahrheitswidrig, daß man darüber
zur Tagesordnung übergehen sollte,
wenn es nicht immer noch Men-
schen gäbe, die auf derart dreiste
Lügen hereinfielen. Die Propaganda
der Elektrizitätswerke in der Bun-
desrepublik Deutschland ist übrigens
um keinen Deut besser. Aus man-
nigfachem Anlaß habe ich dem in
der Bundesrepublik Deutschland für
Vorrang mißachtet
den Umweltschutz zuständigen In- D-7507 Pfinztal/Wöschbach
Dornbirn. Am Mittwoch fuhr eine
Frau aus Bezau mit ihrem Pkw auf
mbau nicht der Forachstraße stadtauswärts und
bog unter Mißachtung der Vorrang-
bestimmungen in die Kreuzung
Roh rb achstra ß e--Forachstraße ein,
wobei sie mit einem Pkw, der von
einer Frau gel enkt w urde, zusam-
menstieß. Die beiden Pkw-Lenker-
innen wurden dabei unbestimmten
Grades verletzt und ihre Fahrzeuge
erheblich beschädigt.
Lauterach. Ein Lauteracher fuhr
mit einem Moped mit überhöhter
Geschwindigkeit auf der Weidach-
straße und stieß dabei gegen die
rechte Vorderfront eines Lkw, der
auf dieser Straße entgegenkam und
auf die linke Fahrbahnseite zufahren
wollte. Der Mopedlenker stürzte da-
bei und zog sich einen Unterschen-
kelbruch und andere Verletzungen
zu.
Hard. Am Mittwoch um 23.45 Uhr
fuhr ein Lauteracher mit seinem
Pkw, in dem er noch einen Fahrgast
mitführte, auf der Hofsteigstraße in
Richtung Ortsmitte. In einer Links-
kurve kam er von der Fahrbahn ab
und prallte gegen einen in der an-
grenzenden Wiese stehenden Baum.
Die unverletzt gebliebenen Pkw-In-
sass en entfernten sich von der Un-
fallstelle, konnten jedoch unmittel-
bar danach ausgeforscht werden. Der,
beim Lenker vorgenommene Alko-;
Test verlief positiv. Der Pkw wurde
stark beschädigt.
Schnifis. Ein Liechtensteiner fuhr
mit seinem Pkw, in welchem er ei-
nen Fahrgast mitführte, von Schni-
fis nach Röns. Dabei wollte er einen
Traktor überholen, kam jedoch in-
folge überhöhter Fahrgeschwindig-
keit ins Schleudern und rutschte
über das abfallende Straßenbord,
wobei sich der Pkw einmal über-
schlug. Der Lenker und sein Fahr-
gast wurde n dabei unbestimmten
Grades verletzt, das Kfz. schwer be-
schädigt.
Sperre der Dafinser Straße
(VLK) Nach Mitteilung der Be-
zirkshauptmarmsc.haft Feldkirch wird
auf der Dafinser Straße von km 1,78
bis km 2,23 ein Fahrbahnbelag auf-
gebracht. Zu die sem Zweck wird die
genannte Straße im Bereich der Bau-
stelle am Dienstag, 21. Mai, sowie am
Mittwoch, 22. Mai, jeweils' von 7.30
bis 18 Uhr für den Fahrzeugverkehr
gesperrt.
nenminister Genscher im Juli 1973
u. a. vorgehalten: „Die These von
der ‚friedlichen' Nutzung der Atom-
energie ist der wahrheitswidrigste
Werbeslogan, der seit Bestehen der
BRD mit Unterstützung öffentli-
cher Institutionen im wirtschaftli-
chen Bereich verbreitet wurde."
Möge die dankenswerte Aufklä-
rungsarbeit der „Vorarlberger Nach'
richten" entscheidend dazu beitra4
gen, daß Ihrem schönen Land der
Wahnwitz atomarer Anlagen er-
spart bleibt.
Dr. jur. Gaul, Institut für
Markt- und Wirtschaftspsychologie,
otel 1 S ta
rr
tze tr
eeig i et
Tonband-Aufzeichnung für die „VN"-Redaktion:
(05574) 24256—Durchwahl 49
Ich schluckte schwer. „Wir können ihn
doch nicht einfach dem Sterben überlassen,
nicht wahr? Er leidet jetzt schon, aber
bald wird es noch viel schlimmer werden.
Meinen Sie nicht, es wäre das Beste, ihn ein-
zuschläfern? Schließlich hat er ein gutes, lan-
ges Leben gehabt." Ich versuche es immer
mit einem rasch gefaßten, sachlichen Stand-
punkt , aber die alten Klischees passen nicht
immer.
Der Alte schwieg, dann sagte er: „Einen
Augenblick nur." Langsam und unter
Schmerzen kniete er neben dem Hund nie-
der. Er sagte kein Wort, strich aber mit der
Hand immer wieder über die alte graue
Schnauze und die Ohren, wobei der Hunde-
schwanz immer wi eder auf den Boden klopf-
te.
Da kniete er lange, während Ich in dem
die
verblichenen Bilder an den Wänden auf-
nahm, die ausgefransten, schmutzigen Vor-
hänge, den Lehnstuhl. mit den gebrochenen
Federn.
Endlich erhob sich der Alte mühsam auf
die Füße und schluckte ein paarmal. Ohne
mich anzusehen, sagte er heiser: „Also gut,
wollen Sie es jetzt gleich machen?"
Ich füllte die Spritze und sagte das, was
ich bei solchen Gelegenheiten immer sage:
„Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen.
Es ist absolut schmerzlos. Bloß eine Über-
dosis Narkotikum. Es ist wirklich ein leichtes
Ende für den alten Burschen."
Der Hund rührte sich nicht, als ich die Na-
del einführte, und als die Barbitursäure an-
fing, in die Vene zu strömen, wich der angst-
volle Ausdruck aus seinem Gesicht, und die
Muskeln begannen, sich zu entspannen. Als
die Injektion fertig war, hatte er bereits auf-
gehört zu atmen.
„Ist's jetzt vorbei?" flüsterte der Alte.
„Ja, das ist es", sagte ich. „Er ist von sei-
nen Schmerzen erlöst."
Der alte Mann stand regungslos, nur seine
Hände falteten und öffneten sich wieder.
Als er sich nach mir umwandte, leuchteten
seine Augen. „Ja, schon recht, wir konnten
ihn nicht leiden lassen, und ich bin Ihnen
dankbar für das, was Sie getan haben. Und
jetzt, was schulde ich Ihnen für Ihre Dienste,
Herr Doktor?"
„Ach, schon gut, Mn Dean", sagte ich
rasch. „Nichts, gar nichts. Ich kam hier so-
wieso gerade vorbei. Hat mir gar keine Mü-
he gemacht."
Der Alte war erstaunt. „Aber Sie können
es doch nicht ganz umsonst machen?"
„Also bitte, jetzt kein Wort mehr davon,
sowieso
Mr. Dean. Wie ich Ihnen schon sagte, ich kam
hier vorbei." Ich sägte ihm Lebewohl,
verließ das Haus und ging durch das Tor
auf die Straße. Hier, unter all den Menschen
und in dem hellen Sonnenlicht sah ich im-
mer nur noch den dürftigen kleinen Raum,
den altert Mann und seinen toten Hund.
Als ich auf meinen Wagen zuging, hörte
Ich hinter mir rufen. Der Alte kam in seinen
Pantoffeln aufgeregt hinter mir herge-
schlurft. Seine Wangen waren naß und
streifig, aber er lächelte. In der Hand hielt
er ein kleines, braunes Etwas.
„Sie waren sehr freundlich, Herr Doktor.
Ich hab etwas für Sie." Er hielt mir das Ding
hin, und ich sah darauf herab. Es war zer-
fet zt, aber eben noch erkennbar als kostba-
res Überbleibsel vergangener Feiern. „Neh-
men Sie, es ist für Sie", sagte der Alte.
24 „Nehmen Sie eine Zigarre."
Es war ein unglücklicher Gedanke von
Siegfried, die Buchführung seinem Bruder zu
übertragen, denn im Skeldale-Haus hatte ge-
rade eine Periode des Friedens geherrscht,
und das fand ich wohltuend.
Bei nahe vierzehn Tage lang hatte man
kaum ein böses Wort oder eine zornige Stim-
me gehört außer einem einzigen Zwischen-
spie l, als Siegfried bei seiner Heimkehr den
Bruder dabei überraschte, wie er den Korri-
dor entlangradelte. Tristan fand allen Zorn
und alles Geschrei darüber völlig unver-
ständlich — es war ihm aufgetragen worden,
den Tisch zu decken, und da es von der
Küche bis zum Eßzimmer ein weiter Weg
war, schien es ihm das Natürlichste von der
Welt, dafür sein Rad zu benutzen.
Es war gerade Herbst geworden, und ein
scharfer Ton lag in der Luft. Abends brann-
te im Wohnzimmer ein helles Kaminfeuer
de und die hohe geschnitzte Decke gleiten.
und ließ wechselnde Schatten über die Wän-
Es war immer eine behagliche Zeit, wenn
das Tagewerk geschafft war und wir alle
drei uns in die abgenutzten Lehnsessel
schmiegten und die Füße dem Feuer entge-
genstreckten.
Tristan war Abend für Abend mit den
Kreuzworträtseln des Daily Telegraph be-
schäftigt, Siegfried las, und ich döste vor
mich hin. Nur ungern ließ ich mich ins
Kreuzworträtsel mit - hineinziehen. Siegfried
vermochte meistens nach kurzem Nachdenken
etwas zur Lösung beizutragen, Tristan aber
konnte das ganze Ding schon fertig haben,
wenn ich noch nach dem ersten Wort suchte.
Der Teppich zu unseren Füßen wurde aus-
schließlich von den Hunden beansprucht, von
allen fünf, die schwer atmend übereinander
geschichtet dalagen und das Ihre zu der
Atmosphäre von Kameradschaftlichkeit und
Geborgenheit beitrugen.
Ich hatte das Gefühl, ein frostiger Hauch
striche durchs Zimmer, als Siegfried anfing
zu sprechen: „Morgen ist Markttag, und die
Rechnungen sind kürzlich verschickt. Wahr-
scheinlich werden alle anstehen, um zu be-
zahlen. Darum mußt du, Tristan, morgen
den ganzen Tag dazu hergeben, das Geld in
Empfang zu nehmen. James und ich werden
zur Arbeit fortmüssen, also mußt du allein
diese Aufga be durc hführe n. Du brauchst wei-
ter nichts zu tun, als ihre Schecks entgegen-
nehmen, ihnen eine Quittung geben und ihren
Namen ins Quittungsbuch einzutragen.
Glaubst du, daß du das schaffen ka nnst, oh-
ne ein wüstes Durcheinander anzurichten?"
Ich zuckte zusammen. Es war der erste
unharmonische Ton seit langer Zeit, und er
wirkte.
freudlosen Zimmer stand und mein Blick (Fortsetzung f f olgt) olgt)