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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Weil Ägypten derzeit lieber eine Annäherung an die USA bevor- 
zugt, suchten die Kreml-Herren einen anderen Stützpunkt im ara- 
bischen Lager : Der Besuch des libyschen Ministerpräsidenten 
Dschallud (links) in Moskau, gab Kossygin (rechts) und Breschnjew 
die Gelegenheit, neben Syrien auch mit Libyen engere Kontakte 
zu knüpfen. 	 (Funkbild: VN/UPI) 
Du zarte Knospe, kaum erblüht, 
Todesanzeige 
dein frohes, sonniges Gemüt 
hat alle uns so oft beglückt. 
Dem Erdendasein nun entrückt, 
blü hst weiter du den Heiligen gleich, 
denn dein er ist das Himmelreich. 
Christus rief unser, trotz langer Krankheit so frohes Kind 
Sabine Fresenberger 
die er am Erstkommunionstag mit seinem Kommen beglückte, heim zu ihrem Schöpfer. 
Das heilige Meßopfer feiern wir am Montag, den 20. Mai, uni 8 Uhr in der Pfarr- 
kirche Gisingen; anschließend Beerdigung. Anstelle der Seelenrosenkränze gedenken 
wir unserer lieben Sabine in der Maiandacht. 
Gisingen, St. Lamprecht (Stmk.), am 16. Mai 1974 
In christlicher Ergebung: 
Michael und Irmtraud Fresenberger geb. Kühne, Eltern 
Jutta und Alexander, Geschwister 
Emma Kühne geb. Kegele, Omi 
Richard und Elisabeth Fresenberger, Großeltern 
Karl Kü hne, Onkel 
Margot Steinhauser, Helmut Kronberger, Taufpaten 
im Namen aller Verwandten 
Danksagung 
Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme anläßlich des Heimganges 
unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels 
Herrn Martin Bechter 
danken wir allen von Herzen. Besonders danken wir HH Pfarrer Bermann für die 
feierliche Gestaltung des Begräbnisses, ebenso unserem Hausarzt Dr. Plötzeneder für 
die ärz tliche Betreuung sowie den Ärz ten und dem Pflegepersonal des Kranken- 
hauses Dornbirn. Ein weiterer Dank gilt auch dem Kriegerverein, dem Musikverein 
sowie dem Zunftverein für die ehrenden Worte am Grabe und die Kranzniederlegung. 
Wir danken auch allen, die unseren Verstorbenen zur letzten Ruhestätte begleitet 
haben, sowie für Hl.-Messe- und sonstige Spenden. 
Wir bitten, unserem lieb en Verstorbenen ehrend zu gedenken. 
Trauerfamilie: Bechter 
Todesanzeige 
im Namen aller Verwandten 
Still und bescheiden, wie sie gelebt, ist unsere gute Mutter, Schwiegermutter, 
Großmutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Patin 
Frau Wwe. Frieda Schnetzer 
geb. Marte — Jahrgang 1893 
nach einem reicherfüllten. Leben, mit christlicher Tröstung, in den Frieden des Herrn 
eingegangen. Wir gel eiten unsere liebe Mu tter am Montag, den 20. Mai, um 8.30 Uhr 
vom T raue rhaus, Sulz 165, aus auf den Ortsfriedhof. Den Seelenrosenkranz beten wir 
am Sonntag um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Sulz. 
Wir bitten um ein st illes Gedenken im Gebete. 
Sulz, Röthis, Zuzwil, Göfis, am 17. Mai 1974 
Es trauern u rn sie Hilda und Josef Fenkart mit Renate, Helga 
und Hildegard 
Em ilie und Rudolf Welte mit Helmut, Elfriede 
und Gerhard 
Ilse und Rudolf Nag liz mit Stefan und Gabriele 
Louise Scherer, Hilda Nesensohn, Schwestern 
	• 
im Namen aller Verwandten 
Danksagung 
Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme anläßlich des so 
raschen Heimganges meines lieben Gatten, unseres Vaters, Sohnes, Bruders, Schwie- 
gersohnes, Schwagers und Paten 
Herrn Anton Ratz 
Uhrmachermeister — Jahrgang 1932 
sagen wir allen ein herzliches „Vergelt's Gott". Besonderen Dank dem HH Dekan 
Eiler und HH Pfarrer Alge für die Abhaltung des Trauergottesdienstes und die Ein- 
segnung am Grabe. Wir danken allen freiwilligen Helfern, die bei der Bergung mit- 
geholfen haben. Weiters danken wir Herrn Landesgremiumleiter Rudolf Fuchs (Gre- 
mium- und Uhrmacherinnung), Kommerzialrat Franz Steurer (Handwerker), Haupt- 
schuldirektor Martin Mennel (ÖVP und. Heimatschutzverein) und Hans Meusburger 
(Jahrgänger) für die ehrenden Worte am Grabe. Dem Männerchor sei noch besonders 
für den Nachruf (Gottfried Fröwis), für das Grablied "Näher mein Gott zu dir" und 
für die gesangliche Gestaltung des Gottesdienstes gedankt. Ebenso danken wir allen 
Verwandten, Nachbarn, Freunden und Bekannten, für die vielen Hl.-Messe-, Kranz- 
und Blumenspenden oder Zuwendungen für wohltätige Zwecke, die unseres Anton 
ehr end gedachten. 
Wir bitten, se.'ner im Gebete zu gedenken. 
	 
Bezau, im Mai 1974 Germana Ratz 
	 
mit Kindern und Verwandten ut 
Samstag, 18. Mai 1974 „VORARLBERGER NACHRICHTEN" 
	 
Seite 11 
t, 
Der Krieg mit Rußland entsprang 
keinem St reit um die Grenzen mit 
dieser Großmacht. Österreich hatte 
sich durch die Teilnahme an der er- 
sten Teilung Polens ( 1772) in den 
osteuropäischen Raum vorgeschoben 
und damit zu Deutschland, Ita lien 
und dem Balkan eine vierte poli ti- 
sche Interessensphäre erhalten. Doch 
entstand hier kein ernster Gegensatz 
zum Reiche des Zaren; weder Öste r- 
reich noch Rußland hatten Bedarf 
nach weiteren polnischen und ukrai- 
nischen Gebi eten; in Ostgalizien be- 
stand eine wenig erfolgreiche Pro- 
paganda zum Anschluß der dortigen 
mit Rom unierten Ostslawen an die 
Orthodoxie. Diese Zwangsverbin- 
Nach dem programmatischen Auf- 
bau in den Tagen nach dem 25. April 
und der enthusiastischen Einweihung 
durch das Volk am 1. Mai ist mit der 
pünktlichen Einsetzung einer einjäh- 
rigen Übergangsregierung das por- 
tugiesische Staatsschiff endgültig mit 
Kurs auf Europa ausgelaufen. 
Zwei Erklärungen, die Staatsprä- 
sident Spinola nach seiner Amtsein- 
setzung im Queluz-Palast abgab, 
muten auf den ersten Blick etwas 
verwirrend an. Die Übergangsregie- 
rung, formulierte der General, wird 
eine Regierung „ohne Parteien" und 
auch „ohne Programm" sein. Tat- 
sächlich bestätigt ein Blick auf die 
Ministerliste, daß Spinola bei der 
Auslese der Kabinettsmitglieder die 
Präferenz auf fachlich ausgewiesene 
Persönlichkeiten innerhalb eines op- frika olitik und Streiks 
portunen Mitte-Links-Rahmens ge- 
legt hat. 
Der 68jährige Ministerpräsident 
da Palma Carlos ist allseits aner- 
kannter Rechtswissenschafter. Seine 
Parteienunabhängigkeit dürfte ihm 
im kommenden Tauziehen unter den 
gleich Pilzen aus dem Boden schie- 
ßenden politischen Gruppen zustat- 
ten kommen. Alvaro Cunha l (KP) 
und Sa Carneiro (Volksdemokrat), 
wichtige Parteiführer, sind Minister 
ohne. Portefeuille geblieben. Ihre 
wirkliche Gewichtung werden sie 
wohl erst in den angekündigten Par- 
lamentswahlen nach dein Rücktritt 
Spinolas suchen. 
Mit der Ernennung von Vasco 
V ieira de Almeida zum Koordina- 
tio ns- und Wirtschaftsminister ist 
endgültig klargeworden, daß der 
portugiesische Umsturz nicht — wie 
manchenorts befürchtet — radikal 
 dung 
ist und sich das Land auf einem 
führte Stalin nach dem Zwei- 
ten Weltkriege durch. 
Galizien hätte wirtschaftlich große 
Möglichkeiten geboten, hätte Öster- 
reich mehr Interesse für das Land 
gezeigt. Offiziere fürchteten die Ver- 
Von Prof. Dr. Hans Huebner 
setzung in die ga lizis chen Garniso- 
nen, die rund 40.000 deutsch-evange- 
lischen Ansiedler standen auf ver- 
lorenem Posten. Für den Durch- 
schnitts-Wiener war Galizien uner- 
schöpfliche Quelle jüdischer Witze. 
Gegen Ende des Ersten Weltkrie- 
ges war Erzherzog Karl Stephan 
(1860-1933) ernster Kandidat für die 
„irreversiblen" Weg zum Sozialismus 
hin befindet. Der 37jährige Vieira de 
Alme ida kommt, anders als der eben- 
falls vorgeschlagene Zentrum-links- 
. Professor Pereira da Moura, aus der 
Bankenwelt und gilt als geschickter 
Technokrat mit guten Beziehungen 
zur traditionellen Hochfinanz. Diese 
hat sich — no lens volens? — zu einer 
liberalen Marktwirtschaft unter 
Spinola bekannt. 
Auch steht hinte r den Streiks und 
der nach den Jahren der Repression 
verständlichen sozialen Unruhe we- 
niger die kommunistische Partei als 
das extreme Maoistengrüppchen der 
MRPP. Die Partei Alvaro Cunhals 
ist sich der Gef ahr des Kenterns des 
Staatsschiffes in der anbrechenden 
Phase •der Konsolidierung bewußt 
und laviert zwischen • Spinola und 
der unruhigen Arbeiterschaft. 
Der große Stein am Hals auch 
der neuen Regierung bleibt die Af- 
rikapolitik. Nach den ersten Ver- 
handlungen mit Befreiungsbewegun- 
gen ist man in Lissabon aber opti- 
mistisch über eine demokratische Be- 
endigung des zum Trauma ausge- 
arteten Kolonialproblems. Unter dem 
gemäßigten Überseeminister und 
Soares-Freund Almeida Santos er- 
hofft man sich in Monaten eine erste 
Lösung in Guinea-Bissau. Das. größte 
Problem wird das industriell ver- 
heißungsvolle Angola bleiben. 
General Spinola versteht sich auch 
als Staatspräsident als Mandant der 
Armee. Am Steurruder des Staats- 
schiffes wollen mindestens während 
der Phase zwei, der Interimszeit, die 
jungen Organisationen des Putsches 
bleiben. Verbindlich ist für die neue 
Regierung deren fortschrittliches 
Programm vom 25. April. Ein Staats- 
rat, zur Hälfte aus Militä rs besetzt, 
soll Spinola in Krisenzeiten beraten 
Krone des wieder hergestellten Po- 
und orientieren. 
len. Sein Sohn Erzherzog Wilhelm 
(geb. 1895) träumte von einem ukrai- 
nischen Königreich unter Habsburg; 
er starb 1954 in sowjetischer Haft. 
Einzelheiten dieser vom Ersten in 
den Zweiten Weltkrieg laufenden 
Aktionen bedürfen noch der Auf- 
klärung. 
Die k. k. Armee leistete unend- 
lich mehr, als man beim Streit der 
Nationen erwarten durfte. Sie hatte 
in Generalstabschef Franz Conrad 
Freiherrn von Hötzendorf einen ge- 
nialen Führer; allerdings war, wie 
erst kürzlich der durch die Restau- 
rationsversuche Kaiser Karls be- 
rühmt gewordene Oberst Freiherr 
von Lehar in seinen Erinnerungen 
feststellt, im Generalstabe .die Er- 
fahrung des russisch-japanischen 
Krieges mit seiner gesteigerten 
Feuerkraft nicht zur Kenntnis ge- 
nommen und am historischen 
„Offensivgeist", der zu großen Ver- 
lusten führte, festgehalten worden. 
Der Zusammenhalt der Vö lker 
des vielsprachigen Rei ches setzte die 
Welt in Staunen. Eine unrühmliche 
Ausnahme machte Prag, während 
Polen und Ukrainer, lange unter- 
schätzt, Legionen zur Befreiung ihrer 
unter dem Zarenjoche schmachten- 
den Brüder ins Feld stellten. Der 
sozialdemokratisch organisierte Be- 
völkerungsteil stand am Patriotis- 
mus den „Bürgerlichen" nicht nach. 
Bei der Führung spielte die Hoff- 
nung mit, das zaristische System der 
Reaktion und Unterdrückung werde 
verschwinden. 
Wenig beachtet wurde ein 
Stammtisch russischer Emigranten 
im Cafe Zentral in Wien, der drei 
Jahre später Weltgeschichte größten 
Stiles machen sollte. Mit dem poli- 
Daressalam/Lissabon — Unmittel- 
bar nach Veröffentlichung der Re- 
gierungserklärung bemü ht sich das 
neue Kabinett in Lissabon um die 
ers ten Schritte zur Verwirklichung 
eines der wesentlichen P unkte ihres 
Programms, der die Aufnahme von 
Kontakten mit den Unabhängigkeits- 
bewegungen in den afrikanischen 
Kolonien des Landes zum Inhalt hat. 
In der tansanischen Hauptstadt 
Daressalam begann am Freitag ein 
für die Zukunft Mozambiques wich- 
tiges Treffen zwischen sechs ehema- 
ligen politischen Häftlingen, die am 
Vortag mit einer Botschaft der por- 
tugiesischen Regierung an die Auf- 
standsbewegung dort eingetroffen 
waren, und führenden Vertretern 
der Befreiungsfront von Mozambi- 
zeilichen 
que (Frelimo).   
Vermerk, es handle sich um 
verläßliche Gegner des zaristischen 
Regimes, durfte Anfang August 1914 
Lenin mit seinen Freunden die Wie- 
ner Emigration mit der sicheren 
Schweiz vertauschen, von wo sie die 
deutsche Reichsregierung 1917 in 
ihre Heimat führte; Stalin hatte sein 
Wiener Exil bereits verlassen und 
sich in den russischen Untergrund 
begeben. 
Für die Stimmung jener Tage 
ist eine Anekdote bezeichnend. Graf 
Berchtold begegnet dem sozialdemo- 
kratischen Führer Dr. Viktor Adler. 
Letzterer ist überaus optimistisch, 
Der portugiesische Außenminister 
und Sozialistenführer Mario Soares 
war unterdessen zu einer Zusam- 
menkunft mit der Führung der Frei- 
heitsbewegung von Guinea-Bissau 
nach Dakar gereist. 
Die Welle der wilden Streiks in 
Portugal hat am Freitag we iter um 
sich gegriffen und zum Teil zu ern- 
sten Beeinträchtigungen in mehre- 
ren Industriezweigen geführt. Wäh- 
rend der neue Ministerpräsident 
Adelino da Palma Carlos sein Kabi- 
nett zur ersten Arbeitssitzung ein- 
berief, verhandelten Vertreter der 
großen Textilgewerkschaft, die mehr 
als 200.000 Arbeiter vertritt, um in 
letzter Minute einen für den Nach- 
mittag angesetzten Ausstand abzu- 
Berchtold, wie immer zur Skepsis 
wend en. 
geneigt, fra gt, wor auf Adler seine 
Siegeshoffnungen gründe. „Auf die 
russische Revolution, Exzellenz!" 
Darauf Graf Berchtold: „Wer soll 
denn die Revolution machen, viel- 
leicht der Herr Bronstein aus dem 
Cafe Zentral?" Leib Bronstein, im 
Cafe Zentral Gewinner fast aller 
Schachpartien, hat tatsächlich als 
militärischer Organisator Lenins die 
Oktoberrevolution 1917 gemacht. 
Leider kam sie für einen Sieg Öster- 
reich s um ein Jahr zu spät und hat 
überdies in ihren Folgewirkungen 
die Auflösung des mitteleuropäischen 
Zentralraumes beschleunigt. Es kam 
alles anders als erwartet. 
Japan schrieb an Kossygin 
M oskau (dpa) Der japanische Re- 
gierungschef Kakuei Tanaka hat dem 
	Ministerpräsidenten 
sowjetischen 
Alexej Kossygin in einem Aide me- 
moire die Bereitschaft sei nes Landes 
zur Aufnahme von Verhandlungen 
mit Moskau über den Abschluß eines 
Friedensvertrages bekundet. Tanaka 
hatte in Moskau die Bedeutung der 
Kurilen-Frage für Tokio unterstri- 
chen. Japan beharrt auf der Heraus- 
gabe der vier südlichen Kurilen-In- 
sein, die seit Kriegsende von der 
UdSSR besetzt sind. 
„VN" 	vielfältiger, um- 
Lissabon: hass 2 gestartet 
fangreicher und mit Linie 
Von „VN"-Korrespondent 
Werner Herzog, Madrid Madrid
	        
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