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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

. 
MearlbErgezi 
  
Auflagenstärkste und • partelunabhängige Tageszeitung für das Land Vorarlberg 
Eigentümer, Herausgeber u. Verleger: E. Ruß & Co., Bregenz, Tel. 2 42 56", 223 54, Anzeigen 2 3315, 2 2151, Telex: VGA 710 
Montag, 20.Mai 1974 
Erscheinungsort - Verlagspostamt 6900 Bregenz - Abonnement monatlich S 44,50, Einzelpreis S 2.—, Samstag S 3,— • P.b.b. 
-.30. 
Nummer 117 Jahrgang 
WÜST hat die 
besten Chancen 
Nach dem 3:0-Heimsieg von 
VÖEST Linz gegen Meister •SW 
Innsbruck haben nun die Lin zer 
Chancen, den Titel zu 
die besten 
WSG/VSV unterlag er- • 
gewinnen, 
wartungsgemäß der Vienna 1:4, 
und weil Vorwerk Vorarlberg ge- 
gen Austrla Klagenfurt 1:0 ge- 
NL- Ab- 
wann, wird auch der 
stlegskarnpf dramatisch. 
0 
Wahlkarten ab 
28. Mai 
dem 
für die Präsi- 
Wien. Wahlkarten 
dentschaftswahlen am 23. Juni kön- 
nen ab sofort schriftlich bei den Ge- 
meindeämtern beantragt werden. Die 
Anträge Sollen äuch die gewünschte 
Adresse, in die' die Wahlkarten ge- 
sandt werden sol len, unter-genauer 
- 
A ngabe" der Pestleitzahl :enthalten. 
Mündl iche. An träge kö nnen erst 
‚nach Ende der Einspruchsfrist in die 
AvählerVerielchnisse, also, ab 28. Mal 
1974, gestellt, 
werden..;ple Voraus-. 
.setzung für die Ausstellung der 
Wahlkarten, Ist. die ›:-.;rechtskräftige; 
Eintragung desWähleiff.41. Wähler- 
Diess 	erst;::am 
Verzeichnis, 
Ende der EInspr 
Keine Jagd mehr in Genf 
uchsfristifeit.f, 
Genf (dpa) — Im Schweizer 
Kanton Genf haben die Einwoh- 
ner am Wochenende in einer 
Volksabstimmung entschieden, die 
Jagd abzuschaffen. Sie befürwor- 
teten die entsprechende Initiative 
Natur-.und 
mehrerer Tierschutz- 
vereine. In Genf, dem kleinsten 
Schweizer Kanton nach Zug, teil- 
ten sich im letzten Jahr 430 
„Grünröcke" ein Jagdgebiet von 
135 Quadratkilometern. Diese 
Dichte und die gleichzeitige 
Wildarmut gibt es sonst kaum auf 
der Welt. Um überhaupt etwas 
vor die Flinten zu bekommen, 
wurden beispielsweise Kaninchen 
deutete daraufhin die Möglichkeit 
aus Ungarn eingeführt. 
seines Rücktritts an, da er die Ver- 
seines. 
wirklichung • Regierungspro- 
als, 
gramms nach dieser.Abstimmung 
gefährdet ansieht., 
Ausgenommen von der Amnestie' 
sind damit außer rund 2000 
schen Häftlingen solche Gefängene,: 
die wegen Vergewaltigung und' 
Schmuggels von Antiquitäten ver- ' 
urteilt wurden. 
• 
DDR-Komniunal-„Wahlen" 
Berlin 
für--die' 
(UPI) Die Wahlen 
9000 Volksvertretungen in den Ge-• 
, 
meinden, Städten und Kreisender 
DDR haben am Sonntag morg en er-: 
wartungsgemäß mit einer starken, 
Beteiligung der Bevölkerung begon- 
nen. Vielfach gingen Hausgemein- 
schaften und andere Gruppen ge- 
schlossen zur Wahl. Die Wahllokale. 
sind bis 18 Uhr geöffnet. Wie bei 
die. 
früheren Abstimmu:ngen können   
das Blutbad in Maalot haben am Wähler lediglich die Kandidaten be- 
stätigen, ' die auf den von der „Na- 
tionalen Front" vorgelegten Einheits- 
Paris, (VN) Nur mehr rund 10 Prozent der gültigen Stimmen wa- 
listen verzeichnet sind. 
,›...ren 
gestern tei .Redaktionsschluß im französischen Wahlkampf um 
-den 
'Präsidentenstuhl nicht ausgez ähl t, doch am Sieg des recht s- 
liberalen Wirtschafts- und Finanzministers, Valery Giscard d'Estaing, 
ändert dies nichts mehr. Nach der Auszählung von 23,4 Mill. Stim- 
men (von 30,7 Mill. Wahlberechtigten) entfielen 11,86 Mill. oder 50,7 
Prozent auf Giscard d'Estaing und 11,53 Mill. oder 49,3 Prozent auf 
den Gegenkandidaten der verbündeten Linksparteien, Francois Mit- 
terrand., Es. ist die's der knappste Ausgang, den es jemals bei fran- 
zösischen Präsidentenwahlen gegeben hat. 
Der Stichwahlkampf zwischen 
.,• 
• 
Franeois Mitterrand hat eine Re- 
kordwahlbeteiligung von. über 
88 Prozent gebracht. Im ersten kette trägt, 
Durchgang am 5. Mai hatten nur 
84,1 Prozent der Wahlberechtigten 
ihre Stimme abgegeben. Die bis- 
her höchste Wahlbeteiligung war 
im Jahr 1965 registriert worden, 
als. Mitterrand dem verstorbenen 
Präsidenten Charles de Gaulle 
'unterlag. 
, 
	, 
	In' 
. 
ihren eigenen Wahlkreisen 
haben bei de' französischen Präsi- 
dentschaftskandidaten bei der 
Stichwahl 'am Sonntag Riesen- 
Sozia-- 
Mehrheiten errungen. Der 
Franeois Mitterrand, Bürger- 
meister seiner Heimatstadt Cha- 
teau-Chinon, gewann in diesem 
men. Finanzminister Valery Gis- 
Wahlkreis 77 Prozent der Stirn- 
_ Politik an, die er als 
Valery Giscard d'Estaing und card d'Estaing errang dort nur 23 
Prozent, konnte aber in Chama- 
lieres, wo er die Bürgermeister- 
-70 
Prozent. der Stim- 
men auf sich vereinigen. Beide 
Kleinstädte liegen in Zentral- 
frankreich. 
In einer ersten Stellungnahme 
gab der 48jährige amtierende Fi- 
nanzminister kurz vor 23.00 Uhr 
persönlich im Fernsehen einen 
knappen Sieg • über den .'Links= 
blockkandidaten Frangois Mitter- 
rand bekannt. „Frankreich hat 
seinen Präsidenten gewählt", sagte 
Giscard d'Estaing, „Sie haben 
mich gewählt." Giscard d'Estaing 
kündigte gleichzeitig den Beginn 
einer neuen Ära der franzäsischen 
neuerung und der. Veränderun- 
„Ära der.Er- 
gen" bezeichnete. 
Mit Ausnahme des Kandidaten 
Mitterrand selbst haben schon um 
21.30 Uhr alle namhaften Führer 
der verbündeten Linksparteien 
die Wahlniederlage eingestanden. 
Für den Führer der Kommuni- 
stischen Partei Frankreichs, Geor- 
ges Marchais, bestand gestern 
schon sehr früh kein Z weifel 
mehr, daß der gemeinsame Kan- 
didat der Linken, Mitterrand, die 
Wahl endgültig verloren hat. In 
einer ersten Stellungnahme im 
französischen Fernsehen erklärte 
Marchais, die Linke werde nun- 
mehr sehr rasch darauf dringen, 
daß die von Finanzminister Gis- 
card d'Estaing im Verlauf der 
Wahlkampagne gemachten Ver- 
sprechen auch eingehalten wür- 
den. 
Der Sozialist und Bürgermei- 
ster von Marseille, Gaston Def- 
ferre, der als aussichtsreichster 
Kandidat für das Amt des Pre- 
mierminiters im Falle eines Sie- 
ges Frangois Mitterrand im Ge- 
spräch war, erklärte: Das von 
der Linken bisher erreichte Re sul- 
tat von fast 50 Prozent der Wäh- 
. lerstimmen sei einmalig in Frank- 
reich. Dieses Ergebnis sei für die 
Hauchdünner. Sieger in Frankreich: Giscard d'Estaing. 
Zukunft „vielversprechend". 
	u 
Moro bes ucht Budapest 
A 
mnestie I• n der   
T.   
 • 
rk   
möglich 
Re ierun skrise 
. Budapest (AP) Die europäische 
Sicherheitskonferenz, die Wie ner Ge- 
spräche über einen beiderseitigen 
Truppenabbau in Mitteleuropa so- 
wie eine Vertiefung der beiderseiti-' 
gen Beziehungen sind Hauptthemen 
der Unterredungen, die der italieni- 
sche Außenminister Aldo Moro vom 
23. bis 26.' Mai mit dem' ungarischen 
Außenminister Frigyes Puja in Bu- 
dapest fü hrt. Moro kommt als erster 
italienischer Außenminister seit dem 
Ende des Zweiten Weltkrieges zu 
einem offiziellen Besuch nach Un- 
garn. 
Italien ist nach der Bundesrepu- 
blik Deutschland Ungarns ' zw eit- 
wichtigster Handelspartner. Italien, 
hatte kürzlich auf ungarische Vor- 
stellungen hin erklärt, es werde be- 
strebt sein, darauf zu achten,. daß. 
Ungarn so wenig wie möglich von 
den Importrestriktionen der ita lie- 
nischen Regierung betroffen wird. 
Seeangriff Israels- 
Beirut/Tel Aviv (AP/AFP) In ei- 
ner weiteren Vergeltungsaktion für 
Sonntag vier israelische Schnell- 
boote unter dem Feuerschutz von 
.das 
Jagdflugzeugen 
palästinensische 
Flüchtlingslager Raschidije in der 
Nähe der libanesischen Hafenstadt 
Tyrus angegriffen. Nach bisherigen 
Berichten soll der Angriff acht To- 
desopfer und zwölf Verletzte gefor- 
dert haben. Die entstandenen Sach- 
schäden sollen erheblich sein. 
Israelis 
bilden Bürgerwehren 
(AP) Tausende von Is- 
Jerusalem 
raelis haben einer Mitteilung vom 
Sonntag zufolge einem Aufruf der 
Polizei Folge geleistet und sich frei- 
willig zum Dienst in Bürgerwehren 
Neu-Delhi (AP,, Reuter, AFP, 
Mit der Zündung eines Atom- 
TASS) 
sprengsatzes in der geschätzten Stär- 
ke von zehn Kilotonnen TNT ist In- 
dien am Samstag zur sechsten Atom- 
macht nach den USA, der Sowjet- 
union, China , Großbritannien und 
Frankreich aufgestiegen. Nach Anga- 
ben des Leiters der indischen Atom- 
energie-Kommission, Sethna, wurde 
der Sprengsatz Samstag früh um 8.05 
Uhr Ortszeit (3.35 Uhr MEZ) in einer 
- Tiefe von hundert Metern gezündet. 
Der Versuch häbe „irgendwo in West- 
indien" stattgefunden. Inoffiziell ver; 
lautete dazu, daß das Tektgebiet in' 
der Gid-Wiiste im westlich von Neu- 
`Delhi gelegenen Bundesstaat Rad- 
schastan liegt. 
Mit ungewöhnlicher •Schnelligkeit 
hat die sowjetische Nachrichtenagen- 
gemeldet. Mit der Bildung von Bür- 
tur TASS-am Samstag den ersten in- 
gerwehren hofft die israelische Poli- 
zei der Gefahr weiterer palästinen- 
s;scher Terroranschläge begegnen zu 
können. 
Labour Australiens fehlt 
noch ein Sitz zur Mehrheit 
Canberra (UPI) Nach dem letzten 
Auszählungsergebnis der Parla- 
mentswahlen in Australien fehlte 
der bisher regierenden Labour- 
Part ei am Sonntag abend nur noch 
ein Sitz zur Wiedererlangung der 
absoluten Mehrheit. Dem bisher er- 
mittelten Ergebnis zufolge haben 
Labour 63 und die verbündete Op- 
position aus Liberalen und Country- 
Pa rtei 57 Sitze errungen. Das Ergeb - 
nis aus sieben Wahlbezirken steht 
noch aus. Bis her waren von diesen 
sieben Sitzen sechs im Besitz von 
Labour. 
dischen Atomversuch gemeldet und 
dabei unterstrichen, daß es sich um 
eine „friedliche Explosion" handle. 
In scharfer Farin hat der sowjeti- 
sche Atomphysiker und Systemkriti- 
ker, An drej Sacharow, am Samstag 
in Moskau die Atomexplosion in In- 
dien verurteilt. In einem Telefonge- 
spräch. mit dpa sprach der Wissen- 
schafter, der Mitglied der Sowjet- 
akademie der Wissenschaften ist, von 
einer „großen Tragödie". Es sei 
„höchst seltsam", daß ein Land wie 
Indien, das sich seiner Meinung nach 
gegen die Atombombe ausgesprochen 
habe, ein solches Experiment durch- 
geführt hat. 
Der Chefdelegierte Pakiitans bei' 
der Genfer Abrüstungskonferenz, 
Niaz .A. Naik; erklärte Samstag, der 
erste indische Atomversuch werde 
„ weitreich ende Folgen" für die ge- 
samte. Lage auf dem indischen Sub- 
Ankara 
kontinent haben. Nach Ansicht Naiks 
Der türkische Staats- 
(AP) 
präsident Fahri Korutiirk.- hat am, 
Samstag in Ankara -ein: Amnestie-r 
gesetz für 50.000 der 65.000 Häftlinge' 
in der Türkei unterzeichnet, das 'i e..: 
doch möglicherweise eine Regie-. 
	• 
rungskrise ausgelöst hat. 
• 
Während die Republikanische 
Volkspartei des Ministerpräsidenten 
Buelent Ecevit in die Amnestie auch 
die politischen Gefangenen ein ge- 
schlossen wissen wollte, hatte die an 
der Regierung beteiligte nationale 
Heilspartei zusammen mit der Op- 
position dagegen gestimmt. Ecevit 
bringe der Test „quali tati ve Verände- 
rungen" der politischen und militäri- 
schen Situation mit sich.. Dies stehe 
im Widerspruch zu der indischen Be- 
hauptung, der Versuch - solle aus- 
schließlich friedlichen Zwecken die- 
nen. 
Die japanische Regierung könne 
nur ihr Bedauern über den indischen 
Atomtest zum Ausdruck bringen, er- 
klärte am Samstag ein Sprecher der 
Regierung in Tokio. Japan sei gegen 
Atomtests, durch wen und aus wel- 
chem Grund immer sie erfolgen. Die 
Regierung drücke ihre Hoffnung aus, 
daß der Test keine negativen Aus- 
wirkungen auf, das Entspannungs- 
klima auf dem indischen Subkonti- 
nent' haben werde. Der Sprecher be- 
zeichnete den A-Bombentest als Her- 
ausforderung • der öffentlichen Welt- 
Meinung, die ein Ende der Weiter- 
verbreitung der nuklearen Waffen 
wünkht. 
Indien im Atomclub   
. 
	ati 	ati 
Reaktion überwiege
	        
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