Androsch zur Währungssituation
Wien (APA) Als durchaus erwünschte Entwicklung
und Beitrag zur außenwirtschaftlichen Absicherung
der Stabilitätsbemühungen bezeichnete Finanzmini-
ster Dr. Androsch am Samstag in einem Pressege-
spräch die Stärkung des Schillings gegenüber der
D-Mark und den anderen Währungen im Zuge der
Entwicklung im Export und im Fremdenverkehr ma-
Kursbildung. Die getroffene Maßnahme sei durch die
teriell gerechtfertigt. Mit den erweiterten Kursmargen
habe sich Österreich etwas stärker dem schweizeri-
schen System angenähert. Die Stärkung des Schil-
lings über die Kursbildung sei ein „Baustein im Zuge
des Stabilisierungsprogramms."
Schweiz weltgrößter Uhrenproduzent
Die Weltproduktion von Uhren und Werken stieg 1973 um 10 Prozent auf
215,6 Mill. Stück, wovon auf die europäische Uhrenindustrie (Schweiz,
BRD, Frankreich, Großbritannien und Italien) 117,7 Mill. Uhren und Werke
oder fast 55 Prozent der Weltproduktion entfielen. Die BRD hatte 1973 die
größte Zuwachsrate zu verzeichnen mit -I- 11,6 Prozent, gefolgt von Frank-
reich mit 9,9 Prozent, Großbritannien mit + 8,4 Prozent und der Schweiz
mit 4- 7,8 Prozent. Zahlenmäßig ist jedoch die Schweiz weiter an der
Spitze, wo im Vorjahr um 6 Mill. Einheiten mehr erzeugt wurden. Die drei
anderen Gro ßen der Weltuhrenproduktion — Japan, die UdSSR und die
Vereinigten Staaten — haben ebenfalls ihre Produktion von kleineren
Uhren erweitert und zusammen 77,4 Mill. Stück hergestellt, was 36 Pro-
zent der Weltproduktion von Uhren und Werken ausmacht. Mit 84,3 Milk
Stück entfielen fast 40. Prozent der Weltproduktion auf die Schweizer
Uhrenindustrie, deren Produktion kisr über- der Gesazntproduktion von
Vereinigien Siaateii
Japan, der UdSSR und' ieblieben ist. Das
Bild
zeigt einen neuen Zweig der Uhrenindustrie: die computergesteuerte
Sportzeitmessung.
um 13 Prozent.
Die Nachfrage nach
italienischen Produkten auf dem
Weltmarkt stagniert seit einiger Zeit,
betriebe+
märkte
Salzb urg eröffnet
Ausstellungszentrum
In Anwesenheit von Handelsmi-
nister Staribacher wurde kürzlich die
offizielle Eröffnung des mit einem
Kostenaufwand 'von 57 IViill. S nach.
zweijähriger Bauzeit fertiggestellten
Wirtschaftsbundversammlu ng in Götzis
Salzburger Ausstellungszentrums ge-
rbeitsverfassung
le
in
1
er
ra xis des etrieb es
österreichischer Straßentag
ä
"here
evisen- inna a men
Montag,
durc Ausbau der Straßen
20. Mal 1974
Seite 19
also sofort einziehen und ausprobiert
werden. — Montageanleitungen sind
dabei und, wo nötig, auch das Werk-
zeug (z. B. Steckschlüssel).
Zu diesem richtigen „Wohnen-zum-
Mitnehmen" mit Pfiff kommen noch
folgende Extras; „Discount" schließt
normalerweise jegliche Garantie, je-
den Umtausch, jeden Service .aus.
Auch ist das Sortiment stets be-
schränkt. — Alle diese Tabus gelten
im HOME-DISCOUNT von Möbel -
Pfister nicht. Auf Möbel und Ma-
tratzen gilt vollumfängliche Quali-.
tätsgarantie. Der normale Pfister-
Vollservice spielt auch beim Kauf
der Home-Discount-Artikel. Über-
nommen wurde nur der Discount-
Preisgedanke: Supergünstig! Das
sind die Home-Discount-Preise denn
auch. Was sich durch Großeinkauf für
20 HOME-DISCOUNT-Shops in der
Schweiz, vereinfachte Lagerhaltung,
rascheren Umschlag, einfachere Prä-
sentation etc. einsparen läßt, kommt
voll und ganz dem Käufer zu. Und
was das ausmacht! — Kein Wun der
also, daß sich mit der Einführung
des HOME-DISCOUNT ein vollkom-
men neuer Kaufstil durchsetzt. Eben
„Wohnen-zum-Mitnehmen", zum so-
fortigen Genießen am Einkaufstag
785P
noch.
NM
Der Minister betonte, daß die
„EG-Schlange" weiterhin Zielgröße
bleibe, durch Aufgabe der mechani-
schen Bindung an die Schlange je-
doch ein Herunterziehen des Schi],
lings von anderen Währungen ver-
mieden werden soll.. Zur D-Mark soll
die jetzige Kursrelation gehalten bzw.
die Schilling-Position noch etwas ge-
stärkt werden. Im Falle einer —
nicht auszuschließenden — D-Mark-
Aufwertung wird Österreich, wie An-
drosch me int, weitgehend mitziehen.
Die Entwicklung nach der Auf-
Wie sich das am 1. Juli d. J. in
Kraft tretende neue Arbeitsverfas-
sungsgesetz im Zusammenwirken mit
Unternehmensführung, Betriebsrat
und Belegschaft auswirken wird und
welche Neuerungen zu beachten sind,
darüber referierte auf einer Wirt-
schaftsbundversammlung in Götzis,
auf der der Obmann des ÖWB, Vize-
bürgermeister Alois Amann, erstmals
den neuen Bürgermeister Kurt Küng
willkommen heißen konnte, der Per-
sonalchef der Firma F. M. Hämmerle,
Dr. Heinz Kremmel. Das Interesse
war so groß, daß der Sprecher über
eine Stu nde lang Anfragen zu beant-
wo rten hatte.
Dr. Kremmel bestätigte anhand
zahlreicher Beispiele, daß der Kom-
promiß, ein für beide Teile tragbarer,
ein Sieg der Vernunft sei. National-
rat Dr. Hauser habe mit viel Ge-
Eisenstadt (AP) In einer zu Be-
ginn des 36. Österreichischen Stra-
ßentages verabschiedeten Resolution
werden größere Mittel für den Stra-
ßenbau gefordert, weil dadurch auf
dem Umweg über Tourismus und Gü-
terverkehr dringend benötigte, höhe-
re Deviseneinnahmen erreicht wer-
den könnten. Im einzelnen wird an
alle Politiker appelliert, Kürzungen
der Bundesmineralölsteuer zu ver-
meiden und Bund, Ländern und Ge-
meinden aus dem Mehrertrag an
Mehrwertsteuer aus der Treibstoff-
preiserhöhung zusätzliche Mittel für
den Straßenbau zu geben. „Zu ge-
gebener Zeit" verlangt man eine Dy-
namisierung der Bundesmineralöl-
steuer.
In diesem Sinne gprach auch der
Vizepräsident der Gesellschaft für
Straßenwesen, Dipl.-Ing. Swietelsky.
Die passive Handelsbilanz Öster-
reichs sei großteils durch den Reise-
Ein erfolgreiches Geschäftsjahr
hat die Raiffeisenbank Hard hinter
sich. Während das Geschäftsvolumen
um 20 Prozent ausgeweitet werd en
konnte, stiegen die Einlagen um über
17 Prozent und überschritten erst-
mals die 100-Millionen-Grenze. Die
Gesamtausleihungen beliefen sich
auf rund 70 Millionen Schilling und
verteilten sich auf alle Wirtschafts-
zweige.
Auf dem Programm der Haupt-
versammlung standen Statutenände-
rungen, die einhellig genehmigt wur-
den. Aufgrund der obgenannten Er-
wertung von 1971 und den beiden
höhungen und der ständigen
Zu-
Aufwertungen des Vorjahres habe
gezeigt, daß die befürchteten Folge-
wirkungen nicht eingetreten sind. Die
Aufwertungen des Vorjahres hätten
Österreich eine um gut 1 wenn nicht
11/2
Prozent geringere Teuerung ge-
bracht. Seither habe sich die D-Mark-
Schilling-Relation als logische Folge
des Indikator-Systems verschlechtert.
In diesem Zusammenhang wies der
Minister darauf hin, daß die Schweiz
aufgrund von Befürchtungen, unter
einen D-Mark-Franken-Druck zu
schick und Geduld in zähen Verhand-
lungen verhindert, daß die Arbeit-
nehmerschaft Österreichs von Insti-
tutionen entmündigt und die Unter-
nehmer die Entscheidungsfreiheit
verloren hätten.
Dr. Kremmel vertrat in seinen
weiteren Ausführungen die Auffas-
sung, daß durch die Arbeitszeitver-
kürzung im kommenden Jahr von 42
auf 40 Stunden und durch die Lohn-
fortzahlung im Krankheitsfall den
Unternehmern eine elfprozentige
Lohnkostenerhöhung erwachse, von
der die betroffenen Arbeitnehmer
letztlich nichts in der Lohntüte ver-
spüren.
BR Dr. Hans Pitschmann, als
zweiter Referent, sprach kurz zu den
kommenden Bundespräsidenten-, Ar-
und Landtagswahlen.
beiterkammer-
verkehr in erträglichen Grenzen ge-
h alten worden. Durch vermehrten
Export und Tourismus könne man
dem „lebensbedrohenden Devisenab-
fluß" Einhalt gebieten. Trotz Angst -
prognosen im Vorjahr werde der
Tourismus auch in Zukunft bei noch
höheren Treibstoffpreisen dem Stra-
ßenverkehr verpflichtet sein. Dies
bedinge einen verstärkten Ausbau
des lokalorientierten engmaschigen
Straßennetzes. Diverse Überlegungen
nach Budgetumschichtungen zu La-
sten der Mineralölsteuer und damit
der Straßenbaugelder würden sich
für Österreich ruinös auswirken,
ste llte Swietelsky fest. Außerdem
würden bei hohen Benzinpreisen
nicht mehr derart große Steigerungs-
raten der Mineralölsteuereinnahmen
wie frühe r eintreten, andererseits
hätten Panikpreise. verschreckter Un-
ternehmer zu einem Prei sv erfall im
Straßenbau geführt.
nahme auch des Auslandsgeschäftes
wurde der Firmenwortlaut von
Raiffeisenkasse auf Raiffeisenbank
abgeändert. Auch wurde eine Redu-
zierung des Vorstandes auf vier Mit-
glieder beschlossen. In den Auf-
sichtsrat wählte die Versammlung
OLR. Dr. Blenk und Herrn Emil
Künz. Als Obmann-Stellvertreter
wurde Ing. Bereuter bestätigt.
Die Versammlung hörte dann ein
sehr bemerkenswertes Kurzreferat
von Dir. Grabher über die gegen-
wärtige Finanzlage hauptsächlich
Österreichs und der deutschen Bun-
kommen,
desrepublik.
bereits 1973 einen anderen
Weg eingeschlagen hat und gege n-
über allen Währungen floatet. Als
Folge hat die Franken-D-Mark-Rela-
tion im Vorjahr bis zu 7 Prozent ge-
schwankt.
Zur Kritik der Wirtschaft, daß bei
den jüngsten währungspolitischen
Maßnahmen keine Konsultationen
erfolgt sind, meinte Androsch, es
habe sich nicht um eine formelle
Aufwertung, sonde rn um Fragen der
Kursbildung gehandelt. Konsultation
und Informationen erforderten ein
entsprechendes Verhalten der Part-
ner, meinte Androsch mit Hinweis
auf den „unangemessenen Wirbel"
bei den beiden letzten Schilling-Auf-
wertungen.
Bei seinem Besu ch in Bern hatte
der Minister mit seinem schweizeri-
schen Amtskollegen Chevallaz einen
währungspolitischen Meinungsaus-
tausch über die Entwicklung des in-
ternationalen Währungssystems und
seiner institutionellen Einrichtungen
und deren Bedeutung für Österreich
und die Schweiz, die dem IWF nicht
ang ehört. Weiters fand ein Erfa h-
rungsaustausch über das seit Be ginn
des Vorjahres praktizierte Flo aten
sowie über Probleme und Maßnah-
men der Inflationsbekämpfung statt.
Zielvorstellung sei ein Stabilitätsver-
bund einiger Länder, was eine stär-
kere Abstimmung der wirtschaftspo-
litischen Maßnahmen erfordert. Be-
mühungen in dieser Richtung gibt es
auf österreichische Initiative zwi-
schen den Nachbarländern BRD,
Schweiz und Österreich. Mit dem
neuen deutschen Finanzminister Apel
wird Finanzminister Androsch erst-
mals auf der T agung der Zwanziger-
Gruppe Mitte Juni in Washington
zusammentreffen.
Italien: Hohes Defizit
der Zahlungsbilanz
Das Defizit der Zah-
Rom (dpa)
lungsbilanz, das die Italiener Anfang
Mai zur Einführung von Import-Re-
striktionen veranlaßt hat, ist weiter
im Steigen. Wie am Sonntag bekannt
wurde, betrug das Defizit im Monat
März 714 Mrd. Lire — etwa das Dop-
pelte der vorausgehenden Monats-
rate.
hatte der Negativ-Saldo 1600
1973
Mrd. Lire betragen. Der italienische
Finanzminister rechnet bereits mit
einem 6000-Mrd.-Defizit für 1974. Die
Verschlechterung der Lage beruht
weniger auf erhöhten Einfuhren Ita-
liens als auf einer Erhöhung der Im-
port-Preise. Während, die Preise im
Einfuhrsektor um 25 Prozent stiegen,
führt.
Damit stehen vier Hal len mit
8000 qm Ausstellungsfläche, Foyer,
Restaurant für rund 200 Gäste und
alle nötigen Verwaltungsräume zur
Verfügung.
Deutsche Pressestimmen
zur Schilling-Aufwertung
Die überregionale westdeutsche
Zeitung „Die Welt" schreibt am
Samstag unter der Überschrift
„Wiener Währungs-Kosmetik" zu
der Erweiterung der Schilling-
Bandbreite: „In praxi bedeutet
dies eine kleine Aufwertung
Österreichs, die jedoch mehr tech-
nischen und politischen Charakter
hat und von der man sich kaum
erhöhten sie sich in der Ausfuhr nur die sonst von Aufwertungen er-
wünschten Auswirkungen auf den
Warenverkehr erhoffen kann.
Man muß diese Maßnahme im
Zusammenhang mit dem innen-
politischen Druck auf die Reg ie-
rung sehen, die vor Länder- und
Präsidentenwahl Beweise für
sta-
bilitätspolitische Aktivitäten vor-
zeigen und verhindern will, daß
bei einem weiteren Anstieg der
Inflationsrate die Index-Automa-
tik einen weiter en Inflationsschub
in Gang setzt. Grundsätzlich do-
kumentiert der österreichische
Schritt nur wieder einmal, daß
sich feste Wechselkurse eben nur
so lange halten lassen, wie keine
Spannungen an den Devisen-
märkten auftreten. Österreich
wird sicherlich nicht das letzte
Land sein, das daraus Konsequen-
zen zieht."
Die „Frankfurter allgemeine
Zeitung" schreibt zu dem Thema:
„Wie weit der Schritt Österreichs
wesentlich die B inne nkonjunktu r
und den Preisauftrieb zu dämpfen
imstande ist, läßt sich noch nicht
absehen. Ob sich deutsche Urlau-
ber davon abhalten lassen wer-
den, wegen der kleinen Aufwer-
tungsrate ihr Reiseziel zu ändern,
ist kaum anzunehmen. Es ist je-
doch in der derzeitigen Lage an
den Devisenmärkten aber zu fra-
gen, ob solche Alleingänge nicht
dazu angetan sind, die Nervosität
und die Unruhe zu vergrößern,
zumal da bei solchen Anlässen
meist auch andere Währungen ins
IMME-DISCOUNT „Wohnen zum Mitnehmen"
Gerede kommen."
der neue Direktverkauf von Möbel-Pfister.
Ei erfog rei ches Jahr für
Ab heute kann schöner, besser und
die aiffeisenbank ard
behaglicher Wohnen noch rascher
erfolgen. Für den ganz en W ohnbe-
reich, also Wohnen, Essen und
Schlafen, bi etet Möbel-Pfister ein
vollständig neues A ngebot in einer
neuen Abteilung: HOME-DISCOUNT.
Sie ist übrigens aus der MP-Selbst-
bedienung hervorgegangen. — Auch
hier gilt: „Alle finden, was sie su-
chen." Jung, modern, rustikal, stil,
konventionell.
Damit das „Wohnen-zum-Mitneh-
men" auch wir klich möglich ist, sind
alle Artikel mitnahmebereit ver-
packt. Die neue Wohnfreude kann kann