Skip to main content

Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

sc lä 
nun oc 
en 
Wien.— .Nationalratspräsident 
Anton Benya überreichte gestern 
den beiden freiheitlichen Abge-. 
ordneten zum Nationalrat, Wer- 
ner Melter und Dr. Otto Scrinzi, 
das Goldene Ehrenzeichen für 
Ausschuß Verdienste um die Republik 
Österreich. Die Verleihung er- 
folgte um 18 Uhr im Empfangs- 
saal des Präsidenten in Anwesen- 
heit der stellvertretenden Natio- 
nalratspräsidenten und der' drei 
Klubobmänner. 
Der Vorarlberger Abgeordnete 
Werner.Melter ist in seiner lan- 
gen politischen Tätigkeit stets 
Vorkämpfer moderner Sozial- 
ideen, wie etwa der Forderung 
nach arbeitsrechtlicher GleiCh- 
stellung von Arbeitern und 'An- 
gestellten, nach Partnerschaft und 
Mitbestimmung sowie einer zeit- 
gerechten Familienpolitik gewe- 
sen. Melter ist Sozialsprecher der 
FPÖ und gilt als überaus aktiver 
Goldenes Ehrenzeichen 
Abgeordneter. 
für Werner Melter 
Wien — Der 15er- 
der ÖVP be- 
den 
sc hloß gestern 
Entwurf eines Initiativ- 
antrags für ein Ver- 
fassungsgesetz, betref- 
fend den Datenschutz. 
Dieser Antrag wird, 
voraussichtlich im Ju- 
ni im Nationalrat ein- 
gebracht. Durch ein 
solches Gesetz, das die 
Grundsätze enthalten 
und von einem Durch- 
führungsgesetz, das sich 
bei der ÖVP ebenfalls 
in Ausarbeitung befin- 
wird, sollen die Bür- 
det, ergänzt w erden 
ger vor dem Miß- 
brauch elektronisch ge- 
speicherter Angaben, 
die ihre Lebensverhält- 
nisse betreffen, ge- 
schützt werden, teilte 
Abg. Prof. Ermacora 
mit. 
Bereits jetzt wür- 
den in Österreich 
schon die verschieden- 
sten Daten über die 
einzelnen Staatsbürger 
in EDV-Anlagen ge- 
speichert und das In- 
nenministerium arbeite 
eines staatlichen Per- 
an der Einführung 
sonenkennzeichens auf 
der Basis der Sozial- 
versicherungsnummer. 
Die „Verdatung des 
Bürgers" ohne entspre- 
che nden Datenschutz 
sei beunruhigend. Die 
Bestimmungen der 
Amtsverschwiegenheit 
seien ungenügend, weil 
die elektronische Da- 
tenverarbeitung eine 
„neue Qualität" dar- 
stel le, vor der nicht mit 
den klassischen Mit- 
teln geschützt werden 
könne. 
Kongreß des Verbandes landwirtschaftl. Produzenten   
Heimische Nahrungsmittelversorgung 
im internationalen Vergleich sehr gut 
re prägt Israel 
aalt* ufr 
ruppentr n un 
ie Staatsbetriebe immer 
unkte für 
tiefer in die roten Zahlen 
Wien — Eine langjährige Über- 
sicht über den Wirtschaftserfolg 
der Bundes- und Monopolbetriebe 
zeigt, daß der Abgang zwischen 
1966 und 1969 eine sinkende Ten- 
denz aufgewiesen habe, seither 
aber wieder in starkem Ansteigen 
begriffen ist. Ohne Berücksichti- 
gung des Bundeszuschusses für 
die Pensionen der Bundesbahnen 
habe der Abgang aller Bundesbe- 
triebe 1968 3 Milliarden Schilling, 
1989 1,7 Milliarden Schilling be- 
tragen. Von da an sei er wied er 
auf 3 Milliarden Schilling im Jahr 
1970, auf 4,3 Milliarden im Jahr 
1971, auf 4,2 Milliarden Schilling 
schlag) 6,8 Milliarden Schilling im 
im Jahr 1972 und auf (Voran- 
Jahre 1973 angestiegen. Die Schät- 
zunge n für 1974 gehen in; Rich- 
tung einer ähnlichen Größenord- 
nung. 
Aktive Ergebnisse hätten vor- 
wiegend die Bundesapotheken, das 
Salz-Monopol (bis 1971), das 
Branntwein-Monopol, das Glücks- 
spiel-Monopol, das Hauptmünz- 
amt und die Bundesforste gehabt. 
Die negative Gesamtbilanz kom- 
me vor allem aus den Abgängen 
der Staatsdruckerei, der Bundes- 
theater, der Post- und Telegrafen- 
anstalt sowie der Österreichischen 
Dienstag, 21. Mal 1974 
Bundesbahnen. 
(Fortsetzung von Seite 1) 
sind. Die 
wendungen un statth aft 
Parteienbudgets müss en schließ- 
lich auch der Kontrolle unterlie- 
gen. 
Jene „Freiwilligen", die bisher 
die bürgerlichen Parteien mit er- 
ha- 
heblichen Summen bedacht 
ben, werden nicht unglücklich 
sein, wenn ein Steuerriegel ihre 
Spendierfreude dämpft. Schon in 
Jahren sind solche Zu- 
den letzten 
wendungen dank der wachsenden 
Sorgen in der Wirtschaft geringer 
geworden. Und sie nehmen wei- 
ter ab, wie sich gerade 
im anlau- 
fen den Vorarlberger Landtags- 
wahlkampf herausstellt. Mit Ursa- 
che 
ist auch, daß in kurzer Zeit in 
unserem Lande manch Zahlungs- 
fähigen gleich zweimal Zeitungs- 
finanzierungen im Gesamtrah- 
men von 
etwa 
zwei Dutzend Mil- 
lion en Schilling zugemutet wur- 
den. Diese Summen fehlen, viel- 
leicht bis zum St. Nimmerleinstag. 
Aber auch solche Fehler emo- 
Kurzsichtigkeit dürfen 
tioneller 
dennoch nicht einschneidend die 
politischen Kräfteverhältnisse be- 
stimmen. Auch in Wien hat Bür- 
germeister Slavik sich eine eigene 
„Neue Zeitung" geschaffen und 
dafür fünf bis sechs Dutzend Mil- 
we- 
lionen eingebuttert. Das 
hat 
die Zeitung gerettet, 
der ihn noch 
jedoch die Parteikassa hart bela- 
stet. 
Man muß realistisch genug sein, 
eine Generalbereinigung der Par- 
teienfinanzierung zu fordern, um 
die Chancengleichheit für die Zu- 
kunft sicherzustellen. Geld darf 
nicht allein die Zusammensetzung 
in Nationalrat und Landtagen be- 
stimmen. 
Auszuräumen sind alle mögli- 
chen Dunkelräume fließender 
Provisionen und auch aufgeschlüs- 
selter Zuwendungen, die oft alt- 
gew ohnt fein verpackt werden. 
hat Verständnis für 
Der Bür ger 
offizielle Geldzuwendungen an 
Parteien, aber er will auch wissen, 
daß alles genau kontrolliert wird 
und die Demokratie gera de in 
transparent ist. 
diesem Punkt sehr 
Noch kein Wahlergebnis 
in Au stralien 
(Reuter) — Das End- 
Canberra 
ergebnis der Parlamentswahlen in 
Australien wird möglicherweise erst 
in etwa 14 Tagen feststehen. Wahl- 
leiter Frank Ley erklärte dazu am 
Montagmorgen in Canberra, allein 
die Einbeziehung der etwa 100. 000 
Briefwahlstimmen in die Berechnung 
des Ergebnisses könne diese Zelt in 
Anspruch nehmen. Das endgültige 
Ergebnis der Wahlen zum australi- 
schen Senat werde aufgrund des 
komplizerten Wahlsystems vermut- 
lich sogar erst in einem Monat er- 
Wien (APA) Aufgrund der gestri- 
rechnet sein. 
gen Äußerungen der bei den Präsi- 
dentschaftskandidaten dürfte es 
doch zu einer TV-Konfrontation vor 
den Wahl en kommen. Nachdem Au- 
ßenminister Dr. Kirchschläger in 
seiner Pressekonferenz in Wien ge- 
stern betont hatte, daß er stets zu 
einer Diskussion vor dem Bild- 
(APA) Vor dem Hintergrund 
einer angespannten Nahrungsmittel- 
versorgung finde die 20. Generalver- 
sammlung.; des, internationalen Ver- 
ban des der landwirtschaftlichen Pro- 
duzenten statt, erklärte gestern 
Landwirtschaftsminister . Dipl.-Ing. 
Dr. Oskar Weihs in Baden bei Wien 
anläßlich der Eröffnung des Kon- 
gresses, an dem rund 300 Delegierte 
aus über 40 Ländern teilnehmen. Wie 
der Minister weiter meinte, bestim- 
men Versorgungsprobleme und Ver- 
teilungsschwierigkeiten bei wichtigen 
Grundnahrungsmitteln seit Monaten 
die Situation auf dem Weltagrar- 
markt. 
Demgegenüber stelle sich die Si- 
tuation in Österreich vergleichsweise 
positiv dar, betonte Minister Weihs. 
Der unternehmerischen Fähigkeit 
und Mobilität, sowie dem Fort- 
schrittsdenken der bäuerlichen Fami- 
lien sei es nämlich in erster Linie zu 
sch irm 
verdanken, daß Österreich trotz un   
bereit sei, erklärte Dr. Lug- 
ger auf seiner Wahlreise durch 
Salzburg, daß er zwar eine solche 
Diskussion für ungünstig halte, aber 
„aus Gründen der Fairneß" bereit 
sei, seinem Gegenkandidaten die 
Möglichkeit zu einer TV-Diskussion 
zu geben, falls er zu einer solchen 
herausgefordert werde. 
terschiedlichster geographischer und 
klimatischer Produktionsbedingungen 
seit vielen Jahren eine beachtenswer- 
te Kontinuität in der Versorgung mit 
Respekt und Anerkennung verdiene. 
Die „Familie Österreicher" verzehrte 
im Jahre 1973 immerhin 8190 Mil- 
liarden Kalorien, von denen 80 Pro- 
zent aus der inländischen Erzeugung 
stammten. 
nnnnnnnnnn nnnnnnnnnn 
Kurz gelacht 
Als der Kellner das Schnitzel 
bringt, sagt der Gast: „Hören 
Sie, das Schnitzel riecht ja 
nach Schnaps." 
Der Kellner tritt einen gro- 
ßen Schritt zurück und' fragt: 
Während Dr. Lugger seine Reise 
„Jetzt auch noch?" 
durch die Bundesländer fortsetzt, 
ste llte sich gestern vormittag Außen- 
minister Dr. Kirchschläger in der 
Wiener Concordia den Journalisten. 
Die Pressekonferenz galt zwar dem 
Präsidentschaftskandidaten Kirch- 
schläger, zahlreiche Fragen betrafen 
In 
jedoch auch den Außenminister. 
seiner Eigenschaft als Präsident- 
schaftskandidat versicherte Doktor 
Kirchschläger erneut, daß er keiner- 
lei Qualifikation über seinen Gegen- 
kandidaten abgeben wolle. Doktor 
Kirchschläger war auch nicht bereit, 
zur Heimwehr-Zugehörigkeit Doktor 
Luggers Stellung zu nehmen, er 
meinte lediglich, daß es nie auf die 
Zugehörigkeit, sondern immer auf 
die Persönlichkeit ankomme. Außer 
einem neuerlichen Bekenntnis zu ei- 
nem fairen Wahlkampf behielt sich 
Dr. Kirchschläger für den Fall seiner 
Wahl vor, bei etwaigen Regierungs- 
bildungen alle Möglichkeiten aus- 
schöpfen zu können. 
Dr. Kirchschläger bekräftigte auch 
die Notwendigkeit einer bewaffneten 
Neutralität mit Zustimmung der Be- 
völkerung und bezeichnete es als 
Aufgabe eines Bundespräsidenten, 
das Vertrauen des Auslandes in die 
österreichische Neutralität zu stär- 
ken. 
Tagesheimschule 
als Schulversuch 
Wien (APA) Unterrichtsminister 
Dr. Fred Sinowatz hat die Tages- 
heimschule, die eine Alternative zur 
Ganztagsschule darstellt, in das offi- 
zielle Schulversuchsprogramm auf- 
genommen. Der Schritt des Ministers 
sei auf Initiative der Frauenorgani- 
sation des ÖAAB erfolgt, teilte ge- 
stern die neue Frauenreferentin des 
ÖAAB, Maria Fuchs, in einer Presse- 
konferenz mit. 
Die Tagesheimschule unterscheide 
sich, wie die ÖAAB-Funktionärin 
erläuterte, von der Ganztagsschule 
grundsätzlich. Der Besuch einer'Ta- 
 aus 
esheimschule soll solchen Kindern 
ihrer persönlichen Situation her- 
aus wünschen. Die Aufnahme in die 
Tagesheimschule baue grundsätzlich 
auf einer freiwilligen Entscheidung 
der Eltern auf, die eine entsprechen- 
de Begründung voraussetzen. Im Ge- 
Wien gensatz dazu ist die Ganztagsschule 
eine Schule, die den täglichen Besuch 
von 8 bis etwa 17.00 Uhr als Pflicht 
. 
ziy , Voraussetzung. 
:4 
ÖVP legt eigenen Entwurf zu Datenschutzgesetz vor   
2 
3/erdatum' beunruhigend 
	ufWel 	ee 
srne itt 1 a 
	die 
ermöglidet,everdenideren Eltern diese 
Grundnahteng 
n , • 
Ministerpräsidentin Golda Meir 
eröffnete gestern im israelischen Par- 
lament eine von der Opposition an- 
beraumte Debatte über die Maalot- 
A ffäre. Eine neue Untersuchungs- 
kommission soll eingesetzt und schär- 
fere Mittel zur Bekämpfung des Ter- 
rors ausgearbeitet werden. 
Die israelische Presse bringt in- 
zwischen zahlreiche Artikel, in wel- 
chen die Unfähigkeit der israelischen 
Sicherheitsorgane in der Maalot- 
Affäre kritisiert werden, besonders 
Von „VN"-Korrespondent 
Svor ay, Tel Aviv 
Yehuda 
da nach Kirjat Schmoneh ein Angriff 
auf Maalot zu erwarten war und doch 
wenig Vorkehrungen in der Stadt ge-. 
troffen wurden. 
Die Vergeltungsmaßnahmen gegen 
Libanon — trotzdem es sich um La- 
ger der Freischärler handelt — wer-, 
den hier nicht kritiklos angenommen. 
Die Aussichten auf Erfolg bei den 
Entflechtungsverhandlungen haben 
sich inzwischen weitgehend verbes- 
sert. Dr. Kissinger, welcher gestern 
wieder nach Damaskus flog, um Prä-` 
side nt Assad die letzte, positive Stel- 
lungnahme der Israelis zu überbrin- 
gen, wurde noch gestern abend zu- 
rück in Jerusalem erwartet. Auch 
wenn es noch gewisse Meinungsver-- 
 diese 
schiedenheiten geben soll, so scheinen 
nunmehr verhältnismäßig ge- 
ring zu sein. 
Folgende Punkte des Abkommens 
scheinen nunmehr ausgearbeitet zu 
sein: 
Kriegsgefangenenaustausch zu 
Beginn der Ausführung des Abkom- 
mens. 
Israel zieht sich aus der wäh- 
rend des Yom-Kippur-Krieges be- 
se tzten Enklave zurück. 
Israel übergibt der UNO ge- 
wisse, während des Sechs-Tage- 
Kriegs (1967) besetzte Gebiete, dar- 
unter die ganze Stadt Kuneitra, zwei 
weitere Dörfer, einige durch israe- 
lische Siedlungen momentan bearbei- 
tete Plantagen, den Hügel Hermonit 
nördlich von Kuneitra sowie den 
Straßenknotenpunkt Rafid im Süden 
der Golan-Höhe samt dem Dorfe 
Butmij a. 
In die von Israel geräumten 
Gebiete wird' die Rückkehr syrischer 
Zivilisten unter syrischer Zivilver- 
waltung erlaubt sein. Die Grenze bei 
Kuneitra wird jew eils durch Zivil- 
polizei beider Lä nder patrouilliert 
werden. 
' 5. Die Hermon-Spitze (2814 m) so- 
wie zwei weitere im Yom-Kippur- 
Krieg durch Israel besetzte Stellun- 
gen sowie der Großteil der an die 
Spitze führenden Straße werden der 
Die zwei Hügel — Bental-Hügel 
UNO übergeben werden. 
und Avital-Berg — westlich von Ku- 
neitra bleiben bei Israel. 
Wie im Abkommen mit den 
Ägyptern wird auch im Golan eine 
Pufferzone hergestellt werden, wel- 
che von UNO-Truppen patrouilliert 
werden wird. Die Truppen werden 
bewaffnet und mobil sein, doch nicht 
den Namen „UN Ermergancy Forces" 
 verlangt, daß die UNO- 
tragen. Israel, 
Truppen nur unter Einverständnis 
beider Seiten abgezogen werden kön- 
nen. 
Zu beide n Seiten der Puffer- 
zone werden — wie an der ägypti- 
schen Front — „Truppenverminde- 
rungszonen" festgelegt werden, in 
welchen nur beschränkte Militärein- 
heiten sich werden aufhalten dürfen. 
Die Einzelheiten sind noch nicht end- 
gültig festgelegt. 
Zwecks endgültiger Definierung 
des Abkommens will Kissinger noch 
einige Male Pendelfahrten Damaskus 
— Jerusalem unternehmen. 
Ministerpräsidents-Kandidat Yitz- 
chak ' Rabin hat inzwischen gestern 
mit der Bildung seiner auf 61 Man- 
date gestützte Regierung, an welcher 
die unabhängigen Liberalen und die 
Liste der Bürgerrechte teilnehmen 
werden, begonnen. Rabin hofft, am 
Freitag Präsident Katzir seine neue 
• 
Regierung vorstellen zu können. 
irdischen Armut. 
Indische Atom-Diva — kein Kontakt zur 
(Karikatur: Zehentmayii Zehentmayii
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.