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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Bands in a Band 
in St. Gerold 
Die drei Konzerte der ORF-Big- 
Band in St. Gerold am Donners- 
tag, 23. Mai (Christi Himmel- 
fahrt), Freitag, 24., und Samstag, 
25. Mai, stehen unter dem Motto 
„Bands in a Band" das heißt, es 
solle n neben der gesamten For- 
mation auch jene prominenten 
kleineren Ensembles vorgestellt 
werden, die aus dem Orchester 
hervorgegangen sind. So wird 
man am Donnerstag abend das 
Fritz-Pauer-Trio und das Art- 
Farmer-Quartett erleben, am 
Freitag werden sich in einem 
„Workshop" verschiedene Grup- 
pierungen in den einzelnen Blä- 
sersätzen sowie im zweiten Teil 
das Erich-Kleinschuster-Sextett 
präsentieren, und am Samstag 
schließlich spielt als Höhepunkt 
die gesamte Band unter der Lei- 
tung von Erich Kleinschuster. 
Alle drei Konzerte (Beginn je- 
weils 20 Uhr) bringen ausschließ- 
lich Jazz moderner Prägung über 
meist eigene Themen der Band- 
mitglieder und werden von Stu- 
dio Vorarlberg für Sendungen in 
ö 3 mitgeschnitten. Als Abschluß 
steht am Sonntag, 26. Mai, eine 
Aufführung von Erich Kleinschu- 
sters „Oberwarter Messe" zusam- 
men mit dem Bludenzer Chor von 
Dr. Gerold Amann auf dem Pro- 
gramm. 
Big-Band-Produktion 
im Dornbirner Studio 
Morgen, Mittwoch, findet im 
Publikumsstudio des ORF-Studios 
Vorarlberg in Dornbirn von 10 
bis 12 Uhr eine öffentlich zu- 
gängliche Produktion mit der der- 
zeit In Vorarlberg weilenden 
ORF-Big-Band aus Wien sta tt. 
Bei freiem Eintritt wird dabei 
Interessenten die Möglichkeit ge- 
geben, im Regieplatz oder im Stu- 
dio selber einer solchen Auf- 
nahme mit einem Profiensemble 
beizuwohnen. Der Leiter der 
ORF-Big-Band, Dr. Erich Klein- 
schuster, wird dazu einige Erläu- 
terungen geben. 
Frühjahrskonzert der 
Feldkircher Liedertafel 
Mit einem ausgewogenen schö- 
nen Programm stellt sich die Lie- 
dertafel Feidielreh ihrem Publi- 
kum am Vorabend des Himmel- 
fahrtstages, am Mittwoch, 22. Mai, 
20,15 Uhr, im Festsaal der Arbei- 
terkammer in Feldkirch vor. Un- 
ter der Leitung von Eugen El- 
säßer bringt die Liedertafel 
Werke von Wittmer, Bachmann, 
Burkhart, Zoltan Kodaly, Schu- 
bert, Mendelssohn-Bartholdy u. a. 
Komponisten zum Vortrag. Ros- 
witha Mätzler-Engelberger als 
Solistin bereichert den Abend mit 
Liedern von Oswald Lutz und 
Georg Hering Marsal. Am Klavier 
(VN - pem) In ihrer Vortragsreihe 
begleitet Walfried Kraher. 
hatte die Vereinigung Vorarlberger 
Akademiker a.M. Freitag im Wirt- 
schaftsförderungsinstitut in Dornbirn 
einen Glanzpunkt. Mit Berichten in 
Wort und Bild über Forschungsrei- 
sen aus 1973 informierte Univ.-Prof. 
Dr. Elmar Vonbank aus erster Hand. 
Sowohl über Ägypten, als Fundgrube 
für Archäologen bekannt, als auch 
über Sowjet-Armenien, über das der 
W esten weniger weiß, gab es eine 
Fülle von Details, die Einblick über 
die Arbeit der Forscher, aber auch 
über die Kulturepochen der Länder 
gewährte. 
Im Namen der VVA (Vereinigung 
Vorarlberger Akademiker) nahm 
Dipl.-Vw. Horst Wratzfeld die Be grü- 
ßung vor. Er bezeichnete das Ergeb- 
nis der Archäologie als einen Anreiz 
zu einer schöpferischen Lebensgestal- 
tung aufgrund der Kulturzeugnisse 
nach Jahrtausenden. Deshalb habe 
sich die VVA diesmal ein archäologi- 
sches Thema zum Ziel genommen. In 
Die Zeiten, wo man sich an der 
einer Zeit der Hast, der Eile, des 
Volksoper um ein echtes Kontrast- 
programm zur Staatsoper bemühte 
und die Ansprüche hochschraubte, 
sind vorbei. Karl Dönchs größte Am- 
bitionen dürften den Kassenrappor- 
ten gelten. Da wird bei der musika- 
lichen Neueinstudierung der „Fle- 
dermaus", die in schönstem Pre- 
mierenglanz erstrahlte, die Rechnung 
zweifellos aufgehen. 
Wohl aus Ersparnisgründen hat 
man die pompöse Ausstattung von 
Walter Hoesslin beibehalten — oder 
vielleicht, weil die von Modezar Fred 
Adlmüller entworfenen Pru nk- 
kostüme das ganze Budget ver- 
schlangen? Oscar Fritz Schuh hat 
seine alte Inszenierung aufgefrischt 
und das mit Witz, Laune und Tempo 
getan. Ohne Leerlauf wirbeln drei- 
einhalb Stunden beschwingt am Zu- 
schauer vorbei. 
Als Rosalinde sah man Wiens 
derzeit wohl idealste Operettendiva: 
die in Bregenz wohlbekannte Mir- 
jana Irosch. Bei ihr fügen sich Aus- 
sehen, Spielfreude und ein pracht- 
vol ler, d unkel tim brie rter Sopran, 
der keine Probleme kennt, zu einem 
vollendeten Gesamteindruck. Daß die 
gebürtige Jugoslawin einen Akzent 
nicht verleugnen kann, ebensowenig 
Der Männergesangverein Lauter- 
ach gab zusammen mit dem Schüler- 
chor der Hauptschule Lauterach im 
Vereinshaus ein Muttertagskonzert. 
Vorstand Hermann Scheiber eröff- 
nete den Abend mit herzlichen Wor- 
wie die reizend-fröhliche Ilonka 
ten an die vielen Gäste, unter weI- 
Szep als Adele, zeigt nur, daß heut- 
zutage Operettensängerinnen nicht 
mehr aus Wien kom men. Das wie- 
nerische Göscherl von Guggi Lö- 
winger (Ida) war allein auf der 
Damenflur. 
Ein prächtiger Eisenstein: Peter 
Minich, ein launiger Gefängnisdirek- 
tor, dem die Anrede wohl anstand: 
Volksoperndirektor Karl Dönch, ein 
Alfred mit Selbstironie: Josef Hop- 
fenwieser, ein jovialer Dr. Falke: 
Robert Granzer, ein komischer Dr. 
Blind: Peter Baille. 
Zum Entzücken des Publikums 
machte sich einer von Wiens jugend- 
lichen Theaterhelden einen Spaß: 
mit weißer Perücke und melancho- 
lisch-hintergründigem Charme un- 
ternahm es Heinz Ehrenfreund, den 
Prinzen Orlofsky nicht nur zu spie- 
len, sondern auch zu singen. 
Zweiter Clou des Abends: Fern- 
sehliebling Heinz Conrads, der jetzt 
fest an der Volksoper engagiert ist, 
gab den Frosch. Er böhmakelte sich 
durch viele alte und einige neue 
Witze, wobei er nie aufhörte, Heinz 
Conrads zu sein. 
Der ideale Operettenabend wurde 
vom Publikum als solcher gefeiert. 
Dr. Renate Wagner 
chen er auch den Vorstand Albert 
Nagel begrüßen durfte. 
Das reichhaltige Programm war 
in zwei Teile gegliedert: In einen 
besinnlichen und in einen heiteren. 
In bunter Reihenfolge sangen die 
Chöre so wohl einmal einzeln, als 
auch gemeinsam. Der Hauptschul- 
chor eröffnete mit dem dreistimmi- 
gen Kanon „Mutter wir gr üßen 
dich". Neben der „Hymne an die 
Nacht" von L. v. Beethoven waren 
Volkslieder aus verschiedenen Bun- 
desländern zu hören. Am langanhal- 
tenden Applaus gemessen, kam das 
Volkslied „Strubobuobo" aus dem 
Bregenzerwald beim Publikum be- 
sonders gut an. Den Text dazu 
schrieb die bekannte Heimatdichte- 
rin Klara' Schwendinger und die 
Melodie stammt vom Vater des 
Chormeisters Elmar Sohm, Ober- 
schulrat Adolf Sohm, der ebenfalls 
unter den Gästen weilte. Am Schluß 
sang 
des ersten Teiles Dir. Hinter- 
egger, begleitet von Dir. Aldo Krem-,   
mel, drei Lieder von Robert Schu- 
mann und begeisterte die Zuhörer. 
Nach der Pause f olgte eine Reihe 
fröhlicher Lie der, darunter eini ge 
Volkslieder aus Kärnten. Einen 
Höhepunkt des zweiten Teiles bil- 
dete das sehr rhythmische „Halle- 
luja" von Siegler, das beiden Chö- 
ren sehr viel abverlangte. Am 
Schluß dankte Vorstand Hermann 
Scheiber all en, die zum Gelingen 
dieses Konzertes beigetragen ha- 
ben, und überreichte aus diesem An- 
laß Blumen an den Chorleiter Elmar 
Sohm, an Hauptschullehrer Kiien, 
der die Lieder mit dem Schülerchor 
einstudierte, und die Solisten Dir. 
des alten Reiches (erstes Drittel des 
bis 3. Dynastie, also aus der Frühzeit versität wieder in Ägypten. Hinteregger und Dir. Kremmel. f. 
3. Jahrtausends vonChristus) stammt. 
Prunkstück der Ausgrabungen war 
ein Löwenzahn. Auch auf die Essens- 
gewohnheiten der Bewohner aus dem 
vorpyramidalen Zeitalter kon nte ge- 
schlossen werden. Vonbank: „Die 
Menschen damals lebten jedenfalls 
‚nicht übel'!" Kleine rundliche 
Schweine, die auf keinen Abbildun- 
gen aufscheinen und von der öster- 
reichischen Forschergruppe aufgrund 
der Funde erstmals nachgewiesen 
wurden, zählten jedenfalls zu den 
Delikatessen. Eine Stallhaltung 
konnte festgestellt werden, die Fi- 
scherei war damals hochentwickelt. 
Tausende Kilogramm Fundmate- 
rial mußte an den Fundstellen zu- 
rückgelassen werden. Ein Drittel 
wurde dem archäologischen Museum 
in Kairo, das ungeheure Schätze 
birgt, überlassen, zwei Drittel wur- 
den nach Innsbruck mitgenommen. 
Auch heuer im März w eilte eine Stu- 
dentengruppe der Innsbrucker Uni- 
Prof. Dr. Elmar Vonbank sprach über archäologische Forschung in Dornbirn 
Neueinstudierte „Fledermaus" an der Volksoper 
Auf den Spuren alter Kulturen 
Idealer Operettenabend 
Muttertagskonzert des MGV Lauterach 
Besinnliches— Heiteres 
übersteigerten Tempos gewänne die 
Archäologie gleichsam als - ausglei- 
chendes Element 'an Bedeutung. 
Seit 1971, so teilte Vonbank mit, 
führe die Universität Innsbruck ar- 
chäologische Ausgrabungen in Ägyp- 
ten durch. Im vergangenen Jahr 
dauerte der Aufenthalt der Inns- 
brucker Forschungsgruppe, in der 
sich hauptsächlich Vorarlberger und 
Tiroler Nachwuchs-Archäologen be- 
fanden, vom 12. März bis 6. April, 
vorwiegend in Gizeh bei Kairo, bei 
Alexandria und Luxor. Die Schwie- 
rigkeiten, mit denen die Gr uppe zu 
kämpfen hatte, waren Wind und la- 
bile Bodenverhältnisse, die zur Eile 
drängten, wollte man sich nicht durch 
die drohenden Rutschungen um die 
Früchte der Grabungsarbeiten brin- 
gen. 
Die Funde durch die Studenten 
bei den Pyramiden von Gizeh waren 
reichhaltig, und es konnt e bestätigt 
werden, daß das Fundgut aus der 1. 
„Glücklich ist, wer vergißt ..." Peter Minich als Eisenstein und 
Mirjana Irosch als Rosalind in Oscar Fritz Schuhs Neuinszenierung 
	(Foto: 
der „Fledermaus" an der Wiener Volksoper. 
	 
Horowitz) 
Dienstag, 21. Mai 1974 
Seite 21 
26 
Ich fühlte mich in der Falle, sah aber 
doch noch eine Möglichkeit des Entkommens. 
Rasch drückte ich mich um einen Stand, der 
billige Schmucksachen feilbot, und rettete 
mich in den Eingang von ,Drovers Arms', 
vermied jedoch die Bar, die voller Bauern 
war, und schlich mich ins Büro. Hier war ich 
sicher. Es war ein Ort, wo ich immer will- 
kommen war. 
Der Geschäftsführer sah von seinem 
Schreibtisch auf, lächelte aber nicht. „Schau- 
en Sie mal her", sagte er scharf, „vor einiger 
Zeit habe ich Ihnen meinen Hund zur Un- 
tersuchung gebrac ht und habe nach ent- 
sprechender Zeit eine Rechnung von Ihnen 
bekommen." Ich zuckte innerlich zusammen. 
»Ich habe rechtzeitig bezahlt und war höchst 
überrascht, heute morgen dieselbe Rechnung 
 habe 
von Ihnen noch ein mal zu bekommen. Ich 
hier eine Quittung, unterschrieben 
von..." 
Länger hielt ich es nicht aus. „Entschuldi- 
gen Sie, Mn Brooke, aber es ist ein Irrtum 
unterlaufen. Ich werde es in Ordnung brin- es. Der le 
gen. Entschuldigen Sie vielmals." 
Während der nächsten Tage war das un- 
ser üblicher Refrain, aber das peinlichste 
Erlebnis hatte Siegfried. Es passierte in der 
Bar seines Lieblingslokals, des Schw arzen 
Schwans. Billy Bre,dcenridge, ein freundlicher, 
lustiger, kleiner Kerl, eine der Honoratioren 
von Darrowby, trat auf ihn zu. „He, weißt 
du noch die drei Schilling sechs, die ich für 
eure Operation bezahlt habe? Jetzt hab ich 
nochmal eine Rechnung dafür bekommen." 
Siegfried entschuldigte sich — darin hatte 
er Übung — und zahlte dem Mann einen 
Schoppen. Sie trennten sich freundschaftlich. 
Das Unglück wollte, daß Siegfried, der sich 
selten an etwas erinnerte, dies auch vergaß. 
Einen Monat später traf er — wiederum im 
,Schwan' — von neuem mit Billy Brecken- 
ridge zusammen. Diesmal war Billy nicht so 
lustig. „Hör mal, weißt du noch die Rech- 
nung, die du mir doppelt geschickt hast? 
Also, jetzt hab ich sie noch mal bekommen." 
Siegfried tat sein Beste s, aber an den klei- 
nen Mann war sein Ch arme verschwendet. 
Er war gekränkt. „Also gut, ich sehe, du 
glaubst mir nicht, daß ich die Rechnung be- 
zahlt habe. Ich hatte dafür eine Quittung 
von deinem Bruder, hab sie aber verloren." 
Er schob Siegfrieds Einwände beiseite. „Nein, 
nein, da gibt's nur eine Möglichkeit, die 
Sache in Ordnung zu bringen. Ich sage, ich 
hab die Rechnung bezahlt, du sagst, ich hab's 
nicht getan. Also gut, knobeln wir darum." 
Siegfried protestierte, Billy aber beharrte 
 hervor 
auf seinem Vorschlag. Er zog einen Penny 
und balancierte ihn sehr geschickt 
auf seinem DaumennageL „Also los, du 
wirfst." 
„Kopf",murmelte Siegfried, und Kopf war 
in Mann verzog keine Miene. Im- 
mer noch voller Würde überreichte er Sieg- 
fried das Geld. ‚Damit dürfen wir die Sache 
wohl als erledigt ansehen." Er verließ das 
Lok al. 
Nun gibt es die verschiedensten Arten von 
schlechten Gedächtnissen, aber Siegfrieds 
war beispiellos. Er vergaß, diesen Abschluß 
einzutragen, und am Ende des Monats be- 
kam Billy Breckenridge die vierte Rechnung 
über den Betrag, den er schon zweimal be- 
zahlt hatte. Bald danach wechselte Siegfried 
das Lokal und ging statt dessen zu ,Cross 
Keys'. 
Als der Herbst in Winter überging und auf 
den Gipfeln der erste Sc hnee lag, wurde die 
Praxis in diesen Tälern beschwerlich. 
Manchmal mußte man stundenlang mit 
halberfrorenen Füßen fahren, dann im schnei- 
de nden Wind zu den hochgelegenen Ställen 
hinaufklettern. Und dann immer wieder in 
zugigen Gebäuden den Oberkörper entblößen, 
sich Brust und Hände mit kratziger Seife 
und oft nur einem Stück Sackleinwand als 
Handtuch in Kübeln kalten Wassers waschen! 
Zum ersten Mal lernte Ich aufgesprungene 
Hände kennen. Wenn es viel Arbeit gab, 
wurden meine Hände eigentlich nie trocken, 
und die kleinen roten Risse krochen mir fast 
bis zum Ellbogen hinauf. 
In solchen Zeiten wurde die Arbeit an den 
Kleintieren zu einer hochwillkommenen Ab- 
wechslung. Man durfte ein Weilchen mit der 
harten täglichen Routine aussetzen, ein gut 
geheiztes Wohnzimmer betreten statt eines 
Wohnzimmern war keines so bezaubernd 
Kuhstalles. Und unter all diesen behaglichen 
wie das der Mrs. Pumphrey. 
Mrs. Pumphrey war eine ältliche Witwe. 
Ihr verstorbener Mann, ein Bier-Magnat, 
dessen Brauereien und Wirtshäuser über 
ganz Yorkshire verstreut waren, hatte ihr 
ein großes Vermögen und ein prächtiges Haus 
in einem der Außenbezirke von Darrowby 
hinterlassen. Hier lebte sie mit einem Stab 
von Dienstboten, einem Gärtner, einem 
Chauffeur und mit Tricky Woo. Tridky Woo 
war ein Pekinese und der Augapfel seiner 
Herrin. 
Als ich jetzt vor der prächtigen Haustür 
sta nd, wischte ich verstohlen meine Stiefel- 
spitzen an der Rückseite meiner Hosen ab 
und blies mir in die kalten Hände. Fast 
greifbar sah ich schon den tiefen Lehnstuhl 
dicht vor dem lodernden Kaminfeuer, den 
Teller mit den Cocktailplätzchen, die Flasche 
Des 
ausgezeichneten Sherrys. 
Sherrys wegen 
war ich sorgfältig bemüht, meine Besuche 
auf eine halbe Stunde vor dem Lunch zu le- 
gen. 
Ein Mädchen machte mir auf, strahlte mich 
als einen geehrten Gast an und führte mich 
in das mit kostbaren Möbeln ausgestattete 
Wohnzimmer, wo überall illustrierte Zeit- 
schriften und die neuesten Romane herum- 
lagen. Mrs. Pumphrey in einem hochlehnigen 
Stuhl am Kamin legte mit einem Freuden- 
schr ei ihr Buch nieder: „Trlcky, Triez, da 
kommt dein Onkel Herriot!" Ich war sehr 
bald zum Onkel ernannt worden, und da ich 
die Vorteile dieser Verwandtschaft begriff, 
hatte ich nichts dagegen einzuwenden. 
(Fortsetzung folgt) folgt)
	        
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