Eine dieser Weinflaschen (im Bild unten) ist ein „Kuckucksei", worüber
sich der Besitzer des stimmungsvollen Hofes in Rust, Burgenland, recht
empört zeigte. Siehe nebenstehenden Beritht. (Fotos: E. Boedecker)
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Stacheldraht um das Hote
-1 der
chilenischen Mannschaft, ein
striktes Alkoholverbot und ein
Versammlungsverbot *während
der kommenden WM-Spiele las-
sen Berlin eher als Kriegsschau-
platz denn als Heimstätte des
völkerverbindenden Sports er-
scheinen. Die Westberliner Si-
cherheitsbehörden weisen jedoch
auf die Gefahr möglicher An-
schläge linker und rechter Extre-
misten aller Spielarten hin, wo-
bei vor allem das chilenische
Team und die Auswahl • der DDR
unter. Sonderbewachung gestellt
werden müssen.
Die Behörden" ließen sich auf
nichts ein. Das Schloßhotel Glie-
nicke, wo die Chilenen Quartier
beziehen, wurde mit Stachel-
drahtrollen abgesichert. Alle mit
der Vorbereitung und Durchfüh-
rung der Spiele befaßten Perso-
nen vom Veranstaltungsleiter
über die Techniker bis zur Toi-
lettefrau erhalten . Sonderaus-
weise, die scharf kontrolliertwer-
den.
An den drei Spieltagen -- am
14. Juni Chile — BRD, am 18.
Juni DDR — Chile, am 22. Juni
Chile — Australien — herrscht in
Berlin Versammlungsverbot • in
Kilometern um das Olympiasta-
einem Umkreis von eineinhalb
dion. Der Verkauf alkoholischer
Getränke einschließlich von Bier
ist untersagt, alkoholfreie Ge-
tränke werden nur in Bechern
abgegeben. Den Behörden sitzt
von München und Fürstenfeld-
die Erinnerung an das Massaker
bruck im Nacken, bei dem 1972
der olympische Fried e brutal ge-
brochen wu rde. Zwei J ahre, spä-
ter ist die BundeSrepublik Wie.;
der Schauplatz eines sportlichen
Großereignisses.
Montag, 2t Mal 197;
Chiles WM-Hauptquartier — hinter Stacheldraht. (Funkbild VN/UPI)
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Trip zum Südpol
Der Einsturz eines fünfstöckigen Büroneubaus in der Innenstadt von
Kuwait hat nach A ngaben der Behörden vermutlich das Leben von
20 Bauarbeitern gefordert. Das Gebäude stürzte am Sonntag kurz per
Sonnenaufgang in sich zusammen, als die Bauarbeiter, unter ihnen zahl-
reiche Gastarbeiter aus dein Iran, gerade im Begriff waren, sich ihr Früh-
stück zu bereiten. Erste Befürchtungen, daß bis zu 150 Arbeiter bei dem
Unglück zu Schaden gekommen sein könnten, bewahrheiteten sich nicht,
Auch eine Meldung des kuwaitischen Rundfunks, es seien bereits 18 Lel-
chen geborge n w orden, wurde inzwischen von der Polizei dementiert.
Wie der kuwaitische Staatsminister Abdel-Asis Hussein zu mittag er.
klärte, seien bisher vier Arbeiter tot und zwei lebend geborgen worden.
Die Gesamtzahl der Opfer könnte etwa 20 betragen. Die Suche nach
etwaigen weiteren überlebenden werde mit Hochdruck fortgesetzt, Die
Ursache des Einsturzes ist bisher ungeklärt.
In Hongkong Hongkong endete eine Geiselaffäre mit der
Festnahme eines
Südvietnamesen, der 11 Geiseln 18 Stunden lang in einer Bank
gefangen hielt, ohne Blutvergießen. Der 30jährige mußte von der
Ein Superflughafen soll in der
Polizei in Sicherheit vor der wütenden Menge gebracht werden.
Antarktis errichtet werden. über
dieses kühne Projekt berichtete vor
kurzem ein New Yorker Wirtschafts-
magazin. Danach plant die argentini-
sche Luftwaffe den Bau, der 20 Mil-
lionen Dollar verschlingen wird. Das
Projekt hat bereits zahlreiche Inter-
essenten gefunden. So will die Quan-
tas den Antarktisflughafen auf einer
neuen Südpolroute, die die Flugzeit
zwischen Südamerika und Australien
um fünf Stunden verkürzen würde,
für Tankzwischenstopps regelmäßig
anfliegen.
Italien: Benzin noch t eurer
Italien wird wahrscheinlich im
Juli erneut den Benzinpreis her-
aufsetzen. Dies verlautete am
Samstag aus Regierungskreisen.
Die Erhöhung soll etwa 20 Lire
betragen. Bisher kostet Super-
benzin 260 Lire. Rom verspricht
sich mit der Preiserhöhung vor
allen Dingen eine Drosselung des
Benzinkonsums und damit eine
positive Auswirkung auf die ka-
tastrophal defizitäre Zahlungs-
bilanz.
Italiens Uhren gehen vor:
Seit gestern Sommerzeit
In Italien sind gestern (Sonntag)
die Uhren auf Sommerzeit umgestellt
worden. Die Sommerzeit ist der
Stunde voraus.
MEZ
um eine
ohne hin genug des grausamen Spie ls
sei.
Shirley Turner will weiter eine
strenge Diät einhalten, bis sie ihr
„Bikiniziel", 58 Kilo, erreicht hat. Mit
einer Nebenwirkung muß sie noch
fertig werden: „Ich würde gerne lä-
cheln, aber das schmerzt zu sehr."
ißbr uc
Empört ist man im Storchenpa-
radies Rust am Neusiedler See.
Schuld daran ist ein sogen annt er
„Ruster Blaufränkischer", der in den
westlichen Bundesländern auf den
Markt geworfen wird. Was der Kon-
sument da in der 1-Liter-Flasche mit
nach Hause nimmt, ist keinesfalls
auf jenen Weinbergen gewachsen,
deren Besitzer Paul Huber seinen
international bekannten Hof unwis-
sentlich als Etikett zur Verfügung
stellte.
„Man hätte mich wenigstens fra-
gen können", meint Huber empört.
„Das alles ist Betrug. Wer diesen
Wein kauft, glaubt, ich hätte ihn
erzeugt!" Der gutgläubige Konsu-
ment ersteht eine Flasche in der An-
nahme, es handle sich um echten,
qualitätsgeprüften „Burgenländer".
Dafür, meint er, bürge schon das
Etikett. Mit einem der ältesten Höfe
Rusts versehen, auf den der Besitzer
Paul Huber mit Recht stolz ist. Um-
so empörter -ist er, daß er so' hinters
Licht geführt wurde. Er wußte nic hts
von der Aktion, kann mit Sicherheit
Eine „gute Nase" bewies Polizei-
sagen, daß der angepriesene Wein
hund Martin am Freitag auf dem
in
Leonardo-da-Vinci-Flughafen
Rom: Der auf „Hasch" spezialisierte
Labrador machte, wie die Polizei be-
richtete, 54 Kilogramm in 30 Päck-
chen verpac ktes Haschisch in von
Beirut nach Kopenhagen bestimmten
Koffern ausfindig.
Wie die Polizei bekanntgab, wur-
den die Koffer wied er in die SAS-
Maschine verladen und die Interpol
nicht von ihm stammt. „Denn',
meint er, „so viel hätte ich ja gar
n icht. Bei mir wird auf Qu alität,
nicht auf Quantität Wert gelegt.
Der Betrug ist sozusagen ein dop-
pelter. Der Käufer wird verleitet, et-
was zu kaufen, das nicht seinen Vor-
stellungen entspricht. Und vor allem
aber schadet diese Aktion dem Ruf
der Ruster Weinbauern.
„Stellen Sie sich einmal vor", em-
pört sich Gatt in Margarete, „un ser
Hof ist doch weit über die Landes-
grenzen hinaus bekannt, Hier wur-
den Filme gedreht. Fidelio zum Bei-
spie l, oder ,Die Reise' mit Yul Bryn-
ner. Der war von unserem Wein
übrigens begeistert. Und täglich kom-
men Autobusse aus allen Bundes-
ländern. Aus Deutschland und der
Schweiz. Glauben Sie, daß die noch
kommen, wenn sie irgendeinen Su-
permarktwein ,mit unserem Hof (als
Etikett) getrunken habe n?"
Man rechnete ganz offensichtlich
damit, daß das Ehepaar Huber von
dem Schwindel nichts merken würde.
Kunst für einen als 'Touristen ge-
tarnten Mann. Und wie, oft kommt
ein burgenländischer Bauer schon in
den Westen ...
Aber das war nun einer jener be-
rühmten ,Zufälle, daß Paul Hubers
Neffe in Innsbruck beheimatet ist
Einen „Ruster" im Geschäft erblick-
te und so den Stein ins Rollen bräch'
te ... Paul Huber kennt keinen Par-
don. Er will jene, die seinen Hof für
ein Nicht-Huber-Wein-Etikett ge-
brauchten, vor Gericht bringen. Und
ganz Rust steht hinter ihm: „Da muß
endlich etwas unternnommen wer-
den. Wir lassen uns unseren Ruf
nicht schädigen!"
Die Ruster Weinbauern kämpfen
seit Jahren darum, daß ihr Wein
nur „echt" als Ruster gekennzeichnet
auf den Markt kommt. Aber selbst
mit Weingütesiegeln, die dafür bür-
gen sollen, wird Unfung getrieben.
„Ich werde klagen", sagt Huber noch-
mals. Es geht schließlich um die Ru-
ster Ehre. Und über ihren Wein las-
sen die Burgenländer nichts kom-
Den Hof zu fotografieren ist keine men ...
(Elfi Boedecker)
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an
,können. Die Radikalkur hatte Erfolg:
Shirley Turner, die vor sechs Mona-
ten noch 112 Kilogramm wog, ist heu-
te um 46 Kilo leichter.
Eigentlich hätte die „Maulsperre"
noch lä nger an dauern sollen, aber
Mrs. Turner litt seit einigen Tagen
unter starken Kieferschmerzen, und
es bestand die Gefahr einer Infek-
„Ich fühle mich herrlich, ich wer-
flüssige Nahrung zu sich nehmen tion. Die Ärzte meint en, daß es
de nie wieder dick werden." Das wa-
ren die ersten Worte der 36jährigen
Hausfrau Shirley Turner aus Cariton
bei Nottingham, nachdem Ärzte ihren
Kiefer von einem Zementpanzer be-
freit hatten, den sie sich im ver gan-
genen November hatte anlegen las-
sen. Die Mutter zweier Töchter im
Teenageralter hatte seither nur noch
benachrichtigt. Man erhoffte sich da-
mit, in Kopenhagen dem „Empfän-
ger" auf die Spur zu kommen.
Schießerei in Bar
Ein Palästinenser, der sich offen-
bar wegen der Kündigung an seinem
Arbeitgeber rächen wollte, hat in
der Nacht zum Sonntag in einer Es-
sener Bar drei Menschen mit Schüs-
sen schwer verletzt.
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