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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Donnerstag, 30. Mai 1974 
Wien/Moskau (VN/APA) 
Der Prä- 
sidentschaftskandidat der SPÖ, 
Außenminister Dr. Kirchschläger, ge- 
stand gestern in einer Aussendung 
der "Sozialistischen Korrespondenz" 
(SK) seine Mitgliedschaft zur ÖVP 
in den Jahren 1945 bis 1947 und 
sorgte damit für eine Wiederbelebung 
der ,,Vergangenheitsdiskussion" der 
beiden Präsidentschaftskandidaten. 
Bundeskanzler Dr. Kreisky erklär- 
te gestern in Moskau gegenüber 
österreichischen Journalisten, er habe 
von der ÖVP-Mitgliedschaft von Dr. 
Kirchschläger nichts gewußt. Wenn 
angehört habe, so sei dies sein de- 
aber jemand vor 28 Jahren der ÖVP 
mokratisches Recht gewesen. 
Er habe nach dem Krieg am Auf- 
bau der österreichischen Demokratie 
mitwirken wollen, sagte Dr. Kirch- 
schläger, und zwar in einer Partei, 
die ihm aufgrund seiner Erziehung 
die richtige zu sein schien. Diese 
Part ei sei dam als die ÖVP gewesen. 
Bereits im folgenden Jahr habe er 
jedoch festgestellt, daß sich die füh- 
renden Persönlichkeiten der ÖVP so 
verhielten, daß er es vor sich selbst 
nicht mehr verantworten konnte, 
Mitglied der ÖVP zu sein. Er habe 
deshalb Anfang 1947 schriftlich 'sei- 
Sinowatz: Schulbau trotz 
nen Austritt aus der ÖVP erklärt. 
Sta ilisierun vorrangi 
Wien — Der Schulbau in Oster- 
reich habe trotz aller Stabilisie- 
rung sbe mühunge n weiterhin Vor- 
rang. Insgesamt stünden in diesem 
Jahr inklusive der im Budgetüber- 
schreitungsgesetz zugebilligten Be- 
träge 990 Mill. S (1970 waren es 388) 
für die Erfüllung des Schulbaupro- 
gramms, das die Realisierung von 
135 Projekten bis 1980 vorsieht, zur 
Verfügung. Rund 60 Prozent davpn 
seien fertig, im Bau oder in Pla- 
nung. Dies erklärte Unterrichtsmini- 
ster Dr. Fred Sinowatz gestern auf 
einer Pressekonferenz. 
53 Schulen mit insgesamt 37. 500 
Plätzen seien bereits fertiggestellt 
(24) oder de rzeit im Bau (29). Dazu 
komme n noch jene 47 Schulen, die 
unabhängig vorn Schulentwicklungs— 
programm 1971 geschaffen. wurden. 
weiterbildende. 
Weitere 21 
Schulen 
des Bundes mit rund 19.000 Plätzen 
sollen nach Maßgabe der M ittel noch 
geplant werden. Die Erklärung von 
Finanzminister Androsch, man habe 
sierungsmaßnahmen im letzten Jahr 
unter Berücksichtigung der Stabili- 
keine neuen Schulbauten in Angriff 
genommen, gelte nur für die aus dem 
normalen Schulbautenbudget bestrit- 
tenen Projekte, nicht für solche, die 
im Leasingverfahren zustande kom- 
men. Seit März 1973 seien acht dieser 
Schulbauten in Angriff genommen 
worden. 
Das Expansionsprogramm nach 
dem Leasingprinzip (der Bund stat- 
tet die gesamten Baukosten im Laufe 
von 15 Jahren ab und trägt 7,5 Pro- 
zent der Zinsen, der Leasingpartner 
stellt den Grund zur Verfügung (be- 
trifft den Bau von neugegründeten 
Schulen). Aus dem normalen Budge t 
werden Aus- und Neuaufbau von 
bereits bestehenden AHS und BHS 
(Allgemeinbildenden und Berufsbil- 
denden Höheren Schulen) finanziert. 
Ziel der Bemühungen sei es, bis 1980 
rund ein Drittel aller 15- bis 19jähri- 
gen in weiterbildenden Schulen un- 
terbringen zu könne n, wobei die 
Mittleren und Höheren Berufsbil- 
denden Schulen den Vorrang haben, 
DDr. Lugger in Feldkirch:   
erläuterte Sinowatz. 
Feldkirch (elv) Im breiten dreitä- 
gigen Programm des österreichischen 
Präsidentschaftskandidaten 
	DDr. 
Alois Lu gger in Vorarlberg war zwi- 
schen Besuchen in Altersheimen, 
Mutter-Kind-Heim in Feldkirch und 
einer K undgebung auf dem Rank- 
weiler Vinomna-Platz gestern Gele- 
genheit für die Presse gegeben, we- 
nige Wochen vor der Wahl, am 23. 
Juni, dem prominenten Nachbarn aus 
Innsbruck Fragen zu stellen. 
Lugger eröffnete mit einem St ate- 
ment: Der Aufenthalt in Vorarlberg 
habe erneut unterstrichen, daß 
Österreich ein kooperativer Bundes- 
staat sei. Vorarlberg habe wieder 
auf ihn durch Eigenart, Schönheit 
und kulturelle Potenz Eindruck ge- 
nur ein starkes Föderalismusdenken 
macht. Doch er habe bis jetzt nicht 
bewiesen, sondern durch seine Mit- 
arbeit in Gremien des Europarates 
auch den Staat Österreich in Europa 
vertreten. Selbst in Frankreich und 
in Italien gehe man wieder vom zen- 
tralistischen Konzept in Richtung 
Regionalisierung ab. Das sei der be- 
ste Weg zur Demokratisierung, weil 
dadurch die Bevölkerung des jew ei- 
ligen Raumes aktiviert werde. 
Im Falle eines Wahlsieges werde 
seine Haltung von drei Säulen ge- 
tragen: Von dem schon erwähnten 
Föderalismus, vom Bekenntnis zur 
republikanischen Staatsform und 
vom Bestreben, die parlamentarische 
Demokratie hochzuhalten. In Öster- 
reichs innerer Integration ging es 
linien zu durchbrechen und abzu- 
darum, die geistigen Demarkations- 
bauen, um die gemeinsame Sprache 
zu verbessern. Er wolle gegebenen- 
falls die Bundesländer regelmäßig 
besuchen und die Bundesländer er- 
muntern, von den Rechten und aber 
auch den Pflichten gegenüber dem 
Bund mehr Gebrauch zu machen. 
Föderalismus sei keine Einbahnstra- 
ße. Lugger bekannte sich erneut da- 
zu, seine Mitgliedschaft bei der 
Österreichischen Volkspartei ruhen 
zu lassen. Auf seine politische Ver- 
gangenheit angesprochen meinte er, 
er habe im Verlauf von 25 Jahren 
nach positivem Ausgleich gesucht! 
und dabei den Blick nach vorne ge- 
richtet. Heute sei Österreich ein 
Staat ohne Existenzsorgen und so llte 
deshalb nicht der Jugend einen po- 
litisch vergifteten Boden vererben. 
Eine Retourkutsche im laufenden 
Präsidentschaftswahlkampf starten 
will die Volkspartei bei allen kom- 
menden Wählerversammlungen für 
ihren Kandidaten Dr. Lugger: Die 
ÖVP wird durch ihre lokalen Man- 
datare bei jeder Versammlung an 
das Zitat Dr. Kreiskys aus der Prä- 
sidentenkampagne Waldheim — Jo- 
nas im März 1971 erinnern, in dem 
Kreisky dem damaligen Außenmini- 
ster als „Diplomatenkandidaten" der 
ÖVP praktisch die innenpolitische 
Qualifikation zum Bundespräsiden- 
ten absprach. Die ÖVP will damit 
Stimmung gegen Minister Kirch- 
schläger. machen. 
Die ÖVP hat ihren Mandataren 
den genauen Text der damaligen 
Anti-Waldheim-Erklärung Kreiskys 
zum allfälligen Gebrauch übermit- 
telt: „Die m eiste Zeit ihrer berufli- 
chen Tätigkeit üben Diplomaten im 
Ausland aus, deswegen bin ich der 
bescheidenen Meinung, ich kenne ja 
diesen Beruf, Bundespräsident soll 
halt einer sein, der sich in Öster- 
reich gut auskennt und weiß, wo die 
Leute in 
Österreich der Schuh 
dr ückt Bruno Kreisky am 30. März 
Wien (VN - bac) Hart auf 
1071." 
hart 
wird es voraussichtlich in der näch- 
sten Präsidialsitzung des Nationalra- 
tes zugehen. Die Regierung will nach 
den niederösterreichischen und den 
Präsidentschaftswahlen in sechs Sit- 
zungstagen rund 40 Gesetze über die 
parlamentarische Bühne bringen, 
darunter acht große „Brocken", von 
denen Parlamentarier erklären, daß 
jeder allein einer Debatte von ein bis 
zwei Tagen bedürfte. Unter der Kal- 
kulation, daß die nächsten National- 
ratswahlen durch die SPÖ doch vor- 
verlegt werden und im Herbst statt- 
finden könnten, hat die Regierung nun 
größtes Interesse dara n, die Mate- 
sen, während der Opposition natur- 
rien bis zum 11. Mai erledigt zu wis- die acht Materien: 
gemäß viel daran liegt, Materien 
allein durch intensive Ausschußde- 
batten zu „schieben". 
Deshalb, me inte etwa gestern 
ÖVP-Abgeordneter Neuner, Mitglied 
des Finanz- und Budgetausschusses, 
zu den „VN", werde die SPÖ nicht 
nur für das neue ORF-Gesetz eine 
Fristensetzung beantragen, sondern 
für andere Materien ebenfalls, damit 
diese das Plenum vor Parlaments- 
schluß erreichen. 
In den vom 26. Juni bis 11. Juli 
angesetzten sechs Plenarsitzungsta- 
gen will die Regierung unter etwa 
40 anstehenden Vorlagen vor allem 
ORF-Gesetz 
Steueränderungsgesetz 1975 
(1 
Preisregelungsgesetz 
Forderungsprogramm der 
Bundesländer 
Mietengesetz 
Lohnfortzahlung für Arbeiter im 
Krankheitsfall 
die Strafrechtsbegleitgesetze und 
das erste Budgetüberschreitungs- 
gesetz (Ausgaben von 1,7 Mrd. 
S) 
durchbringen. 
Das geplante neue Mediengesetz 
soll nach vorläufiger Endredaktion 
und Beguta chtung im Herbst dem 
	Regierung 
Parlament vorgelegt werden. 
ÖVP erinnert Kreisky 
will vor den Ferien acht große Gesetze durchbringen   
eiezuck: 
te 
Gesetz 
udgetüberschreitung 
SCS 
ge 
1,75 rd. geneh igt 
r. Kirchschläger gesteht 
DDr. Lugger hofft 
itgliedschaft zur 115 
auf „denkende Wähler" 
Zu seinen Chancen in Vorarlberg 
erklärte der populäre Olympiabür- 
germeister von Innsbruck, er sei von 
der übera us herzlichen Aufnahme 
angenehm überrascht gewesen und 
schmunzelnd fügte er hinzu, daß er 
am Stichtag, dem 23. Juni, dar auf 
vertraue, daß Vorarlberg ein Land 
der denkenden Wähler sei ... 
Allgemein gesehen rechne er sich 
schon deswegen Ch ancen aus, die 
Bahnen der sozialistischen Bundes- 
präsidenten zu durchbrechen, als sich 
nach langer Zeit beide Kandidaten, 
Kirchschläger und er, zum ersten 
Mal um das höchste Amt im Staat 
den Persönlichkeiten Berücksichti- 
bewerben würden. 
gung fand, obwohl sie es in den 
letzten Woc hen an Loyalität gegen- 
über Giscard nicht mang eln ließen. 
Die deutlichste Bestätigung dieser 
Orientierung ist die Übertragung von 
Schlüsselpositionen an 
außerparla- 
mentarische Persönlichkeiten, von 
denen vor allem eine hervorragende, 
technische Befähigung erwartet wird. 
Giscard d'Estaing folgt hiermit 
be- 
wußt 
und methodisch dem 
amerika- 
nischen 
Beispiel. Der Wirtschafts- und 
Finanzminister, der Erziehungs- und 
der Außenminister unterstehen ihm 
persönlich. 
erste 
ihre 
Aufgabe ist es, sein; 
Politik in die Tat umzusetzen, selbst 
wenn die Verfassung sie zur Verant- 
wortung vor dem Parlament ver- 
pflichtet, sind sie weitgehend jedem 
parlamentarischen und parteipoliti- 
schen Ein fluß entz ogen. Hierzu 
die 
kommt 
Sonderstellung von In- 
nenminister Poniatowski, der als ein- 
ziger Staatsminister bei nahe die Rol- 
le eines Vizepräsidenten spielt und 
zweifellos das einflußreichste Binde- 
glied sein wird zwischen dem Präsi- 
denten und seiner Regierung. 
Werden 
die Gaullisten die über 
ihre schlimmsten Erwartungen hin- 
ausgehende Erniedrigung hinnehmen 
oder es auf eine parlamentarische 
Kraftprobe mit dem Präsidenten an- 
kommen lassen? Giscards Provoka- 
tion der größten Regierungspartei 
war wohlüberlegt und gezielt. Er 
schreckte vor dem Risiko nicht zu- 
rück, weil er sich für den Erfolg sei- 
nes schwierigen Unterfangens unbe- 
dingt und sof ort von der gaullist i- 
schen Hypothek befreien mußte. 
Zwei Trümpfe befinden sich in sei- 
ner Hand. Der eine ist die unwider- 
stehliche Verlockung der Macht für 
alle Parlamentarier, die sich für ihre 
Wiederwahl die solideste Ausgangs- 
position sichern wollen. Dies bedeu- 
tet, daß die hinter Chirac stehende 
Gruppe in nächster Zukunft von 40 
auf über 100 Mitglieder anwachsen 
könnte. Die gaullistischen Führungs- 
kräfte vermögen unter diesen Um- 
ständen die Einheit 
der Par tei nur 
bewahren, 
dann zu 
wenn sie auf die 
Opposition gegen den Präsidenten 
.verzichten. - Dessen zweiter Trumpf 
ist die Drohung mit-Neuwahlen, die 
die parlamentarische Laufbahn zahl- 
reicher Gaullisten beenden würden. 
Diese den Gaullisten aufgezwun- 
gene Gefügigkeit schließt natürlich 
die Aktivität von Heckenschützen und 
lntigranten nicht aus. Giscard darf 
auch nicht übersehen, daß die Auf- 
wertung des Parlaments zur Logik 
des Präsidialregimes gehört. Er wird 
daher recht bald erkennen, daß es 
leichter ist, im Alleingang den Präsi- 
dentensessel zu erklimmen, als im 
notwendigen Wechselspiel mit dem 
Parlament zu regieren. 
Fulbright muß abtreten 
Litt le Rock / Arkansas (AFP) Der 
Vorsitzende des außenpolitischen 
Ausschusses des US-Senats, Senator 
J. William Fulbright, wird nach drei- 
ßigjähriger Karriere von der po liti- 
schen Szene in Washington abtreten 
müssen: Der 69jährige verlor am 
Dienstag in Arkansas die demokra- 
tische Vorwahl für die nächsten Se- 
natswahlen gegen den 48jährigen 
Gouverneur des kleinen Südstaates, 
Dale Bumpers. 
Verlag 
PASSIERT:-->':GLOSSIERT   
zahlt 100 .000 DM 
Hamburg (dpa) Der Verlag 
Gruner und Jahr in Hamburg, 
bei dem das Wirtschaftsmagazin 
„Capital" erscheint, hat dem 
Deutschen Roten Kreuz als frei- 
willige Buße für die inzwischen 
von der Zeitschrift zurückgezo- 
genen Spionageverdächtigungen 
gegen den westdeutschen Verfas- 
sungsschutzpräsidenten Günther 
Nollau 100.000 DM überwiesen. 
Wie der Verlag am Mittwoch 
mitteilte, wurde der Betrag als 
„Ausdruck des besonderen Be- 
dauerns" zur Verfügung gestellt. 
Ein Zusammenhang mit der von 
Nollau gefo rdert en Summe als 
Schmerzensgeld für die Beschul- 
digungen gegen ihn geht aus der 
Veröffentlichung des Verlages 
nicht hervor. 
Als vielleicht zukünftiger Oberbe- 
fehlshaber des Bundesheeres ange- 
ti ppt: Österreichs Verteidigung müs- 
se umfassend und ausreichend sein. 
Der Staat sei innerhalb Europa ein 
Sicherheitsfaktor. Er nehme durch 
die Wirtschaftsverträge an der Auf- 
wärtsentwicklung des Standards 
teil, und er müsse sich auch um die 
Probleme der Dritten Welt kümmern. 
Zum heißen Thetna AKW Rüthi: Er 
würde alle Schritte der zuständigen 
Regierung gutheißen, die Situation 
sei ihm klar. Österreich müsse eine 
klare Haltung in der Außenpolitik 
einschlagen, das sei wiederum nur 
durch eine glasklare Verteidigungs- 
politik möglich. 
Seine persönliche Meinung zum 
Amt: Der Bundespräsident ist eine 
föderalistische Macht, der von seinen 
Rechten nur weise Gebrauch machen 
soll, er werde nicht in Versuchung 
kommen, seine Macht auszuschöp- 
fen, sondern das Gewicht und die 
Würde der Aussage des Bundesprä- 
sidenten soll die Regierung zum, 
Nachdenken und Handeln zwingen. 
Die Hofburg sei bestenfalls der Rah- 
men, niemals aber das Ziel seiner 
Wünsche ... 
ner Neustadt statt. Für Bewerber 
aus den Bundesländern Wien, Nie- 
derösterreich und Burgenland am 
1. Juli 1974, für solche aus Oberöster- 
reich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, 
Steiermark und Kärnten am 8. Juli 
1974. 
Die 1965 errichtete Schule ist ein 
naturwissenschaftliches Realgymna- 
sium mit Vollinternat. Es wird nur 
die Oberstufe von der 5. bis zur 9. 
Klasse mit abschließender Reifeprü- 
fung geführt. Aufgenommen werden 
Schüler, die eine 4. Klasse einer all- 
gemeinbildenden Schule positiv ab- 
geschlossen haben. 
, Interessenten 
werden gebeten, sich direkt an das 
Schulbataillon der Theresianischen 
Militärakademie in Wiener Neustadt 
zu we nden. (Anschrift: Burg, 2700 
Wiener Neustadt, tel. Auskünfte: 
0 26 22 /25 81 bis 85.) 
Eigentumswohnungen 
sollen weiter nur be- 
schränkt vermietet werden 
Wien (APA) Gegen die Beschrän- 
kung des Verfügungsrechtes über 
Eigentumswohnungen in der jüng- 
sten Mietennovelle sprach sich ge- 
stern eine Expertengruppe des Aka- 
demikerbundes in •einer Presseaus- 
sendung aus. Der Akademikerbund 
kritisiert vor allem die Bestimmung, 
wonach Eigentumswohnungen in Zu- 
kunft nur noch unbefristet vermie- 
tet werden kön nen. Dadurch entfalle 
die bisherige Möglichkeit, Wohnun- 
gen zur späteren Benützung für her- 
anwachsende Kinder anzuschaffen 
und diesen Wohnraum in, der Zwi- 
schenzeit anderen Interessenten an- 
zubieten. So llte die Mietennovelle in 
dieser Form verabschiedet werden, 
müsse damit gerechnet werden, daß 
	Eigentumswohnungen 
zahlreiche 
künftig nicht mehr vermietet wer- 
den. 
Holländer wählen 
Gemeindeparlamente 
Mil- 
Den Haag (UPI) Rund neun 
lionen Holländer waren am Mittwoch 
zu Kommunalwahlen in 836 nieder- 
ländischen Städten und Gemeinden 
Meinungsumfra- 
aufgerufen. Letzten 
gen zufolge dürfte der Urnengang 
einen deutlichen Trend zugunsten der 
Arbeiterpartei von Ministerpräsident 
Joop den Uyl bringen. 
Es wird nicht erwartet, daß die 
oppositionelle Liberale Partei — die 
bei den jüngsten Landtagswahlen aal 
besten abschnitt — ihren Erfolg wie- 
Wien (APA) Der Finanz- und 
derholen kann. 
Budgetausschuß behandelte gestern 
zunächst das erste Budgetüberschrei- 
tungsgesetz 1974, welches eine 
Summe von 1,75 Mrd. S vorsieht, 
wodurch sich die Budgetausgaben- 
summe um rund ein Prozent erhöht. 
Der Budgetabgang erfährt durch die- 
ses Gesetz keine Änderung. Vor der 
Verabschiedung mit den St immen 
der Sozialisten wurden in der Aus- 
schußdebatte vor allem die Fragen 
der Bauern, der UNIDO und der 
Familienförderung sowie der-Schul- 
bauten angeschnitten. 
Mit dem Budgetüberschreitungs- 
gesetz wurde auch ein 300-Millio- 
nen-Schilling-Betrag für die Fertig- 
stellung bzw. Realisierung von 
Schulprojekten ermöglicht. In die- 
sem Betrag sind u. a. Mittel für den 
Bau des Bundesgymnasiums Bre- 
genz enthalten. 
Aufnahme in das 
Militärrealgymnasium 
Wien (APA) 
Anfang Juli 1974 fin- 
det wieder eine Überprüfung und 
Vorstellung von Bewerbern für das 
Militärrealgymnasium an der There- 
sianischen Militärakademie in Wie- Wie-
	        
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