Mit Be ginn der wärmeren Jahreszeit wurde auch mit der Außen-
renovierung der Pfarrkirche in Hohenweiler begonn en. Innen ist
die Arb eit so gut wie abgeschlossen, wobei auch ein Teil der frei-
gelegten Fresken restauriert wurde.
(Foto: VN/stp)
Seite 6
FAMILIENCHRONIK
1
Herzlichen Glückwunsch
Bregenz. Der Gründer der See-
taxis und Motorboot-Rundfahrten
auf dem Bodensee, Heinrich Knill,
fe iert morge n die Vollendung des
73. Lebensjahres. Dem rüstigen und
immer gut auf gelegt en Kapi tän
würde man dieses Alter nicht an-
sehe n, er denkt nicht daran, sich in
den Ruhestand zu bege ben, zu sehr
ist er mit den Booten und dem Was-
ser verbunden. Mit seinem ersten
Motorboot „Hermine" machte der
Jubilar schon im Jahre 1930 regel-
mäßige Fahrten von Bregenz zum
Altenrhein, wo damals das Riesen-
flugzeug Dox besichtigt werden
konnte. Auch die „VN" wünschen
Herrn Knill noch viele gesunde
Jahre auf dem Bodensee.
Viele Trauernde
Egg. Auf dem Weg zu seiner Ar-
beitsstätte verunglückte der 22 Jahre
alte Peter Albrecht und verschied
wenig später an den
eae erlittenen Verletzun-
gen. Sein Tod riß in
die Familie eine
schmerzliche Lücke .
Tief bewegt standen
die Eltern und drei
Geschwister sowie
viele Mitbürger am
blumengeschmückten
Grab und nahmen
Abschied. Pfarrer Jo-
sef Jäger schilderte das Leben des
jungen Ma nnes und hob besonders
seine Tüchtigkeit und seine Beliebt-
heit am Arbeitsplatz her vor. Mitar-
beiter und Jahrgänger verabschiede-
ten sich mit ehrenden Worten und
Blumen vom viel zu früh verschie-
denen Freund.
Letzter Abschied
Lauterach. Außergewöhnlich viele
Trauergäste begleiteten die nach
schwerer Leidenszeit im Alter von
56 Jahren verstorbene Hildegard
Berchtold zur let zten Ruhestätte. Die
Verstorbene entstammte der Eisen-
bahnerfamilie Johann Köb. Zuerst
im Haushalt tät ig, war sie dann in
zwei heimischen Großbetrieben be-
schäftigt. Im Mai 1953 bot sie Alois
Berchtold die Hand zum Lebens-
bund, beide zogen dann in das vä-
terliche Haus in der Harder Straße
ein. Ihre ganze Liebe galt dem Gat-
ten und den drei Söhnen. Die from-
me, bescheidene Frau hat in ihrem
Leben viel Gutes getan und sich für
die Mitmenschen allzeit zur Hilfe be-
reitgefunden. Im besonderen war sie
für die Belange der Caritas aufge-
schlossen und half dort oft mit bei
den Haussammlungen. Ihre Jahrgän-
ger, die sich zahlreich an der Beerdi-
gung beteiligten, legten ihr zum Ab-
schied Blumen an ihr Grab. Pfarrer
Alfons Winter, der die Einsegnung
vornahm und den Kondukt führte,
sprach über den Sinn des Leidens
aus christlicher Sicht und rühmte in
sein em Nachruf ihre Frömmigkeit
und das Gottvertrauen.
Aus dem Standesamt
Lauterach: Geburten: Elisabeth des
Walter Reiner; Marco des Walter
Schrott; Silvie des Walter Adami,
ler, Dornbirn; Sladjan des Slobodan
Hörbranz; Andrea des Michael Tha-
Stevanovic, Wolfurt; Esther des Jo-
sef Prugger, Lochau; Ilonka des
Gotthard Gögele, Hörbranz; Thomas
des Günter Meinl, Kennelbach; Mi-
riam des Janes Petrovic, Hard; Frie-
derike des Helmut Messerle, Wol-
furt; Sebastian des Bernhard Mark,
Wolfurt; Andrea des Kurt Hechen-
blaikner, Hard; Rene des Karl Stop-
pel, Buch; Michaela des Werner
Bauer, Kennelbach; Sonja des Mi-
cun Pelevic, Hard; Petra des Wil-
helm Vogel, Hard; Julian des Singar
Knowle, Hard. — Trauungen: Lud-
wig ölz mit Hilda Schwär zler,
Schwarzach; Diplomingenieur Josef
Schwindhackl, Bregenz, mit Adel-
heid Götze; Karl Weiß, Bregenz, mit
Brunhi lde Dietrich; Johann Ober-
hauser, Götzis, mit Roswitha ölz;
Theodor Jennewein, Dornbirn, mit
Christel Eisenegger; Roland Walch
mit Waltraud Bischof. — Sterbefälle:
Rosa Mittelberger geb. Krenkel
(19 02); Anton Heim (1 909); Josef Le-
berl (1900).
Auf Rundfahrt
Altach. Der Nachmittagsausflug
des Kneippvereins wurde ein voller
Erfolg. Der große Bus führte die
Teilnehmer bei herrlichstem Wetter
zu den nahen Schweizer Bergen. Bei
guter Sicht in die Ferne übersah
man das schöne Rheintal und die Bo-
denseegegend. Einen längeren Auf-
enthalt machte man in St. Margre-
then. Gesang mit schwungvoller Kla-
vierbegleitung und gemütlicher Un-
terhaltung gab dem schön verlaufe-
nen Nachmittag in Mäder einen wür-
digen Abschluß.
Nach Unfall verschieden
Koblach. In der Blüte seines Le-
bens, kurz vor Beendigung seiner
Lehrzeit als Mechanikerlehrling,
wurde Peter Wäger nach einem Ver-
kehrsunfall aus dem Leben gerissen.
Im Jahre 1956 als drittes von fünf
Kindern geboren, kam Peter nach
seiner Schälzeit in die Lehre. In be-
scheidenen Verhältnissen aufgewach-
sen, war der Verstorbene auch auf
seinem Arbeitsplatz immer ein ruhi-
ger und pflichtbewußter Mitarbeiter.
Mit seinen Jahrgangskollegen war er
immer in aufrichtiger Freundschaft
verbunden und jederzeit ein guter
Kamerad. Eine große Trauergemein-
de mit Firmenchef Armin Fink und
allen Arbeitskameraden erw ies dem
allzufrüh vom Herrgott abberufenen,
und auf dem Dorffriedhof von
Koblach beigesetzten Mitbürger die
letzte Ehre. Beim Sterbegottesdienst,
den Pfarrer Heinrich Morscher zele-
brierte, wurde des verstorbenen Soh-
nes und Bruders in würdiger Form
gedacht. Nach der Einsegnung nahm
mit bewegten Worten Wolfgang Fitz
für die Betriebsangehörigen von
VW-Fink von dem immer frohen und
gewissenhaften Arbeitskameraden
Abschied und legte ein Blumenge-
binde am Grabe nieder. Für den
Jahrgang 1956 verabschiedete sich
Karlheinz Langer. Wenn ein junger
hof f nungsvol ler Mensch durch einen
tragischen Verkehrsunfall aus dem
Leben scheiden mußte, möge die auf-
richtige Anteilnahme der Bevölke-
rung und der Arbeitskollegen den
großen Schmerz der Eltern und Ge-
Hoher Geburtstag
schwistern etwas lindern. bühl, das 73., und Frau Elise Berk-
Feldkirch. Karl Förster, Liechten-
steiner Straße 17, vollendet am
Pfingstmontag sein 90. Lebensjahr.
Der Jubilar erfreut sich guter Ge-
sundheit und nimmt am öffentlichen
Leben immer noch regen Anteil. Karl
Förster war viele Jahre als Leiter,
der AdministratiOn der- ehemaligen
Bundeslehrerbildungsanstalt in Feld-
kirch tätig. Sein Sohn Otto betreibt
in Feldkirch, Neustadt, ein Friseur-
geschäft. Ein zweiter Sohn des Ju-
bilars ist im Zweiten Weltkrieg ge-
fallen. Wir wünschen dem angese-
henen Mitbürger noch einen unbe-
schwerten Lebensabend.
631:MTLILIE
!WIR REN
Bregenz. Am Pfingstmontag fei-
ern Frl. Fini Feßler, Klostergasse 12,
und Frau Hermine Koler, Quellen-
straße 18, das '75. Wiegenfest.
Lochau. Morgen vollendet Frau
Anna Pfanner, Schwendeweg 7, das
77. Lebensjahr. Am Pfingstmontag
werden Josef Forster, Hörbranzer
Straße 10, 82, und Anton Panhans,
Seehofweg 4, 80 Jahre alt.
Sulzberg: In der Parzelle Schön-
bühl vollendet heute Frau Maria
Stadelmann das 72. Lebensjahr.
Riefensberg. Am Pfingstmontag
vollenden Fridolin Nenning, Weizen-
mann, Schwarzen, das 72. Lebens-
jahr.
Schoppernau. Altpostmeister Leo-
pold Moosbrugger.feiert am Pfingst-
montag seinen 70. Geburtstag.
Hard. Heute vollendet Wwe. Aga-
tha Schwazer, Inselstraße, das 83.,
Jul ius Ar tho, Seestraße, das 78., und
Bartholarnäus Herbst, Ob erer -Ach-
damm, das 74: Lebensjahr. • Am
-Pfingstmontag wird Frau Maria
Hölle, Neubaustraße, 70 Jahre alt.
Höchst; Frau Dora Hämmerle,
Dr.-Fr.-Schneider-Straße 107, voll-
endet heute das 70., und Frau The-
resia Stadelmann, Konsumstraße 461,
das 72. Lebensjahr. Morgen vollendet
Frau Luise Vetter, Bitzestraße 38,
das 81. Lebensjahr, und am Pfingst-
montag wird Frau Rosa Oberham-
mer, Dr.-Fr.-Schneider-Straße 93, 75
Jahre alt.
Lustenau. Am Pf ingst sonntag fei-
ert Frau Maria Winkler, Augarten-
straße 73, die Vollendung des 80. Le-
bensjahres, am Pfingstmontag wird
Frau Katherina Fitz, Kapeilenstr. 23,
75 Jahre alt.
Dornbirn: Heute wird Frau Ma-
ria Marchetti, Feldgasse 29, 82 Jahre
alt. Am Pfingstmontag vollenden
Frau Marie Sedlmayr, Schulgasse 20,
das 88., Frau Theresia Schertler,
Höchster Straße 30, das 82.,und Frau
Franziska Hoeberl, Altershi
m, eben-
falls das 82. sowie Frau Alma Zan-
gerle, Altersheim, das 81. Lebens-
Götzis. Heute vollendet Anton
jahr.
Wäger, Dr.-Alf.-Heinzle-Straße, das
71., und Franz Bösch, Franz-Mich...
Felder-Straße, ebenfalls das 71. Le-
bensj ahr.
Das silberne Ehejubiläum fei ern
am Montag Anton Dorn und seine
Gattin Alma geb. Berchtold, Hans-
Berchtold-Straße.
Klaus. Am Pfingstsonntag voll-
288,
endet Michael Huber, Haus-Nr.
das 74. Lebensjahr.
Gisingen. Das 75. Lebensjahr
vollendet am Pfingstsonntag Georg
Marterer, Flurgasse.
Bludenz. Heute vollenden Frau
Angelika Jungblut, Suchardstraße 5,
das '79. und Frau Benedikta Fran-
zoi, Mokrystraße 33, das 71. Lebens-
jahr. Am Sonnta g werden Frau Klo-
thilde Amann, St.-Antonius-Straße,
73. und Josef Huber, Mühlgasse, so-
wie Josef Torghele, Riedstraße, 70
Jahre alt. Am Pfingstmontag voll-
enden Edmund Lorünser, Altersheim,
das 76. und Frau Ida Lenzi, Wich_
nerstraße 31, das '72. Lebensjahr. —
Das Fest der Silberhochzeit feiern am
Pfingstsonntag die Eheleute Rudolf
und Martha Hermann, St.-Anna-
Straße 20.
Vandans. Am Sonntag feiern Ja-
kob und Frieda Moosbrugger geb.
Burtscher, HNr. 98, das Fest der
goldenen Hochzeit.
Veranstaltungen -Treffpunkte
Bregenz. Kam. des ehem. Stand-
sc.hützen-Baons Bregenz treffen sich
am Pfingstmontag, 3. Juni, 10 Uhr,
zum Gedächtnisgottesdienst in der
Seekapelle.
Bregenz. Absolventenverein der
HTL: Samstag, 8. Juni, Exkursion
zur Müll-Kompostierung in Lusten-
au und zur Zentralkläranlage Bre-
genz. Treffpunkt 9.15 Uhr Kompo-
stierwerk Lustenau.
Hohenweiler. Montag, 3. Juni, 20
Uhr, Farblichtbildervortrag von Horst
Manser, Bezau, „Drei Jahre Ent-
wicklungshilfe in Tansania", im
Schulhaus.
Lauterach. Jahrgang 1914. Heu te,
Samstag, 1. Juni, 20 Uhr, Ausflugs-
besprechung im Gasthaus Grüner
Baum.
Schwarzach. Pfingstmontag, 14.00
Uhr, Weihe des Freischwimmbades
beim Blindenwohn- und -erholungs-
heim, Ingrüne.
Götzis. Pfingstsonntag, 2. Juni,
Treffen der Bäcker-Komp. 67 der 2.
Geb.-Div. 10.15 Uhr Feier bei der
Gedenkstätte Schattenburg, abends
Kameradschaftsfeier im Gasthof
Montfort.
Rankweil. Walserverein. Das jähr-
lich an Pfingsten veranstaltete Wal-
sertreffen in Feldkirch muß heuer
wegen Saalschwierigkeiten entfallen.
Feldkirch. Briefmarkensammler-
verein: Nächster Tauschtag im Gast-
hof Sch äfle, Marktgasse, am Sonn-
tag, 9. Juni, 9 bis 11.30 Uhr.
Schlins. Samstag, 1. Juni, 20.15
Uhr, Gästeabend mit der Trachten-
und Schuhplattlergruppe Satteins
und dem Duo Konzett im Hotel
Krone.
Sehruns. Sonntag, 2. Juni, 20.30
Uhr, Lichtbildervortrag von E. Ga-
nahl „Wandern im Montafon", in der
Aula der Hauptschule.
Bereitschaftsdienst
der Lawinenhundeführer
Reinhold Erne, Vandans, Telefon
0 55 82 / 201. Hermann Burtscher,
Klösterle, Telefon 0 55 82 / 201, Pri-
vat: 0 55 82 / 229.
Copyright: Rez.V.rigg,
München, vertreten durch:
Herzog-Verlag. Tübingen
Wen sie nur,:
sorec en
könten-1e7dotes
35
konnte- jetzt
Ich
auf sechs Monate harter,
praktischer Erfahrung zurückblicken. Ich hat-
te an sieben Tagen der Woche Kühe, Pferde,
Hunde und Katzen behandelt — morgens,
nachmittags, abends und in jenen Stunden,
wo alle Welt schlief. Ich hatte bei Kühen und
Sauen Geburtshilfe geleistet, bis mir die Ar-
me weh taten und meine Haut sich abschäl-
te. Ich war umgeschmissen, getreten und mit
jeder Art von Dreck bespritzt worden. Ich
hatte eine ganz hübsche Auswahl von Tier-
krankheiten gesehen. Und trotzdem begann
in meinem Unterbewußtsein eine leise Stim-
me zu behaupten, ich wüßte nichts, überhaupt
nichts.
Das war sonderbar, weil diese sechs Mo-
nate doch auf fünf Jahre Theorie aufbauten,
auf einer langsamen, mühsamen Assimilation
von Tausenden von Fakten, auf Bruchstücken
wie
von Wissen, die man sorgfältig aufspeicherte
ein Eichhörnchen seine Nüsse. Man hat-
te mit dem Studium von Pflanzen und den
niedrigsten Lebensformen angefangen, sich
dann bis zu Präpariersaal und Laboratorium
heraufgearbeitet und zum weiten, seelenlo-
sen Territorium der Medizin. Und dann die
Pathologie, die den Vorhang der Unwissen-
heit zerriß und mich zum erstenmal tiefe Ge-
heimnisse schauen ließ. Und Parasitologie,
die wimmelnde, fremde Welt der Würmer
und Fliegen und Milben. Endlich innere Me-
dizin und Chirurgie, die Angelpunkte meines
weiteren Studiums und ihre Anwendung auf
die üblichen Krankheiten der Tiere.
Und da gab es noch eine Menge anderes
— Physik, Chemie, Hygiene. Nichts sch ien
ausgelassen. Woher denn dieses Gefühl, ich
wüßte nichts? Wieso hatte ich angefangen,
mich wie ein Astronom zu fühlen, der durch
das Teleskop in eine unbekannte Milchstraße
schaut? Das Gefühl, ich tastete nur an den
Rändern unbekannter Räume herum, war be-
drückend. Aber komisch, jeder andere schien
alles über kranke Tiere zu wissen. Der Bur-
sche, der den Schwanz der Kuh hochhielt,
der Nachbar vom nächsten Bauernhof, die
Männer in den Kneipen, im nächsten Gar-
ten — alle wußten alles und spendeten frei
und selbstsicher ihren Rat.
Ich bemühte mich, mein Leben rückden-
kend zu überprüfen. Hatte es je eine Zeit ge-
geben, in der ich auch so unbedingt meines
eigenen Wissens sicher gewesen war? Und
dann fiel mir etwas ein.
Ich war wieder in Schottland, siebzehn
Jahre alt und seit drei Tagen Student. Aber
erst an diesem Nachmittag hatte ich den
Schauer der Erfüllung erlebt. Zoologie und
Botanik waren ja ganz nett, doch an dem
.. -
Nachmittag war ich auf das Wesentliche ge-
stoßen. Ich hatte meine erste Vorlesung über
Haustierzucht gehört. Kernfragen der Pfer-
dezucht waren das Thema gewesen. Profes-
sor Grant hatte ein lebensgroßes Pferdebild
aufgehängt und es von der Stirn bis zum
Schwanz durchgesprochen, wobei er uns vom
Rist bis zur Fessel all die Pferde-Fachaus-
drücke nannte. Und der Professor war weise
gewesen. Um seine Vorlesung für uns inter-
essanter zu mach en, hatte er immer wieder
kleine, praktische Hinweise eingeflochten wie
etwa: „Hier finden wir oft den Spat", oder:
„Dies ist die Stelle für Fesselgalle." Er er-
wähnte Sprunggelenkgalle, Überbein und
Steingalle, lauter Dinge, von denen die Stu-
denten erst nach weiteren vier Jahren er-
fahren würden, aber es machte alles für uns
lebendig.
Die Worte gingen mir noch im Kopf herum,
während ich langsam die abschüssige Straße
hinunterschritt. Ja, dafür war ich hergekom-
men. Mir war zumute, als hätte ich eine Art
Einweihung durchgemacht und sei Mitglied
eines exklusiven Klubs geworden. Jetzt wuß-
te ich wirklich etwas von Pferden. Noch da-
zu trug ich einen brandneuen Reitermantel
mit allen möglichen Extrariemen und Schnal-
len, die mir gegen die Beine schlugen, als ich
vom Ende des Hügels in die geschäftige New-
ton Road ei nbog.
Ich kon nte kaum an mein Glück glauben,
als ich das Pferd erblickte. Es stand vor der
Bibliothek unterhalb von Queen's Cross, wie
etwas, was aus einem anderen Zeitalter üb-
riggeblieben war. Mutlos stand es an die
Deichsel eines Kohlenwagens geschirrt, der
wie eine Insel zwischen dem Strom von Au-
tos und Omnibussen hielt. Fußgänger haste-
ten achtlos daran vorüber, ich aber hatte das
Ein Pferd! Nicht nur
Gefühl, mir lächle das Glück.
'
Fondern ein
echtes, lebendiges Pferd! Zu, Worte
aus
der Vorlesung ginge n mir du a_.! den Kopf:
„Fesseln — Sprungbein —
ene
und
—
alle diese Bezeichnungen — Schienbein —
Rübe — Schweif ..."
Ich stand auf dem Bürgersteig und betrach-
tete das Pferd kritisch. Dabei hatte ich das
Gefühl, es müsse für jeden Passanten offen-
sichtlich sein, daß hier ein Fachmann sta nd.
Nicht bloß ein neugieriger Zuschauer, sondern
ein Mensch, der alles wußte und verstand. Ich
fühlte mich von einer sichtbaren Aura von
Pferdekennerschaft umgeben.
Ich ging ein paar Schritte auf und ab, die
Hände tief in den Taschen meines Reiter-
mantels vergraben, mit forschendem Blick
nach irgendwelchen möglichen Mängeln su-
chend.
So gründlich war meine
daß
Unterstichung,
ich mich auf die andere Seite des Pferdes
drängte und gefährdet mitten im rasenden
Verkehr stand. Ich sah mich unter den vor-
beihastendeti Menschen um. Niemand schien
mich zu beachten, nicht einmal das Pferd. Es
war ein große r Gaul, und er blickte gleichgül-
tig die Straße hinunter, wobei er die Hinter-
beine abwechselnd gelangweilt lockerte. Es
fiel mir schwer, mich von ihm zu trennen,
abge-
doch ich hatte meine Beobachtungen
schlossen, und es wurde Zeit für mich, wei-
terzugehen. Aber ich hatte das Gefühl, ir-
gendeine Geste müßte ich vor her noch
machen, irgend etwas, das dem Pferd zeig-
ge-
te, ich verstünde seine Probleme und wir
hörten zur gleichen Bruderschaft. Flink trat
ich einen Schritt vor und klopfte ihm den
Hals.
Fortsetzung folgt. folgt.