... auf dem Rücken der Frau Mama, im sicheren, weichen Gefieder,
ist natürlich ein besonderer Spaß— für die kleinen Schwanenkinder
und natürlich auch für alle jene Sonntags- und Pfingstwanderer,
die sol che geruhsam-majestätische Anblicke genießen oder wie die-
ser Fotograf im Amsterdamer Zoo, der rechtzeitig auf den Auslöser
drückte.
.
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Smich-
wort
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«doch
haben,
des
heutigen Mensehen „Glück" — manchmal allerdingi ein Sehr zwei-
felhaftes — scheint im „fahrbaren Untersatz", lies Auto, noch besser
mit Wohnwagen oder zumindest im Großraumzelt, zu liegen. Über-
füllte Campingplätze gehören seit Pfingsten wieder zu den alltägli-
chen Erscheinungen.
(Fotos: Keystone)
Dienstag, 4.
-
Seite 12
Juni
1971
Eine sensationelle These hat der
Wissenschafter Kurt Mendelssohn in
seinem Buch „The Riddle of the
Pyramids" (Das Rätsel der Pyra mi-
den) aufgestellt. Dem emeritierten
Oxford-Professor, der in den dreißi-
ger Jahren in Berlin Physik studiert
hat, fiel die Diskrepanz zwischen
dem unglaublichen Arbeitsaufwand
für den Bau der Pyramiden und
ihrer Zweckbestimmung auf. Er wen-
det sich gegen die traditionelle Mei-
nung, die an den Ufern des Nils vor
5000 Jahren aufgetürmten phantasti-
schen Steinberge seien nur dazu be-
stimmt gewesen, die toten Pharao-
nen aufzunehmen. Er hielt es auch
für unwahrscheinlich, daß die Son-
nen- und Mondpyramiden in Mexiko
allein dem Zweck gedient haben
sollten, dort kultische Menschenopfer
darzubringen.
Mendelssohns These: für die
Ägypter und die Ureinwohner Mit-
telamerikas zählte nicht die Pyra-
mide selbst, sondern ihr Bau — die
gemeinschaftliche Arbeit. Das für
jede Arbeit unerläßliche Ordnungs-
prinzip sowie das politische und öko-
nomische Ziel, von kleinen, einander
befehdenden Stammesherrschaften
zur Bildung von Zentralgewalten zu
gelangen, war laut Mendelssohn für
ihren Bau bestimmend.
„Die ägyptischen Pyramiden", so
schreibt er, „waren nicht Ziel, son-
dern Mittel zum Ziel. Und di eses
Ziel heiß: Schaffung einer neuen Ge-
Der griechische Großindustrielle Ari-
stoteles Onassis hat bei der Athener
Regierung um eine Subvention für
seine defizitäre Fluggesellschaft
„Olympic Airways" angesucht. Frü-
here Anträge auf Sonderkredite und
eine Senkung der Treibstoffsteuer
waren zurückgewiesen worden. Den
„Olympic Airways" droht nach An-
gaben der Gesellschaft für 1974 ein
Defizit von umgerechnet 30 bis 40
Millionen Dollar. Sollte Onassis keine
Subventionen erhalten, so will er die
Übernahme der Gesellschaft durch
den Staat erreichen.
sellschaft.
(Funkbild: VN/UPI) der Autobahn Paris—Nizza dem
Diese zyklopischen Stein-
haufen markieren den Ort, wo der
Mensch den Staat erfand." In Mexi-
ko, zweieinhalb Jahrtausende später,
die Parallele: Wieder eine Riesen-
anstrengung, um einen zentralisier-
ten Staat zu schaffen. Hier wie dort,
ein.
vö llig unabhängig voneinander,
gewaltiges Gemeinschaftsunterneh-
men, das Stammesrivalitäten und
Grenzfehden beendete. Hier wie
dort der Weg hin zum „Staat", wie
er heute begriffen wird.
Mendelssohn wendet abschließend
seine These auf die Gegenwart an,
in der die Welt wieder von Kriegen
bedroht sei, die nur das „Kräf te-
gleichgewicht" verhindere. Druck auf
einen Atomknopf, totale Vernichtung,
und — das hätten auch die Politiker
erkannt — der letzte aller Kriege
wäre geführt. „Die Welt ist zu klein
geworden", schreibt er. Heute könne
keiner mehr sein Süppchen am Feuer
anderer kochen. „Wir müssen näher
zusammenrücken, zusammenarbeiten
und uns besser verstehen. Gemein-
sam müssen wir eine neue Pyramide
bauen."
Nach der am Samstag erfolgten
Entdeckung von 380 Million en Lire (!)
in einem Versteck der sogenannten
„schwarzen Bombenleger" in der
Lombardei scheint sich zu bestätigen,
daß die rechtsextremistischen Terr o-
ristengruppen und -insbesondere die
„Sturmbrigaden Mussolini" ihre Or-
ganisation mit Erpressungen durch
Geiselnahme finanzierten. Die auf-
gefundenen 380 Millionen Lire sollen
nur einen Teil des Löselgeldes dar-
stellen, das die Familienangehörigen
eines-
211 Beginn': dieses' Jahres ent- Das Glück:;4;Erile
'führten Großindustriellen für dessen
Freilassung entrichtet haben. Der
Name des Entführten sei unbekannt
geblieben, weil dessen Familie unter
Todesdrohungen zum Schweigen ver-
pflichtet wurde. Im März hatte die
Polizei bei Sprengstoff mit sich
führenden Rechtsextremisten bereits
fünf Millionen Lire in Geldscheinen
beschlagnahmt, welche der gleichen
Emissionsserie angehörten, wie die
jetzt entdeckten 380 Millionen Lire.
Die Polizei versucht nun festzustel-
len, ob diese bedeutende Summe für
die Finanzierung des Umsturzplans
der für Italien ein Präsidentschafts-
regime fordernden Organisation
(Stella del Mar — Stern der Bewe-
gung für revolutionäre Aktion) be-
stimmt war.
Autobahn Paris—Nizza
Gerade rechtzeitig vor Beginn der
großen Urlaubswelle werden Ende
Juni die beiden letzten Teilstücke
Das einzige Unternehmen, das
eine solche koope ra tive Anstrengung
lohnt, ist für Mendelssohn die Welt-
raumforschung. Nicht ein konkretes
Endziel oder praktischer Nutzen, son-
dern gemeinsame Forschung um der
Forschung willen könnte von allen
als „neue Pyramide" sanktioniert
werden.
Mehr Telefone
als Einwohner
Washington und Stockholm sind
die Telefonhauptstädte der Welt. Im
Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl
gibt es doit die meisten Telefone.
Wie aus einer in München veröffent-
lichten internationalen Fernsprech-
statistik hervorgeht, sind beide
Städte die einzigen, in denen es so-
gar mehr Telefone als Einwohner
gibt.. In Washington sind es 128 Tele-
fonapparate auf 100 Einwohner; in
Stockholm 101. Die Stadt mit den
absolut meisten Telefonen ist New
York mit fast sechs Millionen, ge-
folgt von Tokio (5,2 Mill.) und Lon-
don (4 Mill.).
Verkehr übergeben. Damit wird man
vom äußersten Norden Frankreichs
auf der Autobahn bis an die Cöte
d'Azur fahren können. Wenige Wo-
chen später wird die 101 km lange
Autobahn Orleans—Tours dem Ver-
kehr übergeben. Das Gesamtnetz der
französischen Autobahnen beträgt
damit 2469 km. Im Vergleich dazu
standen in der deutschen Bundes-
republik Ende 1973 5613 Autobahn-
kilometer dem Verkehr zur Verfü-
gung, in Italien 4615. km und
Großbritannien 1710 km. Bis Ende
1978 will Frankreich über. ein Autq--.,
bahnnetz von 5440 km Länge verfü-
gen.
Minister muß nachsitzen
Finnlands Erziehungsminister Ulf
Sundqvist hat das Regieren für drei
Monate unterbrechen müssen, um —
wie es sich gehört — seinen Wehr-
dienst voll abzuleisten. Der 29 Jahre
alte Sozialdemokrat hatte seinen
neunmonatigen Wehrdienst nach
einem halben Jahr abgebrochen, als
er 1972 ins finnis6he Parlament ge-
wählt wurd e. Die fehlenden drei Mo-
natue muß er jetzt nachholen.
Le tzte Rate — ein Esel
Als ein Käufer die letzte 25-
Pfund-Rate für einen neuen Wagen
nicht mehr aufbringen konnte oder
mochte, akzeptierte Autohändler Ro-
ger Hext stattdessen den fünf Jahre
alten Esel „Neptun". „Er kann das
Gras kurzhalten, um sein Brot zu
Die automatische sowjetische
verdienen", meinte Hext.
Raumstation „Luna 22",die in .der
Sowjetunion am 29.
ai gestartet
worden war, wurde am Sonntag auf
eine Umlaufbahn um den Mond ein-
geschwenkt und ist somit ein „künst-
licher Satellit des Mondes" gewor-
den, dies teilte Agentur TASS am
Montag mit. Laut TASS *arbeiten
Jä nner ver-
alle Systeme an Bord fehlerfrei.
„Luna 21” war im
gangenen Jahres ' in' eine Umlauf-
bahn um den Mond gesteuert wor-
den und hatte das automatische
Fahrzeug „Lunochod 2" auf der
Oberfläche des Mondes abgesetzt
Das Fahrzeug hatte dann fünf Mo-
nate lang Daten zur Erde übermit-
er-
telt, bevor seine Energiequellen
Umsturzplan in Italien
schöpft waren.'
durch Erpressermillionen
Verbogene Stahlträger und rauchende Trümmer sind von dem hochmodernen Chemiewerk
nahe dem ostenglischen Scunthorpe zurückgeblieben,
der Nypro(UK) Ltd.. in-Flixborough ,
das am Samstag bei der schwersten Explosion seit den Luftangriffen des letzten Krieges
in die Luft geflogen ist. 28.Menschen fanden nach jüngsten Schätzungen bei der Katastro-
phe den Tod, 105 Wurden verletzt. 12 Personen lagen am Montag noch in Krankenhäusern.
Nach 48stündigem pausenlosem Einsatz von 100 Feuerlöschzügen war es am Montag ge-
lungen, bis auf wenige kleine Feuer den Riesenbrand zu löschen, der das 20 Morgen große
Industriegelände in dicken schwarzen Rauch gehüllt hatte. Dabei wurde erst das ganze
Pfund geschätzt. Die Auswirkungen auf' andere* Wirtschaftszweige und Tausende von Ar'
Ausmaß der Verheerung sichtbar. Der unmittelbare Schaden wurde auf rund 60 Millio nen
beitsplätzen — besonders in der Kunstfaserindustrie, die von dem Werk ih Flixborough
hatte.—
Ausgangsprodukt für die Nylonherstellung bezogen
abzuichätzen'
waren noch nicht
de5
,Das Werk könnte frühestens in zwei Jahren wiederaufgebaut sein. Die Bewohner
bereits
Ortes Flixborough, die am Montag nach Evakuierung wieder zurückkehrten, haben
dagegen protestiert, das Chemiewerk auf dem alten Gelände wiederaufzubauen. Ein groß!
Pot'
Teil ihrer Häuser war durch die Explosion schwer beschädigt worden. Auch in den
aus
fern im Umkreis von acht Kilometern, die wegen der Einwirkung von giftigem Rauch ,
alu' alu'
dem brennenden Werk ebenfalls geräumt worden waren, wiesen die Häuser Schäden