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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Ein seltener Rekord: 
Hohenweiger 
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Rardeng—Laterns 
—Beriaciter—Alp- 
wegkopf (1481m) 
Leichte Wanderung auf schönen 
Aussichtspunkt. 
486 m Höhenunterschied 
Anfahrt mit Auto oder Post- 
auto von Rankweil über Laterns 
bis zur Ortstafel Bonacker (Post- 
autohaltesteile Gasthaus Kr one). 
Eventuell hier parken, da oben 
nur beschränkter Parkplatz vor- 
handen ist. Bei der Ortstafel 
Bonacker links abbiegen und die 
schmale Straße hinaufgehen. Nun 
das zweite Sträßlein links ein- 
biegen (Wegtafel) Richtung Ober- 
bonacker. Dort bei Haus Nr. 92 
(Wegtafel), über freies Gelände 
weisend, Richtung Alpwegkopf. 
Teilweise weiß-blau-weiße Mar- 
kierung, einfach den Wegspuren 
ge rade bergauf folgen . Im obe- 
ren Teil wird auch die Material- 
seilbahn zum Alpwegkopfhaus 
sichtbar. 
Die Aussicht vom Alpweg- 
raum, die Säntisgruppe, Tief- 
kopf haus umfaßt den Bodensee- 
blic ke ins Rheintal, die Hohe Ku- 
gel, die Drei Schwestern, Sc.hesa- 
plane, den Großwalsertaler Grat 
mit Hochgerach und das Fre- 
schengebiet. 
Wer das Auto in Bonacker 
stehen ließ, kann als Abstiegs- 
möglichkeit dem Kamm Richtung 
Hoher Freschen folgen bis zur 
Tschuggenalpe und dort rechts 
(südlich) abwärts einem teilweise 
blau-weiß markierten Fußpfad 
entlang bis zur Parzelle Mazona 
(Gasthaus „Bergfrieden") folgen. 
Von Mazona führt ein Güterweg 
bis zum Ausg angsp unkt beim 
Gasthaus „Krone" in Bonacker. 
Alles in allem ein lohnender, 
nicht allzu strenger Familienaus- 
flug mit etwa zweistündigem 
Aufstieg. Für den Erwerb der 
Wandernadel des Österreichischen 
Tour 
Alpenvereins wird diese 
mit 
vier Punkten bewertet. 
Nähere Beschreibung finden 
Sie im Alpenvereinsführer von 
Walther Flaig„Bregenzerwald 
und Lechquellgebirge", ' 
	Rand- 
zahl 561. Die Kompaß-Wander- 
karte, Blatt 22, ist empfehlens- 
wert. 
(Der nächste „VN"-Wandertip 
erscheint wegen des Feiertags be- 
12. Juni.) 
reits am Mittwoch, 
Rundw'snderweges 
Eine Skizze des Bonacker—Alpwegkopf—Tschug- 
_ 
ponn erstag , 6. Juni 1974 
genalpe. 
	 (Foto: Branz) 
Seite 11 
Vorarlberger Blindenbund eröffnete Freibad in Ingrüne 
Bei wolkenlosem Himmel und strählender Pfingstsonne eröffnete am 
Nachmittag des Pfingstmontags der Vorarlberger Blindenbund das herr- 
gelegene Freibad beim.Blindenheim in Schwarzach-Ingrüne. Blinden- 
lich 
seelsorger Pfarrer Nesensohn aus Thüringerberg nahm die Weihe vor, 
/jug. Willi Aberer, als Mitglied des Sportbeirates, hielt die Festansprache, 
und die blinde Herta Feßler eröffnete unter den Klängen der Bürgermusik 
Schwarzach mit dem ers ten Sprung ins geheizte Naß das 84 qm große 
Freischwimmbecken, das damit zur Be nützung freigegeben wur de. 
	 
ÄUesZo.: 	 
Zur Freude für die Vorarlberger Blinden wurde am vergangenen Wochenende in Schwarzach-Ingrüne ein 
neues, geheiztes Schwimmbecken für die Blinden seiner Bestimmung übergeben. So bietet sich nun auch für 
die Besucher dieses schönen Blinden-Erholungszentrums die Gelegenheit, sich einem gesunden Sport zu 
widmen. 	 
(Foto: VN/Sporeni) 
Der Obmann des Vorarlberger 
Blindenbundes, Fürsorgerat Georg 
Dingler, konnt e zu diesem frohen 
Anlaß viele Ehrengäste beg rüßen, so 
die Nationalräte Herbert Stohs und 
Werner Melter, den Festredner LAbg. 
will'. Aberer, die Gemeinderäte 
Grabher und Raidel von Schwarzach, 
Kammervizepräsident 
Gassner von 
der Kammer für Arbeiter und An- 
gestellte, die Augenfachärzte Prima- 
rius Dr. Avedikian und Dr. Hefel; 
aus der Ostschweiz Emil Kubier, 
St. Gallen. 
Nach dem Eröffnungsmarsch der 
flott spielenden Bürgermusik 
Hohenweiler 
Jungbürger- 
(stp) 
feiern bereiten in den meisten Ge- 
meinden Sorgen, weil das Interesse 
daran seitens der Jungbürger nicht 
in erwartetem Ausmaß vor- 
immer 
handen ist. Es hat etwas für sich, 
daß in kleineren Gemeinschaften 
alle in schon durch den persönlichen 
Kontakt eine derartige Feier zweck- 
mäßiger abgewickelt werden kann, 
dies in größerem Rahmen der 
als 
Fall ist. 
Von dieser Überlegung ausgehend 
hat sich Hohenweiler heuer ent- 
schlossen, nicht mehr wie in den 
vergangenen Jahren gemeinsam mit 
den anderen Leiblachgemeinden 
Feier zu gestalten. Der Erfolg 
diese 
gab den Initiatoren recht: Mit Aus- 
Feuerwehreinsatz 
für die Katz'? 
Zu einem Großeinsatz beson- 
derer 
die Fre iwill ige 
Art rückte 
am 
Feuerwehr Bregenz-Rieden 
vergangenen Pfingstmontag aus. 
die wak- 
Es war kein Brand, der 
keren Wehrleute ausschwärmen 
ließ, 
es war auch keine Ölpest 
oder eine a ndere schreckliche Ka- 
tastrophe. 
Der Grund für den 
Feuerwehreinsatz war vielmehr 
der, wäh- 
ein kleiner Siamkater, • 
rend 
Herrchen und Frauchen an 
diesem drückend heiße n Tag am 
See Badefreuden frönten, sich in 
den Wipfel eines Baumes vorge- 
wagt hatte. Den Blick kühn nach 
oben gerichtet, war der klei ne 
Vierbeiner immer weiter nach 
oben gestürmt, und dort saß er 
dann fest. Dort hatte den kleinen 
Kater der Mut verlassen, und 
alle Lockrufe von Herrchen und 
ha uchen wur den mit einem 
jämmerlichen „Miau" beantwor- 
tet. 
Eine große Schar von Bade- 
gästen versuchte drei Stunden 
lang ihr Bestes, 
allein den klei- 
nen Kater hatte der Mut ver- 
lassen. Als ein Badegast schließ- 
lich. 
feststellte: „Hier hilft nur 
Mehr die Feuerwehri", ging 
PZeuchen zum nächs ten • Telefon- 
apparat, zweifelnd, ob die Feuer- 
wehr 
auch in so 
einem Fall hel- 
fend eingreifen würde. 
Umso größer war die Freude, 
als die Männer von 
der Wehr in 
kürzester Zeit am „Brandplatz" 
erschienen waren. Die Leiter war 
rasch 
ausgefahren, ein Wehr- 
mann 
tastete sich angeseilt den 
Stamm entlang bis. zum zittern- 
den Kater vor, der sich sogleich 
sichtlich erlöst der helfenden 
Rand anvertraute. 
Die Situation war gerettet, der 
mutige  Wehrmann erntete von 
den zahlreichen 
Badegästen SIDohe 
teert Applaus, 
Zin 
Feuerwehreinsatz für die 
Katze 
	--- 
. 
Nein, für einen kleinen 
Siamkater 
den der Mut verlas- 
Schwarzach 
sen hatte.' 
	 
Willy   
und der Begrüßung 
durch Obmann Georg Dingler nahm 
Blindenseelsorger Pfarrer Nesensohn 
nach einigen besinnlichen Worten die 
Weihe des Freibades vor. 
LAbg. Willi Aberer entbot die 
Grüße des Landes und des Landes- 
hauptmannes und begrüßte die Ini- 
tiative der Blinden zur Schaffung 
eines Schwimmbeckens bei ihrem 
Heim Ingrüne. „G es undheit durch 
Sport" habe nicht nur für die Ge- 
sunden Wert und Bedeutung, son- 
dern noch viel mehr für die Blinden, 
deren Sportmöglichkeiten nicht so 
vielseitig sind, wie die der Gesunden. 
( 
nahme von zwei Jungbürgern, die 
am Tag der Feier durch Ortsabwe- 
senheit verhindert waren, kam der 
Jahrgang 1955 vollzählig zu diesem 
Abend, der in Gesprächen von Ge- 
mit den Jung- 
meindemandataren 
bürgern geplant worden war. 
Nach dem Abendgottesdienst, an 
dem auch Eltern und ehemalige 
Lehrpersonen der Jungbürger teil- 
nahmen, gab es in der Schule ein 
kaltes Buffet, Bürgermeister Rauch 
überreichte- 
den Jungbürgern die 
Jungbürgerbücher -und wies darauf - 
hin, daß die Volljährigkeit nicht nur 
mit i b   
Rechte, sondern auch Pflichten 
sich bringt. In diesem Zusammen- 
hang 
erwähnte er, daß auf den Jahr- 
gang 1955, der im Laufe dieses Jah- 
res die Volljährigkeit erlangt, eine 
ganze Reihe von Wahlen wartet 
(Bundespräsident, AK, Landtag, Ge- 
meinderat, Nationalrat). 
Ausklang des Abends bildete eine 
Tanzveranstaltung im Kronensaal zu 
Feßlers, zu der die Gemeindevertre- 
tung neben den J ungbürge rn auch 
deren Angehörige und Be kannte ein- 
geladen hatte. Aus dem Erlös aus 
Eintrittsgeldern dürfen die Jung- 
bürger zudem noch die Auslagen für 
einen Ausflug bestreiten. Daß es ein 
„ehöriger" Ausflug wird, scheint ge- 
sichert, jedenfalls war der Besuch 
der Veranstaltung ausgezeichnet. 
Ein über sechzig Jahre al ter, ver- 
heirateter Kaufmann brachte selbst 
den Stein gegen sich ins Rollen: Am 
30. Mai 1973 erschien er bei einem 
Gendarmerieposten und erstattete 
Anzeige gegen Unbekannte, daß in 
seiner Riedhütte eine Scheibe einge- 
Im 
schlagen worden sei. Zuge der 
Erhebungen nach dem Täter brach- 
ten die Beamten in Erfahrung, daß 
der Angeklagte sowohl in der Ried- 
hütte als auch im Schafstall öf ters 
unmündige Mädchen bei sich hatte, 
Turn- 
mit denen er alle möglichen 
übungen gemacht habe, bei denen er 
weit über das, was einem guten 
Onkel erlaubt ist, hinausgegangen 
sei. Er habe bei diesen Gelegenheiten 
auch den Mädchen eine Jause oder 
Süßigkeiten gegeben, der Angeklag-, 
in der Absicht 
getan zu haben, die Kinder zu unsitt- 
lichen Handlungen zu verführen. 
Schon im November 1973 wurde 
der Kaufmann zu sechs Monaten 
schwerem Kerker, verschärft durch 
einen Fasttag monatlich, und zum 
Strafverfah- 
des 
rens verurteilt. Die Freiheitsstrafe 
wurde jedoch vorläufig auf eine Pro- 
bezeit von drei Jahren aufgeschoben, 
nachdem zwar die Wiederholungen 
der Schändungshandlungen als er- 
schwerend gewertet wurden, der An- 
geklagte aber durch seinen guten 
Besonders die Sportart Schwimmen 
persönlichen Eindruck und die Tat- 
können die Behinderten in einem ei- 
gens für sie geschaffenen Freibad be- 
stens ausüben, und sie stellt für die 
sonst stark bewegungsgehemmten 
Behinderten eine ideale und außer- 
	gesundheitsfördernde 
ordentlich 
Sportart dar. Der Festredner spornte 
die Blinden an, weitere behinderten- 
adäquate Sportmöglichkeiten zu 
schaffen und versicherte sie der Un- 
terstützung des Landes und des Lan- 
dessportbeirates. 
Auch der Präsident des Vorarl- 
berger 	Schwimmsportverbandes, 
Hanspeter Schneider, gratulierte den 
Blinden zu ihrer schönen Anlage und 
bet onte die Notwendigkeit, nicht nur 
Sportanlagen für den Leistungssport, 
son dern auch für den Fitness- und 
Gesundheitssport zu schaffen. Wei- 
tere Grußworte entboten die Natio- 
nalräte Stohs und Melter sowie Ge- 
meinderat Raidel namens der Ge- 
meinde Schwarzach. 
Unter den Klängen eines Mar- 
sches machte die Blinde Herta Feßler 
den Sprung ins Schwimmbecken. Es 
1,40 
ist 84 qm groß, bis 1,65 m tief, 
ein Aluminiumbecken von Ransho- ::. 
fen, unterwasserbeleuchtet und fern- 
geheizt. Die an allen Seiten ange- 
brachten Haltestangen geben den 
Blinden erhöhte Sicherheit. Obmann 
Dingler, der Initiator auch dieseS 
Freibades für die Blinden, zeigte auf, 
daß Blinde in einem öffentlichen Bad 
kaum oder nur sehr schwer den 
Schwimmsport ausüben können, der 
aber für sie, die stark bewegungsge- 
hemmt sind, überaus wichtig und zur 
Gesunderhaltung notwendig ist. Mit 
der Schaffung dieses Freischwimm- 
beckens und der Wassertretanlage 
hat der Blindenbund eine Pioniertat 
für die Behinderten gesetzt, die sich 
sehr positiv auswirken wird. 
sache, daß er nicht vorbestraft war, 
nur eine bedingte Freiheitsstrafe auf 
eine Probezeit von drei Jahren er- 
hielt. Die über dreiwöchige Unter- 
suchungshaft wurde ihm auf die 
Strafe angerechnet. 
Dagegen legte nun die Staatsan- 
waltschaft Berufung ein, worin gel- 
tend gemacht wurde; daß beim An- 
geklagten Charaktermängel zutage 
getreten seien, die die Gewährung 
eines bedingten Strafaufschubes nicht 
rechtfertigten. Der Angeklagte habe 
auch kein Geständnis abgelegt und 
sei lediglich durch 
lückenlose Indi- 
zien überführt worden. Aufgrund 
des Alters und des Vorlebens ent- 
schloß sich nun das 
Oberlandesge- 
richt in Innsbruck, diese Berufung 
zu verwerfen. Im 
te bestritt jedoch, dies Urteil wird aus- 
geführt, ,daß das Leugnen nicht un- 
bedingt Uneinsichtigkeit bedeuten 
müsse. Angst vor der Strafe und 
vor der Schande, dieses abwegige 
Verhalten vor der Öffentlichkeit ein- 
bekennen zu müssen, könnten eben- 
Ersatz der Kosten falls bestimmend gewesen sein. Durch 
die mehrwöchige Untersuchungshaft 
seien dem Angeklagten die mögli- 
chen Konsequenzen solcher V erfeh- 
lungen drastisch vor Augen geführt 
worden, so daß angenommen wurde, 
daß sich der Verurteilte auch über 
die Probezeit hinaus korrekt verhal- 
Arbeiterkammerwahlen: 
ten w erde. Justitien 
	 
Wählerlisten Lind Anlage- 
blätter an die Geb iets- 
krankenkasse rücksenden 
Feldkirch. — Das Wahlbüro der 
Vorarlberger Arbeiterkammer weist 
die Dienstgeber darauf hin, daß die 
ausgefüllten 	Wähleranlageblätter 
samt Wählerverzeichnissen bis 10. 
Juni an die Vorarlberger Gebiets- 
krankenkasse rückzusenden sind. 
Um für ausländische Dienstneh- 
mer das Ausfüllen der Wähler- 
anlageblätter zu erleichtern, hat die 
Vorarlberger Arbeiterkammer Über- 
setzungen des Wähleranlageblattes 
in türkisch und serbokroatisch aus- 
gesandt. 
personen werden nochmals gebeten, 
Die Betriebsräte und Vertrauens- 
auf die Wichtigkeit 
ihre Kollegen 
der Arbeiterkammerwahlen 
hinzu- 
weisen und beim Ausfüllen der An- 
lageblätter behilflich zu sein. Vor 
ist darauf zu achten, daß sie 
allem 
unterschrieben werden. Die Betriebs- 
räte bzw. Vertrauenspersonen müs- 
sen die Wählerverzeichnisse über- 
prüfen und gemeinsam mit dem 
Dienstgeber unterfertigen. 
Es ist auch darauf zu achten, daß 
jene Personen, die wegen Krankheit, 
Urlaub, Karenzurlaub oder Ablei- 
stung des Präsenzdienstes nicht am 
Arbeitsplatz sind, per Post ihr Wäh- 
leranlageblatt bekommen. 
In. die Wählerverzeichnisse dür- 
fen nur jene Dienstnehmer aufge- 
nommen werden, die am 31. Mai bei 
der Firma in einem Dienstverhält- 
nis standen. standen.
	        
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