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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Anläßlich einer Leistungsschau des Landes-Erziehungsheimes Jagd- 
berg wurde am vergangenen Sonntag das Theaterstück „Robinson 
soll nicht sterben" erstmalig aufgeführt. Die Premiere war durch- 
aus erfolgreich. Zur Aufführung dieses Stückes verbanden sich die 
Spielgruppe Nenzing und die Bubenspielschar Jagdberg. Dies ist 
für alle Mitwirkenden zu einem gut gelungenen Experiment gewor- 
den. Gleichzeitig wurden in einer sehr reichhaltigen und vielseiti- 
gen Werkausstellung Arbeiten präsentiert, die die Zöglinge des 
Landes-Erziehungsheimes Jagdberg im Laufe des Jahr es anfertig- 
ten. Am kommenden Sonntag um 14.30 Uhr wird in Jagdberg noch- 
mals die Möglichkeit geboten, die Theateraufführungen zu sehen. 
Ebenfalls ist die Werkausstellung ab 9 Uhr- ganztägig geöffnet. 
Weitere Theateraufführungen: Nenzing, Vereinshaus: Samstag, 15. 
Seite 8 Freitag, 7. Juni 1974 
Juni, 15 und 20 Uhr. 
FAMILIENCHRONIK, 
  
Wir wünschen Glück 
Höchst. In guter körperlicher und 
geistiger Verfassung vollendet heute 
Frau Mathilde Schneider geb. Bum- 
' peler ihr 80. Lebensjahr. Mit fünf 
' Geschwistern ist sie im Vaterhaus 
an der Fährestraße aufgewachsen. 
'Nach der Schulentlassung war sie in 
der Schweiz als Weißnäherin tätig, 
bis sie im Jahre 1921 den Klöppler- 
meister Eugen Schneider, Zollers, 
heiratete. „Mugges Mathilde", wie sie 
`im Volksmund genannt wird, freut 
!sich bester Gesundheit und dankt 
dafür ihrem Schöpfer täglich anläß- 
lich des Kirchenbesuches. Nebst 
einem großen Bekanntenkreis wer- 
den sich besonders ihre vielen Ver- 
wandten, mit Tochter, 3 Enkeln und 
; 3 Urenkeln als Gratulanten einfin- 
den, um ihrer lieben Mutter zu dan- 
, ken und ihr weiterhin Gottes Segen 
wünschen. 
zu 
Fahrt nach Damüls 
Aus Anlaß des 25jähri- 
Dornbirn. 
gen „Vereinsbestandes" machten die 
Mitglieder des Jahrganges 1906 einen 
Ausflug mit dem Ziel Damüls. Nach 
dem Mittagessen verlieh Chronistin 
Paula an fünf Jahrgänger für ihre 
25jährige Mitarbeit im Ausschuß den 
„Orden in Silber". Das schöne Wetter 
ermunterte die frohen Ausflügler zu 
einem Spaziergang am Nachmittag, 
ehe die Fahrt nach Wolfurt angetre- 
ten wurde , wo bereits ein vorz üg- 
liches Abendessen serviert war. Dem 
rührigen Organisator der Fahr t, 
Franz Mäser, wurde der herzlichste 
Dank ausgesprochen. 
Karl Assmann t 
Kürzlich wurde dieser 
Feldkirch: 
angesehene Mitbürger im Friedhof 
von Tschagguns beigesetzt. Im Jahre 
1903 in Silbertal geboren, in einer 
großen Familie aufgewachsen, hat er 
schon früh gelernt, sein Brot selbst 
zu verdienen. In den schlechten wirt- 
schaftlichen Jahren und der Arbeits- 
losigkeit bewarb er sich im Jahre 
1927 für das damalige Bundesheer. 
Durch Fleiß und Diensteifrigkeit hat 
er es dort bis zum Wachtmeister ge- 
bracht. 1933 hat er dann den Bundes- 
dienst als Gefängnismeister beim Be- 
in Dornbirn angetreten. 
zirksgericht. 
Daß er auch dort seinen Dienst mu- 
stergültig, gewissenhaft und mensch- 
lich versah, war für ihn eine Selbst- 
verständlichkeit. Sein gesundes Stre- 
ben war aber damit noch nicht zu 
Ende. Sein Wunsch war es, Gerichts- 
vollzieher zu werden. Im Jahre 1938 
wurde er dann auf eigenen Wunsch 
zum Bezirksgericht Feldkirch ver- 
setzt. Viele seiner jungen Kollegen 
hat er in dieser Zeit ausgebildet. Der 
Bundespräsident hat ihn mit dem 
Silbernen Ehrenzeichen für Ver- 
dienste um die Republik Österreich 
ausgezeichnet. In den Kriegsjahren 
war er zur Deutschen Wehrmacht 
einberufen worden. Er ist erst nach 
längerer Kriegsgefangenschaft in 
seine geliebte Heimat zurückgekehrt. 
Karl Assmann war ein aufrechter, 
offener Charakter. Er machte auch 
noch nach seiner Versetzung in den 
dauernden Ruhestand den Eindruck 
eines gesunden Mann es, und doch hat 
ihn eine heimtückische Krankheit be- 
fallen, die ihn trotz aller Bemühun- 
chen dahinraffte. Anläßlich seiner 
gen der Ärzte, innerhalb einiger Wo- 
Beerdigung wurde sein Lebensweg 
und sein verdienstvolles Wirken in 
Ansprachen gebührend gewürdigt. 
Seiner Gattin wendet sich unsere An- 
teilnahme zu. 
Im Vormonat geboren 
Bludenz. Robert o des Erich Flir, 
Beim Kre uz; Önder des Abdullah 
Ger, Bürs; Daniela des Manfred 
Kasper, Tschagguns; Andrea des Al- 
bert Moritz, Pfunds; Xahya des Mah- 
mut Cosgun, Brunnenfelderstraße; 
Wolfgang des Hubert Schapler, Van- 
dans; Tarik des Hasan Yazici, Wich- 
nerstraße; Stefan des Karl Goossens, 
Bludesch; Bernd des Albert Hart- 
mann, Schlins; Mar tin des Dipl.-Vw. 
Peter Streitberger, Hermann-San- 
der-Straße; Stephan des Wilfried 
Lenz, Sägeweg; Margit des Rudolf 
Burtscher, Nüziders; Jeanette des 
Wilhelm Bertel, Bludesch; Alfred des 
Peter Dorner, Klarenbrunnstraße; 
Priska des Rudolf Tomaselli, Unter- 
steinstraße; M arkus des Willibald 
Berger, Sehruns; Klaudia des Jo- 
hann Tiefenthaler, Nenzing; Sabine 
des Johann Drexel, Lech; Harriet des 
Kurt Wüschner, Nüziders; N icole des 
H ermann Kreml, St.-Antonius-Stra- 
13e; Adriane des Johann Kaufmann, 
Walserweg; Peter des Gebhard Rei- 
ner, Brand; Ranko des Nenad Male- 
tic, Schlins; Judith des Heinz Her- 
kommen Zwischenwasser; Gerold des 
Hubert Dünser, Nüziders; Bülemd 
des Ibrahim Ates, Alte Landstraße; 
Mario des Wa lter Nägele, St. Gallen- 
kirch; Erkan des Jakup Tekin, Bürs; 
Dolores des Alfred Stemer, Sturnen- 
gasse; Bettina des Elmar Wolf, Nü- 
ziders; Tanja des Herbert Heller, 
Schruns; Christoph des Helmut Scho- 
der, Vandans; Danile des Oskar 
Jungbauer, Gilmstraße; Daniela des 
Ing. Lothar Tomaselli, Nenzing; Mu- 
rat des Zekeriye Cay, Nenzing; Cor- 
nelia des Heinrich Moosbrugger, 
Gantschier; Yeter des Hursit Kibar, 
Bürs; Jürgen des Arthur Morscher, 
Ludesch; Michael des Harald Linher, 
Klarenbrunnstraße; Michael des Wil- 
helm Gager, Nenzing; Manuela des 
Karl Gasser, Rankweil; Nicole des 
Bruno Suppen, Hermann-Sander- 
Straße; Manuela des Josef Müller, 
Frastanz; Martina des Bartholomäus 
Öttl, Bartholomäberg; Danielas des 
Prvoslav Glisovic, Bürs; Eldon des 
Danilo Gornanovie, Wichnerstraße;   
  
Peter des Heinrich Nei er, Nüziders; 
Dragan des Mire Milekic, Schlins;   
Beatrix des Markus Öhre, Ludesch;   
Ajka des Enver Hodzic, Nüziders;   
Petra des Hubert Prugger, Tschag- 
guns; Christiane des Reinhold Huber, 
Nüziders; Stefan des Günter Val- 
lazza, Walserweg; Rene des Karl 
Heinz Engstler, Tschagguns; Barbara 
des Herbert Holzknecht, Lech; Mo- 
nika des Johann Witwer, Thüringen; 
Monika des Roman Bischof, Thürin- 
gerberg. 
Kirchliche Nachrichten 
Pfarre Dornbirn-Haselstauden 
Nächtliche Sühneandacht 
am 
Samstag, 8. Juni. 1930 Uhr Rosen- 
kranz, 20.00 Uhr hl. Meßopfer mit 
Predigt und Beichtgelegenheit. An- 
schließend Aussetzung des Allerhei- 
ligsten bis 22.00 Uhr mit sakramen- 
Adventmission 
talem Segen. c. t. Sommerfest auf der Schatten- 
Bregenz: Freitag, 7. Juni, 19.30 
Uhr, Bibelstunde; Samstag, 8. Juni, 
9.00 Uhr, Bibelschule; 10.00 Uhr, Pre- 
digt; 14.00 Uhr, Jugendstunde; Sonn- 
tag, 9. Juni, 9.00 Uhr, Religionsunter- 
richt; Gast: Pastor Paetov - Kapelle 
Laimgrubengasse 18. 
Dornbirn: Freitag, 7. Juni, 
19.30 Uhr, Bibelstunde; Samstag, 
8. Juni, 9.00 Uhr, Bibelschule; 10.00 
Uhr, Predigt; - Moosmahdstraße. 
Feldkirch: Samstag, 8. Juni, 
9.00 Uhr, Bibelschule; 10.00 Uhr, Pre- 
digt; - Bergmanngasse. 
QRATULIEREN   
WIR 
- 'Bregenz. In der Klosterkirche 
Mehrerau vermählen sich heute Prof. 
Theo Fle isch und Renate Schönbeck. 
Im Kapuzinerkloster voll- 
Bezau. 
endet heute Pater Beda Muggentha- 
ler sein 88. Lebensjahr. 
Hard. Witwe Gisela Tschofen geb. 
Hagen, Lochbachstraße, vollendet 
heute das 73. Lebensjahr. 
Das 73. Lebensjahr voll- 
Höchst. 
endet heute Frau Caroline Cech, Dr.- 
Franz-Schneider-Straße 95. 
Dornbirn. Dkfm. Heinz Bertolini 
promovierte in Wien zum Doktor der 
Handelswissenschaften. 
Sulz. Heute feiert Josef Lutz, 
Haus-Nr. 142, seinen 78. Geburtstag. 
Gisingen. Das 70. Lebensjahr voll- 
endet heute Frau Margaretha Fitsch, 
Stadtgutstraße. 
Frastanz. Kürzlich feierte Frau 
Franziska Facchini, Einliser-Feld- 
weg 37, den 83. Geburtstag. 
Satteins. Am vergangenen Diens- 
tag feierte Frau Katharina Hosp geb. 
Fröhlich, Haus-Nr. 48, die Vollen- 
Schnifis. Am 2. Juni vollendete 
dung des 80. Lebensjahres. 
Frau Pauline Häusle; Haus-Nr. 39, 
das 75. Lebensjahr. 
Röns. Die Löwenwirtin, Frau Ma- 
ria Bernhart, vollendete am Mittwoch 
ihr 85. Lebensjahr. 
Bludenz. Frau Hermine Sugg, 
Werdenbergerstraße 27, voll endet 
heute das 79., Frau Josefine Katzen- 
mayer, Sägeweg 1, das 72. und Frau 
Irma Balter, Klarenbrunnstraße 32, 
das 70. Lebensjahr. 
Veit Auer und seine G attin Emma, 
Außerbraz, Im Reckholder 38, feiern 
heute ihre Silberhochzeit. 
St. Gallenkirch. Am Pfingstmon- 
tag feierte Frau Maria Rhomberg, 
Gargellen, die Vollendung des 70. 
Lebensjahres. 
Veranstaltungen -Treffpunkte ) 
Bregenz: 
Jahrgang 1921. Bilder 
vom Ausflug können bei Oskar 
S pang, Bahnhofstraße, abgeholt wer- 
den. 
Bregenz. Freitag, 7. Juni, 20 Uhr, 
Gästeabend des Verkehrsvereins mit 
der Volkstanz- und Singgruppe „Ro- 
sengarten". (Karl Wieser) und der 
Stimmungskapelle „Viola" (Karl Kof- 
ler) im Gössersaal. 
Bregenz. Volkshochschule: Freitag, 
7. Juni, 20 Uhr, Lichtbildervortrag 
Wandern und Bergsteigen auf den , 
kanarischen Inseln" von Dipl.-Dolm. 
Helmfried Knoll, Wien, im Festsaal 
der Volksschule Schendlingen. 
Hohenems: Kneippverein. Sonn- 
tag, 9. Juni, Fußwanderung vom Fal- 
lenkobel über Götznerrüte nach 
Meschach. Abgang vom Schwefelbad 
13.30 Uhr bei guter Witterung. 
Feldkirch. Vorarlberger Waffen- 
ring: Heute, Freitag, 7. Juni, 20 Uhr, 
burg. Sommerkleidung, Band und 
Mütze. 
St. Gerold. Freitag (20 Uhr) und 
Samstag (16.30 bis 20 Uhr) Tagung 
mit Referat von P. Prof. Dr. Eduard 
Huber SJ, Rom-Paris, und Prof. Dr. 
Branko Bosnjak, Zagreb, zum Thema 
„Die Befreiung des Menschen in 
marxistischer und christlicher Sicht" 
in der Propstei (Weiberhaus). 
ÖVP. 
Bludenz: Junge 
Freitag, 
7. Juni, 19 Uhr, Referat von Dr. Franz 
Ender über das neue Schulunter- 
richtsgesetz mit anschließender Dis- 
kussion im neuen Pfarrheim. 
Bürs. Freitag, 7. Juni, 19.30 Uhr, 
Eröffnung einer Ausstellung von 
Schülerzeichnungen in der Halle der 
neuen Volksschule. 
Schr uns. Freitag, 7. Juni, 20.30 Uhr, 
Platzkonzert der „First Buaba" auf 
dem Musikpodium (bei schlechter 
Witterung in der Aula der H aupt- 
schule). 
„Finanzspritze" für 
Jugendhaus 
„Graf Hugo" durch 
Schuhputzaktion 
Feldkirch. Wie angekündigt fand 
am Pfingstsamstag in Feldkirch eine 
Schuhputzaktion statt. Jugendliche 
des Jugendhauses „Graf Hugo" putz- 
ten den Passanten gegen ein gerin- 
ges Entgelt die Schuhe und verdien- 
ten auf diese Weise 10.000 Schilling, 
die notwendig für den Betrieb des 
Jugendhauses gebraucht werden. Be- 
sonders erfreulich war die Initiative 
der Jugendlichen, die zeigte, daß sie 
bereit sind, für ihre neue Begeg- 
nungsstätte etwas zu tun, aber auch 
die Initiative der Erwachsenen, die 
großzügig dieses Projekt unterstütz- 
ten. 
Erwähnenswert ist auch der vom 
Jugendhaus eingerichtete Babysitter- 
dienst. Unter der Telefonnummer 
5 03 32 kann man am Montag und 
Mittwoch in der Zeit von 18 bis 19 
Uhr einen Babysitter bestellen. 
-Impressum 
Eigentümer, Herausgeber, 
Ver- 
leger und Dru ck: Vorarlberger 
Graphische Anstalt, Eugen Ruß 
& Co., 6901 Bregenz, Kirc h- 
straße 35. 
Chefredakteur und für den In-. 
halt verantwortlich: Prof. Dr. 
Franz Ortner. 
Stellvertreter: Josef Mattner 
Chef vom Dienst 
und Hei- 
matteil: Doris Rinke - Fa- 
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nik: Hans Lerchenmüller - 
Innen- und Landespolitik: 
Willy Hi llek - Außenpolitik 
und Region: Siegfried Gabrielli 
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mann: Hans Henning Schar- 
sach - Kultur: Liselotte Hanl 
Sport: Josef Mattner, Peter 
Strauß - Wiener Redaktion: 
Sepp B achen Danningerweg 9, 
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Bez irk Bludenz: Adolf Pic- 
colruaz, Herm.-Sander-Str. 16, 
6700 Bludenz, Tel. 0 55 52 / 24 71. 
39 
Im Dunkeln tauchte die Musik wieder in 
mir auf. Es war ein Strauß-Walzer, und ich 
tan zte mit Lady Frenswick. Sie war jung, 
hellblond und lachte, während ich sie herum- 
schwang. Ich sah ihre weißen Schultern, das 
schimmernde Diad em an ihrem Hals und 
die 
vorübergleitenden Spiegel. 
Mr. Atkinson kam zurückgeschlurft und 
ließ einen Kübel Wasser auf den Boden 
plumpsen. Ich tauchte einen Finger in das 
Wasser - es war eiskalt. 
„Seife, bitte", stieß ich zwischen zusam- 
mengepreßten Zähnen heraus. 
„Im Kübel." 
Ich seifte mir den Arm ein, kniete hinter 
der Sau nieder und führte meine Hand sacht 
in die Vagina ein. Weiter tastete ich mich, 
und als Handgelenk und Ellbogen in der 
Sau verschwunden waren, mußte ich mich 
 und 
auf die Seite legen. Die Steine waren kalt 
naß, aber ich vergaß alle Beschwerde, 
als meine Finger etwas berührten - es war 
ein winziger Schwanz. Fast in Querlage 
steckte ein ziemlich großes Ferkel wie ein 
Korken in der Flasche. 
Mit einem Finger drückte ich die Hinter- 
beine so weit zurück, bis ich sie fassen und 
das Ferkel herausziehen konnte. „Hier haben 
wir das, was uns die Schwierigkeiten macht. 
Es ist tot, fürchte ich. Ist zu lange da drin 
gequetscht worden. Aber es könnten auch 
noch Lebende da sein. Ich will noch mal füh- 
len." 
Ich fettete mir den Arm von neuem und 
führte ihn wieder ein. Gerade noch im Bek- 
Z.ken, fast auf Armeslänge fand ich ein wei- 
teres Ferkel. Ich tastete nach dem Gesicht, 
und im selben Mome nt grub sich eine Reihe 
winziger, aber sehr scharfer Zähne in meinen 
Finger. Ich schrie auf und blickte von mei- 
nem steinigen Lager zu dem Bauern empor. 
„Also, dies hier ist jedenfalls lebendig. Ich 
werd's bald draußen hab en." 
Das Ferkel aber dachte anders. Es zeigte 
kein Verlangen, seinen warmen Hafen zu ver- 
lassen, und jedesmal, wenn ich eine seiner 
glitschigen Pfoten in die Finger bekam, zog 
es sie zurück. Nach ein paar Minuten dieses 
Spielchens f ühlte ich einen Krampf im Arm. 
Ich entspannte mich und lehnte mich zurück, 
den Kopf auf den Steinen, meinen Arm noch 
in der Sau. Ich schloß die Augen, und im Nu 
war ich wieder im Ballsaal, in der Wärme 
und in dem strahlenden Licht. 
Ich lächelte dem Dirigenten zu, aber da 
verschwamm das Gesicht des Musike rs, und 
Mr. Atkinson mit seinem unrasierten Kinn 
und seinen buschigen Augenbrauen stand 
wieder da, der beim Licht der Radfahrlaterne 
Ich schüttelte mich und löste meine Wange 
vom Fußboden. Das ging denn doch nicht, 
während der Arbeit einzuschlafen! Ich langte 
wieder in die Sau und bekam diesmal das 
Pfötchen zwischen zwei Finger zu fassen. 
Und trotz seines Sträubens wurde das Ferkel 
zur Welt befördert. Da es nun einmal soweit 
war, schien es sich mit seiner Lage abzufin- 
den und taumelte weise zum mütterlichen 
Euter. • 
„Sie selbst hilft überhaupt nicht", sagte 
ich. „Es hat so lange gedauert, daß sie ganz 
erschöpft ist. Ich werde eine Einspritzung 
machen." 
Eine neue Expedition durch den Dreck zu 
dem Wagen, ein Schuß Pituitrin in den Schen- 
kel der Jungsau, und innerhalb von Minuten 
setzten starke Wehen ein. Jetzt gab es keine 
Hemmung, und bald lag ein zappelndes Fer- 
kel im Stroh. Dann ganz rasch noch eins und 
noch eins. 
„Kommen jetzt schön ordentlich der Reihe 
nach", sagte ich. Mr. Atkinson brummte. 
Acht Fer kel waren 
Lam- 
geboren, und das 
penlicht war schon fast erloschen, als die 
dunkle Masse der Nachgeburt sich aus der 
Vulva der Sau ergoß. Ich wußte nicht, wie 
lange ich dagestanden und das Wunder be- 
trachtet hatte, dessen ich niemals überdrüs- 
sig wurde... wie die Ferkelchen sich müh- 
sam auf die Füße stellten und ungeleitet den 
Weg zu der Doppelreihe der Zitzen fan- 
den... wie diese Mutter mit ihrer ersten Fa- 
milie sich von selbst so ausstreckte, daß sie 
den hungr igen Mäulchen möglichst viel von 
ihrem Euter darbot... 
Meine ganze rechte Seite war mit Dreck 
und Schleim verklebt. Ich tat mein Bestes, 
ausdruckslos auf mich niederblickte. um etwas davon 
kratzen, dann spülte ich mich mit dem kal- 
mit den Fingernägeln abzu- 
ten Wasser aus dem Kübel ab. 
„Haben Sie ein Handtuch hier?" keuchte 
ich. 
Wortlos reichte Mr. Atkinson mir einen 
Sack. Seine Ecken waren steif von altem 
Dung, und er roch dumpfig nach Schrotmehl. 
Ich streifte mir das Hemd über den ver- 
schmutzten Rücken und knöpfte meine Jacke 
zu, ergriff die Injektionsspritze und die Pi- 
tuitrin-Flasche und kletterte aus dem Ver- 
schlag. Bevor ich 
sah ich noch einmal 
ging, 
zurück. Die Radfahrlampe verbreitete ihr 
letztes, schwaches Licht, und ich mußte mich 
über die Einzäunung lehnen, um die Reihen 
der Ferkelchen beim selbstvergessenen Sau- 
gen zu sehen. Die Sau verschob vorsichtig 
ihre Stellung und grunzte. Es war ein Grun- 
zen tiefster Befriedigung. 
Ich fuhr durch den Schmutz den Hügel 
hinauf, wo ich aussteigen mußte, um ein Gat- 
ter zu öffnen. Der kalte, klare Wind strich 
mir ums Gesicht uad trug mir einen Geruch 
von frostigem Gras zu. Im Geist tauchte mei- 
ne Schulzeit in mir auf und die Gestalt eines 
alten Lehrers, der mit der Klasse über Be- 
rufsaussichten gesprochen hatte. „Falls Sie 
sich entschließen, Tierarzt zu werden", hatte 
er gesagt, „werden Sie keine Reichtümer 
sammeln, aber Sie werden stets ein interes- 
santes Leben voller Abwechslung haben." 
• 
fal.) 
Ich ließ die Wundnadel in die Sch ale 
  
len und trat zurück, um die fertige Arbeit 
zu überprüfen. „Wirklich, das muß ich selber 
sagen, es sieht recht hübsch aus." 
	.•- 
-.••••• - • • 	(Fortsetzung 
folg) folg)
	        
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