Anläßlich einer Leistungsschau des Landes-Erziehungsheimes Jagd-
berg wurde am vergangenen Sonntag das Theaterstück „Robinson
soll nicht sterben" erstmalig aufgeführt. Die Premiere war durch-
aus erfolgreich. Zur Aufführung dieses Stückes verbanden sich die
Spielgruppe Nenzing und die Bubenspielschar Jagdberg. Dies ist
für alle Mitwirkenden zu einem gut gelungenen Experiment gewor-
den. Gleichzeitig wurden in einer sehr reichhaltigen und vielseiti-
gen Werkausstellung Arbeiten präsentiert, die die Zöglinge des
Landes-Erziehungsheimes Jagdberg im Laufe des Jahr es anfertig-
ten. Am kommenden Sonntag um 14.30 Uhr wird in Jagdberg noch-
mals die Möglichkeit geboten, die Theateraufführungen zu sehen.
Ebenfalls ist die Werkausstellung ab 9 Uhr- ganztägig geöffnet.
Weitere Theateraufführungen: Nenzing, Vereinshaus: Samstag, 15.
Seite 8 Freitag, 7. Juni 1974
Juni, 15 und 20 Uhr.
FAMILIENCHRONIK,
Wir wünschen Glück
Höchst. In guter körperlicher und
geistiger Verfassung vollendet heute
Frau Mathilde Schneider geb. Bum-
' peler ihr 80. Lebensjahr. Mit fünf
' Geschwistern ist sie im Vaterhaus
an der Fährestraße aufgewachsen.
'Nach der Schulentlassung war sie in
der Schweiz als Weißnäherin tätig,
bis sie im Jahre 1921 den Klöppler-
meister Eugen Schneider, Zollers,
heiratete. „Mugges Mathilde", wie sie
`im Volksmund genannt wird, freut
!sich bester Gesundheit und dankt
dafür ihrem Schöpfer täglich anläß-
lich des Kirchenbesuches. Nebst
einem großen Bekanntenkreis wer-
den sich besonders ihre vielen Ver-
wandten, mit Tochter, 3 Enkeln und
; 3 Urenkeln als Gratulanten einfin-
den, um ihrer lieben Mutter zu dan-
, ken und ihr weiterhin Gottes Segen
wünschen.
zu
Fahrt nach Damüls
Aus Anlaß des 25jähri-
Dornbirn.
gen „Vereinsbestandes" machten die
Mitglieder des Jahrganges 1906 einen
Ausflug mit dem Ziel Damüls. Nach
dem Mittagessen verlieh Chronistin
Paula an fünf Jahrgänger für ihre
25jährige Mitarbeit im Ausschuß den
„Orden in Silber". Das schöne Wetter
ermunterte die frohen Ausflügler zu
einem Spaziergang am Nachmittag,
ehe die Fahrt nach Wolfurt angetre-
ten wurde , wo bereits ein vorz üg-
liches Abendessen serviert war. Dem
rührigen Organisator der Fahr t,
Franz Mäser, wurde der herzlichste
Dank ausgesprochen.
Karl Assmann t
Kürzlich wurde dieser
Feldkirch:
angesehene Mitbürger im Friedhof
von Tschagguns beigesetzt. Im Jahre
1903 in Silbertal geboren, in einer
großen Familie aufgewachsen, hat er
schon früh gelernt, sein Brot selbst
zu verdienen. In den schlechten wirt-
schaftlichen Jahren und der Arbeits-
losigkeit bewarb er sich im Jahre
1927 für das damalige Bundesheer.
Durch Fleiß und Diensteifrigkeit hat
er es dort bis zum Wachtmeister ge-
bracht. 1933 hat er dann den Bundes-
dienst als Gefängnismeister beim Be-
in Dornbirn angetreten.
zirksgericht.
Daß er auch dort seinen Dienst mu-
stergültig, gewissenhaft und mensch-
lich versah, war für ihn eine Selbst-
verständlichkeit. Sein gesundes Stre-
ben war aber damit noch nicht zu
Ende. Sein Wunsch war es, Gerichts-
vollzieher zu werden. Im Jahre 1938
wurde er dann auf eigenen Wunsch
zum Bezirksgericht Feldkirch ver-
setzt. Viele seiner jungen Kollegen
hat er in dieser Zeit ausgebildet. Der
Bundespräsident hat ihn mit dem
Silbernen Ehrenzeichen für Ver-
dienste um die Republik Österreich
ausgezeichnet. In den Kriegsjahren
war er zur Deutschen Wehrmacht
einberufen worden. Er ist erst nach
längerer Kriegsgefangenschaft in
seine geliebte Heimat zurückgekehrt.
Karl Assmann war ein aufrechter,
offener Charakter. Er machte auch
noch nach seiner Versetzung in den
dauernden Ruhestand den Eindruck
eines gesunden Mann es, und doch hat
ihn eine heimtückische Krankheit be-
fallen, die ihn trotz aller Bemühun-
chen dahinraffte. Anläßlich seiner
gen der Ärzte, innerhalb einiger Wo-
Beerdigung wurde sein Lebensweg
und sein verdienstvolles Wirken in
Ansprachen gebührend gewürdigt.
Seiner Gattin wendet sich unsere An-
teilnahme zu.
Im Vormonat geboren
Bludenz. Robert o des Erich Flir,
Beim Kre uz; Önder des Abdullah
Ger, Bürs; Daniela des Manfred
Kasper, Tschagguns; Andrea des Al-
bert Moritz, Pfunds; Xahya des Mah-
mut Cosgun, Brunnenfelderstraße;
Wolfgang des Hubert Schapler, Van-
dans; Tarik des Hasan Yazici, Wich-
nerstraße; Stefan des Karl Goossens,
Bludesch; Bernd des Albert Hart-
mann, Schlins; Mar tin des Dipl.-Vw.
Peter Streitberger, Hermann-San-
der-Straße; Stephan des Wilfried
Lenz, Sägeweg; Margit des Rudolf
Burtscher, Nüziders; Jeanette des
Wilhelm Bertel, Bludesch; Alfred des
Peter Dorner, Klarenbrunnstraße;
Priska des Rudolf Tomaselli, Unter-
steinstraße; M arkus des Willibald
Berger, Sehruns; Klaudia des Jo-
hann Tiefenthaler, Nenzing; Sabine
des Johann Drexel, Lech; Harriet des
Kurt Wüschner, Nüziders; N icole des
H ermann Kreml, St.-Antonius-Stra-
13e; Adriane des Johann Kaufmann,
Walserweg; Peter des Gebhard Rei-
ner, Brand; Ranko des Nenad Male-
tic, Schlins; Judith des Heinz Her-
kommen Zwischenwasser; Gerold des
Hubert Dünser, Nüziders; Bülemd
des Ibrahim Ates, Alte Landstraße;
Mario des Wa lter Nägele, St. Gallen-
kirch; Erkan des Jakup Tekin, Bürs;
Dolores des Alfred Stemer, Sturnen-
gasse; Bettina des Elmar Wolf, Nü-
ziders; Tanja des Herbert Heller,
Schruns; Christoph des Helmut Scho-
der, Vandans; Danile des Oskar
Jungbauer, Gilmstraße; Daniela des
Ing. Lothar Tomaselli, Nenzing; Mu-
rat des Zekeriye Cay, Nenzing; Cor-
nelia des Heinrich Moosbrugger,
Gantschier; Yeter des Hursit Kibar,
Bürs; Jürgen des Arthur Morscher,
Ludesch; Michael des Harald Linher,
Klarenbrunnstraße; Michael des Wil-
helm Gager, Nenzing; Manuela des
Karl Gasser, Rankweil; Nicole des
Bruno Suppen, Hermann-Sander-
Straße; Manuela des Josef Müller,
Frastanz; Martina des Bartholomäus
Öttl, Bartholomäberg; Danielas des
Prvoslav Glisovic, Bürs; Eldon des
Danilo Gornanovie, Wichnerstraße;
Peter des Heinrich Nei er, Nüziders;
Dragan des Mire Milekic, Schlins;
Beatrix des Markus Öhre, Ludesch;
Ajka des Enver Hodzic, Nüziders;
Petra des Hubert Prugger, Tschag-
guns; Christiane des Reinhold Huber,
Nüziders; Stefan des Günter Val-
lazza, Walserweg; Rene des Karl
Heinz Engstler, Tschagguns; Barbara
des Herbert Holzknecht, Lech; Mo-
nika des Johann Witwer, Thüringen;
Monika des Roman Bischof, Thürin-
gerberg.
Kirchliche Nachrichten
Pfarre Dornbirn-Haselstauden
Nächtliche Sühneandacht
am
Samstag, 8. Juni. 1930 Uhr Rosen-
kranz, 20.00 Uhr hl. Meßopfer mit
Predigt und Beichtgelegenheit. An-
schließend Aussetzung des Allerhei-
ligsten bis 22.00 Uhr mit sakramen-
Adventmission
talem Segen. c. t. Sommerfest auf der Schatten-
Bregenz: Freitag, 7. Juni, 19.30
Uhr, Bibelstunde; Samstag, 8. Juni,
9.00 Uhr, Bibelschule; 10.00 Uhr, Pre-
digt; 14.00 Uhr, Jugendstunde; Sonn-
tag, 9. Juni, 9.00 Uhr, Religionsunter-
richt; Gast: Pastor Paetov - Kapelle
Laimgrubengasse 18.
Dornbirn: Freitag, 7. Juni,
19.30 Uhr, Bibelstunde; Samstag,
8. Juni, 9.00 Uhr, Bibelschule; 10.00
Uhr, Predigt; - Moosmahdstraße.
Feldkirch: Samstag, 8. Juni,
9.00 Uhr, Bibelschule; 10.00 Uhr, Pre-
digt; - Bergmanngasse.
QRATULIEREN
WIR
- 'Bregenz. In der Klosterkirche
Mehrerau vermählen sich heute Prof.
Theo Fle isch und Renate Schönbeck.
Im Kapuzinerkloster voll-
Bezau.
endet heute Pater Beda Muggentha-
ler sein 88. Lebensjahr.
Hard. Witwe Gisela Tschofen geb.
Hagen, Lochbachstraße, vollendet
heute das 73. Lebensjahr.
Das 73. Lebensjahr voll-
Höchst.
endet heute Frau Caroline Cech, Dr.-
Franz-Schneider-Straße 95.
Dornbirn. Dkfm. Heinz Bertolini
promovierte in Wien zum Doktor der
Handelswissenschaften.
Sulz. Heute feiert Josef Lutz,
Haus-Nr. 142, seinen 78. Geburtstag.
Gisingen. Das 70. Lebensjahr voll-
endet heute Frau Margaretha Fitsch,
Stadtgutstraße.
Frastanz. Kürzlich feierte Frau
Franziska Facchini, Einliser-Feld-
weg 37, den 83. Geburtstag.
Satteins. Am vergangenen Diens-
tag feierte Frau Katharina Hosp geb.
Fröhlich, Haus-Nr. 48, die Vollen-
Schnifis. Am 2. Juni vollendete
dung des 80. Lebensjahres.
Frau Pauline Häusle; Haus-Nr. 39,
das 75. Lebensjahr.
Röns. Die Löwenwirtin, Frau Ma-
ria Bernhart, vollendete am Mittwoch
ihr 85. Lebensjahr.
Bludenz. Frau Hermine Sugg,
Werdenbergerstraße 27, voll endet
heute das 79., Frau Josefine Katzen-
mayer, Sägeweg 1, das 72. und Frau
Irma Balter, Klarenbrunnstraße 32,
das 70. Lebensjahr.
Veit Auer und seine G attin Emma,
Außerbraz, Im Reckholder 38, feiern
heute ihre Silberhochzeit.
St. Gallenkirch. Am Pfingstmon-
tag feierte Frau Maria Rhomberg,
Gargellen, die Vollendung des 70.
Lebensjahres.
Veranstaltungen -Treffpunkte )
Bregenz:
Jahrgang 1921. Bilder
vom Ausflug können bei Oskar
S pang, Bahnhofstraße, abgeholt wer-
den.
Bregenz. Freitag, 7. Juni, 20 Uhr,
Gästeabend des Verkehrsvereins mit
der Volkstanz- und Singgruppe „Ro-
sengarten". (Karl Wieser) und der
Stimmungskapelle „Viola" (Karl Kof-
ler) im Gössersaal.
Bregenz. Volkshochschule: Freitag,
7. Juni, 20 Uhr, Lichtbildervortrag
Wandern und Bergsteigen auf den ,
kanarischen Inseln" von Dipl.-Dolm.
Helmfried Knoll, Wien, im Festsaal
der Volksschule Schendlingen.
Hohenems: Kneippverein. Sonn-
tag, 9. Juni, Fußwanderung vom Fal-
lenkobel über Götznerrüte nach
Meschach. Abgang vom Schwefelbad
13.30 Uhr bei guter Witterung.
Feldkirch. Vorarlberger Waffen-
ring: Heute, Freitag, 7. Juni, 20 Uhr,
burg. Sommerkleidung, Band und
Mütze.
St. Gerold. Freitag (20 Uhr) und
Samstag (16.30 bis 20 Uhr) Tagung
mit Referat von P. Prof. Dr. Eduard
Huber SJ, Rom-Paris, und Prof. Dr.
Branko Bosnjak, Zagreb, zum Thema
„Die Befreiung des Menschen in
marxistischer und christlicher Sicht"
in der Propstei (Weiberhaus).
ÖVP.
Bludenz: Junge
Freitag,
7. Juni, 19 Uhr, Referat von Dr. Franz
Ender über das neue Schulunter-
richtsgesetz mit anschließender Dis-
kussion im neuen Pfarrheim.
Bürs. Freitag, 7. Juni, 19.30 Uhr,
Eröffnung einer Ausstellung von
Schülerzeichnungen in der Halle der
neuen Volksschule.
Schr uns. Freitag, 7. Juni, 20.30 Uhr,
Platzkonzert der „First Buaba" auf
dem Musikpodium (bei schlechter
Witterung in der Aula der H aupt-
schule).
„Finanzspritze" für
Jugendhaus
„Graf Hugo" durch
Schuhputzaktion
Feldkirch. Wie angekündigt fand
am Pfingstsamstag in Feldkirch eine
Schuhputzaktion statt. Jugendliche
des Jugendhauses „Graf Hugo" putz-
ten den Passanten gegen ein gerin-
ges Entgelt die Schuhe und verdien-
ten auf diese Weise 10.000 Schilling,
die notwendig für den Betrieb des
Jugendhauses gebraucht werden. Be-
sonders erfreulich war die Initiative
der Jugendlichen, die zeigte, daß sie
bereit sind, für ihre neue Begeg-
nungsstätte etwas zu tun, aber auch
die Initiative der Erwachsenen, die
großzügig dieses Projekt unterstütz-
ten.
Erwähnenswert ist auch der vom
Jugendhaus eingerichtete Babysitter-
dienst. Unter der Telefonnummer
5 03 32 kann man am Montag und
Mittwoch in der Zeit von 18 bis 19
Uhr einen Babysitter bestellen.
-Impressum
Eigentümer, Herausgeber,
Ver-
leger und Dru ck: Vorarlberger
Graphische Anstalt, Eugen Ruß
& Co., 6901 Bregenz, Kirc h-
straße 35.
Chefredakteur und für den In-.
halt verantwortlich: Prof. Dr.
Franz Ortner.
Stellvertreter: Josef Mattner
Chef vom Dienst
und Hei-
matteil: Doris Rinke - Fa-
milienchronik, Motor und Tech-
nik: Hans Lerchenmüller -
Innen- und Landespolitik:
Willy Hi llek - Außenpolitik
und Region: Siegfried Gabrielli
Wirtschaft und Ombuds-
mann: Hans Henning Schar-
sach - Kultur: Liselotte Hanl
Sport: Josef Mattner, Peter
Strauß - Wiener Redaktion:
Sepp B achen Danningerweg 9,
1210 Wien, Tel. 02 22 / 38 47 222
Bez irk Bludenz: Adolf Pic-
colruaz, Herm.-Sander-Str. 16,
6700 Bludenz, Tel. 0 55 52 / 24 71.
39
Im Dunkeln tauchte die Musik wieder in
mir auf. Es war ein Strauß-Walzer, und ich
tan zte mit Lady Frenswick. Sie war jung,
hellblond und lachte, während ich sie herum-
schwang. Ich sah ihre weißen Schultern, das
schimmernde Diad em an ihrem Hals und
die
vorübergleitenden Spiegel.
Mr. Atkinson kam zurückgeschlurft und
ließ einen Kübel Wasser auf den Boden
plumpsen. Ich tauchte einen Finger in das
Wasser - es war eiskalt.
„Seife, bitte", stieß ich zwischen zusam-
mengepreßten Zähnen heraus.
„Im Kübel."
Ich seifte mir den Arm ein, kniete hinter
der Sau nieder und führte meine Hand sacht
in die Vagina ein. Weiter tastete ich mich,
und als Handgelenk und Ellbogen in der
Sau verschwunden waren, mußte ich mich
und
auf die Seite legen. Die Steine waren kalt
naß, aber ich vergaß alle Beschwerde,
als meine Finger etwas berührten - es war
ein winziger Schwanz. Fast in Querlage
steckte ein ziemlich großes Ferkel wie ein
Korken in der Flasche.
Mit einem Finger drückte ich die Hinter-
beine so weit zurück, bis ich sie fassen und
das Ferkel herausziehen konnte. „Hier haben
wir das, was uns die Schwierigkeiten macht.
Es ist tot, fürchte ich. Ist zu lange da drin
gequetscht worden. Aber es könnten auch
noch Lebende da sein. Ich will noch mal füh-
len."
Ich fettete mir den Arm von neuem und
führte ihn wieder ein. Gerade noch im Bek-
Z.ken, fast auf Armeslänge fand ich ein wei-
teres Ferkel. Ich tastete nach dem Gesicht,
und im selben Mome nt grub sich eine Reihe
winziger, aber sehr scharfer Zähne in meinen
Finger. Ich schrie auf und blickte von mei-
nem steinigen Lager zu dem Bauern empor.
„Also, dies hier ist jedenfalls lebendig. Ich
werd's bald draußen hab en."
Das Ferkel aber dachte anders. Es zeigte
kein Verlangen, seinen warmen Hafen zu ver-
lassen, und jedesmal, wenn ich eine seiner
glitschigen Pfoten in die Finger bekam, zog
es sie zurück. Nach ein paar Minuten dieses
Spielchens f ühlte ich einen Krampf im Arm.
Ich entspannte mich und lehnte mich zurück,
den Kopf auf den Steinen, meinen Arm noch
in der Sau. Ich schloß die Augen, und im Nu
war ich wieder im Ballsaal, in der Wärme
und in dem strahlenden Licht.
Ich lächelte dem Dirigenten zu, aber da
verschwamm das Gesicht des Musike rs, und
Mr. Atkinson mit seinem unrasierten Kinn
und seinen buschigen Augenbrauen stand
wieder da, der beim Licht der Radfahrlaterne
Ich schüttelte mich und löste meine Wange
vom Fußboden. Das ging denn doch nicht,
während der Arbeit einzuschlafen! Ich langte
wieder in die Sau und bekam diesmal das
Pfötchen zwischen zwei Finger zu fassen.
Und trotz seines Sträubens wurde das Ferkel
zur Welt befördert. Da es nun einmal soweit
war, schien es sich mit seiner Lage abzufin-
den und taumelte weise zum mütterlichen
Euter. •
„Sie selbst hilft überhaupt nicht", sagte
ich. „Es hat so lange gedauert, daß sie ganz
erschöpft ist. Ich werde eine Einspritzung
machen."
Eine neue Expedition durch den Dreck zu
dem Wagen, ein Schuß Pituitrin in den Schen-
kel der Jungsau, und innerhalb von Minuten
setzten starke Wehen ein. Jetzt gab es keine
Hemmung, und bald lag ein zappelndes Fer-
kel im Stroh. Dann ganz rasch noch eins und
noch eins.
„Kommen jetzt schön ordentlich der Reihe
nach", sagte ich. Mr. Atkinson brummte.
Acht Fer kel waren
Lam-
geboren, und das
penlicht war schon fast erloschen, als die
dunkle Masse der Nachgeburt sich aus der
Vulva der Sau ergoß. Ich wußte nicht, wie
lange ich dagestanden und das Wunder be-
trachtet hatte, dessen ich niemals überdrüs-
sig wurde... wie die Ferkelchen sich müh-
sam auf die Füße stellten und ungeleitet den
Weg zu der Doppelreihe der Zitzen fan-
den... wie diese Mutter mit ihrer ersten Fa-
milie sich von selbst so ausstreckte, daß sie
den hungr igen Mäulchen möglichst viel von
ihrem Euter darbot...
Meine ganze rechte Seite war mit Dreck
und Schleim verklebt. Ich tat mein Bestes,
ausdruckslos auf mich niederblickte. um etwas davon
kratzen, dann spülte ich mich mit dem kal-
mit den Fingernägeln abzu-
ten Wasser aus dem Kübel ab.
„Haben Sie ein Handtuch hier?" keuchte
ich.
Wortlos reichte Mr. Atkinson mir einen
Sack. Seine Ecken waren steif von altem
Dung, und er roch dumpfig nach Schrotmehl.
Ich streifte mir das Hemd über den ver-
schmutzten Rücken und knöpfte meine Jacke
zu, ergriff die Injektionsspritze und die Pi-
tuitrin-Flasche und kletterte aus dem Ver-
schlag. Bevor ich
sah ich noch einmal
ging,
zurück. Die Radfahrlampe verbreitete ihr
letztes, schwaches Licht, und ich mußte mich
über die Einzäunung lehnen, um die Reihen
der Ferkelchen beim selbstvergessenen Sau-
gen zu sehen. Die Sau verschob vorsichtig
ihre Stellung und grunzte. Es war ein Grun-
zen tiefster Befriedigung.
Ich fuhr durch den Schmutz den Hügel
hinauf, wo ich aussteigen mußte, um ein Gat-
ter zu öffnen. Der kalte, klare Wind strich
mir ums Gesicht uad trug mir einen Geruch
von frostigem Gras zu. Im Geist tauchte mei-
ne Schulzeit in mir auf und die Gestalt eines
alten Lehrers, der mit der Klasse über Be-
rufsaussichten gesprochen hatte. „Falls Sie
sich entschließen, Tierarzt zu werden", hatte
er gesagt, „werden Sie keine Reichtümer
sammeln, aber Sie werden stets ein interes-
santes Leben voller Abwechslung haben."
•
fal.)
Ich ließ die Wundnadel in die Sch ale
len und trat zurück, um die fertige Arbeit
zu überprüfen. „Wirklich, das muß ich selber
sagen, es sieht recht hübsch aus."
.•-
-.••••• - • • (Fortsetzung
folg) folg)