Erstmals wurden dieser Tage für
einen „Marek"-Krimi Außenaufnah-
men in einem anderen Land gedreht:
für „Mord im Ministerium" kurbelten
Fritz Eckhardt u. Co. die letzten Sze-
nen in Berlin.
An der Spree fühlte man sich laut
Eckhardt äußerst wohl. „Ich wurde
mit dem Chef der dortigen Mord-
kommission zusammengebracht, und
als ich mich umsah, bemerkte ich zu
Klärt den „Mord im Ministerium":
Oberinspektor Marek alias Fritz
Eckhardt, hier mit Susi ricoletti.
Erstmals drehte man für einen Ma-
rek-Krimi Außenaufnahmen im Aus-
land.
Im Rahmen des inoffiziellen Ballettfestivals der Wiener Festwochen gastierte an vier Abenden das
Harkness Ballet of New York in der Volksoper. Die Truppe wurde 1964 von Rebekah Harkness, einer
Mitarbeiterin von Jerome Robbins und Robert Joffrey, gegründet und erwarb sich bald einen ausgezeich-
neten Ruf. Heute rekrutiert sich das Ensemble bereits großteils aus Schülern, die aus der Harkness-Bal-
letschule hervorgegangen sind. Die Truppe zeigte neben bekannten Handlungsballetten („Feuervogel",
„Der Korsar") auch mehrere dynamische Kurzpiecen, worin vor allem die vorzüglichen Herren des En-
R.
sembles Gelegenheit bekamen, ihr Können zu entfalten.
Ferienparadies Haiti
W. (Bild Festwochen)
FS 1, 20.15 Aktenzeichen XY...
ungelöst. — 21.20 „Haiti — Perle
der Karibischen See". (Die Doku-
mentation von Omer d'Home ver-
sucht, das Leben der Einwohner
Haiti s zu schildern, ohne üblichen
Flitter und romantische Aufnah-
men.) — 22.15 Zeit im Bild —
22.20 „So liebt man in Paris".
(Zwei amerikanische SchWestern
im Showbusiness). — 23.50 Ak-
tenzeichen XY ... ungelöst: Erste
Ergebnisse.
Ein aut hent ischer Fall
ARD, 20.15: X. Fußball-WM:
Vor den Spielen. — 20.30 "Der
Verrat". (Die Geschichte über
einen Spion und dessen Entlar-
vung geht auf wirkliches Gesche-
hen zurück. Das Verhalten der
Darsteller ist aber erfunden.) —
21.45 Bericht aus Bonn. — 22.10
Tagesschau — 22.25 „Herlemanns
Traum oder Das an dere Leben"
rolle zwischen Traum und Wirk-
(Vädim Glowna in einer Doppel-
lichkeit, wobei es sich um das
Thema Rennsport handelt.)
Rex Harrisons Traum
FS 2, 20.15 Uhr: „Don Quixote".
(Für Rex Harrison, der heuer sein
50jähriges Jubiläum als Schau-
spieler feiert, ging mit diesem
Stück ein langersehnter Traum in
Erfüllung. Es brauchte aber sehr
lange, bis er ein für seine Rolle
passendes Drehbuch fand.) —
21.50 Telereprisen.
Der besondere Film
ZDF, 20.15: Aktenzeichen XY
ungelöst. — 21.15 Heute — 21.30
„Das dreifache Echo". (In der
Reihe „Der besondere Film" wird
ein psychologisches Kammerspiel
zwischen zwei Menschen, die ver-
suchen, mit einem sonderbaren
Rollentausch fertig zu werden,
gezeigt. — 23.00 Aktenzeichen
XY ... ungelöst: Erste Ergebnisse.
Übersetzungen: Lenin
„Ich bin wieder da" sang Udo
führt vor der Bibel
Jürg ens vor nicht allzu langer
Zeit. Zumindest für Vorarlberg,
für Bregenz trifft dieses Lied zu,
denn Udo Jürgens wird hier als
Stargast des Bunten Abends
;,Vereint Mit Musik" des Süd-
westfunks mit dem ORF-Studio
Vorarlberg am 20. Juni im Thea-
ter am Kornmarkt auftreten. Eine
neue Single und eine LP, die in
letzter Zeit erschienen, zeigen
einen als Komponisten wie als
Interpreten deutlich gereiften
Udo, der in dem kleinen Häuflein
anspruchsvoller
Chansonniers
deutscher Zunge mit seinen Lie-
dern nach wie vor durchaus
ernstgenommen werden will. Ne-
ben Udo Jürgens wirken bei die-
sem Programm auch das Duo
Cindy & Bert aus Deutschland,
Bibi Johns und Elfi Graf aus
Dor nbirn mit, es spielt das Tanz-
orchester des Südwestfunks unter
Rolf-Hans Müller. Die Veranstal-
Seite 24
Freitag, 7. Juni 1974
Auch heuer in Schlins:
St. Gerolder Gespräch:
,Goggalori` aufJagdberg
Befreiung des Menschen
Im Rahmen des 2. St. Gerolder
Gespräches heute, Freitag,
20
Uhr,
und morgen, Samstag,
17.30
Uhr
und 20 Uhr, sprechen Prof, Dr,
Dr:
Huber, Rom, zum Thema „Die
Befreiung des Menschen". — Wel..
chen Menschentyp benötigt unsere
Gesellschaft zum Zweck reibungs-
losen Funktionierens?" fragt
Erich Fromm in sein er bekannten
Analyse der Situation des heuti-
gen Menschen. „Es sind Menschen,
die reibungslos in großen Grup.
die
außerdem mehr und mehr konsu-
mieren , wobei ihre Bedürfnisse
genormt und leich t zu lenken und
berechnen sein müssen." Vor die-
sem Hintergrund stellt sich die
alte Frage nach den Möglichkei-
ten einer Befreiung des Menschen
erneut und neu. Das 2. St. Gerol-
der Gespräch wird in Zusammen-
arbeit mit dem Kath. Bildungs-
Schlins. In diesem Sommer bietet
werk Vorarlberg veranstaltet.
sich in der Gemeinde Schlins eine
Vielfalt an Veranstaltungen; vor
kurzem wurde im Schulhaussaal ein Bosniak, Zagreb, und Prof.
Konzert unter dem Titel „Jugend
musiziert" durchgeführt. Vom 12. bis
zum 14. Juli feiert die Gemeinde-
musik den 90jährigen Bestand. Da-
mit verbindet das Modeatelier Ott
das 15jährige Bestehen, und diese
Kombination sieht vor, daß nur Mu-
sikkapellen mitwirken, deren Trach-
ten in der Sch neiderei Ott angefer-
tigt worden sind. Die Festlichkeit be- pen zusammenarbeiten und
ginnt mit einer Modeschau, am
Samstag folgt ein Unterhaltungs-
abend und am Sonntag ein groß er
Festzug mit Konzert und Tanz.
Das dritte große Geschehen kul-
tureller Art in diesem Sommer wird
wiederum das Freilichtspiel „Gog-
Lenin führt die Liste der meist-
übersetzten Werke der Welt an. Nach
der am Donnerstag von der Erzie-
hungs-, Wissenschafts- und Kultur-
organisation der Vereinten Nationen
(UNESCO) in Paris veröffentlichten
Statistik wurden Lenins Werke jähr-
lich 381 mal übersetzt, gefolgt von
215 Übersetzungen der Bibe l. Auf
dem dritten Platz befindet sich die tung ist bereits ausverkauft.
bekannte britische Kinderbuchautorin
Enid Blyton („Insel der Abenteuer")
mit 165 Übertragungen pro Jahr.
Platz vier, fünf und sechs auf die-
ser Bestsellerliste der UNESCO neh-
men die Bücher von Karl Marx,
Agatha Christie und Jules Verne ein.
Insgesamt werden jährlich 42.970
Werke in andere Sprachen übersetzt.
Überraschend weit hinten erschei-
nen die Werke des chinesischen Par-
teivorsitzenden Mao Tse-tung: von
ihnen wurden lediglich 25 Überset-
zungen angefertigt.
Karl-Böhm-Preis
für junge Dirigenten
Auf Anregung der Wiener Mo-
zartgemeinde wird das Unterrichts-
ministerium ab 1975 einen Karl-
Böhm-Preis für junge Dirigenten
stiften, gab Unterrichtsminister Dok-
tor Fred Sinowatz bekannt. Der
Preis ist mit S 25.000 dotiert. Ver-
bunden mit dem Geldpreis sind ein
Konzert der Wiener Symphoniker
unter Leitung des Preisträgers, die
Übertragung dieses Konzerts durch
den ORF sowie eine Einladung zu
einem Konzert der Internationalen
Stiftung Mozarteum Sa lzburg.
Bei Bauer nichts Neues
Wolfgang Bauer, der 32jährige
Grazer Dramatiker, ließ am Mittwoch
abend im Münchner Werkraumthea-
ter sein jüngstes Werk „Gespenster"
in der Inszenierung seines Freundes
Bernd Fischerauer uraufführen. Eine
marode Clique, Leere und Lange-
weile im Massenkonsum von Birnen-
schnaps ertränkend, macht sich 165
lange Minuten auf der Bühne zu
schaffen. Die „Ausgeflippten" ma-
galori"
chen in der Rolle „normaler Bürger"
von Dr. Gerold Amann auf
Jagdberg sein; es soll zwischen
3. und 15. Augus t stattfinden, und
dies in der Erwartung, daß der Wet-
tergott dem heurigen Vorhaben bes-
ser gewogen ist als letztes Jahr. Das
Fernsehen hat sich auch angesagt,
um Aufnahmen von dieser Veran-
staltung zu machen.
Im Verlaufe des Sommers wer-
den überdies etliche Frühschoppen
und Platzkonzerte sowie Gäste-
abende geboten werden, um auch den
Urlaubern in unserer Gemeinde Ab-
wechslung und Unterhaltung zu ver-
mitteln. Das letzte Platzkonzert ist
auf Mittwoch, 18. September, ange-
setzt; zugleich wird an diesem Abend
die Preisverteilung anläßlich des
Blumenschmuckwettbewerbes statt-
finden.
während eines Spaghetti-Essens ein
Mädchen betrunken, selbiges dreht in
Erinnerung an ihren ebenfalls dem
Alkohol verfallenen Vater durch und
wird in ein Nervenkrankenhaus ge-
bracht.
Das Stück, von Bauer als „Parabel
über den Rollenverlust" verstanden,
bleib t seltsam flach. Man meint die
Personen schon aus „Magic After-
noon" oder „Chance" zu kennen —
und es gibt wenig Neues. Die allge-
meine Leere k onnte auch durch
einige Regie-Späßchen von Fischer-
auer nicht vergessen gemacht wer-
den. Die meist österreichischen Mi-
men retteten sich wacker, aber doch
Max Riccabona las:
einschichtig über die Zeit.
Originelles von
einem Original
„Auch viele seiner Freunde se-
hen in Max Riccabona nur das Ori-
ginal und nicht den Schriftsteller" —
diese Befürchtung hegte Oscar Sand-
ner, als er am Mittwoch abend im
vollen Theaterfoyer in Bregenz rund
100 Besucher zur „Dichterlesung Max
Riccabona" begrüßte, und das Publi-
kum bestätigte seine Befürchtungen:
Man lachte, schmunzelte, konzen-1
trierte sich auf Riccabonas nicht bis'
kaum vorhandenen Stil, ergötzte,
sich am Anblick des weißbärtigen,
hemdsärmeligen, fast 60jährigen
Autors; manche verließen die Stä tte
seiner Lesung, ande re schüttelten
ratlos den Kopf, und ein junger
abschlie-
CV-Angehöriger meinte
ßend: „Ein Original sind Sie, aber
kein Schriftsteller." Damit hatte sich
die Diskussion auch schon fast er-
schöpft.
Max Riccabona macht sich in
an-
seinem bis dato auf 2000 Seiten
Tragiko-
gewachsenen Roman „Die
mödie des Dr. v. Halbgreyffer .••"
in bombastischem Stil mit einem stän-
pseudo-
digen Auf und Ab zwischen
Wort-
intellektuell-hochtrabenden
schöpfungen (mit viel Latein!) und
trivial formulierten Plattitüden über
Zeiterschei-
eine wahrlich infektiöse
Emo-
nung, die Halbbildung, lustig.
tion und Phantasie überwiegen, au
seine Schilderungen scheinen unter
hervorzukom-
dem Gasthaustisch
men — nämlich dann,
wenn ein Ge-
lage schon seine Wirkung getan bat.
Ob jemand diesen „Roman" ver-
legt
Mit großem Erfolg — die Kritiken waren durchwegs positiv und setzten
...7.
Doris'U nke
sich eingehend mit der Künstlerin auseinander — lief von Ende April
bis Mitte Mai in der Galerie Stephan in Bern eine Ausstellung mit
39 Graphiken der aus Bludenz gebürtigen und in Feldkirch lebenden
Künstlerin Anne-Christine Walch. Sie studierte den Lehrberuf in Feld-
kirch, erhielt dann ein Auslandsstipendium für New York, besuchte die
Akademie der bildenden Künste in Wien, absolvierte in diesem Jahr
ihre Lehramtsprüfung für Kunsterziehung und erhielt auch ein Rom-
Stipendium. Studienreisen führten sie nach Israel, Frankreich, Jugosla-
wien, in die Türkei, CSSR, nach Italien und England, neben zwei Aus-
stellungsteilnahmen veranstaltete sie an der Hochschule Linz auch eine
Einzelausstellung. Auf unserem Bild eine Kohlenkreidegraphik der jun-
gen Künstlerin Anne-Christine Welch mit dem Titel „Die Eröffnung".
Der,Sacher-Kommissar`
drehte an der Spree
mei ner Verblüffung, daß das Polizei-
kommissariat, in dem Marek agiert,
in der Berliner Wirklichkeit fast ge-
nauso aussieht."
Wesentliche andere Erkenntnisse
aus der ehemaligen Reichshauptstadt:
0 Ivan Desny, mein Hauptdarsteller,
der in Wien gar kei nen Drehtag
hatte, ist ein Vollprofi und ein
äußerst angenehmer Mensch. Wer
meine Treue zu den Darstellern, die
ich mag, kennt, der weiß, daß Desny
s icher bald wied er bei mir etwas
spielen wird."
0. „In einem Interview mit der-Zei-
tung ,Der Abend' wurde ich als ‚Se-
eher-Kommissar' tituliert. Das gefiel
mir sehr."
0 „In Berlin verdienen die Kompar-
sen sehr gut. Sie erhalten pro Tag
75 Mark, also ungefähr 540 Schilling,
während man ihnen bei uns nur 250
Schilling bezahlt. Ich hab mir schon
gedacht: ich hau alles hin und werde
Komparse in Berlin ..."
Bevor sich Fritz Eckhardt im
Herbst an we itere „Sacher"-Folgen
he ranmac ht, bevor er den „Vogel-
händler" für die Volksoper bearbei-
tet, absolviert er erst einmal einen
Urlaub in einer burgenländischen
Kuranstalt. „Ich bin jetzt ein bißl
kapu tt. Und das hat keinen Sinn.
Man kann nicht dauernd von einer
Kamera zur anderen und von einer
Schreibmaschine zur anderen ren-
nen."
Im Urlaub läßt er es trotzdem
nicht ganz sein: bei Spaziergängen
wird er am Handlungsfaden zu sei-
nächstj
nem
ährigen Marek-Krimi
tüfteln. Titel: „Urlaubsmord".
Ludwig Heinrich Heinrich