Bereits im Jahre 1966 begann der Bregenzer Maler Helmut Fetz
mit einer Darstellung des „Rittes über den Bodensee". Acht Jahre
ruhte die Arbeit, jetzt ist das Werk — ein Öl bild in der Größe
1 X 1. Meter — fertiggestellt: Ganz in Grau und Weiß gehalten,
vermittelt das Bild den echten Eindruck einer Winterlandschaft,
nur die Kinder links und rechts, die zusammen mit dem transpa-
rentartig anmutenden, weißen Reiter gewissermaßen einen Rahmen
bilden, sind in warmen, braunen und roten Farben gehalten. Das
Panorama über die Stadt Bregenz bietet sich wie zur Zeit der See-
gfrörne 1963, also noch ohne Hochhäuser, und auch die „Sport-
mode" mit fliegenden Wollschals und Strickmützen mutet heute
fast schon historisch an. Helmut Fetz arbeitet in seinem Atelier in
der Oberstadt: Er hat die Oberstadt als „Luftaufnahme" heraus-
gehoben, und wie eine Spielzeugstadt mitte n in die Bregenzer Bucht
auf das Bodenseeis gesetzt. Und über Stadt und See reitet die.
Hauptperson. durch die Luft . . . (Foto: Spang)
K flona Lisa reist von
Tokio nach Moskau
Alma Seidler 75
,von
Als 18jährige wurde sie
'Hermann Bahr ans - Burgtheater
-engagiert,
dem sie nun mehr als
ein halbes Jahrhundert 'lang' die
Ange-
Treue hält und zahlreiche
ausgeschla-
bote anderer Bühnen-
gen, hat:. Kammerschauspielerin
Alma. Seidler, die heute, am 8.
Juni, 75 Jahre alt wird, stand bis-
her an über 10.000 Abenden auf
der Bühne des Burgtheaters, Wo
eroberte,
sie sich ein Repertoire
das von den großen klassischen
Rollen über das heitere Fach bis
zur Moderne reicht.
Seid-
Heute noch gehört Alma
meistbeschäftigten
ler zu den
Schauspielerinnen des Hauses, sie
hat ie. 'ihrem Repertoire Molnar,
Mo-
Bahr, , Neslroy- genauso wie
liere, Grillparzer, Goethe Und
Lorca oder Giraudoux.
1945' wurde Alma Seidler mit
dem Goldenen Ehrenzeichen für
Verdienste um die Republik
er-
Österreich ausgezeichnet, 1968
Wis-
hielt sie das Ehrenkreuz für
Eine Prominentenparty gab es in Las Vegas, als Tom Jones seinen
senschaft und Kunst I. Klasse.
34. Geburtstag feierte. Natürlich stand „Happy Birthday" auf der kerz-
chenbesteckten Geburtstagstorte, „Tom the Great" schnitt sie selbst an,
und die Stars posierten für den Fotografen: Joan Rivers, Joey Heatherton,
Sunny Bone, Dionne Warwicke, Debbie Reynolds und Liberace. ,
Das Young Vic aus London gastierte mit Shakespeares „Viel Lärm um nichts"
(Funkbild: VN/UPI)
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Samstag, 8. Juni 1974
Wiener Festwochen:
Dabei war die Aufführung von
„Viel Lärm um nichts" (Much ado
about nothing) zwar gekonnt und
immer wieder voll Ideen, aber im
Grunde nicht mehr als ein unver-
bindlicher Jux. Darauf, daß gerade
diese Komödie viele dunkle Aspekte
hat, ist die Regie (zweifellos bewußt)
gar nicht eingegangen. In einer bun-
ten Phantasiewelt (ein knallrotes
Holz-Bühnenbild, Kostüme, die ent-
weder Uniformen oder auch, bei den
Bösewichtern, den Wilde n Wes ten
beschworen) wirbelte das Geschehen
präzise'und voll ausgespielt über die
Bühne. Beatrice und Benedick, das
.Auf der .rechten Seite ein bereits
kurz, vor der Fertigstellung stehen-
der, Straßenbahnwagen, links einige
'halbfertige Dächer von Gelenktrieb-
wagen, über den Köpfen der Zu-
hörer lange Montagebrücken mit
Kränen und Ketten: die große Halle
der Bombardier-Rotax-Werke in
Wien-Floridsdorf war Donnerstag
abend Schauplatz eines Bruckner-
Konzertes der Wiener Philharmoni-
ker, die - damit echtes Neuland be-
traten. Zum erstenmal spielte Wiens
Meisterorchester am linken Donau-
ufer, erstmals seit den Nachkriegs-
zeiten in einer Werkshalle. In der
Ha lle, die mit. rund 600 Besuchern
etwa zu neunzig Prozent besetzt war,
wird sonst der Unterbau der Stra-
ßenbahnwagen montiert.
Eugen Jochum, der Bruckners
siebente. Symphonie dirigierte, be-
(APA) Im Wiener Akademie-
theater sollen in der kommenden
Saison neun Stücke herauskommen
(so es die Umbaupläne und das Bud-
get erlauben), sieben davon sind
fixiert: Peter Handkes „Die Unver-
nünftigen sterben aus" — die öster-
reichische. Erstaufführung geht be-
kanntlich im Rahmen eines Gast-
spiels beim steirischen Herbst in
Graz in Szene —, die Uraufführung
von Edward Albees „Seascape",
Schillers „Kabale und Liebe", Gor-
kis „Sommergäste" sowie als wei-
tere Uraufführung Lotte Ingrischs
"Kybernetische Hochzeit". Jean Louis
Barrault wird Marivaux` „Falsche
streitende
Vertraulichkeiten" in Szene setzen. saniert.
Liebespaar, war mit zwei
ausgesprochenen Komikern besetzt,
und auch alle anderen wahrten kon-
sequent den Ton ironischer Heiter-
keit. Das Geschehen, auf einer Arena-
Bühne angesiedelt, griff zeitweise in
den Zuschauerraum über, eine ur-
komische „Kapelle" trug zur Hei-
terkeit bei, und als schließlich die
Tölpeldarsteller mit 'Schirm und Me-
lone auftraten, erreichte der Jux um
seiner selbst willen den Höhepunkt.
Für die Produktion zeichneten
der Regisseur Frank Dunlop und De-
nise Coffey verantwortlich, die auch
die Beatrice gab. Man kann sie nach
tonte vor dem Konzert, es sei wich-
tig, daß die Musik zu den Arbeitern
komme. Festwochen-Intendant Ulr ich
Baumgartner verwies auf die Tat-
sache, daß am linken Donauufer
Wiens rund 400.000 Menschen woh-
nen, ein großes Reservoir von po-
tentiellen Konzertbesuchern. Auch
Unterrichtsminister Dr. Fred Sino-
watz ließ sich das Experiment nicht
entgehen, soll doch in der nächsten
Sai son in Floridsdorf ein großer
Konzertzyklus veranstaltet werden.
Für das erste Werkskonzert hätte
man sich freilich ein populäreres
Programm als die, Siebente Bruck-
ners gewünscht. Wahrscheinlich wäre
die Halle, die übrigens eine über-
raschend gute Akustik hat, bei einem
Mozart-Strauß-Abend total ausver-
kauft gewesen.
Für die beiden noch nicht fixierten
Neuinszenierungen sind Stücke von
Shaffer, Stoppard, möglicherweise
auch Lange und Bond 'im Gespräch.
In der heurigen Sommerpause
wird mit dem Umbau des Zuschauer-
raums des Akademietheaters begon-
nen. Die Logen werden entfernt; eine
neue Bestuhlung wird die Sitzplatz-
anzahl etwas verringern, die Steh-
piatzkapazität soll dafür vergrößert
werden. Die dringend benötigte elek-
tronische Lichtanlage und eine neue
Klimaanlage werden installiert.. In
der Sommerpause des nächsten Jah-
res wird dann der Bühnenbereich
konventionellen
Maßstäben nicht ein-
mal als hübs ch bez eichn en, aber ihre
komische Wirkung ist enorm. Diese
setzt sich aus einer sprudelnden Dik-
tion, ungemein gezielten Zwischen-
tönen und einer sehr berührenden
Herzlichkeit zusammen. Nicht min-
der furios war ihr Benedick (Jimmy
Thompson), wie die Leistung des ge-
samten Ensembles überhaupt als sehr
ausgeglichen bezeichnet sein muß.
Mit dieser Produktion haben die Bri-
ten viel Fröhlichkeit gebracht, die ja
bisher bei den Festwochen noch we-
nige Chancen gehabt h atte.
Dr. Renate Wagner
Autorenvereinigung
in Wien gegründet
In Wien hat sich diese Woche eine
„Vereinigung hauptberuflicher Auto-
ren" konstituiert. Ihr Ziel ist es, die
materielle Lage der österreichischen
Schriftsteller zu verbessern. Die Ver-
einigung will, wie sie in einer Presse-
aussendung erklärt, den österreichi-
schen Autoren zu jenen Rechten ver-
helfen, die anderen Berufsgruppen
längst zur Selbstverständlichkeit ge-
wo rden sind. Die Forderungen der
Literatur sollen vom problematischen
System der staatlichen Subventionie-
rung zur ges etz lichen Verankerung
der Honorare und sozialen Leistun-
gen hingeführt werden . Internatio-
nale Kontakte soll en dazu dienen,
die Arbeits- und Lebensbedingungen
der Schritsteller dem europäischen
Niveau anzugleichen.
Sitz der Vereinigung ist in den
Räumen der Österreichischen Gesell-
schaft für Literatur in Wien. Zum
Präsidenten wählte die Generalver-
sammlung Milo Dor, Vizepräsident
ist Wolfgang Kudrnofsky, General-
sekretär György Sebestyen.
Festival von Spoleto
finanziell bedroht
Das 17. „Festival zweier Welten"
von Spoleto wird trotz großer finan-
zieller Schwierigkeiten vom 14. Juni
bis 7. Juli in Szene gehen.
In diesem Jahr stehen 19 Produk-
tionen mit insgesamt 110 Aufführun-
gen in 24 Tagen auf dem Programm,
dessen Höhepunkte zweifellos die
Operninszenierungen von Roman Po-
lanski („Lulu" von Alban Berg), Lu-
chino Visconti („Manon Lescaut" von
Puccini) und Giancarlo Menotti („Ta-
mutamu") sein werden. Weiter wer-
den Molieres „Der eingebildete
Kranke", „Le viat han" vom Studio
Fersen und „Geschichte des Thea-
ters" von der argentinischen TSE-
Gruppe gezeigt.
Die finanziellen Probleme des Fe-
stivals wurden nach Aussagen der
Organisatoren, Menotti und Valli , vor
allem durch die Erhöhung der An-
leihezinsen in Italien verursacht. Fer-
ner wurden die Subventionen des ita-
Tourismusministeriums
lienischen
von 190 Millionen Lire auf 150 Mil-
lionen reduziert.
(VN) Im Zeichen eines Führungs-
wechsels stand die vom 23. bis 26.
Mai in Krems in Niederösterreich,
durchgeführte Generalversammlung
des Österreichischen Blasmusikver-
bandes. Präsident MDir. Prof. Josef
Leeb aus Stadt Haag, der den Ver-
band seit seiner Gründung vor 15
Jahren geleitet hatte und zuvor maß-
geblich am Zustandekommen dieser
Vereinigung beteiligt gew esen war,
trat sein Amt an den bisherigen
Vizepräsidenten und Geschäftsführer
des Tiroler Landesverbandes, Franz
Karsten aus Innsbruck, ab. Neu ins
Präsidium als Jugendreferent be-
stellt wurde der bisher in Freiburg/
Breisgau tätig gewesene Blasmusik-
fachmann Prof. Dr. Wolfgang Sup-
pen. Prof. Leeb wurde von der Ver-
sammlung zum Ehrenpräsidenten des
Österreichischen Blasmusikverbandes
gewählt und wird zu einem späteren
Zeitpunkt mit dem Goldenen Ehren-
kreuz des Verbandes ausgezeichnet
werden.
An der Tagung in Krems nah-
men Delegierte aller Landesver-
bände des Österreichischen Blas-
musikverbandes teil, darunter aus
Vorarlberg Landeskapellmeister Pro-
Leonardo da Vincis „Mona Lisa",
fessor Franz Reiter und Vizeobmann
das kostbarste Stück des Pariser
Louvre, wird nach ihrem Sensations-
erfolg in Tokio von der kommenden
Woche an auch den Moskauern zur
Verfügung stehen. Die Direktion der
französischen Museen teilte am Frei-
tag mit, Leonardos Meisterwerk wer-
de auf sowjetischen Wun sch vom
14. Juni an im Moskauer Puschkin-
Museum gezeigt. Die „Mona Lisa",
die seit dem 19. April in Tokio aus-
gestellt war, wurde von über einer
Million Japanern gesehen.
Goldener David für -
Loren, Vitti, Fellini
Mit dem begehrten italienischen
Filmpreis des Goldenen David, einer
Miniatur-Nachbildung der David-
skulptur von Donatello, wurden am
Donnerstag u. a. Sophia Loren, Mo-
nica Vitti und Feder ico Fellin i aus-
gezeichnet.
Die prämierten Ausländer sind
Dr. Walter Fehle. Zu Beginn der Sit-
zung verwies Präsident Prof. Leeb
in seinem Tätigkeitsbericht über das
Jahr 1973 darauf, daß die 1908 in
Österreich bestehenden Blasmusik-
kapellen mit über 57. 000 aktiven
Blasmusikern nahezu 60.000 Veran-
staltungen durchgeführt oder mitge-
staltet hatten. Insgesamt wurden in
Österreich 76 Millionen Schilling für
die Anschaffung von Instrumenten,
Noten und Bekleidung sowie für den
Bau von Musikheimen durch Sub-
ventionen von Bund, Land und Ge-
meinden und durch Spenden der Be-
völkerung aufgebracht.
Das Organ des Österreichischen
Blasmusikverbandes, die „Öster-
reichische Blasmusik", die bekannt-
lich in Vorarlberg durch Fritz Jur-
mann redigiert und herausgegeben
wird, hat einem Bericht auf der. Ta-
gung zufolge eine Auflagenhöhe von
knapp 12.000 Stück zehnmal jährlich
erreicht. Im Vorjahr hatte die Fach-
zeitschrift einen Gesamtumfang von
240 Seiten.
Die nächste Generalversammlung
des Österreichischen Blasmusikver-
bandes wird vom 1. bis 4. Mai 1975
`der
in Südtirol stattfinden.
ainerikaniSehe RegiSSeur Norriian
Jewison für' „Jesus Christ Super-
star", sein schwedischer Kollege Ing-
mar Bergman für „Schreie und
stern", die Schauspieler Barbra Strei-
sand für „The Way We have been",
Tatum O'Neil für „Papermoon"nAl
Pacino, für „Serpico" und Robert
Redford für „Der Clou".
Fellini bekam den Preis für
„Amercord", Sop hia Loren für „Die
Reise", Monica Vitta für „Sternen-
staub". Ausgezeichnet wurde ferner
Nino Manfredi als Hauptdarsteller
des Gastarbeiterfilms „Brot und
Schokolade".
Rostropowitsch übernimmt
1975 die „Fledermaus"
Mstislaw Rostropowitsch, der so-
wjetische Cellist und Dirigent, hat
die Einladung der Wiener Festwo-
chenintendanz, 1975, ' im Johann-
Strauß-Jahr, die „Fledermaus" im
Theater an der Wien während der
Festwochen neu einzustudieren, an-
genommen. Er wird im Juni 1975 mit
den Wiener Symphonikern die be-
rühmteste Johann-Strauß-Operette
.mit
dem in Moskau von ihm erar-
Nach dem Piccolo Teatro di Milano und Strehlers „Lear"-Inszenie-
beiteten Konzept zehnmal dirigieren.
rung ist nun das Young Vic aus London gleichfalls mit Shakespeare in
das Theater an der Wien eingezogen. Aber aus Italienisch wurde Eng-
lisch, aus viereinhalb Spielstunden drei, aus tiefer Tragik hemmungslose
Fröhlichkeit— kein Wunder, daß das Publikum wie erlöst reagierte und
das Young Vic mit Begeisterung aufnahm.
Experiment der Wiener Philharmoniker:
Bruckner in Fabrikshalle
Premieren und Umbau
im Akademietheater
57. 000 Blasmusiker
spielten 60.000ma l
Neue Führung in Österreichs Blasmusikwesen Blasmusikwesen