Basel ist für 10 Tage der Weltmittelpunkt für Tausende Briefmarkenfreunde
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Auch das Fürstentum Liechtenstein feiert mit zwei Markenwerten
hundertjährige Bestehen des Weltpostvereins. Ab 6. Juni gibt es die ab-
gebildeten Marken im Wert von 40 und 60 Rappen mit dem Posthorn
und UPU-Signet in den Farb en Gold, Grün, Sc hwarz (40 Rp.) und in
Gold, Rot, Schwarz (60 Rp.). Der Entwurf stammt von Bruno Kaufmann,
Berlin, und den Druck besorgte die Österreichische Staatsdruckerei in
Wien.
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z aktiv"
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50 Mal erschien bisher die Vier-
teljahreszeitschrift der Stadt Linz,
„Linz aktiv" genannt. Vor weni-
gen Tagen flatterte das jüngste
Heft auf den Redaktionstisch und
es brachte wieder eine gelungene
Verbindung zwischen altem und
neuem, zwischen Berichten über
die Vergangenheit und Ausblicke
auf die Zukunft einer aufstreben-
den Industriestadt. Unter den
zahlreichen Beiträgen des Jubilä-
umsheftes ist vor allem der Arti-
kel über „Das Linz der Zukunft
zeichnet sich ab", teilweise mit
hervorragenden Bildern illu-
striert, zu erwähnen. Natürlich
geistert noch immer das Bruck-
schaftlichen Bedeutung, durch die
nerhaus, diesmal mit seiner wirt-
Berichterstattung in „Linz aktiv".
Das Informationsheft von Linz,
gemacht für die Linzer auf teu-
rem Papier, dürfte sich allerdings
selbst weitgehend finanzieren, da
erstaunlich viele Anzeigen enthal-
ten sind und auch der Einzelpreis
mit S 25.— durchaus kostendek-
kend sein dürfte. Auf den 140 Sei-
ten wird auch Linz kulturell be-
handelt, eine Rubrik „Auf dem
Linzer Büchertisch", Wirtschafts-
meldungen und viele andere in-
teressante Details aus der (ober)-
österreichischen Stahlmetropole
vervollständigen das Bild eines
interessanten Jubiläumsheftes.
Gs.
Cepylgthe Rox-Verlag,
München, vertreten durch;
ri Herzog-Verlag, Tübingen
Wenn sie nur
soreclen
könnte n 2n
rriioatmes
Seite 48
„VORARLBERGER NACHRICHTEN"
Samstag, 8. Juni 1974
(GS) Seit gestern 11 Uhr ist die
INTERNABA 74 in Basel geöffnet.
Die große internationale Briefmar-
kenausstellung, deren Vorbereitun-
gen seit Jahren einen fachkundigen
Mitarbeiterstab mehr oder weniger
in Trab gehalten haben, soll alles
nach Basel bringen, was in der Phi-
latelie Rang und Namen hat. Schon
heute, Samstag, ist der Gedenktag
des Weltpostvereins (100 Jahre UPU),
am Sonntag folgt der Tag der Ju-
gend und Mittwoch ist ein sogenann-
ter „Engländertag", dem am Don-
nerstag ein „Tag der Regio Basilien-
sis" folgt. Die Palmares finden am
Freitag statt. Der vorletzte INTER-
NABA-Tag ist den Vereinten Na-
tionen gewidmet. Neben die sen spe-
ziellen Tagesereignissen gibt es je-
weils Sonderstempel. Gesellschaftli-
che Veranstaltungen und Tr effen
von Ju ry-Mitg liedern, internationa-
len Philatelievereinigungen und
Börsenhändlern,
(L. H.) — Die Geheimprostitution
hat sich auf Ungarns touristisch fre-
q uen tierten Geb ieten im vergange-
nen Sommer trotz Presseaufklärung,
Parteipropaganda und zahlreicher
Moralkontrolleure, die oft sehr ener-
gisch eingegriffen haben, erschrek-
kend verbreitet. Schuld daran waren
Italiens Papagalli, die das Land
überschwemmt haben. Der Volks-
mund nennt es „digüzäs" (digö
Spitzname für Italiener noch aus
dem Ersten Weltkrieg), wenn ein un-
garisches Mädchen intime Beziehun-
gen zu einem Italiener hat.
In der Budapester Radiosendung
"168 Stunden", die das Kind immer
Die Basler Organisatoren haben
freimütig beim Namen nennt, wur-
sich wirklich sehr angestrengt — die
nachfolgenden Za hlen b eweisen es
zumindest auszugsweise: 3000 Rah-
men st ehen den Ausstellern aus
42 Ländern zur Verfügung, 83 Händ-
lerboxen warten auf anlagefreudige
internationale Kundschaft. Unter
den Ausstellungsstücken auf der
vasion
den kürzlich Tonbänder übertragen,
auf weichen „das sommerliche Ver-
halten mancher jungen Damen fest-
gehalten" wo rden war. Eine begei-
sterte, sexhungrige Stimme: „Die un-
garischen. Männer sind schrecklich
grob, sie könne n den Frauenkörper
nicht schätzen.. Die Italiener, egal ob
alt oder jung, sind Feinschmecker,
sie schätzen den weiblichen Körper
hoch, sie sind ausgezeichnete Tech-
niker." Dann sprachen noch andere
Mädchen, die laut Radiokommentar
das im Ausland kursierende Gerü cht
bestätigt haben, wonach „die unga-
rischen Mädchen die billigsten. in
Eur opa" seien.
INTERNABA
Nicht alle Befragten waren so hell
74 befinden sich echte
Weltraritäten: Im Ehrenhof der li
„Basler Taube" sind über 100 Glanz-
stücke dieser bedeutenden Briefmar-
ken zu sehen. Der letzte Auktions-
erlös für die „British Guyana" be-
trug eine Million Dollar — und ist
in Basel zu sehen . Gleich zwei
Exemplare der „Mauritius auf Brief
nach Bomba y" sind ebenfalls in der
Klasse „Ehrengäste" zu bewundern.
Die Liste an seltenen und dement-
sprechend wertvollen. Marken ließe
sich noch lange fortsetzen.
Als nicht alltägliche Mö glich keit
bieten 14 der 16 teilnehmenden Post-
verwaltungen — darunter auch
Österreich — ihr laufendes Marken-
programm zum Verkauf im Ausland
an. Für die Motivsammler gibt es
natürlich eine reiche Ausbeute in
Basel, darunter die Weltraum-Son-
derschau „Apollo 15" als besonde-
ren Leckerbissen.
begeistert. Eine kritischere Teenager-
stimme: „Der Digo winkt mit einem
Strumpf, der ihm 500 Lire kostete /
20 F orint / und er flüstert par l'amo-
re und das Mädchen geht mit ihm,
weil sie — welch' eine Sensation. —
mit einem Paar italienischer Strümp-
fe protzen kann. Die Italiener brin-
gen irgendwelches billiges Zeug, was
weiß ich, eventuell ein Spitzenhös-
chen oder eine Strumpfhose, und da-
mit beschenken sie ihre ungarische
Auserwählte. Sie ist dann total ver-
rückt. Sie eilt in ihrem italienischen
Pullover in eine Bar, wo sie von den
Gleichgesinnten überfallen wird: ,Wo
hast du ihn her?' Ein Italiener, eine
Strumpfhose, ein italienischer Pull-
over 1"
Der Dig6-Flirt ist ein Sommer-
sport. Die Radioleute waren jedoch
neugierig, und wollten wissen, was
die „dreaming Girl s" im Winter tun?
Viele von ihnen haben die große
Matura hinter sich, besitzen even-
tuell ein Fachschuldiplom oder sind
an einer Universität inskribiert. Ein
Mädchen hat es dem Mikrophon ver-
raten: „Der Winter ist die Saison
der Araber." Ein anderes offenher-
ziges Girl: „Wenn kein Italiener
mehr da sein wird, werde ich wieder
anständig arbeiten. Dies ist nur in-
sofern schade, daß ich nicht so oft
tanzen gehen kann, daß ich nicht so-
viel Geld mehr haben werde und
nicht dieselben, guten Lokale besu-
chen kann, wie mit den Italienern."
Die ungarische Presse veröffent-
licht jetzt laufend Berichte über Ge-
richtsurteile gegen. Leute, die auf-
grund der Paragraphen 282- 287 des
Strafgesetzes eingekerkert worden
sind. Alle Presseberichte heben her-
vor, daß die Geheimprostitution in
Ungarn trotz des strengen Vorgehens
gibt relativ wenig Gedenkmar-
Es
ken im Fürstentum Liechtenstein,
auf denen Personen und Köpfe ab-
gebildet sind. Es muß also eine her-
ausragende Gestalt sein, die für
wür dig befunden wird, eine Brief-
marke zu schmücken. Seit 6. Juni ist
zum 200. Todesjahr von Bischof
Franz Anton Marxer (1703-1775) ein
Porträt im Wert von 1 Fr. erhältlich.
Die 30,5 X 39 mm große Marke wur-
de von Adalbert Pilch entworfen
und von Alfred Fischer, beide Wien,
gestochen und auch in Wien ge-
druckt. Franz Anton Marxer hat
noch eine weitere Beziehung mit
Österreich, ja. sogar mit Vorarlberg:
Er wurde am 24. Mai 1703 in Heilig-
kreuz, Feldkirch-Tisis, als Sohn eines
Ulrich Marxer aus Ruggell und einer
Anna Maria Schmid aus Frastanz
geboren. Durch seine karitative Tä-
tigkeit als Gründer u. Förderer eines
Waisenhauses, eines Spitals, für das
erzbischöfliche Ordinariat in Wien
und als Universitätslehrer erwarb er
sich hohe Verdienste.
Mehr Sondermarken 1974
aus Frankreich
Vier zusätzliche Sondermarken
kündigt die französische Postjetzt
für 1974 an. Ihre Themen sind die
25-Jahr-Feier des Europarats, der
30. Jahrestag der Landung alliierter
Streitkräfte in der Normandie, die
Gründung des Hotel des Invalides
vor 300 Jahren und der 500. Geburts-
tag des Astronomen Nikolaus Ko-
pernikus. — Mit diesen vier Marken
erhöht sich die Gesamtzahl der im
laufenden Jahr aus Frankreich zu
Ab 11. Juni (Gültigkeit ab 18.
Juni)
ist an Österreichs Postschaltern die
Sondermarke „Europäische Konfe-
renz der Verkehrsminister" erhält-
lich, Der 4-5-Wert wurde von Prof.
Otto Zeiller entworfen und zeigt
verschiedene Verkehrssymbole. Die
Marke wird eine Auflage von
3,05
Millionen Stück haben.
Anläß lich des 250. Geburtstages von
Franz Anton Maulbertsch gibt die
österreichische Post eine 2-S-Sonder.
marke im einfärbigen Stichtiefdruck
(purpurbraun) mit dem Selbstporträt,
des Künstlers heraus. Das Original
befindet sich im Barockmuseum In
und
Wien, nachdem Adalbert Pilch
Kurt Leitgeb den Entwurf besorg-
ten. Ausgabetag war der 30. Mal,
erster Gültigkeitstag der 7. Juni.
der Behörden munter weiterfloriert. erwa rtend en Sondermarken auf 36. Auflage 3,05 Millionen Stück.
40
Tristan beugte sich über den bewußtlosen
Hund und musterte den sauberen Einschnitt
und die Naht regelmäßiger Stiche. „Wirklich,
sehr hübsch, mein Junge. Könnte er selbst
nicht besser gemacht haben."
Der g roße, schwarze Neufundländer lag
friedlich auf dem Tisch mit heraushängender
Zunge und glasigen Augen. Man hatte ihn
uns mit einem häßlichen Gewächs über den
Rippen gebracht, bei näherer Untersuchung
hatte ich es jedoch als einfache Fettge-
schwulst diagnostiziert, durchaus gutartig und
durch Operation leicht zu beheben. Und so
hatte es sich erwiesen. Der Tumor hatte sich
fast lächerlich leicht herauslösen lassen, rund,
intakt und glänzend, wie ein hartgekochtes
Ei von der Schale. Kein Blutsturz; keine Ge-
fahr von Wiederholung.
Die häßliche Geschwulst war durch diese
paar
saubere Narbe ersetz t, von der man in ein
Wochen nichts mehr sehen würde. Ich
war zufrieden.
„Wollen ihn lieber hierbehalten, bis er aus
der Narkose aufwacht", sagte ich. „Hilf mir,
ihn auf diese Decken da zu legen." Wir bet-
teten den Hund sorgsam vor einen elek-
trischen Ofen, und ich brach zu meiner vor-
mittäglichen Besuchsrunde auf.
Es war beim Lunch, als wir zuerst diesen
merkwürdigen Ton hörten, etwas zwischen
Stöhnen 'und Heulen. Es fing ganz leise an,
steigerte sich aber bald zu schneidender Hö-
he, bis es wie der absank und erschauernd
verstummte.
Erschrocken sah Siegfried von seiner Sup-
pe auf. „Um Gottes willen, was ist das?"
„Es muß der Hund sein, den ich heute früh
operiert habe", sagte ich. „So was kommt
doch bei manchen vor, wenn sie aus der Nar-
kose erwachen. Ich nehme an, er wird bald
aufhören."
Siegfried blickte mich zweifelnd an. „Na
ja, ich will's hoffen. Das könnte ich bald
überhaben. Mich schaudert's einfach."
Wir gingen hinüber und untersuchten den
Hund. Puls kräftig, Atmung tief und regel-
mäßig, die Schleimhaut von guter Farbe. Er
lag immer noch ausgestreckt da, regungslos,
und das einzige Anzeichen wiederkehrenden
Bewußtseins war dieses Geheul, das sich auf
eine regelmäßige Abfolge von je zehn Se-
kunden eingespielt
haben schien.
zu
Ordnung", sag-
„Ja, es ist alles mit ihm in
te Siegfried. „Aber was für fürchterliche Tö-
ne! Bloß raus hier!"
Ha stig been deten wir un seren Lunch, in
tiefer Stille, abgesehen von dem pausenlosen
Geheul nebenan. Siegfried hatte kaum den
letzten Bissen hinuntergeschluckt, da stand
mittag eine Menge zu tun. Tristan, ich mei-
er auf. „Also, ich muß weg. Hab heute Nach- furchtbaren Peräusch. Tristan stand mit dem
ne, es wäre gut, wenn wir den Hund ins
Wohnzimmer rüberbrächten und ihn nah am
Kaminfeuer niederlegten. Dann könntest du
bei ihm bleiben und ihn beobachten."
Tristan sah bestürzt auf. „Du meinst, ich
soll den ganzen Nachmittag im selben Raum
mit diesem Geheul verbringen?"
„Ja, genau das meine ich. In d iesem Zu-
stand können wir ihn nicht nach Hause schik-
ken, und ich möchte nicht, daß ihm irgend-
was passiert. Er braucht aufmerksame Pfle-
ge."
„Soll ich ihm vielleicht die Pfote halten
oder ihn rund um den Marktplatz spazieren-
fahren?"
„Erspare mir deine Frechheiten. Du ble ibst
bei dem Hund. Das ist ein Befehl."
Tris tan und ich trug en das sch were Tier
auf s einen Deck en durch den Gang, dann
mußte ich zu meinen Nachmittags-Besuchen
fort. Ich blieb noch einmal stehen und sah
auf die große, schwarze Gestalt am Feuer
zurück und auf den verzweifelt in seinem
Stuhl zusammengekauerten Tristan. Das Ge-
heul war überwältigend. Eiligst Sch loß ich die
Tür hinter mir.
Als ich heimkam, war es schon dunkel.
Das große Haus ragte vor mir, schwarz und
stumm gegen den frostigen Himmel. Stumm
— das heißt bis auf das Geheul, das immer
noch durch den Garten dröhnte und unheim-
lich in die einsame Straße hinausdrang.
Als ich die Wagentür zuschlug, sah ich nach
der Uhr. Es war genau sechs, also hatte Tri-
stan das vier Stunden aushalten müssen. Ich
rannte die Stufen hinauf und den Gang ent-
lang, und als ich die Tür zum Wohnzimmer
öffnete, schmerzte mir der Kopf von dem
Rücken zu mir am Fenster und schaute in den
dunklen Garten hinaus, die Hände tief in
den Taschen vergraben. Wattebäusche quol-
len aus seinem Ohr hervor.
„Nun, wie gehts?" fr agte ich.
Es kam keine Antwort, darum ging ich zu
ihm und sch lug ihm auf die Schulter. Der
Erfolg war einzigartig. Mit einem Hoch-
sprung fuhr Tristan herum. Sein Gesicht war
aschfarben, und er zitterte am ganzen Leibe.
„Um Gottes willen, Jim, du hast mich bei-
nahe zu Tode erschreckt. Durch diese Ohren-
propfen höre ich absolut nichts — außer den
Hund natürlich. Davor schützt nichts."
Ich kniete neben dem Neufundländer nie-
der und untersuchte ihn. Der Hund war in
ausgezeichneter Verfassung, aber abgesehen
von einem schwachen Re flex im Auge gab es
kein Anzeichen dafür, daß er wieder zu Be-
wußtsein käme. Und während der ganzen
Zeit stieß er in gleichmäßigen Abständen dies
schneidende Geheul aus.
„Er braucht verdammt viel Zeit, um wied er
zu sich zu kommen", sagte ich. „War es den
ganzen Nachmittag so?"
„Ja, genauso. Kein bißchen anders. Und
verschwende kein Mitleid an ihn, die sen heu-
lenden Satan. Er ist glücklich wie ein schla-
fendes Kind da am Feuer — ahnt ja nichts
von dem, was los ist. Ich aber? Meine Ner*
ven sind am Zerreißen nach dieser stunden-
langen Gehörfolter. Noch ein bißchen mehr
davon, und du mußt mir eine Spritze ma-
ch en."
Ich nahm ihn am Arm. „Na, also, komm
rüber und iß was. Danach wirst du dich
schon besser fühlen." Widerstandslos ließ er
sich ins Eßzimmer führen.
(Fortsetzung folgt). folgt).