Gestern traf der Werbebus der WIG 74 auf der Reise durch Österreich in Bregenz ein und wurde von der
Stadtmusik und der Trachtengruppe empfangen. Während des dreistündigen Aufenthaltes auf dem Korn-
marktplatz informierte Miß WIG 74, Brigitte Wagner, in charmanter Art über die diesjährige Wiener Inter-
nationale Gartenschau, wozu rund 600 Personen, darunter auch Bürgermeister Mayer, Interesse zeigten. Nicht
nur für die Hobby-Gärtner, so ndern für alle Besucher war der vorgeführte Werbefilm über die Blumen-
pracht und die herrlich angelegten Gärten auf dem WIG-Gelände eine Augenweide. Die Vorarlberger Gärt-
ner konnten bei der Gartenschau große Erfolge erzielen, ihre Mitarbeit wurde mit zahlreichen Medaillen und
Auszeichnungen honoriert. Eine rege Nachfrage besteht auch für Busreisen zur WIG 74 nach Wien, die von
(Foto:
Vorarlberger Reisebüros arrangiert werden.
Spang)
Copyright: Amteegal
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ItAüneen, vertreten durch:
Seite 6
Herzog Vertag, Tübingen
Dienstag, 11. Juni 1974
FAMILIENCHRONIK
Festliches Konzert
Egg. Der Löwensaal konnte die
Besucher kaum fassen, die zum
Konzert des Männerchors gekom-
men sind. Es gab viele Höhepunkte,
und besonders freudig wurde ver-
merkt, daß auch die Kirchenchöre
von Egg und Großdorf wesentlich
zum Gelingen des Abends beitrugen.
Der Männerchor — 1869 gegründet —
stand unter der Leitung von Haupt-
schuloberlehrer Anton Pfeifer, der
auch den Kirchenchor Egg dirigiert.
Schulleiter J. P. Nußbaumer leite te
den Kirchenchor Großdorf. Vereins-
vorstand Melchior Sutterlüty sprach
zu Beginn des Abends herzliche Be-
grüßungsworte. Anschließend gaben
die Sänger Proben ihres Könnens
und ernteten reichlichen Beifall, der
sie auch für die viele Probenarbeit
entschädigte. Dem Konzert wohnten
auch starke Abordnungen der be-
freundeten Chöre von Götzis und
Alberschwende bei, die zum Ab-
schluß die Besucher mit einigen
Liedvorträgen erfreuten.
Trauriger Abschied
Lauterach. W ieder bee ndete der
Unfalltod ein junges Leben. Am ver-
gangenen Freitag wurde von einer
großen Trauergemeinde Alwin Willi
zur letzten Ruhe begleitet. Der Ver-
storbene wurde 1946 geboren und
war das älteste von acht Kindern
der Eheleute Heinrich Willi und des-
sen Gattin Ludwina geb. Natter. 196.5
ist ihm sein Vater im Tode voraus-
gegangen. Nach seinem Schulbesuch
in Lauterach erlernte er das Schlos-
serhandwerk und wurde ein tüchti-
ger Geselle. Als Baggerführer betä-
tigte sich Alwin Willi ebenfalls und
war seit Oktober letzten Jahres als
Kraft- und Fernfahrer bei Alwin
Schertler beschäftigt. Sein plötzli-
cher Tod hat seine Angehörigen hart
getroffen, auch bei seinen Bekannten
war der Verstorbene durch sein
freundliches und kameradschaftli-
ches Wesen sehr beliebt. Pfarrer
Alfons Winter, der die Begräbnis-
feier hielt, gedachte des Toten bei
der Seelenmesse in trostvollen Wor-
ten. Am Grabe verabschiedeten sich
seine Jahrgänger mit einem letzten
Blumengruß.
Alois O berhofer t
Lauterach. Vergangene Woche
wurde ein lieber Mitbürger auf dem
Ortsfriedhof beerdigt. 1911 geboren,
war er das Kind einer sehr großen
Familie mit 22 Kindern. Nach dem
Bes uch der Volks- und Bürgerschule
mußte er sein Brot bald verdienen.
Der Verstorbene war zuerst im Ver-
me ssung samt beschäftigt sowie in
einer Bregenzer Firma bei der Koh-
lenzustellung. Es war keine leichte
Arbeit, die er zu verrichten hatte, ehe
er als Magazineur der Firma Maggi
Anstellung fand. 1939 bot er Elis a-
beth Brunner die Hand zum Lebens-
bund. Sie schenkte ihm eine Tochter.
Im Zweiten Weltkrieg hatten die
Kriegsereignisse Alois Oberhof er bis
nach Norwegen geführt, anschließend
zum Einsatz nach Frankreich. 1946
kehrte er aus der Gefangenschaft in
die Heimat zurück. Es war wohl für
ihn der tiefgehendste Schmerz, als
seine Frau durch einen plötzlichen
Pfa rrer Alfons Winter, der die Ein-
Tod von seiner Seite gerissen wurde.
segnung und den Gedenkgottesdienst
hielt, gedachte des Verstorbenen in
ehrenden Worten.
Auf froher Fahrt
Hard. Die Mitglieder des Jahr-
ganges 1934 starteten am vergange-
nen Samstag zu ihrem Ausflug nach
Sibratsgfäll. Bei herrlichstem Wetter
wurde die Bergwelt bei einem aus-
gedehnten Spaziergang bewundert,
anschließend verblieb genügend Zeit,
alte Erinnerungen aufzufrischen und
das Wiedersehen gebührend zu
feiern. Bei flotter Musik, Spiel und
Tanz wurde der Tag im Gasthof
„Linde" in Sulzberg nach einem
re ichlic hen Nachtessen beschlossen.
Zum Gedenken
Lustenau. Am vergangenen Don-
nerstag wurde der in der ganzen Ge-
i.
meinde bekannte Bäckermeister
R.
Franz Grabher, Schillerstraße 29, auf
dem Kirchdorfer Friedhof beigesetzt.
Eine große Trauergemeinde nahm am
Seelengottesdienst in der Pfarrkirche
St. Peter und Paul teil und g eleitete
den allseits geschätzten Mann zu
Grabe. Franz Grabher, in Lustenau
besser als „Klemenzens Franz" be-
kannt, wurde 1906 in Lustenau ge-
boren. Hier verlebte er mit seinen
Geschwistern im Elternhaus an der
Schillerstraße eine frohe Jugend.
Nach seiner Schulzeit erlernte er den
Bäckerberuf und eröffnete nach ent-
sprechender Gesellenzeit im Eltern-
haus einen eigenen Betrieb. Er ver-
stand es durch berufliche Tüchtig-
keit, den Ansprüchen seiner Kunden
gerecht zu werden. So gewann er
bald einen treuen Kundenkreis, der
in seinem Geschäft nicht nur gute
Ware erstand, sondern auch freund-
lich und fachgerecht bedient wurde,
denn der Verstorbene war sein Le-
ben lang ein freundlicher, leutseli-
ger Mann. Aus seiner glücklichen,
mit Maria Gmeiner geschlossenen
Ehe gingen eine Tochter und ein
Sohn hervor. Vor mehreren Jahren
gab der Verstorbene seinen Beruf
auf und lebte als Rentner im Kreise
seiner Familie. Er starb nach kur zer
Krankheit im Krankenhaus Dorn-
birn. — In aller Stille wurde am
gleichen Vormittag Frau Fanny
Bösch, "Glasers", Schillerstraße 19,
im Familiengrab auf dem Kirchdor-
fer Friedhof bestattet. Die Verstor-
bene entstammte einer angesehenen
hiesigen Bürgerfamilie und wurde
1904 gebor en. Ihre Eltern betrieben
ein Papierwarengeschäft, das später
von ihren Schwestern weitergeführt
wurde. Für ihre im Beruf stehenden
Schwestern führte sie den Haushalt.
Sie lebte sehr zurückgezogen. Ein ge-
mütlicher Jaß bei Bekannten nach
Feierabend oder am Sonntag nach-
mittag war für sie eine liebe Ab-
wechslung und Entspannung. Still,
wie sie gelebt hatte, starb sie über-
raschend in der vergangenen Woche.
Vom Leiden erlöst
Hohenems. Vergangene Woche
wurde Frau Josefine Frumenzi geb.
Waibel auf dem Friedhof St. Anton
beerdigt. Sie wurde 1892 als Tochter
eines Lehrers in Bregenz geboren
und verbrachte im Elternhaus eine
krieg vermählte sie sich mit dem
glückliche Jugend. Im Ersten Welt-
Reserveoffizier Rudolf Frumenzi und
zog mit ihm nach Meran. In ihrem
Leben sprach sie oft von den glück-
lichen Jahren in Südtirol, die sie
zusammen mit ihrem Gatten und
den drei Kindern verbrachte. Im
Zweiten Weltkrieg übersiedelte sie
dann mit ihrer Familie nach Hohen-
ems, dem Ort ihrer Ahnen. Dann
blieben ihr harte Schicksalsschläge
nicht erspart: Der Gatte kam bei
einem Fliegerangriff in Köln ums
L eben, der Sohn war lange Zeit
vermißt, kehrte aber sehr spät aus
amerikanischer Kriegsgefangenschaft
nach Hause 'zurück. Die Verstorbene
wurde wegen ihres freundlichen und
liebenswürdigen Wesens überall ge-
achtet. Eine lange Krankheit trübte
ihren Lebensabend. Die große -Teil-
nahme am Begräbnis bewies ihre
Wertschätzung. Ein Berg von Blu-
men deckt ihren Grabeshügel, Frau
Frumenzi wird nicht vergessen
werden.
Vom Tode abberufen
Bludenz.
Rosa Tschofen, Bürs (55
Jahre); Maria Gaßner, Innerbraz (76);
Wilhelm Rieder, St.-Antonius-Straße
(71); Josef Ganahl, St. Gero ld (55);
Martin Tschugmell, Gantschier (68);
(77);
Maria Cecc o, Gerberstraße (77); Anna
Hetzmann, Klarenbrunnstraße (66);
Andreas Engstler, Dalaas (77); Albin
Wohlbang, St-Peter-Straße (43); Ri-
chard Tschofen, Rathausgasse (84);
Ludwig Gort, Frastanz (45); Nicola
Kafka, Thüringen (Kleinkind); Ka-
tharina Rietzler, Untersteinstraße
(84); Serif Dete, Brand (35); Georg
Winsauer, Thüringen (Kleinkind);
Andreas Schedler, Brand (83); Paul sprechung im
nau geb. Geiger, Nüziders (76); Franz
Josef Bitschnau, Thüringerberg (72);
Hermann Keßler, Vandans (67).
wes evcruuti
REN
Frau Magdalena Matt,
Lochau.
Landstraße 28, vollendet heute das
und Frau Monika Moosbrugger,
Jesuheim, das 78. Lebensjahr.
Dornbirn. Am Sonntag feierte
Frau Maria Klocker geb. Vetter,
Kehlerstraße 17, die Vollendung des
Lebensjahres, heute wird Jo-
hann Spiegel, Dr.-Ant.-Schneider-
alt.
Straße 52, 80 Jahre
Wäger und seine
Götzis. Anton
Gatt in Maria geb. Camini, •Kommin-
ger Straße,• feiern • heute das Fest
der Silberhochzeit.
Nenzing. Heute vor 25 Ja hren
vermählten sich Josef und Hilde
Schwald, Bahnhofstraße.
Heinrich Summer, Son-
Bludenz.
nenbergstraße 12, vollendet heute
das 75., Max Juritschan, Gilmstraße
25, das 72. und Frau Emma Schöns-
leben, Sturnengasse 16, das 71. Le-
bensjahr.
Werner Hilbrand, Austraße 37,
hat die Meisterprüfung als Elektro-
techniker mit Auszeichnung bestan-
den.
Veranstaltungen-Treffpunkte
Bregenz. Jahrgang 1915: Anmel-
dungen zum Jahresausflug spätestens
bis Mittwoch, 12. Juni, bei Maria
Kirschner, Fotogeschäft, und Karl
Minichshofer, Bürobedarf.
Bregenz. Jahrgang 1927.
Mitt-
woch, 12. Juni, 20 Uhr, Ausflugsbe-
Cafe. Braike, Beute-
Bregenz. Mittwoch, 12. Juni, 14
Uhr, Sprechtag der Sozialversiche-
rungsanstalt der gewerblichen Wirt-
schaft in der Außenstelle der Han-
delskammer, Weiherstraße 3.
Götzis. KOHV
Leopoldina. Di ens-
tag, 11. Juni, 20 Uhr, Stammtisch im
Weinhaus „Dorner".
Bludenz. Dienstag, 11. Juni, 9 bis
12 Uhr, Sprechtag der Pensionsver-
sicherungsanstalt der Angestellten
im Rathaus.
Schruns. 11.
Juni, 20.30
Dienstag,
Uhr, Platzkonzert der Harder Dorf-
musikanten auf dem Musikpodium
(bei ungünstiger Witterung in der
Aula der Hauptschule).
Mitarbeiterbetreuung
bei Schoeller, Bregenz
Bregenz.
Die Mitarbeiterbetreuung
bei Schoeller, Bregenz, erstreckt sich
neben anderen Aufgaben auch auf
die verschiedensten Bereiche der
Sport- und Freizeitgestaltung. Einen
Veranstaltungsbaustein dieses Pro-
grammes bildete der Film- und Un-
terhaltungsabend am vergangenen
Samstag. Der Fotoclub Br egenz hatte
seine schönsten Dias über unser Land
Vorarlberg zusammengestellt, musi-
kalisch umrahmt und durch die
österreichisch-Jugoslawische Gesell-
Rosa Gaszczyk, Uriterfeldstraße schaft übersetzen lassen. Dadurch
war dieser Diavortrag besonders für
die jugoslawischen Mitarbeiter ge-
dacht. Die herrlichen Bilder begei-
s terten aber auch die zahlreich er-
schienenen einheimischen Mitarbei-
ter.
Nach dem anschließenden Abend-
essen sorgten noch Unterhaltung,
Spiel und Tanz mit den „Drei lusti-
gen Kennelbachern" für viel Stim-
mung und beschlossen einen gelun-
Spagolla, Bürs (37); Amelia Bitsch- gasse. genen Mitarbeiterabend.
imssasa
„Vielen Dank, wirklich vi elen Dank”, sag-
te Tris tan mit ma tter Stimme und schaute
nach wie vor gerade vor sich hin.
Siegfried warf ihm einen raschen, prüfen-
den Blick zu, dann wandte er sich ab. „Also
gut, räum den Schutthaufen hier auf, und
laß uns zu Bett gehen."
Tristans Schlafzimmer und das meine wa-
ren durch eine Tür verbunden. Meines war
der Hauptraum, groß, rechtwinkelig, hochge-
wölbt, mit Kamin und anmutigen Nischen,
ähnlich wie die unten. Wenn ich hier lag,
fühlte ich mich immer ein bißchen wie ein
Fürst.
Tristans Zimmer war der ehemalige An-
kleideraum. Es war lang und eng, und ein
schmales Bett drückte sich in eine Ecke, als
zu rollte
versuche es, sich
glattlackierten
verstecken. Auf den
Dielen gab es keine Teppiche,
Hund auf einen Haufen
darum legte
ich den
auf
Bettdecken
und redete
Gesicht auf den Ki ssen ein.
Tristans ble iches
jetzt ganz ruhig — schläft wie ein
„Er ist
Baby und sieht aus, als würde er dabei blei-
ben. Du wirst jetzt sicher deine wohlverdien-
te Ruhe haben." Ich ging in mein eigenes
Zimmer hinüber, zog mich aus, schlüpfte ins
Bett und schlief auch sofort ein. Ich hätte
nicht sagen können, wann die Geräusche im
Nebenzimmer anfingen, aber ich wurde plötz-
lich hellwach durch ein wütendes Gebrüll von
dort. Dann. folgte irgendein rutschendes Ge-
räusch, ein Bums und ein neuer, gequälter
Aufschrei von Tristan.
Beim Gedanken, hinüberzugehen, wurde
mir einfach schwach — und helfen konnte
ich ja sowieso nicht — also wickelte
ich mich nur fester in meine Decken und
horchte. Langsam glitt ich in Halbschlaf hin-
über, schrak dann wi eder auf, als weiteres
Hinfallen und Schreien durch die Tür dröhn-
te.
Nach etwa zwei Stunden begannen die Ge-
räusche sich zu verändern. Der Neufundlän-
der schien die Herrschaft über seine Beine
wiedergewonnen zu haben und marschierte
im Zimmer auf und ab, wobei seine Klauen
mit einem regelmäßigen tck-a-tck, tck-a-tck
auf dem Holzboden klopften. So ging das
weit er und weiter, endlos. Dazwischen ab und
zu Tristans Stimme, jetzt schon ganz heiser:
„Hör auf, um Himmels willen! Setz dich, du
verdammter Hund!"
Ich muß darüber doch wieder fest einge-
schlafen sein, denn als ich aufwachte, stand
schon graues Morgenlicht im Zimmer. Ich
Immer noch hörte ich das Aufstapfen der
mich
auf den Rücken und lauschte.
Klauen, aber es kam jetzt urzegelmäßig, als
schlendere der Hund mehr umher anstatt
blindlings von einem Ende des Zimmers zum
anderen zu marschieren. Von Tristan war
nichts zu hören.
Ich stieg aus dem Bett, zitternd von der
Eiseskälte im Zimmer, und streifte Hemd und
Hose über. Auf Zehenspitzen schlich ich mich
über den Fußboden, öffnete die Tür zum Ne-
benzimmer und wäre fast umgerissen wor-
den, als zwei mächtige Tatzen sich an meine
Brust schlugen. Der Hund war sichtlich hoch
erfreut, mich zu sehen und schien sich hier
völlig zu Hause zu fühlen. Seine prächtigen
dunklen Augen glänzten von Intelligenz und
Wohlbehagen, und aufschnaubend zeigte er
Reihen blitzender Zähne und eine makellos
rosige Zunge. Viel weiter unten peitschte der
Schwanz begeistert den Boden.
„Na also, du scheinst
Ordnung,
ja in •
Freundchen", sagte ich. „Wollen mal die Wun-
de anschauen." Ich löste die hornigen Pfoten
von meiner Brust und untersuchte die Naht
unter den Rippen. Keine Schwellung, kein
Schmerz, überhaupt keine Reaktion.
„Prächtig!" schrie ich. „Du bist ja wieder
so gut wie neu." Ich gab dem
Hund einen
spielerisch vertraulichen Klaps, über den er
Er sprang
vor Freude ganz außer sich geriet.
von allen Seiten an mir hoch, klammerte sich
an mich und leckte mich.
Ich war bemüht, ihn abzuwehren, da hörte
ich ein trostloses Stöhnen vom Bett her. In
dem dämmerigen Licht sah Tristan gespen-
tisch aus. Er lag auf dem Rücken, beide Hän-
de um die Decke geklammert und mit wil-
dem Blick in den Augen. „Hab' keinen Mo•
einzigen
ment geschlafen, Jirn",.
lausigen Moment. Wahrhaftig, mein
lieber Brud er hat wieder mal seinen Sinn
dabei besänftigend für Humor bewiesen, als er mich die Nacht
zusammen mit dieser Bestie schlafen ließ. Ich
werde ihm einen frohen Tag verschaffen,
wenn ich ihm erzähle, was ich durchgemacht
habe. Beobachte ihn nur währenddessen —
ich gehe jede Wette ein, daß er ein erfreu-
tes Gesiebt machen wird."
Später, beim Frühstück hörte Siegfried alle
Einzelheiten von der qualvollen Nacht se ines
Bruders und zeigte sich sehr mitfühlend. Er
sprach ihm des langen und breiten sein Be-
dauern aus und entschuldigte sich für alle
Mühen, die der Hund Tristan verursacht hat-
te. Trotzdem hatte Tristan recht. Siegfried sah
erfreut aus.
Milchfieber gehörte im allgemeinen zu den
unkomplizierten Leiden, als ich aber beim
schwachen Licht der Morgendämmerung in
den Bottich schaute, wurde mir klar, daß hier
ein ungewöhnlicher Fall vorlag. Die Krank-
heit war unmittelbar nach dem Kalben zum
Ausbruch gekommen, und die Kuh war auf
ge-
der schlammigen Böschung in den Bach
bewußt-
rutscht. Bei meiner Ankunft war sie
los, ihr Hinterteil steckte völlig
ganz
der Kopf ruhte auf einem Stein.
Ihr
durchnäßtes und bemitleidenswertes Kalb
zitterte neben ihr.
Angst,
Dan Coopers Augen waren voller
wir
als wir hinuntergingen. „Ich fürchte,
kommen zu spät. Sie ist tot, nicht wahr? Ich
sehe sie ja nicht mehr atmen." im Wasser,
flüsterte er, „Keinen (Fortsetzung folgt) folgt)