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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

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3Iit Salzburger Schnürlregen und Gewürzsträußchen — ebenfalls 
eine Salzburger Spezialität — wurde US-Präsident Nixon am Mon- 
tag nacht am Flughafen empfangen. 
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Ge 4 iirzblumen für 
 ixon 
Damit die Fotografen ihre Bilder schießen können, gab es gestern 
im Garten von Schloß Kleßheim einen genau bewachten kleinen Spa- 
ziergang, bei dem Nixon mit Kreisky und Kissinger mit Kirchschlä- 
ger ihre jeweils mehr als einstündigen Gespräche ohne Dolmetscher 
begannen. 
Während Nixon und Kissinger in Salzburg konferieren, sich auf 
Nahost konzentrieren und so nebenbei die US-Innenpolitik auf 
Touren halten, bereitet sich Kairo auf den heutigen Besuch aus 
Amerika vor, und zwar mit einer Begeisterung, wie man sie nur 
für gute Freunde aufbringt. 
Riesige Teppich-Portale über den Einfallsstraßen in Kairo (Bild' 
oben), aber auch überlebensgroße Bilder von Ägyptens Präsident 
Sadat und Nixon zi eren die Straßen: Deutlicher Ausdruck, daß in 
Ägypten offenbar eine freundliche US-Welle auch die letzten Erin- 
nerungen an die Ex-Freunde aus Moskau verdrängen soll. 
Mittwoch, 12. Juni 1974 
(Funkbilder VN/UPI) 
Bundespräsident hat für Handlungsfähigkeit des Parlaments zu sorgen   
Wien (VN - bac) „Wenn ich die Bundespräsidentenwahl gewinnen 
so llte und daraufhin Bundeskanzler Dr. Kreisky seinen Rücktritt an- 
böte, ich würde den Rücktritt nicht annehmen", erklärte ÖVP-Präsi- 
dentschaftskandidat Dr. Lugge r gestern auf einer Pressekonferenz In 
Wien. Er meinte, daß „die Regierung unter diesen Mehrheitsverhält- 
nissen im Parlament nicht entlastet werden müsse". Außerdem: „Der 
Bundespräsident hat für eine permanente Handlungsfähigkeit des Par- 
laments zu sorgen." 
Zur Regierungsbildung stellte er 
erneut fest, daß er im Falle seines 
Wahlsieges nach den nächsten Natio- 
nalratswahlen zuerst den Obmann 
der stärksten Par tei mit der Regie- 
rungsbildung beauftragen würde. 
Seine frühere Aussage, kein „Kabi- 
nett der Verlierer" zu akzeptieren, 
habe sich hingegen auf die Bildung 
der Minderheitsregierung Kreisky 
bezogen: „Ich hätte damals wie Janas 
gehandelt", meinte Lugger gestern 
auf „VN"-Fragen. 
Lugger präsentierte zur Amtsauf- 
fassung ein umfangreiches Programm 
zur „Vermenschlichung" des Bundes- 
präsidentenamtes und gegen die 
„Versteinerung" dieser Funktion. Er 
werde, kündigte er an, im Falle eines 
Wahlsieges folgende Neuerungen ein- 
führen: 
Abhaltung regelmäßiger Sprech- 
tage in Wien und den anderen Bun- 
desländern. 
Gründung eines Hilfsfonds des 
Bundespräsidenten, der aus Spenden 
des Bundespräsidenten, der „ hohen 
Politiker" und aus dem Volk gespeist 
würde, „um in außerordentlichen 
Notstandsfällen dort helfen zu kön- 
nen, wo sich niemand für zuständig 
erachtet". 
Entbürokratisierung der Amtsge- 
schäfte: Beschleunigung der bürokra- 
tischen Vorgä nge bei E rnennunge n 
(aber: „Eindämmung der Ordenswel- 
le") und Gnadenansuchen („Wer 
rasch hilft, hilft doppelt"). 
Jeweils „Mahnung zur Gemein- 
samkeit" mit der moralischen Auto- 
rität des Amtes; wenn die innere Inte-' 
gration Österreichs gefährdet ist („Es 
ist auch eine Frage des Mutes, zu 
wichtigen Frag en ohne Präjudiz für" 
die Gesetzgebung Stellung zu neh- 
men"). 
Impulse des Bundespräsidenten, 
wenn auf eine Gruppe der Bevölke- 
Kreisky macht ernst:   
	Bundeskanzler 
Wien (AP) 
Dr. Kreisky ließ gestern nach dem 
Ministerrat durchblicken, daß er der- 
zeit zwei Gesetze vorbereite: Eines, 
in dem Vorkehrungen getroffen 
werden, daß Parteispenden nicht 
von der Steuer absetzbar sind, und 
eines, das die Wahlkampfkosten be- 
grenzen   
gesetz, das nur auf Bundesebene gen- 
- 'ten soll, könnte schon bei den Natio- 
  
nalratswahlen 1975 zur Anwendung, 
kommen, fuhr Kreisky fort. 
Auf die Höhe der Limitierung 
sich, 
angesprochen, mei nte er, daß er 
  
eine proporzmäßige nicht vorstellen 
könne. Als mögliche Sanktionen bei' 
einer . Nichteinhaltung • des Limits. 
nannte er generell die Kontrolle' 
durch die Öffentlichkeit — eine Ge- 
setzesübertretung würde einer Par- 
tei nicht gut anstehen — und even- 
rung vergessen wird („Ich denke hier 
Die Geburtenrate belief sich auf 
an die Situation der alten Men- 
schen"). 
0 Besuche von Kasernen und Aus- 
bildungsplätzen des Bundesheeres 
„nicht nur zur Angelobung", sondern 
um den sinnvollen Ablauf des 
Dienstbetriebes und die Einsatzbe- 
reitschaft zu überprüfen. 
Leistung 
vor Lagermentalität 
Schließlich will sich Lugger bei 
Ernennung von Richtern und Beam- 
ten „in jedem einzelnen Fall von der 
Eignung und Leistung des Vorge- 
schlagenen leite n lassen: „Die partei- 
politische Zugehörigkeit eines Vor- 
geschlagenen wird für ihn weder ein 
Hindernis noch eine Hilfe sein." 
Lugger verurteilte gestern schließ- 
lich die Verwendung der olympischen 
Ringe im Wahlkampf (in Oberöster- 
•• 
Wien (APA) Der Bundespartei- 
vorstand der FPÖ begrü ßte es ge- 
stern vormittag, daß die Bundes- 
regierung der FPÖ-Forderung nach 
einem Tarif- und Gebührenstopp 
kleinen •Teil- 
„zumindest in 
einem. 
bereich" Rechnung getragen hat. 
Hier werden von der FPÖ die Wie- 
ner Spitalsgebühren angeführt, de- 
ren Erhöhung bekanntlich aufge- 
schoben worden ist. 
Gleichzeitig deponierte die FPÖ 
reich), sprach sich für ein neues Orts. 
die Forderung nach einem soforti- 
tafelgesetz für Kärnten aus („Das der 
sozialen Wirklichkeit entspricht, in. 
dem es die Mitwirkung der Gesamt- 
bevölkerung sicherstellt") und plä- 
dierte für ständige und unvoreinge. 
nommene Kontakte mit den Signa. 
turstaaten des Staatsvertrages. 
Bun desr egieru ng soll sich 
zu Vorarlberg-Vorstoß 
auf Briefwahl äuße rn 
Wien (ÖVP-PD) Der einstimmige 
Beschluß des Vorarlberger Landta- 
ges, durch die notwendigen gesetz- 
lichen Xnderungen in Österreich das 
Briefwahlrecht einzuführen, ist hiss 
her unbeantwortet geblieben. Es 
läge vor allem an der Bundesregie. 
rung, sich dieser Frage zu stellen 
und für eine Änderung der Bundes. 
verfassung einzusetzen, welche die 
Zulässigkeit der Briefwahl eindeu- 
tig klären soll, betonte der ÖVP- 
Abgeordnete Dr. Blenk Dienstag ge- 
genüber dem ÖVP-Pressedienst. 
Die Diskussion um das Brief. 
wahlrecht sollte in ein konkreteres 
Stadium gebracht werden. Tatsache 
ist, daß viele Österreicher aus ver- 
schiedenen Gründen nach wie vor 
nicht die Möglichkeit haben, ihr 
Wahlrecht auszuüben. 
gen allgemeinen Gebühren- und Ta- 
rifstopp bei der Bundesregierung. 
Die - beabsichtigte Telefongebühren- 
erhöhung, die Gesundheitssteuer in 
Form des sogenannten Gesundheits- 
schillings und die geplante Stempel- 
und Rechtsgebührenerhöhung müß- 
ten zurückgestellt werden.. 
Wie es weiter heißt, begrüße die 
FPÖ, daß auch die Länder und Ge- 
meinden in die Stabilisierungsbemü- 
hungen einbezogen wurden. Dieses 
Vorgehen der Bundesregierung wür- 
de einer Forderung der FPÖ ent- 
sprechen. Mit Bedauern sei jedoch 
festzustellen, heißt es weiter, daß 
nicht rechtzeitig die notwendigen 
rechtlichen Voraussetzungen für eine 
wirkungsvolle Mitverantwortung der 
Länder und Gemeinden in der Sta- 
bilisierungspolitik geschaffen wor- 
den seien. 
Neuer ÖBB-Vorstand 
ab dem 14. Juni 
Wien (APA). — Ab dem 14.. Juni 
wird der neue OBB-Vorstand in der 
von ihm vorgeschlagenen, bekannten 
Zusammensetzung tätig sein, teilte 
Verkehrsminister Lane gestern im 
Anschluß an den Ministerrat mit, 
Aufgaben des neuen Vorstandes 
seien vor allem die ehestmögliche 
- 
Erstellung eines Unternehmenskon 
zepts und eine, stärker nach wirtl 
schaftlichen Gesichtspunkten ausge- 
richtete Betriebsführung. Män gel 
Kundenbetreu- 
seien bisher bei der 
ung aufgetreten, fuhr Lane fort, der 
auch betonte — auf eventuelle Wei- 
sungen seinerseits an den Vorstand 
angesprochen —, daß er sich nicht 
als ÖBB-Supergeneraldirektor be- 
Bundesbahn- 
trachte, so lange es ein 
gesetz gebe. ' 
Für den scheidenden' Vorstand 
bestehe Peneiorisberechtigung, stell- 
te der Minister abschließend fest. 
• 
der Sterbefälle lag um 10.612 höher 
Lebendgehorenen. 
als die Zahl der 
  
Gegenüber 1972 war die Zähl der 
Eheschließungen und der Lebendfies 
ge- 
borenen in allen' Bundesländern 
ringer. Gleiches gilt" mit Ausnähme 
von Kärnten auch für die Sterbefälle. 
Beim Geburtenüberschuß ergab sich 
für Vorarlberg eine Zunahme, sonst 
ging 
eine Abnahme. In Wien 
der 
Sterbefallüberschuß leicht zurück, 
Niederösterreich, 
während er sich in 
das seit 1971 ebenfalls ein Geburten' 
Wien (APA) Die natürliche Be- 
defizit aufweist, fast verdoppelte. 
völkerungsbewegung stand 'in Öster- 
reich auch 1973 im Zeichen des Ge- 
burtenrückganges, der in vielen In- 
dustriestaaten au beobachten ist. Wie 
das Statistische Zentralamt mitteilt, 
' betrug die endgültige Zahl der Le-' 
bendgeborenen in Österreich 98.044' 
woraus nach Abzug der 92. 768 Ster- 
befälle des Jah res 1973 ein geringer 
Geburtenüberschuß in der Höhe von 
Parteispenden sind bald 
5273 Personen resultierte. 
nicht mehr absetzbar 
tuell Geldstrafen. Letzteres wäre 
eine gute Möglichkeit, die Presseför- 
derung zu finanzieren, setzte der 
Bundeskanzler scherzhaft hin zu. Für 
das Gesetz hätte er „gerne" die Zu- 
stimmung aller drei Parlamentspar- 
teien. 
Die indirekten und direkten Wahl- 
kampfausgaben müßten . dabei über- 
prüft werden, führte Kreisky 'weiter 
de-- 
aus und wies auf Länder hin, in 
nen die Kosten begrenzt sind, oder 
die Gelder deklariert werden müs- 
sen. Auch in Österreich habe die Öf- 
fentlichkeit das Recht zu wissen, wo- 
her die Parteien das Geld für den 
Wahlkampf haben, meinte der Bun- 
deskanzler. Das Ziel müsse sein, Ma- 
terialschlachten auf ein vertretbares 
Maß zurückzuführen. „Es kann mir 
keiner einreden, daß man von. einem 
Mann drei Bilder braucht", schloß 
der Bundeskanzler wörtlich. 
Wien ist eine „sterbende Stadt" 
Bundesland in Osterreich 
13,0, die Sterberate auf 12,3 und die 
natürliche Zuwachsrate auf 0,7 'je 
1000 Einwohner. Im Vergleich zu 1972 
gab es 5992 (5,8 Prozent) Lebendgebo- 
rene und- 2555 (2,7 Prozent) Sterbe- 
fälle weniger. Der Geburtenübere. 
schuß war somit um 3437 Personen' 
-Fünftel 
oder zwei 
kleiner. Die Zahl 
der. Eheschließungen, die 1972 durch 
das Abwarten der Heiratsbeihilfe 
hinaufgeschnellt war, ging um 7942 
oder 13,8 Prozent auf 49.430 zurück. 
Aus der Statistik geht Wien als 
fordert generell n 
sterbende Stadt" hervor, Die Zahl 
rif- und Gebührenstopp 
orarlberg ist das kinderfreundlichste 
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