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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Dornbirn—Ebnit— 
Hohe Kugel 
Beliebtes Ausflugsziel. Höhen- 
unterschied 557 Meter. Aufstiegs- 
Stunden. 
Vom Bahnhof Dornbirn An- 
fahrt mit Postauto möglich bis 
Ebnit. 100 in nach der Ebniter 
Kirche (Wegtafel) führt der Weg 
rechts hinauf nach Fluhereck 
(blau-weiß). Dort wied er Weg- 
weisertafel, welche die Richtung 
zur Hohen Kugel angibt. Man 
geht auf weiß-rot markiertem 
Weg den „Priedlerhang" hin auf, 
wobei die Priedler Alphütte 
rechts unten bleibt. Der weiß- 
roten Markierung folgend auf 
den meist bewaldeten Grat hin- 
auf, über einige kleine Fels- 
schroffen (leicht zu gehen) bis 
zur Gratschulter. Schon dieser 
Weg ist durch manche Ausblicke 
abwechslungsreich, doch auf dem 
Höhenrücken über der Baum- 
grenze ist man überwältigt von 
der Aussicht nach allen Seiten. 
Hier schon kann man sich dem 
Fernblick bis hinunter zum I.Tber- 
Enger See hingeben. Nun führt 
vor uns liegenden Gipfel der Ho- 
der Weg unverfehlbar auf den 
hen Kugel, wo sich ein Rund- 
blick von seltener Schönheit bie- 
tet. Sämtliche Rheintalorte von 
Feldkirch bis zum See sind zu 
überblicken. Als Glanzpunkte he- 
ben sich die ganze Säntisgruppe, 
im Süden die Schesaplana und 
zeit 2 bis 21/2 als Nachbarberg der Hohe Fre- 
sehen hervor. Diese Tour so llte 
man sich für einen klaren Tag 
aufsparen, um wirklich dieses 
Panorama voll genießen zu kön- 
nen. Im Frühling ist eine pracht- 
volle Alpenflora zu sehe n; doch 
bitte nichts pflücken, denn wir 
befinden uns ab Ebnit in einem 
Naturschutzgebiet. 
Für den Abstieg gäbe es meh= 
rere Varianten, auch eine über- 
schreitung nach Fraxern-Weiler, 
doch der meistbegangene Abstieg 
ist zurück über die ganzjährig 
bewirtschaftete Emser Hütte nach 
der einladenden, alten Walser- 
siedlung Ebnit. Eine Wanderkarte 
ist empfehlenswert. Im Wander- 
buch des Österreichischen Alpen- 
vereins bri ngt diese Tour sieben 
Punkte, und wer sich näher über 
alle Einzelheiten informieren 
will, schlägt nach im „Alpenver- 
einsführer" von Walter Flai g, 
Bregenzerwald- und Lechquellen- 
gebirge. Randzahl 1040. 
Mittwoch, 12. Juni 1974 
Jörg Heine 
Musikverein Lustenau beim 5. Deutschen Bundesmusikfest 
dll 
Unter großartigen äußeren Bedingungen wurde in der Zeit vorn 7. 
bis 10. Juni von den drei Städten Ebingen, Tailfingen und Onstmettingen 
das 5. gesamtdeutsche Bundesmusikfest gemeinsam durchgeführt, das 
wegen der großen Anzahl an teilnehmenden Blasorchestern und Abord- 
nungen aus 14 europäischen Ländern internationalen Charakter aufwies. 
Die F arben Österreichs wurden durch den Musikverein Lustenau reprä- 
sentiert, der vom Österreichischen Blasmusikverband als offizielle Ver- 
tretung Österreichs nominiert wurde. 
Die Belegschaft der Hohenemser Weinkellerei Karl Amann feierte mit 
einer Reise in die Weingebiete Niederösterreichs das 70-Jahr-Jubiläum 
Die optische Krönung für das 
der Firma. 
P ublikum ist bei jedem Musikfest 
der Festumzug, wurde doch hier ein 
Maximum an Farbenpracht geboten, 
als 280 Kapellen aus allen deutschen 
Landen und Spitzenorchester aus 14 
europäischen Ländern vor den bei- 
fallsfreudigen Zuschauern vorbei- 
defilierten. Um die ungeheuerlichen 
Dimensionen dieses Musikfestes auch 
nur annähernd zu schildern, sei er- 
wähnt, daß in drei Städten und zum 
unweit, 
rtwellt 
Bürs (hj) Unter dem Titel „Die 
Außenwelt der Innenwelt der Au- 
ßenwelt" ist derzeit in der Vol ks- 
schule Bürs eine vielbeachtete Aus- 
stellung von Schülerarbeiten zu se- 
hen, die in die Themenkreise Um- 
welt — Mitwelt — Wertwelt geglie- 
dert ist. Zur Eröffnung am Freitag 
abend konnte VS-Dir. Franz Bach- 
mann ein interessiertes Publikum Gruppen, Musik- und 
willkommen heißen, darunter auch 
Bürgermeister Willi Plangg, dem er 
für die finanzielle Unterstützung der 
Gemeinde herzlich dankte, die diese 
Ausstellung ermöglichte. 
Einleitende Worte sprach an- 
läßlich der Eröffnung der berufene 
Fachmann auf dem Gebiet. der bild- 
nerischen Erziehung, HOL Franz 
Bertel, der an das Titelbild auf der 
Einladung anknüpfte, auf dem ein 
Kind aus einem inneren Raum durch 
ein Fenster hinausschaut in einen 
äußeren Raum, gleichsam in die 
äußere Welt. Es gebe nicht nur die 
Wirklichkeit dieser äußeren Welt, 
sondern auch die Wirklichkeit einer 
inneren Welt, und von dieser seien 
die Zeichnungen der Kinder stark 
bestimmt. Wenn an Kinderarbeiten 
oft bemängelt werde, daß sie nicht 
übereinstimmen mit der Wirklich- 
keit der äußeren Welt, so sollte man 
bedenken, daß die innere Wirklich- 
keit beim Kind oft viel stärker sei. 
Wie durch ein Fenster ermögliche 
die Kinderzeichnung einen Blick in 
selben 
die Innenwelt des Kindes. Ähnlich   
Zeitpunkt vier Festumzüge 
durchgeführt wurden. 
Für die Musiker selbst aber sind 
die Teilnahme am Wertungsspiel und 
die Erringung eines guten Ergebnis- 
ses die Krönung eines solchen Musik- 
festes. 
Der Musikverein Lustenau unter 
der bewährten Leitung von Kapell- 
meister Herm ann Hagen stellte sich 
in Onstmettingen dem Wertungs- 
gericht, welches aus den Schweizer 
der Geste sei auch die Zeichnung 
eine Form der Sprache, durch die 
der Mensch zum Mitmenschen werde. 
In einem steten Prozeß lerne das 
Kind mehr und mehr, die Dinge zu 
sehen und abzuwägen, und Zeichnun- 
gen seien die Spuren von diesem 
Lernprozeß. 
Höchstes Lob fand der Redner 
für die Qualität der gezeichneten 
Arbeiten und bezeichnete die Aus- 
stellung als eine der schönsten, die 
er je gesehen habe. Er gratulierte 
Eltern und Lehrern zu solchen 
Kindern und Schülern. 
Freilich zeugt die Ausstellung, die 
auf Initiative von VOL Mina Mayr 
in einem echten „Teamwork" des 
Lehrkörpers der Bürser Volksschule 
entstand, von einer konsequenten 
und kontinuierlichen Arbeit im Un- 
terricht in . bildnerischer Erziehung, 
ohne die eine solche Fülle qualifi- 
zierter Schülerarbeiten , unmöglich 
wäre. 
Anläßlich seines Vorarlberg- 
besuches am vergangenen Wochen- 
ende stattete auch der Bundesmini- 
ster für Unterricht, Fred Sinowatz, 
der Ausstellung einen kurzen Be- 
such ab und äußerte sich überaus 
anerkennend über das Gebotene. 
(Öffnungszeiten: . Bis 23. Juni, 
täglich bis 17 Uhr, sonntags 10-12 
und 14-18 Uhr. In der Friedens- 
kirche Ausstellung von Schülerarbei- 
Professoren A. Gschwind aus Dorn- 
ten über die Kreuzigung Christi.) 
ach und Albert Häberling aus Uster 
sowie dem deutschen Musikdirektor 
Josef Hoser aus Neu-Ulm bestand, 
mit dem Pflichtstück „Trift", einer 
Neukomposition von Bundesmusik- 
direktor Helmut Haase-Altendorf, 
und dem Selbstwahlstück „Titanic" 
des Schweizer Komponisten Stephan 
Jaeggi. 
Nach Ansicht des in großer Zahl 
erschienenen fachkundigen Publi- 
kums wurden die Leistungen des 
MV Lustenau als hervorragend an- 
gesehen. 
Anschließend wurden dieselben 
Kompositionen von einem deutschen 
und einem schweizerischen Spitzen- 
orchester darg ebot en, so daß dem 
Wertungsgericht und den Zuhörern 
ein direkter Vergleich über den Lei- 
stungsstand und die Interpretation 
geboten wurde. 
Als dann bei der Bekanntgabe der 
Wertung,sspielergebnisse der Musik- 
verein Lustenau mit einem 1. Rang 
ausgezeichnet wurde, herrschte vor- 
erst unter den Musikanten noch „ge- 
bremste" Begeisterung, doch bei Be- 
trachtung der hervorragenden inter- 
nationalen Besetzung durch beste 
europäische Spitzenorchester kann 
dieser 1. Rang als eine ausgezeich- 
nete Leistung angesehen werden. — 
Vergleichsweise erreichte das deut- 
sche Orchester nur einen 2. Rang, das 
schweizerische einen ersten. 
Erwähnenswert wäre noch, daß 
entgegen der österreichischen Wer- 
tungsspielordnung für einen 1. Rang 
mit Auszeichnung (116-120 Punkte) 
höchstens ein Abzug von 5 Punkten 
erfolgen darf, für einen 1. Rang hin- 
gegen ist eine Punkteanzahl von 109 
bis 115 erforderlich. 
Wie aus der Verteilung der Ränge 
in den einzelnen Städten deutlich 
h ervor geht, wurde in den drei 
Kampfstätten der Höchststufe ein- 
de utig mit verschiedenen Maßstäben 
gewertet. So wurde z. B. in Tailfin- 
gen bei sieben in der Höchststufe 
teilnehmenden Spitzenkapellen nur 
ein einziger 1. Rang mit Auszeich- 
nung vergeben, in Onstmettingen bei 
zehn Teilnehmern derselben Stufe 
drei Auszeichnungen, hingegen er- 
reichten in Ebi ngen von 16 in der 
Höchstklasse antretenden Blas- 
orchestern gleich acht einen 1. Rang 
mit Auszeichnung! Bei dem auch 
international gesehen sehr hohen 
Ausbildungsstand der teilnehmenden 
Höchststufenkapellen hätte es eine 
solche Differenzierung nie geben 
dürfen. 
Den Samstagabend verbrachte der 
MV Lustenau in Burladingen, wo 
vom dortigen Musikverein vortreff- 
lich für Unterkunft und Verpflegung 
gesorgt wurde. Gemeinsam mit dem 
MV Burladingen, auch eine Höchst- 
stufenkapelle, konnten Kapellmeister 
Hermann Hagen und seine Musiker 
in einem Galakonzert für ihre ge- 
lungenen Darbietungen Ovationen 
der Begeisterung erleben. Daß die 
Lustenauer nicht nur zu blasen, 
sondern auch zu feiern verstehen, 
das bewiesen sie recht eindeutig bei 
Musik und Tanz, wo noch mancher 
Flasche der edlen Weine von Baden 
und Mosel der Garaus gemacht 
0 Jahre 
wurde. 
Karl mann, 
Die Weinkellerei Karl Amann, 
Hohenems, kann heuer auf ihr 70- 
jähriges Bestehen zurückblicken. 
Aus bescheidenen Anfängen hat sich 
der Betrieb zu einem der führenden 
seiner Branche im Lande emporge- 
arbeitet. 
Das 70jährige Bestandsjubiläum 
wurde denn auch „branchengemäß" 
gefeiert. Mit dem Firmenchef Nor- 
bert Amann an der Spitze fuhr die 
23 Personen starke Belegschaft für 
vier Tage in die Weingebiete der 
Wachau und ins niederösterreichi- 
sche Weinviertel. Frohgestimmt be- 
gann in der Frühe des Donnerstags 
die Fahrt. Über den Arlberg ging's 
ins schöne Tirol und bei Salzburg auf 
die Autobahn. Nach zügiger Fahrt 
kam man bei Ybbs-Persenbeug. an 
die Donau, die auf _der Kraftwerks- 
brüc ke überquert Wur de.. Im roman- 
tischen Wachauer Städtchen Spitz 
wurden. die Quartiere bezogen, _an- 
schließend gab's einen Bummel durch 
den Ort, der für drei Tage Domizil 
der Vorarlberger sein sollte. 
Nach dem Mittagessen ging die 
Fahrt auf der Wachauer Straße der 
Donau entlang weiter nach Krems. 
Hier war die Reisegesellschaft Gast 
der Fürst. Metternichschen Weinkel- 
Hohenems. Die Zunft der Emser 
Schloßnarren hatte kürzlich zur gro- 
ßen Zunftratsitzung in den Gasthof 
„ Engel burg" geladen. Es war dies 
die Abschlußsitzung über die vergan- 
gene Fasnat, in der in Hohenems der 
große Emser Fasnatumzug stattge- 
funden hatte. Der Präsident Xaver 
Lochbrunner konnte alle 13 Unter- 
zünfte begrüßen und ihnen für ihre 
lereien. 
Mitwirkung am Umzug danken.   
Ihr Chef, Herr von Dietrich- 
stein, bereitete einen herzlichen Emp- 
fang und ließ köstliche Weine kre- 
denzen. 
In einem Gasthof bei Krems fand 
dann der Fest- und Jubiläumsabend 
statt, zu dem der Firmenchef gela- 
den hatte. Die von der Belegschaft 
verfaßte Jubiläumsschrift wurde 
vorgelesen und dem Chef überreicht. 
Ihr Inhalt fand das Gefallen und die 
Zustimmung aller. 
Am folgenden Tage ging es durch 
das schöne Kamptal hinauf ins Wein- 
viertel nach Unterretzbach. Hier wa- 
ren alle Gast der Weinkellerei Lud- 
wig Hofbauer. Sie bot das Beste aus 
Keller und Küche — letzteres von 
den Frauen des Hauses liebevoll zu- 
bereitet 	und so kam wieder rasch 
frohe Stimmung auf. 
Nach allzukurzer Nacht bestieg 
man am. Sonntagmorgen wieder den 
Bus, der alle durch ein schönes Stück 
Heimat wieder zurück ins Ländle 
brachte. Schöne Eindrücke, frohe 
Stunden der Geselligkeit und ein ka- 
meradschaftliches Engerrücken der 
Betriebsgemeinschaft sind die blei- 
benden Werte dieses schönen Fir- 
menjubiläums, für das alle dem Chef 
beim Auseinandergehen dankten. 
Eine lebhafte Debatte löste der 
Punkt „Zuschüsse an die Unter- 
zünfte für Wagenbau" aus, da diese 
laut Beschluß des Elferrates heuer 
gestrichen werden mußten. 
Die Emser Garde erhält heuer 
eine neue Gardeuniform. Es ist drin- 
gend notwendig die zwölf Jahre al- 
ten Uniformen der Gardemädchen 
durch neue zu ersetzen. Der Garde- 
major und eine Gruppe Gardemäd- 
chen haben bereits den Entwurf der 
neuen Uniform fertiggestellt. 
Der Organisationsleiter stellte fest, 
daß der. Fasnatumzug heuer durch 
die Mitwirkung der vielen Wagen, 
Spielmanns- 
züge und dank der Zusammenarbeit 
aller Emser der schönste Umzug des 
Landes war. Im Namen des Elfer- 
rates dankte er auch Bürgermeister 
Dipl.-Ing. Otto Amman für die Un- 
terstützung seitens der Gemeinde, 
und Graf Waldburg-Zeil für die 
Gastfreundschaft im gräflichen Pa- 
last. 
Der neu in den Elferrat auf ge- 
nommene Sepp Geiselmeir teilte der 
Sitzung mit, daß der Spielmannszug 
Herrenried auf 24 Spieler erweitert 
werden konnte und damit schon 
einen ordentlichen Klangkörper dar- 
stel lt. Der Bundesrat berichtete über 
den in Villach stattgefundenen 13. 
Österreichi- 
Bundestag des Bundes 
scher Faschingsgilden. In Villa ch 
Vorarlber- 
waren 21 Mitglieder der 
ger Fasnatzünfte anwesend. 
Die Zunftratsitzung der Emser 
Be- 
Schloßnarren endete mit dem 
Fas- 
schluß, daß in der kommenden 
veran- 
nat nur der große Gardeball 
s taltet wird, und erst 1976 wird Ems 
wieder einen großen und herrlichen 
itwelt 
Umzug erleben. 
un 
es indes 
einkellerei 
Aus stellung von Schü lerarbeiten in Bürs 
®hei ems 
Belegschaft vier Tage im Weingebiet Niederösterreichs 
Vorschau und Rückblick der Emser Schloßnarren:   
Auch im Sommer denkt 
man an die Fasnat Fasnat
	        
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