Bis zu 50 und 60 m hoch schießen in Island die Geisire in die Höhe.
Diese Heißwasser-Fontänen sind eine der Attraktionen der „grünen
Insel" am Polarkreis.
Heute Urteil im „Profil"-Prozeß
Rauschende Flüsse und tosende Wasserfälle gehören ebe nso zu
Felix Slavik gestern im Zeugenstand
Island wie die rund 30 mehr oder weniger aktiven Vulkane. Wenn
min den Prospekten glauben darf, ist Island 'noch weitgehend
„naturbelassen" und vermutlich gerade deshalb ein touristischer
.
Anziehungspunkt.
Seite 11
Mittvvoch, 12. Juni
1974
Am 17. Juni feiert die grüne Insel ihren Nationalfeiertag und
gleichzeitig den Bestand als 30jährige unabhängige Repuklik
(GS) Die traditionelle Vorstellung eines eisigen, schneebedeckten
und desolaten Landes verdankt Island teils seinen Namen, Is(=Eis)land,
und teils natürlich seiner geographischen Lage. Dennoch: Das Klima ist
viel milder als der Name des Landes dies erwarten läßt. Die Winter sind
weniger streng als in manchen Teilen Kontinentaleuropas und die Som-
mer sind kühl und angenehm. „Schuld" daran ist der Golfstrom, der das
Land nahezu vollständig umspült. Nicht bestritten wird von den über
200.000 Isländern. daß auf, ihrer Insel In der Mitte zwischen New York
und Moskau das Wetter oft innerhalb .weniger Stunden verschiedene
Jahreszeiten einander ablösen.
groß ist Islands
Rund 103.000 qkm
Gesamtfläche. Davon sind 11.800 qkm
mit 'ewigem Eis bedeckt. Allein der
grö ßte 'Gletscher, Vatnajökull, ist
8400 qkm groß. Isl and und Vulkane
sind fast dasselbe:.es gibt ungefähr
30 aktive Vulkane. Geologisch ist Is-
land ein relativ junges, noch in der
Formung befindliches Land — siehe
Vulkane. Nur etwa 1000 qkm — ein
Hundertstel des Landes — sind kul-
tiviert, aber 23.000 qkm — ein Fünf-
tel des Landes — sind rauhes Weid e-
land, während etwa 79.000 qkm un-
produktives, unberührtes Land mit
Bergen, Gletschern, Lavafeldern,'
Seen und anderen
Einöd en sind ..
Wenn aus der Sicht der Antropo-
logen die größte Leistung der Islän-
der ihre Ausdauer sein mag, die sie
1100 Jahre lang in diesem Land über-
leben ließ, so gibt es dennoch andere
Faktoren, die als außergewöhnliche
Leistung. der. Isländer im Lauf ihrer
Im Strafverfahren gegen den
38jährigen Siegfried Heiß und den
43jährigen Karl Mohr, die beschul-
digt werden, drei Urkunden über heute vormittag verkündet.
eine angebliche Subvention in der
Mill.-
3
Höhe von S an den Wirt-
schafts-Trend-Verlag gefälscht und
an Bürgermeister Felix Slavik wei-
tergegeben zu haben, sagte gestern
als erster Zeuge Obersenatsrat Dok-
tor Hans Vorrath aus. Der Zeuge
gab an, Heiß sei bei ihm als SPÖ-
Wahlhelfer bekannt gewesen und
habe ihm Material angeboten, aus
dem hervorgeht, daß die Artikelserie
im „Profil" von der ÖVP lanciert
Geschichte am Rand des Polarkreises
sei.
gelten könne n.
Da ist z. B. die Gründung des er-
sten Parlaments der Welt, das auf
demokratischen Prinzipien basierte,
im Jahre 930 (!) in. Thingvellir. Dazu
zählen Navigation und Meeres-Er-
forschung, die nicht nur zu zahlrei-
chen Überfahrten zwischen Skandi-
na vien, Schottland und Island mit
den damaligen kleinen Schiffen führ-
ten, sondern auch zur Entdeckung
von Grönland im Jahre 985 und von
Amerika durch Leif Eiriksson im
Jahre 1000 — oder fünf Jahrhunderte
vor Kolumbus.
Drittens haben die Isländer • die
Weltliteratur durch ihre berühmten
Sagas, 40 an - der . Zahl, sowie die
Heimskringla und die Eddas berei-
cheri. Und schließlich haben die Is-
länder in ihrem Land unter widri-
gen Verhältnissen 1100 Jahre lang
nicht -nur überlebt, sondern auch ihre
demokratischen und literarischen
*`›
halten, daß die Dokumente' von ,Heiß
stammen.
Das Urteil wird voraussichtlich
Traditionen erfolgreich erhalten und
erweitert sowie einen modernen
Wohlfahrtsstaat mit hohem Lebens-
standard aufgebaut, der dem der
skandinavischen Länder vergleichbar
ist.
Dabei 'ist Island recht unfrucht
bar: es gibt:kein Öl, keine Boden-
schätze oder Wälder. Sämtliche Ma-;
schinen, Investitions- 'und, lebensnot-
wendigen Güter : müssen importiert
werden. Islands Reichtum ist nicht
im Boden, sondern im Meer vor sei-
ner Küste • verborgen. Auf zwei
Grundlagen beruht Islands Wirt-
schaft: Könne n, Mut und Ausdauer
der isländischen Fischer und die rei-
chen Fischgründe über dem isländi-
schen Kontinentalsockel.' 80 °/o . des
Gesamtexportes basieren auf der Kü-
stenfischerei. Und darum ging es auch
bei dem seit Jahren andauernden
„Krieg" vor allem mit Großbritannien
und Deutschland um die Hoheitsrech-
te rund um die Insel.
Die Geschichte Islands-ist die ei-
nes kleinen Volkes, das wenig mit
irdischen Gütern gesegnet ist. Die
Insel: wurde Mitte des , 9. Jahrhun-
derts von den Wikingern , entdeckt.
Im Jahre 874 kam der erste nordi-
sche Siedler an die Küste, und die
Sage berichtet über die Ansiedlung
in einer prosaischen Geschichte: Um
die Meinung der Götter zu erfor-
schen, warf der Landsucher die mit
Götterbildern reich geschnitzten
Hochsitzpfeiler über Bord und ließ
sie treiben. Sie wurden dort an den
Strand gespült, wo heute Reykjavik
liegt, die Hauptstadt, in der knapp
die Hälfte aller Isländer wohnt.
Bis etwa 930 wurde das ganze
Land besiedelt. Das schon erwähnte
erste „Parlament", seit. 930 als „Al-
thing" historisch festgestellt, begrün-
dete einen freien Staat bis 1262. Es
war das goldene Zeitalter *Islands.
Im 19. Jahrhundert nach Unter-
werfung .der Isländer:unter die mir.;
wegischen Könige — erwachte eine
starke nationale Bewegung mit ,dem
Ziele, ern eut eigene politische Rechte
zu erhalten. Seit: 1944 ist Island eine
unabhängige Republik ' •
Heute ist Island ein rapid an Be-
de utung wachsendes Erholungspara. -
dies mit fast unbegrenzten touristi-
tischen Möglichkeiten, einer sauberen
und teilweise noch unerschlossenen
Umwelt, deren landschaftliche Viel-
falt immer mehr Gäste anzieht.
Indiens Bet tler mit
,Einkommen` unzufrieden
Die zwei kleinsten indischen
Münzen sollen aus dem Verkehr
gezogen werden. Dies verlangen
die Bettlerverbände, die sich mit
dieser Maßnahme eine Aufbesse-
rung ihres Einkommens erwarten.
In einer Petition an die indische
Regierung beklagte der Präsident
des Bettlerverbandes von Banga-
lore 'die wachsende Knausrigkeit
der Spender, die seinen „Berufs-
kollegen" immer häufiger prak-
tisch wertlose Münzen in die aus-
gestreckten Hände drücken. Es
handle sich dabei um die Ein-
oder Zwei-Paise-Stücke (umge-
rechnet 1,4 und 2,8 Groschen). Um
den Bettlern den Lebensstandard
zu sichern, sei es daher unum-
gänglich, diese Münze n einzuzie-
hen, damit in Zukunft zumindest
-
fünf Paise gespendet werden.
Ein radioaktives
Leck hat nach
Angaben eines Sprechers der ame-
rikanischen Atomenergiekommission
am Montag die 'Teilschließung eines
Mississippibei.
Atomkraftwerkes am
der Stadt Cordova (Illinois) erzwun-
gen. Das Leck sei durch. den Bruch
eines Ventils an einem der beiden
Atomgeneratoren des Werks ent-
standen. Durch das beschädigte Ven-
til sei radioaktiver Dampf ausge-
ßung eines Teils der, Anlamausge-
treten, der automatisch die Schlie-
habe. Außerdem sei das Feuer-
löst
, schutzsystem aktiviert worden. Das
Wasser des,Systems sei in den Fluß
abgeflossen, dessen Wasser jedoch
nur eine geringe, ungefährliche (!)
Radioaktivität gezeigt habe. „Wenn
jemand es getrunken hätte, hätte es
ihm — abgesehen von dem Schmütz
Spre-
— nicht geschadet", sagte der
cher.
asW l
adern ist akes
.0.
Die US-Bürger entdecken das Wandern
Die Amerikaner entdecken in letzter Zeit in zunehmendem
Maße, daß der Fuß nicht nur zum Gasgeben da ist. Schon in den
Monaten vor der Energiekrise fand das Volk der Autofahrer, daß
Spazierengehen und Wandern eigentlich eine recht angenehme
Beschäftigung sind: Nach jüngsten. Schätzungen gehen. mehr als
50 Millionen US-Bürger regelmäßig spazieren. Vor allem die Ju-
gend hat am Wandern Gef allen gefunden. Mehr als sechs Millionen
Amerikaner werden diesen Schmer mit Bergschuhen und Ruck-
sack unterwegs sein und in 'Zelten und Hütten übernachten. Gut
zwei Drittel von ihnen erleben die Natur auf solche Weise zum
ersten Mal. Dies spiegelt sich in den eriorm gestiegenen Umsätzen
der Sportartikelgeschäfte wider. In den vergangenen Monaten
gaben die' Amerikaner an die 400 Millionen Dollar für Wander-
ausrüstungen aus. Ein Wander-Magazin, dessen erste Nummer
kürzlich veröffentlicht wur de, hatte auf Anhieb 60.000 Abonnenten.
Exbürgermeister Felix Slavik er-
klärte als Zeuge, er sei erst skep-
tisch gewesen,' doch sei er von der
Echtheit des Materials überzeugt
worden, als er erfuhr, daß es von
einer Angestellten der Kanzlei Dok-
tor Leutgeb stamme und der Name
der Unbekannten in einem Kuvert
Dr. Fiebich
bei hinterlegt worden
sei.
„Profil"-Redakteur Gerd
Leitgeb
des
wurde auf Antrag Angeklagten
Heiß vereidigt. Leitgeb gab an, er
habe nach der Veröffentlichung in
der "AZ" Kontaktperson.en zur SPÖ
fernen der Hundehäuf-
chen nicht mehr nach.
In der Eingangshalle,
auf den Trep pen und den
Gängen, sogar im Aufzug,
. haben sich die akademi-
schen Vierbeiner schon
. verewigt. Eine Bedienerin
erlitt kürzlich beinahe ei-
, nenilerzanfall, als sie das
Zimmer eines Mathema-
säubern
wollte und von einem zäh-
nefletschenden und knur-
renden Schäferhund ver-
jagt wurde.
„Hundstage" an der Re-
kommen mit dem Ent- Nach inoffiziellen Schät-
gensburger. 'Universität:
Immer mehr Studenten
und Angestellte der Hoch-
schule zei gen sich als stol-
ze Hundebesitzer und neh-
men ihre vierbeinigen
Lieblinge sogar zu den
Vorlesungen mit. „Ich
muß immer an den heili-
gen Franz von As sisi den-
ken, der zu den Tieren des '
Waldes gepredigt hat", tikassistenten
meinte ein Professor dazu.
Die „Raumpflegerinnen"
allerdings haben bereits
mit Streik gedroht, denn
gesucht -und von- denen-den Tip er- sie
zungen wird das Regens-
burger Universitätsgelän-
de schon von mehr als 100
Vierbeinern bevölkert. Zur
Mittagszeit und am Abend
finden sich auch in der
Mensa unzählige Hunde
ein. Die Leitung der Uni-
versität hat bis jetzt noch
keine rechtliche Handha-
be gegen die Hundeinva-
sion gefunden. Auch das
neue bayrische Hochschul-
gesetz, das in Kürze in
Kraft tritt, sieht keinen
Anti-Hundeparagraphen
über die G ründe, war-
vor.
um sich so viele Jungaka-
demiker einen Hund hal-
ten und diesen dann auch
noch mit auf die Uni brin-
gen, gehen die Meinungen
auseinander. Ein Psycho-
loge der Universität Re-
gensburg glaubt, es handle
sich dabei um ein. „typi-
sches Meister-Lehrlings- ling versteigert.- Die
Verhältnis" und erinnerte
daran, daß große Staats-
männer, wie zum Beispiel
Bismarck, sich schon frü-
her von ihren Vierbeinern
bei Uni-Besuchen beglei-
der
Die teuerste Schnupftabakdose
Welt wurde kürzlich in Lon don %tun
Rekordpreis von 8 6.000 Pfund Ster-
Schnupftabak-
dose wurde 1760 in Berlin für Fried-
berge-
rich den Großen von Preußen
griechische
stellt und kam über die
'
Kön igin Friderike zu einem Schwe''
große°
zer Händler, der sie in einem
englischen Auktionshaus versteigert'
ten ließen. (Funkbild
ließ.
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