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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Scharf ac erei soll@xt g 
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r ant e 
Baden-Württemberg klagt 
l 
gegen die Fristenlösung 
Stuttgart (dpa) Das von den Christlichen Demokraten regierte deut- 
sche Bundesland Baden-Württemberg wird gegen die vom Bonner Par- 
lament verabschiedete Erlaubnis des Schwangerschaftsabbruchs in den 
ersten drei Monaten (Fristenregelung) Klage beim westdeutschen Ver- 
fassungsgericht erheben. Der baden-württembergische Ministerpräsident 
Hans Filbinger sagte dazu am Mittwoch in Stuttgart, es gehe darum, ob 
die „Fristenlösung gegen das grundsätzliche Gebot unserer Verfassung 
zum Schutze des Lebens verstößt". Der Bundestag hatte die Fristenrege- 
lung vor einer Woche gegen die Stimmen der CDU/CSU-Opposition be- 
schlossen. Die CDU/CSU hatte zuvor im Bundesrat (Länderkammer) ver- 
geblich einen Kompromiß angestrebt, der eine Indikationslösung — 
Schwangerschaftsabbruch unter bestimmten Voraussetzungen — vorsah. 
Sinowatz: 50 Pro zent der Österreicher unbedingt dafür 
Bejahung der Schulreform 
F-Novellierun soll 
steigt mit Bildungsgrad 
noch im Juli erfolgen 
Giscard: Franzosen müs sen 
Gürtel enger schnallen 
Paris (UPI) Durch 
eine Reihe von Auste-' 
ritymaßnahmen hofft 
die französische Regie- 
rung der Iflation bei- 
zukommen und die de- 
fiz itäre 'Zahlungsbilanz 
auszugleichen. Wie ein 
Regierungssprecher in 
Paris erklärte, fanden 
die von Staatspräsident 
Giscard d'Estaing vor- 
die volle Zustimmung 
gelegten Maßnahmen 
des französischen Ka- 
binetts. Von dem Maß- 
nahmenbündel sind 
Kredite, Spareinlagen, 
Steuern und das Bud- 
- get betroffen. Außer- 
dem sollen neue Ener- 
giesparmaßnahmen in 
Kraft gesetzt werden, 
um den Import von 
Energieträgern ein- 
Für Bezieher— mittlerer 
schränken zu können. men. 
und hoher Einkommen 
wird die Einkommen- 
st euer um fünf bis 15 
Prozent ansteigen. Fer- 
ner steigt die Körper- 
schaftssteuer, auch die 
Benzinpreise werden 
neuerlich hi naufge- 
setzt. Dagegen werden 
die Sparkonteninhaber 
höhere Zinsen bekom- 
Freitag, 14. Juni 1974 
Wien (VN-Bac) Gerade zu dem Zeitpunkt, als die Vertreter der Groß- 
parteien wegen der bevorstehenden Bundespräsidentenwahl die Fronten 
versteifen und deshalb Dienstag im parlamentarischen ORF-Unterkomi- 
tee und Mittwoch bei den Parteienverhandlungen auch in anderen Sach- 
fragen auf der Ste lle traten, scheint ÖGB-Präsident Benya („eine Re- 
form mit Bacher ist keine Reform") die SPÖ-interne Debatte um die ge- 
plante ORF-Reform wieder anzuheizen. Sichtbar wurde in dem dem Ge- 
werkschaftsbund nahestehenden Blatt „Kronen-Zeitung" die Diskussion 
„Profil"-Prozeß: 
Vier Monate für Heiss 
Wien — Im „Profil"-Prozeß erging 
am Mittwoch vormittag das Urteil: 
Siegfried Norbert Heiss wurde der 
Fälschung von drei Urkunden — 
welche eine angebliche Subvention n 
an den „Wirtsdrafts-Trend-Verlag" 
in Höhe von 3 Millionen Schilling 
beweisen sollte — für schuldig be- 
funden und wegen Betruges zu vier 
Monaten schweren Kerker verur- 
teilt. Der Mitangeklagte Karl Mohr 
wurde freigesprochen. 
Wie der Richter in der Urteilsbe- 
gründung ausführte, sei festgestellt 
worden, daß die Urkunden, die Heiss 
dem Bürgermeister Slavik anbot, 
Fälschungen waren. Aufgrund des 
Beweisverfahrens wurde festgestellt, wieder angekurbelt und SPÖ-Chef Kreisky Schwäche vorgeworfen. 
daß die beiden Personen, nämlich 
Oskar Bronner und Rechtsanwalt 
Dr. Leutgeb, die die angeblichen 
Originale unterschrieben haben sol- 
len, glaubwürdig ausgesagt haben, 
daß dies nicht der Fall sei. 
Es sei jedoch Erfahrungstatsache, 
daß niemand imstande sei, eine dek- 
kungpgleiche Unterschrift zu wieder- 
holen. Die Schädigung und Irrefüh- 
rung habe Heiss zu verantworten, 
weil er die Dokumente angeblich von 
einem Unbekannten übernommen 
und an Slavik weitergegeben habe. 
Wien (APA) 50 Prozent aller 
Österreicher halten eine Reform des 
derzeitigen Schulsystems für unbe- 
dingt notwendig oder wünschens- 
wert, erklärte Unterrichtsminister 
Dr. Sinowatz vor Lehrervertretern 
in Wien. 
Nur 20 Prozent bezeichnen die 
Reform des Schulwesens als über- 
flüssig und nur zwei Prozent halten 
sie für schädlich, geht aus einer im 
Rahmen der, kulturellen Grund- 
lagenforschung durchgeführten Stu- 
die he rvor. 
Wie die Studie laut SK weiter 
zeigt, sind es vor allem die 16- bis 
25jährigen (71 Prozent), die den Re- 
formbestrebungen besonders positiv 
gegenüberstehen. Auch bei den 25- 
bis 50jährigen sprachen sich 60 Pro- 
zent für eine Reform und nur 23 
Prozent dagegen aus. Der Anteil 
jener, die eine Schulreform für un- 
bedi ngt notwendig halten, ist umso 
höher, je höher die Sc hulbi ldung der 
Befragten ist. So halten nur 17 Pro- 
zent ehemaliger Pflichtschüler, aber 
45 Prozent der Hochschulabsolven- 
ten die Reform für unbedingt not- 
wendig. Regional gesehen ist die Re- 
formbereitschaft in den östlichen 
Bundesländern höher als in den 
westlichen, doch sind auch im We- 
sten die Befürworter der Schulre- 
form ungefähr doppelt so stark wie 
die Gegner. 
Auf die Frage, was sich die Be- 
völkerung von einer Schulreform er- 
warte, sprachen sich 83 Prozent für 
eine mehr berufsbezogene Ausbil- 
dung aus. 79 Prozent erklärten, daß 
in der Schule mehr kritisches Den- 
ken, mehr selbständiges Arbeiten 
und weniger monotones Dozieren er- 
folgen sollte. 51 Prozent der Befrag- 
ten erhoffen sich von der Schulre- 
form mehr politisches und soziales 
Verständnis für die. Zusammenhänge 
der Demokratie. Mehr Arbeitsdiszi- 
plin und Ordnungssinn erwarten sich 
65 Prozent, eine Entlastung der 
tern bei der Erziehung 36 Prozent. 
Peron drohte mit Rücktritt 
und bestätigte Kabinett 
Buenos Aires (dpa) Der" argenti- 
nische Präsident, Juan Domingo Pe- 
ron, bestätigte am Donnerstag über- 
Minister- 
raschend seine acht 
und 20 
Staatssekretäre in ihren Ämtern. Das 
Kabinett hatte gestern geschlossen 
sein en Rücktritt eingereicht, um dem 
Die Zeitung warf der SPÖ „Ver- 
Präsidenten Handlungsfreiheit zti 
rat an der Reform" vor und stieß 
am nächsten Tag gleich mit dem 
Vorwurf nach, die ORF-Führung 
habe wegen des von ihr systematisch 
durchgeführten Senderbaues zur 
Vollversorgung der österreichischen 
Bundesländer mit Rundfunk- und 
Fernsehempfangsmöglichkeiten hun- 
derte Millionen Schilling „zum Fen- 
ster hinausgeworfen", weil sie nicht 
auf den Einsatz des Fernseh-Satel- 
Iiten „Westar I" gewartet habe, der 
lassen. Allgemein war erwartet wor- 
den, daß 'Peron wenigstens eine Teil- 
reform seiner Regierung vornehmen 
würde. Die Krise war im Zusammen- 
hang mit der zunehmenden öffent- 
lichen Verstimmung über die Teue- 
rung, die Warenknappheit und die 
Welle wilder Streiks ausgebrochen. - 
- 
' 
Schützenhilfe für Kissinger 
Washington (AP) Als Reaktion auf 
die Rücktrittsdrohung des amerika- 
nischen Außenministers Henry Kis- 
singer für den Fall, daß Beschuldi- 
gungen nicht entkräftet würden, er 
habe persönlich Telefonüberwachun- 
gen seiner Mitarbeiter angeordnet, 
haben Senatoren beider amerikani- 
scher Parteien am Mittwoch in Wa- 
shington eine Resolution eingebracht, 
in der Kissinger Integrität und 
Glaubwürdigkeit bescheinigt werden. 
Wien (APA) Wenige Tage vor den 
Präsidentschaftswahlen und wenige 
Tage nach den Landtagswahlen in 
Niederösterreich konzentrierte sich 
am Mittwoch der Einsatz der beiden 
Präsidentichaftskandidaten auf die- 
ses Bundesland. SPÖ-Kandidat Dr. 
Rudolf Kirchschläger hielt in Nie- 
derösterreich mehrere Kundgebun- 
gen ab, um dann zu Wahlveranstal- 
tungen in die Steiermark weiterzu- 
fahren. ÖVP-Kandidat DDr. Alois 
Lugger be gann am MittwoCh mit 
einer- fünftägigen Wahlreise durch 
das größte Bundesland Österreichs. 
Auf die Verdienste, die sich Dr. 
Kirchschläger als Mitglied der Bun- 
desregierung bei den sozialen Ver- 
.besserungen in Österreich und durch 
neue Sozialversicherungsabkommen 
mit anderen Sta aten für Rentner 
und Pensionisten erworben habe, 
wies der SPÖ-Sozialexperte Abg. Dr. 
Schranz bei Versammlungen in Wien 
Senderneubauten erübrigen würde. 
hin. 
Daß der ORF dabei der gesetzlichen 
Kreisky ließ indes über die par- 
teioffizielle „Sozialistische Korres- 
ponde nz" ebenso scharf antworten: 
„Trotz allen Querschüssen" werde 
die ORF-Reform im Juli im Parla- 
ment beschlossen werden und vor- 
aussichtlich schon im Herbst in Kraft 
treten. Hauptpunkte sollen drei un- 
abhängige Programmintendanten 
sein. Der Generalintendant, der wei- 
terhin die Verantwortung für die 
gesamtwirtschaftliche Betriebsfüh- 
rung innehat und den Finanzplan 
erstellt, soll durch. eine qualifizierte 
Mehrheit bestellt werden. Die SK 
ließ indes den Hinweis vermissen, 
ob nun der letzte SPÖ-Entwurf mit 
Installierung einer Anstalt öffentli- 
chen Rechts samt' einem Kurato- 
rium als Aufsichtsorgan verwirklicht 
werden soll. 
Wien (APA) Wie die APA aus dem 
Bundeskanzleramt erfährt, hat Bun- 
deskanzler Dr. Kreisky den ORF vor 
einiger Zeit ersucht, einen Beitrag 
zur ' Preisstabilisierung zu leisten 
,und 
die für Juli in Aussicht genom- 
mene Etappe der Erhöhung der ORF- 
Gebühren aufzuschieben, die den 
Verbraucherpreisindex erheblich be- 
lasten würde. ORF-Generalintendant 
Bacher hat dem Bundeskanzler dazu 
nun schriftlich mitgeteilt,' er habe 
den Brief des Bundeskanzlers sofort 
an den Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. 
Piffl-Percevic weitergeleitet. Er, Ba- 
Die Aktion „Österreicher für Kirch- 
schläger" meldete am Mittwoch einen 
erfolgreichen Verlauf der von ihr 
am Dienstag abend veranstalteten 
Kunstauktion, für die prominente 
Künstler Werke zur Verfügung 
stellten und deren Gesamterlös der 
genannten Akti on zugute kommt. 
Den höchsten Preis erzielte mit 
38.000 S eine Plastik von Fritz Wo- 
truba, ersteigert von „Profil"-Her- 
ausgeber Oscar Bronner. 
Withalm für Lugger 
In die Kampagne für Dr. Lugger 
hat sich nun auch Ex-Vizekanzler Dr. 
Withalm eingeschaltet, der bekannt- 
lich selbst lange Zeit in der Öffent- 
lidikeit als Fixkandidat der ÖVP 
vermutet wor den war. Withalm be- 
zeichnete über den ,ÖVP-Presse- 
dienst Lugge r als den geeigneteren 
Mann und sprach insbesondere da- 
von, daß Lugger in der Frage der 
Glaubwürdigkeit gegenüber seinem 
Gegenkandidaten eindeutig im Vor- Stäwen ist ein 
Verpflichtung aus dem R undfunkge - 
teil sei. 
setz nachkam, störte die Zeitung 
nicht. 
Zum Vorwurf der stetigen „Ver- 
wässerung" der Reform wird als Be- 
weis angeführt, daß das Weisungs- 
recht des Generalintendanten „nur 
in Detailfragen" beseitigt werden 
solle und daß es in Zukunft auch 
keine interne Konkurrenz zwischen 
den beiden TV-Programmen geben 
solle. 
eher, sehe sich von sich aus nicht im- 
stande, den Erhöhungsbeschluß des 
Aufsichtsrates vom 5. Dezember 1972 
auszusetzen und er könnte auch nicht 
einen kompensationslosen Verzicht 
auf die in Frage stehenden Einnah- 
men verantworten. 
Ab 1. Juli neue Sätze bei 
den Bauern-Zuschußrenten 
Wien (AIZ) Ab 1. Juli treten in 
der Bauernpensionsversicherung ver- 
schiedene Leistungserhöhungen ein, 
vor allem im Zusammenhang mit der 
	Pensionsanpassung. 
verbesserten 
Eine dreiprozentige Erhöhung ist 
nicht nur für Bauernpensionen, son- 
dern auch für Zusdiußrenten vorge- 
sehe n, dadurch ergeben sich nun fol- 
gende Rentensätze: 
Bei Vorliegen von 
	507,- 
mind. 35 Vers.-Jahren 
468,- 
30 bis 34 Vers.-Jahren 
	427,- 
25 bis 29 Vers.-Jahren 
387,— 
20 bis 24 Vers.-Jahren 
	347,— 
bis zu 20 Vers.-Jahren 
Bei verheirateten Rentnern, die 
Anspruch auf den Erhöhungsbetrag 
haben, sind die Rentensätze zu ver- 
doppeln. Sie geltewnicht, ,wenn 'der 
Ehepartner durch eine Erwerbstätig- 
keit der gesetzlichen Pensionsversi- 
cherung unterliegt oder aus einer 
solchen Tätigkeit bereits eine Ver- 
sorgung bezieht. 
GS Kohlmaier: Brief 
an Kirchschläger 
ÖVP-Generalsekretär Dr. Kohl- 
maier richtete inzwischen an Dr. 
Kirchschläger ein Schreiben, in dem 
er diesem im Sinne der seinerzeiti- 
gen Verpflichtungen zu einem fairen 
Wahlkampf auffordert, sich von der 
aggressiven und diffamierenden 
Wahlkampfführung gegenüber Lug- 
ger in Belangsendungen und Druck- 
schriften zu distanzieren und die 
notwendigen Richtigstellungen zu 
veranlassen. 
Der Linzer Weihbischof Dr. Wag- 
ner, dessen Ausspruch über Kirch- 
schläger („Er ist kein Mitglied der 
SPÖ. Er ist ein engagierter Katho- 
lik") in einer SPÖ-Werbebroschüre 
zitiert wird, erklärte laut IWF- 
Pressedienst gege nüber Dr. Kohl- 
maier, die Zitierung sei ohne sein 
Wissen erfolgt, und er habe diese 
Worte in einem ganz a nderen Zu- g,rodßesrses 
sammenhang und niemals im Hin- 
blick auf eine Präsidentschaftskandi- NeffeevA 
PASSIERTbetGLOSSIERT 
datur Kirchschlägers gesagt. präsident Gustav Heinemann. 
Eine Nt$-Story 
Vor knapp einer Woche deinen., 
SPÖ-Präsidentschaftskandidat 
tierte 
Kirchschläger vor der gesamten 
Pres se Gerüchte über (WP-Protein. 
tion, die ihm bei seinem übertritt • 
ins Außenamt behilflich gew esen 
wäre. In der neuesten Ausgabe der 
„Kremser Zeitung" behauptet jedoch 
der langjährige Vizepräsident der 
	Landwirt. 
niederösterreichischen 
das 
schaftskammer, E ggendorfe r, 
Gegenteil: Der damalige Außenmini. 
ster Figl habe ihn, Eggendorfer, ein. 
mal nach einem erfahrenen Juristen 
für das Außenamt gefragt, worauf 
erstmals der Name Kirchschläger ge- 
fa llen sei. Da man Kirchschläger als 
„weltanschaulich im richtigen La- 
ger" (Eggendorfer) gekannt hatte, 
habe man ihn seitens der ÖVP ge- 
fördert. 
Wie sich Eggendorfer nunmehr 
erinnert, habe Dr. Kirchschläger 
diese Nachricht „außerordentlich 
freudig überrascht und fasziniert" 
und er sei der Einladung Eggendor- 
fers, mit ihm im Wagen nach Wien 
zu Figl zu. fahren, gerne nachge- 
kommen, berichtete das „Nieder- 
österreichische Volksblatt" (ÖVP) in 
seiner Mittwochausgabe. 
Womit Dr. Kirchschläger wieder 
einen ,,Stesser" bekommen h ätte. 
Aber diesmal gemeinsam mit der 
ÖVP und ihrer bedenkenlosesten 
Landesorganisation, nämlich sogar 
per Auto aus Niederösterreich die 
echten und vermeintlichen Protek- 
tionskinder in die Wiener Hofburg 
geliefert zu haben. Etwa s, was man 
in der ÖVP — ausgenommen bei 
Kirchschläger — leidenschaftlich be. 
streitet. 
BLI 
Der amerikanische Außenmini- 
ster Henry Kissinger wird vorzei- 
der, 
tig seine Teilnahme an 
 Nahost- 
reise von Präsident Richard Nixon 
abbrechen, um am 18. und 19. Juni 
in Ottawa der Frühjahrskonferenz 
der Außenminister •der NATO-Staa- 
ten beiwohnen zu können. 
0 Nach zweiwöchiger Unterbrechung 
hat die vereinigte Militärkommission 
am Donnerstag in Saigon' ihre Ver- 
' handlungen über die Suche nach im 
Vietnam-Krieg Vermißten und Toten 
fortgesetzt.'   
Der Ministerpräsident Kambo- 
dschas, Long Boret, hat nach Mittei- 
lung aus der Umgebung des;Staats- 
chefs Lon Nol diesem am Donnerstag 
sein Rücktrittsgesuch überreicht. 
Zum ersten Mal sprechen sich im 
Zusammenhang mit der Watergate- 
Affäre 52 Prozent (gegenüber 25 Pro- 
zent, die dagegen sind) für eine 
Amtsenthebung des amerikanischen 
Präsidenten durch den Kongreß und 
für eine Niederlegung seines Mandats 
aus. 
Die im Norden Mozambiques sta- 
tionierten portugiesischen Streitkräf- 
te sind von neuem zu einer Offensive 
gegen die Befreiungsfront von Mo- 
zambique (Freilmo) übergegangen, 
nachdem sie seit dem Staatsstreich in 
Portugal am 25. April lediglich defen- 
sive Aktionen unternommen hatten. 
In Steyr/OÖ wurde Donnerstag 
vormittag Hochwasseralarm gegeben, 
nachdem der Ennsfluß im Stadtgebiet 
über die Ufer' getreten war. Da die 
Wassermassen von den Ennskraft- 
werken nicht mehr gespeichert wer- 
den könn en, 'steigt das Wasser bei 
anhaltendem Regen um rund 1 cm 
pro Minute. 
Parlamentskorres- 
Der Leiter der 
pondenz , der 58jährige Hofrat Dok- 
tor Hans Koch, ist am Dienstag den 
Folgen ein es• Verkehräunfalles, den 
er als Taxifahrgast in der Nacht von 
Montag auf Dienstag erlitten hatte, 
erlegen. Dr. Koch war erst vor weni- 
gen Monaten mit der Leitung des 
Stenographendienstes und der Parl a- 
mentskorrespondenz betraut worden. 
Tschad-Konflikt mit BRD 
Bonn (UPI) Mit Bedauern hat die 
de utsche Bunde sre gie rung am Don- 
nerstag die Entscheidung der zentral- 
afrikanischen Republik, des Tschad, 
aufgenommen, die' Beziehungen zur 
Bundesrepublik abzubrechen. 
Der Abbruch der Beziehungen 
steht nach'Angaben des Auswärtigen 
Amtes in Bonn offenbar im Zusam- 
menhang mit den Bemühungen der 
Bundesregierung um die Freilassung 
des deutschen Arztes, Christoph 
Stäwen, der Ende April von Rebellen 
gegen die Regierung des Tschad ent- 
führt wurde. 
Wie das Auswärtige Amt am 
Donnerstag betonte, wird die Frei- 
lassung Stäwens in Kürze erwartet. 
Für die Bundesregierung gehe es vor 
allem darum, das Leben des Arztes 
norg Gesundheitszu- 
zstuan 
dretztr 
ula Bundes- 
on 
Wahlkampfkonzentration nach Landtagswahlen   
Beide Präsidentschafts-Kandidaten 
sturzen sich auf Niederösterreich Niederösterreich
	        
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