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im Winter Prominenz am Arlberg. Wie wir bereits
Immer wieder weilt-
berichteten, kam der ehemalige Bürgermeister von New York, John
Lindsay, auch nach Lech und Zürs. Unser Bild zeigt die Fam ilie Lindsays,
den Botschafter von Neuseeland In 'Wien, Basil Boit (zweiter von links),
Gastgeberfamille Komm.-Rat . Ernst _und. Hilde Skardarasy und . (ganz
.
Gestern am Sonntag
rechts) Ex-Bürgermeister Lindsiy.
Wie frisch gewaschen lag ge-
stern Sonntag der blaue Himmel
über den blühenden Wiesen und
Gärten, über den Dächern und
den Straßen, auf denen die blas-
sen Städter aus dem deutschen
Norden in Richtung Höhensonne
und Alpenluft rollt en. Ja, der
Palmsonntag oder der sogenann- uns sein eigenes Repertoire
te blaue Ostertag war früher zu-
mindest ein Freudenfest. Da zog
man einen hölzernen Esel unter
feierlichen Gesängen durch die
Straßen, und das Volk, die Kir-
chengemeinde, fo lgte ihm mit ge-
weihten Zweigen, in den Händen.
Ein Teil davon ist uns erhalten
geblieben von einem Brauchtum,
von einem Ritual, das sich be-
reits im 4. Jahrhundert nach Chri-
stus in Jerusalem entwickelte. Jo-
hannes schrieb im 12. Kapitel sei-
nes Evangeliums die Geschichte
nieder, die manche Menschen
auch nachdenklich
Wie war
das doch: Erst schrien sie Ho-
sianna und huldigten ihm, und
kurze
hieß es nicht
Zeit später
minder lautstark: „Schlagt ihn' ans
Kreuz!". So schnell und
leicht
so
geht es also. •
Da werden Freunde für dreißig
Silberlinge zu
und
Verrätern,
manchmal. sind wir noch 'billiger
zuhaben. Etwa dann, wenn • uns
die Sensationslust übermannt, der
heutzutage so überaus wichtige
Ehrgeiz oder Geltungstrieb an die
Oberfläche kommt oder • wir auf
einmal die Chance haben, über
den anderen Macht oder, auf ihn
Druck auszuüben. Nun, die Zeit
der Christenverfolgung 'und der
Hexenprozesse ist zumindest, im
idyllischen Rheinland hinter 'dem
Bodensee vorbei. Wir la ssen keine
nur noch dann und wann.
Taten mehr sprechen, wir .spr e-
chen
Den Standpunkt legen wir dar,
nicht etwa den Standort. Humor
oder gar Poesie wäre in solchen
Dialogen, in denen der eine
spricht und der andere schweigt
und in angemessener Demut zu-
zuhören hat, fehl am Platze. Es
geht nur darum, Kernsätze zu
deponieren, von denen jeder von
hat.
Hosianna und kreuzigt ihn! Viel-
leicht nur deshalb, weil er das
teurere Auto, den fescheren An-
zug
oder der glücklichere
Mensch ist.
Und dennoch wird uns, seit
wir denk en oder uns. erinnern
können, eingeredet — und dieses
Gefühl hat sich zu einem satten
Selbstbewußtsein verdichtet —,
daß der Mensch, der homo sa-
piens, etwas Besonderes und ganz
anderes sein mü ßte. Auf dem
Pa pier steht, daß menschlich
gleichbedeutend mit Helfen, Zu-
hören, . Ermuntern und Trösten
Es gibt noch diese unbe-
wäre.
irrbaren Idealisten, die so welt-
fremd geworden oder geblieben
sind. Einige davon sah ich gestern
den vielgeschmähten Auto-
unter
fahrern.
schoben etwa im
Da
Wal gau ein paar Burschen das
klapprige Vehikel eines Gastarbei-
ters, das unprogrammgemäß zum
Stillstand gekommen war, fast
einen Kilometer weit, damit Herr
Mustafa oder Ali wieder weiter-
konnte. Dann waren noch einige,
die ohne polizeiliche Weisung im
fließenden Verkehr anhielten, um
Kinder:
ein Weiblein über
oder
die Straße zu lassen, die keinen
Zebrastreifen in der Nähe hatten.
Eben, das was fließend kommt,
ist noch lange keine Moral , be-
stenfalls eine Predigt...
Valentin
Montag, 8. April 1974
Seite 5
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iragegualuniamintali
Montag, 8. April 1974
Namenstag
Wal ter, Albert
Wetterbericht der 'Wetterwarte
Innsbruck
Großwetterlage :Öster-
reich bleibt vorerst im Rand-
bereich des mit seinem Kern
über der Nordsee liegenden
Hochs. Die Wolkenfelder ost-
europäischen Tiefdruckgebiets
streifen unser Bundesgebiet.
Vorhersage: Heiter bis
wolkig. Frühtemperaturen 0 bis
6 Grad, Tageshöchstwerte zwi-
schen 13 und 18 Grad.
Höchste bzw. tiefste Tempe-
raturen von gestern, 13 Uhr:
Wetterbericht der Wetterwarte
Graz 15 Grad, Bregenz 12 Grad.
Zürich
Allgemeine Lage: Das
ausgedehnte Hoch, dessen Zen-
trum über der Nordsee liegt,
bestimmt immer noch das Wet-
ter in der Schweif..
Ganze
Vorhersage:
Schweiz heiter, am Nachmittag
Bildung von Quellwolken.
Durchschnittliche Temperaturen
1 bis 20 Grad.
Sonnenaufgang 5.58 Uhr, Son-
nenuntergang 19.08 Uhr; der
Mond geht unter sich bis Mitt-
woch, 10. April (Tierkreiszei-
chen: Skorpion).
Zitat des Tages
Geschichte ist ein Gelegen-
heitskauf, bei dem man im rich-
tigen Augenblick zur S telle sein
Dornbirn (VN-pem) Auf eine neue Basis will man
muß.
Ford
die Landschaftsreinigung in Vorarlberg stellen. Zu-
sätzlich zu den seit 1970 bes teh enden Aktionen sol-
len nun weitere gestartet werden, wie etwa das Be-
seitigen von Autowracks, Gr ünl andpf lanz ungen, das
Aufstellen und auch Leeren (I) von Papierkörben,
das Abstellen von Motoren bei längeren Aufenthal-
ten und die Herausgabe von Merkblättern In serbo-
kroatischer und türkischer Spra che für die Gast-
arbeiter.
1000
Teilnehmern, die 200 cbm Material abführten,
einen guten Start in Vorarlberg, erklärte Dir. Dr. Wal-
ter Krieg, Leiter der Vorarlberger Naturschau, am
Freitag abend vor Vertretern der Gemeinden, der
Verkehrsvereine und weiterer Vereine in Dornbirn.
Schon ein Jahr später war mit 4000 Teilnehmern, 27
Gemeinden und 800 cbm der Höhepunkt erreicht.
1972 erfolgte mit 2853 Teilnehmern, 31 Gemeinden
und 800 cbm ein erster Rückschlag, dem Im vergan-
genen Jahr mit 1959 Teilnehmern und 13 Gemeinden
Die Landschaftsreinigung verzeichnete 1970 mit ein weiterer folgte.
111111111111111131111111118411111111/11M111131111 ZZZZZ 111111111111111111111113 ZZZZZ 111111111111111111111111111•111113181111111111111118
Initiativen und Erfolge trotz Rückschlägen 20 Meter tief abgestürzt
Hohenems. Am Sonntag nachmit-
tag unternahm ein 14jähriger Real-
gymnasiast aus Hohenems mit zwei
Freunden im Gebiet des Schwefel-
berges einen Spaziergang. Oberhalb
des Weihers, im steile n Felsgelände,
kam der Bursch zum Sturz, weil sein
bellender Hund ihm zwischen die
Beine lief. Er stürzte ca. 20 Meter
tief über eine steile Felswand ab
und blieb bewußtlos mit schweren
Verletzungen liegen. Von freiwilli-
gen Helfern und Rotkreuzmännern
aus Hohenems wurde der Verletzte
aus dem steilen Gelände geborgen
und vom Hubschrauber unter ärzt-
licher Begleitung in das Unfallkran-
kenhaus Feldkirch gebracht.
Ein fei ner Schwager
Hard. Vergangenen Mittwoch
wurde von Beamten des Gpk. Hard
ein 29jähriger Jugoslawe aus Bre-
genz-Rieden wegen Verdachtes der
versuchten Notzucht verhaftet und
in das Gefangenenhaus des LG Feld-
kirch eingeliefert. Der Mann ging
Den mit Abstand größten Erfolg
in der dreizehnjährigen Geschichte
ihres Bestehens hat die „Laienspiel-
gruppe Bludenz" mit dem Volks-
stück „Herzo g Friedrich" errungen.
Vier bis auf den letzten Platz rest-
los ausverkaufte Vorstellungen und
ein begeistertes Publikum beweisen
nicht nur den guten Griff, den Pa-
ter Edgar und Karl Katzenmayer bei
der Wahl dieses lokalhistorischen
Stoffes getan haben, sie zeugen auch
von der überaus gelungenen Reali-
sierung des Stückes auf der Bühne
durch ein Ensemble, das mit Begei-
sterung und echter Freude am Spiel
bei der Sache war.
Prominentester Zuschauer der
Schlußvorstellung am vergangenen
Donnerstag war nicht etwa ein Po-
litiker, sondern ein berühmter
„Kollege" vom Fach: Publikums-
liebling Walter Giller. Der Bühnen-,
Film- und TV-Star, angetrauter
Gatte der nicht minder beliebten
Nadja • Tiller, weilte aus familiären
Gründen in der Alpenstadt — seine
Schwiegermama erholt sich im' Blu-
denzer Krankenhaus von einer Herz-
attacke — und ließ es sich nicht
nehmen, ins Theater zu gehen. Von
der Qualität des Gebotenen über-
rascht, fand Walter Giller Worte
des Lobes für die Inszenierung, und
Ausstattung, aber auch für die glän-
zenden schauspielerischen Leistun-
gen, wobei besonders Renate Zech
mit ihrer vortrefflichen Klatschbase macht.
seine Aufmerksamkeit erregte.
Worte der Anerkennung für die
so erfolgreiche Laienspielgrupze_ sei-
ner Stadt fand auch Bürgermeister
Spärars
Jokl
BI oaner
Koalition ischt
as wia 1 dr
Jasserrunde so
schäa: Ma ka
zemmasitze
ohne zemma-
am Nachmittag des Mittwo ch mit
stob z'müssa.
seinen 17jährigen Schwägerin auf
dem Fußweg des Bregenzerachdam-
mes spazieren und wollte bei einer
„geeigneten St elle" im Gebüsch ver-
schwinden. Als sich das Mädchen
weigerte, ihm zu folgen, zerrte er
dieses den Achdamm hinunter, warf
es auf den Boden und versuchte, sich
an seiner Schwägerin zu vergehen.
Nach heftigem Widerstand gelang
dem Mädchen aber die Flucht.
Brand kam Abbruch zuvor
Dornbirn. Am Samstag gegen
20.50 Uhr brach in dem der Stadt-
gemeinde Dornbirn gehörenden Haus
Dornbirn, 'Höchster Straße 21, aus
noch ungeklärter Ursache ein Brand
aus, der von der mit 40 Mann aus-
gerückten Freiwilligen Feuerwehr
Dornbirn in kurzer Zeit unter Kon-
trolle gebracht und gelöscht werden
konnte. Der Dachstuhl des unbe-
wohnten und zum Abbruch be-
stimmten Objektes wurde vö llig zer-
stört. Der Schaden ist durch die Ver-
sicherung gedeckt. Die Ermittlungen
zur Klärung der Brandursache wur-
den eingeleitet.
LAbg. Stecher tags darauf beim tra-
ditionellen Abschiedsabend. Der
Bürgermeister dankte dem Ensemble
und seiner dynamischen Leitung für
den großartigen Beitrag zur 700-
Jahr-Feier, den er als einen der
Höhepunkte im Jubiläumsprogramm
-pi-
bezeichnete.
Entrümpelung in Bregenz
Am kommenden Mittwoch, den
10. April, wird von 13.30 Uhr bis 18
Uhr das Entrümpelungsgut in fol-
genden Straßen abgeholt: Kolum-
banstraße — Plattenstraße — Mag-
nusgasse — Kapuzinergasse —
Kirchplatz — Schloßbergstraße —
Marienberg — gesamte Oberstadt
(Lagerung Ehregutaplatz) — Thal-
Thalbachbergstraße
bachgasse
—
Schedlerstraße — Mildenbergstraße
Berg-Isel-Weg. Die Bevölkerung
wird darauf aufmerksam gemacht, hat
daß Ioses Abholgut,•wie z. B. Papier,
gebündelt, in Säcken oder Kartons
verpackt sein muß. Bereitgestelltes
Entrümpelungsgut darf nicht zer-
stört und nur von der städtischen
Der Rüc kgang war einerseits auf
Abholmannschaft entfernt werden.
das Verbot auf Weisung des Unter-
richtsministeriums, daß sich Schü-
ler während der Unterrichtszeit an
Landschaftsreinigungen beteiligen,
und andererseits auf einen verreg-
neten Frühling 1973, der verschie-
dentlich zu bis zu sechs Ersatztermi-
nen zwang, zurückzuführen. Aller-
dings war schon bei der Gründu ng
die Landschaftsreinigung nicht als
Dauereinrichtung oder als zwei te
Müllabfuhr gedacht gewesen, viel-
mehr sollten die erzieherischen
Werte Vorrang genießen.
Im verga ngenen Jahr war man
über die Landschaftsreinigung hinaus
aktiv geworden. Rund 1000 Merk-
blätter in den Gastarbeitersprachen
wurden in Betrieben auf Anforde-
rung ausgehängt. Die Veranstal-
ter von Volksmärschen waren ver-
ständigt worden, da sich einige Miß-
stände besonders bei den Labesta-
tionen ergeben hatten. Mit den Bun-
desbahnen waren über die Säube-
rung der Bahndämme und des
Bahngeländes erfolgreiche Verhand-
lungen geführt worden. Die sauber-
sten Gemeinden des Landes waren
mit Urkunden, die werbewirksam
in den Geschäftsstellen der Ver-
kehrsvereine Verwendung fanden,'
ausgezeichnet worden. Die größte
Beteiligung an der Landschaftsrei-
nigung 1973 war in Viktorsberg
festzustellen, wo ein Drittel der Be-
völkerung mitmachte und jeder
Haushalt vertreten war.
Auch heuer beteiligten sich gro-
ße Vorarlberger Gemeinden, wie
etwa Dornbirn, Hard Götzis, Hohen-
ems, Lochau u. a. so wie bisher an
der eigentlichen Landschaftsreini-
gung. In Dornbirn ging die Land-
schaftsreinigung bereits am Sams-
tag mit einer Beteiligung von 130
Personen mit gutem Erfolg vor sich,
wobei das Interesse von Einzel-
personen außerhalb der Vereine
diesmal bes onders groß war. Mit
neuen Aktionen will man nun jene
Landschaftsreinigung in der bis-
Gemeinden erfassen, die mit der
herigen Form wenig Erfolg hatten.
Die Gemeinden erhalten in den
nächsten Tagen von der Vorarlber-
ger Naturschau ein Schreiben, in
dem neue Wege in der Landschafts-
reinigung aufgezeigt werden. Es
wird natürlich wieder an den Ge-
In der Schweiz wurden 1973
durch Gebäude, As phal tie rungen
und Betonieren 21 Quadratkilometer
Grünland verbaut. Entsprechende
Werte in Österreich und' Vorarlberg
sind nicht bekannt, sie dürften aber
in der Relation nicht stark diffe-
rieren. Es erhebt sich daher die
Frage, wie die nicht oder nicht rich-
tig genutzten Flächen im Zeichen
der Verstädterung auch der Vorarl-
berger Gemeinden zweckmäßig und
besser als bisher begrünt werden
könnten. Die Vorarlberger Natur-
schau ruft daher im Sinne der Land-
schaftspflege zu einer Bepflanzung
„attraktiver" F lächen mit anderen
Bäumen als Fichten (die aus holz-
Lob aus berufenem unde wirtschaftlichen Gründen überhand
nehmen), mit Nußbäumen, mit
Obstkulturen und mit dem Anlegen
meinden und ihren Bürgermeistern
von Parks auf. Am besten dazu ge-
liegen, wie stark die Initiative sein
wird. Mit der neuen Form kön nen
aber besonders auch die Schulen an-
gesprochen werden, die mit der
„Grünlandpflanzungen"
Aktion
gleich mehrere erzieherische Ziele
treffen.
eignet sind die in den Flächenwid-
mungsplänen aufscheinenden Vor-
behaltsflächen, die für Schulen, Kin-
dergärten usw. bestimmt sind: Bis
zum Baubeginn, der mitunter 10 bis
20 Jahre lang voraus li egen kann,
sollten auf diesen Flächen von den
Gemeinden Parks mit einfachsten,
wenig kostspieligen Mitteln ange-
„Herzog Friedrich" bisher größter Erfolg in Bludenz
legt werden.
flaut mehr äume äume