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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

ners'irr 
r auf 
r asis: ezi 
tu n 
 im Winter Prominenz am Arlberg. Wie wir bereits 
Immer wieder weilt- 
berichteten, kam der ehemalige Bürgermeister von New York, John 
Lindsay, auch nach Lech und Zürs. Unser Bild zeigt die Fam ilie Lindsays, 
den Botschafter von Neuseeland In 'Wien, Basil Boit (zweiter von links), 
Gastgeberfamille Komm.-Rat . Ernst _und. Hilde Skardarasy und . (ganz 
. 
Gestern am Sonntag 
rechts) Ex-Bürgermeister Lindsiy. 
Wie frisch gewaschen lag ge- 
stern Sonntag der blaue Himmel 
über den blühenden Wiesen und 
Gärten, über den Dächern und 
den Straßen, auf denen die blas- 
sen Städter aus dem deutschen 
Norden in Richtung Höhensonne 
und Alpenluft rollt en. Ja, der 
Palmsonntag oder der sogenann- uns sein eigenes Repertoire 
te blaue Ostertag war früher zu- 
mindest ein Freudenfest. Da zog 
man einen hölzernen Esel unter 
feierlichen Gesängen durch die 
Straßen, und das Volk, die Kir- 
chengemeinde, fo lgte ihm mit ge- 
weihten Zweigen, in den Händen. 
Ein Teil davon ist uns erhalten 
geblieben von einem Brauchtum, 
von einem Ritual, das sich be- 
reits im 4. Jahrhundert nach Chri- 
stus in Jerusalem entwickelte. Jo- 
hannes schrieb im 12. Kapitel sei- 
nes Evangeliums die Geschichte 
nieder, die manche Menschen 
auch nachdenklich 
Wie war 
das doch: Erst schrien sie Ho- 
sianna und huldigten ihm, und 
kurze 
hieß es nicht 
Zeit später 
minder lautstark: „Schlagt ihn' ans 
Kreuz!". So schnell und 
leicht 
so 
geht es also. • 
Da werden Freunde für dreißig 
Silberlinge zu 
und 
Verrätern, 
manchmal. sind wir noch 'billiger 
zuhaben. Etwa dann, wenn • uns 
die Sensationslust übermannt, der 
heutzutage so überaus wichtige 
Ehrgeiz oder Geltungstrieb an die 
Oberfläche kommt oder • wir auf 
einmal die Chance haben, über 
den anderen Macht oder, auf ihn 
Druck auszuüben. Nun, die Zeit 
der Christenverfolgung 'und der 
Hexenprozesse ist zumindest, im 
idyllischen Rheinland hinter 'dem 
Bodensee vorbei. Wir la ssen keine 
nur noch dann und wann. 
Taten mehr sprechen, wir .spr e- 
chen 
Den Standpunkt legen wir dar, 
nicht etwa den Standort. Humor 
oder gar Poesie wäre in solchen 
Dialogen, in denen der eine 
spricht und der andere schweigt 
und in angemessener Demut zu- 
zuhören hat, fehl am Platze. Es 
geht nur darum, Kernsätze zu 
deponieren, von denen jeder von 
hat. 
Hosianna und kreuzigt ihn! Viel- 
leicht nur deshalb, weil er das 
teurere Auto, den fescheren An- 
zug 
oder der glücklichere 
Mensch ist. 
Und dennoch wird uns, seit 
wir denk en oder uns. erinnern 
können, eingeredet — und dieses 
Gefühl hat sich zu einem satten 
Selbstbewußtsein verdichtet —, 
daß der Mensch, der homo sa- 
piens, etwas Besonderes und ganz 
anderes sein mü ßte. Auf dem 
Pa pier steht, daß menschlich 
gleichbedeutend mit Helfen, Zu- 
hören, . Ermuntern und Trösten 
Es gibt noch diese unbe- 
wäre. 
irrbaren Idealisten, die so welt- 
fremd geworden oder geblieben 
sind. Einige davon sah ich gestern 
den vielgeschmähten Auto- 
unter 
fahrern. 
schoben etwa im 
Da 
Wal gau ein paar Burschen das 
klapprige Vehikel eines Gastarbei- 
ters, das unprogrammgemäß zum 
Stillstand gekommen war, fast 
einen Kilometer weit, damit Herr 
Mustafa oder Ali wieder weiter- 
konnte. Dann waren noch einige, 
die ohne polizeiliche Weisung im 
fließenden Verkehr anhielten, um 
Kinder: 
ein Weiblein über 
oder 
die Straße zu lassen, die keinen 
Zebrastreifen in der Nähe hatten. 
Eben, das was fließend kommt, 
ist noch lange keine Moral , be- 
stenfalls eine Predigt... 
  
	 
Valentin 
Montag, 8. April 1974 
Seite 5 
ounain 
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uami•mi 
iragegualuniamintali 
Montag, 8. April 1974 
Namenstag 
Wal ter, Albert 
Wetterbericht der 'Wetterwarte 
Innsbruck 
Großwetterlage :Öster- 
reich bleibt vorerst im Rand- 
bereich des mit seinem Kern 
über der Nordsee liegenden 
Hochs. Die Wolkenfelder ost- 
europäischen Tiefdruckgebiets 
streifen unser Bundesgebiet. 
Vorhersage: Heiter bis 
wolkig. Frühtemperaturen 0 bis 
6 Grad, Tageshöchstwerte zwi- 
schen 13 und 18 Grad. 
Höchste bzw. tiefste Tempe- 
raturen von gestern, 13 Uhr: 
Wetterbericht der Wetterwarte 
Graz 15 Grad, Bregenz 12 Grad. 
Zürich 
Allgemeine Lage: Das 
ausgedehnte Hoch, dessen Zen- 
trum über der Nordsee liegt, 
bestimmt immer noch das Wet- 
ter in der Schweif.. 
	Ganze 
Vorhersage: 
Schweiz heiter, am Nachmittag 
Bildung von Quellwolken. 
Durchschnittliche Temperaturen 
1 bis 20 Grad. 
Sonnenaufgang 5.58 Uhr, Son- 
nenuntergang 19.08 Uhr; der 
Mond geht unter sich bis Mitt- 
woch, 10. April (Tierkreiszei- 
chen: Skorpion). 
Zitat des Tages 
Geschichte ist ein Gelegen- 
heitskauf, bei dem man im rich- 
tigen Augenblick zur S telle sein 
Dornbirn (VN-pem) Auf eine neue Basis will man 
muß. 
	Ford 
die Landschaftsreinigung in Vorarlberg stellen. Zu- 
sätzlich zu den seit 1970 bes teh enden Aktionen sol- 
len nun weitere gestartet werden, wie etwa das Be- 
seitigen von Autowracks, Gr ünl andpf lanz ungen, das 
Aufstellen und auch Leeren (I) von Papierkörben, 
das Abstellen von Motoren bei längeren Aufenthal- 
ten und die Herausgabe von Merkblättern In serbo- 
kroatischer und türkischer Spra che für die Gast- 
arbeiter. 
 1000 
Teilnehmern, die 200 cbm Material abführten, 
einen guten Start in Vorarlberg, erklärte Dir. Dr. Wal- 
ter Krieg, Leiter der Vorarlberger Naturschau, am 
Freitag abend vor Vertretern der Gemeinden, der 
Verkehrsvereine und weiterer Vereine in Dornbirn. 
Schon ein Jahr später war mit 4000 Teilnehmern, 27 
Gemeinden und 800 cbm der Höhepunkt erreicht. 
1972 erfolgte mit 2853 Teilnehmern, 31 Gemeinden 
und 800 cbm ein erster Rückschlag, dem Im vergan- 
genen Jahr mit 1959 Teilnehmern und 13 Gemeinden 
Die Landschaftsreinigung verzeichnete 1970 mit ein weiterer folgte. 
111111111111111131111111118411111111/11M111131111 ZZZZZ 111111111111111111111113 ZZZZZ 111111111111111111111111111•111113181111111111111118 
Initiativen und Erfolge trotz Rückschlägen 20 Meter tief abgestürzt 
Hohenems. Am Sonntag nachmit- 
tag unternahm ein 14jähriger Real- 
gymnasiast aus Hohenems mit zwei 
Freunden im Gebiet des Schwefel- 
berges einen Spaziergang. Oberhalb 
des Weihers, im steile n Felsgelände, 
kam der Bursch zum Sturz, weil sein 
bellender Hund ihm zwischen die 
Beine lief. Er stürzte ca. 20 Meter 
tief über eine steile Felswand ab 
und blieb bewußtlos mit schweren 
Verletzungen liegen. Von freiwilli- 
gen Helfern und Rotkreuzmännern 
aus Hohenems wurde der Verletzte 
aus dem steilen Gelände geborgen 
und vom Hubschrauber unter ärzt- 
licher Begleitung in das Unfallkran- 
kenhaus Feldkirch gebracht. 
Ein fei ner Schwager 
Hard. Vergangenen Mittwoch 
wurde von Beamten des Gpk. Hard 
ein 29jähriger Jugoslawe aus Bre- 
genz-Rieden wegen Verdachtes der 
versuchten Notzucht verhaftet und 
in das Gefangenenhaus des LG Feld- 
kirch eingeliefert. Der Mann ging 
Den mit Abstand größten Erfolg 
in der dreizehnjährigen Geschichte 
ihres Bestehens hat die „Laienspiel- 
gruppe Bludenz" mit dem Volks- 
stück „Herzo g Friedrich" errungen. 
Vier bis auf den letzten Platz rest- 
los ausverkaufte Vorstellungen und 
ein begeistertes Publikum beweisen 
nicht nur den guten Griff, den Pa- 
ter Edgar und Karl Katzenmayer bei 
der Wahl dieses lokalhistorischen 
Stoffes getan haben, sie zeugen auch 
von der überaus gelungenen Reali- 
sierung des Stückes auf der Bühne 
durch ein Ensemble, das mit Begei- 
sterung und echter Freude am Spiel 
bei der Sache war. 
Prominentester Zuschauer der 
Schlußvorstellung am vergangenen 
Donnerstag war nicht etwa ein Po- 
litiker, sondern ein berühmter 
„Kollege" vom Fach: Publikums- 
liebling Walter Giller. Der Bühnen-, 
Film- und TV-Star, angetrauter 
Gatte der nicht minder beliebten 
Nadja • Tiller, weilte aus familiären 
Gründen in der Alpenstadt — seine 
Schwiegermama erholt sich im' Blu- 
denzer Krankenhaus von einer Herz- 
attacke — und ließ es sich nicht 
nehmen, ins Theater zu gehen. Von 
der Qualität des Gebotenen über- 
rascht, fand Walter Giller Worte 
des Lobes für die Inszenierung, und 
Ausstattung, aber auch für die glän- 
zenden schauspielerischen Leistun- 
gen, wobei besonders Renate Zech 
mit ihrer vortrefflichen Klatschbase macht. 
seine Aufmerksamkeit erregte. 
Worte der Anerkennung für die 
so erfolgreiche Laienspielgrupze_ sei- 
ner Stadt fand auch Bürgermeister   
Spärars 
Jokl 
BI oaner 
Koalition ischt 
as wia 1 dr 
Jasserrunde so 
schäa: Ma ka 
zemmasitze 
ohne zemma- 
am Nachmittag des Mittwo ch mit 
stob z'müssa. 
seinen 17jährigen Schwägerin auf 
dem Fußweg des Bregenzerachdam- 
mes spazieren und wollte bei einer 
„geeigneten St elle" im Gebüsch ver- 
schwinden. Als sich das Mädchen 
weigerte, ihm zu folgen, zerrte er 
dieses den Achdamm hinunter, warf 
es auf den Boden und versuchte, sich 
an seiner Schwägerin zu vergehen. 
Nach heftigem Widerstand gelang 
dem Mädchen aber die Flucht. 
Brand kam Abbruch zuvor 
Dornbirn. Am Samstag gegen 
20.50 Uhr brach in dem der Stadt- 
gemeinde Dornbirn gehörenden Haus 
Dornbirn, 'Höchster Straße 21, aus 
noch ungeklärter Ursache ein Brand 
aus, der von der mit 40 Mann aus- 
gerückten Freiwilligen Feuerwehr 
Dornbirn in kurzer Zeit unter Kon- 
trolle gebracht und gelöscht werden 
konnte. Der Dachstuhl des unbe- 
wohnten und zum Abbruch be- 
stimmten Objektes wurde vö llig zer- 
stört. Der Schaden ist durch die Ver- 
sicherung gedeckt. Die Ermittlungen 
zur Klärung der Brandursache wur- 
den eingeleitet. 
LAbg. Stecher tags darauf beim tra- 
ditionellen Abschiedsabend. Der 
Bürgermeister dankte dem Ensemble 
und seiner dynamischen Leitung für 
den großartigen Beitrag zur 700- 
Jahr-Feier, den er als einen der 
Höhepunkte im Jubiläumsprogramm 
	-pi- 
bezeichnete. 
Entrümpelung in Bregenz 
Am kommenden Mittwoch, den 
10. April, wird von 13.30 Uhr bis 18 
Uhr das Entrümpelungsgut in fol- 
genden Straßen abgeholt: Kolum- 
banstraße — Plattenstraße — Mag- 
nusgasse — Kapuzinergasse — 
Kirchplatz — Schloßbergstraße — 
Marienberg — gesamte Oberstadt 
(Lagerung Ehregutaplatz) — Thal- 
	Thalbachbergstraße 
bachgasse 
— 
Schedlerstraße — Mildenbergstraße 
Berg-Isel-Weg. Die Bevölkerung 
wird darauf aufmerksam gemacht, hat 
daß Ioses Abholgut,•wie z. B. Papier, 
gebündelt, in Säcken oder Kartons 
verpackt sein muß. Bereitgestelltes 
Entrümpelungsgut darf nicht zer- 
stört und nur von der städtischen 
Der Rüc kgang war einerseits auf 
Abholmannschaft entfernt werden. 
das Verbot auf Weisung des Unter- 
richtsministeriums, daß sich Schü- 
ler während der Unterrichtszeit an 
Landschaftsreinigungen beteiligen, 
und andererseits auf einen verreg- 
neten Frühling 1973, der verschie- 
dentlich zu bis zu sechs Ersatztermi- 
nen zwang, zurückzuführen. Aller- 
dings war schon bei der Gründu ng 
die Landschaftsreinigung nicht als 
Dauereinrichtung oder als zwei te 
Müllabfuhr gedacht gewesen, viel- 
mehr sollten die erzieherischen 
Werte Vorrang genießen. 
Im verga ngenen Jahr war man 
über die Landschaftsreinigung hinaus 
aktiv geworden. Rund 1000 Merk- 
blätter in den Gastarbeitersprachen 
wurden in Betrieben auf Anforde- 
rung ausgehängt. Die Veranstal- 
ter von Volksmärschen waren ver- 
ständigt worden, da sich einige Miß- 
stände besonders bei den Labesta- 
tionen ergeben hatten. Mit den Bun- 
desbahnen waren über die Säube- 
rung der Bahndämme und des 
Bahngeländes erfolgreiche Verhand- 
lungen geführt worden. Die sauber- 
sten Gemeinden des Landes waren 
mit Urkunden, die werbewirksam 
in den Geschäftsstellen der Ver- 
kehrsvereine Verwendung fanden,' 
ausgezeichnet worden. Die größte 
Beteiligung an der Landschaftsrei- 
nigung 1973 war in Viktorsberg 
festzustellen, wo ein Drittel der Be- 
völkerung mitmachte und jeder 
Haushalt vertreten war. 
Auch heuer beteiligten sich gro- 
ße Vorarlberger Gemeinden, wie 
etwa Dornbirn, Hard Götzis, Hohen- 
ems, Lochau u. a. so wie bisher an 
der eigentlichen Landschaftsreini- 
gung. In Dornbirn ging die Land- 
schaftsreinigung bereits am Sams- 
tag mit einer Beteiligung von 130 
Personen mit gutem Erfolg vor sich, 
wobei das Interesse von Einzel- 
personen außerhalb der Vereine 
diesmal bes onders groß war. Mit 
neuen Aktionen will man nun jene 
Landschaftsreinigung in der bis- 
Gemeinden erfassen, die mit der 
herigen Form wenig Erfolg hatten. 
Die Gemeinden erhalten in den 
nächsten Tagen von der Vorarlber- 
ger Naturschau ein Schreiben, in 
dem neue Wege in der Landschafts- 
reinigung aufgezeigt werden. Es 
wird natürlich wieder an den Ge- 
In der Schweiz wurden 1973 
durch Gebäude, As phal tie rungen 
und Betonieren 21 Quadratkilometer 
Grünland verbaut. Entsprechende 
Werte in Österreich und' Vorarlberg 
sind nicht bekannt, sie dürften aber 
in der Relation nicht stark diffe- 
rieren. Es erhebt sich daher die 
Frage, wie die nicht oder nicht rich- 
tig genutzten Flächen im Zeichen 
der Verstädterung auch der Vorarl- 
berger Gemeinden zweckmäßig und 
besser als bisher begrünt werden 
könnten. Die Vorarlberger Natur- 
schau ruft daher im Sinne der Land- 
schaftspflege zu einer Bepflanzung 
„attraktiver" F lächen mit anderen 
Bäumen als Fichten (die aus holz- 
Lob aus berufenem unde wirtschaftlichen Gründen überhand 
nehmen), mit Nußbäumen, mit 
Obstkulturen und mit dem Anlegen 
meinden und ihren Bürgermeistern 
von Parks auf. Am besten dazu ge- 
liegen, wie stark die Initiative sein 
wird. Mit der neuen Form kön nen 
aber besonders auch die Schulen an- 
gesprochen werden, die mit der 
	„Grünlandpflanzungen" 
Aktion 
gleich mehrere erzieherische Ziele 
treffen. 
eignet sind die in den Flächenwid- 
mungsplänen aufscheinenden Vor- 
behaltsflächen, die für Schulen, Kin- 
dergärten usw. bestimmt sind: Bis 
zum Baubeginn, der mitunter 10 bis 
20 Jahre lang voraus li egen kann, 
sollten auf diesen Flächen von den 
Gemeinden Parks mit einfachsten, 
wenig kostspieligen Mitteln ange- 
„Herzog Friedrich" bisher größter Erfolg in Bludenz 
legt werden. 
flaut mehr äume äume
	        
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