Die Überbrückung der Freizeit war bisher das größte Problem aller
Fußball-Teams. Italiens Star Gianni Rivera verschrieb sich dem
Rudern, wo er genug Muße fand, an kommende WM-Spiele zu
denken . Heute bes treitet er mit sei nem Team den ersten WM-
Einsatz 1974 gegen Haiti.
(Pressefoto: Baumann)
Haiti ( Bild) trifft heut e, 18 Uhr, in München in se inem ersten WM-
Spiel auf Vizeweltmeister Italien. Ob die Amerikaner eine ähnl iche
Rolle spielen können wie gestern Australien gegen
die DDR, ist
zwar fraglich, aber nicht ausgeschlossen. Hohe Favorits sind natür-
lich die Italiener, die allerdings schon zweimal Überraschungen
gegen 'sogenannte »Fußball-Zwerge" erlebten.
(Fo to: Keystone)
So tippt
Othmar Prantl,
VFV-Verbands-
Es geht um
kapitän
S
Einsendeschluß: Poststempel vom 17. 6.
Mein Tip
Australien - BRD 0:4
Chile - DDR
1:2
Jugoslawien - Zaire 3:0
Schottland - Brasilien 1:1
Für die Ermittlung des Gewinners ist folgende Wertigkeit maßgebend:
Richtige Tips
Richtige Tordifferenz
Richtige Resultate
Bei zwei oder mehr gleich guten Einsendungen entscheidet über den Gewinn von
S 1000,- das Los.
Die Gewinnermittlung erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges. Betriebsangehörige
Seite 18
der „VN" dürfen nicht mitspielen.
Samstag, 15. Juni 1974
Kein Dienst
am Publikum
„Die eine Mannschaft zieht ihre
Leibchen aus ..." Wie viele
lionen Fernsehzuschauer haben
sich gestern abend an diesen
nostalgischen Ausspruch erinnert,
den sie so oft von ihrem Turnlehrer
gehört hab en. Die Leibchen auszie-
hen - das einfachste und billigste
Mittel, um zwei Mannschaften un-
terscheiden zu können.
In Hamburg konnten dies natür-
lich weder die Australier noch die
Ostdeutschen tun, und der Schieds-
richter und die Farbfernseher hatten
ja auch keine Mühe, aber der we-
sentlich größere Teil des Bildschirm-
publikums, das die Partie nur in
Schwarzweiß flimmern sah, besaß
nur zwei Möglichkeiten: Das Ganze
mit Fassung zu tragen oder das
Fernsehgerät abzuschalten.
Bei der geradezu unübertroffenen
Perfektion, mit der die Fußballwelt-
meisterschaft geplant wur de, sah
man offenbar vor lauter B äumen den
Wald nicht mehr, für die Fernseh-
zuschauer in der DDR und In
Australien war es jedenfalls von der
ersten Minute des Spiels an ein
enttäuschender Auftakt - noch da-
zu, wo beide Mannschaften erst-
mals in der Endrunde standen. stp
Psychologie gegenüber
„gewordenem" Vater
Jugoslawiens Team feierte nach
dem 0:0 im Eröffnungsspiel der WM
gegen Brasilien noch ein weiteres
„freudiges Ereignis": 10 Minuten vor
dem Anstoß war der in Frankreich
spielende 38fache Internationale Ilia
Petkovic Vater eines Sohnes gewor-
den. Die Ankunft des Stammhalters
wurde Petkovic, in der Begegnung
mit Brasilien einer der Besten, aus
„psychologischen Gründen" jedoch
erst nach dem Spiel mitgeteilt.
Siegen oder sterben!
Ob das nicht doch ein wenig zu-
viel verlangt ist? In einem an seine
in Deutschland weilenden „Leopar-
den" gerichteten Aufruf erinnerte
der gegenwärtig in Mogadishu wei-
lende Staatschef von Zaire, General
Mobutu, d aran: „Ihr repräsentiert
nicht nur Zaire mit seinen 22 M illio-
nen Menschen; sondein die gesamte
Bevölkeiung AfrikaS. Euer einziges Spiel
Motto 'soll lauten: Siegen oder ster-
ben:*
f-dulo Cesar verletzt
Eine Oberschenkelprellung erlitt
Paulo Cesar Lima Im Spiel gegen
Jugoslawien, und es scheint unge-
wiß, ob der Flamengo-Spieler am
Dienstag gegen Schottland einsatz-
fähig sein wird. Ob ihn Zagallo ge-
sund berücksichtigt hätte? Nach der
Leistung vom Samstag erscheint
dies ohnedies fraglich. Auch in der
Abwehr der Br asilian er wird sich
höchstwahrscheinlich eine Änderung
ergeben, und zwar dürfte der im
Eröffnungsspiel noch geschonte Ze
Maria In die Elf eingebaut werden.
4 Spiele - 5 Tore
Die „harte Welle" der Schiedsrich-
ter brachte an den er sten zwei
Spieltagen der WM In vier Begeg-
nungen ein bemerkenswertes Resul-
tat: Ein Ausschluß (Caszehe/Chile)
und nicht weniger als elfm al die
gelbe Karte. Die Unparteiischen ver-
schaffen sich Respekt, und die
Teamchefs werden gut daran tun,
ihre Schützlinge vor Unüberlegthei-
ten zu warnen.
Ansonsten gab es in den vier
Erstmals stehen heute vier Spiele
Spielen ganze fünf Tore.
an einem Tag auf dem Programm der
X. Fußball-Weltmeisterschaft in der
BRD. Ausgesprochene Schlagerpaa-
r ungen gibt es zwar nicht, doch mit
den bei den Partien Holland gegen
Uruguay sowie Polen gegen Argen-
tinien gibt es ausgewogene Ausein-
andersetzungen.
Gespannt ist man auf das erste
der holländischen
Auftreten
Natio-
die man zu den Ge-
nalmannschaft,
heimfavoriten
WM
der zäh lt. Ob Jo-
Cruyff der WM jene Spielerper-
sönlichkeit
kann, die ihr bis-
geben
her gefehlt hat, muß abgewartet
wird das Antre-
ten des Barce lona-S ta rs, den viele
als den weltbesten Spieler bezeich-
nen, großes Interesse auslösen.
Hollan d gegen Uruguay:
Geheimfavorit - Outsider
Holland ist mit Jugoslawien der
Geheimfavorit dieser WM, der zwei-
fache Weltmeister Uruguay zählt zu
den Außenseitern, und nicht nur das,
sondern auch zu den großen „Unbe-
kannten" dieser WM.
. Bei den Holländern
aller
wird
Voraussicht nach
Standard-Libero
Israel wegen des Todes seines Va-
ters nicht zum Einsatz kommen.
Ajax-Mittelfeldmann Arie Haan
wird „letzte Instanz" spielen . Rinus
Michels wird ferner auf Standard-
torhüter Pieter Schrijvers verzichten
und nominierte den bereits 33jähri-
gen Jongbloed, der erst zwei Län-
hinter sich hat.
derspieleinsätze
Holland: Jongbloed (8); Suurbier
(20), Haan (2), Rijsbergen (17), Krol
(12); Jansen (6), Neeskens (13), van
Hanegem (3); Rep (16), Cruyff (14),
(15).
Keizer (9) oder Rensenbrink
Uruguay:
Mazurkiewicz (1); For-
Pa-
lan (4), Jauregui (2), Masnik (3),
voni (6); Montero Castillo (5), Espar-
rago (8), Rocha (10); Cubilla (7), Mo-
rena (9), Mantegazza (18) oder Milar
(19).
Hannover, 16 Uhr, SR Karoly Co-
lotai (Ungarn).
Schweden - Bulgarien:
Anwärter auf Platz 2
Im zweiten
der Gruppe 3
s tehen einander die voraussichtli-
qvist.
chen Anwärter auf Platz 2 dieser
Die Bulgaren wollen endlich
einmal mehr als nur WM-Teilneh-
mer.
Ihre stärksten Spieler sind
sein.
Penev,. Bonev und Kolev. Die Bul-
garen dürften so. gut wie kaum zu-
vor.
sein. Die WM-Qualifikation
überstanden sie ohne Niederlage. Sie
schlugen Portugal daheim 2:1 und
spielten auswärts 2:2.
Schweden: Hellström (1); Olsson
(7), Nordqvist (4),
(2), Bo Larsson
Andersson (5); Gr ahn. (6), Trapper
(14), Kindvall (9); Torstensson (8),
Edström (10), Sandberg (11).
Bulgarien: Goranov (1); Aladjov
(12), Jetschev (3), Penev (6), Velitsch-
kov (4); Bonev (8), Kolev (5); Voinov
(7), Nikodimov (17), Panov (15), De-
nev (11).
Düsseldorf, 16 Uhr, SR Edison
Perenz-Nunez (Peru).
Nachdem die Tennis-Landesmei-
sterschaft in Bludenz am ersten Tag
stark unter der schlechten Witterung
litt, kam es zu verständlichen Verzö-
gerungen, die gestern natürlich nicht
aufgeholt werden konnten. Es wird
deshalb heute keine freie Minute ge-
ben, jede sich nur bietende Spielmög-
lichkeit wird ausgenützt und auf den
Bludenzer Anlagen wird Hochbetrieb
herrschen, um mit dem Turnierplan
wieder auf „gleich" zu kommen.
Gestern
.
wurde einiges nachgeholt,
wobei Dr. Ritter in der Vorrunde
über Hyzdal mit 7:6, 7:6 hinwegkam.
Fünf Viertelfinalisten wurden in den
Achtelfinalpartien bereits ermittelt:
Mahlknecht (6:3, 6:3 über Salzmann),
6:4 über
Schwendinger (6:2, 4:6,
Dr.
Schuler), Zangerle (6:3, 6:3 über Dit-
trich), Dür (6:4, 8:6 über Helmut Rit-
Tschemernjak gewann
die ersten 5 1000,-
Der Gewinner der ersten 1000 S
unseres WM-Spiels wurde gestern
nacht durch das Los ermittelt:
Günther Tschemernjak, Bregenz,
Thumbstr. 9, Spieler des Rhom-
berg FC Dornbirn.
Tschemernjak tippte wie folgt:
Brasilien - Jugoslawien 1:1 (rich-
tiger Tip); Zaire - Schottland 0:2
(richtiges Ergebnis), BRD - Chile
1:0 (richtiges Ergebnis), DDR ge-
gen Australien 2:0 (richtiges Er-
Polen - Argentinien ohne
gebnis).
Torjäger Yazalde?
Ein Unentschieden würde beiden
Mannschaften noch reel le Ch ancen
Ränge
auf einen der be iden ers ten
einräumen, denn neben Italien gel-
ten beide Teams, die etwa gleich
stark sein dürften, als Anwärter auf
die beiden ersten Plätze in der
Gruppe 4.
Die Polen komm en mit
der Emp-
fehlung, den Weltmeister
von 1966,
zu haben, müs-
England, eliminiert
sen aber das Handikap tragen, auf
Starstürmer Lubanski verzichten zu
kann
müssen. Aber auch Argentinien
möglicherweise Yazalde, Europas
Torschützenkönig von Sporting Lis-
sabon, wegen Verletzung nicht ein-
setzen.
han Argentinien: Carnevali (1); Wolff
(20), Perfumo (14), Bargas (5),
Sa
(16);
Brindisi (6), Heredia (10), Ba-
werden. Zumindest bington (3); Balbuena (4), Ayala (2),
Kempes (13).
Polen: Fischer (1); Gorgon (8),
Zmuda (9) oder Bulzacki (8), Szyma..
nowski (4), Musial (10); Chmiklewiez
(11), Deyna (12), Kasperczak (13);
Lato (16), Szarmach (17), Gadocha
(18).
Stuttgart, 18 Uhr, SR Clive Tho-
mas (Wales).
Haiti gegen Italien:
Riva statt Boninsegna
Mit einer Ausnahme wird Italien
in derselben Aufstellung wie gegen
Österreich spielen: Statt Boninsegna
wird Riva, der laut Valcareggi ge-
rade rechtzeitig in Hochform ge kom-
men ist, den Angriff führen.
Italien, seit 1972 ungeschlagen
(zehn Sie ge, acht Remis) und mit
Keeper Zoff, der seit 1097 Minuten
keinen Treffer hinnehmen mußte,
soll te mit Haiti keine Schwierigkei-
ten haben. Mit Fußballzwergen
hatte der WM-Zweite von Mexiko
allerdings nicht immer Freude: 1966
gegen Nordkorea verloren, 1970 ge-
gen Israel nur re mis.
Haiti:
Bayonne (6),
Francillon (1);
Nazaire (14), Jean Joseph (12), Augu-
ste (3); Francois (10) oder Antoine
(9), Vorbe (7), Desir (8); Barthelemy
(18), Roger Saint Vil (15) oder An-
toine (9), Sanson (20).
Italien:
Zoff (1); Spinosi (2), Mo-
rini (5), Burgnich (6), Benetti (4),
(7), Capello
Facchetti (3); Mazzola
(8), Rivera (10); Chinaglia, (9), Riva
München, 18 Uhr,
SR .Vincente
Llobregat (Venezuela).
Ur uguay - Holland und
Polen - Argentinien live
15.50 Uhr (FS 1 und ARD):
Uruguay - Holland, Gruppe 3.
18.00 Uhr (FS 1 und ARD):
Polen - Argentinien, Gruppe 4.
17.45 Uhr (FS 1 und ARD):
Schweden - Bulgarien, Gruppe 3
(Aufzeichnung).
19.45 Uhr (ARD): Italien ge-
Haiti, G ruppe 4
gen (Aufzeich-
nung).
ter)
und Stuemer (4:6, 6:3, 6:1 über
Dipl.-Ing. Delpin).
Das heutige Programm:
8.00 Uhr
Herren-Ein-
Herren-Doppel, 10 Uhr
zel, 11 Uhr Damen-Einzel und Her-
Mixed-
ren-Trostbewerb, 12.00 Uhr
Doppel, 13.00 Uhr Junioren.
Rupp warf den Diskus
diesmal „nur" 43,94 m
Zu Saisonbeginn wäre es noch
seither hat
Landesrekord gewesen,
der Fußacher Arno Rupp den Dis-
kusrekord jedoch bereits auf über
45 Meter geschraubt, so daß seine
91
43,94 m bei einem Abendmeeting
wa-
Dornbirn keine Sensation mehr
herausra-
ren. Es war trotzdem die
gende Leistung des Meetings, bei
Ham-
dem Dr. Günther
Pichler das
merwerfen
gewann und
mit 49,78 in
Alex Kolorz den Hammer in der Ju-
gend A auf 47,94 m schleuderte. Ke-
lorz gewann mit 34,78 m auch den
Diskusbewerb der Jugend, bei den
Mädchen war Bernadette Galehr er-
folgreich. Bärbl Widtmann gewann
über 400 m in 64,2 Sekunden.
Schlech twetter hielt
Volkssportfreunde ab
Pech hatten die Veranstalter des
Ire-
3. Nibelungen-Volksmarsches In
henems, denn das schlechte Wetter
da-
hielt die Volkssportfreunde doch
wa-
von ab, sich auf die Strecke zu
gen. Gegenüber dem Vorjahr wur-
den etwa ein Viertel weniger Teil
Bisher fehlte der WM eine Spielerpersönlichkeit:
nehmer gezählt.
Heute greift J. Cruyff ein!
Daß sich darun-
Gr uppe gegenüber.
ter der Gruppensieger befindet,
kann kaum angenommen werden.
, Die •Schweden, die Österreich ,aus
der Qualifikation ,warfen, vertrauen
auf die Legionäre. Grahn, Torstens-
son, Edström, Sandberg und Nord-
Tennis: Heute Hochbetrieb
auf der Anla ge in Bluden z Bluden z