Regionalplanungsgerneinschaft Bregenzerwald und eine unpopuläre Aufgabe:
is re
erne. Sorgen um
s auen
mon tag, 17. Juni 1974
im ländlichen Raum
säst
Ein toller Erfolg war dem Landestrachtentag 1974 in Bludenz beschieden,
zu dem über 4000 Besucher gekommen sind (links oben). Viel Beifall er-
hielt auch die Trachtengruppe Bludenz für Ihren Tanz „Usr Walzer"
(rechts oben). Das wohl begehrteste Fotomotiv war dieses Bludenzer
(Fotos:
Trachtenpaar mit der jüngsten Trachtenträgerin.
Bludenz (pi) — Zu einem großen
VN/pi)
Folklorefest gestaltete sich der Lan-
destrachtentag 1974, der anläßlich
der 700-Jahr-Feier Samstag und
Sonntag in der Alpenstadt Bludenz
abrollte. Berei ts am Samstag abend
bestritten die Trachtengruppen des
Bezirkes Bl udenz einen große n Hei-
matabend, der zweifellos einen bes-
seren Besuch verdient hätte. Sicher-
lich hat die derzeit laufende Fußball-
Weltmeisterschaft einige Besucher
davon abgehalten, in den großen
Stadtsaal zu kommen. Dessen unge-
achtet präsentierten die Trachten-
gruppen des Bezirks dem Publikum
ein recht ansprechendes Programm.
Höhepunkt war zweifellos das Auf-
treten der Geschwister Kraxner aus
Unterradin (Braz), die die Besucher
zu begeistern verstanden, was der
langanhaltende Applaus deutlich
zeigte. Besonders das jüngste Mit-
glied, der erst fünfjährige Kurti,
hatte es den Besuchern angetan.
Gestern vormittag trafen sich
über 400 Trachtenträger im großen
Stadtsaal zur Festversammlung, die
von Obmann Rauth eröffnet wurde.
Nach der Festrede von Landesstatt-
-Martin Müller hielt Univ.-
halter
Prof. Dr. Karl Ilg einen hochinter-
essanten Lichtbildervortrag über den
„Sinn und die Aufgabe der Tracht
in der Gegenwart".
Anschließend gab die Stadtmusik
Bludenz am Riedmillerplatz vor gut
4000 begeisterten Besuchern ein
•
Lustenau — Jahrelange schwere
Ehestreitigkeiten zwischen den Ehe-
leuten Peter und Rosmarie Pail in
Lustenau endeten in der Nacht zum
Samstag mit
einer Katastrophe: Nach
einem heftigen Ehestreit erstickte
die 21 Jahre alte Rosmarie Pail,
die ebenso wie ihr Gatte aus Graz
st ammt, die fünf Monate alte Toch-
ter Nina mit einem Wattebausch und
einer Wind el. — Nach der entsetz-
lichen Tat nahm die Mutter den fünf
Jahre alten Sohn Günte r mit sich
und wollte sich mit dem Kind in den
Rhein stürzen. Die verzweifelte Frau
nahm jedoch im letzten Augenblick
Abstand von ihrem Vorhaben.
Die Verzweiflungstat ist, als tra-
gischer Höhepunkt bereits lange Zeit
andauernder schwerer Auseinander-
setzungen zwischen den Eheleuten
Pail anzusehen, heißt es. Am Freitag
abend war es wieder einmal zu einem
heftigen Str eit gekommen, in dessen
Verlauf der Gatte seiner 21 Jahre
alten Frau nahegelegt hatte, sie mö-
ge gemeinsam mit ihren Kindern bis
zum 29. Juni aus der Wohnung aus-
ziehen. Wie es in dem Bericht' der
Gendarmerie heißt, dürfte diese
„Aufforderung" des Gatten Ursache
dafür gewesen sein, daß die junge
:Frau keinen anderen Ausweg mehr
wußte als sich und die Kinder zu
töte n.
Während der 5 Jahre alte Günter
der Fürsorge übergeben wurde, be-
findet sich Rosmarie Pail mit einem
schweren Nervenschock im Landes-
Bludenz (VN) Weil ein auf der
Unterfeldstraße in Richtung Stadt-
mitte Bludenz fahrender Pkw-Len-
ker gestern abend den Vorrang miß-
—
achtete
so berichtet die Gend ar-
merie
---, Wurde der 16jährige Mo-
pedlenker Edgar Ganahl aus Blu-
denz vom Pkw erfaßt und ca. 15 m
weit geschleudert. Er starb auf dem
Transport ins Krankenhaus. Der
Pkw-Lenker und seine Mitfahrerin
wurden leicht verletzt.
Ein weiterer Unfall im Stadtbe-
reich von Bludenz ereignete sich ge-
stern auf der Hermann-Sander-Stra-
ße und forderte zwei Schwerverletzte
Platzkonzert. Der Nachmittag war
und eine Leichtverletzte.
dann dem eigentlichen Höhepunkt
dieses Landestrachtentages vorbehal-
ten. Auf der vor dem Riedmiller-
denkmal aufgebauten Bühne präsen-
tierten die 15 Trachtengruppen aus
Vorarlberg und jene Gruppe aus dem
Südtirol den erne ut etwa 4000 er-
schienenen Zuschauern Mundartge-
dichte, Lieder und Tänze. Landes-
hauptmann Dr. Herbert Keßler hielt
die Festrede, wobei er besonders auf
nervenkrankenhaus Valduna. ,_Näch
Aussage des behandelnden Arztes be-
steht nach wie vor Gefahr, daß die
junge Frau Selbstmord verübt.
Kind ertrank in
einem Teich
Meiningen — Am Nachmittag des
vergangenen Samstags hielt sich das
dreijährige türkische Gastarbeiter-
kind Öser Cetin in der elterlichen
Wohnung in Meiningen auf, während
seine Mutter in der Waschküche ar-
beitete. Als die Mutter um 16 Uhr
aus,
feststellte, daß sich der Knabe
der Wohnung entfernt hatte, hielt sie
sofort Nachschau und fand das Kind
le blos treibend in einem 30 m vom
Haus entfernten Teich. Ein zufällig
vorbeikommender Autofahrer brach-
te Öser Cetin in das Unfallkranken-
haus Feldkirch, wo jedoch nur noch
der Ertrinkungstod festgestellt wer-
den konnte.
Tödlicher Unfall eines
Mopedfahrers in Bludenz
Gestern gegen 20 Uhr wurde der
16 Jahre alte Banklehrling Edgar
Ganahl, Bludenz, beim oberqueren
der Jellerstraße in Bl udenz mit sei-
nem Moped von einem Pkw, der von
einem Dornbirner gelenkt wurde, an-
gefahren. Ganahl erlitt dabei töd-
liche Verletzungen.
Ein deutscher Pkw-Fahrer über-
sah auf der Hermann-Sander-Straße,
in Richtung Schieis fahrende, die
Vorrangtafel und stieß mit einem
Pkw zusammen. Nach der Kollision
kam der deutsche Pkw auf die linke
Fahrbahn und koll idie rte dort mit
einer Radfahrerin, welche'leicht ver-
letzt wurde. Der Lenker im deut-
schen Pkw erlitt ebenso wie seine
Mitfahrerin schwere Verletzungen.
Der Lenker erlitt' einen Beckenbrieh
rechts und Kopfprellungen, seine
Mitfahrerin einen beidseitigen Bek-
kenbruch und Brustkorbprellungen.
Die Insassen des zw eiten Fahrzeuges
die
blieben unverletzt.
Erhaltung von Brauchtum und
Kultur hinwies.
Der Landestrachtentag 1974 zählte
zweifellos zu einem der Höhepunkte
der Veranstaltungen anläßlich der
700-Jahr-Feier. Daß unser. Brauch-
tum noch lebt und es darum nicht
schlecht aussieht, hat der gestern in
Bludenz zu Ende gegangene Landes-
trachtentag 1974 jedenfalls deutlich
bewiesen.
Re ehA, e r;Se'dä
Sehr
- kt eurl
Schon lange herrscht' in unserem
Lande Lehrermangel. In unserer Ge-
meinde mußte,n zwei Lehrer drei
Klassen betreuen. Es bot sich. eine
willkommene Gelegenheit. Ein durch
mehrere Jahre-erfolgreich tätiger
Lehre"
va -gewillt, die- unbesetzte
-Klasse zu führen. Allseits war ma,i.
erfreut, daß sich eine bewährte Lehr-
kraft zur- Verfügung gestellt hat.
Eine Einstellung als Vertragslehrer
wurde mündlich in der Personal-
abteilung der Vorarlberger Landes-
regierung vereinbart. Es fehlte nur
noch die schriftliche Verständigung.
Der in die Bresche springende Leh-
rer wartete umsonst. Die Personal-
abteilung schwieg. Nun fragte der
Le hrer: Weshalb? Es kam (30. Okt.
1972) folgende' Antwort: Es steht
nichts im Wege, wenn Sie mit den
Schweizer Schulbehörden in Verbin-
dung treten und dort eine Stelle als
Lehrer übe rne hmen. Die Abweisung
Schoppernau (DOR) — Eine nicht
leichte Aufgabe hat sich die Regio-
nalplanungsgemeinschaft Bregenzer-
wald gestellt, indem sie ein Studien-
komitee für Landschaftsgestaltung
und Baufragen gründete, dessen er-
stes Ziel es ist, die Landschaft des
Bregenzerwaldes vor Bausünden zu
bewahren. Kaum aber wurde das
Studienkomitee aktiv, sah es sich
vor große Schwierigkeiten gestellt,
die nun Schritt für Schritt angegan-
gen
Bürgermeister Richard Na tter von
Egg als Vorsitzender des Studienko-
mitees wies in sei nem Bericht auf
der Vollversammlung der Regional-
planungs gem eins cha ft darau f hin,
daß der Hinterwald, Mittel- und Vor-
derwald in vielen Bereichen ver-
schiedene Strukturen und Lebens-
formen aufweisen, so daß eine ge-
nerelle Lösung, die Baustilentwick-
lung in den Griff zu- bekommen,
äußerst schwierig ist. In sieben Sit-
zungen und bei einer Exkursion
setzte man sich bisher im Studien-
komitee, mit einzelnen Problemen
auseinander.
So wird die Meinung vertreten,
daß der Appartementhotelbau durch
die Kreditrestriktionen zwar an Be-
deutung verloren hat, daß er aber
nicht gänzl ich abzulehnen sei. Im
blieb
Gegenteil, an geeigneten Orten kann
unbegründet! Und so kam es
auch. In Appenzell war man froh
und stellte den Lehrer ein. Kinder
und Eltern waren zufrieden. Warum
ein Appartementhotel mit entspre-
chenden Fremdenverkehrseinrichtun-
gen durchaus eine Belebung
des Fremdenverkehrs herbeiführen.
Selbstverständlich wendet man sich
gegen die Errichtung von Betonklöt-
zen, die das halbe Jahr leerstehen
und die Landschaft verschandeln
würden.
Siedlungshöfe nach
Mutter erstickte aby und
Schema F?
wollte Selbstmord verüben
Zweimal Vorrang mißachtet
Lustenau: Ehestreit endete mit Katastrophe:
Bludenz: 2 schwere Unfälle / 1 Toter, 2 Schwerverletzte
.0!
Lehrermangel?
wurden und werden unse re Kinder
nicht berücksichtigt?' Weshalb wer-
den gute Lehrer des Landes verwie-
sen? A. B., Höchst
wird, einen Bausachverständigen ,für
das Tal anzustellen oder eine Bau-
beratungsstelle für die Gemeinden
einzurichten, was derzeit allerdings
in erster Linie eine Frage der Finan-
zen ist. Man möc hte aber -diese Idee
nicht aus dem Auge verlieren. Als
ersten Schritt zur Diskussion ersuch-
te das Studienkomitee •zwei Archi-
tekten, Dias, über Bauten und Bau-
formen im Bregenzerwald anzuferti-
'gen, und ;die Gemeinden. bzw. die
örtlichen Bauausschüsse. .über das
Ergebnis zu informieren.
An die Erfassung negativer und
positiver Seiten der bestehenden
Bauformen im Bregenzerwald knüpft
die Regionalplanungsgemeinschaf t
die kleine Hoffnung, ‚vielleicht allge-
meine, wenn auch bescheidene Richt-
linien für das Bauen, im ländlichen
Raum zu erarbeiten. Freilich- muß
auch hier wieder überörtliche Zu-
sammenarbeit an der • Spitze ste hen;
durch. Aufklärung, soll versucht wer-
den, die örtlichen Bauausschüsse zu
entlasten. -
Eine weitere Aufgabe . schließlich
ist für das Studienkomitee die Erar-
beitung von Landschaftsplänen mit
besonderem 'Augenmerk auf die
Nutzung der Freiflächen. Oberstes
Gebot dabei ist die Erhaltung der
Auch mit der baulichen Gestal-
Landschaft und der Schutz vor Ver-
tung der Siedlungshöfe im Bregen-
zerwald hat man sich beschäftigt; An-
laß war eine Bitte der Agrarbezirks-
behö rde um Stellungnahme zu die-
sem Thema. Obwohl die erbau-
ten Siedlungshöfe zweckmäßig und an-
sichtsmäßig gut sind — so die Stel
lungnahme —, besteht die Gefahr
einer Schematisierung. Es wurde da-
her empfohlen, etwa im Wege eines
Architektenwettbewerbs eine Bele-
bung der Siedlungsformen zu err ei-
chen, indem neue Planungen erarbei-
tet werden.
Beratung der
Bauausschüsse
Eng damit im Zusammenhang
steht die generelle Sorge um Bau-
formen im Bregenzerwald. Erwogen ödung. ödung.