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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

stenau zugesprochen. Für 
die. Situierung einer Han- 
delsakademie in Dornbirn 
plädierten nach der Be- 
triebsstättenerhebung vor 
allem Mittel- und Groß- 
betriebe mit zusammen 
fast 4400 Mitarbeitern. 
Über die Hälfte der Han- 
delsbetriebe und ein Drit- 
tel der Produktionsbetrie- 
be stehen hi nter dieser 
Forderung. Nach dem 
Schulbauprogramm des 
Landes ist aber mit einer 
	dieses 
Verwirklichung 
Wunsches nicht vor Ende 
dieses Jahrzehntes zu 
rechnen. 
Weitere interessante Er- 
gebnisse der Erhebung: 
Die Produktionsbetriebe 
erhoben den Ruf nach ei- 
nem vermehrten und bil- 
für ihre Mitarbeiter. Viele 
Betriebe wären bereits für 
eine Mithilfe und Unter- 
stützung durch die Ge- 
meinde auf dem Wohn- 
bausektor dankbar. Auch 
für die Gastarbeiter soll- 
te die Gemeinde etwas 
tun, meinten viele Unter- 
nehmer. Es wären Gast- 
arbeiterheime und -woh- 
nungen, Aufenthalts- und 
	sowie 
Freizeiträume 
Sprachkurse einzurichten. 
Viele der Unternehmer 
zollten den Leistungen 
der Gemeindeverwaltung 
ihre Anerkennung, doch 
sind nicht alle Brufsspar- 
ten mit der Gemeindever- 
waltung gleichermaßen 
zufrieden. Eine Anzahl.   
von Handwerkern und 
Baubetrieben vertrat in 
bung die Ansicht, daß bei 
der Betriebsstättenerhe- 
der Vergabe von Gemein- 
deaufträgen ausschließlich 
oder in erster Linie Dorn- 
birner Betriebe berück- 
sichtigt werden sollten, da 
ja sie die Steuerzahler der 
Gemeinde seien. Andere 
verlangten „neue Richt- 
linien" für die Auftrags- 
vergabe der Stadt. Außer- 
dem regten die Unterneh- 
mer mehr Information 
über Gemeindevorhaben 
an und zeigten sich an 
einem engeren Kontakt 
zwischen Rathaus und 
Wirtschaft interessiert. 
Als ein weiteres Pro- 
blem des Handels stellten 
sich die Ladenschlußzeiten 
heraus. Hier riefen die 
Unt ern ehmer lautstark 
ÜBERSCHÜSSE U. DEFIZITE 
nach einer 
Liberalisierung. 
IM AUSSENHANDEL 
in mili .S 
1973 
DERZITE 
• 
EtNFLIHR 
nehmer um mehr als 1700 unter dem Vorjahr. 35273 
AUSFUHR 7 744 
USA Ungar DDR 
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10137 
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1 392 10730 
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2 650 2 214 
4 020 
I 
776 1983 3 823 
Das Außenhandelsdefizit gegenüber dem wichtigsten Handelspartnen 
Österreichs, der Bundesrepublik Deutschland, mit 35,2 Mrd. S, deckt sich 
im Jahre 1973 fast genau mit dem Gesamthandelsbilanzabgang in Höhe 
von 35,9 Mrd. S. Gegenüber dem zweitgrößten Handelspartner Öster- 
reichs (Einfuhr und Ausfuhr), der Schweiz, bestand dagegen ein Plus von 
907 Mill. S, und auch mit dem drittgrößten Partner, Italien, konnte ein 
Überschuß von 593 Mill. S erzielt werden. Die seinerzeitige Prognose des 
Instituts für Wirtschaftsforschung 
die Handelsbilanz des Jahres 1974, 
für 
wonach ein voraussichtlicher Abgan g von 49. Mrd. S errechnet wurde, 
dürfte nach Meinung von Fachleuten nicht in vollem Umfang eintreten, 
da einerseits die Preiserhöhung für' Erdölprodukte zu einem teilweise 
stagnierenden Verbrauch geführt hat und andererseits auch die De-facto- 
Schillingaufwertung sich positiv auf die Handelsbilanz auswirken wird. 
Auch die Entwicklung der Exporte war in den ersten Monaten dieses Jah- 
res relativ günstig. Einen negativen Faktor stellen allerdings die von 
Italien verhängten Exportrestriktionen dar. 
Chile : Zur ück zur Privatwirtschaft 
ur strategisch wichtige 
Rascher als erwartet hat die „Gastarbeiter- 
ereiche ehält der Staat 
bremse" der Vorarlberger Arbeitsmarktverwaitung 
gezogen. Die strengeren Maßstäbe, die bei der An- 1110 
werbung und Beschäftigung von ausländischen 
Arbeitnehmern angelegt werden, haben zu einem 2896 
geradezu sprunghaften Rückgang der Gastarbei- 
arbeiter Mitte Juni um nicht weniger als 2000 un- 
terzahl geführt. Mit 23.000 lag die Zahl der Gast- 
ter der Zahl des Vorjahres. Ihr Anteil an der Ge- 
samtzahl der Arbeitnehmer in Vorarlberg ist von 
24 auf 21,5 Prozent zurückgegangen. Da zusätz- 
liche einheimische Arbeitskräfte nicht verfügbar 
sind, liegt auch die Zahl der Vorarlberger Arbeit- 
Seite 
Eizs 
erei 
as sich Dornbirns Betriebe wünschen... 
O bwohl mit dem nach Überwin- 
Handelsakademie, billige Arbeiterwohnungen, mehr Kontakt zum Rat haus 
dung der Energiekrise verzeichneten 4 
Konjunkturaufschwung auch die 
Nachfrage nach Gastarbeitern in In- 
dustrie und Gewerbe zunehmen 
dürfte, wird es kein neuerliches 
Mit dem Problem der stän dig 
steigenden Zahl von Großbränden 
in der Industrie beschäftigte sich die 
19. Generalversammlung der Euro- 
päischen Feuerversicherer in Brüs- 
sel, an der 80 Delegierte aus 16 Län- 
dern teilnahmen. 
Wie übereinstimmend festgestellt 
wunde, weist sowohl die Zahl der 
Großbrände als auch die Höhe der 
dadurch verursachten Schäden stei- 
gende Tendenzen auf. Die Ursachen 
dieser Entwicklung sehen die Exp er-. 
ten in der laufenden Rationalisie- 
rung. industrieller Produktionsme- 
thoden und der Errichtung risiko- 
Industrie und Handel werden täg- 
lich mit dem Problem der Müllbe- 
seitigung konfrontiert. Das Problem 
liegt meistens darin, daß sperriger 
Abfall-die 
Müllcontainer zu schnell 
füllt und die Abtransportkosten da- 
durch sehr hoch sind. Viele Firmen 
-- Industriebetriebe und Handels- 
ketten — gehen dazu über, ihre Ab- 
fälle 
verdichten (pressen). 
Die bisher auf dem Markt be- 
findlichen Verdichtungsgeräte waren 
entweder zwar billig, aber zu 
schwach, oder aber sie waren stark, 
dann aber meist viel zu teuer. Die 
Firma Schrittesser aus Bregenz hat 
nun 'nach eigenen Plänen ein Gerät 
entwickelt und mit grö ßtem Erfolg 
auf den österreichischen Markt ge- 
bracht, das bei günstigem Preis auch 
hinsichtlich der Größe und Leistung 
tlern Anforderungen entspricht. 
Das Verdichtungsgerät braucht 
zur Aufstellung nicht einmal einen 
Hochschnellen der Gastarbeiterzahl 
• 
geben. Die Arbeitsmarktverwaltung 
hat sich nämlich entschlossen, ihre 
restriktive Genehmigungspolitik bei- 
zubehalten. Neuaufnahmen werden 
nur in jenem Umfang genehmigt, der 
rei cherer Produktionsanlagen. Groß- 
räume ohne feuerbeständige Tren- 
nungen, hohe Wertballungen auf 
verhältnismäßig kleinem Raum und 
die Verwendung neuer St offe und 
Waren, deren Verhalten bei einem 
Brand noch zu wenig bekannt ist, 
sind die Hauptgründe für den Trend 
zum Großschaden. 
Die Feu erver sich erer wolle n da- 
her in erster Linie ihre Anstrengun- 
gen auf die Verhinderung von Ka- 
tastrophenschäden richten und da- 
her ihre ständige Zusammenarbeit 
mit den verschiedenen Brandverhü- 
tungsorganisationen intensivieren. 
Quadratmeter Platz und preßt Kar- 
tons, Kisten, Flaschen und auch 
Blechdosen in einen Plastiksack. Die- 
ser, luftdicht verschlossen, nimmt 
auch die täglichen kleineren Abfälle 
auf. 
Die Verringerung des Volumens 
beträgt 80 Prozent, gleichzeitig ver- 
rin gern sich auch die Abtransport- 
zu kosten im gleichen Maße. Ein Bei- 
spiel dazu: Ein Bregenzer Lebens- 
  
mittelhändler hatte jede Woche einen' 
Lkw voll Abfälle abzutransportieren. 
Nach Aufstellen der Presse ergab 
die gleiche Menge einen Sack pro 
Woche. Anstatt nun jede Woche, ge- 
nügt monatlich ein einziger Trans- 
port, wobei di eser sogar zwei Kun- 
den auf einm al' betre uen kann. Die 
Kostenersparnis, und das ist ja auch 
der Zweck einer Verdichtung, be- 
trägt auch hier mehr als 80 Prozent 
Die Maschine selbst ist mit einem 
einzigen Knopfdruck von jedermann 
Die. 
leicht zu bedienen. 
große Ein- 
  
wurföffnung nimmt auch Sperrguter. 
auf. Die Säcke selbst sind leicht aus- 
wechselbar und, stellen eine saubere, 
 zur 
hygienische Abfallbeseitigung dar. 
Aufrechterhaltung des gegenwär- 
tigen Personalstandes notwendig ist. 
Den Un tern ehmen soll damit zumin- 
dest die Möglichkeit geboten werden, 
Abgänge zu ersetzen. Dazu ist es nach 
Mitteilung des Landesarbeitsamtes 
Vorarlberg jedoch erforderlich, daß 
die einzelnen Betriebe bei Antrag- 
stellung dem zuständigen Arbeitsamt 
eine Übersicht vorlegen, aus der die 
Entwicklung des Personalstandes in 
den letzten Monaten hervorgeht. 
Sonderregelungen gelten nach wie 
vor für das Gastgewerbe, für Kran- 
kenhäuser, Altersheime und die 
Landwirtschaft, die weiterhin von 
den Restriktionsmaßnahmen befreit 
sind. 
Tee-Exportländer wollen 
Preise erhöhen 
Rom (AP) Die führenden Tee- 
Exportländer der Welt haben am 
Freitag die Absicht verkündet, ihre 
Ausfuhren zu kürzen und Mindest- 
preise einzuführen, um die Preise 
zu heben. Die 13 dem Ausschuß an- 
gehörenden Länd er teilten mit, sie 
würden im Erntejahr 1974/ 75 nur 
650.000 Tonnen Tee statt der ur- 
sprünglich 673.000 Tonnen ausführen. 
BRD: Kohlenberge 
schmilzen 
Essen (AP) Die riesigen Halden- 
bestände an Steinkohle und Koks in 
der Bundesrepublik Deutschland sind 
im Gefolge der Energiekrise' irr den 
ersten fünf Monaten des Jahres um 
mehr als die Hälfte zurückgegangen. 
Wie der Gesamtverband des west- 
deutschen Steinkohlenbergbaues in 
Essen mi tteilte, gingen die Halden- 
bestände um 55,7 Prozent oder ab- 
solut um 10,4 Mill. t von 18,6 auf 8,2 
Mill. t zurück. Der Absatz an Stein- 
kohle, einschließlich des Halden- 
abbaus, erhöhte sich im gleichen 
Zeitraum von 40,6 auf 48 Mill. t, 
betriebe+ 
märkte 
Organchemie ändert 
Namen in BASF Österreich 
Mit Wirkung vom 17. Juni 1974 
ändert die Organchemie Ges. m. b. Ti. 
den Firmennamen in BASF Öster- 
reich Ges. m. b. H. Laut Pressemit- 
teilung soll damit die Mittlerrolle 
zwischen der BASF Aktiengesell- 
schaft, Ludwigshafen, und Öster- 
reichs Industrie und Wirtschaft be- 
Montag, 17. Juni 1974 
tont werden. 
Kupfer-, Eisen-, Öl- und Salpeterin- 
dustrie und in der Stromversorgung 
behalten. 
Amerika fährt Rad 
In den USA gibt es schätzungs- 
weise rund 83 Millionen Radfahrer, 
davon sind 42 Prozent Erwachsene. 
Dies ist einem Bericht der US-Ver- 
braucherzeitschrift „Office of Con- 
sumer Affairs" zu entnehmen. Das 
US-Innenministerium und das Ver- 
kehrsministerium streben die Er- 
richtung eines ganzen Ne tzes von 
sicheren Radwegen und Rad-Wan- 
derweg en an, damit — so heißt es 
in einem Bericht wörtlich — „so- 
wohl Radfahrer als auch Nicht-Rad- 
fahrer aus der Benutzung der lärm- 
freien, treibstoffsparenden, 'die Um- 
welt nicht verschmutzenden Fahr- 
räder Nutzen ziehen können". 
Adreßbuch von Österreich 
Die Neuauflage des großen Nach- 
schlagewerkes der österreichischen 
Wirtschaft ist soeben im Wiener 
Adreßbuchverlag Herold erschienen. 
In seinen drei Bänden werden auf 
5500 Seiten etwa 1,5 Millionen Adres- 
sen aus allen Orten Österreichs auf- 
gezählt. Eine Fülle von Adressen für 
jede Werbung, für Einkauf und Ver- 
kauf. Gleichzeitig informiert das 
„Adreßbuch von Österreich" über In- 
haber und leitende Persönlichkeiten 
Ge- 
aller protokollierten Firmen und 
al- 
nossenschaften Österreichs. Ein 
phabetisches Firmenverzeichnis er- 
möglicht das ras che Auffinden der 
Adresse jedes im Handels-, Genos- 
Sparkassenregister 
senschafts- und 
eingetragenen Unternehmens, 
Deutsch gesagt 
Patina — grünlicher Überzug auf 
Kupfer, Edelrost. 
Erosion — Erdabtragung durch 
Wasser, Eis, Wind. 
Barrikade — Straßensperre, Hin- 
dernis. 
Massener- 
Epidemie — Seuche, 
krankung. 
differenzieren — trennen, unt er- 
scheiden. 
Ener- 
Generator — Erzeuger von 
gie 
Frequenz — Schwingungen, Häu- 
figkeit 
Santiago (Reuter) In Chile sollen 
illiquid — zahlungsunfähig 
weitere 150 Betriebe, die in der 
Amtszeit des vom Militär gestürzten 
Präsidenten Salvador Allende vom 
Staat übernommen worden sind, 
wieder an ihre früheren Besitzer zu- 
rückgegeben werden. 
Ein Sprecher der Militärregierung 
in Santiago erklärte dazu Freitag, 
mit diesem Schritt sollen die Maß- 
nahmen zur Überwindung der von 
der Regierung Allendes geschaffenen 
sozialistischen Wirtschaftsstruktur 
vervollständigt werden. In der drei- 
jährigen Amtszeit Allendes waren 
mehr als 350 private Unternehmen 
durch den Aufkauf von Aktien oder 
durch direkte Übernahme unter 
staatliche Verwaltung gestellt. wor- 
den. Die meisten dieser Firmen sind 
bereits an die brüheren Besitzer zu- 
rückgegeben worden. 
Der Sprecher teilte weiter mit, der 
Staat wolle nur die Kontrolle über 
Europas Feuerversicherungen tagen in Brüssel   
strategisch wichtige Bereiche wie 
Immer ehr Großbrände 
Bregenzer Unternehmen entwickelt neuen Müllfresser 
Abfallproblem gelöst 
Pressen spart Kosten 
Über 200 von insgesamt 
778 Dornbirner Betrieben, 
die sich an einer Betriebs- 
stättenerhebung der Stadt 
Dornbirn beteiligten, nah- 
men zum Schul- und Aus- 
bildungswesen in Dorn- 
birn Stellung. Jeder sechs- 
te dieser Betriebe mit rund 
7000 von insgesamt 13.500 
Beschäftigten erklärte sich 
mit den Ausbildungsmög- 
lichkeiten in Dornbirn zu- 
frieden. 40 Prozent der 
antwortbereiten Unter- 
nehm er aber erklärten, 
daß sie gerne eine Han- 
delsschule und eine Han- 
delsakademie in Dornbirn 
sehen würden. 
Das Problem der Errich- 
Mit diesem runden Mü llverdi chter tung einer Han' delsakade- 
werden die Abfälle in einen Sack mie in Dornbirn liegt ja 
gepreßt, der hygienisch verschlossen schon einige Zeit zurück. 
	- 
werden kann. 
	Vor ligeren Wohnungsangebot 
• 
Ergebnisse einer Betriebsstätten-Erhebung   
Jahren wurde sie Lu-
	        
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