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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Fast 1000 hübsche Beine von genau 483 ebenso hübschen Mäd- 
chen fanden kürzlich beim schweizerischen Majoretten-Festival in 
Bellinzona aus begreiflichen Gründen gebührende Beachtung. 
(Foto: Keystone) 
In St. Gallen wird am 25. Juni — gutes Wetter vorausgesetzt — 
das traditionelle Kinderfest zum 100. Male durchgeführt. Diesem 
Fest — gleichermaßen Spieltag für die Schulkinder und werbe- 
wirksame Schau der St. Galler Baumwoll- und Stickereiindustrie 
— ist dieser hübsche Jubiläumstaler gewidmet. Die Münze zeigt 
auf der Vorderseite ein Kinderpaar (rechts), wä hrend die Rück- 
seite durch die „Falkenburg" mit Kanone geschmückt ist, aus der 
jeweils die drei Böllerschüsse zum Kinderfest abgefeuert werden. 
  
(Foto: Keystone) 
Schweizer Generalstabs-Oberst.. erhebt 
Bedenken. 
AK 
als große Gefahr für     
01 
ndesvertei ung 
11 
'Autobusse übernah men Funktion einer traditio nsreichen Loka lbahn 
2. Teil 
Entsprechend dem im ersten 
Teil geschilderten vielseitigen An- 
gebot hat sich auch die Nachfrage 
ehr günstig entwickelt. Von Okto- 
ber 1972 bis September 1973 wur- 
den in Ba yern 11,4 Millionen An- 
künft e und 60,7 Millionen Über- 
nachtungen gezählt. Diese Zahl 
bedeutet eine Zunahme gegen- 
über dem gleichen Zeitraum des 
Vorjahres von 2,1 Prozent bei den 
Ankünften und von 6,7 Prozent 
bei den Übernachtungen. Zieht 
man einen Vergleich zum Frem- 
denverkehrsjahr 1960/61, so ergibt 
sich für den Zeitraum von 12 
Jahren eine Zunahme von 56,7 
Proz ent bei den Ankünften und 
von 66,9 Prozent bei den Über- 
nachtungen. Die durchschnittliche 
Aufenthaltsdauer ist in diesem 
ganzen Zeitraum von 5,0 Tagen 
auf 5,3 Tage angestiegen. 
Schwerpunkte bei den Über- 
nachtungen waren Heilbäder und 
heilklimatische K urorte (19,3 Mil- 
lionen) und Luftkurorte (14,9 Mil- 
ba yern (27,6 Millionen) und 
lionen) sowie — regional — Ober- 
Schwaben (12,3 Millionen). 
Bei einer Aufgliederung nach 
der Herkunft der Gäste entfal- 
len rund 20 Prozent der Über- 
nachtungen auf Bayern, 73 Pro- 
zent auf die übrige Bundesrepu- 
blik und etwa 7 Prozent auf das 
Ausland. Gerade bei den Gästen 
Von VN-Mitarbeiter 
Anton Gälll, München 
aus dem Ausland spielt der Ge- 
schäfts- und der Kongreßverkehr 
sowie die Messen eine beacht- 
liche Rolle. Wissenschaftliche Er- 
he bungen zuf olge liegt der An- 
teil der Familienreisen am ge- 
samten Reiseverkehr in Bayern 
während der Ferienzeit bei ca. 
25 Prozent, während der übrigen 
Zeit bei ca. 10 Prozent. 
Prognosen, die im wesentlichen 
von einem wachsenden Einkom- 
men und einer wachsenden Frei- 
zeit im Inland ausgehen, bewe- 
zu der Annahme, daß sich aus 
gen die bayrische Staatsregierung 
dem Urlaubsreiseverkehr der 
Deutschen im Jahre 1980 eine 
Nachfrage von ca. 65 bis 72 Mil- 
lionen Übernachtungen entwik- 
kein wird. Gemessen an den Er- 
gebnissen des Fremdenverkehrs- 
ja hres 1971/72 bedeutet dies eine 
Zunahme von 16 bis 29 Prozent. 
Das Ziel, das sich nun auf- 
grund dieser Analyse und mög- 
lichen Entwicklung für die bay- 
rische Fremdenverkehrspolitik er- 
gibt, wird in dem Programm fol- 
gendermaßen definiert: „Im Hin- 
blick auf die wirtschaftliche, ge- 
sellschaftspolitische und gesund- 
heitspolitische Bedeutung des 
Fremdenverkehrs gilt es, unter 
Ausnutzung der natürlichen und 
kulturellen Gegebenheiten, des 
gewerblichen, kommunalen und 
privaten Angebotes und unter 
Zuhilfenahme der Werbung eine 
quantitativ und qualitativ opti- 
male Befriedigung der Nachfrage 
zu erreichen." 
	eiße 
ayern: eform für 
In ustrie` 
Die 
Zürcher Stimmbürger steheft am 30. Juni vor der Wahl: Verbreiterung 
der Quaibrücke um 14 m (jetzt 28 m), oder Seepark-Projekt mit Parkland- (Fortsetzung folgt) 
schaft am Seeufer, Piazza, Fußgängersteg und unterirdischem Entlastungs- 
(Foto: Keystone) 
tunne l für den Autoverkehr. 	 
Dienstag, 
      
18. Juni 1974 
R G 
  
Seite 
17 
Am Nachmittag des vergangenen Freitags sahen sich — wie erst 
    
    
(FM) 
gestern bekannt wurde — die Flug- und Fahrzeugwerke AG Altenrhein 
Eigentümerin und die Repair AG Altenrhein als Halterin des Flug- 
als 
platzes 
gezwungen, den Flugplatz für den Zivilverkehr zu schließen. Der 
Flu gplatz ist vorläufig nur noch für den Werksverkehr der genannten Fir- 
men 
geöffnet. 
Der schweizerische Generalstabs- 
Oberst G. Däniker kritisierte kürz- 
lich das Atomenergieprogramm der 
Schweiz und wies 
die großen 
auf 
Sicherheitslücken der Landesvertei- 
dig ung hin. 
Nach Oberst 1. Gst. Däniker wird 
es dem Gegner darum zu tun sein, 
die 'Atomkraftwerke zu vernichten, 
um damit die Evakuierung wich- 
tiger dichtbesiedelter Gebiete zu er- 
zwingen und ein Verkehrschaos her- 
aufzubeschwören. Bei einer Beschä- 
digung des Atomkraftwerkes Inwil 
durch Raketenbeschuß oder Bombar- 
dierung müßte z. B. das Gebiet bis 
Emmen-Luzern bzw. bis Cham-Zug 
geräumt werden. 
Ein Land mit Atomkraftwerken 
ist der Erpressung ausgeliefert, seine 
Verteidigungsstrategie wird v öllig 
ausgeschaltet. Däniker sieht nur eine 
Möglichkeit, der atomaren Erpres- 
sung durch Bombenabwürfe und Ra- 
ketenbeschuß entgehen zu können, 
nämlich den Bau von Atomreaktoren 
zu verhindern. Da sich andere Mög- 
lichkeiten der Energiebeschaffung 
anbieten, welc he le ider zufolge einer 
abschnittes 
falschen Konzeption der Forschung   
als Erhol ungs ze ntrum — 
dieser Rechtsstreit ist bis heute noch 
nicht entschieden, ein Pumpenhaus 
der FFA ist seit 7 Jahren umstritten, 
eine Lagerhalle für Chemikalien 
stößt auf Widerstand, und anderer- 
seits sollte unter dem Flugplatz die 
Abwasserleitung gebaut werden. 
Das jüngste Bauvorhaben der 
FFA betrifft die Verlängerung des 
berei ts bestehenden Rollweges nörd- 
lich des Flugplatzes Altenrhein. Ge- 
genwärtig werden jährlich etwa 
50.000 Flugbewegungen (Starts und 
Landungen) gezählt. Da kein voll- 
ständiges Rollwegsystem besteht, um 
brutaler Unerbittlichkeit — einge- 
stellt. 
Damit ist die erste der drei Inns- 
brucker Lokalbahnen dem Trend der 
Neuzeit zum Opfer gefallen. Über 
das Schicksal der Stubaitalbahn und 
der „Igler" wurde bisher noch nicht 
entschieden. Die Straßenbahn nach 
Hall jedenfalls mußte einer moder- 
nen Autobuslinie weichen, die Trasse 
wird zur Verbreiterung der Haller 
Straße, einer Einfallstraße nach Inns- 
bruck, verwendet. 
Das „Geburtsjahr" der Haller 
Tramway war 1890. Damals wurde 
jahrelang vernachlässigt wurden, ist 
die Stromversorgung von Atomkraft- 
werken nicht abhängig. 
Was die von der Atomindustrie 
verharmlosten Unfallmöglichkeiten 
bei Atomreaktoren betrifft, so hat 
kürzlich der Atomphysiker Prof. H. 
W. Kendall vom Technologischen In- 
stitut in Massachusetts erneut be- 
stätigt, daß sich in einem großen 
Atomkraftwerk bei Betrieb eine Ra- 
dioaktivität ansammelt, die dem ra- 
dioaktiven Fall-out von Tausenden 
Hiroshima-Atombomben entspricht. 
Kendall bezweifelt, daß bei einem 
Reaktorunfall das Notkühlsystem 
wirklich funktionieren würde. Das- 
selbe gilt bei Beschädigung eines 
Atomreaktors durch konventionelle 
Bomben 
Waffen wie Raketen 
und 
ohne Atomsprengsatz. 
Eine andere Autorität auf dem 
Gebiet der Landesverteidigung, die 
Rand-Corporation, hat sich kürzlich 
ebenfalls für eine Reduktion des 
Atomenergieprogramms ausgespro- 
chen, nachdem sie in einer Studie 
ungelöste Sicherheitsprobleme auf- 
Flugzeuge zum Start oder nach der 
gedeckt hat. 
Landung abseits der eigentlichen 
Piste zurückzurollen, besteht die 
große Gefahr von Kollisionen. Men- 
schen und große Sachwerte stehen 
dabei auf dem Spiel: Immerhin lan- 
den in Altenrhein Maschinen, die 
Millionen kosten. 
Die FFA werden den Flughafen, 
wie Dr. Caroni erklärte, erst dann 
wieder öffnen, wenn ihnen von der 
Regierung des Kantons St. Gallen 
offiziell eine objektive und faire Be- 
handlung ihrer Projekte zugesichert 
wird. Für den Fall, daß sich die Kan- 
tonsregierung nicht in diesem Sinne 
entscheiden kann, denkt man in Al- 
tenr hein an einen sofortigen Inve- 
stitionsstopp und in letzter Konse- 
quenz sogar an eine Liquidierung 
des Großunternehmens, das 1000 An- 
gestellte beschäftigt und 1973 einen 
Umsatz von 50 Mill. Franken erar- 
beitete. 
die von der Augsburger Firma 
Hirsch & Riedinger erbaute schmal- 
spurige Dampftramway eröffnet. Die 
Strecke vom Bergisel bis Hall, die 
von dem Bähnle bewältigt werden 
mu ßte, ist rund 12 Kilometer lang. 
Die Route Innsbruck—Hall wurde 
allerdings schon früher, nämlich seit 
1829, mit Stellwagen regelmäßig be- 
fahren. 
In den Jahren 1909/1910 erfolgte 
die Elektrifizierung der Haller Tram- 
way. Seither hatte sich in der Be- 
triebsführung nichts Wesentliches 
geändert. Die „Haller" war alles eher 
als eine Schnellverbindung und die 
Fahrt mit dieser Kleinbahn auch 
keineswegs komfortabel. Die Ge- 
schwindigkeit war so harmlos, daß 
der Fahrt ohne wei- 
.man während. 
teres auf- und abspringen konnte, 
und in den kleinen Anhängern wurde 
der Fahrgast so durchgeschüttelt, daß 
er sich jegliche Lockerungsgymnastik 
ersparte. 
Eine Fahrt mit der „Haller" war 
jedenfalls nie langweilig, und in 
jüngster Zeit stellte diese Kleinbahn 
sogar eine Attraktion für Fremden- 
gäste dar. Dies allein hätte natürlich 
eine Weiterführung in der altherge- 
brachten Form an einer der ver- 
kehrsreichsten Strecken nicht ge- 
rechtfertigt. Es besteht kein Zweifel, 
daß es zwischen Innsbruck und Hall 
eine zeitgemäße Verkehrsverbindung 
braucht. Allerdings kann man nicht 
mit gutem Gewissen behaupten, daß 
die jetzige Lösung die beste sei. 
Zeitgemäßer und vor allem zu- 
kunftsweisender als eine neue Auto- 
buslinie wäre sicher die Umgestal- 
tung der „Haller" in eine Art Schnell- 
bahn gewesen, die man später bis an 
die westliche Peripherie Innsbrucks 
hätte verlängern können. Mit zu- 
sätzlichen Autos und Verkehrsstraßen 
kann man eine Stadt nicht men- 
schenfreundlicher gestalten. So ist 
der Abschied von der Haller Tram- 
keinen 
way eigentlich schmerzlich, weil sie   
wirklich würdigen Ersatz ge- 
funden hat. Gerade die „Haller", die 
die I. den Fahrgästen unserer hektischen 
Zeit noch einen Eindruck einstiger 
Gemütlichkeit vermittelte, hätte eine 
menschenfreundlichere Nachfolge 
verdient. 
FL-Stromkonsum steigt 
Auch im vergangenen Jahr hat 
gemäß Jahresbericht 1973 das Anstei- 
gen des Stromverbrauches bei den 
Liechtensteinischen Kraftwerken an- 
gehalten. Zusätzlich ist aber ein 
Rückgang der Energieerzeugung ein- 
getreten, weil nicht einmal das 
schwache Vorjahresergebnis mit 47,9 
Millionen kWh erreicht werden konn- 
te. Die Stromerzeugung betrug nur 
45,95 Millionen kWh. 
Im Vergleich zum Vorjahr 1972 
im 
stieg der Landesstromverbrauch 
Jahre 1973 um 8,5 Prozent. Damit 
wurde mit dem Gesamtverbrauch von 
104,6 Millionen kWh erstmals die 
100-Millionen-Grenze überschritten. 
Die Verbrauchsanteile liegen mit 49,6 
100 Jahre 
Prozent bei der Industrie, mit 20,4 
St. Galler Kinderfest 
die regionalen 
Das weit über 
Grenzen hinaus bekannte St. Galler 
Kinderfest findet in dreijährigem 
Turnus statt. Gutes Wetter voraus- 
gesetzt, feiern die St. Galler ihr tra- 
ditionsreiches Fest dieses Jahr am 
25. Juni. Wiederum werden rund 
10.000 Buben und Mädchen in einem 
fröhlichen Festzug auf den Rosen- 
wo unbeschwerte 
berg marschieren, 
Stu nden des Spiels und der Freu de 
warten und die berühmte St. Galler 
zu be- 
Bratwurst bei groß und klein 
sonderen Ehren gelangt. Aus Anlaß 
des hundertjährigen Bestehens die- 
es in seiner Art wohl größten Kin- 
Ver- 
derfestes gibt der St. Galler 
in 
kehrsverein einen Jubiläumstaler 
Gold, Silber und Br onze heraus. 
Prozent beim Gewerbe und schließ- 
lich mit 30 Prozent beim Haushalt 
und den übrig en Verbraucherkatego- 
Die Sperre geht, wie FFA-Chef 
rien. 
Dr. Claudio Caroni erklärte, auf eine 
Reihe von Ursachen zurü ck. Die 
schließung ist die letzte Konsequenz 
einer Opposition, die sich nun schon 
seit Jahren hinzieht: Manche Kreise 
aus der Gemeinde Thal und Umge- 
bung haben seit Jahre n gegen sämt- 
liche Industrievorhaben der FFA op- 
poniert. Die wachsende Industrie- 
feindlichkeit (so der Firmenchef) geht 
soweit, daß praktisch sämtliche Bau- 
vorhaben durch jahrelange Rechts- 
mittelinstanzen blockiert werden. 
Als konkrete Beispiele dafür wer- 
den angeführt: Planierung eines See- 
Mehr als 80 Jahre lang ver- 
(G. M.) 
Innsbruck und der 
kehrte 
zwischen 
zehn Kilometer östlich liegenden 
Bergbau- und Handelsstadt 
alten 
von den Ein- 
Ball eine Straßenbahn, 
heimischen kurz „Haller" genannt. 
Schon Kaiser Franz Joseph I. fuhr 
mit der 
bei seinem Tirol-Besuch 1893 
„Haller". Und viele Millionen Ein- 
und Fremde benützten in 
heimische 
Jahrzehnten diese 
den folgenden 
sympathische, traditionsreiche kleine 
zum 7. Juni 1974. An die- 
Bahn. Bis 
sem Tag wurde die „Haller" — in 
Form zwar, aber doch mit mit 
festlicher
	        
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