Wenn auch der Bregenzerwald mit seiner zentralen Mülldeponie am Sporenegg zwischen Andelsbuch
und Bezau das Müllproblem zumindest für die nächsten Jahre im Griff hat, und wenn auch die De-
ponie des Bregenzerwaldes von einem Landesregierungs-Gutachter als geordnetste im Lande bezeichnet
wurde, so machen doch die Autowracks immer wieder Sorgen. Sie sind wahrlich kein schönes Bild, wenn
Mittwoch, 19. Juni 1974
Namenstag
Juliane, Bruno
Wetterbericht
der Wetterwarte Innsbruck
Großwetterlage: Eine
atlantische Störungsfront hat
uns mit Zufuhr kühlerer, feuch-
ter Lufmassen überquert und
verbreitet teils gewittrigen
Niederschlag. Eine Wetterbesse-
rung ist zu erwarten.
Vorhersage: In den
Morgenstunden noch vielfach
' starke Restbewölkung und strich-
weise Niederschlag. Im Laufe
des Tages Bewölkungsauflocke-
rung und längere sonnige Ab-
schnitte, nur vereinzelt kurz-
dauernde Regenschauer. Früh-
temperaturen 8 bis 13 Grad, Ta-
geshöchstwerte 16 bis 22 Grad.
Höchste bzw. tiefste Tempe-
Graz 24 Grad, Bregenz 12 Grad;
übriges Europa: Athen 27 Grad,
Hamburg 15 Grad.
Wetterbericht
der Wetterwarte Zürich
Allgemeine Lage: über
Westeuropa hat sich ein Zwi-
schenhoch gebildet; es wird
auch in der Schweiz allmählich
eine Wetterbesserung bringen.
Vorhersage: Am Vor-
mittag Frühnebelfelder, sonst
teilweise sonnig. Durchschnitt-
liche Temperaturen 8 bis 18
Grad.
Sonnenaufgang 4.35 Uhr,
Sonnenuntergang 20.28 Uhr; der
Mond geht unter sich bis Diens-
tag, 2. Juli (Tierkreiszeichen:
Zwillinge).
Zitat des Tages
Wie mit den Füßen, so darf
man auch mit den Hoffnungen
nicht zu weit ausholen ...
t sel s v rs
Aus dem Volksmund
Mittwoch, 19. Juni 1974
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Seite 5
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Beispiel des Bregenzerwaldes:
Die Regionalplanungsgemeinschaft
Bregenzerwald, deren Studienkomi-
tee für Bildungsfragen (Vorsitz Bür-
germeister Bilgeri, Hittisau) nur am
(VN - DOR) Was für die meisten Gemeinden im Land schon längst zur
Rande mit der Erstellung von Kin-
Selbstverständlichkeit geworden ist, nämlich die Führung von Kindergär-
ten, stößt in Berggemeinden, besonders in kleineren, noch vielfach auf
Schwierigkeiten. Im Bregenzerwald wird Immer wieder in den Gemein-
den über die Einrichtung von Kindergärten diskutiert, doch bleibt es viel-
fach bei der Diskussion, denn vor allem an den Finanzen und am Problem
des Transportes in den weitverstreuten Siedlungen im Berggebiet schei-
Interesse vorhanden
tern derartige Vorhaben.
Das Interesse von seiten der Be-
völ kerung an der E inric htung von
Kindergärten ist zweifellos vorhan-
den, das bewies sich am Beispiel je-
ner Gemeinden, die bereits welche
haben. Derzeit bestehen Kindergär-
ten in Alberschwende, Hittisau,
Bezau, Andelsbuch, Egg, Großdorf, im
Kinderdorf Au und in Lingenau.
Schwarzenberg plant die Einrichtung
eines Kindergartens noch in diesem
Jahr, auch Krumbach und Langen-
egg kamen überein, gemeinsam einen
jeweils halbtägig geführten Kinder-
garten einzurichten. Wenn auch hier
und dort anfänglich Zurückhaltung
herrschte, so wurde in diesen Ge-
meinden der Kindergarten mit der
Zeit doch in Anspruch genommen,
auch Kinder aus Bauernfamilien be-
dergärten berührt wird, vertritt die
suchen nun die Kindergärten.
Meinung, daß dies ausschließlich Ge-
raturen von gestern, 13 Uhr: meindesache ist. Bürgermeister Bil-
geri: „Der Föderalismus soll hier ge-
wahrt blei ben, wir wollen die Ge-
meinden in diesem Thema nicht beein-
flussen. Von der Empfehlung, etwa
zentrale Kindergärten für mehrere
Gemeinden zu errichten, sehen wir
ab, denn die Führung größerer Kin-
dergärten ist aus personellen Grün-
den nicht zu organisieren."
Hauptproblem ist — neben der
Finanzierung, die allerdings durch
den erhöhten Landeszuschuß nun er-
leichtert wird — der Transport der
Kinder. Die Fahrtkosten, die in den
flächenmäßig weitläufigen Gemeinden
sehr hoch sind, müssen von den El-
tern getragen werden. Das Land, auf
Unterstützung angesprochen, vertritt
die Meinung, daß Fahrtkosten aus
dem Familienlastenausgleich bezahlt
werden sollen, was aber wiederum
Bundessache ist.
In diesem Zusammenhang teilte
Landesrat Dipl.-Vw. Siegfried Gasser
den „VN" mit, daß auf seine persön-
liche Vorsprache in Wien eine Finan-
zie rung aus Mitteln des Familien-
Tonband-Aufzeichnung für die
„VN"-Redaktion:
(0 55 74) 2 42 56
lastenausgleichs versagt wurde. Im
Durchwahl 49
Gegenteil, es kam sogar im Bere ich
des Pfänderstockes vor, daß die Mit-
tel für den Schulbus teilweise gestri-
chen wurden, weil Kindergartenkin-
der mitbefördert wurden und somit
eine „Zweckentfremdung" vorlag.
Vom Land aus wird die Lösung die-
ses Problems, das besonders Berg-
gemeinden bzw. großflächige Klein-
gemeinden betrifft, weiter verfolgt.
L andesw eite E rhebung
Derzeit ist durch das Referat Lan-
desrat Gassers eine Erhebung im
ganzen Land im Gange; die Kinder-
garteninspektorin Katharina Humml
hat die Aufgabe, das Interesse an der
Errichtung von Kindergärten in allen
Vorarlberger Gemeinden zu er kun-
den, damit dann entsprechende Maß-
nahmen getroffen werden können.
Ziel des Landes ist es, wie bere its
vor kurzem mitgeteilt wurde, allen
Vorarlberger Kindern im entspre-
chenden Alter den Besuch eines Kin-
ermöglichen. Die Fi-
dergartens zu
nanzhilfe ist ein Schritt dazu, die
sie so mitten in der Wiese stehen, wie dieser hier in Reuthe bei Bezau Forcierung der Buszubringer ein
Problem ist der Transport
zweiter.
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BBBBBBBBBBBBBBBBBB WWWWWWWWWW VOM
Das Bibelwort „Im Schweiße
deines Angesichts sollst du dein
Brot essen" gilt heute für viele
Menschen nicht mehr. Die Me-
chanisierung vieler Arbeitsvor-
gänge hat für die manuell arbei-
tenden Menschen vielerlei Ar-
beitserleichterung gebracht. Von
der geregelten und sich ständig
verringernden Arbeitszeit ganz
zu schweigen.
Wie immer sich aber die wei-
tere Zukunft entwickeln wird, die
Arbeit wird stets einen großen
Teil des menschlichen Lebens
aus- und erfüllen. Viele Men-
schen sind der Ansicht, die Arbeit
diene nur dem Gelderwerb und
sei daher ein notwendiges übel.
Tatsächlich muß jeder Mensch,
der würdig, das heißt menschlich
leben will, einen Beruf ergreifen
und in irgendeiner Form Arbeit
leisten. Sicherlich ist der Zweck
jeglicher Arbeit Broterwerb; wer
dies bestreitet,, ist entweder ein
Heuchler, oder er lügt. Dies gilt
insbesondere auch für die Angee Arbeitszeitverkürzung
hörigen solcher Berufe, die einen.
gewissen Idealismus zur Berufs-
ausübung benötigen: also auch
für. Ärzte und Geistliche. Wäre
dem nicht so, könnte man nicht
verstehen, warum die einen ihre
Honorare kassieren und die ande-
ren Kirchensteuer rigoros ein-
treiben.
. Der Lohn. der Arbeit wird mo-
natlich oder wöchentlich in Form
der Lohnauszahlung abgeholt. Der
weitaus höher zu veranschlagende
Gewinn liegt unsichtbar, aber
trotzdem spürbar, im Stolz jedes
Arbeiters, eine Leistung voll-
bracht zu haben. Eine vollbrachte
Leistung aber hebt das Selbst-
bewußtsein, "fördert die inner-
lische Gleichgewicht. Alle drei
liche Befriedigung und das see-
Faktoren zusammen sind wichtige
Stützpfeiler unserer Gesundheit.
Wer einen Beruf nicht nur ge-
lernt hat, sondern ihn mit echter
Berufsbegeisterung ausübt, wird
allen Widrigkeiten des Lebens
und seinen Unannehmlichkeiten
bes ser standhalten können als
einer, der nichts gelernt hat,
nichts arbeitet und daher auch
nichts leisten kann. Nicht um-
sonst spricht auch der Volksmund
von der tödlichen Langeweile.
Wer in seinem Beruf die Erfül-
lung des Lebens findet, in ihm
aufgeht, hat keine Zeit, sich mit
sich selbst zu beschäftigen und
damit zum belächelten Hypochon-
der zu werden. Dies birgt zwar
manchmal die Gefahr in sich, daß
berufsbesessene Menschen die
Symptome schleichend beginnen-
der Krankheiten bewu ßt oder un-
bewußt übersehen. Sie berauben
sich damit der Chance, geheilt
werden zu können. Da aber er-
fahrungsgemäß schwere und bös-
artige Krankheiten weitaus selte-
ner auftreten als leichte, gibt es
viel mehr . Menschen, die infolge
Ausübung eines sie nicht befrie-
digenden Berufes oder auch aus
Trägheit und Faulheit gesund-
heitliche Schäden davontragen.
Auch leichte gesundheitliche Stö-
rungen können infolge überwer-
tung der Symptome allmählich
zur Qual werden. Besonders dann,
wenn der Patient Zeit und Muße
aufwendet, sich mit seinen Lei-
denszuständen zu beschäftigen.
Zeit dafür aber haben alle nicht
im Erwerbsleben stehenden Men-
ehe Patienten, Spitalspatienten,
schen: im Krankenstand befindli- Arbeit sei ein notwendiges übel,
Ruheständler.
Man macht immer wieder die
Erfahrung, daß aktive und mitten
im Beruf ste hende Menschen, so-
bald sie aus irgendeinem Grund
spitalsbedürftig geworden sind,
immer neue und andersartige
Leidenszustände an sich ent-
decken. Die erzwungene Muße
und das Krankenhausmilieu för-
dern diese Entwicklung. Men-
schen, die vom Arzt .gezwungen
werden mußten, sich krank zu
mel den und in Spitalspflege zu
begeben, sind erfahrungsgemäß
später nur sehr schwer wieder in
den Arbeitsprozeß einzugliedern.
Man che Menschen flüchten sich
in die Arbeit, weil sie span nungs-
geladenen häuslichen Verhältnis-
sen entfliehen wollen. Werden sie
arbeitsunfähig oder pensioniert,
tritt die Katastrophe ein: die fa-
miliäre oder die gesundheitliche.
Es kommt sehr häufig vor, daß
Pensionisten, die mit der nunmehr
reichlich vorhandenen Freizeit
nichts anzufangen wissen, plötz-
lich sterben. Die tödliche Lange-
weile hat ein Opfer gefunden.
Sicherlich birgt jede Arbeit ge-
wisse gesundheitliche Gefahren in
sich, es gibt auch besonders ge-
Berufe.
sundheitsgefährdende
Trotzdem kommt jeglicher Arbeit
eine bedeutende gesundheitsregu-
lierende Aufgabe zu. Es ist daher
eine besondere und dankbare
Aufgabe des Arztes, Menschen
nicht nur gesund,' sondern auch
arbeitsfähig zu halten. Die Mei-
nung man cher Menschen, die
ist völlig falsch. Das vorüber-
gehende krankheitsbedingte Aus-
setzen der beruflichen Tätigkeit
gehört nur in wenigen Fäll en zur
Krankheitsbehandlung. Ganz im
Gegenteil, eine lange Reihe von
Krankheiten läßt sich am erfolg-
reichsten mittels einer Arbeits-
therapie behandeln, auch zur
Nachbehandlung schwerer Krank-
heiten und zur Rehabilitation eig-
net sich in besonderem Maße die
Arbeitstherapie. Da viele Men-
schen, besonders solche mit ein-
facher Persönlichkeitsstruktur,
nicht in der Lage sind, neben dem
materiellen Wert der Arbeit auch
deren ideellen und gesundheitli-
chen zu erkennen, sieht sich be-
sonders in der Gegenwart der
Arzt vor Aufgaben gestellt, das
Wi ssen um diese Werte weiterzu-
geben. Dies besonders dann, wenn
im Zuge der Bestrebungen um
,die
Arbeit
als etwas Schädliches und die
Freizeit als Gesundbrunnen pro-
pagiert werden.
Eine Änderung der jeweils üb-
lichen Arbeitszeit für die arbei-
tende Bevölkerung ist jedoch
nicht von wesentlicher gesund-
heitlicher Bedeutung. Weitaus
wichtiger für die Gesundheit wei-
ter Bevölkerungsschichten wäre
eine verstärkte Einflußnahme der
Arbeitnehmerverbände auf jene
Faktoren, die für ein gutes oder
schlechtes ‚Betriebsklima verant-
wortlich sind. Wer von berufli-
chen Sorgen gequält an sein em
Arbeitsplatz steht, wer sich gegen
vermeintliche oder echte Intrigen
wehren muß, wie sie im mensch-
wieder
lichen Zusammenleben immer zu erwählen.
vorkommen, wird, wenn
er- mit seinen Schwierigkeiten
nicht fertig* wird, an einer der
vielen psychosomatischen Krank-
heiten erkranken, die für die mo-
derne Medizin ein immer noch
viel zuwenig erforschtes Gebiet
darstellen.
Ausgeschundene, überforderte
und entwürdigend behandelte
Arbeitnehmer lassen verständ-
licherweise jegli che Arbeitsfreude
vermissen und werden nur wider-
w illig ihren Beruf ausüben. Sie
sehen ihr Heil nur in der Frei-
zeit, den Sonn- und Feiertagen,
dem Urlaub und letzten Endes in
der Pension, womöglich einer vor-
zeitigen Pensionierung.
Manchmal wird den Ärzten ge-
genüber der leise Verdacht er-
hobe n, sie seien an einer Kra nk-
he itspr ophyla xe nicht interessiert,
da eine solc he ihr „Geschäft" stö-
ren würde. Nun, hier wurde wie-
der einmal ein Vorschlag ge-
macht. Für den, der seine verlän-
gerte Freizeit sinnvoll zu gestalten
versteht, ist diese sicherlich
äußerst willkommen. Viele andere
aber — vielleicht sogar die Mehr-
zahl — wissen ihre Freizeit
schlecht zu gebrauchen: Ein Teil
pfuscht, ein anderer verfällt der
Langeweile, wenn nicht gar dem
Alkohol. Ein gesundheitsfördern-
der E ffekt scheint in. einer Ar-
beitszeitverkürzung nicht drinnen
zu sein, eher noch das Gegenteil.
In der Medizin ist es so, daß
der Gesunde der Normalmensch
ist, der bei allen medizinischen
Untersuchungen und Tests nor-
male Befunde ergibt. Die Schwere
der krankhaften Befunde ergibt
der Vergleich mit den Normal-
werten des Gesunden. Der Ge-
sunde ist somit Leitbild
und Vor-
bild.
Auch die Sozialpolitik sollte sich
eher an den Fleißigen und Tüch-
tigen orientieren und diese unter-
stützen, als die Mittelmäßigen und
Fau len als Objekt ihres Schutzes
Arbeit —Gesundheit
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