l HEiMAT
Dienstag, 9. April 1974
Seite 3
„Großen Bahnhof“ gab es gestern in Bregenz - ausnahmsweise
nicht für einen prominenten Besuch, sondern für die Dampflok der
Zillertaler Bahn, die im kommenden Sommer dreimal wöchentlich
Dampf-Sonderfahrten zwischen Bregenz und Bezau auf der Wälder
bahnstrecke fahren wird. Die Lok kam bereits am Samstag an, stand
über das Wochenende auf einem Abstellgleis und wurde am Montag
morgen dem Verkehrsverein Bregenz „übergeben“, der die Buchun
gen für die Sonderfahrten durchführen wird
Die Dampflok gehört der „Europavor“, einem Verein für Freunde
alter Lokomotiven und wurde von den ÖBB gemietet. Zunächst war
sie lange Zeit auf der Zillertaler Strecke — auch einer Schmalspur
strecke — im Einsatz, nun wechselte sie ins Ländle über. Die Lok ist
natürlich schon fahrbereit, sie muß nur noch etwas „salonfähiger“ ge-
gemacht werden; zu diesem Zweck wurde sie gestern nach dem Ab
bracht
lademanöver in die Werkstatt gefahren, wo sie auf Hochglanz ge
wird, um dann mit Inkrafttreten des neuen Sommerfahrplans
(26. Mai) mit ihren Fahrten zu beginnen. -
Die Lok kann für ein Exemplar ihrer Art auf ein recht beträchtliches
Alter hinweisen: Sie wurde im Jahr 1939 in den Barsig-Lokomotivwer-
ken in Henningsdorf bei Berlin gebaut. Sie wiegt 23 Tonnen und fährt
eine Maximalgeschwindigkeit von 30 kmh — also gerade recht, damit
die Fahrgäste die schöne Bregenzerwälder Landschaft richtig genießen
können. Zum bekannten Biümchenpflücken wird es aber doch nicht
Die Lok mit
reichen ... der
Fabriksnummer 14806 kann Waggons mit
maximal 250 Menschen ziehen, immer noch eine ansehnliche Leistung
für das Dampfroß.
Unsere Bilder zeigen: oben links die Montage der Schmalspur
gleise, die eigens verlegt werden mußten, um die Lok von einem Nor
malspur-Tieflader auf die Schmalspurgleise zu bringen, oben rechts
die Lok und nebenstehend gewissermaßen die „Initialen“ der neuen
Bregenzerwaldbahn-Attraktion. (Fotos: Oskar Spang)
Dr.-Lauda-Preis
für RK Egg Festliche Jubiläumssitzung
am vergangenen Samstag bei sehr gutem Besuch abgehal
Egg. Die
tene Jubiläums-Jahreshauptversammlung der Rotkreuz-Rettungsabteilung
Egg gab dem Obmann Ing. Helmut Hammerer Gelegenheit zu einem
Rückblick über das vergangene Vierteljahrhundert. Am 10. 10. .1948 fand
der erste Krankentransport stat t, seither wurden in 13.727 Fahrten nicht
weniger als 900.000 km im Dienste des Nächsten zurückgelegt. Die 35 ak
tiven Mitglieder der Rotkreuz-Abteilung haben im Jahre 1973 nah ezu
7000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet.
> Besonderes Augenmerk wurde der Kursiertem Herbert Meusburger und
Breitenausbildung geschenkt, die sich Sepp Zimmermann wurde hiefür
in Erste-Hilfe-Kursen über die ganze Dank und Anerkennung ausgespro-
Talschaft erstreckte. Den beiden chen. Ing. Hammerer dankte auch
Eineinhalb Jahre Kerker
für Teppichbetrüger
Ende 1970 erschien der 37jährige,
in Wien geborene Anton St oika bei
einem Vorarlberger Unternehmer
und erklärte ihm, er habe gerade in
Lindau in der Spielbank S 60.000,—
verloren und er benötige deshalb
dringend Bargeld. Als Sicherstellung
bot der Wiener Kaufmann Teppiche
als Pfand an und nahm dafür den
erwähnten Betrag in Empfang. Schon
drei Tage später kam der gleiche
„Pechvogel“ wieder zu seinem Dar
lehensgeber und jammerte, daß er
eben verständigt worden sei, daß sei
ne Mutter, die in Wirklichkeit aber
schon vor 16 Jahren gestorben war,
in Wien im Herrn entschlafen sei.
Die 60.000 S habe er schon wieder in
Lindau verspielt, und er benötige
nun noch einmal wenigstens die
Hälfte davon gegen weitere Teppi
che, die er als Pfand zurückließ. Die
Geschichte wurde umso glaubwür
diger, weil kurz zuvor ein Mann bei
dem Vorarlberger angerufen und die
sem mitgeteilt hatte, daß sein Bru
der unzulässigerweise einen Buchara
im Wert von S 100.000,— bei ihm
zurückgelassen habe. Das Prunkstück
war aber in Wirklichkeit nur ein so
genannter Pakistan-Buchara und
hatte einen Wert von nur knapp
30.000
über 3000 Schilling. Die verlangten.
Schilling wurden in bar dem
Bittsteller übergeben, der in der Fol
gezeit nichts mehr von sich hören
ließ.
Nachdem die vorhandenen Teppi
che später von einem Sachverständi
gen im Wert weit niedriger geschätzt
wurden, erstattete der geprellte und
gutgläubige Helfer aus der angeblich
finanziellen Not die Anzeige. Anton
St oika arbeitete mit Mittätern, die
auf ähnliche Weise bereits große Be
trügereien machten, über die wir be
reits berichtet haben. Er selbst wur
de wegen dieser beiden Delikte in
Feldkirch unter dem Vorsitz von
OLGR Dr. Attlmayr über Antrag des
ersten Staatsanwalts Dr. Troll zu
eineinhalb Jahren schwerem und
verschärftem Kerker verurteilt. Der
Beschuldigte war mehrmals wegen
Betrügereien vorbestraft, er bekann
te sich auch in beiden Fällen für voll
schuldig und gab sogar zu, daß er
das Telegramm, wonach seine Mut
ter gestorben sei, selbst gefälscht ha
be, um leichter ein Darlehen heraus-
locken zu können. Ein Paradebeispiel
dafür, daß der heimische Fachhan
del nicht zu Unrecht manchmal recht
laut und deutlich vor solchen „Ge
legenheitskäufen“ warnt.
seinen
.......... ....... Justitia«
Egger Mitbürgern, die sich bei
der alljährlichen Maisammlung zur
Verfügung stellen und helfen. In
Bizau werden mit der Aufgabe des
Sammelns jeweils die Jungbürger
betraut.
Enorme Aufgaben bringt der Rot
kreuz-Abteilung der Neubau des.
Rettungsheimes. .Durch großen Ar
beitseinsatz, den Verkauf von Bau
steinen, rund 50 Vorführungen der
von Risch-Lau gratis zur Verfügung
gestellten Tonbildschau, wobei die
AKM leider nicht auf die von den
Einnahmen fälligen Abgaben zugun
sten des RK verzichten konnte,
durch großzügige Förderung einzel
ner Firmen, wie der Bergbahnen
Mellau, heizbösch und Eurospan
werke, konnte die RK-Abteilung
wesentlich zum Gelingen des großen
Werkes beitragen.
Besondere Anerkennung verdient
Ing. Helmut Hammerer, der in un
ermüdlichem, persönlichem Einsat z
Planung und Bauleitung durchführt,
und darüber hinaus in sämtlichen
Gemeindevertretungen des Bregen
zerwaldes die überörtliche Bedeutung
des neuen Rettungsheimes präzisier
te, Wenn sich mit einer einzigen
Ausnahme sämtliche Gemeinden fi
nanziell beteiligen, ist das nicht zu
letzt sein Verdienst.
Der Präsident des' Landesverban
des, Dr. Otto Burtscher, bezeichnete
denn auch die Leistungen der Rot
kreuz-Abteilung Egg als beispielhaft.
Ehrungen und Dank
Der RK-Fahrer Helmut Wir
thensohn,, soeben von einem im Dien
ste des RK erlittenen, schweren
Verkehrsunfall genesen, erhielt für
seine seit dem Jahre 1948 ausgeübte
verdienstvolle Tätigkeit das goldene
Dienstjahrabzeichen, das silberne
wurde an Toni Eimenreich und Josef
Feuerstein verliehen, Klaudia Wir
thensohn, Rita Eimenreich und Ka
tharina Hammerer wurden mit dem
bronzenen Verdienstabzeichen ge
ehrt.
Sichtbare Anerkennung und Hö
hepunkt der Jahreshauptversamm
lung war die Überreichung des Dr.-
Verzögerter
Lauda-Preises für die RK-Ret-
Bau für Unterführung
an der ,Bärenkreuzung' in Feldkirch?
Feldkirch (VN - elv) Mitten in die Hauptsaison wäre auch der
. Baubeginn der Fußgängerunterführung im Bereich der Feldkircher
Bärenkreuzung gefallen. Damit soll mit 2,5 Mill. S eine Dreiecksver
bindung zwischen dem Köckhaus, dem Gebiet vor der Bezirkshaupt
mannschaft und dem Gelände zwischen dem Hotel „Bären“, und der
Widnau unterirdisch erschlossen werden. Die erste Ausbaustufe
hätte eine ■ Straßenhälfte der Verbindung Bregenz—Arlberg auf
Seite des Köckhauses unterbrochen, während der Kabelverle-
gungs-, Aushub- und Bauarbeiten hätte man den Verkehr größten
teils durch die . Waldfried- und Wichnergasse umgeleitet. Die zweite
Ausbaustufe hätte den Verkehr auf der Bärenkreuzung praktisch
bis auf eine von vier Fahrspuren lahmgelegt, geeignete Umleitungs
möglichkeiten hätten. sich wiederum über die; Wichnergasse und
im Bereich des Bauprojektes selbst angeboten. '
Während man sich.in. der Stadt Feldkirch recht optimistisch
gab, die neuerliche und zusätzliche Belastung auch während der
Saison ertragen zu können, plädiert das Landesstraßenbauamt für
einen Baubeginn erst im Herbst, weil die Durchzugsstraßen derzeit
ohnedies schon durch verschiedene Bauarbeiten beeinträchtigt seien.
Vorläufig, können jedenfalls noch die Autofahrer den Knotenpunkt
zwischen Arlberg, Liechtenstein und. Bregenz unbehindert, passieren.
tüngsabteilung durch Dr. Burtscher
an den Kommandanten Ing. Helmut
Hammerer. "
Der Landeskatastrophenbeauftrag
te Raimund Loadcer informierte die
Versammlung über die kommende
Stationierung eines Katastrophen
anhängers in Egg, der Landeslehr
beauftragte Raimund Matt erwähnte
bildung
unter anderem die kommende Aus
der RK-Helfer für Haus
krankenpflege.
Prim. Dr. • Hämmerle vom UKH
Bregenz, Bürgermeister Richard Nat
ter, Hanns Josef Metzler von der
RK-Abt. Andelsbuch brachten ihre
Verbundenheit zum Ausdruck und
LAbg. Dr. Sutterlüty dankte in herz
lichen und anerkennenden Worten
für die ganze Talschaft.