Die Zukunft hat schon begonnen:
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Montag,
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Sonnenstrahlung, als Energiequelle bisher kaum gebräuchlich, ist um-
weltfreundlich und unerschöpflich. Eine sauberere Art der Energiegewin-
nung ist kaum vorstellbar. Seit .nunmehr zwei Jahren befaßt sich ein
Team von Wissenschaftern der Universität Minnesota und der Honeywell
Inc. mit der Nutzbarmachung der Sonnenenergie. Finanziert wird das
dati on" (NSF). Seit Anfang dieses •
Projekt von der „National:Science Foul'
.
verfügt Honeywell über ein transportables Laboratorium, das sich
Jahres,
zur Zeit auf einer Reise durch die nördlichen 'Klimagebiete der USA be-
findet.
daten liefern, die für alle interessant
sein werden, die sich mit Sonnen-
energie befassen",- führte Dr. Sutton
weiter aus.
Das Kollektorensystem nahe der
Schule bedeckt -eine Flä che von ca.
550 qm. Wichtigster Bestandteil der
Plattenkollektoren ist eine Absorber-
•
platte, die die therMiSChe Energie der'
Sonne absorbiert. In dieser Platte
zirkuliert eine Wasser-Glykol-Mi-
sc hung, die auf ca. 70 Grad Celsius
erwärmt wird. Die mittels Wärme-
austauschern gewonnene Energie
wird sodann als Ergänzung der be-
stehenden Heizungsanlage zur Was-
ser- und Lufterwärmung verwendet.
Dr. Leroy Norsted, der zuständige
Schulinspektor, meinte, daß man die
Anlage auch nach Beendigung der
Tests betreiben werde, denn so meinte
er, „was wir bisher gesehen haben,
rechtfertigt bereits eine diesbezügli-
che Entscheidung". Man darf ruhig
annehmen, daß noch in diesem Jahr-
hunde rt 30-50 Prozent aller Ge bäu-
de in den Vereinigten Staaten mit
Sonnenenergie beheizt und klimati-
siert sein werden.
In diesen Tagen wird Honeywell
auch eine von der NASA mit 5 Mill.
Schilling dotierte Studie abschließen,
die über die beste Konzeption eines
Kraftwerkes zur Umwandlung von
Sonnenenergie in Elektrizität Aus-
kunft geben soll. Honeywell-Wissen-
schafter sind der Meinung, es sei
durchaus möglich, innerhalb der bei-
den nächsten Jahrzehnte ein Sonnen-
Kraftwerk in Betrieb zu nehmen.
Natürlich kann heutzutage noch kein
anderer Energieträger durch Sonne n-
energie vollständig ersetzt werden,
der Einsatz derartiger Systeme zur
teilweisen De ckung des Energiebe-
darfs kann jedoch bereits wirtschaft-
lich als durcha us vertretbar angese-
hen werden.
Kalkutta: 1 Million Inder
Mit den rechtlichen Problemen der künstlichen Befruchtung beschäftigt
„lebt" auf den Straßen
eine.
sich seit einigen Monaten
Kommission britischer Wissenschafter, Po-
litiker, Juristen und Theologen. Im Auftrag der Gesellschaft zur Förde-
für,
rung der Wissenschaften versucht sie, gesetzliche Grenzen
den Betrieb
von Spermabanken, für Organverpflanzungen und andere medizinische
Entwicklungen zu ziehen, die längst nicht mehr in den Bereich der
science fiction verwiesen we rden können . Schon gibt es in England
ernstzunehmende Vorschläge, unter der Leitung des staatlichen Gesund-
heitsdienstes Samenbanken und Stationen für künstliche Befruchtung
einzurichten. Doch welche Garantien könnten gegeben werden, daß ge-
spendetes Sp erma gesund oder ein Spender nicht „Vater" vieler hundert
Kinder würde?
Ein verheerender Sturm verwüstete in der Nähe von Chicago mehrere Flugzeughangars. Neben dem riesigen
Sachschaden an Gebäuden, Flugzeugen und sonstigen Geräten war durch das Einstürzen mehrerer Hangars
Das Forschungs-Laboratorium be-
auch ein Menschenleben zu beklagen. Der Sacbschadep geht in die Millionen Dollar. (Funkbild: VN/U PI)
steht aus zwei mobilen Einheiten.
Eine beherbergt die technischen Ein-
richtungen zur Umwandlung der
Sonnenenergie, außerdem eine kom-
ple tte Wetterstation, die andere —
ein 16 m langer Bürowagen — re-
präsentiert ein Gebäude, das mit
durch Sonnenstrahlung erwärmtem
Wa sser versorgt und beheizt wird. 64
Plattenkollektoren mit einer Gesamt-
oberfläche von ca. 58 qm nehmen die
Sonnenstrahlung auf. Sie sind mit
Sp ezia lglas und Kunststoff abgedeckt
und enthalten Wärmeaustauscher, in
denen Wasser durch die Sonnenein-
strahlung auf etwa 90 Grad Celsius
erwärmt wird. Das heiße Wasser wird
in zwei 1800 Liter fassende Speicher
geleitet, aus denen die konventionelle
Warmwasserheizung des Labors ver-
sorgt wird. Die Speicherkapazität ge-
nügt, um das Labor, das etwa die
Größe eines kleinen Eigenheimes hat,
mit der tagsüber aufgenommenen
Energie für 24 Stunden auf 21 Grad
Celsius zu erwärmen. Die ermittelten
Daten werden mittels Computer in
der Honeywell-Zentrale in Minne-
apolis ausgewertet, um über die Ver-
wendbarkeit von Sonnenenergie für
Heizungszwecke in den nördlichen
Regionen der USA Klarheit zu ge-
winnen. Im Sommer werden weiters
zwei durch Sonnenenergie gesteuerte
Klimaanlagen instattiert, .mit denen
dann die Tests fortgesetzt werden.
Ende April nahm auch eine mit
Sonnenenergie betriebene Heizungs-
anlage in einer Mittelschule in
einem. Vorort von
Brooklyn Park,
Minneapolis, den Betrieb auf. -„Die
soll-
Versuchsanlage
die konventio-
nelle Heizungsanlage ergänzen und
Energie- und Kosteneinsparungen er-
zielen",erklärte Dr. M. A. Sutton,
Generaldirektor der Honeywell-For-
schungsabteilung. „Das Programm
wird Betriebs- und Instandhaltungs-
Hitze, Kälte und Regen — so sieht
die tägliche Realität für Hundert-
tausende Menschen in der indischen
Stadt Kalkutta aus. Mehr als zwei
Millionen • der insgesamt acht Mil-
l ionen Einwohner Kalkuttas leben
in Slums, davon mindestens 200.0 00
praktisch auf der Straße. Das sind
aber nur offizielle Schätzungen. In
Wirklichkeit dürften wahrscheinlich
rund eine Million Obdachlose die
Straßen der Stadt bevölkern. Ge-
naue Zahlen werden wohl niemals
vorliegen, da zahlreiche Obdachlose
auf ständiger Wanderschaft sind und
häufig auch in ande re Städte „übe r-
siedeln".
Abgesehen von „berufsmäßigen"
Bettlern setzen sich die „Bewohner
der Straße" vor allem aus Bau-
arbeitern zusammen, die von Bau-
stelle zu Baustelle ziehen. Das Leben
der Obdachlosen hat seine eigenen _
strengen Regeln.
Wie aus einer im Auftrag der
indischen Regierung durchgeführten
Untersuchung hervorgeht, leben die
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Fe rtig installiert ist die mit
1000
Sonnenenergie betriebene
Versuchs-Heizungsanlage von
Honeywell an einer Mittel-
schule nahe Minneapolis
(USA). Im Vordergrund die
246 Kollektoren, durch die
eine Wasser-Glykol-Mischung
zirkuliert, bis sie auf ca. 70
Grad Celsius erwärmt ist. Die
dar aus durch Wärmeumwand-
1er gewonnene Energie wird
für die Beheizung und Klima-
tisier ung der S chule verw en-
det (oben). Honeywell-Techni-
ker befestigen die aus Spe-
zialglas und Kunststoff beste-
hende Abdeckplatte auf ei-
nem Sonnen-Kollektor. Be-
richt über die Gewinnung von
Energie aus der Sonnenstrah-
lung nebenstehend (rechts).
Phantastischer noch, aber keines-
wegs unmöglich: Was geschähe,
wenn plötzlich kommerzielle Sper-
mabanken entstünden. Was, wenn
Pop-Stars und Fußballhelden be-
geisterte weibliche Fans mit ihren
Samen — per Reage nzgla s — be-
glücken wollten? Es ist keineswegs
von der Hand zu weisen, daß sich
nicht unz ählige Frauen einen kleinen
Tom Jones oder einen kl einen
Beckenbauer wünschen.
All das klingt vielleicht noch ein
wenig nach Zukunftsmusik, doch die
Mitglieder des Ausschusses sind sich
einig, daß die gesetzlichen Grundla-
gen für solche Entwicklungen schon
heute geschaffen werden müssen. Sie
verweisen darauf, daß bereits die
Nachkommenschaft zählt? Was ge-
derzeitige Gesetzeslage unrealistisch
schieht gar, mit den Kindern_aus der
Retorte?
Diese Probleme in den Griff zu
bekomMen, bevor sie wirklich akut
werden, hat sich der Expertenaus-
schuß zur Aufgabe gestellt. Wie
schnell dabei die Anstrengungen der
Legislative von der Realität, über-
holt werden, zeigt sich am Beispiel
der Organverpflanzungen. Im Vor-
jahr billigte die britische Regiening
die Ausgabe von einer Million Spen-
derkarten an Personen, die sich be-
reit erklären, im Fall eines Unfall-
todes ihre Nieren für eine Über-
tragung zur Verfügung zu stellen.
De nnoch ist im tatsächlichen Tode s-
fall noch immer die Zustimmung der
Verwandten erforderlich und häufig
nicht zu erhalten.
"
"Der Fußgänger
prämiert
Die 24. Internationalen File
festspiele Berlin sind am Freitag
abend durch den Berliner Regie-
renden Bürgermeister Klaus
Schütz eröffnet worden. Um den
„Goldenen Bären" kämpfen im
Wettbewerb 21 Länder mit 23
Spiel- und 16 Kurzfilmen sowie
einem Dokumentarfilm. Parallel
zum Wettbewerb findet zum vier-
ten Male wieder das „Forum des
jungen Films" statt, in dem vor-
wiegend
junger
vorgestellt
Filme w er de.
Regisseure
Am Samstag wurde auf der
Berlinale der „Deutsche Filmpreis
1974" verliehen. Die „Goldene
Schale", die seit 12 Jahren nicht
mehr vergeben w orden ist, erhielt
"DerproFgurßagmämngfeül
salpsielfbilemster
‘envdoenr
Maximilian Schell. Die damit ver-
bundene Prämie beträgt 500.000
Mark. Je ein Filmband in Silber
gitte Bardot, Produk-
vergab die Jury für die
tionen „Der Lord von Barmbeck"
(Regie: Ottokar Runze) sowie für
s„Dpieenlhlaanndgleunr:gJ.a7ner"
als bester
programmfüllender Film ohne
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Dieter Borsche, Pund
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Kameramann
helm Thiele, der
Friedel Behn-Grund, der Kane
nist Werner Eisbrenner und die
Filmwissenschafterin Lotte Eis'
meisten von ihnen in Gruppen von
ner.
vier oder fünf. Die Frauen bringen
sich meist mit Prostitution durch. Die
Bettler sind ihre Zuhälter.
Der Winter ist für die Obdachlosen
eine bittere Zeit, die Temperaturen
sinken in manchen Nächten bis unter
den Gefrierpunkt. Am Morgen findet
man dann Dutzende Erfrorene auf
den Straßen. Und die Monsunregen,
die die Außenbezirke von Kalkutta
in Schlammwüsten verwandeln, trei-
ben die Obdachlosen zusammen mit
streunenden Kühen, Hunden und
Katzen in Scharen unter Haustore
sei — so sind Kinder, die auf die
und Brücken.
künstliche Befruchtung einer Frau
zurückgehen, weil der Mann zeu-
gungsunfähig ist, nach geltender bri-
tischer Rechtssprechung illegitim.
Schon zeigen sich Möglichkeiten,
das Geschlecht eines ungeborenen
Kindes zu bestimmen und zu beein-
flussen, von der Veränderung der
Erbanlagen ganz zu schweigen. Bei-
des kann enorme Auswirkungen ha-
ben.
Wo liegt die Grenze zwischen der
Korrektur einer genetischen Fehl-
entwicklung und der Züchtung einer
„Superrasse", fragen sich die Wis-
senschafter besorgt, und was ge-
schähe in einem Land, in dem, wie
zum Beispiel in vielen S taaten des
Mittelmeerraums, nur die männliche männliche