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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Eine echte Weltrarität — ganz besonders in unseren Breitengraden 
— ist auf der Insel Mainau zu besichtigen. Eine Seychellen-Nuß. 
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Erfolgreiche Umweltbemühungen: 1329 Gemeinden 
mit 4,8 Mill. Einwohnern mit Müllversorgung 
Die Hochschule St. Gall en feierte am vergangenen Wochenende 
ihren 75. Geburtstag. Unser Bild zeigt von rechts: Bundesrat Furg- 
ler, Rektor Siegwart und Regierungsrat Geiger. 
(Foto: Keystone) 
  
Pfitscherni roje kt 
  
Eine neue Nord-Süd-Trasse im Gespräch — Mautpflicht? 
	 
Mutter Helvetias Spätgeburt. kehrszentren der 
(Karikatur: Zehentmayr) 
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Dienstag, 25. Juni Int 
Honn r 
soit qui mal y pense 
(PFW) Was für Frauenfeld recht 
ist, soll am Bodensee bil lig sein, 
könnt e man sagen — für beides aber 
gilt „hon ny soit qui mal y pense" 
oder „ehrlos ist, wer schlecht davon 
denkt". Jener Weltreisende aus 
Frauenfeld, der letztes Jahr eine 
Seychellennuß mit in die thurgau- 
ische Metropole gebracht hat, war 
Gartendirektor Josef Raff von der 
Insel Mainau sicher nicht bekannt, 
als er sich erfolgreich bemüht hat, 
diese sonderbaren Gebilde in eini- 
gen Exemplaren für die exotische 
Pflanzenschau auf der Insel Mainau 
zu erwerben. 
dieser Nüsse, die ein Ge- 
Fünf 
Die Arbeitsgemeinschaft Pfitscher- 
Joch-Straße, der Straßeninteressenten 
aus Nord- und Südtirol angehören, 
beschäftigte sich in einer Sitzung in 
Mayrhofen mit den nächsten Projek- 
ten dies er Straßenverbindung. In 
Südtirol sind bereits zwei Bauab- 
schnitte di eser Nord-Süd-Verbindung 
zwischen Sterzing und See in Arbeit, 
die noch bis Jahresende fertiggestellt 
sein sollen. 
Für das Zwischenstück von etwa 
500 Meter Länge sind etwa 87 Mil- 
lionen Lire notwendig, die Finanzie- 
rung ist allerdings noch nicht ge- 
sichert. In Ausarbeitung ist derzeit 
das Teilstück bis zur Ortschaft Stein 
vor 
dem Pfitscher Joch. 
Auf der Nordseite der Straßen- 
verbindung ist derzeit das Projekt 
für den Au sbau der Schluchtstrecke 
zwischen den Zemmgründen und dem 
Schlegels bis zum Pfitscher-Joch, in 
wicht bis zu 20 Kilogramm erzielen 
Ausarbeitung. Die Finanzierung die- 
können, sind derzeit als Sehens- 
würdigkeit in einer Glasvitrine zu 
bestaunen. Wenn eine gewisse frap- 
pante Ähnlichkeit mit einem sonst 
diskret verhüllten und zum Sitzen 
benötigten Körperteil unverkennbar 
ist, muß doch daran erinnert wer- 
den, daß diese Frucht der Natur ein 
ebenso schöpferisches Gebilde ist, 
das ja in der Kunst schon längst 
Einzug gehalten hat und immer wie- 
der begutachtet und bestaunt wird. 
Die Seychellennußpalme hat ihre 
Heimat auf den Seychellen-Inseln 
im Indischen Ozean auf halbem 
Wege zwischen dem ostafrikanischen 
ses Teilstückes hängt vom Bund ab, 
der die Bewilligung des Teilprojek- 
tes vorläufig abgelehnt hat. 
Bei der Finanzierung durch das 
Bautenministerium würde diese Tras- 
se auf Nordtiroler Seite erst in etwa 
fünf bis sechs Jahren fertiggestellt 
werden können. Die Nordtiroler Ver- 
treter in der Arbeitsgemeinschaft ha- 
ben sich daher entschlossen, den 
Bund um die Genehmigung einer 
Gesellschaftsgründung zu ersuchen, 
um mit dieser Gesellschaft das Teil- 
stück bauen zu können. 
An der Gesellschaft wären das 
Land Tirol, die Gemeinden Mayr- 
hofen und Finkenberg und die Tau- 
ernkraftwerke beteiligt. Um den Ge- 
meinden ihre Investitionen zurücker- 
statten zu können, ist daran gedacht, 
für die Benützung dies er Str aße bis 
zum Pfitscher 'Joch Mautgebühren 
M ombasa und dem indischen Bom- 
einzuheben. 
bay. Sie erreicht eine Höhe von über 
30 Meter und bringt ihre Früchte 
erst nach 25 Jahren zur Reife. Die 
sehr eigenartig geformten Nüsse 
galten lange als legendenumrankte 
Kuriosität geheimnisvollen Ursprun- 
ges, die noch im 18. Jahrhundert 
Rätsel über ihre Herkunft aufgaben 
und zu Dutzenden an die indische 
Westküste angeschwemmt wurden. 
Prinzen und hohe Potentaten be- 
zahlte n hohe Preise dafür, und die 
Legende weiß zu berichten, daß ein 
Fürst einmal für eine einzige Sey- 
chellennuß ein ganzes Schiff samt 
Ladung und Mannschaft einge- 
tauscht habe. Der Überzeugung der 
damaligen Erdenbewohner nach 
kon nte das weißliche Fleisch der 
unförmigen Früchte Krankheiten 
heilen, Gift neutralisieren und die 
Manneskraft stärken. 
In unseren Breitengraden hat die 
Seychellenpalme keine Lebenschance, 
es sei denn, in tropischen Gewächs- 
häusern unter extrem günstigen 
klimatischen Bedingungen — große 
Hitze und große Luftfeuchtigkeit — 
wie zum Beispiel in Tübingen. Auf 
der Insel Mainau will man von 
einem Experiment absehen, das 
mißlingen mü ßte, selbst wenn dort 
die klimatischen Bedingungen und 
auch die Pflege, die man allen Pflan- 
zen angedeihen läßt, vorzüglich sind. 
Man beläßt es dabei, den Besuchern 
— in diesen Tagen dürfte bald die 
500.000-Grenze erreicht und über- 
schritten sein — diese Weltexklusi- 
vität zu zeigen. 
Liechtenstein mit eigenem 
Reisefü hrer 
So klein das Fürstentum ist und 
so sehr es — ganz zu Unrecht — nur 
als Durchfahrtsland angesehen wird 
— der bekannte Reise- und Karten- 
verlag Polyglott hat Liechtenstein 
jetzt einen eigenen Band gewidmet. 
Das Land ohne Soldaten und fast 
ohne Steuern, mit einem einzigen 
B ahnhof und ohne Flugplätz ist 
mehr als ein „Durchgangsland". Je- 
denfalls wurden seine Schönheiten 
auf 64 Seiten mit 40 Illustrationen 
und 17 Karten und Plänen beschrie- 
ben. Nicht nur das internationale 
Geschäftszentrum Vaduz und die be- 
rühmten Briefmarken, sondern auch 
die „Galerie Liechtenstein", die Ge- 
mäldesammlung ersten Ranges. 
Radio Vaduz — 
ein Projekt unter vi elen 
Ähnliche Stimmen, wie sie vor 
einigen Wochen der liechtensteini- 
sche Landtagsvizepräsident, Dr. 
Gera rd Batliner, im Landtag be- 
züglich des jüngsten Radio-Pro- 
jektes verlauten ließ, sind in 
jüngster Zeit auch in höchsten 
Kreisen zu vernehmen. Diese 
Stellen, so ist zu hören, denken 
gar nicht daran, durch das Radio- 
Projekt der Fa. Frey AG die gu- 
ten Beziehungen zwischen Vorarl- 
berg und auch der Schweiz aufs 
Spiel zu setzen. Vielsagend wird 
nur vermerkt: Auch dieses Pro- 
jekt ist eines von vielen. 
Optischer Höhepunkt der Fest- 
veranstaltungen im Jubiläumsjahr 
wird zweifellos das „Historienfest" 
am 13. und 14. Juli sein. An diesen 
Tagen wer den Bürger der Stadt an 
Plätzen Festszenen aus der beweg- 
ten Vergangenheit Rothenburgs auf- 
führen: Die Erhebung zur Reichs- 
stadt im Jahre 1274, die Glanzzeit 
Rothenburgs in der zweiten Hälfte 
des 14. Jahrhunderts unter Bürger- 
meister Toppler, die Zeit der Zünfte 
und der Bauernkriege um 1500, die 
Eroberung durch General Tilly im 
Bei einer im Mai d. J. in Regens- 
Jahre 1631, den „Meistertrunk" des 
dorf stattgefundenen schweizerischen 
Fachtagung unter dem Motto „Ge- 
ordnete Deponien — in Theorie und 
Praxis" k onnte man erfahren, daß 
die seit Jahren fortgesetzten Bemü- 
hung en der „Aktion saubere 
Schweiz" beachtliche Fortschritte ma- 
chen. 
Es gab mit Stichtag 1. 1. 1974 in 
der Schweiz bereits 15 Müll-Verbren- 
nungsanlagen mit Wärmeverwertung, 
denen 290 Gemeinden mit mehr als 
2,4 Mill. Einwohnern angeschlossen 
sind. Neben diesen .Anlagern gibt es 
27 Verbrennungsanlagen ohne Wär- 
meverwertung mit 274 angeschlosse- 
nen Gemeinden und mehr als 1,2 
Mill. Einwohnern. Es bestehen be- 
reits 4 einfache Kompostieranlagen, 
11 kombinierte Kompostier/Verbren- 
Das Wirtschaftsförderungsinstitut 
der Tiroler Handelskammer veran- 
staltet in Zusammenarbeit mit dem 
Amt der Landesregierung vom 21. 
Juni bis 29. September im Saal der 
Tiroler Handelskammer eine Ausstel- 
lung unter der Devise „Lebensraum 
Tirol". 
Tirol ist ein kleines Land im Ge- 
birge mit großen Vorzügen, wurde 
erklärt. Es ist der Lebensraum für 
eine halbe Million Menschen, die von 
vielen Millionen darum beneidet 
werd en. Es liege in der Hand der Landschaft durch Energie, 
Tiroler, daß dies auch so bleibt. 
Der Lebensraum sei in Tirol leider 
sehr knapp. Nur 11 Prozent des Lan- 
. 
Bürgermeisters Nusch zur Rettung 
der Stadt, die Übernahme durch 
Bayern im Jahre 1802, das Bieder- Verfügung gestellt. Die 
meier und schließlich die jüngere 
Entwicklung ab dem Einsetzen des 
15 Tourismus'. 
den sonstigen Veranstaltun- 
Von 
gen sind vor allem die Hans-Sachs- 
Spiele, der berühmte Schäfertanz und 
die Meistertrunk-Aufführungen zu reits bisher besuchten rund eine Ma,, 
erwähnen. 
Anläßlich des Jubiläums ließ die 
Stadt nach einem Entwurf des 
Münchner Bildhauers Nida-Rümelin 
 deren 
20.000 versilberte Medaillen prägen, 
Vorderseite Rudolf I. Mit 
Krone, Szepter und Reichsapfel (nach 
bayri- 
einer Darstellung aus dem 
schen Staatsarchiv) sowie das Datum 
des Reichsstadt-Privilegs schmückt. 
Auf der Rückseite befindet sich eine 
s tilis ierte Meria n-Sil ho uette nebst. 
Stadtwappen. 
Die Vorbereitungen für die Feier' 
am 18. Mai im Kaisersaal des Rathauses statt. lichkeiten dauerten eineinhalb Jahre. 
Jubiläumsveranstaltungen 
Für die 
- 
hat die Stadt zusätzlich zum nur 
zur 
malen Werbebu dg et 200.000 DM 
stilgetreuen 
historischen Kostüme wurden MO' 
vaten Nähstuben geschneidert. 
Rothenburg ob der Tauber, die 
„magische Stadt" des deutschen Mit' 
Jubiläumsjahr 
telalters, erwartet im 
einen neuen Besucheransturm. B,," 
" 
12.50u 
lion Touristen jährlich das nur 
Einwohner zählende Rothenburg, 
eines der wichtigsten Fremdenver" 
Bundesrepublik 
Das mittelalterliche deutsche Städtchen Rothenburg ob der Tauber 
Deutschland, 
feiert heuer das 700-Jahr-Jubiläum seiner Erhebung zur „Fr eien Reichs- 
stadt". Den Auftakt der für insgesamt vier Monate anberaumten Feier- 
lichkeiten bildete vor einiger Zeit eine Bürgerversammlung in histori- 
schen Kostümen auf dem Marktplatz der Stadt, auf der das von Kaiser 
Rudolf L Rothenburg am 15. Mai 1274 gewährte Reichsstadtprivileg ver- 
lesen wurde. Der offizielle Festakt unter der Schirmherrschaft von Mini- 
ster Vogel fand im Beisein prominenter Gäste, aus dem In- und Ausland 
nungsanlagen, 8 geordnete Deponien 
ohne Zerkleinerungsanlagen und 2 
geordnete Deponien mit Zerkleine-, 
rungsanlagen, an denen 297 Gemein. 
den mit mehr als 1,1 Mill. Einwoh- 
nern beteiligt sind. 
Insgesamt sind allen diesen An- 
lagen bereits 1329 Gemeinden mit 
4,8 Mill. Einwohnern angeschlossen, 
Trotz dieser in keinem anderen Land 
erreichten Dichte von Müllbeseiti- 
gu ngsanl agen gibt es, wie bei der 
Tagun g festgestellt wurde, in der 
Schweiz aber noch immer Tausende 
von wilden Kehrichtdeponien, Allein 
im Kanton Zür ich wurden im Rah- 
men einer Großaktion im vergange- 
nen Sommer/Herbst rund 8000 Ab• 
lagerungsplätze aufgestöbert, kata- 
logisiert, beurteilt und auch fotogra- 
fiert. 
Tirols Le ensraum knapp 
Eine Ausstellung über die Bodenverknappung 
des, einschließlich der landwirtschaft- 
lichen Nutzungsfläche, eignen sich zu 
dauernder Besiedelung. Ein be- 
trächtlicher Teil dieser Fläche wur- 
de bereits verzehrt. Tirol ist schon 
stark verbaut und zersiedelt. Man 
werde in Zuk unft mit jedem Qua- 
dratmeter Boden rechnen müssen, 
ehe man darauf etwas baut. 
Die Ausstellung versucht, die Pro• 
bleme in vier Themenkreisen zusam- 
menzufassen: Verbauung und Zer- 
siedelung Tirols, Eingriffe in die 
Fremden- 
verkehr und Industrie, Eingriffe 
durch den Straßenbau und Umwelt- 
belastungen. belastungen.
	        
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