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Donnerstag,
27.
Juni 1974
Nummer 147 - 30. Jahrgang
•
Auflagenstärkste und 'partelunabhängige Tageszeitung für das Land *Vorarlberg
Eigentümer, Herausgeber u. Verleger: E. Ruh & Co., Bregenz, Tel. 2 42 56*, 2 23 54, Anzeigen 2 3315, 2 2151, Tel ex: VGA 710
der WM-Zwl-
Erscheinungsort - Verlagspostamt 6900 Bregenz - Abonnement monatlich S 44,50, Einzelpreis S 2,—, Samstag S 3,— • P.b.b.
Die ersten Spiele
schenrunde, die gestern ausge-
tragen wurden, brachten folgende
Ergebnisse: G ruppe A: Holland
gegen Argentinien 4:0, Brasilien
gegen DDR 1:0. — Gruppe B: Po-
len — Schweden 1:0, BRD gegen
Jugoslawien 2:0. Demnach führt
In der Gruppe A Holland vor Bra-
der'
'sielen, in
BRD..
Gruppe 8 die
vor Polen.
blei en artner
USA
ummer eins für
Länder Westeuropas
Im NATO-Hauptquartier in Brüssel fand gestern vormittag die feierliche Zeremonie der Besiegelung der
Atlantischen Deklaration s tatt, an der neben europäischen Staatschefs auch US-Präsident Nixon teilnah-
men. Nixon machte in Brüssel Zwischenstation auf seinem Weg nach Moskau. Das NATO-Abkommen ist vor
(Funkbild VN/UPI)
einer Woche in Ot tawa nach 14 Monaten endgültig ausgehandelt worden.
Erstmals nach 17 Jahren
Die gestrige
Brüssel/Bonn —
Konferenz der 15 NATO-Länder
in Brüssel, die mit . der -Unter-
zeichnung der neuen atlantischen
Deklaration ihren unbestreitbaren
Höhepunkt fand, ist von vielen
Beobachtern bereits vor dem
spektakulären Ereignis auf höch-
ster Ebene mit viel Vorschuß-
lorbeeren bedacht worden. Da ist
Von „VN"-Korrespondent
Bernd-Dieter Fridrich
die Rede vom Ende amerikanisch-
europäischer Querelen, von einem
totalen Neubeginn atlantischer
Partnerschaft, die John F. Ken-
nedy einst beschwor, ohne daß
sein Angebot von 1963 auf frucht-
baren Boden gefallen wäre.
Gewiß, es ist seit 17 Jahren das
erstemal wieder, daß die Regie-
rungschefs der NATO-Staaten an
einem Ort zusammenkommen.
Jedoch ein recht aufwendiger
Nachtisch zum Silberjubiläum der
Allianz, wenn man bedenkt, daß
die Außenminister schon vor einer
guten Woche in O ttawa das ge-
sagt haben, was zu sagen war.
Neues konnte Brüssel nicht mehr
bringen.
Der Watergate angeschlagene
US-Präsident Nixon versucht
nach seiner jüngsten Nahost-
mission auf den Spuren seines
weniger glücklosen Außenmini-
sters Henry Kissinger jetzt auf
der Durchreise zum dritten Ge-
spräch mit Kreml-Chef Bresch-
new, seinem Image daheim im
eigenen Land wieder etwas von
dem Glanz zurückzugeben, in dem
Eisenhowers Vize , dereinst :er-
strahlte. Nixon. braucht einfach
eine neue Politur.- Und doch sollte
man damit das Brüsseler .Rendez-
vous der Staats- und Regierungs-
chefs nicht mit -der linken Hand
abtun. .
Entspannungspolitik
Die
' läßt
sich nur — für Europa — mit der
Sicherheit amerikanischer Rük-
kenstärkung gutheißen. Nixon
und Breschnew werden nach der
Atlantik-Deklaration nur mich
schwerlich bilateral etwas 'aus-
handeln können, was nachher mit'
europäischem Kleingeld zu be-
zahlen wäre. Amerika garantiert
seine., Truppenpräsenz in Europa
und erneut seine Sicherheits-
garantie für unseren Kontinent.
Das 'ist nicht eben weni g. Die
Optimisten sollen recht behalten,
völkerung ': würde : 'daß das Gezänk diesseits und jen-
seits des Atlantik end lich- für
. immer •begraben ist.: Eine wich-
tige Grundlage dafür ist sicher
das wohlverstandene amerikani-
sche Eigeninteresse, das auch
gesetzt:und verschärft künftig-nicht, sel ten über dem der
ählen Steiermark und
Vorarlberg am selben Tag?
„Treffpunkt
Graz (APA) Bei einer weiteren Veranstaltung der Reihe
Landeshauptmann" nahm gestern Landeshauptmann Dr. Niederl in Knit-
telfeld abermals zum'Termin der nächsten Landtagswahlen in der Steier-
mark Stellung und vertrat seine schon am .Vor tags angekündigte Meinung,
daß der Oktober eingeeigneter Wahlterrnin.wäre. — Für diesen Tag •sind
werde. Nach seinen Worten kann Sajat", Ägypten , sei zum sofortigen
bekanntlich auch in Vorarlberg Landtagswahlen angesetzt.
ben
Liba-
es keine wirkliche En tspan nung 'ohne Einsatz -seiner Luftwaffe
non bereit. Israel werde in einem
wirksame und wachsame 'Verteidi-
solchen
gungsanstrengungen geben.
'
Fall die Konsequenzen tra-
gen müssen.
Brüssel (AP) Die Staa ts- und Re-
Schah-Besuch letzter Tag
gierungschefs der Atlantischen Alli-
anz, unter ihnen Präsident Nixo n,
haben am Mittwoch vormittag in
Brüssel in einer feierlichen Zeremo-
nie die neue atlantische Deklaration
unterzeichnet, die eine Vertiefung
der Zusammenarbeit zwischen West-
europa und USA vorsieht.
Im Geiste dieser 'Deklaration sagte
Nixon die Beibehaltung der Stärke
Europa stationierten amerika-
der in
nischen Streitkräfte und die Berück-
sichtigung der Interessen der NATO-
Bündnispartner während seiner kom-
menden Gipfelgespräche mit dem so-
wjetischen Parteichef Leonid Bresch-
njew zu.
Nixon versprach, daß er sich in
Moskau von zwei Grundsätzen leiten
lassen werde: Einmal werde er sich
nicht zu unangebrachter Euphorie
-anderen
hinreißen las sen, eund zum
werde-er versuchen, die sowjetischen
Zielsetzungen zu verstehen, um die
Aviv.
Tel
S.) Gestern vormittag
(Y.
fand in Tel Aviv eine gegierungs-
sitz ung über die Ereignisse in Naha-
ria statt. Polizeiminister Schlomo
Hinkt :sagte anschließend, der' Ter-
rorkrieg sei die neue Phase des ara-
bischen Kampfes gegen Israel. War-
um haben die Terroraktionen gegen
Israel zugenommen? Gestern wurden
die letzten israelischen Stellungen
auf dem Hermon-Berg der UNO
übergeben und damit ist das Ent-
flechtungsabkommen mit Syrien
schon vorzeitig ausgeführt.
Die Palästina-Organisationen sind
sich über diese Entwicklung nicht
einig: Die Gemäßigten erkennen im
Entflechtungsabkommen eine Mög-
lichkeit, wenigstens einen Teil ihrer
Forderungen zu realisieren und so
wollen sich Führer wie Yasser Ara-
fat, Chef der Palästinensischen Be-
freiungsbewegung, auch an der Gen-.
fer Konferenz beteiligen.
Die Radikalen der „Demokratie.,
schen Volksfront" Achmed DsChibrils
und der „Volksfront zur 'Befreiung
Palästinas" von. Dr. • George Cha-
basch sind gegen eine auch nur zeit-
weilige friedliche Lösung. Sie • rie- nächsten drei Monate an. „Die kom-
chen Ver rat an der palästinensischen
Sache seitens der Nachbarn Israels
und wollen alles tun, um die ,Ruhe
zu stören und Israel sowie die 'Ara-
ber wieder in einen Krieg,oder we-
nigstens in andauernde Spannung zu
verwickeln.
Die radikalen Verlautbarungen aus
Kairo und • anderen. arabischen..
Hauptstädten, scheinen zu. beWeisen„
daß es den Radikal-Palästinensern
weie
ter zu verschärfen. Israel ist verär-
gert, daß trotz Verzicht und Rückzug
die Atmosphäre sich nichtsverbessert:
Was
hat.
'
tun?'-
kann Israel
'
Es kann versuchen,. untätig zu
bleiben und die Angriffe der Terro-
risten ausschließlich 'passiv beant-'
erorten. In Israel würde eine solche:
Einstellung als Einladung . zur Fort-.•
setzung der Mordaktionen angesehen
werden. Die schwache Regierung Ra-'
bins kann sich: eine • tatenlose,' durch
Abwarten hezeichnete• Einstellung.
nicht erlauben. Die: Morele der Be-.
untergeben.
.7,
den-
ailee
Die 'Luftangriffe
sehe Flüchtlingslager, ri denen
Terrororganisationen ihre Quartierte
aufgeschlagen haben, zkönnteni feiste;
werden.2-Tretz ›
:
des teilweisen Erfolges: dir europäischen Partner stehen wird.
Entspannung vorantreiben zu kön-
rationen, in- den :letzten-nagen gibtt
nen. Die Beibehaltung der amerika-
nischen Truppenstärke in Westeuropa
machte der Präsident davon abhän-
gig, daß die europäischen NATO-
Partner nach Kräften ihren Beitrag
zur gemeinsamen Verteidigung lei-
sten. Die Ölkrise im Gefolge des
Nahost- Oktoberkrieges führte Nixon
als Beispiel für die gegenseitige Ab-
hängigkeit der Bündnispartner an.
Der französische Ministerpräsident
Jacques Chirac versicherte dem
NATO-Rat in der geschlossenen Sit-
zung, daß sich Frankreich strikt an
den vor 25 Jahren. geschlossenen
NATO-Vertrag h alten werde und die
Allianz zu stärken bereit sei. Er sah
darin keinen Widerspruch zur Ab-
lehnung einer Integration der fran-
zösischen Streitkräfte mit der mili-
tärischen Organisation.
Ausdrücklich stellte Chirac fest,
daß die Allianz der Eckpfeiler . der
französischen Sicherheit sei und blei-
man sich hier keinen Illusionen hin,
daß man so die Gefahr auswischen
könne . Auch muß Israel die Bilanz
zwischen militärischem Erfolg und
politischem Schaden sehr genau prü-
fen. Der Schaden: Verärgerung der
Israel-freundlichen Länder ein-
schließlich Amerika.
Welchen Weg die israelische Re-
gierung wäh len wird, ist noch un-
klar. Eines steht fest: Die radikalen
Palästinenser bilden heute den
Hauptgefahrenherd des Nahen
Ostens. Angriffe wie in Naharia,-
Schamir, Maalot und K irjath Schmo-
nett kann auf die Dauer kein Staat
tatenlos hinnehmen. Sie untergraben
den Frieden und könnt en ihn sogar
begraben.
Weit ere Angriffe
gegen Israel
Damaskus (UPI) Ein Sprecher des
militärischen Oberkommandos der
palästinensischen Guerillaorganisa-
tionen kündigte am Mittwoch in Da-
maskus die Intensivierung der An-
griffe gegen Israel innerhalb; der
menden drei Monate werden Zeuge
einer Steigerung unserer Operatio-
nen innerhalb Israels sein", erklärte
Pressekonfe-
der Sprecher auf einer.
renz.
Sadat : Wir lassen Libanon
nicht im. Stich
Beirut (UPI) Der ägyptische
Staatspräsident Anwar Sadat er-
klärte am Mittwoch in einem Inter-
view in der Wochenzeitschrift „Al
L.
bereits gelungen, ist,. die Lage Wien Bundespräsidenten
führenden Bunde Skanzler Dr.'Kreisky
an Bundespräsident Dr. Kirchschlä-
ger sowie die ilberreichung, der In-
signien des Großsterns der Republik
- Österreich vor. • .
Bundeskanzler • Dr.' .Kreisky,Wird
-weiterer
'ih
Folge dem Bundespräsi-
denten die Demission der ,Bundes-
regierung anbieten. Den Abend,be-
schließt ein Empfang für• die Natio-
nalrats- und Bundesratsabgeordne-
ten.
Paul VI. beglückwünscht
Kirchschläger
Derezurn'•neuen österreichischen
I3undespräsidenten gewählte • Bun-
desniinister für auswärtige Angel e-
genheiten, Dr. Rudolf Kirchschläger,
empfing gestern anläßlich seiner Be-
rufung in das hohe Amt weitere
Glückwünsche aus dem In-..und Aus-
•• Paris (dpa) Schah Reza Pahlevi
land.
begann am Mittwoch den dritten und
letzten Tag seines offiziellen Frank-
reich-Besuches im eGroßen Trianon"
in Versailles mit einem Empfang der
Parlamentariergruppe 'Freundschaft
Frankreich—Iran. Anschließend traf
der Schah mit Vertretern der franzö-
sischen Wirtschaft zusammen. Nach
einem Mittagessen 'in der, französi-
schen Handelskammer war für den
Nachmittag ein drittes Gespräch mit
Staatspräsident Valery Giscard
d'Estaing vorgesehen. Nach einer
Pressekonferenz am Donnerstag wird
der Schah zu einer inoffiziellen Reise
in die Provence aufbrechen.
Von Papst_Paul VI. kam ein Tele-
gramm mit folgendem Wortlaut: „Zu
Ihrer:Wahl zum neuen Bundespräsi-
de-nten
der Republik Österreich über-
mitteln wir Euer Exzellenz unsere
aufrechten,' Glückwünsche und er tei-
len Ihnen für Ihre hohe verantwor-
tungsvolle Tätigkeit im Dienste- der
internationalen Entspannung, der
Sicherung des Friedens und der Ver-
ständigung unter den Völkern von
Herzen:unseren besonderen aposto-
wir,
lischen Segen, in dem
gerne das
von uns geschätzte österreichische
Volk mit einschließen.",
Unter einer Reihe von weiteren
Glückwunschadressen aus aller Welt
befinden sich die von Präsident Gis-
card d'Estaing, Staatspräsident Mar-
schall Tito, König Hassaa-von Ma-
r okko, Staatschef Franco, N ikolai
Podgorny und Präsident Nixon —
(APA) Am Montag, den Geschäfte des
Dies teilt die Präsidentschaftskanzlei
8. Juli, wird der neugewählte Bun-
despräsident Dr. Rudolf Kirchsdilä,-
ger•trm _11 Uhr von den drei Natio-
' nalratspräsidenten zur Bundesver-
sammlung (Nationalrat und Bundes-
rat) in das Parlament geleitet, um
sodann feierlich angelobt zu werden.
Anschließend um 12 Uhr begibt sich
der Bundespräsident auf den Helden-
platz zu 'einer Flaggenparade des
österreichischen Bundesheeres, des-
sen oberster Befehlshaber der Bun-
despräsident ist. Daran werd en ne-
ben einer Ehrenkompanie des Bun-
desheeres auch' Delegationen von.
Werg. Gendarmerie, Polizei, Zoll- und Ju-
stizwache teilnehmen.
•
Dr. Kirchschläger wird sodann
_f>iir. den Mahnmalen' für die Opfer
edes Widerstandes und der Kriegs-
gefallenen Kränze 'niederlegen. Das
'bisher vorliegende Rahmenprotokoll
sieht anschließend die übergabe der
Die Ohnmacht gegen den error
Amtsgeschäfte' .von dem derzeitig.die
.Juli. Ange obung von r. irdischläger
'`,..
_
Regierungsdemission Regierungsdemission
aggenpara e und