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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Lo 
uer 
8. Runde 
So tippt 
Adi Knoll, 
ÖFB- 
oftmaliger 
Es geht um 
Teamspieler 
S 2000.— 
Einsendeschluß: Poststempel vom 29. 5. 
Mein Tip 
	0:2 
DDR — Holland 
	0:0 
Argentinien — Brasilien 
	1:0 
BRD — Schweden 
	1:2 
Polen — Jug oslaw ien 
Für die Ermittlung des Gewinners ist folgende Wertigkeit maßgebend: 
Richtige Tips 
Richtige Tordifferenz 
Richtige Resultate 
Bei zwei oder mehr gleich guten Einsendungen entscheidet über den Gewinn von 
S 2000,— das Los. 
Die Gewinnermittlung erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges. Betriebsangehörige 
Die „WM-Tipper" ließen sich nicht bluffen: 
der „VN" dürfen nicht mitspielen. 
Jede 14. Karte wies die 
richtige Tipkolonne auf 
Je näher es dem Endspiel der Fußball-WM gebt, um so größer 
wird nicht nur der Gewinn, sondern auch die Beteiligung an unse- 
rem „WM-Gewinnspiel". Um die 2000 Schilling der 7. Runde gab es 
ein hartes Ringen, denn die Auswertung ergab sehr viele richtige 
Kolonnen, so daß zunächst die Tordifferenz und dann die richtigen 
Resultate für eine genauere Auslese herhalten mußten. 
Selbst dann blieb noch einiges übri g, und das Los entschied 
s chließli ch auf Ingo Z e c h, Nagrand 17, 6710 Nenzing, der die 
2000 Schilling der 7. Runde für folgende Tipkolonne erhält: Hol- 
land — Argentinien 2:1, Brasilien — DDR 1:0, Jugoslawien gegen 
BRD 0:2 und Schweden — Polen 1:2. Richtige Resultate also bei 
Brasilien — DDR und bei Jugoslawien — BRD, richtige Tordiffe- 
renz bei Schweden — Polen und richtiger Tip bei Holland gegen 
Argentinien. 
Holland hat mit seinen vier Toren gegen Argentinien die Erwar- 
tungen fast aller — auch der „Cruyff-Fans" — übertroffen. Ingo 
Zech ließ sich ebensowenig wie ein großer Teil der „WM-Tipper" 
durch die Resultate an den beiden vorangegangenen Spieltagen bluf- 
fen. Die Auswertung der Einsendungen ergab ein Ergebnis, das den 
aus- 
Mitspielern unseres „WM-Gewinnspiels" ein gutes Zeugnis 
Mehr als 7 Prozent hatten die richtige Kolonne eingesetzt, 
stellt: 
einen Sieg der BRD über Jugoslawien hatt en sogar mehr als 53 Pro- 
zent erwartet. 8,93 Prozent rechneten mit einer 0:2-Niederlage der 
Jugoslawen. Bei Brasilien — DDR war es weniger deutlich, Holland 
	 
und Polen hingegen waren wieder klare Favorits. 
Seite 18 Freitag, 28. Juni 1974 
MI1 
Holland auch bei den 
Buchmachern Favorit 
Nun sind auch die britischen 
Buchmacher vom WM-Sieg Hollands 
überzeugt: Die Niederländer wurden 
zum Favoriten erhoben, mit 6:4 so 
gar zum klaren, während die Odds 
der BAD von 9/4 auf 7/2 nach- 
gaben. Gemeinsame Dritte sind nun 
Polen und Brasilien mit 5/1, Jugo- 
slawien und die DDR fielen mit 33/1 
bereits weit hinei n in den Kurs kras- 
ser Außenseiter, sie werden aber 
noch von Argentinien und Schweden 
übertroffen, die für 50/1 zu haben 
sind. Diese Kurse beziehen sich 
allerdings ausschließlich auf den 
Titelgewinn. 
Ohne Kontrolle 
Hollands Team hatte bisher vier 
„Heimspiele", rund 120.000 Hollän- 
der waren zu den Matches der 
Oranjes gekommen. Sie hatten allen 
Grund zur Freude und zum Feiern. 
So wie Mittwoch nacht auch Cruyff 
und seine Kameraden, die sich bei 
Bier und Whisky bestens unterhiel- 
ten. Um halb zwei Uhr morgens 
stand Cruyff plötzlich auf, wortlos, 
ebenso wortlos auch die ander en, 
denn Rinus Michels hatte den „Zap- 
fenstreich" für halb zwei Uhr ange- 
ordnet. Kontrolliert wurde das ni cht. 
„Bei diesen Spielern unnötig", 
meinte Co-Trainer Van der Hart. 
Optimismus 
kann nicht s chaden 
Brasilien plant weit voraus, denn 
auch Zagallo ließ für die Tage bis 
zum Endspiel Hotelzimmer in Rott- 
ach-Egern reservieren. Das taten 
auch die Holländer. Da aber auch 
das Spiel um Platz 3 in München 
stattf inde t, könnten unter Umständen 
beide Quartiere auch tatsächlich ge- 
brau cht werden . 
Ein Tor und die Folgen 
Stanislav Karasi köpfelte im Spiel 
gegen Schottland zum 1:0 für Jugo- 
slawien ein. Liljana Baic in Belgrad 
sprang vor Begeisterung auf, und 
im selben Augenblick setzten die 
schon sehr lange überfälligen We- 
hen ein. Da bis zum Spielschluß 
noch zehn Minuten Zeit war und 
Belgrads Straßen daher leer waren, 
rechtzeitig, 
kam auch 
die Ambulanz 
und — so berichtet „Politika" — in 
der Klinik kam ein gesunder Bub 
zur Wett, der natürlich auf den Na- 
men „Stanislav" getauft wird. 
Auch eine Ausred e 
Nur etwas Glück, ein, zwei Tore 
mehr gegen Hait i, wir wären unter 
den letzten acht, und niemand hätte 
unseren Fußball altmodisch, schlecht 
und so weiter genannt. So wehrte 
sich Ferruccio Valcareggi gegen die 
heftigen Kritiken, die an seiner und 
der Mannschaft Leistung in ganz 
Italien geübt wurde. 
71 Tore — 70 „Gelbe" 
Sehr ausgew ogen ist bis her das 
Verhältnis zwischen Toren und Ver- 
warnungen. 71 Treffer n s tehen 70 
gelbe Karten gegenüber. Ein Gleich- 
gewicht, das niemand wollte, auch 
FIFA nicht, als sie die „harte 
die 
Welle" der Schiedsrichter anordnete. 
Aber in der großen Mehrzahl der 
Fälle war das Zeigen dieser Karte 
durchaus berechtigt, so manche 
Par tie wäre ohne diese Maßnahme 
vielleicht nicht mehr unter Kontrolle 
„Cruyff bestätigte, daß er das ein- 
zige große As dieses. Turniers ist. 
Diese fabelhafte Nummer 14 schoß 
zwei Tore, in einem Spiel, in dem 
Holl and die Argentinier regelrecht 
abkanzelten", schrieb „Il Giorno" 
(Mailand). 
Die italienische Presse fand für 
das Spiel der Holländer und vor al- 
lem für Cruyff nur Superlative. Der 
„Corriere della Sera" (Mailand) ver- 
trat die Meinung, daß Italien, wäre 
es unter die letzten acht gekommen. 
gegen die Niederländer klar verloren 
hätte: „Die Mannschaft um Cruyff 
war einfach unwiderstehlich." 
Die Mailänder „Gazzetta della 
Sport" kommentierte: „Cruyff wurde 
von der argentinischen Abwehr nie 
2. 
Die Australierin Lesley Hunt, die 
bereits 1971 als einzige Spielerin der 
Siegerin Evonne Goolagong 
späteren 
einen Satz abgenommen und im Vor- 
jahr auch Bil lie Jean King alles ab- 
verlangt hatte, brachte am Mittwoch 
abend auch die als Nummer zwei ge- 
setzte Amerikanerin Chris Evert an 
den Rand einer Niederlage, mit 8:6, 
5:7, 11:9 hatte aber schließlich doch 
die 19jährige Amerikanerin das bes- 
sere Ende für sich und qualifizierte 
sich damit bei den All-England-Ten- 
nismeisterschaften von Wimbledön 
für die dritte Runde des Damenein- 
zels. 
abend 
Die Partie, die am Mittwoch 
wegen Einbruchs der Dunkelheit 
beim Stand von 9:9 im dritten Set 
abgebrochen wo rden war, wurde am 
Donnerstag von bei den Spielerinnen 
überaus vorsichtig fortgesetzt, wobei 
die 24jährige Australierin an ihre 
große Leistung vorn Vor tag niClif 
mehr anzuschließen vermochte..Evert 
nahm im 19. Garne ihrer Gegnerin. 
den Aufschlag ab und stell te bei ei- 
genem Service mit einem Love-Game 
den harterkämpften Sieg sicher. 
Evert benötigte damit in dem 
spannenden Match, das insgesamt 
2:51 Stunden dauerte, nicht weniger 
als 46 Garnes, womit der Wimbledon- 
Rekord der Damen egalisiert wurde. 
Das bisher längste Damenmatch da- 
tierte aus dem Jahre 1970, als die 
Australierin Margaret Court das Ma- 
rathon-Endspiel gegen Billie Jean 
King mit 14:12, 11:9 für sich entschie- 
den hatte. 
Auch dem schwedischen Publi- 
kumsliebling Björn Borg wurde der 
Aufstieg in die dritte Runde des Her- 
reneinzels nicht leicht gemacht, mit 
einem 3:6, 6:1, 8:6, 7:5-Erfolg über 
den 24jährigen Australier Ross Case 
meisterte der als Nummer fünf ge- 
setzte Nordländer aber schließlich 
doch diese unangenehme Hürde. 
Zweimal mußte diese Partie unter- 
brochen werden, das erste Mal am 
Mittwoch abend wegen Einbruchs der 
Dunkelheit im vierten Satz bei einer 
4:1-Führung des Australiers und we- 
gen Regens am Donnerstag beim 
Stand von 5:3 für Case. 
Dabei ging der temperamentvolle 
Schwede am Mittwoch abend nur 
gestoppt, einfach, weil sie seine Spiel- 
knapp an einer Disqualifikation vor- 
züge nie vor ausahne n konnte. Die 
Südamerikaner verloren mit Würde 
gegen eine Mannschaft, die modern- 
sten Fußball spielt." 
Die englische Presse wieder ist 
voll des Lobes über die Steigerung 
der DFB-Mannschaft: „H elmut 
Schön ging gestern das sensationelle 
Risi ko ein, mitten in der Weltmei- 
sterschaft seine Mannschaft umzu- 
stellen — und er wurde dafür mit 
einem Sieg belohnt , der den West- 
deutschen eine große Cha nce gibt, 
das Münchner Finale 1974 zu errei- 
chen", schrieb „Daily Mai", 
„The Sun" beri cht ete: „Die West- 
stung, die eines WM-Favoriten wür- 
deutschen zeigten endlich eine Lei- 
dig ist." 
Die große Leistung Beckenb au ers 
würdigte Daily Mirror: „... diesmal 
wurden sie wieder zu einem Team, 
zu einer Mannschaft aus lauter Män- 
nern, die füreinander kämpfen und 
arbeiten. Beckenbauer gebührt ein 
großer Teil des Verdienstes daran. 
Eiskalt stand er im Herzen der Ver- 
teidigung mit einem Radarinstinkt, 
der ihm sagt e, wann er nach vorn, 
wann er zurückbleiben und in wel- 
che Richtung er sich bewegen müsse, 
um sich aus Schwierigkeiten heraus- 
zuhalten. Dabei ließ er sich immer 
noch genügend Zeit, um allen um 
ihn herum zu sagen, was sie tun 
sollten." 
Björn Borg hatte in der 2. Runde 
ein ige Probleme — weniger mit 
dem Gegner Ross Case, dafür aber 
mit dem Schiedsgericht. 
der si eben am Donnerstag gespielten 
Garnes zum 7:5 und bleibt damit im gegen Hunt und Borg 
Kampf um den begehrten Wimble- 
don-Titel weiterhin im Rennen. 
Wie schon am Vortag, so machte 
auch am Donnerstag der Wettergott 
den Veranstaltern der All-England- 
Championships einen großen Strich 
durch die Rechnung. Unmittelbar 
nachdem Borg durch sei nen Sieg über 
Case den Einzug in die dritte Runde 
geschafft hatte, setzte wieder starker 
Das Rindfleisch 
Regen ein, der bis in die Abendstun- 
ließen sie zurück 
Das südamerikanische Rindfleisch 
zeichnet sich durch gute Qualität 
aus. Davon können sich seit einigen 
Tagen einige Sicherheitsorgane 
üb erzeugen , die in Barsighausen die 
Uruguayer bewacht hatten. Die 
Urus, die in Unkenntnis Ihrer wah- 
ren spielerischen Qualitäten auf 
einen längeren Aufenthalt eingerich- 
tet waren , ließen den Bewacher n als 
Dank 150 kg bestes Rindfleisch zu- 
rück. 
Stimmungswechsel 
„Jetzt könnse nur noch Achte 
werden", meinte ein Ostberliner in 
einer Bierkneipe, als die DDR (ge- 
gen Brasilien) verloren hatte. Die 
Stimmung änderte sich schnell, denn 
am Samstag abend hatte es am Alex- 
dem 
anderplatz nach Sensationssieg 
über die BRD eine Stimmung wie zu 
Silvester gegeben. Mit 
Papierschlan- 
Ra.. 
gen und Raketen. Eine einzige 
kete von Rivelino hatte den Stim- 
mungsumschwung bewirkt. 
Vier Spiele der WM- 
Zwischenrunde ausverkauft 
Von den acht noch ausstehenden 
Spielen der Halbfinalrunde waren am 
Donnerstag vier Begegnungen aus- 
verkauft, und zwar beide Spiele der 
WM-Favoriten BRD und Holland. 
Hol- 
Ausve r kauft sind: DDR — 
land 
(30. Juni, Gelsenkirchen), Hol- 
land — Brasilien (3. Juli Dortmund), 
BRD — Schweden (30. Juni, Düssel- 
dorf) und BRD — Polen (3. Juli, 
Frankfurt). 
Für die nachstehenden Spiele gibt 
es noch Karten: 23.000 für Argenti- 
nien — Brasilien (30. Juni, Hanno- 
ver), 8000 für Polen — Jugoslawien 
(30. Juni, Frankfurt), 12.000 für 
Schweden — Jugoslawien (3. Juli, 
Düsseldorf), 4000 für Argentinien ge- 
gen DDR (3. Juli, Gelsenkirchen). 
Ringer-EM: 5 Titel für 
UddSR — 4 für Bulgarien 
Bei den Ringer-Europameister- 
schaften im freien Stil, die am Mitt- 
woch in Madrid abgeschlossen wur- 
den, gab es folgende Sieger: bis 48 kg 
Tarschenakow (UdSSR); bis 52 kg 
Jelev 
Niko lov (Bulgarien); bis 57 kg 
(Bulgarien); bis 62 kg Dontcho (Bul- 
bis 68 kg Vassiljev (Bulga- 
garien); 
kg Aschuraljew (UdSSR); 
rien); bis 74 
bis 82 kg Nowojilow (UdSSR); bis 
90 kg Tedjaschbili (UdSSR); bis 100 
Kilo Büttner (DDR); über 100 kg 
Adrijew (UdSSR). 
den anhielt und das Turnier-Pro- 
gramm neuerlich gehörig in Unord- 
Singles (Evert 
nung brachte. Nur zwei 
gegen Case) 
der 65 vorgesehenen konnten beendet 
werden, zwei Zweitrundenspiele des 
Herreneinzels mußten vertagt wer- 
den, Arthur Ashe (USA), der Bezwin- 
ger von Österreichs Meis ter Hans 
Kary, führte zum Zeitpunkt des Ab- 
bruchs gegen Teimurasz Kakulia 
(UdSSR) mit 6:1, 4:4, und Phil Dent 
(Australien) gegen den Verlobten von 
Chris Evert, Jimmy Conn ors (USA) 
hris Evert k" 
mit 4:3. 
Christ Evert spielte 2:51 Stunden 
lang und benöt igte 46 Garnes, um 
Lesley Hunt mit 8:6, 5:7, 11:9 nie- 
derzukämpfen. 
bei, als er sich zu Beginn des vierten 
Satzes wiederholt mit dem Referee in 
hitzige Diskussionen einließ und ve- 
he ment wegen sein er Ansicht nach 
zu schlechter Sichtverhältnisse einen 
Abbruch forderte. Der Referee ließ 
jedoch weiterspielen und Borg äußer- 
te seinen Unmut dadurch, indem er 
im vierten Garne die Bälle absichtlich 
out sch lug und dieses Spiel praktisch 
kampflos abgab, erst dann wurde das 
Match unterbrochen. 
Am Donnerstag, als die Begeg- 
nung fortgesetzt wurde, war der 18- 
jährige Schwede, nachdem seine Ent- 
schuldigung von den Veranstaltern 
akzeptiert worden war, wieder mit 
vollster Konzentration bei der Sache. 
zu halten gewesen. Der Sieger der Meisterschaften von 
Beinahe die erste Sensation bei den All-England-Tennismeisterschaften:   
Italien und Frankreich gewann sechs 
ft in der 
tunden tunden
	        
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