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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

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reitseite gegen die "KZ" 
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1. Juli wird DDr. 
Bonn. . — Am 
Gustav Heinemann, der erste Bür- 
ger der Bundesrepublik Deutsch- 
land, sein Amt an den Liberalen 
Walter Scheel a bgeben. Heine- 
mann, promovierter Jurist und 
Volkswirt, dem dieser Tage auch 
noch aus Amerika ein Ehrendok- 
torat verliehen word en ist, war 
Von „VN"-Korrespondent 
Bernd-Dieter Fridrich, Bonn 
trotz seiner großen wissenschaft- 
lichen Leistungen stets ein Mann 
im Hintergrund, bestach durch 
nüchterne Sachlichkeit und haßte 
es, wenn um seine Person Aufhe- 
bens gemacht wurde, ähnlich wie 
seine Vorgänger Theodor Heuss, 
der aus den Reihen der FDP kam, 
und Heinrich Lübke (CDU). 
Der Sozialdemokrat Heinemann 
verstand sich als Bürgerpräsident, 
jemand, der dazu beitragen woll- 
te, den Willen der Deutschen nach 
Versöhnung mit den vom Hitler-, 
Regime verfolgten Nachbarlän- 
dern zu dokumentieren, aber auch 
als einer, der seine Pflicht als 
Staatsnotar ernst nahm. Beides 
hat er souverän beherrscht. Von 
seinem Nachfolger Scheel darf 
man ähnliches erwarten, nur daß 
man von ihm weiß, daß er den 
Frack wieder neu aufputzen will, 
um damit seiner Rolle als Staats- 
obe rhaupt auch nach außen hin 
mehr Gewicht zu verleihen. 
Schlug ihm zu A nfang seiner 
Amtszeit vor fünf Jahren noch Gustav Heinemann, 
viel Skepsis vieler Deutscher ent- 
vermochte es Heinemann, 
gegen, 
durch sein aufrichtiges Wirken, Walter 
worter zu verwandeln, die seine 
Zweifler in ernstmeinende Befür- 
Leistungen als Bundespräsident 
heute voll aner kenne n. Jede sei- 
ner Reden war ein Ereignis, wer 
hören wollte, konnte die volle 
Wahrheit in einfachster Sprache 
verstehen. Auch Fehlentwicklun- 
gen in der Tagespolitik nahm er 
kritisch ins Visier. 
Westdeutsch 
Bundespräsident, wird am 
lands 
Nachfolger, 
  
Scheel, abgelöst. 
Ringgeile 
Seite 2 
Samstag, 29. Juni 1974 
Wah len in Island 
(AP) Die Isländer wäh- 
len am So nntag ein neues Parlament. 
Um die 80 Sitze bewerben sich die 
konservative Unabhängigkeitspartei, 
die bisher 22 Sitze hatte, die Fort- 
schrittspartei (bisher 17 Sitze) von 
Ministerpräsident Olafur Johannes- 
son, die Kommunisten (bisher zehn 
Sitze), die Sozialdemokratische Partei 
(bisher sechs Sitze) und die dissidente 
kommunistische „Freisinnige Li nke" 
(bisher fünf Sitze). Am Wahlkampf, 
bei dem es hauptsächlich um die ho- 
he Inflationsrate und die Zukunft 
des NATO-Stützpunktes Keflavik 
geht, beteiligen sich darüber hinaus 
linke Splittergruppen. In Island gibt 
es 130.000 Wahlberechtigte. Die vor- 
zeitigen Neuwahlen sind notwendig, 
weil die Koalition aus Fortschritts- 
partei, Kommunisten und Freisinni- 
Aspekte und 
gen Linken geplatzt war. 
Wien (VN - 
Bac) Neue 
Aufschluß in aktuellen politischen 
Fragen brachte gestern eine Presse- 
konferenz von Bundeskanzler Doktor 
Kreisky, in der er sich bezüglich 
einiger bedeutender Materien fest- 
legte. Der Kanzler, der sich zu wei- 
terer Besetzung des Kabinetts mit 
parteifreien Regierungsmitgliedern 
als Konzession an eine sozialdemo- 
kratisch-liberale Wählerkoalition be- 
kannte, deut ete frühere Neuwahlen 
nur für den Fall an, daß die Oppo- 
sitionsparteien hiefür ein „dringendes 
Bedürfnis" empfänden, und lehnte 
endgültig die Einrichtung eines von 
den Bundesländern gestalteten Fern- 
sehprogramms — ein „VN"-Vor- 
schlag — im Zusammenhang mit der 
Rundfunkreform ab. 
Er hoffe ni cht, meinte er, daß er 
der letzte sozialistische Außenmini- 
ster gewesen sei. Aber: „Es gibt, wie 
auch die Bundespräsidentenwahlen 
gezeigt haben, eine Wählerkoalition 
zwischen Sozialdemokraten und Li- 
beralen." Dem müsse man Rechnung 
tragen, indem man diesem Wähler- 
block das Gefühl gibt, daß die Re- 
gierung nicht nur aus reinen Sozia- 
listen zusammengesetzt ist. Die Auf- 
nahme von parteifreien Mitgliedern 
ins Kabinett — wie im jüngsten Fall 
mit dem neuen Außenminister Bie lke 
— sei „eine Konzession an jene, die 
dagegen sind, daß alle Macht in einer 
Partei konze ntri ert ist". Zur Über- 
gangslösung Bielke im Außenamt 
stellte er fest, er habe „keine Lust 
gehabt, einen neuen, jungen Mann 
dafür zu verheizen". Obwohl jetzt 
manche verbittert seien, müsse er 
Sorge tragen, daß das geschehe, was 
hoffnungsvollen Nachwuchskräften 
der SPÖ (gemeint ist SPÖ-Mitglied 
UNO-Botschafter Dr. Jankowitsch, 
Anm. d. Red.) „guttut". 
über die Vorverlegung der für 
Oktober nächsten Jahres vorgesehe- 
nen Nationalratswahlen sei in kei- 
nem SPÖ-Gremium diskutiert wor- 
den. Er lehne solche „Mätzchen", die 
nichts bringen, ab. Sollte jedoch die 
Kesseltreiben gegen ORF 
(APA) ORF-Generalinten- 
Wien 
dant Gerd Bach er nahm gestern in 
einem Offenen Brief an den Bundes- 
kanzler, die Mitglieder der Bundes- 
regierung, die Landeshauptleute, Ab- 
geordneten zum Nationalrat, Mitglie- 
der des Bundesrates, an die Herren 
Bürgermeister der Landeshauptstädte 
und die Mitglieder des ORF-Auf- 
sichtsrates zur jüngsten Kampagne 
der Kronen-Zeitung Stellung. Wie 
der Offene 
der ORF mitteilt, hat 
Brief folgenden Wortlaut: 
Die Kronen-Zeitung der Herren 
Ball wieder aus dem Falk und Staberl-Nimmerrichter 
führt im Rahmen der Rundfunk- und 
Mediendiskussion eine Kampagne, 
die alles in den Schatten stellt, was 
wir aus den Zeiten Bekessys und der 
„Stunde" kennen. Nur findet sich 
zum Unterschied von den zwanziger 
Jahren in den siebziger Jahren offen- 
bar kein Karl Kraus und kein Frie- 
drich Austerlitz, der die H erren und 
die Dinge beim rechten Namen nennt. 
Die Kampagne ist gekennzeichnet 
durch Lüge, Unterstellung, Verdre- 
hung, durch das Tatwerkzeug einer 
Journalistik, die sich weder von Ge- 
richtsurteilen noch von Verdikten des 
Presserates beeindrucken läßt. Die 
Kronen-Zeitung führte schon mehr- 
mals solc he Kesseltreiben gegen den 
Rundfunk. Sie endeten mit zahlrei- 
chen Verurteilungen und angesichts 
noch 20 (in Worten: Zwanzig) anhän- 
giger Gerichtsverfahren mit einer 
erst vor einem Jahr abgegebenen 
Reykjavik Ehrenerklärung der Kronen-Zeitung, 
wo nach die inkriminierten Behaup- 
Wien (APA) Ein Konzept zur Um- 
organisation der Bundesheerkantinen 
in gemeinnützige Unternehmungen 
ohne Gewinn legt die Sozialistische 
Jugend (SJ) Österreichs vor. Die ge- 1. Juli von seinem 
werblich geführten Kantinen bedeu- 
heißt es in der Pressemittei- (Archiv-Funkbild VN/UPI) 
ten, so 
lung, durch die „größtenteils stark 
Opposition das dringende Bedürfnis 
überhöhten Preise" eine besondere 
nach Vorverlegung der Wahlen ha- 
ben, würde die SPÖ einverstanden 
sein, um zu beweisen, daß die „SPÖ 
nicht an Sesseln klebt". 
Bundesländer-TV 
zu schwierig? 
ORF-Reform, die am 9. Juli 
Zur 
im Nationalratsplenum diskutiert 
wird, bestritt Kreisky nicht, daß sich 
die Verhandlungen in den „großen 
Brocken" spießen, grundsätzlich 
meinte er, der reformierte ORF 
werde keine Gelegenheit zu selbst- 
herrlicher Machtausübung bieten. Die 
Befreiung der ORF-Kunden vom 
Monopol sei nur durch die Einset- 
zung von zwei vom Generalintendan- 
ten weisungsunabhängigen Fernseh- 
programmintendanten möglich, sagte 
der Kanzler auf „VN"-Fragen. Den 
ORF-Kunden müsse ein Maximum 
an Auswahlmöglichkeiten gegeben 
werden. Deshalb lehne er auch den 
FPÖ-Vorschlag auf Einsetzung eines 
Informationsintendanten und eines 
Intendanten für Unterhaltung ab. 
Die Einrichtung eines von den Bun- 
desländern produzierten Fernsehpro- 
gramms sei „geprüft" worden, müsse 
aber von der SPÖ abgelehnt werden, 
da nach Meinung der SPÖ eine solche 
Einrichtung kaum praktikabel, weil 
„zu schwierig", sei. 
Sollte die SPÖ die ORF-Novelle 
allein beschließen, werde es bei der 
der letztlich akzeptierten Anstalt des 
öffentlichen Recht s blei ben, darin 
stimme er mit Generalintendant Ba- 
eher überein. Außer einigen Tele- 
fonaten habe er seit der Aussprache 
Tat der Regierung mit Bacher vor Mo- 
naten keinen persönlichen Kontakt 
mit dem GI des ORF gehabt. 
Zu den in den letzten Tagen wei- 
tergeführten heftigen Attacken der 
„Kronen-Zeitung" gegen den Vor- 
sitzenden der SPÖ-Medienkommis- 
sion, Bleche, stellte Kreisky klar, 
daß er diese Angriffe auf sich ge- 
richtet betrachte, da Bleche die Mei- 
tungen „aufgrund von Mißverständ- 
nissen aufgestellt worden sind. Es 
bestand und besteht keinerlei Ab- 
sicht, der Ehre des Privatklägers na- 
hezutreten." 
Was von solchen. Ehrenerklärun- 
gen zu halten ist, zeigt die jetzige 
Kampagne, die vom ORF ebenfalls 
gerichtlich verfolgt wird. Nur wis sen 
Falk und Staberl-Nimmerrichter sehr 
genau, daß die Mühlen der Gerech- 
tigkeit langsam mahlen. Sie wollen 
jetzt die parlamentarische Beratung 
der Rundfunkgesetznovelle unter 
Druck setzen und nehmen vermutlich 
in Kauf, später verurteilt zu werden. 
mit zwei Von den Lügen der Kronen-Zei- 
tung in Sac hen Rundfunk und Bacher 
möchte ich auf diesem Wege jene de- 
mentieren, die dadurch nicht wahrer 
werden, daß sie die Kronen-Zeitung 
stereotyp kolportiert. Das Falk-Sta- 
berl-Blatt wiederholt immer wieder 
die Lüge, ich hätte behauptet, „die 
Österreicher sind der Dünnschiß Eu- 
ropas". Diesen Ausspruch habe ich 
nie getan. 
übrigen hoffe ich, daß sich die 
Im 
österreichische Medienpolitik nicht 
-kontrol- 
nur um den demokratisch 
lierten, von Tausenden anständigen 
Menschen betriebenen Österreichi- 
schen Rundfunk kümmert, sondern 
endlich auch um die Bewußtseinsin- 
dustriellen der Kronen-Zeitung, de- 
einem demokratischen 
ren Rolle in 
Rechtsstaat beispiellos ist. — Mit 
vorzüglicher Hochachtung, Gerd Ba- 
eher. 
finanzielle Belastung speziell der 
Präsenzdiener. Kon kret sollen nach 
den Vorstellungen der SJ die Kanti- 
nen- und Marketendereienverträge 
des Bundes hee res bis Ende dieses 
Jahres aufgelöst werden. Das Vertei- 
digungsministerium sollte dann die 
Weiterführung nach einem neuen 
nung der SPÖ vertrete; er werde 
System gewährleisten. 
sich schützend vor Blec he stellen, 
„auch wenn es eine harte Ausein- 
andersetzung mit jenen geben wird, 
die die Pressefreiheit für derartige 
Attacken verwenden". Er werde 
nicht aus der Politik abtreten, ohne 
verhindert zu haben, daß ein junger 
Mensch ruiniert wird. Die Ausein- 
andersetzung mit „Kronen-Zeitung"- 
Herausgeber Falk werde „mit allen 
Konsequenzen" geführt werden. 
Zur Abl ehnung der „Kronen-Zei- 
tung" auf Presseförderung erklärte 
Kreisky, daß für die Förderung der 
Tageszeitungen „das Richtige gesche- 
hen muß", auch wenn im Heraus- 
geberverband die „Kronen-Zeitung" 
Klagenfurt (APA) Bei der gestern 
unter Vorsitz von Landesrat Schober 
in Heiligenblut tagenden Konferenz 
der Landesfinanzreferenten gaben die 
Länder die Zustimmung, Ertragsan- 
teile stillzulegen. Das wurde, wie es 
dazu weiter heißt , als äußerst wir- 
kungsvolle und quantifizierbare Maß- 
(SK) Eine weitere Bergbau- 
Wien 
ernhilfe soll ab 1975 dazu beitragen, 
daß die Kulturlandschaft in der Al- 
penre gion erhalten bleibt, erkl ärte 
Landwirtschaftsminister Weibs ge- 
stern bei einer Pressekonferenz. 
Um die Siedlungsdichte in den 
Berggebieten zu erhalten und die für 
die Landschaftspflege so wesentliche 
  
Tierhaltung zu fördern, wird sich die. 
neue Bergbauernhilfe nach soge- 
nannten Großvieheinheiten richten, 
führte Weihs fort. Als Großviehein- 
heit wird gerechnet: ein 500-Kilo-: geteilt, 
Rind, ein Pferd oder zehn Schafe. 
Pro Großvieheinheit soll der Berg- 
bauer in der Zone 1, dem schwierig- 
sten Bewirtschaftungsgebiet, 200 S, 
in der mittleren Zone 100 S erhalten. 
Die Beihilfe ist mit 20 Großviehein- 
heiten limitiert, das heißt, daß ein 
Bergbauer zwischen 6000 und 6500 S 
pro Jahr ausbezahlt bekommt. 
Im Herbst soll es wieder eine Ak- 
tion billiges Rindfleisch geben, die 
dagegen sei. Die Förderung der poli- 
die vom Urlaub strapazierten Fami- 
tischen Zeitschriften sei gelöst , nach 
Schaffung dieser „Basis der lesenden 
Nation" müßten nun die Finanz- 
fragen der Demokratie, Presseförde- 
rung und Parteienfinanzierung, ge_ 
löst werden, das Minister-Heraue- 
geber-Komitee werde am 16. Juli zu- 
sammentreffen. 
Sadat nach Ös terre ich? 
Im außenpolitischen Teil der 
Pre ssek onfer enz bekannte sich 
Kreisky zur Richtigkeit einer Ein- 
ladung an Ägyptens Staatspräsident 
Sadat, nach Österreich zu kommen. 
Eine solche Einladung werde auch an 
Israels neuen Ministerpräsidenten 
ergehen. 
Die Frage einer zweiten „Fact- 
Finding-Mission" der Sozialistischen 
Internationale stehe im Raum. Sie 
werde diskutiert werden, wenn am 
Wochenende die sozialistischen Par- 
teiführer Europas am Somm erlan d- 
sitz des britischen Prem iers Wilson 
in Checkers zusammenkommen. Bun- 
deskanzler Kreisky fliegt heute, 
Samstag, nach London. 
nahme bezeichnet. Die Länder,. die 
Wert darauf legen, daß dieser we- 
sentliche Beitrag der Länder auch 
voll gewürdigt wird, hätten sich nach 
dem Vorschlag der Bundesregierung 
bereit erklärt, ebenso wie in der 
Ertragsanteile — diesmal 10 
Phase 4 
1) 
Prozent — stillzulegen. 
(Fortsetzung von Seite 
„Reform" ohne Bacher be- 
kannt, während der vorsichtiger 
negative 
taktierende Kreisy (der 
die 
Auswirkungen auf Wahlen für 
ge- 
SPÖ schon 
erlebt hat) seit 
raumer Zeit eher ein Überein- 
kommen mit ÖVP und FPÖ, zu- 
mindest aber mit der kleinen 
Koalitionspartei, für seine Partei 
für wichtig hält. 
Alle paar Tage hat zuletzt der 
gewechselt. Das eine Mal 
Wind 
werde die 
hieß es, die SPÖ 
Vundfunk-Novelle allein durch- 
drücken, dann hörte man wieder, 
eine Parteieneinigung sei mög- 
lich. Gerade einen solchen Kon- 
sens, von der SPÖ möglicher- 
weise angestrebt, bekämpfte das 
mit Gewerkschaftsgeldern über 
die BAWAG finanzierte Boule- 
vardblatt „Kronen-Zeitung" mit 
Mitteln, wie man sie bisher in 
Österreich noch nicht kannte. 
Dabei sind sich viele, auch sol- 
che, die sonst schnell in Medien- 
fragen den Mund aufmachen, 
insgeheim im klaren, daß man 
zu den Zuständen auf dem Wie- 
ner Zeitungsmarkt längst schon 
sprechen hätte müssen und hier 
die Überlegung nicht stimmt, daß 
Die Furcht 
Schweigen Gold sei. 
und das Versteckenspiel tragen 
Früchte, am weni g- 
für niemand 
sten für die hohen verantwort- 
lichen Parteimänner, die privat 
zugeben, daß sie nicht freiwillig 
in das Schußfeld von Falk laufen 
es Pflicht, 
wollen. Längst wäre 
daß der Nationalrat einen zünfti- 
gen Medientag abhält, um im 
Genusse der Immunität und ge- 
schützt durch die Vielzahl mög- 
licher Sprecher, für Pressefreiheit 
und echte Meinungsvielfalt eine 
zu setzen. Man kann die Zu- 
stände nicht belassen, bis ein 
schwaches und falsch program- 
miertes Mediengesetz zwar die 
Meinungsfreiheit kleinerer Zei- 
tunge n, die die Paragraphen 
ernst nehmen, weiter verdünnt, 
aber die Marktbeherrscher, denen 
nicht mehr sagen, als 
Gerichte 
diese an leicht berappbaren 
was 
Geldstrafen verhängen können, 
_wieg 
sowenig 
heute schert. Es „ist 
überreif an der Zeit, den Mund 
bis zu den hinteren Goldzähnen 
aufzumachen, jedoch nicht nur 
um erschrocken durchzuatmen. 
Die sogenannte ORF-Reform 
war bisher nur ein Beitrag zur 
Verwirrung und zu kleinlichem 
sie 
Parteiengezänk. Man 
hätte 
und über- 
besser aufgeschoben 
einstimmend mit einem guten 
Mediengesetz emotionslos be- 
handelt. Wie die „Reform" von 
der Regierungspartei geplant ist 
und so hilflos wie ihr die Oppo- 
sitionsparteien gegenüberstehen, 
neuer Unfrieden 
kommen nur 
und vor allem für die Rundfunk- 
teilnehmer unnöti ge Zusatzkosten 
heraus. Kreisky hat sich damit 
geschossen und 
selbst ein 
Tor 
möchte ganz gern unauffällig den 
angeln. 
Netz 
man wirklich zwei Fern- 
Müßte 
Intendanten ha- 
sehen 
ben, wie in der SPÖ dei „harte 
Kern" bezeichnet wird, so könnte 
es sich dabei doch redlicherweise 
und staatspolitisch richtig nur 
um ein Bundesfernsehen han- 
deln, dem ein Fernsehen der 
Bundesländer 	gegenübersteht. 
Das wäre eine Vertiefung der 
Demokratie und eine politische 
Verfeinerung. Zwei Fernsehen in 
Wien als Proporzmißgeburt 
könnten den Zusehern nur Är- 
ger bringen. Nichts mehr! 
BH- antinen viel zu teuer 
Weihs: Hilfe für die Bergbauern 
SJ für anderes System 
Im Herbst wieder billiges Rindfleisch 
im 
lienbudgets entlasten wird. Schon 
September ist eine Aufklärungskam- 
pagne über das reichlich vorhandene 
Rindfleisch gepl ant, das auch besser 
„für die Linie" sei, kündigte der 
Landwirtschaftsminister an. 
Ärztekammer Tirol 
gegen Fristenlösung 
Innsbruck (APA) Die Vollver- 
sammlung der Ärztekammer für Ti- 
rol beschäftigte sich, wie gestern mit- 
 wurde, mit der geplanten No- 
velle zum Ärztegesetz. In einer ein- 
stimmig angenommenen Resolution 
bekannte sie sich zum Beschluß des 
österreichischen Ärztekammertages. 
Ärztliche Eingriffe am Menschen 
sind nur zulässig, heißt es in der 
Resolution, wenn eine medizinische 
Schutz 
Indikation vorliegt und der 
des menschlichen Lebens gewährlei- 
ist. Dies beziehe sich insbeson- 
stet 
dere auf die ab 1. Jänner 1975 ge- 
setzlich straffreie Fristenlösung. Fristenlösung.
	        
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