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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Mord an Richter:Todesstrafe. 
Der . 
41jährige, in .Liechtenstein . 
lebende: 
Schweizer 
Kaufmann Reinhold Glatt wird wegen Mordes enge- 
klagt werden. Er hatte am 20. Juni . während einer Zie- 
viagerichtsverhandlung den Vorsitzenden des Vaduier 
Obergenechtese den. 54jährigen Schweizer Kantonsrich- 
ter Dr,: 'Walter Hildebrand aus Eschenbach: bei' St' Gal- - 
len mit .drei Schüssenegetötet. 
Bei der bevorstehenden: Strafgerichtsverhandlung 
leer - dem liechtenstelnischen Kneninalgericht :;wird: ein, 
Vorarlberger den Vorsitz führen. Präsident des Krimi- 
Oberlane 
nelgeriehe ist der Senatevorsitzende beim 
  
desgerieht Innsbruck, Dr. Franz Rhomberg. Das Kri 
minalgericht könnte bei: Schuldspruch :wegen Mordes 
die Todesstrafe verhängen, die jedoch in Liechtenstein 
noch nie vollstreckt word en 
Man traut seinen Augen kaum, wenn man auf dem Henry Hudson 
Parkway in den Bronx, New York, nach einer Kurve plötzlich ein 
Haus in den Lüften schweben sieht. E tliche Stockwerke des breit 
gelagerten Gebäudes sind schon fertig, darunter ist, wenn man von 
zwei Betonpfeilern absieht, nur Luft. Es handelt sich um das neue 
Wohngebäude der UNO-Vertretung der Sowjetunion, das aufgrund 
der neuen Bauweise „von oben hinunter" entsteht. Es soll zwanzig 
Et agen erhalten. Etwa jede Woche kommt ein neues Stockwerk 
hinzu, und es wird mit allen Installationen, mit Badewannen, Was- 
ser- und Helzungsrohren, mit Elektroanschlüssen, ja sogar schon 
mit verglasten Fenstern durch hydraulische Winden auf seinen 
Platz gebracht. Die Tec hnik an sich ist ja nicht unbekannt, so ist 
zum Beispiel das BMW-Haus in München nach der „Vorhang- 
methode" erbaut worden, aber im Falle des russischen UNO-Wol- 
kenkratzers sind die landschaftlichen Gegebenheiten so, daß man 
tatsächlich wie vor einem Phantom steht, wenn man das schwebende 
Haus aus den Wolken treten sieht. Während eine Etage in die Lüfte 
gehoben wird, arbeiten Installateure, Elektriker und andere Hand- 
werker am Boden bereits an der nächsten. Die neue Baumethode 
wurde seinerzeit in Kalifornien als Schutz gegen Erdbeben aus- 
gearbeitet. Der Wolkenkratzer wird als eine diplomatische Enklave 
entstehen und er ist von allen Baubeschränkungen und Bauzonen- 
verordnungen befreit. Neben den 220 Wohnungen wird er auch ein 
Theater, Turnsäle, Klassenzimmer sowie eine geräumige Garage 
umfassen. Noch vor Ende des Jahres werden 240 Familien sowjeti- 
P 
scher UNO-Beamter von den verschiedenen Wohnhäusern auf Long 
Isl and und Appartements in Manhattan in den Riverdale-Wolken- 
kratzer einziehen. An Stelle der ansonsten etwa 24 Monate dauern- 
den Bauarbeiten dürfte der sowjetische Wolkenkratzer in den Bronx 
in 15 Monaten fertiggestellt sein, und man erspart außerdem. etwa 
  
18 Millionen Schilling Baukosten. 
Die Millionäre Light 
s zittern 
Abstimmung über sogenannte „Reichtumssteuer" träfe 7000 Millionäre 
Vorerst ist ein neues. Bunde_skanzleramt in Bonn im Bau, wodurch 
das Palais Schaumburg (im Hintergrund) zwar nicht abgerissen, 
aber doch entlastet wird. • Das 106-Mill.-Projekt des Kanzleramtes 
ist aber nur ein kleiner Teil eines völlig neuen „Regierungsviertels" 
in Bonn, über dessen Planung seit Jahren eifrig 'diskutiert wird. 
	_ 
Beschlüsse gab es noch keine. 
-Klomfar) 
(Fotoe 
Salzburg sehr zufrieden 
Wintersaison 1973/74 brachte höchste Zuwachsrate 
  
onn plant für le Zu 
Neues Haus für BRD-Abgeordnete noch auf dem Reißbrett der Architekten 
(BDF) Drei Jahre sind 
es inzwischen her, seit 
man im Regierungsvier- 
'lel am, Rhein beschlos= 
sen hat, den Abgeordne- 
ten und deren zahlrei- 
ehem Mitarbeiter- und 
sonstigem  Bediensteten- • 
stab ein neues Haus zu was die 
Erarbeitung eines : 
bauen. 
geeigneten ' Baupro- Unzeit käme. 
grammes, - städtebau- Denn vor "dem 9„ 
- licher Ideenwettbewerb, 
Bauwettbewerb, nächste • 
,:.Bearbeitungsstufe. 
  
das sind die - bisherigen 
'Etappen.-• Und.:-: 
immer 
dung. 
Sicher ist, daß durch 
den geplanten Neubau 
nicht nur das Gesicht 
der Stadt Bonn ein an- 
deres, hoffentlich- auf- 
poliertes, • Image be- 
kommt, sondern daß die 
Monsternovität entschei- 
dend das parlamentari- 
sche Leben der kommen- 
den Parlamentariergene- 
rationen • beeinflussen 
wird. So gesehen, ist das 
den Bundestagsabgeord- 
neten aufgezwungene 
„Langzeitprogramm" der 
überprüfung durchaus 
wert. 
Allerdings sind sich 
Bonns Abgeordnete in- 
zwischen darüber im 
klaren, daß ein Baube- 
schluß jetzt angesichts 
der Finanzmisere allent- 
halben sozusagen zur 
Die Bevöl- 
kerung würde • vermut- 
lich wenig Verständnis 
dafür aufbringen, wenn 
man in nächster Zeit 
einen Beschluß In der, 
Größe von etwa 7,5 Mil- 
'noch keine Entschei- Diskussion und erneuten liarden Schilling faßte: 
'Daran ändert 'auch 
: 
die den meisten 
nicht 
weniger geläufige Grö- 
ßenordnung . von der 
Einführung eines neuen • 
Waffen- oder Flugzeas 
systems, das ein .Vielfae 
ches von 'dem kostet, 
Pariamentsbati- 
he rren für das Jahr 2000, 
realisiert sehen :wollen' 
odere0. 
Deutschen 'Bundestag 
wird , das nicht •mehr 
der 
möglich werden, was 
heutige 7.> Bundestag 
vielleicht doch noch 'be- 
schließen wird.:- 
Bette 14 
• 
1971 
  
Samstag, 29. jure 
  
BRD-Urlaubsstart mit Regen 
Der Wochenend-Urlaubsverkehr hat diesmal in Süd- 
deutschland bereits am Freitag vielfach bei strömen- 
dem Regen begonnen. Vor allem die Autobahn Frank- 
furt—Nürnberg—München—Salzburg war wied er sehr 
stark belastet. Im Baustellenbereich südlich von Mün- 
chen kam es zu Stauungen. An diesem Wochenende 
beginnen die Feri en in Hessen, Hamburg und Schles- 
wig-Holstein. Es wird damit gerechnet, daß sich eine 
große Urlauber-Welle am Wochenende in Richtung 
Süden ergießt. In Nordbayern tobten in der Nacht zum 
.Freitag vielfach Gewitter, verschiedentlich wurde der 
Verkehr behindert, und es kam zu Unfällen. Drei To- 
desopfer und drei Verletzte gab es am Bamberger 
Kreu z, als dort bei einem riskanten Überholmanöver 
„Weiße Mäuse" im Ball ett 
zwei Personenwagen fron tal zusammenstießen, 
Donnerstag 
Eine Grup pe britischer Juden hat am 
ga- 
abend eine Vorstellung des gegenwärtig in London 
lie- 
stierenden Moskauer Bolschoi-Balletts gestört. Sie 
ßen weiße Mäuse im Zuschauerraum frei und warfen, 
Flugblätter von den Rängen, auf denen sie freie Aus- 
reise für die auswanderungswilligen sowjetischen je_ 
den verlangten. Drei Personen wurden von der Polizei 
aus dem Theater entfernt, jedoch nicht festgenommen 
Wegen des Gastspiels des Bolschoi-Balletts war es 
schon vor dessen Beginn zu Protesten in der britischen 
Öffentlichkeit gekommen. Namhafte Künstler hatten 
die britischen Behörden aufgefordert, aus Protest ge.. 
gen die Haltung der UdSSR gegenüber den auswan- 
derungswilligen Juden das Gastspiel abzusetzen. 
Für fast 7000 Millionäre in der Finanzmetropole Zürich wird es sich 
am kommenden Sonntag entscheiden, ob sie künftighin eine sogenannte 
,Reichtumssteuer" an den Fiskus abführen müssen. An diesem Tage wer- 
den nämlich die stimmberechtigten Zürcher über einen diesbezüglichen 
Antrag der Sozialdemokratischen Partei abstimmen. 
Eine Untersuchung des Schweize- über fast die Hälfte des gesamten 
suchen • Gewerkschaftsbundes ergab, Privatvermögens verfüge,während75 
daß ein Prozent der •wohlhabendsten - Prozent der Bevölkerung nur rund 
ihr Eigen nennen. Für den Fall einer 
Steuerzahler der Eidgenossenschaft fünf Prozent aller Vermögenswerte 
Annahme des SP-Vorschlages pro- 
phezeien die Gegner der Initiative 
katastrophale Folgen für die Staats- 
finanzen, da • viele Millionäre in an- 
dere Kantone oder ins Ausland ab- 
wandern würden. 
Die Sozialdemokraten, die größte 
politische Organisation im Kanton 
Zürich, stehen 
mit ihrem Vorstoß fast 
allein. Die nichtsozialistischen gro ßen 
Parteien unterstützen einen Gegen- 
vorschlag, der zwar eine deutliche, 
aber doch maßvolle Mehrbelastung 
der großen Einkommen vorsieht. 
Bei einer Annahme der SP-Initia- 
tive würde für ein Einkommen von 
einer Milli on Franken die Gesamt- 
steuerbelastung rund 530.000 Franken 
ausmachen. Hiezu kämen noch die 
obligatorischen Beiträge an die So- 
zialversicherung von etwa 80. 000 
Franken. Nach Schätzungen des Fi- 
nanzdirektors des Kantons, Albert 
Mossdorf, würde eine Abwanderung 
der kapitalkräftigsten Mitbürger dem 
Fiskus 60 bis 80 Millionen Franken 
kosten. 
Der Textilindustrielle Carlo Arter 
Abegg, der zu den reichsten Männern 
der Schweiz gezählt wird, versicher- 
te: „Wenn die Reichtumssteuer 
kommt, ziehe ich auf alle Fälle weg. 
Wahrscheinlich ins Ausland. In die- 
sem Fall würde ich nicht als Steuer- 
flüchtiger, sondern als ein von den 
Steuern Vertriebener die Heimat ver- 
lassen." 
Dr. Hans Mast, Direktor der 
Schweizerischen Kreditanstalt, be- 
fürchtet, daß auch Auslandsgeld nur 
noch zögernd in die Schweiz fließen 
würde, da die Eidgenossenschaft als 
attraktiver Wohnsitz für Filmsstars, 
Rennfahrer und Angehörige des in- 
ternationalen Jet-Sets der rigorosen 
Besteuerung aus dem Wege gehen 
würden. Auch die Steuerehrlichkeit 
würde absinken, meinte Mast. 
Die Gegner der Reichtumssteuer 
werben mit großen Zeitungsinsera- 
ten und Plakaten für die Annahme 
eines Alternativvorschlages. Auch ein 
Preisausschreiben gehört zu den 
Werbeträgern. Erster Preis: eine 
Reise für zwei Personen in die 
Steueroase Monaco. 
Wassert röpfchen mildern 
Düsenmotorenlärm 
Das nerventötende Heu len eines 
Flugzeugdüsenmotors beim Start und 
bei der Landung kann durch feine 
Wassertropfen auf die Hälfte redu- 
ziert werden. Diese für alle Anrainer 
eines Flughafens erfreuliche Nach- 
richt stammt aus dem Institute of 
Frank Marble hat ein Verfahren er; 
Technology in Kalifornien. Professor 
funden, durch welches der Luftstrom 
des Düsenmotors, 
mit einem. feinen 
Wasserschleier injiziert wird. Aus 
Metallröhren, etwa 20 cm dick, die in 
der Motorhaube- montiert werden,' 
werden die winzigen Wassertröpf- 
chen auf die Maschine versprüht. Das 
Wasser verdampft und absorbiert ei-, 
nen Teil der Hitze des Düsenstrahls 
. 
und der Energien der gewaltigen 
Schallwellen-Allerdings benötigt ein 
Flugzeug vom Typ der DC-10 zusätz- 
Der für den Salzburger Fremden- 
verkehr zuständige Landesrat Wal- 
ter Leitner und Landesverkehrsdi- 
rektor Dr. Oppitz legten kürzlich 
einen analytischen Rückblick auf die 
Wintersaison im Bundesland Salz- 
burg vor und stellten fest, daß mit 
6,165.396 übernachtungen-in der ver- 
gangenen Wintersaison und mit 
von 12,5 
Prozent 
die größte Übernachtungszuwachs- 
rate erreicht wurde, die es in Öster- 
reich je gegeben hat. 
Die Gesamtzuwachsrate von Öster- 
reich betrug 7,7 Prozent, die Schweiz 
hatte im gleichen Zeitraum einen 
Rückgang an Übernachtungen von 
5 Prozent gegenüber dem Winter 
1972/73. Die Salzburger Fremdenver- 
kehrsexperten sind der Ansicht, daß 
die sogenannte Energiewoche und die 
zu diesem sensationellen Ergebnis 
günstige Schneelage beigetragen hat 
auch 
Der vorgelegten Analyse ist 
zu entnehmen, daß fast ein Viertel 
der gesamten Winterübernachtungen 
in Österreich (insgesamt 25,5 Millio- 
nen) auf das Bundesland Salzburg 
fallen. 
einer Zuwachsrate Der Landesverkehrsdirektor wies 
darauf hin, daß, aufgeteilt nach den 
einzelnen Kategorien, die Betten in 
der Kategorie B die meiste 
Zunahme zu verzeichnen hatten, 
ein Beweis dafür, daß das soge- 
nannte gutbürgerliche Haus am mei- 
sten gefragt ist. Dadurch werde aber 
aufge zeigt , 
auch die Notwendigkeit 
die 
Kategorien in 
Häuser niederer 
der Ausstattung an die Kategorie B 
für-,etwa 
heranzuführen. 
liehe Tanks 
zwei Tonnen 
Wasser, um den schaurigen-Lärm der 
Motoren dämpfen zu können. 
Ba deverbot in Salerno 
Die Gesundheitsbehörden der süd- 
lich, von Neapel gelegenen Stadt &- 
lern° haben• ein Badeverbot für den 
städtischen Badestrand erlassen. 
Grund 'ist der' zu hohe Verschmut- 
zungsgrad der Küstengewässer. Küstengewässer.
	        
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