Mord an Richter:Todesstrafe.
Der .
41jährige, in .Liechtenstein .
lebende:
Schweizer
Kaufmann Reinhold Glatt wird wegen Mordes enge-
klagt werden. Er hatte am 20. Juni . während einer Zie-
viagerichtsverhandlung den Vorsitzenden des Vaduier
Obergenechtese den. 54jährigen Schweizer Kantonsrich-
ter Dr,: 'Walter Hildebrand aus Eschenbach: bei' St' Gal- -
len mit .drei Schüssenegetötet.
Bei der bevorstehenden: Strafgerichtsverhandlung
leer - dem liechtenstelnischen Kneninalgericht :;wird: ein,
Vorarlberger den Vorsitz führen. Präsident des Krimi-
Oberlane
nelgeriehe ist der Senatevorsitzende beim
desgerieht Innsbruck, Dr. Franz Rhomberg. Das Kri
minalgericht könnte bei: Schuldspruch :wegen Mordes
die Todesstrafe verhängen, die jedoch in Liechtenstein
noch nie vollstreckt word en
Man traut seinen Augen kaum, wenn man auf dem Henry Hudson
Parkway in den Bronx, New York, nach einer Kurve plötzlich ein
Haus in den Lüften schweben sieht. E tliche Stockwerke des breit
gelagerten Gebäudes sind schon fertig, darunter ist, wenn man von
zwei Betonpfeilern absieht, nur Luft. Es handelt sich um das neue
Wohngebäude der UNO-Vertretung der Sowjetunion, das aufgrund
der neuen Bauweise „von oben hinunter" entsteht. Es soll zwanzig
Et agen erhalten. Etwa jede Woche kommt ein neues Stockwerk
hinzu, und es wird mit allen Installationen, mit Badewannen, Was-
ser- und Helzungsrohren, mit Elektroanschlüssen, ja sogar schon
mit verglasten Fenstern durch hydraulische Winden auf seinen
Platz gebracht. Die Tec hnik an sich ist ja nicht unbekannt, so ist
zum Beispiel das BMW-Haus in München nach der „Vorhang-
methode" erbaut worden, aber im Falle des russischen UNO-Wol-
kenkratzers sind die landschaftlichen Gegebenheiten so, daß man
tatsächlich wie vor einem Phantom steht, wenn man das schwebende
Haus aus den Wolken treten sieht. Während eine Etage in die Lüfte
gehoben wird, arbeiten Installateure, Elektriker und andere Hand-
werker am Boden bereits an der nächsten. Die neue Baumethode
wurde seinerzeit in Kalifornien als Schutz gegen Erdbeben aus-
gearbeitet. Der Wolkenkratzer wird als eine diplomatische Enklave
entstehen und er ist von allen Baubeschränkungen und Bauzonen-
verordnungen befreit. Neben den 220 Wohnungen wird er auch ein
Theater, Turnsäle, Klassenzimmer sowie eine geräumige Garage
umfassen. Noch vor Ende des Jahres werden 240 Familien sowjeti-
P
scher UNO-Beamter von den verschiedenen Wohnhäusern auf Long
Isl and und Appartements in Manhattan in den Riverdale-Wolken-
kratzer einziehen. An Stelle der ansonsten etwa 24 Monate dauern-
den Bauarbeiten dürfte der sowjetische Wolkenkratzer in den Bronx
in 15 Monaten fertiggestellt sein, und man erspart außerdem. etwa
18 Millionen Schilling Baukosten.
Die Millionäre Light
s zittern
Abstimmung über sogenannte „Reichtumssteuer" träfe 7000 Millionäre
Vorerst ist ein neues. Bunde_skanzleramt in Bonn im Bau, wodurch
das Palais Schaumburg (im Hintergrund) zwar nicht abgerissen,
aber doch entlastet wird. • Das 106-Mill.-Projekt des Kanzleramtes
ist aber nur ein kleiner Teil eines völlig neuen „Regierungsviertels"
in Bonn, über dessen Planung seit Jahren eifrig 'diskutiert wird.
_
Beschlüsse gab es noch keine.
-Klomfar)
(Fotoe
Salzburg sehr zufrieden
Wintersaison 1973/74 brachte höchste Zuwachsrate
onn plant für le Zu
Neues Haus für BRD-Abgeordnete noch auf dem Reißbrett der Architekten
(BDF) Drei Jahre sind
es inzwischen her, seit
man im Regierungsvier-
'lel am, Rhein beschlos=
sen hat, den Abgeordne-
ten und deren zahlrei-
ehem Mitarbeiter- und
sonstigem Bediensteten- •
stab ein neues Haus zu was die
Erarbeitung eines :
bauen.
geeigneten ' Baupro- Unzeit käme.
grammes, - städtebau- Denn vor "dem 9„
- licher Ideenwettbewerb,
Bauwettbewerb, nächste •
,:.Bearbeitungsstufe.
das sind die - bisherigen
'Etappen.-• Und.:-:
immer
dung.
Sicher ist, daß durch
den geplanten Neubau
nicht nur das Gesicht
der Stadt Bonn ein an-
deres, hoffentlich- auf-
poliertes, • Image be-
kommt, sondern daß die
Monsternovität entschei-
dend das parlamentari-
sche Leben der kommen-
den Parlamentariergene-
rationen • beeinflussen
wird. So gesehen, ist das
den Bundestagsabgeord-
neten aufgezwungene
„Langzeitprogramm" der
überprüfung durchaus
wert.
Allerdings sind sich
Bonns Abgeordnete in-
zwischen darüber im
klaren, daß ein Baube-
schluß jetzt angesichts
der Finanzmisere allent-
halben sozusagen zur
Die Bevöl-
kerung würde • vermut-
lich wenig Verständnis
dafür aufbringen, wenn
man in nächster Zeit
einen Beschluß In der,
Größe von etwa 7,5 Mil-
'noch keine Entschei- Diskussion und erneuten liarden Schilling faßte:
'Daran ändert 'auch
:
die den meisten
nicht
weniger geläufige Grö-
ßenordnung . von der
Einführung eines neuen •
Waffen- oder Flugzeas
systems, das ein .Vielfae
ches von 'dem kostet,
Pariamentsbati-
he rren für das Jahr 2000,
realisiert sehen :wollen'
odere0.
Deutschen 'Bundestag
wird , das nicht •mehr
der
möglich werden, was
heutige 7.> Bundestag
vielleicht doch noch 'be-
schließen wird.:-
Bette 14
•
1971
Samstag, 29. jure
BRD-Urlaubsstart mit Regen
Der Wochenend-Urlaubsverkehr hat diesmal in Süd-
deutschland bereits am Freitag vielfach bei strömen-
dem Regen begonnen. Vor allem die Autobahn Frank-
furt—Nürnberg—München—Salzburg war wied er sehr
stark belastet. Im Baustellenbereich südlich von Mün-
chen kam es zu Stauungen. An diesem Wochenende
beginnen die Feri en in Hessen, Hamburg und Schles-
wig-Holstein. Es wird damit gerechnet, daß sich eine
große Urlauber-Welle am Wochenende in Richtung
Süden ergießt. In Nordbayern tobten in der Nacht zum
.Freitag vielfach Gewitter, verschiedentlich wurde der
Verkehr behindert, und es kam zu Unfällen. Drei To-
desopfer und drei Verletzte gab es am Bamberger
Kreu z, als dort bei einem riskanten Überholmanöver
„Weiße Mäuse" im Ball ett
zwei Personenwagen fron tal zusammenstießen,
Donnerstag
Eine Grup pe britischer Juden hat am
ga-
abend eine Vorstellung des gegenwärtig in London
lie-
stierenden Moskauer Bolschoi-Balletts gestört. Sie
ßen weiße Mäuse im Zuschauerraum frei und warfen,
Flugblätter von den Rängen, auf denen sie freie Aus-
reise für die auswanderungswilligen sowjetischen je_
den verlangten. Drei Personen wurden von der Polizei
aus dem Theater entfernt, jedoch nicht festgenommen
Wegen des Gastspiels des Bolschoi-Balletts war es
schon vor dessen Beginn zu Protesten in der britischen
Öffentlichkeit gekommen. Namhafte Künstler hatten
die britischen Behörden aufgefordert, aus Protest ge..
gen die Haltung der UdSSR gegenüber den auswan-
derungswilligen Juden das Gastspiel abzusetzen.
Für fast 7000 Millionäre in der Finanzmetropole Zürich wird es sich
am kommenden Sonntag entscheiden, ob sie künftighin eine sogenannte
,Reichtumssteuer" an den Fiskus abführen müssen. An diesem Tage wer-
den nämlich die stimmberechtigten Zürcher über einen diesbezüglichen
Antrag der Sozialdemokratischen Partei abstimmen.
Eine Untersuchung des Schweize- über fast die Hälfte des gesamten
suchen • Gewerkschaftsbundes ergab, Privatvermögens verfüge,während75
daß ein Prozent der •wohlhabendsten - Prozent der Bevölkerung nur rund
ihr Eigen nennen. Für den Fall einer
Steuerzahler der Eidgenossenschaft fünf Prozent aller Vermögenswerte
Annahme des SP-Vorschlages pro-
phezeien die Gegner der Initiative
katastrophale Folgen für die Staats-
finanzen, da • viele Millionäre in an-
dere Kantone oder ins Ausland ab-
wandern würden.
Die Sozialdemokraten, die größte
politische Organisation im Kanton
Zürich, stehen
mit ihrem Vorstoß fast
allein. Die nichtsozialistischen gro ßen
Parteien unterstützen einen Gegen-
vorschlag, der zwar eine deutliche,
aber doch maßvolle Mehrbelastung
der großen Einkommen vorsieht.
Bei einer Annahme der SP-Initia-
tive würde für ein Einkommen von
einer Milli on Franken die Gesamt-
steuerbelastung rund 530.000 Franken
ausmachen. Hiezu kämen noch die
obligatorischen Beiträge an die So-
zialversicherung von etwa 80. 000
Franken. Nach Schätzungen des Fi-
nanzdirektors des Kantons, Albert
Mossdorf, würde eine Abwanderung
der kapitalkräftigsten Mitbürger dem
Fiskus 60 bis 80 Millionen Franken
kosten.
Der Textilindustrielle Carlo Arter
Abegg, der zu den reichsten Männern
der Schweiz gezählt wird, versicher-
te: „Wenn die Reichtumssteuer
kommt, ziehe ich auf alle Fälle weg.
Wahrscheinlich ins Ausland. In die-
sem Fall würde ich nicht als Steuer-
flüchtiger, sondern als ein von den
Steuern Vertriebener die Heimat ver-
lassen."
Dr. Hans Mast, Direktor der
Schweizerischen Kreditanstalt, be-
fürchtet, daß auch Auslandsgeld nur
noch zögernd in die Schweiz fließen
würde, da die Eidgenossenschaft als
attraktiver Wohnsitz für Filmsstars,
Rennfahrer und Angehörige des in-
ternationalen Jet-Sets der rigorosen
Besteuerung aus dem Wege gehen
würden. Auch die Steuerehrlichkeit
würde absinken, meinte Mast.
Die Gegner der Reichtumssteuer
werben mit großen Zeitungsinsera-
ten und Plakaten für die Annahme
eines Alternativvorschlages. Auch ein
Preisausschreiben gehört zu den
Werbeträgern. Erster Preis: eine
Reise für zwei Personen in die
Steueroase Monaco.
Wassert röpfchen mildern
Düsenmotorenlärm
Das nerventötende Heu len eines
Flugzeugdüsenmotors beim Start und
bei der Landung kann durch feine
Wassertropfen auf die Hälfte redu-
ziert werden. Diese für alle Anrainer
eines Flughafens erfreuliche Nach-
richt stammt aus dem Institute of
Frank Marble hat ein Verfahren er;
Technology in Kalifornien. Professor
funden, durch welches der Luftstrom
des Düsenmotors,
mit einem. feinen
Wasserschleier injiziert wird. Aus
Metallröhren, etwa 20 cm dick, die in
der Motorhaube- montiert werden,'
werden die winzigen Wassertröpf-
chen auf die Maschine versprüht. Das
Wasser verdampft und absorbiert ei-,
nen Teil der Hitze des Düsenstrahls
.
und der Energien der gewaltigen
Schallwellen-Allerdings benötigt ein
Flugzeug vom Typ der DC-10 zusätz-
Der für den Salzburger Fremden-
verkehr zuständige Landesrat Wal-
ter Leitner und Landesverkehrsdi-
rektor Dr. Oppitz legten kürzlich
einen analytischen Rückblick auf die
Wintersaison im Bundesland Salz-
burg vor und stellten fest, daß mit
6,165.396 übernachtungen-in der ver-
gangenen Wintersaison und mit
von 12,5
Prozent
die größte Übernachtungszuwachs-
rate erreicht wurde, die es in Öster-
reich je gegeben hat.
Die Gesamtzuwachsrate von Öster-
reich betrug 7,7 Prozent, die Schweiz
hatte im gleichen Zeitraum einen
Rückgang an Übernachtungen von
5 Prozent gegenüber dem Winter
1972/73. Die Salzburger Fremdenver-
kehrsexperten sind der Ansicht, daß
die sogenannte Energiewoche und die
zu diesem sensationellen Ergebnis
günstige Schneelage beigetragen hat
auch
Der vorgelegten Analyse ist
zu entnehmen, daß fast ein Viertel
der gesamten Winterübernachtungen
in Österreich (insgesamt 25,5 Millio-
nen) auf das Bundesland Salzburg
fallen.
einer Zuwachsrate Der Landesverkehrsdirektor wies
darauf hin, daß, aufgeteilt nach den
einzelnen Kategorien, die Betten in
der Kategorie B die meiste
Zunahme zu verzeichnen hatten,
ein Beweis dafür, daß das soge-
nannte gutbürgerliche Haus am mei-
sten gefragt ist. Dadurch werde aber
aufge zeigt ,
auch die Notwendigkeit
die
Kategorien in
Häuser niederer
der Ausstattung an die Kategorie B
für-,etwa
heranzuführen.
liehe Tanks
zwei Tonnen
Wasser, um den schaurigen-Lärm der
Motoren dämpfen zu können.
Ba deverbot in Salerno
Die Gesundheitsbehörden der süd-
lich, von Neapel gelegenen Stadt &-
lern° haben• ein Badeverbot für den
städtischen Badestrand erlassen.
Grund 'ist der' zu hohe Verschmut-
zungsgrad der Küstengewässer. Küstengewässer.