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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Seite 2 
Mittwoch, 10. April 1974 
Melter- Protest gegen Zinsen 
Staatsbanken verantwortlich 
Wien (FPD) Vor freiheitlichen 
Arbeitnehmervertretern machte der 
FPÖ-Sozialreferent, Nationalratsab­ 
geordneter W'erner Melter, die Re­ 
gierung für den niedrigen Sparzins­ 
satz, durch den gerade die kleinen 
Sparer aufgrund der Inflation kraß 
benachteiligt werden, verantwort­ 
lich. Melter begründete dies damit, 
daß insbesondere die verstaatlichten 
Großbanken die Zinssätze beein­ 
flussen. 
Darüber hinaus sei es erstaun­ 
lich, führte Melter weiter aus, daß 
Präsident Benya jetzt plötzlich Pro­ 
paganda zur Anhebung der Einla­ 
genzinssätze macht, obwohl die 
größte Privatbank Österreichs, die 
BAWAG, die maßgeblich vom ÖGB 
beeinflußt wird, für die kleinen 
Sparer auch keine günstigen Zins­ 
sätze einräumt. Benya sollte daher 
zuerst mit gutem Beispiel voran­ 
gehen, wo er direkten Einfluß aus­ 
üben kann. Ansonsten müßte der 
Vorwurf erhoben werden, daß die 
Kenntnis der Benachteiligung der 
kleinen Sparer zu politischer Propa­ 
ganda mißbraucht wird. 
Eine „Wurzelbehandlung der In­ 
in 
flation“, bei der die Konsumenten, 
erster Linie die Hausfrauen mit 
ihren täglichen Einkäufen, teilneh­ 
men, forderte FPÖ-Abgeordneter 
Hanreich. Die Teuerung müßte end­ 
lich als Folge überhöhter Wünsche 
an die Gemeinschaft und an die 
Wirtschaft erkannt und dement­ 
sprechend kuriert werden. Jeder 
einzelne sollte seine Forderungen an 
den Konsum zurückschrauben. Die 
Hausfrauen mögen preisbewußter 
einkaufen und beim Kauf auf Kre­ 
dit- und Eatenbasis mehr Vorsicht 
walten lassen. Die Regierung aber, 
zu sehr in einer Gefälligkeitsdemo­ 
kratie verhaftet, sei bislang einen 
offenen Appell im aufgezeigten Sinn 
schuldig geblieben. Die FPÖ als in­ 
itiative Opposition müsse daher die­ 
sen Gedanken vermehrt in die Dis­ 
kussion hineintragen. 
Auf den zur Diskussion stehen­ 
den Preisstopp eingehend, meinte 
Hanreich, der Inflation wäre mit 
derartigen Gesetzen nicht beizukom­ 
men. Auch die Sozialpartner könn­ 
ten nur mäßigend auf die sich auf­ 
wärts bewegende Lohn- und Preis­ 
spirale wirken. Schon bessere Mög­ und 
lichkeiten, so Hanreich, stünden den 
Der 
Bundes- und Landesregierungen 
Kampf um die Nachfolge von Pompidou hat voll eingesetzt. 
Unter den 17 Kandidaten für das Präsidentenamt sind mindestens 
zwei klare Favoriten: Links der von den Gaullisten offiziell unter­ 
stützte ehemalige Premierminister Jacques Chaban-Delmas und 
der einzige Kandidat der Linksparteien, Francois Mitterand (rechts). 
(Foto Keystone) 
AK-Wahlen: Heuer gelten 2 Millionen 
Arbeitnehmer im Herbst zur Urne 
Wien (VP-PD) Stichtag für die 
am 29. und 30. September stattfin­ 
denden Arbeiterkammerwahlen ist 
der 31. Mai: Alle kammerzugehöri­ 
gen Arbeitnehmer, die an diesem Tag 
im österreichischen Bundesgebiet be­ 
schäftigt sind und das 18. Lebens­ 
jahr vollendet haben, sind im Herbst 
wahlberechtigt. Das Wahlrecht gilt 
auch für Gastarbeiter, da bei diesen 
Wahlen die Staatsbürgerschaft keine 
Rolle spielt. 
Bei "den" letzten Arbelterkammer- 
wahlen am 21. und 22. September 
,1969 waren über 1,6 Millionen Ar- 
; beitnehmer wahlberechtigt. Gültige 
Stimmen wurden knapp über eine 
Million abgegeben: davon erreichte 
der ÖAAB einen Stimmenanteil von 
23,5 Prozent, die SPÖ 68,0 Prozent, 
die FPÖ 5,0 Prozent und die Ge­ 
werkschaftliche Einheit der Kommu­ 
nisten 2,6 Prozent. 0,9 Prozent ent­ 
Heuer 
fielen auf Parteifreie. 
werden etwa 2 Millionen 
Arbeitnehmer wahlberechtigt sein, 
darunter auch erstmals die Gastar­ 
beiter. Die bisherige Bedingung einer 
mindestens einjährigen Beschäfti­ 
gungsdauer zur Ausübung des akti­ 
ven Wahlrechts ist jetzt beseitigt 
worden. 
Die jüngste Erhebung des Haupt­ 
verbandes der österreichischen So­ 
zialversicherungsträger für die Zeit 
eines Jahres — von März 1973 bis 
März 1974 — hat ergeben: während 
die Zahl" der Arbeiter 'von März“ 1973 
bis März 1974 lediglich um 2730 Per­ 
sonen (plus 0,19 Prozent) zunahm, 
hat sich die Zahl der Angestellten 
und Beamten um 60.880 Personen die Tatsache, daß sie alle für 
(plus 5,29 Prozent) erhöht. 
Die Bedeutung dieser Entwick­ 
lung wird durch die Tatsache, daß 
sich die Gesamtzahl der Arbeiter zu 
jenen der Angestellten und Beamten 
Ted 
nunmehr wie 100 : 86 verhält, unter­ 
strichen. 
Kennedy 
Europa 
Hilfe für Zeitungen 
BRD: 
Suez- Kanal wird geräumt 
Wettstreit 
um Aufträge 
Mit der Ankunft einer aus vier 
Schiffen der britischen Marine be­ 
stehenden Minenräum-Flotille in 
Pord Said, dem nördlichen Ausgang 
des Suezkanals, hat diese Woche die 
erste Phase zur Räumung des seit 
dem 6. Juli 1967 geschlossenen Was­ 
serweges begonnen. In Zusammen­ 
arbeit mit der amerikanischen und 
der ägyptischen Marine sollen die 
britischen Schiffe im Suezkanal ver­ 
legte Minen und Sprengkörper ent­ 
schärfen. Die amerikanischen Ma­ 
rine-Einheiten, darunter ein Heli­ 
kopter-Träger, werden in Kürze er­ 
wartet, wenn das US-Parlament die 
Übernahme der bei dieser Aktion 
entstehenden Kosten von etwa zehn 
bis zwanzig Millionen Dollar gebil­ 
ligt hat. Auch die Regierung in Lon­ 
don will einen Anteil an den Kosten 
der Räumoperation übernehmen. 
Ägyptische Stellen schätzen, daß 
die Räumung des Kanals von Minen 
und Sprengkörpern zwei bis vier Mo­ 
nate dauern werde. Danach sollen die 
im Kanal versenkten zehn großen 
Hindernisse, zumeist Schiffe und 
Bagger, in weiteren sechs Monaten 
geräumt werden. Allerdings ist noch 
immer nicht geklärt, wer diese Auf­ 
gabe übernehmen soll. Eine west­ 
deutsche Firma hatte sich in Zusam­ 
menarbeit mit einer jugoslawischen 
Gesellschaft um den Auftrag bewor­ 
ben. Es sollen allerdings inzwischen 
auch amerikanische und japanische 
Angebote vorliegen. 
In einem ägyptischen Pressebe­ 
richt hieß es, daß die ägyptische Re­ 
gierung den Auftrag für die Hebung 
der Hindernisse international aus­ 
schreiben werde. Weitere 55 kleinere 
Hindernisse will die ägyptische Suez­ 
kanal-Gesellschaft selber heben. Da­ 
nach werden die seit dem 6. Juni 
1967 im Suezkanal festliegenden 15 
Der 
Schiffe den Kanal verlassen können. gev als ihr Eigentum. Sie argumen- diesem Teil Israels sein. 
Hafen von Port Said ist, wie 
der Chef der Suezkanal-Behörde, 
Mashur Ahmed Mashur, mitteilte, in­ 
zwischen für Schiffe aller Tonnagen 
wieder offen, nachdem alle im Hafen 
versenkten Boote und Schiffe geho­ 
ben worden seien. 
Die Ägypter haben auch mit der 
Beseitigung des von den israelischen 
Truppen im Kanal errichteten Stra­ 
ßendammes bei Deversoir begonnen. 
Wem geh ört Ne gev- Wüste? 
Der erste Beduinenscheich in der Knesseth will diese Frage klären 
Mit einem großen Fest in der 
Wüste feierte kürzlich Scheich Ha- 
mad Abu Rabeyeh, der als erster Be­ 
duine in das israelische Parlament 
eingezogen ist, seinen Wahlsieg. Ila- 
mad hatte von den etwa 25.000 Be­ 
duinen, die in der nördlichen Negev- 
Wüste leben, mehr als 17.000 Stim­ 
men erhalten. Nach einem Kamelren­ 
nen und einem opulenten Mahl unter 
Ziegenlederzelten versicherte er denn 
auch seinen rund 2000 Gästen, daß er 
als Abgeordneter bemüht sein werde, 
den 25 Jahre alten Streit beizulegen, 
wem der Negev eigentlich gehöre. 
Die meisten der in Israel leben­ 
den Beduinen haben ln den letzten 
Jahren ihr Nomadendasein aufgege­ 
ben. Mit Hilfe der Regierung ent­ 
standen Siedlungen, aus den einsti­ 
gen Jägern wurden Bauern. Viele von 
ihnen betrachten weite Teile des Ne­ 
US-Präsident 
Richard Nixon flog 
am Dienstag In Begleitung von Woh- 
nungsbauminister James Lynn nach 
Xenia (Bundesstaat Ohio), das Mitte 
vergangener Woche von einem Tor­ 
sowie den Gemeindeverwaltungen 
nado schwer verwüstet worden war. 
offen. Diese könnten langfristig 
planen und arbeiten, im kommuna­ 
len Bereich systematisch und exakt 
vorbereiten. 
VP-Frauen: Lanze für 
benachteiligte Kinder 
Wien (VP-PD) Die Verbesserung 
der Bildungschancen für Kinder aus 
dem regional benachteiligten Raum 
ist. eine der wesentlichsten Aufgaben, 
die die österreichische Frauenbewe­ 
gung für die allernächste Zukunft 
sieht. Rund 90 Prozent der soge­ 
nannten lernbehinderten Kinder 
stammen aus einem anregungsarmen 
Milieu, sie werden von vornherein 
von weiterführenden Schulen ausge­ 
schlossen. Durch Anregung schon des 
Kleinkindes, sich spielerisch Bildung 
anzueignen, kann diese milieube­ 
dingte Lernbehinderung in Kinder­ 
gärten oder im Rahmen dieser ge­ 
führten Vorschulklassen in vielen 
Fällen überwunden werden. 
Dazu ist aber als erster Schritt 
der forcierte Ausbau des Kindergar­ 
tennetzes, vor allem im ländlichen 
Raum, vordringlich,- doch dürfen die 
dadurch entstehenden finanziellen 
Belastungen nicht ausschließlich den 
einzelnen Gemeinden aufgebürdet 
werden, stellte die Bundesleiterin der 
österreichischen Frauenbewegung, 
BR Edda Egger, Dienstag fest. 
Scheel verließ Ungarn 
Budapest (dpa) Nach einem zwei­ 
tägigen offiziellen Besuch in Ungarn 
flog Bundesaußenminister Walter 
Scheel gestern von Budapest nach 
Bonn zurück. Von dort aus wird er 
zur Teilnahme an der UNO-Roh- 
stoff-Konferenz nach New York Wei­ 
terreisen. Mit Ungarns Außenmini­ 
ster Frigyes Puja hatte Scheel ge­ 
stern die Vorbereitung mehrerer Ver­ 
träge und regelmäßige Konsultatio­ 
nen vereinbart, um die Beziehungen 
zwischen Ungarn und der Bundes­ 
republik zu intensivieren. 
US-Vize Ford 
will BRD besuchen 
Washington (dpa) Der amerika­ 
nische Vizepräsident Gerald Ford hat 
gegenüber einer deutschen Parla­ 
mentsdelegation die Absicht ge­ 
äußert, in nächster Zeit — wahr­ 
scheinlich innerhalb des nächsten 
halben Jahres — die Bundesrepublik 
zu besuchen. Das erklärte Bundes­ 
tagspräsidentin Annemarie Renger in 
Washington. Die Delegation mit Ab­ 
geordneten aller Parteien hatte am 
Montag nach Angaben der Präsiden­ 
tin „sehr freundschaftliche und in­ 
formative Gespräche“ im Repräsen­ 
tantenhaus geführt, 
c 
König Hussein 
in Damaskus 
Damaskus (UPI) König Hussein 
von Jordanien ist am Dienstag in 
Begleitung seines Ministerpräsiden­ 
ten Seid Rifai in Damaskus einge­ 
troffen. Hussein wird mit dem syri­ 
schen Präsidenten Hafez Assad die 
Lage im Nahen Osten erörtern. Zu­ 
vor hatte der Monarch' bei einem 
zweitägigen Besuch Ägyptens in 
Alexandrien mit Präsident Anwar 
Bonn 
Sadat konferiert. 
(bdf) — „Die Zukunft des 
Westens beruht auf der atlantischen 
Partnerschaft, einem System der Zu­ 
sammenarbeit zwischen Völkern, die 
ihre Lasten gemeinsam tragen und 
ihre Chancen in aller Welt gemein­ 
sam nutzen können. Wir setzen un­ 
sere Hoffnungen auf ein einiges und 
starkes Europa, in eine Weltmacht, 
die imstande ist, die Weltprobleme 
als vollgültiger und gleichberechtig­ 
ter Partner anzupacken, in unserem 
eigenen wie in ihrem Interesse“, die­ 
sen Satz des verstorbenen US-Prä- 
sidenten John F. Kennnedy aus sei­ 
ner Rede in der Frankfurter Pauls­ 
kirche am 25. Juni 1963 könnte heu­ 
te, knapp elf Jahre danach, sein 
jüngster Bruder Edward wiederholt 
haben. 
Senator Ted Kennedy, den viele 
schon als den nächsten Präsidenten 
der , USA ähsehen,' war-zu Gast in 
der Bonner' Bundeshauptstadt! Wie 
wichtig der- amerikanische Politiker 
für die Bonner Regierung war, zeigt 
ihnZeit 
hatten: Bundeskanzler Brandt, 
Außenminister Scheel, die Minister 
Genscher (heimlicher Scheel-Nach- 
folger im Auswärtigen Amt), Schmidt, 
Leber und Bahr, sogar DGB-Vor- 
sitzender Vetter. 
Mit Genugtuung vernahmen sie 
Kennnedys Votum für eine Beibe­ 
haltung der amerikanischen Truppen 
in Europa, auch wenn das nächste Ab­ 
stimmungsergebnis im Senat dank 
Senator Mike Mansfields Reduzie­ 
rungsantrag sehr knapp werden 
dürfte. 
Kennedy versagte sich jeder Kri­ 
tik am europäisch-arabischen Dialog, 
weil die jeweiligen Interessen re­ 
spektiert werden müßten, selbst 
wenn die amerikanischen manchmal 
anders lägen. Offenbar will der mög­ 
liche Nixon-Nachfolger die Bezie­ 
hungen zwischen seinem Land und 
der Europäischen Gemeinschaft auf 
keinen Fall auf die Probe, stellen. 
Kontroverse Ansichten bedeuten für 
, ihn keine Zerfallserscheinungen im 
atlantischen Bündnis. 
Bonn — Die deutschen Ta­ 
geszeitungen sollen nach überein­ 
stimmender Auffassung von Bun­ 
desregierung und Bundesrat, der 
Vertretung der Länder in Bonn, 
durch staatliche Hilfsmaßnahmen 
wirksam unterstützt werden. Am 
letzten Freitag hat denn auch die 
Von unserem Korrespondenten 
Bernd-Dieter Fridrich, Bonn 
Länderkammer zwei entsprechende 
Anträge an die jeweils federführen­ 
den Ausschüsse überwiesen. 
Danach sollen die Vertriebserlöse 
von Tageszeitungen von der Umsatz­ 
steuer befreit werden, ein Problem, 
das ' sich auch in Österreich stellt. 
Der Vorsteuerabzug hingegen soll 
bleiben, so daß die Unternehmen 
dem 
wirklich entlastet werden. Außer­ 
sind Sonderabschreibungen ln 
Höhe von 50 Prozent für Güter des 
beweglichen und 30 Prozent für sol­ 
che des unbeweglichen Anlagever­ 
mögens vorgesehen. 
Die ab 1. Juli dieses Jahres be­ 
absichtigten Gebührenerhöhungen 
im Post-Zeitungsdienst sollen vor­ 
erst für ein Jahr generell ausgesetzt 
werden, während das Land Nieder 
Sachsen sogar beantragte, lokal 
und regionale Tageszeitungen, die zu 
30 Prozent oder mehr auf den Post­ 
versand angewiesen sind, überhaupt 
von geplanten Gebührenaufstockun­ 
gen auszunehmen. 
So wünschenswert auch die Idee 
am 25. Geburtstag der westdeutschen 
Nachkriegszeitungen sein mag, die 
Meinungsvielfalt in der Bundesrepu­ 
blik durch kräftige und hoffentlich 
auch gezielte Finanzspritzen zu er­ 
halten, so sehr sollten dabei auch die 
damit verbundenen Probleme nicht 
verkannt werden, denn Subventio­ 
nen sind auch hier kein Allheilmit­ 
tel. Man muß dabei die politischen 
Risiken bedenken, wenn man dar­ 
auf achtet, daß etwa die SPD-eige­ 
nen Zeitungen überwiegend zu den 
Subventionsberechtigten gehören 
sollen. Umgekehrte Fälle freilich 
sind auch vorhanden. 
Pressebeeinflussung, worauf das 
Ganze hinauslaufen könnte, wäre 
schlimmer als Pressekonzentration 
in Massen. Rationalisierung und ge­ 
sunde Kooperation sind besser als 
möglicher Verlust der freien Mei­ 
nungsäußerung. Vielleicht hat auch 
hier die Regierung in Hannover ei­ 
nen Weg gewiesen, wenn sie nur 
solche Zeitungen unterstützen will, 
die keine größere Auflage als 160.000 
täglich haben. Die größeren können’s 
Scheich Hamad, der Herr über 
meist leichter. 
4000 Beduinen und 500 Schafe ist, 
versicherte auch, er werde sich um 
eine bessere Erziehung und Ausbil­ 
dung für seine Leute, um den Bau 
von modernen Siedlungen und Klini­ 
ken sowie um Bibliotheken, Dorfge- 
meinschaftshäuser und Sportanlagen 
bemühen. Das opulente Festmahl be­ 
stand traditionell aus Hammel mit 
Reis. Zum Nachtisch gab es Bananen. 
Dann durfte, der Tradition entspre­ 
chend, laut gerülpst werden. 
Mitten in der Wildnis der Negev- 
Wüste steht das bungalowähnliche 
Haus des Scheichs. Er wartet jetzt 
darauf, daß die Post ihm das Telefon 
installiert, das er als Abgeordneter 
haben muß. Die Leitung muß viele 
Kilometer durch die Wüste gezogen 
werden. Wenn es einmal funktio­ 
niert, wird es das erste Telefon in 
tieren, ihre Vorfahren hätten das 
Land zu Zeiten des 1918 zerbrochenen 
Ottomanischen Reiches von den da­ 
maligen türkischen Herrschern ge­ 
kauft. 
Die israelische Regierung dagegen 
steht auf dem Standpunkt, das um­ 
strittene Land gehöre dem Staat oder 
dem jüdischen Nationalfonds, einer 
weltweiten Organisation, die sich mit 
der Landentwicklung in Israel befaßt. 
Scheich Hamad ließ nicht erken­ 
nen, wie er das Problem anpacken 
oder lösen wolle, versprach aber, sich 
für einen friedlichen Ausgleich zwi­ 
schen Israel und seinen arabischen 
Nachbarn einzusetzen. 
Zu den Ehrengästen des Festes in 
der Wüste gehörten auch der stell­ 
vertretende israelische Ministerpräsi­ 
dent Alon sowie zahlreiche hohe 
Beamte aus den von Israel besetzten 
west jordanischen Gebieten.
	        
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