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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Donnerstag, 11. April 1974 
Seite 5 
Donnerstag, 11. April 
Namenstag 
Stanislaus 
Wetterbericht 
der Wetterwarte Innsbruck 
Großwetterlage: Die 
Hochdrucklage über Mitteleuro­ 
pa schwächt sich weiter ab. Die 
langsam aus Südwest vordrin­ 
genden Störungen werden aber 
für den Alpenraum zumindest 
vorläufig noch keine stärkeren 
Auswirkungen bringen. 
Vorhersage: Vereinzelt 
etwas Niederschlag nicht ausge­ 
schlossen. An der Alpennord­ 
seite föhnig aufgelockerte Be­ 
wölkung. Frühtemperaturen 2 
bis 7 Grad, Tageshöchstwerte 17 
bis 21 Grad. 
Höchste bzw. tiefste Tempe­ 
raturen von gestern, 13 Uhr: 
Eisenstadt 22 Grad, Bregenz 
13 Grad; übriges Europa: Bonn 
Wetterbericht 
22 Grad, Moskau 2 Grad. 
der Wetterwarte Zürich 
Allgemeine Lage : Uber 
West- und Mitteleuropa fällt 
der Luftdruck stark. Eine 
ausgedehnte Schlechtwetterzone 
über Spanien und dem westli­ 
chen Mittelmeer verlagert sich 
nach Osten. Das ausgesprochen 
sonnige Frühlingswetter wird 
somit unterbrochen. 
Vorhersage : Bei wech­ 
selnder Bewölkung zum Teil 
sonniges Wetter, am Nachmit­ 
tag stark bewölkt und Regen­ 
schauer von kurzer Dauer. 
Durchschnittliche Temperaturen 
3 bis 19 Grad. 
Sonnenaufgang 5.51 Uhr, 
Sonnenuntergang 19.14 Uhr; der 
Mond geht über sich bis Mitt­ 
woch, 24. April (Tierkreiszei­ 
chen: Schütze). 
Zitat des Tages 
Geschichtsschreibung ist Pla­ 
nung für die Vergangenheit. 
Auch 
Thornton Wilder 
im Wildpark Feldkirch zieht der Frühling ein: 
24 Frischlinge als Publikumslieblinge 
Waldlehrpfad lädt zum Spaziergang ein 
Kernfusion kontra 
Atomspaltwerke 
Der Physiker Ing. Karl Nowak 
aus Wien hat kürzlich einen gleich­ 
lautenden Brief an die WSL-Lan-* 
desleitungen Niederösterreich, Ober­ 
österreich und Vorarlberg gerich­ 
tet, in dem er unter anderem 
schreibt: 
„Ihr Kampf gegen die Atom­ 
kraftwerke Zwentendorf, Enns und 
Rüthi ist nicht hoffnungslos. Ich 
war vorige Woche in zwei Ministe­ 
dadie 
Finanzierung durch das deut­ 
sche Forschungsministerium in den 
Bereich der Wahrscheinlichkeit ge­ 
rückt ist. Als ich einem unserer 
Sektions-Chefs s agte, wie man sich 
denn eine Atomkatastrophe in 
Zwentendorf mit einer Todeszone 
von 150 Kilometern im Hinblick auf 
das nur 40 km entfernte Wien vor­ 
stelle, antwortete er: 
,Der Bundes­ 
kanzler hat ohnehin schon ernste 
Bedenken.' “ 
Mit einigem Aufwand müßte es 
möglich sein, nun den österreichi­ 
schen Atomkraftwerken den Todes­ 
stoß 
versetzen. Es kommt nur 
zu 
darauf an, die Wahrheit zu verbrei­ 
ten. 
Gebietskrankenkassen-Neubau in Dornbirn: 
Warten auf Baubeschluß 
Altbau droht zu platzen 
Dornbirn: (VN) Einen endgültigen 
Baubeschluß für den Neubau der 
Vorarlberger Gebietskrankenkasse in 
Dornbirn erwartet man für Mai oder 
Juni. Derzeit befassen sich die Son­ 
derfachleute mit den Planungen für 
Statik, Heizung, Klimaanlagen, sani­ 
täre und Elektro-Installation. Nach 
dem Abschluß dieser Planungen wird 
ein aus fünf Mitgliedern bestehender 
Bauausschuß das endgültige Raum­ 
programm ausarbeiten. 
Die weiteren Stationen in der 
Vorbereitung des Baues sind die zu­ 
ständigen Ministerien (Sozial- und 
Finanzministerium) und das Amt der 
Stadt Dornbirn, das für die Erteilung 
der Baugenehmigung zuständig ist 
Der Baubeschluß selbst ist dann Sa­ 
che des 15köpfigen Vorstandes der 
Gebietskrankenkasse. Wenn auch 
dieser Beschluß noch nicht gefällt ist, 
so deuten alle Vorbereitungen darauf 
hin, daß es tatsächlich zum Neubau 
kommen wird. 
Sollten alle diese Vorstufen der 
Projektierung durchlaufen sein, 
würde man in die Detailplanung ein- 
treten können. Die Entscheidung zu­ 
gunsten des Projektes von Dipl.-Ing. 
Gerhard Lichtblau (Wien) ist ja be­ 
kanntlich Ende Jänner endgültig ge­ 
fallen. Ein Vertrag mit diesem Pla­ 
ner ist seite ns der Gebietskranken­ 
kasse ebenfalls schon abgeschlossen 
worden. Nach der Fertigstellung der 
Detailplanung sollte dem Baubeginn 
im Frühjahr 1975 eigentlich nichts 
mehr im Wege stehen. 
Bis es soweit ist, kann das Bau­ 
gelände so wie im vergangenen Jahr 
zur Vergrößerung der Parkräume in 
lich 
der Innenstadt bei der voraussicht­ 
letzten Dornbirner Mes se, die im 
Stadtzentrum stattfindet, herange­ 
zogen werden. 
Der Neubau der Gebietskranken­ 
kasse ist kein Luxus. Er entspricht 
einem echten Bedarf, entstanden aus 
einer Notsituation. Das derzeitige 
Verwaltungsgebäude an der Früh­ 
lingsstraße platzt aus allen Nähten. 
1936 errichtet und 1951 erweitert, 
entspricht es in seiner Kapazität den 
heutigen Anforderungen keinesfalls 
mehr. Dazu kommt noch eine perma­ 
nente Parkplatznot am jetzigen 
Standort, der praktisch nach allen 
Seiten hin bis zu den Grundstücks­ 
grenzen verbaut ist. 
Auf dem. neuen, rund 6000 qm 
großen Neubau-Grundstück wird es 
keine Parkplatznot mehr geben. Vor­ 
gesehen sind 50 Parkplätze für das 
Personal in einer Tiefgarage und 
weitere 100 Parkplätze über Tag. 
Noch rund drei Jahre muß das 
Verwaltungsgebäude der Vorarlber­ 
ger Gebietskrankenkasse an der 
Frühlingsstraße (Nähe Bezirkshaupt­ 
Mit 
mannschaft) seine Dienste tun. reren Richtungen über den Ardet- 
den außergewöhnlich schönen 
Frühlingstagen kommen auch die 
vielen Wildparkbesucher wieder auf 
den Ardetzenberg. Es ist erfreulich, 
daß die Zahl jener, die einen Spa­ 
ziergang einer Autofahrt vorziehen, 
merklich ansteigt. Das nimmt 
eigentlich nicht wunder, denn die 
blühenden Wiesen, Gärten und der 
sprießende Wald bieten gerade auf 
dem Ardetzenberg eine Frühlings­ 
pracht in selten konzentrierter Form. 
Aber nicht nur die Pflanzen, son­ 
dern auch die Tiere las sen unmiß­ 
verständlich den Einz ug des Früh­ 
lings erkennen. Schon seit drei Wo­ 
chen sind die Murmeltiere wieder 
aus ihren winterlichen Bauten und 
erfreuen mit ihren „Stehaufmänn­ 
chen“ aufs neue die Besucher. Rot- 
und Damhirsche äsen im frischen 
Grün oder lage rn wiederkäuend in 
großen Rudeln in der wärmenden 
Sonne. Nebenan im Waldgehege, 
das im vergangenen Jubiläumsjahr 
errichtet worden war, springen und 
klettern zahlreiche Gemsen. Sie 
fühlen sich im neuen Gelände sicht­ 
lich wohl. In gleicher Weise ver­ 
treibt sich das jetzt durch den Haar­ 
wechsel recht struppig aussehende 
Steinwild die Zeit. Die Tiere sind 
derzeit in ihrem Felsgehege nach 
Geschlechtern getrennt, erwarten 
doch die trächtigen Geißen in we­ 
nigen Wochen wieder Nachwuchs. 
Wie alljährlich um diese Zeit, ge­ 
nießen aber die Wildschweine die 
größte Aufmerksamkeit der Besu­ 
cher. Nicht nur, weil es in dieser 
Großfamilie auffallend „patriarcha­ 
lisch“ zugeht, d. h. die Tiere' eine 
strenge Rangordnung nach Alter 
und Geschlecht praktizieren, son­ 
dern weil die wenige Wochen alten 
Jungen mit ihrer heiteren Unbe­ 
kümmertheit besonderen Gefallen 
finden. Verständlich wird das große 
Publikumsinteresse, wenn man 
weiß, daß heuer die Kinderschar 
beim Schwarzwild nicht weniger als 
24 Fr ischlinge zählt. 
Gegenüber dieser Attraktion füh­ 
ren die Rehe im benachbarten Ge­ 
hege ein unauffälliges Dasein, Ganz 
anders hingegen machen sich mit 
kurzen Schreien die Goldfasane in 
ihrer neuen großen Voliere be­ 
merkbar. Nun ja, sie sind auch, die 
erste Vogelart, die im Wildpark 
Feldkirch eingebürgert wurde... 
Die Erinnerung an Ostern wird 
unwillkürlich beim Anblick der seit 
dem Herbst auf dem Ardetzenberg 
zu sehenden Alpenschneehasen 
wach. Die aus der Silvretta stam­ 
menden Tiere, die mit Kaninchen 
nicht s zu tun haben und vielmehr 
in freier Wildbahn bereits selten 
Vorkommen, haben in einem schnee­ 
weißen Kleid den Winter verbracht. 
Bald werden sie ihr weißes Fell 
wieder mit einem grauen vertau­ 
schen und sich so der warmen Jah­ 
reszeit anpassen. 
Immer mehr Besucher machen 
von der Einladung des Waldlehr­ 
pfades zu einem Spaziergang Ge­ 
brauch. Beim schön gepflegten 
Wildparkhaus, wo sich müde Gäste 
ausruhen und hungrige oder dur­ 
stige Leute stärken können, nimmt 
er seinen Anfang und führt in meh­ 
Alpen-Schneehasen 
im Wildpark Feldkirch: Diese „Osterhasen" kommen 
in freier Natur kaum noch vor, fühlen sich aber in Feldkirch wohl. 
zenberg. Je nach Zeit und Lust kön­ 
nen sich die Besucher den Rundweg 
durch den erholsamen Wald selbst 
auswählen. Sofern sie in Richtung 
Schallerhof spazieren, werden sie 
dort noch weitere Wildparkgehege 
(Muffelschafe und Rothirsche) an­ 
treffen. Gerade an dieser Stelle 
wurde erst jüngst eine gutgelun­ 
gene Aussichtsterrasse errichtet, die 
sowohl eine bessere Eins chau in die 
dortigen Gehege als auch einen 
herrlichen Rundblick auf das schöne 
Panorama unserer Berge — ange­ 
fangen vom Hohen Freschen bis zu 
Ruhebänke 
den Drei Schwestern — ermöglicht. 
für Erwachsene, Spiel­ 
plätze für Kinder und nicht z uletzt 
die vielen Lehrtafeln vervollständi­ 
gen den Waldlehrpfad, der gleich­ 
falls von der Wildparkleitung be­ 
treut wird. 
So fügen sich Wildpark und 
Waldlehrpfad zu einem selten schö­ 
nen Erholungsgebiet auf dem Ar­ 
detzenberg, das nicht mehr wegzu­ 
denken ist und jung und alt, Ein­ 
heimischen und Fremden das bietet, 
rien wegen meiner Kernfusion, was in unserer hektischen und rast­ 
losen Zeit so sehr geschätzt wird: 
Erholung und Entspannung in ge­ 
sunder Natur. hs 
Straßensorgen der Riefensberger: 
Es geht um 3 km zwischen 
der Grenze und dem Dorf 
Riefensberg. Einige Straßensor­ 
gen haben vor allem jene Kreise der 
Gemeinde Riefensberg, die am Frem­ 
denverkehr Interesse haben. Seit 
langem schon wird der Ausbau der 
Landesstraße zwischen Hittisau/Bol- 
genach und Riefensberg erwartet. 
Allerdings sind die Grundablösever­ 
handlungen auf Hittisauer Gebiet so 
schwierig, daß man mit Verzögerun­ 
gen rechnet. Nun kommt aber für die 
Hittisauer ein zweites Straßenpro­ 
blem dazu! Nachdem mit dem Sport­ 
hotel- und Hallenbadbau der Frem­ 
denverkehr einen wesentlichen Im­ 
puls bekommen soll, wird der Aus­ 
bau der Straßen zwischen dem Orts­ 
kern von Riefensberg bzw. Hoch­ 
litten und der Grenze Springen/Aach 
dringend. 
Bei der Jahreshauptversammlung 
des Verkehrsvereins Riefensberg 
warf Vizebürgermeister Willi dieses 
Thema, das er schon seit langem ver­ 
ficht, wieder auf und bat auch den 
anwesenden Präsidenten des Ver­ 
kehrsverbandes und der Regional­ 
planungsgemeinschaft Bregenzer­ 
wald, LAbg. Walter Lingg, das An­ 
liegen in der Planungsgemeinschaft 
und gegenüber dem Land vorzu­ 
bringen. 
Die Straße zwischen Riefensberg 
und Hittisau/Bolgenach ist schon im 
Verkehrskonzept der Regionalpla­ 
nungsgemeinschaft verankert und 
bereits im Ausbau: Dieses Jahr steht 
im Landesbudget eine Million Schil­ 
ling bereit, für das nächste Jahr 
sollen es nach den Wünschen der 
Bregenzerwälder 6 Millionen und im 
Jahr 1976 die restlichen 21 Millionen 
Schilling sein, um das 28-Millionen- 
Projekt zu realisieren. Derzeit wird 
es vom Riefensberger Bürgermeister 
Hartmann als besonders dringend 
angesehen, den Riefensberger Teil 
dieser Verbindung auszubauen, da 
die Straße vor allem vom Schwer­ 
verkehr stark frequentiert ist, was 
für die Landwirte, die ihre Wiesen 
und Felder unmittelbar neben der 
Bei 
der Straße — oder vielmehr 
einem kurvenreichen Karrenweg — 
zwischen Riefensberg und der Gren­ 
ze handelt es sich um eine Strecke 
von nur 3 km, die, so kam der drin­ 
gende Wunsch aus Fremdenver­ 
kehrskreisen, wenigstens befestigt, 
wenn schon nicht neutrassiert oder 
verbreitert werden sollte. Private 
Gespräche wurden zwischen dem Rie­ 
fensberger Bürgermeister und dem 
Verkehrsfachmann der Regionalpla­ 
nungsgemeinschaft, LAbg. Dr. Sutter­ 
lüty, schon geführt, er wird nun die 
nötigen Schritte einleiten, um dem 
Wunsch mehr Gewicht zu verleihen, 
da es sich ja um keine große Maß­ 
nahme handelt. Derzeit fährt man 
etwa 8 km Umweg auf guter Stra­ 
ße. Wenn das neue Hotel auf Hoch­ 
litten st eht, wäre bei einem Ausbau 
der 3 km überdies die Möglichkeit 
gegeben, von der Grenze direkt nach 
Hochlitten zu fahren, ohne den Orts­ 
kern verkehrsmäßig zu belasten. 
Audi Sulzberg interessiert 
sich für Kadaververwertung 
Wie auf der letzten 
Sulzberg. 
Gemeindevertretersitzung von Sulz­ 
berg bekanntgegeben wurde, hat die 
Firma Holzer aus Lockweiler im 
Saarland, die in Vorarlberg eine 
Kadaververwertungsanlage errichten 
will, mit Bürgermeister Blank Kon­ 
takt aufgenommen, um über einen 
möglichen Standort dieser Anlage in 
Thal an der Rotach zu verhandeln. 
Grundsätzlich nahm die Gemeinde­ 
vertretung dazu positiv Stellung. 
Eine Besichtigung einer solchen An­ 
lage wurde kürzlich vorgenommen. 
Bezüglich einer Kirchturm- und 
Friedhofsbeleuchtung wurde be­ 
schlossen, vorerst die bestmögliche 
Situierung von Lampen zu eruieren. 
Der Bürgermeister brachte außer­ 
dem die Abrechnung der Schul­ 
erhaltungsbeiträge zur Hauptschule 
Lingenau, die Beitragsleistung an 
den Verkehrsverband Bregenzer­ 
Straße haben, eine arge Belastung wald und das Ergebnis der Schweine­ 
darstellt. zählung vom 3. März zur Kenntnis. 
Das aus dem Jahr 1936 stammende Gebäude der Vorarlberger Gebiets­ 
krankenkasse in Dornbirn: Schon längst ist es zu klein geworden.
	        
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