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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Dienstag, 
Seite 2 
2. April 1974 
Kissinger und 1. April 
Tel Aviv (AFP) Mit einem 
Aprilscherz hat der Israelische 
Rundfunk am Montag nicht nur 
die zahlreichen Touristen in Eilath 
am Roten Meer, sondern auch die 
Ausländskorrespondenten in Is- 
rael hinters Licht geführt. 
In einer äußerst gut vorberei­ 
teten Meldung berichtete der Sen­ 
der, US-Außenminister Henry 
Kissinger und seine Frau seien in 
Eilath eingetroffen, um dort ihre 
Flitterwochen zu verbringen. Die 
offizielle Meldung von der Hoch­ 
zeitsreise nach Acapulco (Mexiko) 
sei aus Sicherheitsgründen ver­ 
öffentlicht worden. 
In die Meldung waren Kissin- 
gers Äußerungen über Eilath ein­ 
geblendet, und eine kurze Erklä­ 
rung seiner Frau, wie glücklich 
sie über ihren Aufenthalt in Is­ 
rael sei, „von dem dear Henry 
Fernfahrer 
mir schon so viel erzählt hat“. 
Achtung! 
Neue Verkehrsvorschriften 
Wien — Mit Anfang April sind in den Verkehrsvorschriften ver­ 
schiedener Länder erhebliche Veränderungen eingetreten. Aus diesem 
Anlaß hat der ÖAMTC in einer Aussendung die Neuregelungen zusam­ 
mengestellt: 
bei den Tiroler Gemeinderatswah­ 
len wird die Bundesregierung nun 
ihr Heil in einer konzentrierten Sta­ 
bilitätspolitik suc hen. S uchen müs­ 
sen, denn wie die Dinge liegen, 
spürt jeder Österreicher die Auswir­ 
kungen der Politik der Regierung 
und der Sozialpartnerschaft täglich 
an der Geldtasche - hautnah. 
Noch dazu, da sich in den letzten 
Tagen Österreichs katholische Bi­ 
schöfe für die Einleitung eines'Volks­ 
begehrens gegen die Fristenlösung 
ausgesprochen haben, muß die Bun- 
des-SPÖ populäre Erfol ge anpeilen, 
will sie sich im Nationalrat im Herbst 
nächsten Jahres wenigstens eine 
starke relative Mehrheit sichern. 
Damit steht die Suche nach Preis- 
und Lohn-Leitlinien wieder im Vor­ 
dergrund volkswirtschaftlicher Be­ 
mühungen, damit ist die Forderung 
von ÖGB-Präsident Benya nach Er­ 
höhung des Eckzinssatzes für die 
Sparer von drastischer Aktualität ge­ 
kennzeichnet, damit ist aber auch 
die Frage einer Vorleistung auf die 
Steuerreform wieder in den Vorder­ 
grund partei- und regierungsstrate­ 
gischer Überlegungen gerückt. 
Für die Volkspartei ergibt sich eine 
andere Problemanalyse: ; In der: lau­ 
fenden Woche noch will sie sich end­ 
gültig auf einen eventuellen Präsi­ 
dentschaftskandidaten 'einigen. Ein 
Vorhaben, das einer Großpartei ge­ 
ziemt, nicht zuletzt, da die Erkran­ 
kung des Staatsoberhauptes auch 
verfassungsrechtliche Frag en aufge­ 
worfen hat, ein Vorhaben indes, das 
von mächtigen Gruppen des Wirt­ 
schaftsbundes, der Landesorganisa­ 
und 
tionen der Industriellenvereini­ 
gung noch unterlaufen wird. In den 
letztgenannten Formationen der 
ÖVP steht die Überlegung im Vor­ 
dergrund, die Erfolgswelle der ÖVP 
bei den Landtagswahlen nicht durch 
wenn 
eine mögliche, auch knappe 
Wahlniederlage Withalms bei mög­ 
lichen Präsidentschaftswahlen wie­ 
der zu stoppen. 
Eine Fülle von Entscheidungen, die 
der heimischen Politik in den ' näch­ 
sten Wochen ins Haus steht. 
Palme nach Polen 
Stockholm (UPI) Der schwedische 
Ministerpräsident Olof Palrhe hat 
sich am Montag zu einem viertägi­ 
gen offiziellen Besuch nach Polen 
begeben. Wie ein Regierungsspre­ 
cher erklärte, wird Palme in Gesprä­ 
chen mit polnischen Spitzenpolitikern 
Fragen der wirtschaftlichen, techni­ 
schen und industriellen Zusammen­ 
In 
Wien wurde das Schienenpark­ 
verbot jahreszeitlich bedingt gelok- 
kert. Nachts (20 bis 5 Uhr) darf man 
sein Fahrzeug wieder in Schienen­ 
straßen parken. 
Die Öffnungszeiten der kleineren 
steirischen Grenzübergänge Radl- 
paß, Mureck, Sicheldorf und Lang­ 
egg wurden verlängert. Nach wie vor 
sind diese Grenzübergänge jedoch 
nur für österreichische und jugosla­ 
wische Staatsbürger frei. 
Auf dem Felbertauem gelten nach 
dem Auslaufen der ermäßigten Win- 
termaut jetzt wieder die normalen 
Mautsätze: für einen Pkw sind 165 S 
für die einfache Fahrt zu entrichten, 
für die Retourfahrt 285 S. 
Auch auf dem Treibstoffsektor gibt 
istdie 
Verordnung aufgehoben, wonach 
ausländische Kraftfahrer den Ben­ 
zintank bei der Einreise zu zwei 
Dritteln gefüllt haben mußten. 
Preiserhöhungen für Treibstoffe 
sind in Großbritannien, in Belgien 
und in. der Tschechoslowakei einge­ 
treten. Griechenland kündigt für den 
15. April die Ausgabe von verbillig­ 
ten Benzinkupons für ausländische 
Touristen an. 
In Italien wurden die Sonderge­ 
nehmigungen für Spikereifenfahrer 
in den Provinzen Bozen, Trient und 
Belluno aufgehoben. Das bedeutet, 
daß man in Italien jetzt nicht mehr 
mit Spikes unterwegs sein darf. Auch 
in Jugoslawien und in der CSSR gilt 
bereits ein Spikeverbot. 
es Neuregelungen: In der Schweiz Jugoslawien und die Tschechoslo- 
Harte Fragen an Vizekanzler Häuser 
Wien (VN) Drei schriftliche 
Anfragen richteten die ÖVP-Ab- 
geordneten Wiesinger, Schwim­ 
mer, Hauser und Hubinek an So- 
zialminister Häuser, der nach dem 
Ministerrat erklärt hatte, daß Ab­ 
treibungen auf Krankenkassenko­ 
sten geduldet werden, wenn die 
Ärzte am Krankenschein eine an­ 
dere Behandlung als Kostenfak­ 
tor eintragen. Eine Antwort des 
Sozialministers wollen die ÖVP- 
Abgeordneten unter anderem auf 
folgende Fragen: 
Q Was veranlaßt Sie, als den für 
die Sozialversicherung zuständi­ 
gen Minister in der Öffentlichkeit 
zu erklären, daß Sie nichts gegen 
derartige gesetzwidrige Handlun­ aufgrund dieser Mehrbelastung 
o 
gen einzuwenden hätten. 
Welche jährliche Mehrbela­ 
stung wird den Spitalserhaltern 
und dem Bund aus der Differenz 
der vertraglichen Verpflegs- 
kostensätze der Krankenkassen 
und den tatsächlichen Betriebsko­ 
sten pro Tag und Fall wegen me­ 
dizinisch nicht gebotener Abtrei­ 
bung erwachsen? 
Q Sind aus dem Grunde der Be­ 
deckung eines solchen zusätzlichen 
Abgangs weitere sogenannte „Ge­ 
sundheitssteuern“ für alle Öster­ 
reicher geplant? 
e Welche Beitragserhöhungen für 
die Versicherten sind in der ge­ 
setzlichen Krankenversicherung 
wakei 
notwendig? 
kündigen ferner generelle Ge­ 
schwindigkeitsbegrenzungen an. Dar­ 
über hinaus macht der ÖAMTC dar­ 
auf aufmerksam, daß Ungarnreisen­ 
de nur dann Wurst, Salami und 
Fleischwaren nach Hause mitnehmen 
dürfen, wenn der Einkauf bei „Kon- 
sumturist“ mit Devisen erfolgte. Der 
Reisende muß die Rechnungen für 
die Grenzabfertigung bereithalten. 
In der Schweiz gilt während der 
Sommermonate ein Nachtfahrverbot 
für Lkw mit mehr als 5 Tonnen Ge­ 
samtgewicht: zwischen 22.00 und 4.00 
Uhr früh dürfen derartige Fahrzeu­ 
ge nicht unterwegs sein. In Frank­ 
reich ist ein Wochenendfahrverbot 
für Lkw in Kraft, die zum Trans­ 
port von gefährlichen Gütern zuge­ 
lassen sind. Es gilt jeweils von Sams­ 
tag 12.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr. 
Syrien für 
Truppentrennung? 
Budapest (AP) Syrien schließt 
eine israelisch-syrische Truppentren­ 
nungsvereinbarung an der Golan- 
front nicht grundsätzlich aus, stellt 
aber dafür gewisse Vorbedingungen. 
Das geht aus einem am Montag in 
Budapest veröffentlichten Interview 
des syrischen stellvertretenden Au­ 
ßenministers Sakari Ismail mit einem 
Reporter des ungarischen Fernse­ 
hens hervor. Darin heißt es, Israel 
müsse seine Einheiten auf dem Go- 
lanplateau „auf eine Linie außerhalb 
der Reichweite unserer Feuerkraft“ 
Heute 
zurückziehen, worauf Damaskus zu 
im Ministerrat 
Wien (APA) Auf der Tages­ 
ordnung der heutigen Sitzung des 
Ministerrates stehen die Punkte: 
österreichisch-ungarische Kom­ 
mission zur Untersuchung von 
Vorfällen an der Staatsgrenze 
(Tagung in Budapest, 23. 4. 1974), 
Entgeltfortzahlungsgesetz (bei Ar­ 
beitsverhinderung durch Krank­ 
heit oder Unglücksfall), Rech­ 
nungsprüfer für Nationalbank, 
Bericht über Österreichisch- 
sowjetische gemischte Kommis­ 
sion für wirtschaftliche Zusam­ 
menarbeit (Moskau, 11. bis 15. 3. 
1974), Bestellung der österreichi­ 
schen Mitglieder der Fulbright- 
Kommission, technische Zusam­ 
menarbeit mit Tunesien (Liefe­ 
rung von Zuchtrindern). 
einer Vereinbarung über eine Trup­ 
pentrennung an der Golanfront be­ 
reit sei. Eine solche Regelung werde 
Zehntausenden syrischer Zivilisten, 
die im Gefolge der Kampfhandlun­ 
gen aus dem Golangebiet geflohen 
waren, die Rückkehr erlauben. 
CSU nur in Bayern 
Bonn (dpa) Der Vorsitzende der 
oppositionellen Christdemokraten in 
Westdeutschland, Helmut Kohl, hält 
weder eine Ausdehnung der von 
Franz Josef Strauß geführten bayri­ 
schen Schwesterpartei CSU auf ganz 
Westdeutschland noch die Gründung 
einer bayrischen CDU für akut. Das 
CDU-Präsidium schloß sich ain Mon­ 
tag der Auffassung Kohls zu entspre­ 
chenden wahlstrategischen Überle­ 
gungen des CSU-Chefs an. 
steht 
Atomsperrvertrag 
in Genf erneut zur Debatte 
Heeresreform als,,Systemerhaltung"? 
AK fordert einige Besserstellungen 
Wien (VP-PD, PAK) „Der Grad, 
den die angebliche Heeresreform er­ 
reicht hat, wird sich nicht zuletzt 
daran erweisen, inwieweit die heute 
einrückenden über 9000 Jungmänner 
im Laufe ihres Grundwehrdienstes 
eine sinnvolle Ausbildung erhalten“, 
erklärte am Montag der Vorsitzende 
des ÖVP-Arbeitsausschusses Landes­ 
verteidigung, Abg. Tödling. 
Tödling startete einen neuen An­ 
griff auf die SP-Verteidigungspoli- 
tik: „Leider stehen die Chancen da­ 
für nicht allzu günstig. Denn wie aus 
den verschiedensten Berichten be­ 
kannt ist, ist der Leerlauf durch die' 
sogenannte Reform nicht nur besei­ 
tigt, sondern nur noch größer gewor­ 
den. Nur mit dem einzigen Unter­ 
schied, daß von der heutigen Bun­ 
desheerführung der Leerlauf nicht 
als solcher bezeichnet, sondern ver­ 
schämt mit systemerhaltenden Funk­ 
tionen umschrieben wird. Die ÖVP 
hat oft genug ihre positive Grund­ 
haltung und konstruktive Einstellung 
in Sachen Landesverteidigung unter 
Beweis gestellt, wozu aber eine mit 
.Reform', 
Millionenaufwand durchgeführte 
die nur .systemerhaltende 
Funktionen' produziert, gut sein 
soll, ist wirklich schwer einzusehen“, 
schloß Tödling. 
Der Ausschuß für Jugendschutz 
und Lehrlingswesen der Kammer für 
Arbeiter und Angestellte für Wien 
erhob anläßlich der Begutachtung 
der Novellenentwürfe zum Heeres­ 
gebührengesetz und zum Bundesge­ 
setz über Ansprüche aus der Ablei­ 
stung freiwilliger Waffenübungen 
Forderungen zur Besserstellung der 
Präsenzdienstpflichtigen. Eine Bei­ 
behaltung der seit 1971 geltenden Be­ 
träge der Überbrückungshilfe für den 
Grundwehrdienst und der Prämien 
für den freiwillig verlängerten Wehr­ 
dienst bezeichnet die AK als untrag­ 
bar: „Beide Beträge (monatl. S 60,— 
bzw. S 1400,—) müssen angehoben 
werden.“ Ferner sollte gemäß dem 
schon 1971 vom Arbeiterkammertag 
gemachten Vorschlägen den Arbeit­ 
nehmern bei Teilnahme an Truppen­ 
übungen, Waffenübungen sowie an 
Inspektionen und Instruktionen der 
Genf 
volle Verdienstentgang ersetzt wer­ 
(UPI) Am Montag began­ 
nen in Genf die Vorbereitungen zur 
Überprüfung des 1968 Unterzeichne­ 
ten und 1970 in Kraft getretenen 
Atomsperrvertrags. Der Vertrag, der 
bereits , von 83 Nationen ... ratifiziert 
und von; weiteren, t23 ' unterzeichnet 
worden ist, wird- im nächsten Jahr 
Gegenstand einer Konferenz sein, die 
sich mit seiner Kontrolle befaßt. Zur 
Vorbereitung dieser Konferenz nahm 
am Montag eine Kommission mit De­ 
legierten von 26 Ländern ihre Arbeit 
auf. 
Wenig Erfolgschancen 
Genf (UPI) In Genf wurden ge­ 
stern die Abrüstungsverhandlungen 
wiederaufgenommen, die am 30. Au­ 
gust des Vorjahres unterbrochen wor­ 
den waren. Die beiden dringlichsten 
Themen sind die Einstellung der un- 
und 
teriridischen Kernwaffenversuche 
ein vertragliches Herstellungs­ 
verbot von chemischen Waffen, Die 
Erfolgsaussichten haben sich jedoch 
nach Ansicht politischer Beobachter 
durch; -die - - siebenmonatige. - ■ Pause 
kaum verbessert. ^ 
Umsturzversuch' in 
Äthiopien gescheitert 
Addis Abeba (UPI) Nach Angaben 
des äthiopischen Verteidigungsmini­ 
sters Generalleutnant Abiy Abebe 
konnte in den letzten Tagen ein Um­ 
sturzversuch radikaler Gruppen zum 
Scheitern gebracht werden. Nach An­ 
sicht von Diplomaten dient die neuer­ 
liche Bekanntgabe des Putschver­ 
suchs — bereits vor einer Woche hat­ 
te Abebe darüber berichtet — als 
Versuch des Verteidigungsministers, 
die Armee zu einer loyalen Haltung 
gegenüber dem Kaiserhaus zu ver­ 
anlassen. 
will reisen 
Mindszenty 
(L.H.) Kardinal Mindszenty hat 
vor den Leitern der Wiener ungari­ 
schen katholischen Kirchengemeinde 
und einer großen Delegation der 
Gläubigen erklärt, daß er an seinem 
Standpunkt nichts geändert habe und 
sein vorgesehenes Reiseprogramm 
auch fortsetzen werde, d. h, die in 
fünf Erdteilen zerstreuten ungari­ 
schen Landsleute besuchen und der 
Einladung befreundeter Kirchenfür­ 
sten Folge leisten werde. 
Frontbericht „beunruhigend" 
Justizminister Dr. Christian Broda 
trat gestern eine fünftägige Reise 
nach Polen über Einladung des Ju­ 
stizministers der Volksrepublik Po­ 
len, Prof. Dr. Wlotzimierz Beruto- 
wicz, an. Bei der Polen-Reise sind 
Arbeitsgespräche mit polnischen Ju­ 
stizbehörden und Besichtigungen von 
Justizeinrichtungen vorgesehen. 
Als in einigen Punkten verfas­ 
sungswidrig und mit „neo-feudalisti­ 
schen Zügen“ behaftet lehnte gestern 
die Vollversammlung der Assisten­ 
ten der Hochschule für, Welthandel 
in Wien den Entwurf eines neuen 
Dienstrechtes für Hochschullehrer ab. 
Von sofortigen Kampfmaßnahmen 
werde noch Abstand genommen, ein 
Forderungskatalog der Assistenten zu 
diesem Entwurf wurde angekündigt. 
Präsident Nixon dürfte nach einem 
Bericht der „New York Times" die 
amerikanische Militärhilfe an Israel 
um 700 Mill. Dollar auf 2,2 Milliar­ 
Israel 
den Dollar erhöhen. 
spricht von Ermattungskrieg an der Golanfront durch Syrien 
Die Eskalation des Ermattungs­ 
krieges an der Golanfront wurde ge­ 
stern ausführlich durch das israeli­ 
sche Kabinett erörtert. Ein Minister 
erklärte auf einer Tagung der Natio­ 
nal-religiösen Partei, der Bericht, 
welchen die Regierung von General­ 
stabschef Elasar gehört habe, sei 
„äußerst beunruhigend“ gewesen. Die 
Syrier haben eine Tktik der Nacht­ 
infiltrationsversuche in die israeli­ 
schen Linien begonnen und sind auch 
zu Artilleriegefechten bei Nacht 
übergegangen. Der jüngste Versuch 
der Syrier sei allerdings gescheitert. 
Die syrische Regierung scheint an 
der Erhitzung der Front interessiert 
zu sein, um die Amerikaner zu ver­ 
schärftem Druck auf die Israelis zu 
bewegen. Syrien kennt die innenpoli­ 
tischen Spannungen in Israel und 
sdieint sich darauf zu verlassen, daß 
Israelis 
ein Verschleißkrieg die Nerven der 
stark mitnehmen muß. Gro­ 
ße Teile der männlichen Bevölkerung 
standen bis Vor kurzem und stehen 
immer noch im Reservedienst, und 
eine Verschärfung der Lage könnte 
eine Neuaufrufung der schon demo­ 
bilisierten Reservisten nach sich zie­ 
hen. Viele Israelis haben bereits Auf- 
njfbefehle für die nächsten Wochen 
in der Tasche. 
Von Yehuda Svoray 
Während die Ägypter an der Re­ 
konstruktion der Kanalstädte und an 
Rückkehr zu mehr oder weniger 
friedlichen Verhältnissen interessiert 
zu sein scheinen, ist dem radikalen 
Baath-Regime in Damaskus an Frie­ 
den nur dann gelegen, wenn es sich 
um vollen israelischen Rückzug han­ 
deln sollte. Es ist fraglich, ob es dem 
Ismail. 
ägyptischen Kriegsminister Achmed 
Ali, der sich jetzt in Damas­ 
kus aufhält, gelingt, die Syrier zu 
Mäßigkeit zu überreden, um die den 
Ägyptern wichtige Truppenentflech­ 
tung an der Golanfront zu erreichen. 
Die Eröffnung Dayans in Ameri­ 
ka, daß eine Brigade von Kubanern 
sowie auch Nordkoreanern sich dem 
arabischen Kontingent der „Frem­ 
denlegionen“ angeschlossen hätten, 
hat die drückende Atmosphäre des 
wieder heraufziehenden Krieges er­ 
neutgeschaffen. 
In Israel wird kein Zweifel dar­ 
über gehegt, daß die Sowjetunion 
die syrische Eskalation unterstützt, 
da weitentfemte Länder wie Kuba 
Und Nordkorea mit ihren kommuni­ 
stischen Regimen ohne klare Zustim­ 
mung Moskaus ihre Militärangehöri­ 
gen nicht in den Nahen Osten ge­ 
Auf 
schickt hätten. 
Einladung der französischen 
Kardinäle von Lyon bzw. Pa ris, 
Msgr. Renard und Msgr. Marty, fliegt 
Mindszenty am 19. April d. J. nach 
Paris, wo er noch am selben Tag 
abends in der Saint-Elisabeth-Kirche 
den Kontakt zu den Ungarn auf­ 
nimmt. 
Im Laufe der folgenden Rundrei­ 
se besucht Mindszenty ungarische 
Gruppen, französische Kirchen, Bi­ 
den. schöfe, Pfarrämter in Lens, Lille, 
arbeit erörtern. Strassbourg, Pont-en-Mousson, Metz, 
Südfrankreich. 
Im Sommer fliegt Kardinal Mind- 
szenty nach den Vereinigten S taaten, 
wo er sich ungefähr einen Monat 
lang aufhalten wird und die. Staaten 
bereisen möchte, um alle ungarischen 
Zentren auf suc hen zu können. Viele 
fragen natürlich, ob der 82jährige 
Kardinal, der etliche Jahre Im Ge­ 
fängnis und in der Verbannung ver­ 
bracht hatte, solche Strapazen über­ 
haupt auf sich nehmen darf? Sein 
behandelnder Arzt überraschte mit 
der Feststellung, daß bei der jetzigen 
körperlichen Kondition Mindszentys 
eine Lebenserwartung von 20 Jahren 
gar keine Übertreibung wäre. 
Neue Wechselkurse 
in der CSSR 
Prag (AP) Die Staatsbank der 
Tschechoslowakei hat mit Wirkung 
vom Montag neue Wechselkurse ver­ 
fügt. Danach werden die D-Mark, der 
französische Franc, der Schweizer 
Franken und der niederländische 
Gulden höher, der US-Dollar niedri­ 
ger bewertet, während die Kurse des 
Pfund Sterling und des japanischen 
Yens und auch des Schillings imver­ 
ändert bleiben.
	        
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