Dienstag, 2. April 1974
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Verkehrsverein Braz erhebt schwere Vorwürfe gegen
Stadt Bludenz und Gemeinde Innerbraz:
Zusammenschluß
vehement gefordert
Der Verkehrsverein Braz fühlt sich von der Stadtgemeinde Bludenz und der Nacbbargemeinde Innerbraz
förmlich im Stich gelassen. Er hält daher einen Zusammenschluß des Bludenzer Ortsteils mit der Gemeinde
Innerbraz (unser Bild) für den einzig richtigen Weg. Auf unserem Bild im Hintergrund links der Bludenzer
Ortsteil Außerbraz, der nur durch einen Bach von Innerbraz getrennt wird. Bludenz liegt hingegen etwa
km von Außerbraz entfernt. Rein geographisch gesehen, wäre ein Zusammenschluß nicht unrealistisch.
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Siedlung An der Ach: Bregenz
erschließt ,,Satellitenstadt"
Landesmittel von A—Z
Unterstützungen für Projekte und Institutionen
Sicherheit für Fußgänger:
(VN - pi) Einen überaus interessanten Verlauf nahm die 16. Jahres
Zwei neue Unterführungen
hauptversammlung des Verkehrsvereins Braz, die Samstag abend im
vollbesetzten Speisesaal des Gasthauses „Rößle“ in Innerbraz stattfand.
Obmann Josef Muther warf u. a. der Stadtgemeinde Bludenz und der
Nachbargemeinde Innerbraz vor, daß der Verkehrsverein von ihnen nicht
die erforderliche finanzielle Unterstützung, wie sie in anderen Gemeinden
üblich ist, erhält. Das Grundübel sieht Obmann Muther in der prekären
Lage der Zweiteilung der Dorfgemeinschaft, weshalb eine Zusammen
legung des Bludenzer Ortsteils Außerbraz mit der Nachbargemeinde
Innerbraz anzustreben sei, um in Zukunft wieder bessere Aussichten zu
haben. Wie ernst die finanzielle Situation des' Verkehrsvereins Braz ist,
ging aus dem Kassabericht von Willi Lorünser hervor, der per 25. März
1974 einen Abgang von 236.676 S ausweist.
Erfreulich ist hingegen die Bilanz
des Schwimmbadbetriebes, der einen
Uberschuß von 27.227 S brachte, den
der Verein aber für dringende In
vestitionen sofort wieder ausgeben
mußte.
Im Rahmen der Abwicklung der
üblichen Tagesordnung mit Nächti-
gungs-, Kassabericht und anderen
Hinweisen richtete Obmann Muther
unter dem Punkt „Vorschau auf das
Jahr 1974“ und „Weitere Entwick
lung aus der Warte des Verkehrs
vereins Braz“ die schweren Vor
würfe an die Gemeinden Bludenz
und Innerbraz.
Der Verkehrsverein Braz sei
finanziell am Ende, weshalb im
kommenden Jahr auch keine gro
ßen Sprünge gemacht werden kön
nen. Es sei schon bald so weit, daß
der Ausschuß zu resignieren be
ginnt, weil man Zusehen müsse, wie
ein rühriger Verein von den Nach
barvereinen fast mühelos überrun
det werde, unterstützt von jenen
Gemeinden, die die Bedeutung des
Fremdenverkehrs erkannt haben.
Braz habe eine Straße, die einem
Karrenweg ähnlich . sei, eine Stra
ßenbeleuchtung aus der Gaslampen
zeit, keinen Gehsteig und keine
Sportanlagen. Es gebe keine Ge
meindepolizei, „die, die Fremden
meldungen überwacht. Die Brücke
am Mühletobel werde zum Zeichen
der „Zweiteilung“ erst gar . nicht
mehr aufgebaut. Braz wäre ohne die
Initiativen des Verkehrsvereins
heute ein schlafendes Dorf. Die Ge
meinden haben in all den 16 Jah
ren' bisher zusammen nur rund
500.000 S gegeben.
Die Gemeinde Innerbraz wisse
keine Hilfe, und die Stadtgemeinde
Bludenz behandle Braz wie , eine
Kolonie: es werde nur geholt, und
zurück komme nichts. Jede Diskus
sion über die Errichtung eines drin
gend nötigen Veranstaltungssaales
blieb seit 1963 ohne Erfolg.
sei
Wie Obmann Muther ausführte, durchgeführt.
es nun wirklich an der Zeit,
etwas zu unternehmen, aber man
stehe vor dem Grundübel der Zwei
teilung der Dorfgemeinschaft: „So
lange wir nicht zusammenfinden,
haben wir keine Aussichten. Wir
werden nie einen Dorfkern, keinen
Saal und kein Geld haben, aber auf
dem Friedhof werden wir beisam
menliegen." Der Obmann forderte
im Namen des Verkehrsvereins Braz
alle Anwesenden, besonders die
Bürgermeister und alle Vereins
leitungen von Braz, auf, dahin
gehend zu wirken, daß ein Zusam
menschluß von Außerbraz mit der
Gemeinde Innerbraz verwirklicht
wird.
Vizebürgermeister Hubert Engst
ier von Bludenz wollte allein die
Anwesenheit von OAR Bruno Hüter
und Verkehrsamtsleiter Felix Pel-
lini als Beweis dafür verstanden
wissen, daß Bludenz sehr wohl die
Anliegen für Außerbraz und für die
Gemeinde Innerbraz ernst nehme.
Er verwies auf die Zuweisung der
Ortstaxe und Fremdenverkehrsbei
träge (die aber bekanntlich gesetz
lich zweckgebunden sind). Den Vor
wurf, Bludenz behandle Braz wie
eine Kolonie, wies Engstier zurück,
ohne dies jedoch mit Fakten unter
mauern zu können.
Heute Bregenzerwälder
Bäuerinnentag in Au
Über sozial- und familienpolitische
Maßnahmen in Vorarlberg spricht
Frau LAbg. Elfriede Blaickner auf
dem Bregenzerwälder Bäuerinnentag
heute vormittag um 10 Uhr im Hotel
„Krone“ in Au. Ein zweites Referat
wird Frau Seraphine Putz, Direkto
rin der Landwirtschaftlichen Haus
haltungsschule Rotholz, halten. Der
Bäuerinnentag wird von der Land
wirtschaftskammer zur Erwachsenen
bildung in Zusammenarbeit mit den
Bregenz
örtlichen Bäuerinnenvertreterinnen
(VN) Im Bau-, Wohn- und Siedlungswesen will die. Landes
hauptstadt Bregenz In diesem-Jahr fast 44: Millionen Schilling ausge
ben. Dieser Summe stehen knapp 20 Millionen Schilling an Einnahmen
gegenüber, die sich hauptsächlich aus Erlösen der Baggerung, aus
Kostenbeiträgen von Bund und Land für die Bergbachverbauung (ins
gesamt über .6 Millionen Schilling) und aus Einnahmen des Bauhofes
für unternehmerische Arbeiten (fast 5,5 Millionen Schilling), rekrutieren.
Im vergangenen Jahr hatte die, Stadt für Bau-,'Wohn- und Siedlungs
wesen knapp 30 Millionen Schilling an Einnahmen und rund 9,5 Millio
nen Schilling an Ausgaben veranschlagt gehabt. Die Steigerungen sind
Bäderzentrums
also sowohl bei den Einnahmen als vor allem bei den Ausgaben enorm.
ist aber auch die
Mehrerauer Straße, für deren Sa
nierung im heurigen Budget vorerst
eine Million vorgesehen ist. Ein
„Polster" von etwa einer weiteren
Million Schilling ist aber'für weitere
Straßenbauten vorhanden, wobei
Beim Bauhof, der nicht nur für
die Instandhaltung der städtischen
Einrichtungen zu sorgen hat, sondern
im Rahmen von Projektrealisierun
gen auch echte unternehmerische Ar
beit leistet, stehen 7,45 Mill. S an
Ausgaben 6,47 Mill. S Einnahmen ge
genüber. Die Hauptsumme machen
hier die Personalkosten mit rund
3 Mill. S aus.
Im Kapitel Stadtplanung sind
Ausgaben von 1,1 Mill. S vorgesehen.
Mit diesen Mitteln sollen der Flä
chenwidmungsplan und die Bebau
ungspläne vorbereitet werden, der
Verkehrsleitplan der Metron soll bis.
Weihnachten zur Verfügung. stehen.
Die Hauptsache bei den Straßen
bauten machen die Straße zur ge
planten Siedlung An der Ach, die
Mehrerauer Straße und . die : Leut
bühelsanierung aus, ferner sind noch
beträchtliche Mittel für zwei Stra
3,4
ßenunterführungen für Fußgänger
vorgesehen.
Mill. S für
Achsiedlungsstraße
Allein die Achsiedlungsstraße
wird 3,4 Mill. S kosten, sie soll sich
allerdings aus dem Grundstücksver
kauf selbst finanzieren. Der Bau ist
bereits im-Gange, der Kanal ist fer
tig, nun folgen noch Gehsteige und
Beleuchtung. Diese neue Straße, die
von der Rheinstraße bis zur Ufer
straße durchgeführt und die Haupt
erschließungsader für die neue Groß
siedlung, die Bregenzer Satelliten
stadt An der Ach, sein soll, wird in
bis 8 Wochen vollendet sein.
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Bedeutend für die r Erschließung
. der. Siedlung An der Ach, des neuen
auch
Festspielgeländes und.des geplanten
daran gedacht ist, diese Reserve,
wenn notwendig, für den Ausbau
der Mehrerauer Straße heranzuzie
hen.
Die 3,5 Mill. S für die Leutbühel
sanierung betreffen die Restfinan
zierung. Insgesamt wird diese zen
trale Baumaßnahme die Stadt Bre
genz — ohne Grundablösen und Ge
bäudesanierung — auf 8 Milk S zu
Wie die Vorarlberger Landeskor
stehen kommen.
respondenz mitteilt, wurde von der
Regierung beschlossen, mehreren In
stitutionen und Projekten finanzielle
Unterstützung zu gewähren. So er
hält der Verein Wildpark Feldkirch
für Investitionen, den Betrieb und
die Erhaltung des Wildparks sowie
zur Zahlung von Rückständen für
das Jahr 1974 einen Beitrag von
100.000 Schilling. Der Schuldenstand
dieses Vereins, der um die Erholung
des Menschen in natürlicher Umge
bung besorgt ist, beträgt noch mehr
als eine Million Schilling.
Die Kongregation der Schulbrüder
in Feldkirch erhält für die Errichtung
des Schülerheims De-La-Salle einen
weiteren Beitrag von 42.500 Schilling;
bisher leistete das Land schon Bei
träge von insgesamt 993.000 Schilling.
Dem österreichischen Bergret
tungsdienst, Landesleitung Vorarl
berg, wird für das Jahr 1974 ein Bei
trag von 250.000 Schilling gewährt.
Es ist vorgesehen, mit diesem Be
trag Funkgeräte anzuschaffen, Lehr
gänge durchzuführen und Futter für
die Lawinenhunde zu beschaffen. Im
Landesvoranschlag sind für die Berg
rettung 300.000 Schilling vorgesehen,
wovon aber wegen der Kreditbindung
von 15 Prozent nur ein Teil verfüg
bar ist.
Dem Vorarlberger Blindenbund
wird von der Landesregierung für
die Errichtung des Blinden-Wohn-
und -Erholungsheimes Schwarzach-
Ingrüne ein Beitrag von 400.000 Schil
ling unter Bedingungen gewährt. Die
Gesamtkosten des Projektes, die
nach einer ursprünglichen Schätzung
mit 3,6 Millionen Schilling veran
schlagt wurden, betragen nunmehr
von1,5
5,75 MilL S, wovon ein Betrag
Millionen S noch offen ist. Zur
Inbetriebnahme des Heimes, in dem
noch ein Teil der Einrichtung fehlt,
sind aber 1 Million Schilling unerläß
lich. 600.000 Schilling kann der Blin
denhund aus Erlösen seiner Landes
sammlung aufbringen, 400.000 Schil
ling stellt nun das Land.
Für Fußgänger soll es in Bregenz
sicherer werden. Nachdem nun mit
der Leutbühel-Passage der Fußgän
gerverkehr vom stark frequentier
ten Bregenzer Verkehrsknoten ver
schwunden ist, werden die Fußgän-
. ger in Zukunft auch im Bereich der
Rheinstraße und der Seestraße unter
die Erde geschickt. Beim-Prälaten
damm soll es — auch schon im Hin
blick auf die neue Siedlung An der
Ach ■—eine Fußgängerunterführung
vorn 3 m Breite mit Rampen — also
ohne Stiegen-— geben. Kosten von
" 2 Mill. S sind -für dieses' Jahr vor
gesehen, der Baubeginn soll bereits
im Lauf die ses Jahres erfolgen.
Wesentlich aufwendiger wird man
beim Bau' der Unterführung zwi
schen Rathausstraße und Seeprome
nade vörgehen. Hier soll es flache,
gewundene ' Rampen geben; . die in
den 4 m breiten Gang unter Straße
und Bahn hinunterführen. Diese Un
terführung ist für Fußgänger und
Radfahrer gedacht. Sie wird insge-
■ samt etwa 4 Mill. S kosten, 1,5 Mill.
S sind für die ses Jahr vorgesehen.
Mit dem Bau wird im kommenden
Herbst begonnen, er wird im Winter
"für.
dann'öüir chge führt .'. Damit -fallen
den Fußgänger sowohl die Über
querung der Seestraße als auch das
Warten an den Schranken beim
Milchpilz weg. Denn genau dort soll
die neue Unterführung entstehen.
12 Mill. S für Bergbäche
Die große Summe von über 12
Mill. S ist für die Bergbachverbau
ung, budgetiert. Im vergangenen Jahr
wurden für die Verbauung von Thal
bach und Weißenreutebach im Be
reich des Leutbühels 4,3 Mill. S ver
baut, heuer soll diese Baumaßnah
me durch die Rathausstraße zum See
bzw. Kirchstraße und Deuringstraße
aufwärts weitergeführt werden.