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Samstag, 13. April 1974
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Tip des Alpenvereins:
Frühjahrs-Skilauf
(AVP) — Der Frühlingsskilauf wird auch heuer wieder zahlreiche
Touristen in die Berge führen. Liegen doch die Hochregionen noch
unter dickem Schnee, der weit über Ostern hinaus durchhalten wird.
Allen Tourenskiläufern, auch den Tiefschneefahrern an den großen
Skistationen, seien einige alpine Grundregeln ins Gedächtnis gerufen,
damit sie ihre Urlaubstage ungetrübt genießen können.
Böiges Wetter kann auch im
Frühjahr noch zu starken Tem
peraturstürzen führen. Nehmen
Sie in große Höhen stets Wind-
und Kälteschutz mit: Windanzug,
Biwaksack, oder wenigstens eine
alu-beschichtete Rettungsfolie in
Kleinstpackung. Gegen, die UV-
Strahlung eine gute Sonnenbril- .
le, eine wirksame Sonnenschutz
salbe und bei starker Hitze auch
einen Sonnenhut! — Bitte, mer
ken Sie sich das alpine Notsignal,
mit dem Sie im Ernstfall Retter
herbeirufen können: sechsmal in
der Minute ein Ruf- oder Sicht
zeichen! Für alpine Ziele muß in
die Bergausrüstung auch der
„Lawinen-Pieps“! .
Der schneearme letzte Winter’
und langandauernde Windphasen
haben den Gletschern nicht jene
verliehen,
wünschenswerte Schneedecke
die sichere Fahrt ga
rantieren könnte. .Viele Spalten
sind offen. Im vergletscherten
Gebiet daher höchste Vorsicht,
Markierungen einhalten, im ein
samen Hochgebirge anseilen! :.
Oft gibt es im Frühjahr
schwierigen Schnee: vereiste
Hänge am Morgen'und an Schat
tenseiten, sulzigen Tiefschnee zu
Mittag, und verharschte Oberflä
chen bei Wind. Die durchfeuch
tete Schneedecke kann in Naß-
schneebrettem abgehen. Daher:
Aufstieg und Abfahrt zur richti
gen Tageszeit wählen; Gelände
prüfen, skitechnisches Können in
die Waagschale lege n. Auch bei
gefährdeten Anstiegen zu den
Hütten soll die sicherste Stunde
abgewartet werden. Wetter- und
Lawinenwarndienst beachten!
Und . . . nie allein gehen!
Frühjahrsskilauf im Hochgebirge ist schön und lohnend, aber man muß
schenzuges
dabei einiges beachten. (Foto: Müller-Brunke)
werden die Eisenträger,
auf die der Holzsteg montiert ist,
emporgezogen und in die ursprüng
liche Lage gebracht. Hiezu hat Bode
mann etwa in zwei Meter Höhe über
dem Steg in Abständen von mehre
ren Metern Eisenstangen einbeto
niert, um den Flaschenzug einhängen
zu können.
Sicherungsarbeiten
Jedes Jahr erfahren die Stege
eine leichte Veränderung. Um sie von
jährlicher Verwüstung durch Lawi
nen, Steinschlag und Eisstürzen zu
schützen, werden die Felswände seit
lich ausgesprengt, so daß der über
hängende Fels einen natürlichen
Schutz bietet. In den 18 Jahren, seit
Herbert Bodemann die Schluchten
betreut, hat sich auch nicht der ge
ringste Unfall ereignet. Der Gang
durch die Schluchten ist heute siche
rer denn je, denn die Felsabräumung
und die ständige Verbesserung der
Geländer, Brücken und Steige wird
von Bodemann sehr sorgfältig durch
geführt. Die Arbeit hier in die sem
besonders von den Deutschen und
Holländern stark aufgesuchten Erho
lungsgebiet ist ihm sehr ans Herz ge
wachsen, sie ist nicht nur sein Be
ruf, sie ist ein Hobby, das er mit all
seiner Kraft ausübt. Der gelernte
Dachdecker muß vielerlei Handwer
ke beherrschen, so vor allem auch
die Schlosserei und die Zimmerei. In
der Hochsaison ist er auch sonntags
unterwegs, um die rund 40 Abfall
körbe bei den ebenso vielen Ruhe
bänken zu entleeren. Wenn die Räu
mung der Alplochschlucht beendet
sein wird, muß Bodemann schon wie
der von vorne beginnen, um die
nächsten Reparaturen eingangs der
Rappenlochschlucht vorzunehmen.
Und in der Hochsaison, wenn bis zu
3000 Besucher täglich die Schluchten
betreten, muß er mit seiner Tätig
keit dem Besucherstrom ausweichen
und seine Arbeit in die frühen Mor
genstunden verlegen, denn dann
würden die Besucher ihn und er die
Besucher behindern.
Der größte Wunsch des „Land-
schäftspflegers“ Bodemann: Daß die
Besucher die Wege sauberhalten
und daß man auch seine Arbeit im
Dienste der Erholung anderer ein
wenig schätzt. Am besten damit, daß
man keine mutwilligen Zerstörungen
vornimmt und die Abfallkörbe be
nützt. Dieser Ruf ergeht besonders
an die vielen Schulklassen, die eben
falls bald wieder in ganzen
„Schwärmen“ die Schluchten bevöl
kern werden.
Vorarlberg-Werbung
in Züri ch
Die Stadt Zürich veranstaltet vom
18. April bis 5. Mai eine Aktion
„Europa in Zürich“ — Zürich in
Europa. Hierbei beteiligen sich sehr
viele Länder und unter anderem das
Landesverkehrsamt für Vorarlberg
mit einer eigenen Koje unter Offerie-
rung des Sommerangebotes 1974.
Auskunftskräfte stellen die Ver
kehrsverbände Großwalsertal, Mon
tafon und Kleinwalsertal, und wäh
rend der Tage 21. 4., 22. 4. und 1. 5.
spie len Musikkapellen aus dem
Großwalsertal, dem Montafon und
die Jugendkapelle des Kleinwalser
tales für die Besucher der verschie
denen Werbeaktionen bei dieser
Veranstaltung. Der Vorarlberg-Teil
liegt in der Nähe der Hauptpost bei
der Limmat und steht ganz im Zei
chen Vorarlbergs als Fremdenver
kehrsland. Die Leitung der Aktion
hat die ÖFW Zürich unter Direktor
Mit
Otto Herbert Mendl.
gestohlenem
Moped
ser
auf Diebstour
erläuterte ausführlich, wie es in
Gö tzis in den letzten Jahren wegen
der Gestaltung dieser Feier seitens
der Ortsgeistlichkeit immer wieder
zu Unstimmigkeiten und mehr oder
weniger scharfer Kritik gekommen
sei. Bei der Geistlichkeit herrsche
keine positive Einstellung zu diesen
Gedenkfeiern für die Opfer beider
Weltkriege. Der Kameradschafts
bund, sagte der Obmann weiter,
werde diese Feier, trotz der Schwie
rigkeiten, wie bisher durchführen,
außer die Ortsgeistlichkeit nimmt
dazu Offiziell eine gegenteilige Stel
lung ein. Fallenlassen aber wird man
das Gedenken an die Opfer beider
Weltkriege auf gar keinen Fall.
Wenn an diesen jährlichen Feiern
immer gegen zwölf Ortsvereine und
viel Gemeindevolk teilnehme, so sei
dies doch ein Zeichen,, daß solche
Feiern nicht so unzeitgemäß seien,
wie dies darzustellen immer wieder
versucht, werde.
Der Obmann bat Bürgermeister
Kurt Küng, wie bisher die Einla
dungen für diese Feiern hinauszu
geben, damit der öffentliche Cha
rakter solcher Feiern gewahrt bleibe.
Der Pfarrgemeinderat -werde sich in
einer seiner nächsten Sitzungen mit
diesem Thema auseinandersetzen.
Das Ergebnis soll abgewartet wer
den und der Kameradschaftsbund
werde versuchen, zu einer friedli
chen Einigung zu kommen.
Ulrich Heinzle als Vorsitzender
des Pfarrkirchenrates s agte, daß er
es als eine seiner Aufgaben ansehe,
diese Zwiespältigkeiten und Span
nungen zu bereinigen. Die Angele
genheit werde nach den Sommer
ferien in einer Sitzung des Pfarrge-
meinderates behandelt.
Darauf erstattete Obmann Stock-
klauser den Tätigkeitsbericht des
Vereines. Es wurden fünf Ausschuß
sitzungen abgehalten. Der Kamerad
schaftsbund nahm außer an der Be
erdigung für einen verstorbenen Ka
meraden an der Kriegergedenkfeier
und an auswärtigen Veranstaltungen
teil. Ein Preisjassen, zwei Ausflüge
bzw. Wanderungen und eine Fa
schingsunterhaltung wurden durch
geführt. Während vor zwei Jahren
der Kameradschaftsbund noch 89
Mitglieder zählt e, konnten im vor
vergangenen Jahr 51 und im Ver-c
einsjahr 1973 27 neue Mitglieder ge
wonnen werden. Damit zählt der
Verein heute 167 Mitglieder.
Alle jene Mitglieder, welche noch
Teilnehmer des Erst en Weltkrieges
waren, wurden zu Ehrenmitgliedern^
ernannt. Es sind dies Michael Bell,
Karl Bösch, Mag. Karl Juffmann und
Johann Loacker.
Bürgermeister Kurt Küng über
brachte die Grüße der Marktge
meinde und versprach, wie bisher
dafür Sorge zu tragen, daß die Ein
ladungen zur Teilnahme an der Ge
dächtnisfeier für die Opfer beider
Weltkriege durch die Gemeinde er
folge,
Zum Abschluß der JH zeigte
August Gmeiner aus Schwarzach
Lichtbilder von der Invasionsfront
1944, von einem Urlaubsaufenthalt
und vom Besu ch der großen Solda
Götzner Kameradschaftsbund nimmt
tenfriedhöfe in der Normandie.
Die Rappenlochschlucht bei Dornbirn ist ein beliebtes Wander
zu Gedenkfeiern-Kritik Stellung
gebiet. Sie muß jedes Frühjahr saniert werden. Viel Arbeit steckt
dahinter, dem Wanderer ein sicheres und schönes Spazierwegenetz
Dornbirn. Seit Donnerstag ist die
hier anzubieten. (Foto: Franz Beer)
Rappenlochschlucht in Dornbirn nach
der Winterräumung wieder begeh
bar. Gerade rechtzeitig zu den Oster
feiertagen konnte die Öffnung dieser
wildromantischen Schlucht erfolgen.
Das ist dem 42jährigen Herbert Bo
demann zu verdanken, der seit 18
Jahren die 5,5 km Wege, Stege und
St iegen der Rappenloch-, Alploch
schlucht und rund um den Staufensee
instand hält.
Der Gang durch die Rappenloch
schlu cht ist jetzt im Frühjahr beson
ders sch ön. Nicht nur wegen der blü
henden Natur, sondern auch wegen
der großen Menge Wassers, die jetzt,
zur Zeit der Schneeschmelze, aus den
Bergen kommt und durch die
Schluchten tost. Auch ist der Stau
fensee jetzt bis an den Rand gefüllt.
Zwei Wildentenpärchen haben sich,
wie jedes Jahr, für zwei bis drei Wo
chen am Staufensee heimisch ge
m acht, in wenigen Tagen werden sie
ihn wieder verlassen, wenn sie durch
die Besucher allzu sehr gestört wer
den. Auch ein Haubentaucher hat
sich, wie jedes Jahr, eingestellt.
lochschlucht
Die Winterräumung der Rappen Meter geneigt. Mit Hilfe eines Fla-
wurde in den vergange
nen zwei Wochen vorgenommen. Zu
erst mußten die Felswände von Stei
nen und Holzresten gesäubert wer
den. Für Bodemann, der die Arbei
ten unter Sicherung am 85 m langen
Seil vornahm, war es der gefährlich
ste Teil seiner Arbeit. Anschließend
wurden Stege und Stiegen ausgebes
sert, die Wege von Laub und Gestein
mit dem Rechen befreit und Kies
gestreut. Alle zwei bis drei Jahre be
fördert Bodemann, der in Diensten
des städtischen Bauhofes und somit
der Stadt Dornbirn steht, rund 12
cbm Split über ein eigenes System
von Rohren in die Schlucht.
Alpl ochschlucht erst
in zwei bis drei Wochen
Die Alplochschlucht ist derzeit
noch nicht begehbar.-Wenn das gute
Wetter anhalten sollte, kann auch
diese Schlucht in zwei bis drei Wo
chen geöffnet werden. Vom herab
stürzenden Eis wurde ein Teil des
Kunststeiges arg in Mitleidenschaft
gezogen und hat sich etwa einen
Rappenlochschlucht ist wieder geöffnet
Jetzt im Frühling ist sie am schönsten
Feldkirch. Von Beamten des Gpk.
Feldkirch wurden am Dienstag we
gen Einbruchsdiebstählen ein 21jäh-
riger Nenzinger, ein 17jähriger Gi
singer und ein 26jähriger Rankwei
ler verhaftet und in das Gefange
nenhaus des LG Feldkirch eingelie
fert. Die drei brachen am 2. April
den Kiosk des Wildparks in Feld
kirch puf und stahlen Gegenstände,
hauptsächlich Eßwaren, im Werte
von etwa 4000 S. Am nächsten Tag
brachen die gleichen Täter im Ge
meindegebiet Andelsbuch ein Wo
chenendhaus auf und stahlen dort
Kleider, Decken, Eßwaren und Ge
tränke im Gesamtwert von etwa
6000 S. In beiden Fällen entstand
erheblicher S ac hschaden. Zur Fahrt
zu den beiden Einbruchsobjekten
verwendeten die ‘ Täter gestohlene
Mopeds.
Vom Fuhrwerk
mitgeschleift
Nenzing. Am Mittwoch gegen 9.30
Uhr fuhr ein 14jähriger Schüler aus
Nenzing mit einem Pferdefuhrwerk
in Nenzing zum Sägewerk Lutz, wo
er Sägemehl abholen wollte. Unmit
telbar vor der Einfahrt zum Säge
werk scheute plötzlich das Pferd
und sprang in einen dem Sägewerk
gegenüberliegenden Obstgarten. Da
bei stürzte der Bub vom Pferde
karren, blieb mit einem Fuß am
Gefährt hängen und wurde bis zum
Stillstand . des Fuhrwerks mitge
schleift. E>er Schüler erlitt einen
Wirbelbruch, einen Knöchelbruch
und Hautabschürfungen am ganzen
Körper.
Götzis. Unter dem Vorsitz von
Obmann Insp. Ludwig Stockklauser
trat der Kameradschaftsbund Götzis
vor kurzem zu einer sehr gut be
suchte n Jahreshauptversammlung im
Hotel „Kreuz“ zusamme n. Die in
launiger Art vorgetragene Chronik
über die Tätigkeit des Kamerad
schaftsbundes im vergangenen Jahr
durch den Chronisten Alois Hotz
wurde mit großem Beifall aufge
nommen. Adolf Dünser erstattete
prägnant seinen Kassabericht.
Breiten Raum nahm die Stellung
nahme und die Behandlung eines
schriftlich eingebrachten Antrages
ein, welcher sich mit der negativen
Einstellung zur alljährlichen Krie
geistlichkeit
gergedächtnisfeier seitens der Orts Obmann Insp. Ludwig Stockklau-
befaßte. Es sollte be
sprochen werden, in welcher Form
künftighin diese Gedenkfeiern für
die Opfer beider Weltkriege gestal
tet werden sollen. Sollte diese An
gelegenheit nicht einvernehmlich ge
regelt werden können, so müsse
überlegt werden, ob in Hinkunft
diese Gedächtnisfeiern nur mehr am
Mahnmahl gehalten werden und den
Mitgliedern des Kameradschaftsbun
des die Teilnahme an der Messe
freigestellt werde. Auch eine Reihe
anderer Ortsvereine erwarte von Ka
meradschaftsbund und Kriegsopfer
vereinigung eine klare Regelung bis
zum nächsten Gedenktag am Seelen
sonntag im November.
Viel Arbeit steckt dahinter, damit der Wanderer sicher ist: