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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Dienstag, 16. April 1974 
Namenstag: 
Bernadette, Benedikt 
Wetterbericht 
der Wetterwarte Innsbruck: 
Großwetterlage: Mit 
einer zügigen Nordströmung 
wird an der Ostflanke eines 
mit dem Kern über den Briti- 
schen Inseln gelegenen Hochs 
pol are Kaltluft gegen den Al- 
penraum geführt. Eingelagerte 
Störungen gestalten das Wet ter 
unbeständig. 
Vorhersage:Meist stark 
bewölkt und in den Nordstau- 
lagen gebietsweise Niederschlä- 
ge. Nördliche Winde. Frühtem- 
peraturen minus 4 bis plus 3 
Grad, Tageshöchstwerte 8 bis 
12 Grad. 
Höchste bzw. tiefste Tempe- 
raturen von gestern, 13.00 Uhr: 
Innsbruck 12 Grad, Salzburg 8 
Wetterbericht 
der Wetterwarte Zürich: 
Allgemeine Lage: Ein 
Hochdruckgebiet liegt über den 
Britischen Inseln. Es steuert 
eine Störung von Deutschland 
gegen das westliche Mittelmeer. 
Vorhersage: Am Nach- 
mittag von Norden her rasche 
Bewölkungszunahme, später be- 
deckt und gebietsweise Nieder- 
schläge. Durchschnittliche Tem- 
peraturen 1 bis 8 Grad. 
Sonnenaufgang 5.42, Sonnen- 
unte rgang 19.20 Uhr; der Mond 
geht über sich bis Mittwoch, 24. 
April (Tierkreiszeichen: Wasser- 
mann). 
Zitat des Tages: 
Der Humor rückt den Au- 
genblick an die richtige Ste lle. 
Er lehrt uns die Größenordnung 
und die gültige Perspektive. Er 
macht die Erde zu einem klei- 
nen Stern , die Weltgeschichte 
zu einem Atemzug und uns sel- 
ber bescheiden. Das ist viel. 
Grad. Erich Kästner 
Dieses Foto zeigt die Gefährlichkeit des letzten Dornbirner Brandes. Aus 
einem Holzplatz unterhalb der überdachten Hausstiege bergen Feuer- 
wehrleute und weitere freiwillige Helfer angekohlte Holzreste. Die Flam- 
men hatten bereits die Teile der Veranda vor der Haustüre erfaßt. 
en kam rechtzeitig 
In Feldkirch denkt man an die Zukunft:   
aktion rettete aus 
fEl 
s r 
Der rasenrechte Langzeltdünger 
ornbirn: ara hol ge und 1 erletzte 
An einer Stelle, an der schon ungezählte schwere Unfälle passierten, ereignete sich gestern in Dornbirn ein 
Unfall, der nicht weniger als zehn Verletzte forderte: Ein in Deutschland wohnhafter Türke kam mit seinem 
Pkw, der mit vier Personen besetzt war, von der Kreuzgasse in Richtung Kehlerstraße und' fuhr, ohne das 
negative Vorrangzeichen zu beachten, in die Eisengasse ein. Im selben Moment kam auf der Eisengasse ein 
mit sechs Personen besetzter in Richtung Stadt fahrender Pkw daher. Der Türke stieß mit diesem Pkw auf 
der Kreuzung zusammen. Bei dem Unfall wurden alle zehn Beteiligten verletzt; unter den Verletzten befan- 
den sich auch zwei Kinder sowie eine Frau, die im neunten Monat schwanger ist. Alle Verletzten wurden in das 
Stadtspital Dornbirn eingeliefert. Die Kreuzung Eisengasse—Kreuzgasse--Kehlerstraße ist in Dornbirn bekannt 
kommt es hier zu schweren Unfällen, weil der Vorrang mißachtet 
als „Unfallkreuzung", denn immer wieder 
(Foto; liagauX 
wird. 	' 	 
Seite 5 
Dienstag, 16. April 1974 
Dornbirn (VN) Innerhalb einer 
Woche brannte es am Samstag um 
16.15 Uhr in Dornbirn zum dritten- 
mal: In Flammen stand ein unter 
der Hausstiege des Hauses Rohrbach 
56 befindlicher Holzschopf, wahr- 
scheinlich entzündet durch spielende verkohlte Bretter — ist gering. 
Kinder, und die Flammen drohten 
auf das gesamte Holzhaus überzu- 
greifen. Hätte sich nicht der 31j äh- 
rige Manfred Albrecht mit einem 
Spülwagen der Firma Hubert Häusle 
(Kanal- und Klärgrubenentleerung) 
in der Nachbarschaft befunden, 
wäre das Objekt der Anna Spiegel 
kaum mehr zu re tten gewesen. So 
aber trat Albrecht, der gerade mit 
der Reinigung eines Küchenabflusses 
fertig war, mit dem 2000 Liter fas- 
senden Spülwagen in Aktion und 
löschte den Brand, der verheerende 
Folgen hätte haben können . 
Die rasch alarmierte Fre iwill ige 
Feuerwehr Dornbirn mit Komman- 
dant-Stellvertreter Josef Vonb ank 
erschien mit drei Tanklöschwagen 
und mit Ausnahme der Leiter auch 
mit allen anderen Geräten und 40 
Mann. Durch die vielen Schaulusti- 
gen, deren Fahrzeuge sich von der 
Brandstelle bis zu den Bahnschran- 
ken im Schwefel über mehrere hun- 
dert Meter stauten, wurde die Ar- 
beit der Feuerwehr behindert. Wäre 
nicht die Stadtpolizei so wie bei den 
übrigen Bränden eingeschritten und 
hätte den Verkehr geregelt, wäre ein 
Chaos wohl nicht ausgeblieben. 
Nach Aussage der Feuerwehr und 
zahlreicher Helf er — darunter auch 
Feldkirch (VN - elv) Wie wir be- 
mit Feuerlöschern des gegenüberlie- 
reits berichtet haben, soll noch heuer 
mit den Bauarbeiten zu einem 
Straßentunnel unter der Schatten- 
burg begonnen werd en, um den 
Engpaß im sogenannten Gaißzipfel 
zwischen der „Dogana" und den 
„Altdeutschen Stuben" zu be seiti- 
gen. Dieses Bauvorhaben könnte 
Ende 1976 vollendet sein, und es 
wäre damit der erste Schritt zu 
einem bereits im Plan ausgearbeite- 
ten Einbahnring um den Feldkir- 
cher Stadtkern gemacht. Der Auto- 
fahrer könnte, von Bregenz kom- 
mend, also in Hinkunft über die 
Marokkanergasse beim ehemaligen 
Luftschutzstollen unter der Sch at- 
tenburg in die Neustadt im Ein- 
bahnsystem nach rechts einfahren, 
er würde über den Domplatz die 
Herrengasse und die Kreuzgasse 
erreichen, der Ring schließt sich 
sodann wiederum über die Vorstadt 
und den Leonhardsplatz. 
Für die Autofahrer aus Richtung 
Bludenz ist eine eigene Abfahrt 
durch den oberen Teil des Rößle- 
parks vorgesehen, die Trasse würde 
über den heute offen geführten 
Werkskanal in Richtung Volkshalle 
und Leonhardsplatz gelegt, sie wür- 
de zwischen Pulverturm und Mühle- 
tor dann ebenfalls auf Höhe Vor- 
stadt in den Einbahnring münden. 
Zwischen den b eiden mittelalter li- 
chen Befestigungsbauten steht jetzt 
noch ein stadteigenes Haus, das 
aber vor wenigen Monaten ausge- 
brannt ist, nicht mehr wiederauf- 
gebaut wurde und das für dieses 
Projekt der Spitzhacke zum Opfer 
fallen müßte. Die Straße von der 
Johanneskirche in Richtung „Alt- 
deutsche Stuben" auf dem Leon- 
hardsplatz könnte aufgelassen wer- 
den, die derzeit zur Verfügung ste- 
henden Parkplätze würden aber 
zum größten Teil erhalten bleiben. 
Auch für den Feldkircher Markt- 
platz, der parallel zur Vorstadt 
läuft, dürfte eine Einbahnregelung 
in Richtung Johanneskirche getrof- 
fen werden. Weitere Parkplätze 
könnten durch die Auflassung der 
Verbindungsstraße auf Höhe der 
„Altdeutschen Stuben" gewonnen 
werden. 
Durch dies es Konzept ergibt sich 
auch die Chance, eine direktere 
Bundesstraßenverbindung von der 
 und 
Route Arlberg in Richtung Tisis 
Fürstentum Liechtenstein her- 
zustellen. Direk t beim Pulverturm 
Ill ins 
könnte eine Brücke über die 
sogenannte Reichenfeld zwischen 
der Ste lla Matutina und dem Lan- 
desgerichtsgebäude gezogen werden, 
die Straße würde so dann auf Höhe 
Zwei schwere Bergunfälle: 
Dornbirn. Am Karsamstag gegen 
4 Uhr stieg ein läjähriger Schüler 
aus Dornbirn zusammen mit sechs 
anderen Burschen von Dornbirn- 
Haslach zum sogenannten „Großen 
Röthelstein" unterhalb des Karrens 
auf, um den Brauch des Karsams- 
tag-Ratschens, verbunden mit dem 
Abbrennen eines Funkens, zu pfle- 
gen. Gegen 4.15 Uhr begab sich der 
Bur sch zu einem Felsvorsprung, wo 
er aus ungeklärter Ursache den Halt 
verlor und ca. 25 m im freien Fall 
abstürzte. Der Schüler erlitt dabei 
schwerste Schädelverletzungen, er 
schwebte am Ostersonntag abend 
noch in Lebensgefahr. Zwei Bur- 
schen stiegen sofort ab und verstän- 
digten die Rettung und die Gen- 
, darmiere, während sich die anderen 
Burschen um den Verunglückten be- 
mühten. Der Schwerverletzte wurde 
von feiwilligen Helfern, Bergret- 
tungsmännern und zwei Gendarmen 
geborgen und in das LUKH Feld- 
kirch eingeliefert. 
Dalaas. Am Nachmittag des Kar- 
freitag ging ein 29 Jahre alter Kran- 
kenpfleger aus Dalaas in die Par- 
zelle Strotten, um dort aus der Fall- 
bachi.vang Latschen zu. holen. Beim 
Einstieg in die beinahe senkrechte 
Felswand rutsche er vermutlich auf 
dem brüchigen Gestein aus und 
stürzte in die Tiefe. Er blieb schwer- 
verletzt in einer Gerölihalde liegen 
und wurde nach ärztlicher Versor- 
gung durch den zuständigen Spren- 
gelarzt von freiwilligen Helfern und 
dem Bergrettungsdienst geborgen 
und mit der Rettung in das LUKH 
Feldkirch eingeliefert. 
Motorradfahrer verlor bei 
Unfall ein Bein 
Ludesch. Am Karsamstag fuhr ein 
30 Jahre alter Nüziderser mit einem 
Pkw auf der Raggaler Straße von 
Ludesch in Richtung Raggal. In der 
Parzelle Bovel in Ludesch kam ein 
26 Jahre alter Student aus Möhren- 
dorf, Kreis Erlangen (BRD), als Len- 
ker eines Motorrades, auf welchem 
 der 
er eine 25 Jahre alte Begleiterin, 
Pädagogischen Akademie in die 
Liechtensteiner Straße einmünden. 
Der Einbahnring um den Altstadt- 
kern von Feldkirch ist jedenfalls 
eine interessante Möglichkeit, den 
derzeitigen Verkehrsproblemen ef- 
fektvoll zu begegnen. 
ebenfalls aus Möhrendorf, mitführte, 
entgegen. Aus bisher noch ungeklär- 
ter Ursache kam es zwischen den 
beiden Fahrzeugen zu einem Zu sam- 
menstoß, wobei der Lenker des Mo- 
torrades samt seiner Beifahrerin zum 
Sturz kam. 
Dem Lenker des Motorrades wur- 
de der linke Unterschenkel abge- 
trennt, und seine Mitfahrerin erlitt 
einen offenen Oberschenkel-Trüm- 
merbruch. Beide wurden in das UKH 
Feldkirch eingeliefert. Der Pkw-Len- 
ker blieb unverletzt. 
Frontalkollision zweier 
Deutscher 
Lingenau. Ein schwerer Verkehrs- 
unfall ereignete sich gestern in Lin- 
genau. Eine Pkw-Lenkerin aus Lin- 
genau war unterwegs von St. Anna 
in Tirol Richtung Hochbrücke Lin- 
genau und hielt vorschriftsmäßig an, 
um den Gegenverkehr abzuwarten, 
bevor sie nach links in die Bahn- 
hofstraße einbog. Ein nachfolgender 
deutscher Pkw, der vermutlich mit 
überhöhter Geschwindigkeit nahte, 
konnte nicht mehr rechtzeitig an- 
ha lten und wich, um einen Auffahr- 
unfall zu vermeiden, 'nach links aus, 
wobei er mit einem entgegenkom- 
menden Pkw, ebenfalls von einem 
Deutschen gelenkt, frontal zusam- 
menstieß. Die beiden Mitfahrerin- 
nen der Deutschen wurden so schwer 
verletzt, daß sie ins UKH Bregenz 
eingeliefert werden mußten. Die 
deutschen Pkw-Lenker und die Lin- 
genauerin, deren Wagen noch leicht 
gestreift wurde, blieben von Ver- 
letzungen verschont. 
Schießender Einbrecher 
aus St. Gallen gefaßt 
St. Gallen. Wie wir am Samstag 
berichteten, war in der Nacht auf 
Karfreitag bei einer Einbrecherjagd 
in St. Gallen ein Polizist angeschos- 
sen und dabei schwer verletzt wor- 
den. Der Täter konnte, wie die Kan- 
tonspolizei mitt eilte, am Karsams• 
tag festgenommen werden. Es han- 
delt sich um den 25jährigen Schwei- 
zer Karl Knaus aus St. Gallen, der 
auch für mehrere in letzter Zeit vor- 
gekommene Einbruchsdiebstähle in 
St. Gallen in Frage ko mmt. Nach 
dem Schußwechsel hatte die Polizei 
eine großangelegte Verfolgungsak- 
tion gestartet, in deren Rahmen der 
Täter schließlich gefaßt werden 
konnte. 
=Impressum 
Eigentümer, Herausgeber, Ver- 
leger und Druck: Vorarlberger 
Graphische Anstalt, Eugen Ruß 
& Co., 6901 Bregenz, Kirch- 
straße 35. 
Chefredakteur und für den In- 
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Bezirk Bludenz: Adolf Pic- 
colruaz, Herm.-Sander-Str. 16, 
genden Lebensmittelgeschäfts Haus- 
6700 Bludenz, Tel. 0 55 52 / 24 71. 
berger — ist es das Verdienst von 
Manfred Albrecht, daß das Wohn- 
haus nicht eingeäschert wurde. Der 
entstandene Schaden — ein paar 
zerbrochene Fensterscheiben und 
rsa sta brauch wurde 
15jährigem zum Verhängnis Verhängnis
	        
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