Grad; übriges Europa: Athen 18
Mittwoch, 17. April 1974
Grad, München 1 Grad.
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Die Witwe des
Heimatdichters Waggerl
aus Wagrain
in Salzburg —
zum Leid jetzt auch
noch eine Strafe.
Wie es zu den
Briefträger-Morden
von Graz kam.
Matrei in Tirol:
Wie eine Firma
mit 145 Mitarbeitern
funktioniert,
wenn jeder sein
eigener Chef ist.
Wie bereits gemeldet, ereignete sich an Ostern in Lingenau auf der
Zufahrt zur Hochbrücke ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem zwei
deutsche Wagen frontal zusammenstießen. Die beiden Beifahrerinnen
wurden sch wer verletzt. — Unser Bild zeigt die total beschädigten Wagen.
(Foto: VN)
selbstbräunend
bräunt mit lind ohne Sonne.
Seite 5
Mittwoch, 17. April 1974
Niet
rt
0
In der neuen Stadthalle sollen gute akustische Verhältnisse herrschen
(VN - elv) In Feldkirch wartet man derzeit gespannt auf die Begut-
achtung von Architekt Braun aus Bregenz. Von seiner Stellungnahme
wird es zum größten Teil abhängen, ob das Projekt, das der Feldkircher
Stadtbaumeister Architekt Thurnher in eigener Regie ausgearbeitet hat,
grünes Licht gegeben wird. Die bis ins Detail ausgefeilte Planung sieht
einen Kostenaufwand von 37 Millionen Schilling für einen repräsenta-
tiven und großzügigen Umbau der ausgebrannten Halle vor, für den
durch Versicherungsentschädigungen rund 7 Millionen Schilling ein Teil
der Baukosten schon gedeckt wäre. Die Studie von Architekt Thurnher
würde tatsächlich nicht nur die Feldkircher, sondern auch die Vorarl-
berger Saalprobleme schlagartig beseitigen. Sie wäre sowohl für ge-
sellschaftliche und sportliche Veranstaltungen wie auch für Vorträge
Namenstag
und Theateraufführungen geeignet.
Gerwin, Rudolf, Anita
Wetterbericht
der Wetterwarte Innsbruck
Großwetterlage: Der
Zustrom polarer Kaltluft von
Norden her hält weiter an. Da-
durch bleibt in den Nordstaula-
gen die erhöhte Niederschlagsbe-
reitschaft bestehen.
Vorhersage: Unbestän-
dig und sehr kühl. Rasch wech-
selnde, vorherrschend stärkere
Bewölkung. Zeitweise lebhafter
Frühtemperaturen
Nordwind.
minus 3 bis plus 2 Grad, Tages-
höchstwerte 3 bis 8 Grad.
Höchste bzw. tiefste Tempe-
raturen von gestern, 13 Uhr:
Eisenstadt 9 Grad, Bregenz 2
Raubverdächtiger
stellte sich selbst
Feldkireh. Ein vom Landesgericht
Innsbruck wegen Verdachtes des
Rauhes, begangen am 8. April 1974
in Innsbruck, als Mittäter gesuchter
19 Jahre alter Klagenfurter wurde
am 10. April von Beamten des Gpk.
Feldkirch verhaftet und in das Ge-
fangenenhaus des LG Feldkirch ein-
geliefert. Der Verdächtige hatte sich
Wetterbericht
selbst gestellt.
der Wetterwarte Zürich
Allgemeine Lage: Es
wird weiterhin polare Kaltluft
gegen die Alpen geführt. Einge-
lagerte Störungen gestalten das
Wetter noch unbeständig.
Vorhersage: In denNie-
derungen vereinzelte Aufhellun-
gen, ansonsten stark bewölkt,
örtliche Schauer noch möglich.
Weiterhin kalt. Durchschnittliche
Temperaturen 0 bis 9 Grad.
Sonnenaufgang 5.40 Uhr, Son-
nenuntergang 19.20 Uhr; der
Mond geht über sich bis Mitt-
woch, 17. April (Tierkreiszeichen:
Wassermann).
Zitat des Tages
Es gibt keine Nadel, die an
beiden Enden spitz wäre.
Chinesische Weisheit
Wieder die „Ski-Brücke"
'etwa
Lech. Am Ostermontag um
10 Uhr wollte bei der Abfahrt von
der Juppenspitze ein 40 Jahre alter
technischer Kaufmann aus Würz-
burg in der Nähe der Geisbachalpe
die ca. 1,5 m bre ite Brücke über den
Kitzbach in Schußfahrt passieren,
verkantete kurz davor seine Ski und
stürzte ca. zwei Meter in das Bach-
bett ab. Dabei zog er sich eine
Schulterverletzung und einen Kno-
chenbruch zu und mußte mit dem
Hubschrauber des BMf I, in das Lan-
desunfallkrankenhaus Feldkirch ge- Jetzt auch als make-up
' müßte der Sprecher eine Akustik-
bra cht werden.
Architekt Braun hat vor kur-
•
zem um einen Preis von rund 5 Mil-
lionen Franken den neuen Vaduzer
Saal erbaut, der sich für viele Ver-
anstaltungen als sehr repräsentativ
und geeignet erwies, aber für Kon-
zerte einen fast untragbaren aku-
stischen. Rahmen darstellt. In Feld-
kirch wäre duch die günstige Grund-
rißform ein Optimum an akusti-
schem Effekt zu erreichen. Das
Raumvolumen beträgt knapp 9000
Kubikmeter, wodurch sich ein spe-
zifisches Volumen von 9,7 Kubik-
meter pro Person ergibt, wenn alle
Sitzplätze besetzt sind. Die Nach-
hallzeit von 1,7 bis 1,8 Sekunden
wäre für musikalische Aufführun-
gen sehr günstig. Bei Vorträgen
anlage benützen, für Theaterauf-
führungen wäre dieser Nachhall
relativ hoch, aber noch tragbar. Die-
se Überlegungen sind deshalb wich-
tig, weil man im Zuge des Um-
baues auch eine komplette Bühnen-
anlage, einschließlich Orchestergra-
ben, installieren will. Auch ein Ex-
pertengutachten hält fest, daß die
Feldkircher Stadthalle keine künst-
lich gesteigerte Akustik braucht,
ege
Stimmen aus Andelsbuch
Sehr heftige und umstrittene De-
batten gab es in den letzten Tagen
in Andelsbuch wegen der Erstellung
einer Baubaracke, welche als Unter-
kunft für Gastarbeiter dienen soll.
Hiebei muß vorausgeschickt werden,
daß von seiten der Wohnungsinha-
ber in der betreffenden Parzelle in
keiner Weise Stimmung gegen Gast-
arbeiter besteht, zumal ja hinläng-
lich bekannt ist, daß für diese Men-
schen bislang die Unterkünfte nicht
die besten waren. Daß man aber in
erster Linie gegen die Vorgangs-
weise, wie sie hier praktiziert wurde,
Sturm läuft, ist gewissermaßen ver-
ständlich, handelt es sich hier doch
um ein verhältnismäßig ruhiges Ge-
biet, in welchem sich doch schon sehr
viele Gäste aufhalten. Hier möchte
man die Ruhe unbedingt erhalten.
Man vertritt hier in der Gegenmei-
man
nung die Argumentation, daß mit
könnte bei Konzerten nur mit
Schall und Schallreflexion arbeiten,
der Klang müsse also nicht künst-
lich verschnitten werden. Kontakte
in dieser Richtung wurden auch mit
Experten des Österreichischen Rund-
funks aufgenommen, da der neue
Saal auch für Hörfunkübertragun-
gen geeignet sein soll.
Das Projekt einer ersten, eigent-
lichen Stadthalle in Vorarlberg ist
somit in einer entscheidenden Phase,
und man hofft in Feldkirch, daß
Architekt Braun aus Bregenz seine
Stellungnahme und allfällige Ver-
besserungsvorschläge schnellstmög-
lich abgeben wird, damit der Bau-
beginn nicht weiter verzögert wird.
Die Planung Thurnher wäre auch
preislich gesehen ein Musterbeispiel,
denn die in d ieser Form ausge-
baute Anlage würde nicht nur zwei
Säle, sondern dazu rund 140 Neben-
räume von der Hauswartwohnung
bis zum Abstell- oder WC-Raum
umfassen.
•
gutem Willen eine bessere Lösung
hätte gefunden werden müssen. Wie
man weiß, spricht man schon längst
von einem Flächenwidmungsplan,
der aber, wie es scheint, bislang noch
nicht viel weiter wie über die Bier-
tischrunde hinausgekommen ist. Der
Bau wurde ohne vorherige Bauver-
handlung begonnen. Vor allem wer-
den Befürchtungen in den Parzellen
Itter, Grunholz und Moos laut, daß
es auf längere Sicht gesehen nicht
nur beim Bau dieser Baracke bleibt,
sondern auch ein Bauhof hinzuge-
fügt wird. Die Frage erh ebt sich
ganz eindringlich, können glaubwür-
dige Gemeindevertreter einfach zu
allem ja sagen, um ja nichts ver-
schütten zu müssen? Inwieweit die
derzeitige Unterschriftensammlung
der protestierenden Bevölkerungs-
teile Erfolg haben wird, bleibt ab-
zuwarten.
Die Nachbargemeinschaft Itter,
Grunholz, Krähenberg
Schon der junge Medizinstu-
dent lernt während seines Stu-
diums einige grundlegende Re-
geln der Heilbehandlung kennen.
Beherzigt er im späteren Leben
als Arzt diese Regeln nicht, macht
, er sich eines Kunstfehlers schul-
dig und kann daher unter Um-
ständen gerichtlich belangt wer-
den.
Ein medizinischer Kunstfehler
liegt z. B. vor, wenn ein. Arzt
ohne entsprechende Diagnose ei-
nem fiebernden Patienten „auf
alle Fälle" Penicillin verabreicht.
Eine medizinische Behandlung
ohne eine vorherige Diagnose-
. stellung kann. nicht zielführend
sein, sie ist höchstens der Aus-
. druck einer ärztlichen Ratlosig-
keit. Bestenfalls kann eine solche
Behandlung — also die Verab-
reichung von Penicillin — er-
folglos sein, es gibt aber auch
Fälle, wo eine sol che Behandlung
direkt lebensgefährlich wird.
Da klagt ein jugendlicher Pa-
tient über Schmerzen im Bauch,
hat Durchfall und gleichzeitig
eine deutliche Temperatursteige-
rung. Gibt man in einem solchen
Fall dem Patienten. Penicillin, so
kann das Fieber zurückgehen,
der Patient wird sich vielleicht
wohl er fühlen. Nach einigen wei-
teren Penicillingaben wird
schließlich die fiebersenkende
Wir kung ausbleiben und ein aku-
tes Krankheitsbild auftreten: Das
Bild einer akuten Blinddarment-
zündung mit Durchbruch in die
Bauchhöhle. Warum?
Eine eitrige Blinddarmentzün-
dung kann man mit Penicillin
licherseits spricht man von einer
bessern, aber kaum heilen. Arzt-
„Verschleierung" der Blinddarm-
entzündune durch das Penicillin.
Eine solche verschleierte Blind-
darmentzündung ohne richtiges
Fieber und auch mit wenig aus-
geprägten Schmerzen wird früher
oder später erneut aufflackern
und zum lebensbedrohlichen
Durchbruch führen. Die bei je-
der Blinddarmentzündung not-
wendige' lebensrettende Opera-
tion kann zu spät erfolgen und
damit schwere Komplikationen.
auslösen. Daher die ärztliche
Grundregel bei fieberhaften Er-
krankungen im Bauchraum: Kein
Penicillin ohne vorherige Dia-
gno se, keine Verschleierung des
Krankheitsbildes.
Auch mit schmerzstillenden In-
jektionen kann man Krankheits-
bilder verschleiern. Da wird ein
S,r
Patient auf der
aße von einem
Kraftfahrzeug erfaßt und zu Bo-
den geschleude:-t. Bei der 'Ein-
lieferung ins Krankenhaus klagt
er über starke Schmerzen im
Bauch. Die Angehörigen verlan-
gen vor lauter Mitleid mit dem
Patien ten eine schmerzstillende
Spritze. Es mag hart erscheinen,
aber der Arzt wird sehr häufig
fürs erste eine solche „Schmerz-
spritze" verweigern müssen.
Warum? Solange die Diagnose
nicht gesichert ist, bild et der
Schmerz einen wichtigen Hin-
weis für den Ort und die Natur
der Verletzung. Ein lebensbedroh-
durch eine schmerzstillende Sprit-
licher Milz- oder Darmriß kann
ze verschleiert u. dadurch zu spät
erkannt werden. Die lebensret-
tende Operation wird unnötig
verzögert und der Patient gerät
erst recht in Lebensgefahr. Da-
her eine weitere ärztliche Grund -
regel: Keine Schmerzmittel bei
Verdacht auf innere Verletzun-
gen, ehe nicht die Natur dieser
Verletzung eindeutig geklärt ist.
Wie gesagt, diese und ähnliche
Grundregeln lernt man schon auf
der Hochschule, spätestens wäh-
rend der praktischen Berufs-
ausbildung im Krankenhaus. Es
wäre aber zu wünschen, daß die-
ses Wissen um die Verschleie-
rung von Krankheitsbildern auch
der nichtärztlichen Bevölkerung
vermittelt wird.. Viele Unklar-
heiten und falsche Verdächtigun-
gen könnten dadurch vermieden
werden.
Immer wieder liest man in den
TagesmeIdungen, daß ein Betrun-
kener im Polizeigefängnis, in das
er eingeliefert worden ist, plötz-
lich verstorben sei, daß ein Gast-
hausbesucher, nachdem er auf
dem Heimweg gestürzt ist, am
nächsten Tag tot in. seinem Bett
gefunden worden sei. Es kann.
auch vorkommen, daß Patienten
im Alkoholdelirium in Heilanstal-
ten ei ngew iesen werden und
kurze Zeit später an den Folgen
nicht erkannter Verletzungen
sterben. Besonders unangenehm
und peinlich werden dann sol-
zu Rate gezogen worden sind,
che Fälle, bei denen zwar Ärzte
diese aber außer einer Alkoholi-
sierung keine anderen Krank-
he its- und Verletzungszustände
finden konnten. Die öffentliche
Meinung ist dann schnell mit
Ausdrücken wie Skandal, Nach-
lässigkeit und Kunstfehler bei der
Hand. Nicht immer zURecht.
Wer sich bis zur Volltrunken-
heit mit Alkohol besäuft, muß
wissen, daß er sich in einer äu-
ßerst gefährlichen Lage befindet.
Nicht nur im Hinblick auf die
Verkehrssicherheit im akuten
Rauschzustand oder im Hinblick
auf seine Leber im Stadium des
chronischen Alkoholismus. Die
Ge fahr liegt auch in der durch
den Alkohol bedingten „Ver-
schleierung" von Verletzungen
alkoholisierter Patienten. Selbst-
verständlich wird jeder Arzt auch
alkoholisierte Kr anke oder Ver-
le tzte nach bestem Wissen und
Gewissen behandeln. Wo aber der
nüchterne Patient sagen wird,
hier und da tut es weh,; diese
und jene Bewegung macht
Schmerzen, wird der volltrun-
kene Patient überhaupt keine
Schmerzen verspüren oder ange-
ben und meist auch völlig un-
einsichtig sein en Verletzungen
gegenüber sein. Alkohol wirkt
bekanntlich schmerzbekämpfend,
und damit wirkt Alkohol ver-
schleiernd auf krankhafte Ver-
änderungen.
Der Betrunkene hat sich damit
den in eine Lage gebracht, die
selbst und aus eigenem Verschul-.
genau derjenigen entspricht,
wenn ein Arzt leichtfertig und
ohne Diagnose Penicillin oder
Schmerzmittel verordnet.
Egal, ob ein Volltrunkener in
ein kleines Landkrankenhaus
oder auf eine berühmte Universi-
tätsklinik gebracht wird, er
schwebt auf alle Fälle infolge der
alkoholbedingten Symptomenver-
schleierung in ernster Gefahr.
Wenn nicht schon rein äußerlich
Verletzungen sichtbar sind, zwin-
gen die meist übermächtigen
Symptome des Vollrausches —
Aggressivität, Unruhe, Erbrechen,
Stuhl- und Harnabgang, uner-
trägliche Geruchsbelästigung —
einen solchen Patienten zunächst
„ausnüchtern" zu lassen. Auch
wenn bester Wille und alle an-
deren Voraussetzungen gegeben
sind, können eine Reihe wichtiger
klinischer Untersuchungen im
Stadium des Rausches nicht
durchgeführt werden.
Angesichts der immer wieder
vorkommenden Todesfälle im
Rausch wird oft die Notwendig-
keit erwogen, Betrunkene grund-
sätzlich in Krankenhäusern- „aus-
nüchtern" zu lassen. Zweifellos
würde durch die Verwirklichung
dieses Vorschlages der Betten-
mangeI in den Spitälern noch
vergrößert werden. Leidtragende
wären aber die Kranken, denen
zugunsten der Trunkenbolde
wertvolle Spitalsbetten vorent-
halten werden müßten.
Alkohol in vernünftigen Men-
gen genossen, stellt sicherlich ein
angenehm schmeckendes Genuß-
mittel dar. Es sei jedem Erwach-
senen vergönnt. Wer aber seine
Toleranzgrenze nicht kennt oder
nicht kennen will, muß wissen,
daß im Alkoholrausch mehr Ge-
fahren lauern, als der Laie ge-
Die Gefahren des Alkohols
meinhin annimmt.
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