Die Außenrenovierung des Dornbirner Rathauses ist bis auf Rest-
arbeiten abgeschlossen. Ein kleines „Wahrzeichen" Dornbirns ist
der Uhrturm zwischen altem und neuem Rathaus, das kurz vor
(Foto: VN)
dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde.
Copyright: Rex-Vorig:,
Mönchen, vertreten du rch:
Herzog-Varle g, TübIngen
Wenn sie nur
sorecnen
könntenervcar
Seite 6
Dienstag, 23. April 1974
FAMILIENCHRONIK
vortrag am Sonntag vormittag spricht
der Dekan der theologischen Fakul-
tät der Universität Tübingen, Prof.
Dr. J. Moltmann über das theo-philo-
sophische Thema „Die Menschlichkeit
des Lebens und des Sterbens".
Das Rahmenprogramm sieht ne-
ben einer Rheinschiffahrt nach Stein
und einer Besichtigungsfahrt zum
Inselkloster Rheinau für die Damen
der Tagungsteilnehmer, eine bedeu-
tende musikalische Abendveranstal-
tung und als Abschluß einen großen
Gesellschaftsabend vor. Die Förde-
rung der Rahmenveranstaltungen, die
dem privaten Gedankenaustausch un-
ter den Teilnehmern und der Ges el-
ligkeit di enen sollen, haben sich auch
diesmal wieder namhafte schweize-
rische und deutsche pharmazeutische
Firmen angelegen sein lassen.
Der Fortbildungskongreß, der ein-
zige seiner Art im engeren Bod en-.
seeraum, wird Treffpunkt zahlreicher
Ärzte auch aus Vorarlberg sein. Im
nächsten Jahr ist wieder Bregenz als
Veranstaltungsort am Zug, von wo
die Tagung im Jahre 1957, begründet
von Prim. Dr. Wachter, Bludenz,
Eduard Erne, Bregenz
ihren Ausgang genommen hat.
Kommerzialrat
Bregenz. Eduard Erne, Inhaber
der Firma Engelbert Erne, Kessel-
schmiede und Appa-
ratebau in Bregenz-
wurde
über Antrag der Vor-
arlberger Handels-
kammer vom Bun-
despräsidenten mit
dem Titel ,.Kommer-
zia lrat" ausgezeich-
net. Kommerzialrat
Eduard Erne hat 1944
den vät erli chen Be-
trieb übernommen. Heute zählt seine
Firma zu den größten Kesselbauun-
ternehmen Westösterreichs, das ei-
nen Stab von 56 Mitarbeitern auf-
weist. Bald nach Kriegsende hat sich
Erne auf den Bau von Großbehäl-
tern für die Lagerung von Heizöl
spezialisiert. 1952 begann er mit der
Fertigung von Stahltanks zur Lage-
rung von Wein und Bier. Bereits
1956 engagierte er sich im Export-
geschäft, wobei in Südtirol der erste
Weinstahltank von Erne aufgestellt
wurde. Ebenfalls 1956 begann er mit
der Erzeugung von Dampf- und
Freizugkesseln. 1962 — damals fei-
erte Erne auch den 50jährigen Be-
begann
stand seiner Firma
er mit
der Fertigung von Flüssiggastanks.
Seit 1969 liefert das Unternehmen
diese Spezialtanks auch nach Jugo-
slawien und Bulgarien sowie in die
Schweiz. Im selben Jahr konnte in
Slowenien eine Vertreterfirma ge-
wonnen werden, die seither in Ju-
goslawien Dampf- und Heizungs-
kesseI vertreibt. Im Vorjahr schließ-
lich gelang Erne die Realisierung ei-
nes Exportauftrages nach Nigeria.
Auch als Funktionär hat sich
Erne tatkräftig eingesetzt. Seit 1965
ist er Mitglied der Kammervollver-
sammlung. Im Bereich der Inn ung
der Spengler und Kupferschmiede
wirkt Erne seit 1956 als Mitglied der
Seit
Meisterprüfungskommission.
1965 vertritt er auch die Interessen
sei ner I nnung in der S ekti onsle itung
Gewerbe.
Komm.-Rat Eduard Erne ist seit
1954 auch VATC-Vizepräsident. Dar-
überhinaus war er von 1955 bis 1970
Mitglied der Bregenser Stadtvertre-
tung sowie Obmann des Kontroll-
rates der Bregenzer .Festspiele. Seit
1971 ist Erne auch Mitglied des Ver-
waltungsausschusses des Landesar-
beitsamtes.
Herzlichen Glückwunsch
Gaißau. Im Kreis der Kinder und
Enkel feiern heute Emil Schneider
wird
(Konsumbecks) und seine Gattin
überall sehr geachtet. Zum be-
sonderen Vergnügen gehören ge-
meinsame Wanderungen und Reisen.
Die Angehörigen, die vielen Be-
kannten des Ehepaares und Freunde
wünschen weiterhin recht sorglose
gemeinsame Jahre, weiterhin Ge-
sundhe it und Wohlergehen, und die-
sen Glückwünschen schließen sich
die „VN" gerne an.
Sieb en Mitbür ger sind im
Vormonat gestorben
Götzis. Geburten: Markus des
Ernst Kresser, Bütte; Zoran des Si-
mo Rudic, Römerweg; Mario des Ja-
kov Prsa, Unter der Bahn; Senay
des Abdil Ince, Bahnhofstraße; Ay-
sei des Mehmet Bozkurt, Hans-
Berchtold-Straße; Biserka des Niko-
din Djuric, Wiedengasse; Doris des
Wilhelm Loacker, Marktstraße. —
Eheschließungen: Willi Nuß-
baumer, Höchst, mit Inge Mayer;
Hans-Karl Jäger mit Ren ate Bösch,
Höchst; Alfred Hämmerle, Lustenau,
mit Sieglinde Berchtold; Walter Hu-
ber, Rankweil, mit Klara Loacker;
Asien Zjakic mit Ljubica Likovic;
Wilhelm Weibe' mit Margareta
Kreuzmayr, Mäder; Norbert Loacker
mit Monika Amann. — Tod es-
f ä 11 e : Agatha Böckle geb. Albin-
ger, Altersheim (88 Jahre); Josef
Amann, Altersheim (89 Jahre); Mag-
dalena Sturn geb. Loacker, Steig
(75 Jahre); Blandine Bodemann, Rö-
merweg (65 Jahre); Josef Heinzle,
Steinbux (36 Jahre); Martin Loacker,
Kirlastraße (59 Jahre); Anna Koth
geb. Hug, Steinet (73 Jahre).
Das Standesamt meldet
Geburten: Evelyn des
Rankweil.
Arthur Tschann, Alemannenstraße;
straße; Hugo des Hugo Prenn, Land-
Ulrike des Manfred Knecht, Rözen-
richterstraße. — Eheschließungen:
Erwin Pixner und Maria Sturn, bei-
de Rankweil; Reinhard Bauer und
Charlotte Paul, beide Rankweil;
Hartmut Förster, Feldkirch, u. Erika
Achtsnit, Rankweil; Werner Lipp,
Feldkirch, und Ju dith Mair, Rank-
weil; Walter Huber, Rankweil, und
Klara Loacker, Götzis; Robe rt Knecht
und Roswitha Preg, beide Rankweil;
Robert Speckle und Veronika Wat-
zenegger, beide Rankweil; Wilfried
Weite, Göfis, und Edith Frick, Rank-
weil. — Sterbefälle: Katharina Rauc h,
Jahrgang 1886; Florian Tröbinger,
1888; Adolf Ebenhoch, 1897.
WIR RA'TULIEREN
Hard. Wwe. Anna Heißl geborene
Amann,; Hofsteigstraße, vollendet
heute das 79. Lebensjahr.
Höc hst. Das 74. Lebensjahr voll-
endet heute Heinrich Blum, Äuele-
weg 334.
Dornbirn. Gestern feierte das
Ehepaar Johann Georg und Agathe
Berchtold das Fest der goldenen
Hochzeit.
Götzis. Heute voll endet Georg
Marte, Steinbux, das 76. und Frau
Afra Danninger, Unter der Bahn, das
72. Lebensjahr.
Sulz. Am Sonntag feierten Franz
Xaver Wehinger und seine Gat tin
— -
Emma den 48. Hochzeitstag.
Im Haus Bruderhof-
Rankweil.
gasse 1 vollendet heute Richard
Sturn das 84. Lebensjahr.
Bludenz. Frau Virginia Romagna,
Gilmstraße 21, vollendet heute das
80. und Frau Maria Eberhart, Zür-
cher Straße 15, das 73. Lebensjahr.
— Die Ehepaare Albert und Olga
Eitner, Beim Kreuz 11, und Josef
und Elisabeth Steinacher, Am Tobel
I Kirchliche Nachrichten
17, feiern heute ihre Silberhochzeit.
Kapuzinerkloster Feldkirch
Mittwoch, 24. April, Fest des hl.
Fidelis, 2. Diözesanpatron. 9.00 Uhr
feierlicher Gottesdienst in der Ka-
puzinerkirche mit Ansprache von
Bischof DDr. Wechner.
Donnerstag bis Sams tag (25. bis
27. April), jewe ils 19.10 Uhr Rosen-
kranz, Ansprache, Fidelislitanei und
Segen mit dem hl. Haupt in der Ka-
Lauterach, puzinerkirche. Prediger: P. Dr. Eber-
hard Kusin, OFMCap. aus Wien.
Sonntag, 28. April, Pontifikalamt
im Dom. 9 Uhr Festpredigt von P.
Dr. Eberhard Kusin. Zum Festgot-
tesdienst wird die Messe von Franz
Schubert in G für Chor, Soli, Orche-
ster und Orgel aufgeführt.
Veranstaltungen -Tre ffpu nkte
1
Das Wirtschaftsförde-
Dornbirn.
rungsinstitut der Vorarlberger Han-
delskammer veranstaltet im Einver-
nehmen mit der Inn ung der Bau-
gewerbe und zusammen mit dem
Kuratorium für Verkehrssicherheit,
Landesstelle Vorarlberg, heute,
Dienstag, 19.30 Uhr, im WIFI-Vor-
tragssaal, einen Vortrag mit Licht-
bildern über „Die Kennzeichnung u.
Absicherung von Baustellen". Vor-
tragender: Hans Artner, Kuratorium
für Verkehrssicherheit, Wien.
Postamt Stuben a. A.
ab 25. April geschlossen
Die Post- und Telegraphenämter
Hintertux, Hochsölden und Stuben
am Arlberg werden mit Ablauf des
25. April 1974, und das Post- und
Telegraphenamt Kühtai mit Ablauf
des 29. April 1974 wieder geschlos-
sen.
Emsal revolutioniert die Boden-
denn das neue Emsal bringt
pflege,
Sauberkeit und Glanz in einem Wi-
scher. Beachten Sie bitte die Bei-
lage unserer heutigen Ausgabe über
das neue Emsal.
=Impressum
Eigentümer, Herausgeber, Ver-
leger und Druck; Vorarlberger
Graphische Anstalt, Eugen Ruß
iSs Co., 6901 Bregenz, Kirch-
straße 35.
Chefredakteur und für den In-
halt verantwortlich: Prof. Dr.
Franz Ortner.
Stellvertreter: Josef Mattner
Chef vorn Dienst und Hei-
mat teil: Doris Rinke — Fa-
milienchronik, Motor und Tech-
nik: Hans Lerchenmüller —
In nen- und Landespolitik:
Willy Hillek — Außenpolitik
und Region: Siegfried Gabrielli
Wirtschaft und Ombuds-
mann: Hans Henning Schar-
sach — Kultur: Liselotte Hanl
Sport: Josef Mattner, Peter
Strauß — Wiener Redaktion:
Sepp Bacher, Danningerweg 9,
1210 Wien, Tel. 02 22 / 38 47 222
Bezirk Bludenz: Adolf Pic-
colruaz, Herrn.-Sander-Str. 16,
weg; Petra des Ingo Fend, Südtiroler
6700 Bludenz, Tel. 0 55 52 / 24 71.
Straße; Theresa des Sigfried Peter,
Stiegstraße; Thomas des Werner Ker-
ber, Bachmann-Mühleweg; Ren8 des
Ewald Dörfler, Wimmatweg; Korin-
na des Rud olf Brändle, Schweizer
Straße; Martina des Kurt Grub er,
Churer Straße; Claudia des Alfons
Bau er, Brederis-Bundesstraße; Ste-
fan des Hermann Sönser, Alemannen-
es
Ärztliche Fortbildung
18. Int. Bodensee-Tagung in Schaffhausen
In der Zeit vom 3. bis 5. Mai 1974
findet die diesjährige 18. Internatio-
nale ärztliche Fortbildungstagung
„Bodensee" in Schaffhausen statt.
Dieser Kongreß, eine gemeinsame
Veranstaltung der wissenschaftlichen
Ärztegesellschaften der Bodensee-
uferstaaten, vereinigt alljährlich ab-
wechselnd in, Bregenz, tlberlingen
und Schaffhausen einige Hundert
Äskulapjünger zur ärztlichen Fortbil-
dung. In diesem Jahr ist Schaffhau-
sen an der Reihe, das den Ärzt en das
Stadttheater auf dem Herrenacker
für die Veranstaltung zur Verfügung
gestellt hat.
Hauptthema des ersten Tages bil-
den häufige Arten der Krebserkran-
kung, ihre Früherkennung und die
Kriterien mehrerer Behandlungsme-
thoden. Im Mittelpunkt des zwei ten
Tages stehen die Erkrankungen des
Herzens und des Kreislaufs, im be-
sonderen die Symptomatik und die
Diagnose akuter lebensbedrohlicher
Herzereignisse.
Namhafte Referenten und Ärzte-
teams der Kliniken von St. Gallen,
Theresia geb. Niederer ihren 40. Bern und Basel konnten für die Ta-
Hochzeitstag. Das Jubelpaar erfreut gung gewonnen werden. Im traditio-
sich besonders guter Gesundheit und nel len, allgemein zugänglichen Fest-
3
Statt dessen biß ich die Zähne zusammen,
spannte die Beine an und drückte mit aller
Kraft, die mir zu Gebote stand. Und mit
un-
gläubigem Staunen fühlte ich meine Schlin-
ge über die scharfen, kleinen Schneidezähne
des Kalbes gleiten. Vorsichtig, ein Stoßgebet
murmelnd, zog ich mit der linken Hand an
dem dün nen Strick und fühlte, wie die
Schlinge sich straffte. Ich hatte den Unter-
kiefer im Griff.
Endlich konnte ich anfangen, etwas zu tun.
„Jetzt also, halten Sie diesen Strick, Mr. Dins-
dale, und hal ten Sie ihn leicht gespannt. Ich
werde dieses Kalb zurückdrängen, und wenn
Sie währenddessen gleichmäßig ziehen, soll-
ten wir den Kopf herum bekommen."
„Was, wenn der Strick abrutscht?" fragte
Onkel hoffnungsvoll. Ich antwortete nicht. Ich
drückte mit der Hand auf die Schulter des
Kalbes und fing an,
es den Wehen der Kuh
Körper von mir wegglitt. „Jetzt gleichmäßig
entgegenzuschieben. Ich fühlte, wie der kleine
ziehen, Mr. Dinsdale, ohne plötzlichen Ruck."
Und bei mir se lbst sagte ich: „0 Gott, laß es
nicht abrutschen."
Der Kopf dr ehte sich langs am um. Ich
fühlte, wie der Nacken sich gegen meinen
Arm straffte, dann berührte das Ohr meinen
Ellbogen. Ich ließ die Schulter fahren und
griff nach dem Mäulchen. Während ich mit
der Hand die Zähnchen von der Scheidewand
fernhielt, führte ich den Kopf, bis er dort lag,
Beinchen.
wo er es sollte, auf den vier
Schlinge, bis sie
Rasch erweiterte ich die
hinter die Ohren reichte.
„Jetzt ziehen Sie an dem Kopf, während
die Kuh preßt."
„Nein, jetzt muß man an den Bei nen zie-
hen!" schrie Onkel.
„Ziehen Sie an dem verdammten Kopf-
strick!" brüllte ich aus voller Lungenkraft.
Und mir wurde sofort besser, als sich Onkel
beleidigt zu seinem Strohballen zurückzog.
Mit Zugkraft wurde der Kopf herausge-
bracht, der übrige Körper folgte von selbst.
Regungslos lag der kleine Körper auf den
Steinen, mit glasigen Augen, die nichts sa-
hen, die Zunge blau und unförmig geschwol-
len.
ja so kommen",
„Wird tot sein. Mußte
brummte Onkel den Angriff wieder aufneh-
mend. Ich wischte den Schaum vom Mäul-
chen ab, pustete stark den Hals hinunter und
begann mit künstlicher Beatmung. Nach eini-
gem Druck auf die Rippen schnappte das
Kalb nach Luft, und seine Augenlider flat-
terten. Dann fing es an einzuatmen, und ein
Bein zuckte.
Onkel nahm seinen Hut ab und kratz te
sich ungläubig den Kopf. „Zum Kuckuck, es
es müßte
lebt", brummte er. „Ich war sicher,
gemurkst haben." Er hatte sichtlich Dampf
tot
sein, nachdem Sie so lange damit rum-
abgelassen, und die Pfeife hing ihm erlo-
schen zwischen den Lippen.
„Ich weiß, wonach dieses Bürschlein ver-
langt", sagte ich. Dabei ergriff ich das Kalb
an allen vier Bein en und zog es zum Kopf
seiner Mutter. Die Kuh lag lang ausgestreckt
auf der Sei te, ihr Kopf ruhte erschöpft auf
dem rauh en Boden. Sch wer atm end hoben
und senkten sich die Rippen, die Augen wa-
ren geschlossen. Sie sah aus, als wäre ihr
jetzt alles einerlei. Dann aber fü hlte sie das
Kalb an ihrem Gesicht, und sofort verwan-
delte sie sich: die Augen öffneten sich weit,
schnüffelnd begann sie, das neue Geschöpf zu
erforschen. Ihr Interesse wuchs mit jedem
Atemzug, mühsam wälzte sie sich auf die
Brust, um das Kalb um und um zu berie-
chen. Dann fing sie an, es methodisch zu
lecken. Die Natur sorgt in solchem Augen-
blick für die vollkommenste Belebungsmas-
sage. Das kleine Geschöpf krümmte den
Rücken, als die rauhen Zungenwärzchen über
sein Fell strichen. In der nächsten Minute
schüttelte es den Kopf und versuchte sich
aufzusetzen.
Ich lachte vor mich hin. Das war genau
das, was' ich an meinem Beruf liebte. Das
kleine Wunder. Ich wu ßte, es war etw as,
dessen ich nie müde sein w ürde, wie oft
ich es auch erlebte. Ich putzte so viel von
dem getrockneten Blut und Dreck von mir
herunter, wie ich konnte, aber das meiste
klebte an meiner Haut fest, und nicht einmal
mit den Fingernägeln konnte ich es abkrat-
zen. Ich würde auf das heiße Bad zu Hause
warten müssen. Als ich mir das Hemd über
den Kopf streifte, hatte ich das Gefühl, als
hätte ich Stockprügel erlitten. Jeder Mus kel
schmerzte. Mein Mund war völlig ausgetrock-
net, die Lippen klebten beinahe zusammen.
bei. „Wie wär's mit einem Schluck?" fragte
Eine lange, traurige Gestalt schlürfte her-
Mr. Dinsdale.
Ich fühlte, wie mein verschmiertes Gesicht
sich zu einem ungläubigen Grinsen verzog.
Die Vision von heißem, gut mit Whisky ver-
mischtem Tee schwamm vor me inen Augen.
„Das ist sehr freundlich von Ihnen, Mr.
Dinsdale. Ja, ich würde sehr gern etwas
trinken. Es waren zwei schwere Stunden."
Mr. Dinsdale sah mich ruhig an. „Nein",
sagte er, „ich mei nte, für die Kuh."
Ich fing an zu stammeln. „Ach ja, natürlich»,
aber gewiß, geben Sie ihr auf jeden Fall was
zu trinken. Sie muß sehr durstig sein. Es wird
ihr gut tun. Sicher, sicher, geben Sie ihr zu
trinken."
Ich raffte mein Gerät zusammen und stol-
perte aus dem Schuppen. über dem Moor war
es immer noch dunkel, ein scharfer Wind fuhr
über den Schnee und stach mir in die Augen.
Als ich mich den Hang hinunterschleppte, er-
reichte mich zum letzten Mal Onkels Sti mme, .
schnarrend und ungebrochen:
„Mr. Broomfield hält nicht s davo n, eine Kuh
nach dem Kalben zu tränken. Er sagt, das er-
k ältet den Magen."
II.
klapprigen kleinen Bus,
Es war heiß
in dem
und ich saß auf der falschen Seite, wo die
Julisonne auf die Fenster prallte. In meinem
be sten Anzug rutschte ich unruhig hin und her
und lockerte mit 'einem Finger den beengen-
den weißen Kragen. Für dies Wetter war es
eine blöde Aufmachung, aber ein paar Meilen
weiter weg erwartete mich mein künftiger Ar-
beitgeber, und ich mußte einen guten Eindruck
machen.
(Fortsetzung f olgt) f olgt)