wenn das Arbeitsverhält-
nis bei demselben Arbeit-
geber bereits fünf, fünf-
zehn oder fünfundzwanzig
Jahre gedauert hat, er-
Sozialminister
läuterte
Häuser den Gesetzentwurf
nach der Ministerratssit-
zung. Kur- und Erho-
lungsaufenthalte we rden
dabei einer Arbeitsverhin-
derung durch Krankheit
gleichgesetzt. Bei Arbeits-
unfall oder Berufskrank-
heit besteht grundsätzlich
Anspruch auf Lohnfort-
zahlung bis zu zehn Wo-
fort. Auch ein grundsätz-
licher Kündigungsschutz
ist in das Gesetz einge-
baut. Krankheit kann also
künftig kein Entlassungs-
grund mehr sein.
Zur Finanzierung: die
Arbeitgeber zahlen 3,9
Prozent der Lohnsumme in
einen Fonds der Träger
der Krankenversicherung
ein. Der Fonds refundiert
dann - bei einem Selbst-
behalt der Unternehmer
von zwei Tagen - die an
kran ke Arbeiter ausbe-
stellt als einmalige Start-
hilfe dem Fonds 600 Mill.
S zur Verfügung, und
zwar 1974 300, 1975 200
und 1976 100 Millionen.
Die Unfallversicherungs-
anstalt wird in diesen drei
Jahren ebenfalls je 50
Mill. S dem Fonds über-
weisen. Die Verwaltungs-
kosten schließlich werden
von den Krankenversiche-
rungen übernommen. Die-
se Maßnahmen sollen da-
zu beitragen, die den Ar-
beitgebern auferlegte Be-
lastung in vertretbaren
chen, fuhr der Minister zahlten Löhne. Der Bund Grenzen zu halten.
14 Ländern präsentieren anläßlich der WDW,
350 Firmen aus
Wiener Damenmode-Woche, ihre Kollektionen für Kerbst/Winter
1974/75. Die WDW hat sich in den letzten Jahren nicht nur unter
den österreichischen Fachmessen einen Spitzenplatz erkämpft, sie
ist auch zur größten Bekleidungsmesse des EFTA-Raumes geworden.
räftiges achstum der
Land- und Forstes irtschaft
Noten- und Devisenkurse
vom 2. April 1974
WIEN
Ankauf Verkauf
Notenkurse Schilling
100 Schweizer Fr. 617,10 630 ,90
1 Dollar 18,60 19,20
1 Pfund 44,63 46,07
100 Franz. Francs 389,70
400,30
100 Belg. Francs
47,60
46,40
100 Holl. Gulden
692, 35 708 ,65
100 D-Mark
733, 85 750,15
100 Lire
2,61 2,74
100 Dän. Kronen
314,50
306 ,50
100 Schwed. Kr.
419,30 430,70
100 Span. Pesetas
31,60 32,60
Devisenkurse
100 Schweizer Fr. 621.90 624,3 0
1 Dollar 18,74 18,84
1 Pfund
44,99 45,25
100 Franz. Franes 394,06
395,94
100 Belg. Francs 48,17 48,37
100 Holl. Gulden
700, 76 703, 64
100 D-Mark
743, 18 746,02
100 Lire
3,022
3,004
309,7()
100 Dän. Kronen
311 ,10
426, 29
100 Schwed. Kr.
428,31
100 Span. Pesetas
32,12
31,96
Golddukaten einfach, Ankauf
1
375,-, Verkauf 458,-. Kurs vom
2. April 1974. don.
Zürcher Schillingnotiz
vom 2. April 1974
Anka uf 15,85 sfr, Verk auf 16,25
sfr für 100 Schilling.
Frankfurter Schillingnotiz
vom 2. April 1974
13,427 DM Geld, 13,467 DM
Die Auswirkungen dies er textilen Sektor. Während noch vor einem
Brief für 100 Schilling.
Regression zeigen sich am Arbeits- Jahr auf eine arbeitslose Frau in
markt vor allem auf dem weiblichen Vorarlberg zwei offe ne Stellen ent-
Politische Erpressung macht Schule:
Chile will upfer n
r zu
t.
Landesarbeitsamt Vorarlberg warnt:
‚Erdöl-Preisen' verit den
eits
r e
1
In den Jahren 1972 und 1973 hat in Vorarlberg
die Zahl der unsel bst ändig Erwerbstätigen jeweils um
5 bis 6 Prozent zugenommen. Im ersten Jahresviertel
1974 ist dageg en d ieses Wachst um auf 2 Prozent
zurückgegangen, meldet das Arbeitsamt. In der Tex-
tilindustrie sank der Beschäftigtenstand sogar absolut
unter jenen des Vorjahres, und zwar von 23. 900 auf
von 440 Gastarbeiter) spiegelt eine gewisse Unsicher-
heit auf dem Textilsektor wider. Sie ist teilweise auf
die starke Verteuerung der Rohstoffe, aber auch auf
Probleme ihrer Beschaffung und auf Absatzschwierig-
keit en in einzelnen Teilbereichen zurückzuführen, wie
z. B. In der Stickerei. Auch die Bekleidungsbetriebe
haben ihren Personalstand um 200 auf 4800 Arbeit-
23.200. Dieser Rückgang um 700 Arbeitnehmer (da- nehm er gesenkt.
Service für Industriekapitäne und Politiker:
versic er
e
nstr.:11,
Gesellschaftspolitik und
6890 Lustenau
Familienrechts- eform
Ministerrat stimmte Regierungsvorlage zu:
Vortragsabend der Jungen Wirtschaft Vorarlbergs
Lohnfortza lung für erkrankte
r
rankheit kein Entlassun s
eiter
ane r
Seite 8
CH-
Mittwoch, 3. April 1974
Wien (SK) Ein Arbeiter
soll nach vierzehntägiger
Arbeitsleistung gesetzli-
chen Anspruch auf Lohn-
fortzahlung habe n, wenn
er erkrankt oder von
einem Unglücksfall be-
troffen wird. Das besagt
die Regierungsvorlage, die
Sozialminister Häuser
ausarbeiten ließ und die
Dienstag vom Ministerrat
beschlossen wurde.
Der Ans pruch auf Lohn-
fortzahlung besteht bis zur
Dauer von vier Wochen
und erhöht sich auf sechs,
acht oder zehn Wochen,
Nach der
Santiago de Chile
Ölkrise droht jetzt offenbar auch
eine Kupferkrise. Chile, gr ößter
Kupferproduzent der Welt, will
nach den Worten von Bergbaumini-
ster Polizeigeneral Arturo Yovane
bei der nächsten Konferenz der
kupferproduzierenden Länder -
Zambia, Zaire, Peru und Chile -
jeden Vorschlag unterstützen, der
da rauf hinausläuft, daß die Produ-
zenten den Kupferpreis so fest-
setzen, wie es die arabischen Län-
der mit dem Erdöl vorexerzierten.
Vor Journalisten fragte der chile-
nische Bergbauminister Yovane am
wir
(dpa) nicht Preis e verlangen, die uns
aus der Misere herausführen?" Un-
ter Hinweis darauf, daß Chile die
größten Kupferreserven verfüge
sowie der einzige Produzent von
Salpeter und zusammen mit Japan
der einzige Hersteller von Jod sei,
schloß der Minister: Warum also
solle man nicht dem arabischen Bei-
spiel folgen. Chile sei bereits mit
ausländischen Interessenten in Kon-
takt, um das Kupfer und das Eisen-
erz weitgehend im Land sel bst zu
verarbeiten.
Unter Hinweis auf die Einstellung
der Entwicklungshilfe Großbritan-
niens an Chile, die die Militärregie-
rung mit einem Stopp der Kupfer-
lieferungen beantwortete, schlug
Yovane vor, einen solchen Liefer-
stopp auch auf andere Länder aus-
zudehnen, die sich Chile gegenüber
unfreundlich verh iel ten.
New York (AP) Lösegeldversiche-
rungen gewinnen bei Versicherungs-
unternehmen in New York und Lon-
don wachsende Bedeutung. Mit der
Zahl der Entführungen steigen die
Versicherungsprämien. Neben Indi-
vidualversicherungen nehmen die
Versicherer immer mehr Gruppen-
versicherungen an, deren Prämien
schwindelerregende Höhen erreichen.
Gruppenversicherungen werden zu-
meist von Großbanken oder multi-
nationalen Gesellschaften abge-
schlossen, deren leitende Angestellte
im Ausland immer öfter Opfer von
Entführungen werden und nur durch
größere Lösegeldsummen freigekauft
fielen, ist nun die Situation umge-
werden können. Das gilt insbeson-
keh rt. Es trif ft auf zwei arbeitslose
Frauen nurmehr eine offene Stelle.
Dadurch hat sich auch die Arbeits-
losenrate auf 2,2 Prozent erhöht.
Anders dagegen ist die Arbeits-
marktlage bei den Männern. Dort
entfallen auf einen Arbeitslosen im-
merhin noch sechs bis sieben offene
Stellen, so daß man weiterhin von
einer absoluten Vollbeschäftigung
sprechen kann.
Andere Sparten, wie z. B. der
Bausektor, die Metall- oder Holzver-
arbeitung, der Nahrungsmittelsektor
stehen wesentlich gefestigter
da. Daher ist auch die Männerbe-
schäftigung in Vorarlberg besser ab-
gesichert als jene der Frauen. - Der
Fremdenverkehr schließlich hat trotz
pessimistischer Vorhersagen im Win-
ter 1973/74 alle Rekorde geschlagen.
Wenn entsprechende Preisdisziplin
gehalten wird, ist auch mit einer
guten Sommersaison zu rechnen. -
Allerdings fällt es sowohl aus geo-
graphischen als auch ausbildungsmä-
ßigen Gründen oft schwer, Frauen,
die in der Textilindustrie keinen Job
mehr finden, ins Gastgewerbe umzu-
Montag in Santiago: „Warum sollen setzen. - Man wird daher in Vorarl-
berg in den nächsten Monaten der
wirtschaftlichen Entwicklung ein ver-
stärktes Augenmerk zuwenden und
vor allem bestrebt sein müssen,
strukturverbessernde Maßnahmen
durchzuführen.
dere für lateinamerikanische Länder
wie Argentinien, Mexiko und andere
sowie für einige heiße Plätze in der
übrigen Welt.
Die Prämien für den Versiche-
je nach
rungsschutz schwanken
Dauer und Bedeutung des „Versiche-
rungsobjektes". Für eine Versiche-
rungspolizze mit einjähriger Lauf-
zeit in Höhe von 1,5 Mill. Dollar für
eine Handvoll leitender Angestellter
internationaler Konzerne werden
300.000 Dollar Prämie verlangt, wo-
bei höchstens 90 Prozent des Löse-
geldes bis zur Polizzengrenze erstat-
tet werden. Das amerikanische Ver-
sicherungsgewerbe betont jedoch, daß
Wien (APA) Die Wertschöpfung
es keine Standardversicherung ge-
der Land- und Forstwirtschaft ist
1973 kräftig gewachsen. Nach ersten
Berechnungen und Schätzungen des
österreichischen Instituts für Wirt-
schaftsforschung war der Beitrag des
Agrarsektors zum Bruttonational-
produkt dem Volumen nach um
knapp 4 Prozent höher als im Vor-
jahr und erreichte damit etwa das
Niveau von 1969. Zu laufenden Prei-
sen ergab sich 1973 ein Zuwachs von
13,5 Prozent auf 31,5 Mrd. S. Diese
Angaben machte Dr. Schneider (In-
Die ' gesellschaftspolitischen Ziele
der angestrebten Familienrechtsre-
form durchleuchten will die Junge
Wirtschaft Vorarlbergs in einem
mor gen, Donnerstag, stattfindenden
Vortrags- und Diskussionsabend. In
der um 19.30 Uhr beginnenden Ver-
anstaltung spricht Dr. Otto Hartig,
gen Lösegelderpressungen gibt. Die
Bedingungen werden vielmehr indi-
viduell ausgehandelt. Die Höhe rich-
tet sich danach, ob ganze Beleg-
schaften oder nur einzelne Persön-
lichkeiten und unter welchen Um-
ständen geschützt werden müssen.
Die Lösegeldgeschäfte der Versi-
cherungen bleiben geheim, um mög-
lichen Entführern keinen Hinweis
auf rentable Opfer zu geben. Das
Lösegeldversicherungsgeschäft wird
in den USA von etwa zehn Versiche-
rungsunternehmen betrieben. Die
meisten Versicherungsfirmen rück-
versichern sich bei Lloyd's in Lon-
Leiter der Rechtsabteilung der In-
dustriellenvereinigung, Wien, im
Großen Saal der Dornbirner Textil-
schule.
Die Junge Wirtschaft ist der Mei-
nung, daß insbesondere Wirtschafts-
kreise sich noch zu wenig mit dem
Inh alt und den möglichen Au swir-
kungen der österreichischen Fami-
lienrechtsreform befaßt haben. Diese
bringt neben zeitgemäßen Neuerun-
gen auch sehr problematische Be-
stimmungen in der geplanten Neu-
ordnung der persönlichen Rechts-
wirkungen und der vermögensrecht-
lich en Wirkungen der Ehe. So soll
der Anspruch des geschiedenen Ehe-
gatten auf die Hälfte des während
der Ehe entstandenen Vermögenszu-
wachses, ohne Rücksicht auf die
Frage des Verschuldens, zustehen.
Diese Idee kann, wenn sie Gesetz
wird, für die Betriebe eine existenz-
gefährdende Wirkung haben, zumal
der Zugewinnanspruch in Form ei-
ner Geldforderung bestehen soll. Die
Junge Wirtschaft möchte mit diesem
Vortrags- und Diskussionsabend An-
stoß und Gelegenheit zu einer inte n-
siveren Auseinandersetzung mit der
gesellschaftspolitisch schwerwiegen-
den Reform des Familienrechts ge-
ben. Eingeladen sind Unternehmer
und Führungskräfte aus der Wirt-
schaft.
Vollversammlung
der Handelskammer
14 Uhr
Am Montag, 8. April, um
findet im Vollversammlungssaal der
Kammer für Arbeiter und Angestell-
te für Vorarlberg, Feldkirch, die 78.
Vollversammlung mit folgender Ta-
gesordnung statt: Eröffnung und Be-
grüßung, Bericht des Präsidenten,
Jahresabschluß
Geschäftsbericht,
stitut für Wirtschaftsforschung) in
1973, Anträge und Anfragen.
einem Vortrag „Entwicklung der
österreichischen Land- und Forst-
wirtschaft 1973/ 74 - Diagnose und
Tendenzen" vor der Gesellschaft für ,
Land- und Forstwirtschaftspolitik am
Dienstag in ,Wien. Zu diesem gün-
stigen Ergebnis haben insbesondere
eine sehr gute Getreide- und Obst-
ernte, ein erhöhtes Angebot an
Schlachtschweinen und Geflügel, die
starke Aufstockung des Rinderbe-
standes sowie eine günstige Entwick-
lung der Vieh- und Holzpreise bei-
u. a. getragen. getragen.