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Insgesamt 32 Sondermarken ohne Westberlin in Deutschland geplant
Etwas besonderes hat sich die schweizerische Post zur Hundertjahrfeier
des Basler Zoologischen Gartens einfallen lassen. Sie verkauft seit
16. April eine Bildpostkarte mit einem 45X32 Millimeter großen 30-Rap-
pen-Wertstempel (bläulichrot/schwarz), der einen Ausschnitt aus der
Darstellung auf der Bilds eite (grün/schwarz) wiede rgib t. Diese bringt
eine humorige Zeichnung des Basler Grafikers Celestino Piatti: Elefant
und Nashorn, Tiger und Giraffe, Saurier, Ente und Pinguin ohne schüt-
zende Geh ege f riedlich nebeneinander in einer Urzeit-Landschaft mit
riesigen Schachtelhahnen, Laubbäumen und anderen üppige n Gewächsen.
Leider ist die Karte, die von der Berner Wertzeichendruckerei PTT im
Buchdruck h erges tellt wu rde, und deren Verkaufspreis 60 Rp beträ gt,
nicht bei den Postämtern zu haben, sondern lediglich bei den Wertzei-
c.henverkaufsstellen PTT in Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern,
St. Gallen und Zürich sowie den Kiosken des Basler Zoologischen Gar-
tens; schriftliche Bestellungen führt nur die Wertzeichenverkaufsstelle
CH-3000 Bern, aus.
Copyright: Rox-Vorieg,
durch:
Inneen, vertreten
Herzog-Vertag,
Tübingen
Wenn sie nl.
sorecnen
könnten zretines
Samstag, 27. April 1974 „VORARLBERGER NACHRICHTEN`
Sehe
59
Ein vielseitiges Sondermarken-
Programm hat die Deutsche Bundes-
post für 1975 angekündigt. Es umfaßt
35 Werte für das Bundesgebiet, die
voraussichtlich insgesamt 17.70 DM
kosten werden. Am 15. Jänner 1975
erscheint wieder eine Serie „Bedeu-
tende Frauen". Sie ist den Schrift-
stellerinnen Annette Kolb, Ricarda
Huch, Else Lasker-Schüler und Ger-
trud von Le Fort gewidmet. Am glei-
chen Tag ersch einen je eine Marke
zum 100. Geburtstag von Albert
Schweitzer und zur 25-Jahr-Feier
des Müttergenesungswerkes.
Am 14. Februar folgen je ein
Wert zum 500. Geburtstag von
Michelangelo, zum 100. Geburtstag
von Hans Böckler, zum Heiligen Jahr
und zu den Eishockey-Weltmeister-
schaften. Die Jugend- und die Euro-
pa-Marken gibt es am 15. April.
Vier Ma rken sind für den 15. Mai
vorgesehen: je eine zum 100. Todes-
tag von Eduard Mörike, zur 500-
Jahr-Feier der vergeblichen Belage-
rung. von Neuß, zur Erinnerung an
die Landshuter Fürstenhochzeit vor
500 Jahren und zur 1000-Jahr-Feier
des Dorns zu Mainz.
Dem „Europäischen Denkmal-
schutzjahr" gelten vier Sondermar-
ken, die am 15. Juli herauskommen.
Je ein Wert zum Kampf gegen den
Drogenmißbrauch, zum 100. Geburts-
tag von Matthias Erzberger und zum
Tag der Briefmarke sind am
15. Au gust zu erwarten. Die Wohl-
fahrtsmarken 1975 kommen am
Oktober an die Schalter.
15.
Wer dem Selbstgefühl
Zunächst:
seines Partners schmeicheln will,
wählt ein Lokal in der Nähe von
dessen Büro. Eine schöne Frau —
vorausgesetzt, es ist nicht die eig ene
— trägt ebenfalls zum günstigen
Verlauf eines solchen Essens bei.
Goldene Grundregel aber ist: nicht
zuviel essen. Und genau diese Re-
gel mißachten alle Geschäftsleute
nach Ansicht der Mediziner. Ihr Rat:
Keinen Aperitif annehmen, keine
zweite Portion auflegen lassen und
nur eine Sorte Wein.
Ein weiterer Rat aus dem „Führer
Als letzte erscheinen am 14. No-
für Geschäftsessen": Nicht unbedingt
vember die Weihnachtsmarke 1975
und ein Gedenkblatt mit drei Mar-
ken zur Erinnerung an die verstor-
B,L~I
RIP1:
KOSEfFRREich
Eine Sonderp os tma rke aus Anlaß
„75 Jahre ARBÖ" wird erstmals am
13. Mai (Gültigkeit ab 17. Mai) er-
scheinen. Im Nennwert von 2.— S
zeigt das Markenbild — Entwurf von
Otto Steffen', Stich Wolfgang Seidel
— ein De-Dion-Bouton-Motordreirad.
Die Auflage der im Kombinations-
druck hergestellten Jubiläumsmarke
beträgt 3,05 Mill. Stück.
dadurch auffallen wollen, daß man
das teuerste Gericht bestellt. Ein Rat,
der sich allerdings weniger auf die
Gesundheit als auf den geschäftli-
chen Erfolg des Essens bezieht. Gault
und Millau führen ein abschrecken-
des Beispiel an — den Geschäfts-
mann, der sich auf Kosten seines
Gastgebers eine Flasche Wein für
1000 Francs bestellte. Die Flasche
Wein durfte er trinken. Den ge-
wünschten Kredit erhielt er nicht.
Hohe Spesenrechnungen könne n
zudem den Betriebsfrieden stören:
„Es ist schockierend für eine Sekre-
wenn ihr eine besuch eingenommen habe.
tärin,
benen
Spesenrechnung günstige psychologische Situation, Dame bereits genossen.
deutschen Friedens-Nobel-
preisträger Gustav Stresemann, Lud-
wig Quidde und Carl von Ossietzky.
JD
Keine Gemeindetagsmarke
Das Bundesministerium für Ver-
kehr, Generaldirektion für die Post-
und Telegraphenverwaltung, teilt
mit, daß nach Absage des XI. Euro-
päischen Gemeindetages die Öster-
reichische Post- und Telegraphenver-
waltung die aus diesem Anlaß vor be-
reitete Sonderpostmarke „XI. Euro-
päischer Gemeindetag 1974" Anfang
Mai nicht ausgeben wird.
Niedrige Auflagen
in Frankreich
Nur jeder siebente Franzose kann
im Durchschnitt von jeder Sonder-
marke der französischen Post ein
Stück bekommen. Das geht erneut
aus der jetzt veröffentlichten Auf-
stellung der im 2. Halbjahr 1973 aus-
verkauften Marken hervor, die alle
zwischen Oktober 1972 und Mai 1973
an die Schalter gekommen waren.
Bei den zuschlagfreien Sondermar-
ken beträgt die höchste Auflage 8,23
min.
(Loge Grand Orient de France),
die niedrigste 6,37 Mill. (Kapitell aus
der Kirche von Issoire), bei den Zu-
schlagmarken die höchste 5,5 Mill.
(Tag der Briefmarke), die niedrig-
ste 4,1 Mill. (Ernest Renan). Von den
Marken für das Obersee-Departe-
ment La Reunion wurden je 200.000,
von denen für die französische Post
in Andorra zwischen 300.000 und
6 00.000 Stück gedruckt.
se Essen
vorgelegt wird, die genauso hoch ist,
wie ihr Monatsgehalt."
wann PTT,
Heikel
ist auch die Frage,
bei einem Geschäftsessen mit dem
Geschäft begonnen werden darf.
Nach altüberkommenem Ritual hat
der erfahrene Geschäftsmann damit
zu warten, bis der Käse auf dem
Tisch steht. Gault und Millau sehen
das anders: man sollte so bald wie
möglich den geschäftlichen Teil hin-
ter sich bringen. Mit umso größerer
Freude können sich alle Beteiligten
dann dem Essen zuwenden. Das wie-
derum — so die beid en Experten —
sei gut für die empfindliche Gesund-
heit von Top-Managern.
Bei den Teilnehmern am Ge-
schäftsessen taucht allerdings ein
weiteres Problem auf — ihre Zahl,
Vier an einer Tafel, das ist für Gault
und Millau das äußerste. Sechs Per-
sonen oder mehr zu einem Ge-
schäftsessen einzuladen, h ieße, aus
einem Essen eine Massenveranstal-
tung machen. Das schafft eine un-
erfordert
große Konzentration auf
die verschiedenen Gesprächspartner
und geht auf den Magen.
Empfehlenswert dagegen ist die
Anwesenheit eines hübschen jungen
Mädchens. Eine Frau bringt „eine
gewisse
persönliche Note in ein der-
artiges Treffen, deren Wirkung nicht
unterschätzt werden sollte". Doch
auch hier ist Vorsicht in der Aus-
wahl geboten. Ein begüterter Indu-
strieller aus der Provinz soll bei
einem Geschäftsessen in Paris eini-
germaßen verblüfft und reichlich
nerv ös g eworden sein, als ihm eine
junge Dame als „technische Assisten-
tin" seines Gastgebers vorgestellt
wurde. Der Industrielle hatte gegen
entsprechendes Entgelt in der Nacht
zuvor die „technische Hilfe" dieser
Oh Liebeslust und
Schmerztabletten
Nur wenige Augenblicke ließ ein
Zahnarzt in der tschechoslowaki-
schen Stadt Novaky seinen Patien-
ten mit der Sprechstundenhilfe
allein im Behandlungsraum zurück.
Kaum war die Tür hinter dem Arzt
zugefallen, stürzte sich der Mann
auf das Mädchen, um es zu verge-
waltigen. Nur mit Mühe gel ang es
den aus dem Wartezimmer durch die
Sch reie der Assistentin ala rmierte n
übrigen Patienten, den Liebestollen
zu beruhigen. Er gab später an, er
könne sich an nichts mehr erinnern.
Sein „Anfall" sei vermutlich auf die
schmerzstillenden Tabletten zurück-
zuführen, die er vor dem Zahnarzt-
uvi 1k ss n NIL ei S
Ausgedehnte Essen auf Geschäftskosten — das sind nach Ansicht
französischer Ärzte die schlimmsten- Feinde der Gesundheit eines Top-
Managers. Denn erstens, so heißt es in einer Untersuchung der Ernäh-
rungsforscher Henri Gault und Christian Millau, werde bei solchen Zu-
sammenkünften viel zu viel gegessen und zweitens sei die psychologische
Situation bei „Spesen-Essen" zumeist äußerst schlecht. Die Autoren des
Berichts haben 35 erfolgreiche Geschäftsleute ausführlich befragt und
-„Essen-Kodex"
danach einen „Essen-Kodex" ausgearbeitet.
Ein
für Top-Manager und die Lehren aus Fehlern Aufgezeichnet
in Paris — wo sonst —als Warnung vor gesundheitlichen Schäden
7
Diesmal nahm sie sich nicht die Mühe, mich
anzusehen. Sie sagte nur „Oh", und wieder
war diese Silbe mit Bedeutung geladen.
„Ein herrlicher Teil der Welt Ist dies hier",
begann ich erneut den Angriff.
„Ja."
ger
„Ich bin bisher noch nie in Yorkshire
wesen, aber was ich davon gesehen habe, ge-
fällt mir sehr,"
„Oh."
„Kennen Sie Mr. Farnon schon lange?"
Ja."
recht jung — so um
die Dreißig."
„Ja."
Wetter."
„Herrliches
‚Ja."
ich es tapfer
Ungefähr fünf Minuten hielt
und beharrlich durch und quälte mein Hirn
ab.
nach irgendwas Originellem oder Witzigem
Schließlich aber nahm Miß Brompton,
statt zu antworten, die. Zigarette aus dem
Mund, wandte sich mir zu und sah mich mit
langem, ausdruckslosem Blick an. Ich wußte,
das bedeutete Schluß, und versank in Schwei-
gen.
Dann saßen wir still da, sie st arrte aus dem
Fenster, inhalierte tief aus ihrer Zigarette und
kniff die Augen zusammen, wenn der Rauch
sie störte. Für sie war ich einfach nicht mehr
vorhanden.
So hatte ich Gelegenheit, sie ungestört zu
beobachten. Sie war interessant. Bisher hatte
ich noch nie ein lebendes Beispiel aus einer
Illu str ierten gesehen. Kühles Leinenkleid,
darüber teuer wirkende- Strickjacke, elegante
Beine und herrl ich es, rötliches Haar, das ihr
auf die Schultern fiel.
Dabei kam mir ein aufregender Gedanke.
Hier saß sie und verzehrte sich vor Verlangen
nach einem kleinen Tierarzt. Dieser Farnon
mußte es doch irgendwie in sich haben.
Die Situation fand schließlich dadurch ihr
Ende, daß Miß Brompton aufsprang. Wütend
schmiß sie ihre Zigarette in den Kamin und
marschierte aus dem Zimmer.
Erschöpft erhob ich mich aus dem Stuhl.
Der Kopf begann mich zu schmerzen, als ich
mich in den Garten hinausschleppte. Ich ließ
und lehnte
mich in das kniehohe Gras fallen
den Rücken an eine mächtige Akazie. Wo,
zum Teufel, war Farnon? Hatte er mich wirk-
lich erwartet, oder hatte irgend jemand mir
einen Streich gespielt? Bei dem Gedanken
wurde mir kalt. Ich hatte meine letz ten paar
ausgegeben, und
Pfund für die Reise hierher
wenn das Ganze sich irgendwie als Irrtum
entpuppte, saß ich in der Patsche.
ich mich umschaute, wurde mir jedoch
Als
besser. Der Sonnenschein strahlte von den
zwischen
hohen, alten Mauern zurück, Bienen summten
den Blumen. Ein sanfter Wind rühr-
te die welkenden Blüten einer herrlichen Gly-
zenie, die fast die ganze Rückwand des Hau-
ses bedeckte. Hier war Friede.
Ich lehnte den Kopf an den Stamm und
schloß die Augen. Bald schlief ich fest.
Ich erwachte davon, daß jemand „Hallo!"
sagte. Ein großer, schlanker Mann' lehnte an
der Mauer, die Hände in den Taschen. Irgend-
was schien ihn zu erheitern. Als ich noch ein
bißchen traumbefangen aufstand, löste er sich
von der Mauer und streckte mir die Hand hin.
„Entschuldigen Sie, daß Ich Sie habe warten
lassen. Ich bin Siegfried Farnon."
Er war so ungefähr der typischste Englän-
der, den ich je gesehen hatte. Langes, humor-
volles Gesicht mit starkem Unterkiefer. Klei-
ner, gestutzter Schnurrbart, unordentliches,
sandfarbenes Haar. Er trug eine alte Tweed-
jacke und ungebügelte Flanellhosen. Der Kra-
gen seines karierten Hemdes war durchge-
scheuert, der Schlips nachlässig geknotet. Er
Zeit
sah, aus, als verschwende er nicht viel
vor dem Spiegel.
Während ich ihn betrachtete, wurde mir
besser zumute, obwohl mich der Nacken
zu lange und steif an
schmerzte, weil ich ihn
den Baum gelehnt hatte. Ich schüttelte den
Kopf, um meine Augen ganz weit aufzubrin-
gen,
fielen mir Grashalme aus dem
und dabei
le...,Brompton war hier", stieß
Haar. ,,Eine
ich hervor. „Sie kam zum Tee. Ich habe ihr
„Ich glaube, er ist noch erklärt, daß Sie fortgeholt w orden sind."
Farnen sah nachdenklich aus, aber keines-
wegs verärgert. Langsam - rieb er sich das
Kinn. „Hm, ja — na, macht nichts. Aber ich
muß mich entschuldigen, daß ich fort war,
als Sie kamen. Ich habe ein miserables
Ge-
Er schenkte mir einen langen, prüfenden
dächtnis,
und ich hab's glatt vergessen."
Blick , dann lachte er. „G ehen wir hinein. Ich
möchte Ihnen das Haus zeigen."
HL
Der lange Seitentrakt am hinteren Teil des
Hauses war in früheren, besseren Zeiten der
Ber eich der Dienstboten gewesen. Hier war
alles eng und düster, als stelle es einen be-
wußten Gegensatz zum vorderen Teil dar.
Farnon führte mich zu einer Reihe von Tü-
ren an einem Gang, wo der Geruch von Äther
und Karbol in der Luft hing, und öffnete die
ers te: „Dies hi er", sagte er mit verhalte-
nem Aufleuchten' sei ner Augen, als wolle er
mir die Geheimnisse von Aladins Höhle ent-
schleiern, „ist die Apotheke."
In den Zeiten vor der Entdeckung des Pe-
nicillins und der Sulphonamide war die Apo-
theke ein wichtiger Ort. R eihen von glänzen-
den.Flaschen füllten. die Regale vorn Boden
bis zur Decke: Salpetergeist, Kampferspiritus,
Chloramin, Formalin, Salmiak, Hexamethy-
lentetrarnin, Bleizucker, Linimentum Album,
Quecksilber-Chlorid, Zugpflaster. Die lan gen
Reihen von Etiketten wirkten beruhigend.
eine Begrüßung unter alten Freun-
Es war
den. Mühsam hatte ich das Wissen um sie in
mir aufgespeichert, hatte jahrelang ihren Ge-
heimnissen nachgespürt. Ich kannte ihre Ur-
sprünge,' ihre Wirkung und Anwendung und
ihre unterschiedlichen Dosierungen. Die Stim-
me
prüfenden Professors lag mir noch
des
in den Ohren: „Und was ist die richtige Dosis
für das Pfe rd? — Und die Kuh? ... das Schaf?
und den Hund? ... und die Katze?"
4 4,
(Fortsetzung folgt) folgt)