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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

049 
12*-- 
Dr. Kirchschläger präsentiert sich vor 20.000 Wienern erstmals als Kandidat 
Sc leimen 1® 
0. 
von esorgnise rä 
Abschlußsession der Österreich-Synode:   
Sicherheitskonferenz r 
rin 
zu 
 lichkeitsanträ e 
Donnerstag, 2. Mai 1974 
Schutz menschlichen de 
im eigenen Öl ausgerutscht 
Rom 
(dpa) In einem Urteil, das 
größtes Aufsehen erregt hat, ver- 
hängte ein Amtsrichter in der ober- 
italienischen Stadt Treviso gegen 
einen der bekanntesten Speiseöl- 
industriellen des Landes, den 51jäh- 
rigen Enrico Chiari, sieben Jahre 
Gefängnis und eine Milliarde Lire 
Geldstrafe. 
Chiari wurde für schuldig befun- 
den, in sein em „Topazio"-Öl, dem 
meistverkauften Samenöl Italiens, 
einen überhöhten und damit ge- 
sundheitsschädlichen . Anteil von 
Rüböl verwendet zu haben. Der 
Staatsanwalt hatte in diesem Punkt 
auf Freispruch wegen Mangels an 
Beweisen plädiert. 
Wien (APA) Der Ministerrat be- 
schloß am Dienstag, dem National- 
rat einen Abänderungsentwurf über 
das Verkehrsbeschränkungsgesetz 
zur Sicherung der Treibstoffversor- 
gung vorzulegen. Danach soll die 
„Plaketten"-Verordnung nicht — wie 
vorgesehen gewesen — am 1. 7. 1974 
auslaufen, sondern um ein Jahr ver- 
längert werden. Minister Dr. Stari- 
bacher äußerte sich zuversichtlich, 
von dem Gesetz nicht Gebrauch ma- 
chen zu müssen, dennoch befürwor- 
tete er die Sicherung dieser Mög- 
lichkeit, einer eventuellen Treib- 
stoffverknappung entgegentreten zu 
können. 
Staatssekretär Dr. Veselsky soll 
Kamerun, Nigeria und die Elfenbein- 
küste besuchen, nachdem Österreich 
Trockenmilch, Lastautos und Trink- 
wasserpumpanlagen im Wert von 17 
Wien (VN/APA) Als Gast des Lei- 
ters Wiener Sofiensäien. 	 
schweizerischen eidgenössi- 
schen politischen Departements, 
Pierre Graber, und als Gastredner 
bei zwei Veranstaltungen in Bern im 
Zusammenhang mit der 25-Jahr- 
Feier des Europarates fliegt Auß en- 
minister Dr. Kirchschläger heute in 
die Schweiz. Er wird von General- 
sekretär Botschafter Dr. Marquet, 
dem zuständigen Abteilungsleiter der 
politischen Sektion, Gesandten Dr. 
Gudenus, und seinem Sekretär Dr. 
Kellner begleitet. 
Der enge Kontakt der beiden Al- 
mit sich, 
penrepubliken bringt es 
daß praktisch jedes Jahr ein Außen- 
ministerbesuch stattfindet. Grab er 
war 1971 und 1973 in Osterreich, Dr. 
Kirchschläger zuletzt im Jänner 1972 
in offizieller Eigenschaft in der 
Schweiz., . Die Gespräche finden 
zwanglos ohne • feste Tagesordnung 
statt. 
.Wie es h eißt, wird bei den Ge- 
sprächen von Außenminister Doktor 
Wien (APA) Die traditionellen 
Kirchschläger in der Schweiz auch 
Maikundgebungen aller Parteien in 
Österreich bildeten gestern vielfach 
den Auftakt zum Wahlkampf für die 
Präsidentschaftswahlen am 23. Juni. 
Millionen Schilling für die Sahe l- 
zone zugesagt hat. Veselsky erklärte 
in diesem Zusammenhang, daß sich 
für Österreich interessante Möglich- 
k eiten bei der Wirtschafts- und In- 
dustriekooperation mit afrikanischen 
Staaten bieten würden. 
Der Ministerrat stimmte einem 
Antrag des Bundesministers für 
Bauten und Technik zu, eine öster- 
reichische Delegation zur 2. Tagung 
der österreichisch-schweizerischen 
Grenzkommission in Chur vom 5. bis 
12. Juni 1974 zu entsenden. Es han- 
delt sich dabei um die Prüfung der 
von Vermessungsfachleuten im Jahre 
1973 durchgeführten Arbeiten und 
um die Ausarbeitung von Richtlinien 
für die Instandsetzungsarbeiten an 
der österreichisch-schweizerischen 
Staatsgrenze. 
	. 	. 
. 
_ 
das .Thema Atomkraftwerk Rüthi er- 
örtert werden. Dr. Zirchschläger 
hatte bekanntlich bei Kontakten mit 
seinem Schweizer Amtskollegen 
Pierre Graber die klare ablehnende 
Haltung Österreichs zu dem Bau 
eines Schweizer Atomkraftwerkes 
unmittelbar an der Grenze zu Öster- 
reich zum Ausdruck gebracht. 
Voraussichtlich wird in Bern auch 
über gemeinsame Aktionen der Neu- 
der 
tralen im Rah men 
europäischen 
	gesprochen, 
über die grenzüberschreitende Raum- 
planung etwa im Sinne der Einset- 
zung einer gemeinsamen österrei- 
	Raumpla- 
chisch-schweizerischen 
nungskorrunission, über die weitere 
Rolle der EFTA, die die Schweiz als 
geeignetes Koordinationsforum der 
Mitgliedsstaaten in wirtschaftlichen 
Fragen ansieht (z. B. wenn es um 
gemeinsames Auftreten im GATT 
und der OECD geht). Zur selb en Zeit 
tagt übrigens das EFTA-Konsulta- 
tivkomitee in Genf und eine Woche 
später findet dort die nächste EFTA- 
Weitere zentrale Themen der diver- 
Ministerkonferenz sta tt. S timmen bei sieben Stirnmenthaltun- 
sen Maiveranstaltungen in allen 
Bundesländern wa- 
österreichischen 
ren die Preispolitik und die be vor- 
stehende Steuerreform. 
Die traditionell größte Kundge- 
bung hielt auch heuer wieder die 
Wiener SPÖ auf dem Rathausplatz 
ab. Wegen des Todes von Bundes- 
präsident Jonas war der Maiauf- 
marsch auf der Wiener Ringstraße 
abgesagt und ausschließlich eine 
Kundgebung auf dem Rathausplatz 
abgehalten worden. Vor ca. 20. 000 
Teilnehmern präsentierte sich Au- 
ßenminister Dr. Kirchschläger erst- 
mals als Präsidentschaftskandidat 
der SPÖ. Er versprach im Falle sei- 
ner Wahl alles zu tun, um die Kon- 
tinuität der großen Bundespräsiden- 
ten der Zweiten Republik zu wah- 
ren. Bundeskanzler Dr. Kreisky er- 
innerte im Zusammenhang mit der 
Bundespräsidentenwahl an das Jahr 
1934, wo Österreich einen Bundes- 
schen Wähler und Mitglieder echte 
Besorgnis darüber herrscht, wie es 
denn in Österreich weitergehen solle. 
Zum ers ten Male seit langer Zeit 
steht der 1. Mai in unserem Lande 
Wien (APA) Die gestern nachmit- 
tag zu ihrer abschließenden Sitzungs- 
periode in der Konzils-Gedächtnis- 
kirche in Wien-Lainz zusammenge- 
tretene S ynode der katholischen Kir- 
die Österreichs sprach sich zu Be- 
ginn der Tagesordnung mit 137:4 
präsidenten hatte, der „damals seine 
Pflicht nicht gekannt hat". Es komme 
deshalb auf einen starken und auf 
einen guten Bundespräsidenten an. 
Benya: 3 Prozent 
Reallohnerhöhung weiter 
im Auge 
In seiner traditionellen Rundfunk- 
rede am 1. Mai und bei einer Kund- 
gebung in Steyr erklärte ÖGB-Prä- 
sident Benya, daß die fast 2,6 Mil- 
lionen arbeitenden Menschen in 
Österreich gute Arbeit geleistet ha- 
ben. Nur die florierende Wirtschaft 
mache es den Gewerkschaften mög- 
kräftige Lohnerhöhungen durch- 
lich, 
zusetzen, die die Wirtschaft dennoc h 
nicht überfordern. Präsident Benya 
wiederholte das langfristige Ziel, eine 
jährliche Reallohnerhöhung von 
mindestens 3 Prozent zu erreichen 
und betonte, daß dies auch in den 
letzten Jahren immer gelungen sei. 
FPÖ gegen die 
„Verteilungspolitik" 
Die FPÖ richtet ihren Mai-Aufruf 
an die gesamte arbeitende Bevölke- 
rung Österreichs mit dem Appell, 
sich energisch gegen die Inflation 
zur Wehr zu setzen. 
gen dafür aus, im Laufe dieser Ses- 
zwei Dringlichkeitsanträge zu 
sion 
behandeln, deren Ziel die Verab- 
schi edung einer Resolution zum um- 
fassenden Schutz des menschlichen 
Lebens ist. 
Wann und in welch er Form dar- 
steht noch nicht fest, doch könnte 
über beraten und entschieden wird,   
dies am Donnerstag abend gesche- 
hen. In dem einen,,Dringlichkeitsan- 
trag wird vorgeschlagen, daß die 
Synode ein Urndenken über den Wert 
des menschlichen Lebens fordert und 
daher alle Initiativen unterstützt, 
die den Schutz des ungeborenen Le- 
bens in gleicher Weise zum Ziele ha- 
ben, wie den Schutz alter und kran- 
ker Menschen, den Schutz des Le- 
bens im Straßenverkehr ebenso wie 
die Gefährdung des Lebens durch 
mangelnde Umweltgesinnung und 
vro immer es sonst in Gefahr ist. An 
die Österreicher soll appelliert wer- 
den, die Gleichgültigkeit gegenüber 
der großen Zahl von Abtreibungen 
in unserem Lande abzulegen und zu 
erkennen, daß bestehende Konflikte 
nicht durch Tötung lösbar sind, son- 
dern nur durch guten Willen und die 
Anstrengung aller, entschlossen an 
die Beseitigung der Ursachen für Ab- 
treibung zu gehen. 
An die kirchlichen Stellen wird 
appelliert, die positiven Maßnahmen 
zur Erreichung dieser Ziele unver- 
züglich zu verwirklichen. Der An- 
trag sieht auch eine Feststellung vor, 
wonach es das Recht jedes Spitals- 
erhalters bleiben müsse, die Durch- 
führung von Abtreibungen abzuleh- 
nen. Dem Parlament soll zu beden- 
ken geg eben werden, daß in einer 
freien demokratischen Gesellschaft 
niemand gezwungen werden dürf e, 
Tötungen zu dulden oder sie durch 
Pflichtbeiträge mitzufinanzieren. Ab- 
schließend soll, falls diesem Dring- 
lichkeitsantrag zugestimmt wird, die 
Vorbereitung eines Volksbegehrens 
b egrüßt werden, das einen umfa s- 
senden Schutz des ungeborenen Le- 
bens durch erziehungspolitische und 
soziale Maßnahmen, aber auch durch 
das Verfassungs- und Strafrecht vor- 
sieht. 
Bundeskanzler Kreis ky 
zu Besuch nach Norwegen 
Wien (APA) Bundeskanzler Dok- 
tor Bruno Kreisky fliegt heute vor- 
mittag zu einem seit langem verein- 
barten offiziellen Besuch. als Gast 
des norwegischen Ministerpräsiden- 
ten Trygve Brat teli nach Oslo. Er . 
wird von seiner Tochter, von Kabi- 
nettschef Dkfm. Reiter und seinem 
Pressereferenten Dr. Kunz begleitet. 
Höhepunkt des Besuches ist der 
Freitag mit politischen Gesprächen 
im Regierungsgebäude,' einem Be- 
such beim präsidenten des Storting 
(Päriamene,' 
einerri .inoffiziellen 'Tref- 
fen mit Regierungsmitgliedern, einer 
des Audienz bei König Olaf und einem 
Mittagessen im • königlichen Schloß, 
einer Aussprache mit Parlaments- 
mitgliedern, einer • Pressekonferenz 
und einem Gegendinner im Osloer 
Grand-Hotel. 
TV- Streik in Italien gegen 
Einfluß der Regierung 
Rom (UPI) — Aus Protest gegen 
die Einmischung der italienischen 
Regierung in die Gestaltung der 
Programme sind die Mitarbeiter der 
nAr 
staatlichen Fernsehgesellschaft 
am Dienstag in den Strei k 
getreten. 
Die Italienischen Oppositionsparteien 
sowie die Programmgestalter hatten 
sich bereits seit la ngem 
gegen 
die 
von der Regierung präsentierte For- 
mel für eine Medienreform ausge- 
sprochen. 
Weitere politische Meldun- 
Plaketten- erordnun 1. um 
gen auf Seite 17! 
00 
weiteres Jahr verlän rt 
Dr. Kirchschläger heute in der Schweiz:   
Auch Rithi wIr in Bern zur 
Rückblicks auf eine erfolgreiche Ar- 
beit und ihre wohlverdienten Früch- 
. 
te. 
	nicht 
• 
 d im Zeichen des zufriedenen 
Freilich, die österreichische Be- 
	völkerun 
S 
prache gebracht Iiiferd erd 
g hat im vergangenen Jahr 
13u .endeh espardtejioebgnelaa 
eitet 
n rbn Dr. 
„Ich glaube, daß heute bis tief kraft des Schillings." — An der Ver- 
hinein In die Reihen der sozialisti- anstaltung nahm auch DDr. Lugger 
teil. 
Die modische Verteilungspolitik, 
Schleimer Dienstag abend bei der die jeden Staatsbürger von Tag zu 
Maiveranstaltung des ÖAAB in den Tag mehr kostet, als sie ihm in 
Wahrheit 
bringt, müsse endlich einer 
„Die Bevölkerung ist nicht and ers Politik der Vernunft weichen. Die 
geworden. Geändert hat sich seit 1970 FPÖ sei jederzeit zu einer Mitarbeit 
nur die Regierung, ihre Politik und in einer „Koalition der Vernunft" 
ihre Auswirkungen auf die Kauf- mit allen Verantwortlichen bereit. 
Der Einsatz in Frankreich 
Pariser 
In einem Leitartikel im 
„Figaro" hat der 
Herausgeber dieser 
Zeit ung, der Akademiker Jean d'Or- 
geprägt: „Der 
messon, den Satz 
5. Mai wird ein Tur nier sein; der 
19. Schlacht." 
aber 
Mai 
Man 
eine 
k önnte die gegenwärtige Lage in 
Frankreich nicht besser umschreiben. 
Kandidaten in der gaullistischen Be- 
Von 
Otto Habsburg 
keineswegs das Unglück, 
w egung 
von dem die meisten Massenmedien 
sprachen. Frankreich kann froh sein, 
eine ansehnliche Gruppe tüchtiger 
Lage 
Männer zu hab en. Die 
ist also 
nicht wie in leider zu vielen ande- 
ren Län dern, in denen man mühevoll 
irgendjemand aus der Versenkung 
holen muß, um überhaupt einen Kan- 
kommt, 
didaten zu hab en. Dazu 
daß 
die Verfassung bewuß t die Vielzahl 
der Bewerber ermöglicht, um 
der 
Bevölkerung im zweiten Gang eine 
Entscheidung zu erlauben, die nicht 
oben 
von 
w erden 
manipuliert 
kann. 
Der erste Gang ist bewußt als Vor- 
wahl geplant worden. 
Diese Vorgangsweise entspricht 
der Natur der Fünften Republik. Der 
Gaullismus war 'nie das Eigentum 
Die Bewegung war 
Partei. 
Zusammenfassung, poli- 
immer eine 
rechten 
tischer Kräfte, von den 
Un- 
abhängigen Republikanern; über die 
mächtige 11. D. 
zu der 
Mittelpartei ',,,Progr& et , Denaccra- 
Moderne". 
tie Dazu kamen kleinere 
Gruppen von Sozialisten und Christ- 
lichen Demokraten. Sie alle eint nicht 
ein papierenes Programm, sondern 
Einstellung, fast könnte man sagen 
eine Staatsauffassung, eine politische 
ein Lebensstil. Es ist daher logisch, 
daß sich diese Kräf te zuerst messen, Volk überleben. Die 
um dann denje nigen unter ihnen 
am 
auf den Schild zu heben, der 
meisten Anhang 
hat. 
Diesmal hat die Regierungsmehr- 
heit gleich drei fähige Kandidaten. 
Chaban 'Delmas, der Bürgermeister 
von Bordeaux und frühere Minister- 
ist 
präsident nicht 
nur ein 
erstklas- 
siger Kommunal- und Sozialpolitiker„ 
sondern auch ein Sachverständiger 
der Außenpolitik, ganz besonders 
in 
Europafragen. Giscard d'Estaing, Fi- 
nanz- und Wirtschaftsminister, wird 
weltweit wegen seiner Intelligenz 
und seines nationalökonomischen 
geachtet. 
Wissens Der Bürgermeister 
von Tours, Jean Royer, schließlich, 
ist ein charaktervoller Mann, ein un- 
erschrockener Verfechter christlicher 
Werte 
und der kleinen, durch das 
Wirtschaftswunder gefährdeten Exi- 
— der Bauern, 
stenzen 
Gewerbetrei- 
benden, Kleinkaufleute. Ein jeder 
dieser Män ner würde einen guten 
Präsidenten abgeben. 
der 
Der gemeinsame Kandidat 
Linken, gegen den die „Schlacht" 
vom 19. Mai von 
einem der drei 
Vertreter der Gaullisten geführt wer- 
den soll, ist Francois Mitterrand, zur 
Stunde ein Sozialist. Der aalglatte, 
gut aussehende und redegewandte 
Karriere hinter sich. Er begann als 
Politiker hat eine eher 
wechsel vol le 
der extrem-rechten Action 
Mitglied 
Francaise, um dann in den Dienst 
des Vichy-Regimes zu treten. Er wur- 
de, ob seines Eifers, durch Marschall 
Main mit dem Ehrenzeichen, der 
Francisque, ausgezeichnet — der jet- 
zige Kommunistenführer Georges 
Marchais übrigens auch. Rechtzeitig 
allerdings gel ang es beiden, das sin- 
kende Schiff zu verlassen und sich 
nach der äußersten Linken abzuset- 
zen, wodurch ihre Sünden getilgt 
waren.' Nach dem Krieg war Mitter- 
rand Mitglied verschiedener, kleine- 
rer. linker Fraktionen, wobei er, ein 
seiner großen 
Ge- 
von Präsident Pompidou schicklichkeit, einen Skandal über- 
lebte, der einen anderen, weniger 
wendigen Menschen 
unbedingt ein 
hät te. 
für. alle Mal erledigt 
Mitter- 
rand hatte nämlich ein falsches At- 
tentat gegen sich selbst inszeniert, 
um die Aufmerksamkeit der Öffent- 
lichkeit zu erregen. Etwas 
später 
ge- 
lang es ihm, Generalsekretär der So- 
zialistischen Partei zu werden und, 
die echten 
nachdem er 
Sozialdemo- 
entmachtet 
kraten 
hatte, seine Grup- 
pe an die Kommunisten zu binden. 
Er. 
wurde damit zum 
Fah nentr äger 
der Volksfront. 	• 
	• 
Das Programm der Link en, sollte 
es zur Durchführung gelangen, wird 
in Frankreich jeden Fortschritt heir- 
men, der Inflation neue Anstöße ge- 
nalisierungen die Wirtschaft verun- 
ben und durch weitgehende Natio- 
sichern. Aber das kann ein gesundes 
wirkliche 
Ge- 
fahr für Frankreich besteht in der 
Tatsache, 
daß Mitterrand — obwohl 
er es lautstark 	leugnet 
— bereits 
heute ein Gefangener der Kommu- 
nisten ist. Nicht 
er 
ist der starke 
Mann der Linksfront, sondern Geor- 
ges Marchais. Dieser aber ist in ent- 
scheidenden S tunden bedingungslo- 
ser Erfüllungsgehilfe Moskaus, Ge- 
wiß hofft Mitterrand, daß er,' ein- 
mal an der Mach t, selb st Herr 
sein 
wird. Das ist allerdings schon darum 
äußerst fraglich, weil allein der 
Cha- 
rakter b eider M änner zeigt, wer der 
stärkere Partner im Gespann ist. 
geht 
Darum 
es 
am 19. - 
Mai- in 
Frankreich. Das hat ein verantwor- 
tungsbewußter Mann, wie der Füh- 
rer der Christlichen . Demokraten, 
Jean 
Lecanu et, 
erkannt; als" er, der 
immer in Opposition gestanden war, 
sich entschloß, Giscard d'Estaing 
zu 
unterstützen. Diesmal geht es nicht, 
nur einer um 
laut ihm, 
kleinere Fragen; es ent- 
scheidet sich 
die 
zukünftige Unab- 
hängigkeit 
Frankreichs und die Fra- 
ge, ob das Land noch ein freiheitli- 
als sein ches Regime 
haben wird. Das ist 
auch der Grund, warum: man, trotz 
Inflation und weitverbreiteter. Unzu- 
friedenheit, optimistisch sein darf. 
Denn die Franzosen sind wohl 
oft 
exzentrisch, wenn es ums Ganze 
geht, aber in 
der Rege/ 
Ereignisse seit dem Ableben neues Zeichen 
vernünftig. 
Die 
am 
2. April 
echte 
sind eine 
Bewährungsprobe 
der von de Gaulle geschaffenen Fünf- 
Republik. In wenigen Tagen wird 
ten 
man ein Urteil über das Ereignis' 
fällen können. 
fran- 
Die im Jahr 1958 geschaffene 
Staatsform ist bis zur Stun- 
zösische 
de durch außergewöhnliche Men- 
war 
schen beherrscht worden. Zuerst 
de Gaulle an der Mach t; Pompidou 
noch. 
trat  im 
Schatten des großen 
Staatsmannes an, war von diesem 
Nachfolger her angebildet R. bis' hin 
und dem. Lande vorgestellt worden. 
jetzt, 
Erst im 
Gefolge 
des unerwartet 
schnellen Todes Pompidous, sollte 
zeigen, ob 
sich 
die Institutionen 
wirklich handlungsfähig sind. 
So gesehen, 
ist die Vielfalt der der
	        
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