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Full text: Vorarlberger Nachrichten 1974 Q2 (1974)

Donnerstag:, 4. April 1974 
Seite 13 
Wüstenrot kritisiert Kreditbeschränkung 
(VN-sch) „Ausgerechnet der kleine Mann wird zum 
Opfer der Stabiliiätspolitik“, kritisierte Wilfried Dob­ 
ler, Landesdirektor der Bausparkasse Wüstenrot, in 
einem Gespräch mit den „VN“ die geltenden Kredit­ 
beschränkungen. „Die großen Wohnbaugesellschaf­ 
ten können es sich zumeist richten. Sie erhalten von 
ihrer Bank die notwendige Zwischenfinanzierung. 
Der kleine Mann jedoch, der mühsam die Eigenmittel 
voller 
angespart hat, bekommt die Kreditrestriktionen mit 
Härte zu spüren. Er muß große Verzögerungen 
In Kauf nehmen und steht oft vor der Tatsache, sei­ 
nen begonnenen Bau nicht fertigsteilen zu können. 
Bei einer Steigerung der Baupreise um jährlich rund 
20 Prozent bedeutet das natürlich einen großen 
finanziellen Verlust.“ Aufgrund dieser Situation for­ 
dert die Bausparkasse Wüstenrot eine Aufhebung 
der Finanzierungsbeschränkung im Wohnbau. 
In einem Gespräch mit den „VN“ 
weist Dobler auf die bereits jetzt 
sichtbar werdenden Auswirkungen 
der Kreditbeschränkung auf die 
Wohnbautätigkeit hin: Erstmals kam 
es bei Wüstenrot 1973 zu einem Rück­ 
gang der Finanzierungsleistung. 
Während im Jahr 1972 noch 650 Lie­ 
genschaften in Vorarlberg finanziert 
werden konnten, waren es 1973 nur 
635. Dieser Rückgang lag dabei noch 
deutlich niedriger als in den ande­ 
ren Bundesländern. In ganz Öster­ 
reich ging die Zahl der Finanzierun­ 
gen von 7330 auf 6800 zu rück. 
Für eine Reihe von Großprojek­ 
ten in Vorarlberg liegt bereits die 
Baubewilligung vor, ohne daß sie in 
Angriff genommen werden können. 
Insgesamt dürften allen bei Wüsten­ 
liegen. 
rot rund 300 Wohnungen „auf Eis“ 
Angesichts des knappen Woh­ 
nungsangebotes, vor allen Dingen im 
Rheintal, ist eine derartige Wohn­ 
bau-Bremse nach Meinung von Dir. 
Dobler nicht vertretbar. 
Sorgen haben die Bausparkassen 
auch mit der von der Gewerkschafts- 
Steuerkommission verlangten Re­ 
form, die einen einmaligen Barzu­ 
schuß für die Schaffung von Wohn­ 
raum anstelle der gegenwärtigen 
steuerlichen Begünstigung vorsieht. 
„Die Bausparer haben ihre Häu­ 
ser schließlich unter der Vorausset­ 
zung errichtet, daß die Rückzahlun­ 
gen steuerlich absetzbar sind. Man 
kann ihnen diesen Vorteil doch nicht 
einfach wegnehmen.“ Die Bauspar­ 
kassen werden daher auf einer Re­ 
gelung bestehen, die den Bausparern 
keine Nachteile bringt. Nach Mei- 
Kontrollen 
ohne Ergebnis 
Das große Mineralölhearing in 
der BRD ist zu Ende. Vor dem 
Bundeskartellamt in Berlin muß­ 
ten sich sechs internationale und 
nationale Gesellschaften zu dem 
gegen sie erhobenen Vorwurf 
einer mißbräuchlich ausgenutzten 
marktbeherrschenden Stellung 
äußern..'Es bleibt festzuhalten, daß 
- 
für-, den Verbraucher auch nach 
B erlin., weder die Preisgestaltung 
für Benzin und Diesel transparen­ 
ter geworden ist, wie Bundes­ 
wirtschaftsminister Friderichs es 
gewollt hatte, noch die Kos ten­ 
frage und ihr Verhältnis zum tat­ 
sächlichen Marktpreis eine auch 
nur annähernd befriedigende Lö­ 
sung gefunden hat. 
Der Vorwurf mißbräuchlicher 
Preisüberhöhung wurde von den 
obersten Wettbewerbshütern 
rasch fallen gelassen, nachdem die 
Preise für leich tes Heizöl in letz­ 
ter Zeit wieder gesenkt worden 
waren. Übrig bleibt ein fader Ge­ 
schmack: die nationale Behörde 
nerhalb 
in .Berlin kann Kontrolle nur in­ 
ihrer Grenzen ausüben . 
Der Versuch, von den Konzem­ 
spitzen der Muttergesellschaften 
noch Details zu erfahren, dürfte 
sich am Ende als untauglich her­ 
aussteilen. 
Das Amt hat in der öffentlichen 
Diskussion mit den G esellsc haf­ 
ten (Esso, Shell, BP, Texaco, Gel­ 
senberg, Veba) einsehen müssen, 
daß die Kosten bei den einzelnen 
Unternehmen nicht nur sehr un­ 
terschiedlich hoch, sondern tat­ 
s ächlich kaum nachprüfbar sind. 
Immerhin gilt jetzt in Berlin als 
Richt schn ur das Direktgeschäft 
(Verkauf an Großabnehmer) bei 
Dieselkraftstoff als Ver gleichs­ 
markt, weil rund 90 Prozent Die­ 
sel darüber abgewickelt werden 
und nur 10 Prozent über die 
Tankstellen gehen. 
Die Rohölpreise sind nach Dar­ 
stellung der Konzerne Markt­ 
preise . Sie müßten laufend neu 
ausgehandelt werden. So träte 
AG 
z. B. die deut sche Esso geg en­ 
über der ausl ändi schen Mutter 
wie ein unabhängiger Käufer auf. 
Sie könne ihr Rohöl auch von 
nung 
and eren Lieferanten 
beziehen.bdf 
von Dir. Dobler bietet sich hier 
ein System an, das es den Bauspa­ 
rern zumindest für eine gewisse 
Übergangszeit gestatten würde, zwi­ 
schen den beiden Varianten — ein­ 
maliger Zuschuß oder steuerliche 
Absetzbarkeit — zu wählen. 
Für die Bausparkasse Wüstenrot 
ist das Jahr 1973 unerwartet erfolg­ 
reich angelaufen. Im ersten Quartal 
konnten rund 700 Verträge mit 
einem Gesamtvolumen von annä­ 
hernd 150 Mill. S abgeschlossen wer­ 
den.. Gegenüber dem Vergleichzeit­ 
raum des Vorjahres bedeutet dies 
einen Zuwachs um 100 Prozent Ins­ 
gesamt hat die Bausparkasse Wü­ 
stenrot bisher rund 9000 Liegen­ 
schaften in Vorarlberg finanziert. 
USA hamstern Gold 
(dpa) — Die Verei­ 
Washington 
nigten Staaten kauften im Februar 
nach Mitteilung des US-Handels- 
ministeriums insgesamt 228.520 Fein­ 
unzen Gold in der Sowjetunion. Bei 
einem Durchschnittspreis von rund 
119 US-Dollar je Unze hatte das 
russische Gold einen Gesamtwert 
von 27,2 Mill. Dollar. Damit steiger­ 
ten die USA ihre Goldbezüge aus 
der UdSSR gegenüber den vorange­ 
gangenen Monaten um mehr als das 
Doppelte. ... 
Darüber hina us beliefen, sich die 
schweizerischen Goldexporte nach 
den USA auf'85.296 Feinunzen im 
Wert;sVon knf.PPdkMill. Dollar. Aüs 
Kanada1 bezogen ■ die Amerikaner 
99.583 Unzen imiWert' vonslßjMill. 
Dollar. 
Rasches Wachstum der 
Industrie-Produktion 
Wien (APA) — Der Index der In­ 
dustrieproduktion Österreichs (Basis 
1964 = 100) erreichte nach Arbeits­ 
tagen bereinigt im Jänner 1974 laut 
Mitteilung des Statistischen Zentral­ 
amtes 162,10 Punkte und liegt damit 
um 7,6 Prozent über dem Ergebnis 
vom Jänner 1973. Überdurchschnitt­ 
lich expandierte die Erzeugung von 
Konsumgütern, deren Produktion 
um 8,4 Prozent über dem vergleich­ 
baren Vorjahreswert lag. Die Er­ 
zeugung von Investitionsgütern wies 
eine Zuwachsrate von 7,2 Prozent 
auf. Die Erzeugung von Bergbaupro­ 
dukten und Grundstoffen sowie die 
Erzeugung von elektrischer Ene rgie 
hatten gegenüber dem Jänner 1973 
eine Zuwachsrate von 6,8 bzw. 6,3 
Prozent zu verzeichnen. 
PANAM will Subventionen 
(dpa) Die amerikani­ 
Washington 
sche Fluggesellschaft Pan American 
World Airways hat die Regierung in 
Washington am Mittwoch wegen 
wachsender Verluste um eine Fi­ 
nanzspritze von 194 Mill. Dollar für 
die nächsten zwölf Monate gebeten. 
In einem Antrag an den Zivil-Flug- 
aussch uß erklärte das Unternehmen, 
daß es wegen der rapide gestiegenen 
Kosten für Düsen-Treibstoff in die­ 
sem1 Jahr mit einem Verlust von 
Der 
83,4 Mill. Dollar rechne. Die Treib- 
Frühling ist da... und mit ihm die Hochsaison für die Erzeu­ 
ger von Schwimmbecken. Das Lochauer Unternehmen Polyesterbau 
Peter Rupp ist hier mit einem besonders preisgünstigen Angebot 
auf den Markt gekommen: In einem Stück hergestellte Schwimm­ 
becken im Ausmaß von 8X4 Meter, die ohne aufwendige Bau­ 
arbeiten in kürzester Zeit betriebsbereit montiert und übergeben 
werden. Die ausgehobene Erdgrube wird nur mit einer dünnen 
Betonplatte versehen, das Becken versenkt und die Armaturen an­ 
geschlossen. So schnell kam man noch nie zu einem eigenen 
Schwimmbad! Polyester hat übrigens im Schwimmbeckenbau einen 
wahren Siegeszug angetreten. Die schmutzabweisende Oberfläche, 
die unbegrenzte Lebensdauer, die Wetter- und Chemikallenbestän- 
digkeit und nicht zuletzt der günstige Preis dieses Werkstoffes 
machen ihn nicht nur zum Bau von privaten Swimming-pools 
geeignet, sondern auch zur Errichtung von großen Becken in öffent­ 
lichen Bädern. Diese werden dann nicht mehr in einem Stück, son­ 
dern aus genormten Fertigteilen gefertigt. 
stoffkosten lägen im laufenden Jahr ineinsamen Nordatlantik-Dienst mit 
rund 204 Mill. Dollar höher als im „Trans World Airlines“ einrichtenzu 
Vorjahr. PANAM hatte bereits vor dürfen. Das amerikanische Justizmi- 
einigen Wochen beantragt, aus Ra- nisterium hat dagegen bereits Ein- 
tionalisierungsgründen einen ge- spruch erhoben. 
(APA) — Das Interesse der 
Wien 
österreichischen Bevölkerung an der 
österreichischen. Tagespresse ist 
im 
vergangenen Jahr weiter gestiegen. 
Die Auflage stieg von 2,261.100 Ende 
1972 auf 2,295.000 Ende 1973. Dies 
isti,e4per_ Statistik zu entnehmen, die 
in der Ausgabe 1974 des Pressehand­ 
buchs „Österreichs Presse-, Werbung- 
und Graphik-Handbuch“ erschienen 
ist.Wie 
Druckauflagenbewegung 
aus der Statistik über die 
der öster­ 
reichischen Tagespresse hervorgeht, 
wurde Ende 1946 mit 2,513.000 die 
bisher höchste Auflagenzahl in der 
Zweiten Republik erreicht. Der Tief­ 
punkt lag Ende 1957 bei 1,226.000 
und stieg bis Ende 1969 auf 2,385.100 
an. Nach einem abermaligen Rück­ 
gang auf 2,186.600 bis Ende 1971. 
zeichnete sich seither eine neuerliche 
Aufwärtsentwicklung ab. 
Mehr als 100 Mitglieder und Ge­ 
schäftsfreunde nahmen an der Ge­ 
neralversammlung der Raika Alten­ 
stadt teil, um über das Geschäfts­ 
jahr 1973 informiert zu werden. Ob­ 
mann LOBR Dipl.-Ing. Josef Berch­ 
told hielt Rückblick auf die 80jäh- 
rige Tätigkeit der Kasse Altenstadt. 
Dir. Ferdinand Gopp verlas den 
Geschäftsbericht 1973. Durch 237 
neue Mitglieder erhöhte sich der 
Stand auf 2209. Die Gesamteinlagen 
erfuhren eine Steigerung von 17,7 
Mill. S. Der Spareinlagenzuwachs 
ergab 13,2 Mill. S. Mehr als 8500 
Spareinlagenkonten werden derzeit 
verwaltet. Die Schulsparjugend trug 
mit 1,9 Mill. S zum guten Einlagen­ 
ergebnis bei. 
Durch etliche Darlehensrückflüsse 
war es möglich, kleinere Darlehens­ 
ansuchen im Gesamtbetrag von 11,7 
Mill. S neu zu vergeben. Das Waren­ 
geschäft konnte den Umsat z des 
Vorjahres nicht erreichen. Trotzdem 
ist der mengenmäßige Umsatz be­ 
wurden 
merkenswert. Mehr als 700 t Waren 
über die drei Lager in 
Al­ 
tenstadt, Gisingen und Nofels ver­ 
mittelt. Der langjährige Lagerhalter 
Erwin Huber, der in den verdienten 
Ruhestand trat, hat sein Amt nun 
Armin Zimmermann übergeben. Der 
Gesamtumsatz im Geld- und Wa­ 
rengeschäft ergibt die Summe von 
1,6 Mrd. S, was einem arbeitstägi- 
gen Durchschnitt von 6,5 Mill. S 
entspricht. 
Den Bericht des Aufsichtsrates 
erstattete Sonderschuldirektor Egon 
Künz, worauf Dir. Eugen Grabher 
den Revisionsbericht verlas. Nach 
der Beschlußfassung über den An­ 
kauf eines Wohnhauses mit Grund 
zur Erweiterung des Kassagebäudes 
in Altenstadt in Höhe von 800.000 S 
wurden folgende Mitglieder für 
40jährige Mitgliedschaft geehrt: Leo­ 
pold Lins (Altenstadt), Pauline Bü­ 
chel, Josef Köchle, Hermann Ehme 
und Richard Lampert (alle Gisin­ 
gen). Dir. Ferdinand Gopp, der vor 
35 Jahren bei der Kasse Altenstadt 
eintrat, erhielt vom Obmann eine 
Ehrengabe. 
Optimismus in Brüssel 
Höhepunkt eines fünfteiligen Management-Seminars „Erfolgreiches 
Management in Klein- und Mittelbetrieben des Gewerbes", veranstaltet 
vom Institut für Unternehmensführung, Dornbirn, bildete die Gründung 
einer Erfahrungsaustauschgruppe für Gewerbetreibende (Bild). Wie sehr 
die Gewerbetreibenden die Bedeutung beruflicher Weiterbildung erkannt 
haben, zeigen die über 50 Anmeldungen, die für diesen Kurs eingingen. 
Dabei konnten aus didaktischen Gründen nur 30 Teilnehmer berücksich­ 
tigt und durch Vorträge, Plenumsdiskussionen, Einzel- und Gruppen­ 
arbeiten in die Kenntnisse moderner Unternehmensführung eingeführt 
werden. In diesem Zehn-Tage-Programm wurden die Probleme der Mit­ 
arbeiterführung, der Organlsations-, Planungs-, Entschcidungs- und Kon- 
trollteehniken, des Rechnungswesens, des Marketings und der finanziellen 
Führung des Unternehmens praxisnahe behandelt« Das Institut für Unter­ 
nehmensführung — eine Einrichtung der Vorarlberger Handelskammer 
— wurde durch das überaus rege Interesse und die aktive Teilnahme so 
vieler Unternehmer und leitender Führungskräfte aus dem Gewerbe in 
seiner Absicht bestärkt, für diesen bedeutenden Zweig der Vorarlberger 
Brüssel 
Wirtschaft weitere Weiterbildungs- und Beratungsaktivitäten zu entfalten. 
— Energie-Experten aus 
zwölf westlichen Industriestaaten 
sind am Mittwoch in Brüssel im 
Zeichen einer vergleichsweise ent­ 
spannten Situation auf dem inter­ 
nationalen Erdölmarkt zur zweiten 
Beratungsrunde der Koordinie­ 
rungsgruppe für Energiefragen zu­ 
sammengetreten. Der amerikanische 
Unterstaatssekretär William H. Do- 
naldson ist nach Informationen aus 
Teilnehmerkreisen überzeugt, daß es 
in absehbarer Zeit keine neuen Öl­ 
Preise 
krisen geben werde und daß die .Vor der Presse wollte niemand. und Norwegen verhandeln. 
eher sinken würden. Seine 
Beurteilung der Situation wurde von 
den meisten Delegationen geteilt. 
Die Gruppe, die im Februar als 
Folge-Organ der Energiekonferenz 
in Washington gegründet worden 
war, nahm nach der Grundsatzer­ 
klärung Donaldsons Berichte der 
Untergruppen über spezielle Fragen 
der Energieversorgung entgegen. Die 
Debatte beschränkte sich, wie ver­ 
lautete, auf eine allgemeine Erörte­ 
rung der anstehenden Fragen. 
zur 
Frage Stellung nehmen, ob im­ 
mer noch Aussicht bestehe, in der 
ersten Hälfte die ses Jahres zu einem 
Dialog mit den Produzentenländem 
zu kommen. Vorläufig gilt als unge­ 
wiß, wie sich der blockierte euro­ 
arabische Dialog auf den Fortgang 
der Verhandlungen in der Koordi­ 
nierungsgruppe auswirken wird. 
Frankreich hatte schon in Washing­ 
ton eine Beteiligung abgelehnt, so 
daß neben den übrigen acht EWG- 
Staaten die USA, Kanada, Japan 
WIRTSCHAFT 
Immer mehr 
Zeitungsleser 
Raika 
Über 
Altenstadt: 
100 Millionen Einlagen 
Keine weiteren Erdöl- Krisen
	        
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